Literatur
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Buchzitate

220 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Bücher, Zitate ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Buchzitate

07.08.2024 um 03:47
Aber ein Neues ersann die liebliche Tochter Kronions:
Siehe, sie warf in den Wein, wovon sie tranken, ein Mittel
Gegen Kummer und Groll und aller Leiden Gedächtnis.
Kostet einer des Weins, mit dieser Würze gemischet,
Dann benetzet den Tag ihm keine Träne die Wangen,
Wär ihm auch sein Vater und seine Mutter gestorben,
Würde vor ihm sein Bruder und sein geliebtester Sohn auch
Mit dem Schwerte getötet, daß seine Augen es sähen.
Siehe, so heilsam war die künstlich bereitete Würze,
Welche Helenen einst die Gemahlin Thons, Polydamna,
In Aigyptos geschenkt. Dort bringt die fruchtbare Erde
Mancherlei Säfte hervor, zu guter und schädlicher Mischung;
Dort ist jeder ein Arzt und übertrifft an Erfahrung
Alle Menschen; denn wahrlich, sie sind vom Geschlechte Paeions.
- Homer, Odyssee IV, 219


melden

Buchzitate

09.08.2024 um 03:06
Es gibt Menschen, zu edel um sich bändigen zu lassen und zu stolz um sich zu beugen.
Little Woman - Louisa May Alcott


melden

Buchzitate

09.08.2024 um 03:11
Die Religion ist das theologische Gegenstück zu einer Versicherungspolice, deren Prämie wir Jahr für Jahr bezahlen. Und wenn wir dann schließlich die Leistung in Anspruch nehmen müssen, für die wir so lammfromm gelöhnt haben… entdecken wir, dass die Firma die unser Geld genommen hat, in Wahrheit gar nicht existiert.
Stephen King - Revival


melden

Buchzitate

23.08.2024 um 11:01
Wenn man von den Einsamen spricht, setzt man immer zu viel voraus. Man meint, die Leute wüssten, um was es sich handelt. Nein, sie wissen es nicht. Sie haben nie einen Einsamen gesehen, sie haben ihn nur gehasst, ohne ihn zu kennen. Sie sind seine Nachbarn gewesen, die ihn aufbrauchten, und die Stimmen im Nebenzimmer, die ihn versuchten. Sie haben die Dinge aufgereizt gegen ihn, dass sie lärmten und ihn übertönten. Die Kinder verbanden sich wider ihn, da er zart und ein Kind war, und mit jedem Wachsen wuchs er gegen die Erwachsenen an. Sie spürten ihn auf in seinem Versteck wie ein jagdbares Tier, und seine lange Jugend war ohne Schonzeit. Und wenn er sich nicht erschöpfen ließ und davonkam, so schrieen sie über das, was von ihm ausging, und nannten es hässlich und verdächtigten es. Und hörte er nicht darauf, so wurden sie deutlicher und aßen ihm sein Essen weg und atmeten ihm seine Luft aus und spieen in seine Armut, dass sie ihm widerwärtig würde. Sie brachten Verruf über ihn wie über einen Ansteckenden und warfen ihm Steine nach, damit er sich rascher entfernte. Und sie hatten recht in ihrem alten Instinkt: denn er war wirklich ihr Feind. Aber dann, wenn er nicht aufsah, besannen sie sich. Sie ahnten, dass sie ihm mit alledem seinen Willen taten; dass sie ihn in seinem Alleinsein bestärkten und ihm halfen, sich abzuscheiden von ihnen für immer. Und nun schlugen sie um und wandten das Letzte an, das Äußerste, den anderen Widerstand: den Ruhm. Und bei diesem Lärmen blickte fast jeder auf und wurde zerstreut.
- Rainer Maria Rilke, Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge


melden

Buchzitate

07.09.2024 um 13:15
Höre, des ägiserschütternden Zeus' unbezwungene Tochter!
Wenn du mir je und dem Vater mit sorgsamer Liebe genahet
Im feindseligen Streit; so liebe mich nun, o Athene!
Lass mich treffen den Mann, und den fliegenden Speer ihn erreichen,
Welcher zuvor mich verwundet, und nun frohlockend sich rühmet,
Nicht mehr schau' ich lange das Licht der strahlenden Sonne!
Also rief er flehend; ihn hörete Pallas Athene.
Leicht ihm schuf sie die Glieder, die Füß', und die Arme von oben;
Nahe nun trat sie hinan, und sprach die geflügelten Worte:
Kehre getrost, Diomedes, zum mutigen Kampf mit den Troern;
Denn dir goss ich ins Herz die Kraft und Stärke des Vaters,
Unverzagt, wie sie trug der geschildete reisige Tydeus.
Auch das Dunkel entnahm ich den Augen dir, welches sie deckte;
Dass du wohl erkennest den Gott und den sterblichen Menschen.
Drum so etwa ein Gott herannaht, dich zu versuchen;
Hüte dich, seligen Göttern im Kampf entgegen zu wandeln,
Allen sonst: doch käme die Tochter Zeus Aphrodite
Her in den Streit, die magst du mit spitzigem Erze verwunden.
Also sprach und enteilte die Herrscherin Pallas Athene.
- Homer, Ilias V, 115


melden

Buchzitate

17.10.2024 um 00:12
Aber Achill setzte sich weinend alsbald,
abseits von den Gefährten, an den Strand
der grauen Salzflut und blickte auf das
grenzlose Meer.
- Homer, Ilias I, 350 (Schadewaldt)


melden

Buchzitate

04.11.2024 um 22:57
Aber nicht Odysseus den Herrlichen fand er zu Hause;
Weinend saß er am Ufer des Meers. Dort saß er gewöhnlich,
Und zerquälte sein Herz mit Weinen und Seufzen und Jammern,
Und durchschaute mit Tränen die große Wüste des Meeres.
- Homer, Odyssee V, 81


melden

Buchzitate

15.11.2024 um 17:27
Jener sprach's; da entbrannte der Peleion, und das Herz ihm
Unter der zottigen Brust ratschlagete wankenden Sinnes,
Ob er, das schneidende Schwert alsbald von der Hüfte sich reißend,
Trennen sie sollt auseinander und niederhaun den Atreiden
Oder stillen den Zorn und die mutige Seele beherrschen.
Als er solches erwog in des Herzens Geist und Empfindung
Und er das große Schwert schon hervorzog, naht' ihm vom Himmel
Pallas Athen, entsandt von der lilienarmigen Here,
Die für beide zugleich in liebender Seele besorgt war.
Hinter ihn trat sie und faßte das bräunliche Haar des Peleiden,
Ihm allein sich enthüllend; der anderen schaute sie keiner.
Staunend zuckte der Held und wandte sich: plötzlich erkannt er
Pallas Athenens Gestalt, und fürchterlich strahlt' ihm ihr Auge.
Und er begann zu jener und sprach die geflügelten Worte:
Warum, o Tochter Zeus', des Ägiserschütterers, kamst du?
Etwa den Frevel zu schaun von Atreus' Sohn Agamemnon?
Aber ich sage dir an, und das wird wahrlich vollendet:
Sein unbändiger Stolz wird einst noch das Leben ihm kosten!
Drauf antwortete Zeus' blauäugige Tochter Athene:
Deinen Zorn zu stillen, gehorchtest du, kam ich vom Himmel;
Denn mich sendete Here, die lilienarmige Göttin,
Die für beide zugleich in liebender Seele besorgt ist.
Aber wohlan, laß fahren den Streit und zücke das Schwert nicht,
Magst du mit Worten ihn doch beleidigen, wie es dir einfällt.
Denn ich sage dir an, und das wird wahrlich vollendet:
Einst wird dir noch dreimal so herrliche Gabe geboten
Wegen der heutigen Schmach. Drum fasse dich nun und gehorch uns.
Ihr antwortete drauf der mutige Renner Achilleus:
Euer Wort, o Göttin, geziemet es wohl zu bewahren,
Welche Wut auch im Herzen sich hebt; denn solches ist besser.
Wer dem Gebot der Götter gehorcht, den hören sie wieder.
Sprach's und hemmte die nervichte Hand an dem silbernen Hefte,
Stieß in die Scheide zurück das große Schwert und verwarf nicht
Athenäens Gebot.
- Homer, Ilias I, 188


1x zitiertmelden

Buchzitate

13.12.2024 um 19:52
Mr. Leopold Bloom aß mit Vorliebe die inneren Organe von Vieh und Geflügel. Er liebte dicke Gänsekleinsuppen, leckere Muskelmägen, gespicktes Bratherz, panierte kroß geröstete Leberschnitten, gerösteten Dorschrogen. Am allerliebsten hatte er gegrillte Hammelnieren, die seinem Gaumen einen feinen Beigeschmack schwachduftigen Urins vermittelten.
- James Joyce, Ulysses


melden

Buchzitate

23.02.2025 um 18:40
"Der Geruch von Kindern, wenn der Tag zu Ende ist."

J. Cronin "Der Übergang"

Solche Sätze sind für mich Literatur.


melden

Buchzitate

24.02.2025 um 02:42
Zitat von 6675636b6f66666675636b6f6666 schrieb am 15.11.2024:Homer, Ilias I, 188
Wow, das hast du wirklich gelesen? Warum?


1x zitiertmelden

Buchzitate

24.02.2025 um 19:35
Zitat von HäresieHäresie schrieb:Wow, das hast du wirklich gelesen?
Die Ilias hab ich zwei- oder dreimal in der Hexamterübertragung von Johann Heinrich Voß und zweimal in der Prosaübersetzung von Schadewaldt gelesen. Die gekürzte Lesung von Rolf Boysen im Residenztheater hab ich vielleicht sechs- oder siebenmal gehört.
Die Odyssee hab ich zweimal in Hexamterübertragung von Voß gelesen und vielleicht an die 30 mal in der vollständigen Version in Hexametern nach Voß gelesen von Manfred Schradi gehört, vielleicht sechs, siebenmal in ungekürzter Prosaübertragung.
Zitat von HäresieHäresie schrieb:Warum?
Mein Vater war ein gebrochener Mann. Homer ist so ziemlich das einzige von Wert, was er mir hinterlassen hat. ;)


1x zitiertmelden

Buchzitate

01.03.2025 um 12:19
Zitat von 6675636b6f66666675636b6f6666 schrieb am 24.02.2025:Die Odyssee hab ich zweimal in Hexamterübertragung von Voß gelesen und vielleicht an die 30 mal in der vollständigen Version in Hexametern nach Voß gelesen von Manfred Schradi gehört, vielleicht sechs, siebenmal in ungekürzter Prosaübertragung.
Muss man die so oft lesen oder anhören, bis man alles verstanden hat? :D
Ich bin irgendwie beeindruckt. Das was du über deinen Vater schreibst, klingt schmerzhaft, als hättest du dich ihm so annähern wollen.


melden

Buchzitate

01.03.2025 um 13:59
Dumm war er jedenfalls nicht.


melden

Buchzitate

08.03.2025 um 06:32
Den Kalifen packte nun der Überdruss an dieser Fragerei. Er befahl mir, seinem Wesir, den Gelehrten Ibrahim Ibn Saijar Al Nazzam aus dem Saal des Diwan zu weisen. Dann sagte Harun Al Rashid zur Sklavin Tawaddud: "Allah segne dich! Er segne auch den, der deinen Verstand geschärft und der dir Wissen beigebracht hat. Kannst du mir sagen, wer dein Lehrer war, der dich alles gelehrt hat, was die Menschen in unserer Zeit wissen können?" Tawaddud erwiderte: "Mein jetziger Herr, Abu Al Husn - der Vater der Schönheit -, hatte einen Vater, der in vielen Stunden mich gelehrt hat, den Geist zu gebrauchen, die Welt zu verstehen, und vor allem hat er mir beigebracht, auf Allah zu bauen, seinen Anweisungen zu folgen, seine Ordnung der Welt zu verstehen. Der Vater von Abu Al Husn hat seine Tage und Teile der Nächte damit zugebracht, mit mir alle Bücher der Weisen zu studieren. Darüber hat er sein Ladengeschäft in der Stadt Al Barid vernachlässigt, so dass er zuletzt weder Waren noch Geld besaß. Als armer Mann ist er gestorben, doch hatte ihm sein Sohn Al Husn noch ein würdiges Leichenbegängnis gerichtet. Sein Erbe, der Sohn Al Husn, besaß nichts mehr, nur ich gehörte ihm noch, die Sklavin Tawaddud. Ich sprach zu ihm, der mich geerbt hatte: "Führe mich zu Harun Al Rashid, zum Beherrscher der Gläubigen, zum fünften Kalifen aus dem Geschlecht der Abbasiden, und verlange von ihm für mich den Betrag von zehntausend Dinaren. Wenn er für meine Schönheit, für meinen Leib nicht so viele Dinare zahlen will, dann sprich diese Worte: 'Oh Beherrscher der Gläubigen, dieses Mädchen Tawaddud ist noch viel mehr wert. Lasse ihr Wissen prüfen, und ihr Wert wird auch in deinen Augen noch sehr viel höher steigen. Ihresgleichen hat diese Sklavin nicht im gesamten Islamischen Reich. Sie gebührt nur einem Herrn wie dem Kalifen Harun Al Rashid.'
So ist es geschehen. Mein Herr Abu Al Husn hat mich zu dir geführt, oh allmächtiger Beherrscher der Gläubigen. Ich habe alle Prüfungen bestanden. Im Namen meines Herrn verlange ich für mich zehntausend Dinare, die meinem Herrn Abu Al Husn zu übergeben sind. Dann trete ich gerne durch die Türe deines Harems und verbleibe dort, so lange du willst. Erfreue dich an meinem Leib. Ich will dir mit allen Gliedern dienen."
Harun Al Rashid aber entschied, dass es klüger war, dem Besitzer der Sklavin Tawaddud monatlich einen Sold von tausend Dinaren auszubezahlen, als diese Frau, die an Kenntnissen die gelehrtesten Männer des Islamischen Reichs übertraf, in seinen Harem aufzunehmen. Ein Amt im Diwan konnte er ihr nicht übertragen.
Ich dachte bei mir, welche Verschwendung es doch war, eine Frau mit derartigem Wissen auszustatten - eine Frau, die niemals Wesir werden konnte, die niemals, und war sie noch so kundig und gescheit, die Stimme im Saal des Diwan erheben durfte.
Klug aber hatte Harun Al Rashid gehandelt, als er die Sklavin Tawaddud wieder in die Stadt Al Barid zurückschickte. Wieder einmal hatte er sich als freigebig erwiesen. Die Barmherzigkeit Allahs walte über allen, die zum Hause der Abbasiden gehören.
- Gerhard Konzelmann, Der Diwan des Harun Al Rashid


Alles Liebe zum internationalen Frauentag allerseits. :thx:


melden

Buchzitate

10.03.2025 um 10:57
Biophilie

Albert Schweitzer (Kultur und Ethik):
"Gut ist, Leben erhalten und Leben fördern; böse ist, Leben vernichten und Leben hemmen."

Rupert Lay (Weisheit für Unweise):
"Handle und entscheide dich stets so, dass du durch dein Handeln und Entscheiden eigenes und fremdes personales Leben eher mehrst als minderst."

Insektenforscher Edward O. Wilson (Biophilia):
"Biophilia is the innate tendency to focus on life and lifelike processes."
"To the degree that we come to understand other organisms, we will place a greater value on them, and on ourselves."


melden

Buchzitate

16.03.2025 um 16:54
He was an old man who fished alone in a skiff in the Gulf Stream and he had gone eighty-four days now without taking a fish. In the first forty days a boy had been with him. But after forty days without a fish the boy's parents had told him that the old man was now definitely and finally salao, which is the worst form of unlucky, and the boy had gone at their orders in another boat which caught three good fish the first week. It made the boy sad to see the old man come in each day with his skiff empty and he always went down to help him carry either the coiled lines or the gaff and harpoon and the sail that was furled around the mast. The sail was patched with flour sacks and, furled, it looked like the flag of permanent defeat.
- Ernest Hemingway, The Old Man and the Sea


melden

Buchzitate

17.03.2025 um 10:45
Beim Verlassen der Wohnung fiel mir ein, dass ich die Küche
von meiner Putzaktion völlig ausgenommen hatte.
Aber nein, diese Heldentat ginge nun wirklich über meine Kräfte.

(Sergej Lukianenko, "Labyrinth der Spiegel")


melden

Buchzitate

18.01.2026 um 22:09
Und von den Einzelwesen wird das eine geboren, steht das andere in Blüte, und wieder andere vergehen. Das Werden gleicht das Vergehen aus, und das Vergehen erleichtert das Werden. Die stete Erneuerung des Ganzen durch die fortwährende Ablösung der Einzelwesen, die bald übermächtig, bald unterlegen sind, sorgt für dessen unvergänglichen Bestand in Ewigkeit.
- Aristoteles, Über die Welt


melden

Buchzitate

19.01.2026 um 05:33
Nun ist noch übrig, in großen Zügen - wie schon bisher - über die das All zusammenhaltende Ursache zu sprechen. [...] Es gibt da ein altes, allen Menschen von den Vorfahren überliefertes Wort, dass alles von Gott und durch Gott besteht [15] und kein Wesen für sich allein und aus sich selbst existiert, wenn es von der lebenerhaltenden [sic!] Kraft der Gottheit abgeschnitten ist. [...] Denn wirklich ist Gott zwar Erhalter und Schöpfer von allem, was irgendwie [sic!] in dieser Welt vollendet wird, doch nimmt er dabei nicht die Mühe eines Geschöpfes auf sich, das selbst Hand anlegen und sich plagen muss; nein, er bedient sich einer unerschöpflichen Kraft, durch die er auch das scheinbar Fernste beherrscht. [...]
Es schickt sich auch nicht für Herrscher über über Menschen - ich denke an einen Heerführer, das Oberhaupt einer Stadt oder eines Hauswesens -, sich um jede beliebige Arbeit zu kümmern, wenn es etwa gilt, einen Bettsack zu schnüren oder sonst eine niedrigere Arbeit zu verrichten, [10] die auch der erstbeste Sklave tun kann; nein , es muß so sein, [sic!] wie man es vom Großkönig erzählt. [...]
[398b] Man muss aber glauben, dass der Rang des Großkönigs ebenso hinter der Majestät Gottes zurückbleibt, der die Welt erhält, wie der Rang des geringsten und schwächsten Geschöpfes hinter dem des Königs. Wenn daher die Vorstellung unwürdig war, Xerxes besorge alles mit eigener Hand, setze selbst seinen Willen in die Tat um und führe allerorten Aufsicht und Herrschaft, [5] wäre dies noch viel unschicklicher für Gott.
[...]
Einer ist Gott, doch trägt er viele Namen [...] Nennen wir ihn doch Zeus und den "Durchwaltenden", indem wir die Namen nebeneinander gebrauchen, als wollten wir sagen "der, durch den wir leben". [15] "Sohn des Kronos und der Zeit" (Chronos) heißt er, weil er aus einer grenzenlosen Ewigkeit in die andere schreitet. Der "Blitzende", der "Donnerer", der "Heitere", "Äthergott", "Herr des Donnerkeils" [...]

Anmerkungen

6.Kapitel
397b 9 - 398 a 35: Gott als unbewegte Ordnungsursache des Kosmos.
Transzendenz Gottes
Zunächst legt der Autor seinen Gottesbegriff dar unter Rückverweis auf die Definition des Kosmos zu Beginn des 2. Kapitels. Dann wendet er sich gegen den (stoischen) Pantheismus und die Immanenz Gottes. Zum Stil vgl. [...] zum Rückgriff auf alte Überlieferung Platon, Gestze 881a. Im Grunde liegt Berufung auf den sogenannten consensus gentium beim Gottesbeweis vor (vgl. Aristoteles, Über den Himmel 270b 4f.) Dass von Gott Rettung und Erhaltung kommen, sagt Platon Gesetze 909 B. - Das Wort, die Welt sei voller Götter, wird dem Thales zugeschrieben, der vielleicht schon von der dynamis Gottes sprach [...] Vielleicht dachten auch manche Stoiker, nur ein Teil Gottes steige in die Welt herab (Diogenes Laertios 7,147) Gott wohnt über der Welt in Distanz zu ihr, doch leidet seine Fürsorge für sie nicht. Ähnliches behauptete schon Xenophanes [...] Für den Dichter wohnt Gott im Himmel: Homer, Ilias 9,499. - Gott wirkt auf die Welt in abgestufter Stärke; ähnlich Aristoteles Über den Himmel 279a 28. - Der Vergleich mit dem Perserreich ist auf die Vergangenheit bezogen, gibt nicht vor, das Reich bestehe noch. [...] Im Grunde passt der Vergleich hier nicht ganz, denn es ist nur eine Kraft Gottes, um die es geht, nicht um viele Ableger. Deshalb wird betont, Gott benötige nicht viele Hände. [...]

Nachwort

1. Autor und Zeit der Schrift "Über die Welt"

a) die Echtheitsfrage

Unsere Schrift steht nicht im Katalog der Werke des Aristoteles und ist in den ältesten Handschriften zwar unter dessen Namen, doch als Einzelschrift überliefert. Erst die Handschriften P (Vat.Gr. 1339) und T (Laur.86,19) bieten sie zusammen mit authentischen Schriften.
Im fünften nachchristlichen Jahrhundert äußert Proklos im Kommentar zu Platons Timmaios (322e) Zweifel an der Verfasserschaft des Aristoteles, und dann reißt die Reihe der Zweifler nicht mehr ab. [sic!] [...]

b) Aristoteles als Verfasser?

Gohlke und Reale halten Aristoteles für den Verfasser. Das Buch sei aristotelisch überliefert und habe [sic!] als populäres (exoterisches) Werk des Philosophen zu gelten.
[...] In der Schrift ist jede Anspielung auf Nacharistotelisches vermieden und kein Autor nach Platon erwähnt. [...]
Doch sprechen starke Argumente gegen Aristoteles als Verfasser. So fehlt jeder Hinweis auf Alexanders Weltherrschaft.

[...]

d) Frühe Stoa?

[...] In der Tat nahm unser Autor alles von Aristoteles auf, was der Stoa nicht widersprach. [...]
Doch sind damit die Gemeinsamkeiten erschöpft. [...]

e) Jüdischer Verfasser?

Weiterhin wurde vermutet, peri kosmou stamme von einem alexandrinischem Juden, der biblischen Monotheismus mit der griechisch-philosophischen Tradition verbinde. Man fand in der Schrift das Ethos der Bibel und ordnete sie zeitlich zwischen den Büchern der Weisheit und Philon ein. Die Theorie von Hilfskräften Gottes gehe auf jüdische Gedanken [sic!] zurück, und der Unterschied zwischen Wesen und Macht Gottes sei nicht in der griechischen Philosophie heimisch, sondern nur bei Philon und in der Bibel. [...]
- ebd.


melden

Ähnliche Diskussionen
Themen
Beiträge
Letzte Antwort
Literatur: Zuletzt gekauftes Buch
Literatur, 972 Beiträge, am 02.02.2026 von Siegelschild
Dr.Manhattan am 30.10.2012, Seite: 1 2 3 4 ... 45 46 47 48
972
am 02.02.2026 »
Literatur: Schreibt ihr ein Buch?
Literatur, 1.038 Beiträge, am 13.01.2026 von philae
cresting am 28.11.2011, Seite: 1 2 3 4 ... 49 50 51 52
1.038
am 13.01.2026 »
von philae
Literatur: Welches Buch lest ihr gerade?
Literatur, 7.620 Beiträge, am 01.02.2026 von Narrenschiffer
Dr.Manhattan am 29.08.2011, Seite: 1 2 3 4 ... 377 378 379 380
7.620
am 01.02.2026 »
Literatur: Buch gesucht...
Literatur, 152 Beiträge, am 24.06.2025 von Teegarden
Halbarad am 08.01.2012, Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8
152
am 24.06.2025 »
Literatur: Dämonen, Prä Astronautik und Kryptozoologie
Literatur, 7 Beiträge, am 27.06.2025 von Aiolod
Hypothese am 29.11.2023
7
am 27.06.2025 »
von Aiolod