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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

222 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Ungeklärt, Leipzig, Erschlagen, Chesterfield-fall, Carola Bar

Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

20.02.2018 um 11:16
Hallo, ich hab mir zwar den ganzen Thread durch gelesen aber bin mir nicht mehr sicher.

Hat man denn den Namen von dem Schwarztaxifahrer, bzw hat man ihn nochmal nach der Wende befragt?
Wenn er damals wirklich seine Aussage unter Zwang gemacht hat, dann könnte es ja sein das er nach der Wende etwas anderes aussagt da er ja keine Angst mehr vor der Staatsmacht haben muss.


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

20.02.2018 um 13:21
Spannender Fall. Um hier noch eine Theorie ins Rennen zu bringen. Wie sieht es mit einem "Set-up" aus? Sprich, der "Schäfer" war nur der Lockvogel, an den sich alle erinnern sollten (der aber natürlich unauffindbar blieb, weil es ihn so gar nicht gab), der/die Täter waren ganz andere.

Im Detail:

Wir haben einen jungen Mann, der sich über jedenfalls einen Tag, vor und nach der Tat extrem auffällig verhält (Kleidung, Musik, Rekorder, West-Zigaretten, Streit vor der Garderobendame), nicht damit spart, vor möglichst vielen Zeugen tatbezogene Aussagen zu machen oder auch Aussagen, die auf seine Person hinweisen solle (bin Schäfer, aus der Nähe von Schwerin). Zu guter Letzt lässt er sich auch noch beim Pinkeln im Bahnhof erwischen und erzählt dort freimütig, wer und woher er ist. All dies lässt sich evtl. auch durch Trunkenheit und Naivität gepaart mit Angeberei erklären, aber ist schon so gewollt auffällig, dass man das Gefühl hat, er sollte möglichst vielen Leuten in Erinnerung bleiben.

Warum? Weil er die Aufmerksamkeit von anderen ablenken sollte, die aus irgendeinem Grund es auf RF (oder auch einen belieben Gast der Carola-Bar) abgesehen haben. Dann würde es nämlich auch wieder Sinn ergeben, warum er (unter dem Vorwand des Austretenmüssens oder vielleicht, indem er RF die Geldbörse mopste im Taxi) wieder aus dem Taxi sprang und RF später auf dem Schulhof gefunden wurde. Der Schäfer hatte möglicherweise genau diesen Auftrag, nämlich den Schäfer durch davonrennen auf den Schulhof zu locken, evt. sogar, sich dort auf eine Schlägerei einzulassen. Niemand weiß, ob die beiden dort nicht auf andere getroffen sind, die dort warteten.

Was die von RF wollten - naja, da ist alles denkbar von Raubmord bis hin zu irgendwelchen politischen Motiven.


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

20.02.2018 um 16:37
@orakel09

Ich bin mir nicht sicher, ob man dieses Verhalten von damals (und dann noch in der DDR) heute richtig einschätzen kann.

Dienstagabends kommt auf dem MDR immer eine uralte Polizeiruf110-Folge. Ist schon krass, wie es damals war, obwohl ich zur Wende selber schon 14 war.


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fauchi
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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

20.02.2018 um 16:55
@SomertonMan
recherchiere mal was die alles nich drehen u. somit auch nich senden durften.
dann wird's noch krasser......


also ich hab mir die letzten theorien durchgelesen u. auch drüber nachgedacht.
so langsam fühl ich mich in meinem denken,des der schäfer nich der mörder ist,bestärkt.

der schäfer als ablenkungsmanöver is gar nich so schlecht gedacht.
wenn er nur an diesem abend so rumlief,dann erklärt es warum ihn niemand erkannt hat.
(in der bevölkerung hätte es gemunkel gegeben u. des hätte nich verhindert werden können)
er kann ja auch an einem bhf. abgeholt u. ganz woandershin gebracht worden sein - also zumindest so weit weg des ihn niemand damit in verbindung brachte.


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

21.02.2018 um 03:24
Ich würde ein Set-Up „Schäfer ist Inszenierung“ aus 2 Gründen ausschließen:

1.) Für „normale“ Gangster mit dem Ziel „900 Mark + Armbanduhr“ wäre die Logistik übertrieben, riskant und irgendwie zu raffiniert. Da müsste im Hintergrund „The Brain“ sitzen, der sich so was ausdenkt. Auch hätte RF ankündigen müsse, wo + wann er mit viel Geld anzutreffen ist. Ein spontaner „Gelegenheitsraub“ klingt wahrscheinlicher.

2.) Die Stasi hatte für solch ein „Drehbuch“ zweifellos Mittel und Technik. Aber: Es war die DDR in den 80ern und RF war Lokführer. Ich will das System keinesfalls verharmlosen und die Stasi hat viel Unheil angerichtet. Aber wäre RF war ein subversiver / staatsgefährdender „großer Fisch“ gewesen, hätte man ihn ganz simpel verhaftet. Ein politischer Auftragsmord, im Mafiastil von ganz oben angeordnet… so kaltblütig war man nicht. Problemlos zutrauen würde ich der Stasi allerdings, den „Aussetzer“ eines Prominenten / Russen zu vertuschen und Ermittlungen zu behindern.

Insofern glaube ich, wenn es einen „Verwirrer“ gab, dann den Fahrer der von „Instanzen“ oder Kriminellen erpresst wurde. Den Schäfer halte ich für naiv, aber authentisch.
FriedaGansauge schrieb:Hat man denn den Namen von dem Schwarztaxifahrer, bzw hat man ihn nochmal nach der Wende befragt?
Wenn er damals wirklich seine Aussage unter Zwang gemacht hat, dann könnte es ja sein das er nach der Wende etwas anderes aussagt da er ja keine Angst mehr vor der Staatsmacht haben muss.
Wenn der Mord einen politischen Hintergrund hatte, ja. Wurde er aber aus dem Milieu erpresst, könnte die Gefahr heute noch bestehen und er würde ggf. wieder lügen.


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21.02.2018 um 07:09
@orakel09
@woodpeckerLE
Ich denke auch, dass wir nicht zu kompliziert denken sollten. Rehfeld war ein eher einfacher Mann und bewegte sich in ebensolchen Kreisen, elaborierte Geheimdienstmethoden wurden sicher nicht angewendet, um ihn auszuschalten.


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

21.02.2018 um 09:34
@woodpeckerLE

Da geh ich mit. Wegen 900 Piepen so einen Aufwand... Schwer vorstellbar.


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

21.02.2018 um 16:01
@woodpeckerLE
@Menedemos
Genau so sehe ich das auch. Es hat sich schlicht um eine Kneipenschlägerei gehandelt die aus dem Ruder gelaufen ist.
Aber der Aspekt, das weder der Taxifahrer noch der vermeintliche Schäfer letztendlich am Tod von Herrn Rehfeld schuld sein könnten, sondern eine Person die den ganzen Streit beobachtet, und einfach die Gunst der Stunde genutzt hat ... das halte ich absolut für möglich.
Aber leider wird die Tat nicht mehr aufzuklären sein. Es sei denn, es gibt noch weitere Personen die da etwas mitbekommen haben.


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

23.02.2018 um 19:45
@woodpeckerLE
Erst einmal von meiner Seite aus vielen Dank für deinen sehr ausführlichen und extrem reflektierten Beitrag und all die Hintergrundinformationen! :)

In weiten Teilen kann ich deinen Schlussfolgerungen auch zustimmen. Du legst m.E. überzeugend dar, warum der Schäfer eher nicht der Mörder war.

Bzgl. der Rolle des Taxifahrers, so wie du sie siehst, habe ich aber noch gewisse Zweifel. Dass der Taxifahrer sich der Polizei freiwillig stellte und trotzdem log (weil er unter Druck gesetzt wurde), erscheint mir zu kompliziert gedacht. Die "Erpresser" hätten ihn erst einmal überhaupt ausfindig machen müssen. Und selbst wenn sie das geschafft hätten, hätten sie ihn eher dahingehend bedroht, dass er GAR NICHT zur Polizei gehen möge. Einen Mann, der etwas Belastendes über mich weiß, zu zwingen, zur Polizei zu gehen (noch dazu zur VoPo, die nicht zimperlich war), wäre doch Wahnsinn. Wenn der Taxifahrer log, dann log er m.E. aus Eigeninteresse.
woodpeckerLE schrieb am 19.02.2018:Eine Möglichkeit wäre, dass der Taxifahrer Schäfer absetzte und 10 Minuten später zurückkehrte um die eigentliche Tat zu begehen. Nur, geht er dann zur Polizei und lenkt Spurensicherung und Ermittlungen auf sich?
Das ist gar nicht einmal ausgeschlossen. Man hat schon öfter von Tätern gehört, die von selbst aus Kontakt zur Polizei aufnahmen, weil sie glaubten, das würde sie später von jedem Verdacht befreien und sie behielten damit das Heft des Handelns in der Hand. In aller Regel ist das aber eine vollkommene Idiotie mit fatalen Folgen. Aber geben tut es so was immer wieder.


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

23.02.2018 um 21:23
Ich sehe die Sache (momentan) so:

Ich glaube, der Taxifahrer sagte weitgehend die Wahrheit. RF und der Schäfer stiegen ein mit dem Ziel Hauptbahnhof. Der Schäfer hatte aber allmählich genug von der "väterlichen" Umklammerung des angetrunkenen RF und unter dem Vorwand, noch einmal vor Antritt der "Weltreise" austreten zu wollen, verließ er das Taxi. Ich glaube auch, dass das Taxi ziemlich genau an der Stelle am Floßplatz hielt, den @woodpeckerLE oben markiert hat.
RF roch den Braten, lief dem Schäfer hinterher, es kam zu einer handfesten Auseinandersetzung, RF unterlag. Der Schäfer kehrte zum Taxi zurück und fuhr allein gen Bahnhof. RF war aber keineswegs tot und auch nicht ausgeraubt. Beides hätte der Taxifahrer mitbekommen, außerdem hätte sich der Schäfer nach einem Raubmord am Bahnhof in der Tat ganz anders verhalten. Weiterhin fehlte dem Schäfer die Zeit, die Leiche in den Schulhof zu schleppen u.s.w.
Trotzdem log der Taxifahrer an dieser Stelle. Er musste von der Auseinandersetzung einfach was mitbekommen haben, so groß ist der Floßplatz ja nicht. Hat er auch: Er dachte in dieser Nacht, das sei nur eine relativ harmlose Rangelei unter angetrunkenen Leuten gewesen (was ja auch der Wahrheit entsprach), und das habe ihn nichts anzugehen. Als er aber hörte, dass RF tot war, ermordet, glaubte er, er hätte die Situation falsch eingeschätzt und wenn er zugäbe, davon etwas mitbekommen zu haben, würde man ihn der unterlassenen Hilfeleistung bezichtigen. Deshalb wohl behauptete er, er habe von dem Streit gar nichts mitgekriegt.

RF war nun zwar nicht gerade wohlauf (das verhinderte allein schon sein Alkoholpegel), aber nicht wirklich ernstlich verletzt. Er torkelte nur fluchend und jammernd über den Floßplatz.
Und hier kommen nun wirklich andere Gäste der Carola-Bar ins Spiel. Viele Leute in der Bar müssen mitbekommen haben, dass Rehfeld viel Bargeld bei sich trug, er hat offen damit geprahlt, sonst wüssten wir es ja auch nicht. Und Gäste, die über den Floßplatz nach Hause gingen, begegneten also den verletzten und schwer alkoholisierten Rehfeld. Kriminelle wählen mit Vorliebe Betrunkene als Opfer aus und hier kam halt noch hinzu, dass sie wussten, dass ihr Opfer jede Menge Geld bei sich trug.

Sie waren es, die RF ermordeten, sie waren es, die ihn in den Schulhof drängten/schleppten. Der Schäfer hätte dafür, angesichts des wartenden Taxis, gar keine Zeit gehabt.

Aber wer genau es war, weiß ich natürlich auch nicht. Irgendwelche Gäste der Carola-Bar mit höchster Wahrscheinlichkeit. Denn allzu viele andere Leute, die nicht aus der Carola-Bar kamen, dürften zu dieser späten Stunde mitten unter der Woche nicht unterwegs gewesen sein. Außerdem wussten nur Gäste der Carola-Bar, dass RF viel Geld bei sich hatte.

Die besagten Russen kämen natürlich in Frage, allerdings verließen diese die Bar erst zu Ladenschluss, RF und der Schäfer gingen anscheinend ein bisschen frühen. Aber das sind Einzelheiten, die hochstens die Polizei noch wissen könnte.


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

24.02.2018 um 09:25
Ich wundere mich übrigens schon, dass sich die Polizei so stark und ausschließlich auf den Schäfer als Täter konzentriert hat.

Was spricht eigentlich für die Täterschaft des Schäfers?

a) dass er, wenn er kein Schäfer war, ein Paradiesvogel war
b) dass er den Abend mit Rehfeld verbracht hat

Gut, aber Beweise für seine Täterschaft sind das natürlich bei Weitem nicht, höchstens Gründe, ihn einmal zu befragen

c) Die Aussage des Taxifahrers, dass er das Taxi zusammen mit Rehfeld verließ, aber alleine zurückkehrte

Zugegeben, dass wäre ein Indiz. Aber diese Aussage beinhaltet ja zugleich auch Irritierendes: Wie @woodpeckerLE oben schrieb, wäre der Schäfer im Fall eines Mordes kaum zum Taxi zurückgekehrt. Zeitlich gibt es auch ein Problem. Um Rehfeld in den Schulhof zu locken oder zu schleppen, mit schweren Mülltonnen zu bewerfen, auszurauben u.s.w. braucht es einige Zeit, die der Schäfer kaum hatte. Ich denke nicht, dass der Taxifahrer länger als 5 Minuten auf die verschwundenen Fahrgäste gewartet hätte, wenn 100 Meter hinter ihm vor der Bar noch weitere potentielle Fahrgäste herumstanden. Und wenn er so lange gewartet hätte, hätte er wohl nicht nur gewartet, sondern nachgeschaut.
Wenn der Schäfer den Rehfeld umbrachte, dann war es jedenfalls eine spontane Tat, denn zunächst lief ja der Schäfer vor Rehfeld davon und nicht umgekehrt. Der Schäfer hätte Rehfeld also, wenn überhaupt, an der Stelle getötet, an der dieser ihn eingeholt hatte, nicht im Schulhof.


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

24.02.2018 um 11:09
Das Dumme ist, dass man nicht weiß welche Informationen gesichert sind. Derer es hier so viele gibt, dass man ständig neue Eventualitäten findet. Alleine die Zeitungsartikel sind eine Art „Stille Post“ und könnten zudem noch ermittlungstaktisch verzerrt sein.

Als ob das nicht genügt, habe ich noch etwas gefunden (Antwort zu menedemos folgt später):

Der 04.12.1985 taucht in verschiedenen Tabellen als Wärmerekord auf, mancherorts war es in D über 16 Grad warm (Leipzig 11,2 Grad). Sich nach einer Schlägerei irgendwo hinzusetzen, wäre allzu menschlich… zufällig stehen auf dem Floßplatz Bänke, direkt beim Schulhof-Eingang. Sollte sich RF dort ausgeruht haben oder gar eingeschlafen sein, könnten zwischen Taxifahrt und Mord auch 1…2 Std. liegen. Diese Möglichkeit haben wir hier noch gar nicht in Erwägung gezogen. Worauf sich mir wieder die 2 Russen förmlich aufdrängen, die Celina zum Ladenschluss Richtung Floßplatz hat laufen sehen…


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

24.02.2018 um 21:04
woodpeckerLE schrieb:Sollte sich RF dort ausgeruht haben oder gar eingeschlafen sein, könnten zwischen Taxifahrt und Mord auch 1…2 Std. liegen. Diese Möglichkeit haben wir hier noch gar nicht in Erwägung gezogen. Worauf sich mir wieder die 2 Russen förmlich aufdrängen
Danke für die Recherche. Ja, durchaus möglich, dass W. Rehfeld sich auf einer der Bänke niederließ, um sich etwas zu erholen.

Damit kämen auch die beiden Russen ins Spiel. Aber auch alle anderen verbliebenen Gäste. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, was die Russen verdächtiger machen soll als die anderen Gäste, außer dass die Russen Richtung Floßplatz gingen. Aber auch dabei waren sie wahrscheinlich nicht die Einzigen, im Grunde gab es ja nur zwei Richtungen, die man von der Bar aus prinzipiell einschlagen konnte: Entweder Richtung Floßplatz oder - eben nicht in Richtung Floßplatz, sondern in die Gegenrichtung.

Schade, dass sich Carola008 nicht mehr meldet...


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

24.02.2018 um 21:05
Sorry, ich meinte natürlich Celina008, "Carola" war ja die Bar, da hab ich wohl was durcheinandergebracht... ;)


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

10.03.2018 um 22:40
Danke! @woodpeckerLE für die ausführliche Schilderung deiner Theorie und Nachforschungen! und Nachbetrachungen in der Diskussion.
Bezüglich der nichtvorhandenen Wendemöglichkeit, kann ich beitragen, dass diese auch schon damals nicht bestand.
Wie ich schon erwähnte, wohnten meine Großeltern in der unteren Paul- Gruner- Str. ( mit dem fast direktem Zugang zum Clara- Park, und in unmittelbarer Nähe des "Gästehauses"), und wir sind dort relativ oft zu Fuß unterwegs gewesen ( eben auch Dufourstr.) Ich kann bestätigen, dass dort nicht gewendet werden konnte.
Mein viel älterer Bruder ( der bei meinen Großeltern lebte), ging übrigens auch in diese Schule, aber schon viele Jahre davor.
Ich bin selbst aber nie in der Carola- Bar gewesen, auch nicht, als ich "volljährig" ( zum Tatzeitpunkt war ich es schon ;-) ) hätte rein können dürfen. Für mich hatte das Teil immer was von "Assi", wohl hauptsächlich durch die Erzählungen meiner Großeltern.

Danke auch an alle, die nach dieser Schilderung hier diskutiert haben! Ich kriege das Geschehen jetzt viel besser nachvollzogen.....


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

10.03.2018 um 22:50
Ach, und auch noch gesonderten Dank, @@woodpeckerLE, für die Bilder! Ich war schon ewig nicht mehr dort.... ( meine Großeltern leben beide nicht mehr, und ich habe sonst keinen Bezug zu der Gegend)


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

11.03.2018 um 11:49
@IamSherlocked: Danke dass Du es noch mal bestätigst. Ich selbst habe mich nachts in dem Viertel 2x verfahren und musste mehrfach wenden, ehe ich wieder raus kam. Schon damals gab es dort etliche Sackgassen. Deshalb machte mich die (angebliche) Route des Schwarztaxis stutzig.
Menedemos schrieb am 23.02.2018:Dass der Taxifahrer sich der Polizei freiwillig stellte und trotzdem log (weil er unter Druck gesetzt wurde), erscheint mir zu kompliziert gedacht. Die "Erpresser" hätten ihn erst einmal überhaupt ausfindig machen müssen.
Wer wochentags 3 Uhr Schwarztaxi fuhr, war als Nachtschwärmer häufig auch in Discos / Nachtbars unterwegs (1. Hand Info :)). FALLS der Fahrer andere Leute zu Schäfer-Beobachtungen fragen wollte, dann sicher in der Carola-Bar. Ich gebe Dir aber trotzdem Recht, denn:
Menedemos schrieb am 23.02.2018:Und selbst wenn sie das geschafft hätten, hätten sie ihn eher dahingehend bedroht, dass er GAR NICHT zur Polizei gehen möge. Einen Mann, der etwas Belastendes über mich weiß, zu zwingen, zur Polizei zu gehen (noch dazu zur VoPo, die nicht zimperlich war), wäre doch Wahnsinn.
So habe ich die Erpressung noch nicht gesehen. Ein guter Ermittler bringt schnell Leute ins Trudeln, aus Mörder-Sicht ist Zeugenvernehmung = Risiko / keine Zeugenvernehmung = kein Risiko. Wenn, dann hält ihn der Täter per Drohung (oder Schlimmerem) von der Polizei fern. Ist offenbar beides nicht passiert. Egal ob / was der Fahrer befürchtete, den besten Selbstschutz zur offiziellen Version „Ein Toter lag im Schulhof“ bot die Aussage: „Die Beiden sind zum / in den Schulhof gelaufen. Der Schäfer stieg später alleine wieder ein, mehr habe ich nicht gesehen.“ Du hast mich überzeugt, Bedrohung zwecks Falschaussage klingt unwahrscheinlich.

100% Zustimmung auch zu Deiner Zusammenfassung (Beitrag „Ich sehe die Sache so“). Genau meine Meinung. Es werden immer mögliche abstrakte Varianten verbleiben. Ich glaube aber, nach dem Prinzip „einfach -> naheliegend -> wahrscheinlich“ muss man ab einem gewissen Zeitpunkt Sachen ausschließen. Führt es in eine Sackgasse, kann man allemal von vorn beginnen.

Den Schäfer würde ich abhaken. Genauso den Fahrer. Es war ein Kampf auf Leben und Tod… Haare, Kratzer, Fasern, Blut, Fußabdrücke… als DEN Zeugen schlechthin hat man den Fahrer garantiert x-mal gescannt. Gegen Beide sprechen zahlreiche Argumente. Anders bei Carola-Bar Gästen: Keine Ausschlüsse, aber etliche Indizien: Brieftasche + Uhr, prahlender RF, Carola-Bar Milieu, Tatzeit und -ort, einziges Lokal im Umfeld, Taxi-Wartende, Sichtnähe Floßplatz, Wetter + Bänke, Schäfer-Verhalten im Bahnhof, Beiträge von Celina008(!) + Blitzlicht85…

Ich bin fast geneigt, so etwas wie ein Resümee zu ziehen.

Alle suchen den Schäfer. 1991 die WiL („Wir in Leipzig“) / 2000 die BILD / seit 2009 Susi (Tochter RF) bei Allmy. Im Forum durchdenken Leute über 8 Jahre den Fall, diskutieren jedes Detail, zwei besuchen (einzeln) den Tatort. Wie gesichert alle Informationen sind weiß niemand, aber diese führen am Ende gut begründet zur Vermutung: Nicht der Schäfer! Der / die Täter war(en) wahrscheinlich unter anderen Gästen der Carola Bar.

In meinen Augen würde dieser neue Ansatz eine Wiederaufnahme rechtfertigen. Perfekt wäre: Ermittlungsakte vollständig, Asservate vorhanden (sollten sie bei Mord eigentlich), werden mit neuer Technik auf DNA-Spuren geprüft. Unter den damaligen Zeugen waren Taxi-Wartende / Gäste der Carola-Bar, man hat deren Identitäten (Gästeliste?). Beim Vergleich ihrer DNA mit Asservaten-DNA macht es „Bling!“

Eigentlich wäre es an Susi, den Thread auszudrucken und eine Wiederaufnahme zu versuchen, denn mehr „Wahrheit“ werden wir nicht finden. Ich fürchte, wir haben alle Informationen ausgewertet und neue Erkenntnisse kommen nicht. Ich persönlich wüsste nichts mehr beizutragen. Schade dass Susi seit Oktober 2017 nicht mehr ins Forum schaut, zumindest nicht eingeloggt.

@susi: Wenn überhaupt, dann JETZT handeln!


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

23.05.2018 um 14:00
Hallo an alle, Woody scheint das Thema nicht loszulassen. Er fährt an den Ort des Geschehens (also ist er Leipziger) und macht Fotos. Für meine Begriffe lässt er eine Spur aus... Ob bewusst oder unbewusst, kann ich derzeit noch nicht sagen.

Der Taxifahrer hat nicht gelogen. Der Schäfer stieg allein wieder ein und sie fuhren los. Was danach passierte, können weder der Schäfer, noch der Taxifahrer wissen oder auch nur ahnen.


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Ungeklärter Mord an W. Rehfeld in Leipzig am 4.12.1985

23.05.2018 um 14:46
Es war eine spontane Tat. Begangen von einem Einzeltäter. Für eine Uhr und 900 Mark begehen nicht mehrere Personen gemeinsam einen Mord. Viel zu riskant, wenn einer nicht dichthält bzw. man sich streitet. Man macht sich zeitlebens erpressbar...
Mord verjährt schließlich nie. Problem im Fall WR: die Ermittlungsakte gibt es nicht mehr. Der damalige Ermittler ist verstorben. Es gibt auch keine DNA Spur, mit der man heute etwas beweisen könnte. Das hat mir die Tochter geschrieben.
Was also bleibt unterm Strich, das zu beweisen? Nichts. Gebe es eine DNA des Täters, die gesichert wurde, sehe die Sache ganz anders aus. Leider gab es diese Methode in den 80 ern in der DDR nicht.


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