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Buchzitate

227 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Bücher, Zitate ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Buchzitate

12.02.2026 um 18:04
Manche Männer sind einfach nicht kleinzukriegen. Sogar das Loch bringt sie nicht zur Vernunft. Joe Statz war so einer. Er saß schon so lange im Loch, daß es wie eine Ewigkeit schien. Der Gefängnisdirektor hatte einen Narren an ihm gefressen. Wenn er Joe kleinkriegte, dann würde er die übrigen Männer besser an die Kandarre bekommen.
Eines Tages kam der Direktor mit zwei von seinen Leuten an, sie hoben den Deckel ab, und der Direktor kniete sich hin und brüllte zu Joe runter:
"JOE! JOE, HAST DU GENUG? WILLST DU RAUSKOMMEN, JOE? WENN DU JETZT NICHT RAUS WILLST, JOE, DANN DAUERTS SEHR LANGE, BIS ICH WIEDERKOMME!"
Es kam keine Antwort.
"JOE! JOE! HÖRST DU MICH?"
"Yeah, ich hör schon."
"ALSO, WAS IST DEINE ANTWORT, JOE?"
Joe packte seinen Kübel voll Scheiße und Pisse und kippte dem Direktor das Zeug ins Gesicht. Die beiden Leute des Direktors machten den Deckel wieder drauf. Soviel ich weiß, ist Joe noch immer da unten, tot oder lebendig. Es sprach sich herum, was er mit dem Direktor gemacht hatte.
- Charles Bukowski, Kaputt in Hollywood


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Buchzitate

12.02.2026 um 18:21
Das folgende Programm wird als klassisches Zeugnis der Literaturgeschichte präsentiert. Es wird in der ursprünglichen Form gezeigt. Einige Zeilen beinhalten rassistische, sexistische oder in anderer Weise diskriminierende Inhalte, die aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß sind.
"Du mutterlose Sau", sagte ich zu ihm, und sagte zu ihm, was er mit dem Geld machen könne. "Dem Schwulen gibst du fünfzig Pesos, und dann bietest du mir hier zwanzig an, wo du mir sechshundert schuldest. Ich würde auch nicht einen Penny von dir nehmen. Du weißt, was du damit tun kannst."
Ich stieg aus dem Auto ohne einen Peso in der Tasche und hatte keine Ahnung, wo ich die Nacht schlafen sollte. Später ging ich mit einem Freund hinaus und holte meine Sachen aus meiner Wohnung. Ich habe nie wieder mit ihm gesprochen, bis zu diesem Jahr. Ich traf ihn eines Abends, als er mit drei Freunden ins Callao-Kino ging. Er streckte mir die Hand entgegen.
"Hallo Roger, alter Freund", sagte er zu mir. "Wie geht's dir? Die Leute sagen, du redest schlecht über mich. Daß du alle möglichen unrechten Dinge über mich sagst."
"Ich sage nur, dass du nie eine Mutter gehabt hast", sagte ich zu ihm. Das ist das Schlimmste, was man auf spanisch sagen kann, um einen Menschen zu beleidigen."
"Das ist wahr", sagte er. "Meine arme Mutter starb, als ich so jung war, daß es den Anschein hat, als ob ich nie eine Mutter gehabt hätte. Es ist sehr traurig.
Da haben Sie einen Schwulen, wie er im Buch steht. Man kann ihm nicht beikommen. Nichts, aber auch gar nichts kann ihnen etwas anhaben.
- Ernest Hemmingway, "Die Mutter eines Schwulen" aus Der Sieger geht leer aus

Für mein Homey ;)


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Buchzitate

26.02.2026 um 21:03
Zitat aus dem Buch "Ein Garten über der Elbe" von Marion Lagoda.

Clarenburg: „Ein Mann des Militärs wird Ihnen erklären, dass man eine disparate Gruppe zusammenbringt, indem man ihr ein gemeinsames Feindbild gibt“, sagte er. „Es ist ein ziemlich schlichtes Prinzip, aber es funktioniert“.

https://paulus-schwestern.de/shop/item/9783328111030/ein-garten-uber-der-elbe-von-marion-lagoda-kartoniertes-buch


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Buchzitate

23.05.2026 um 11:35
"Hör zu", sagte der junge Mann. "Angenommen, du hast Arbeit zu vergeben, und es kommt nur ein einziger Mann, wo Arbeit sucht. Da musst du ihm bezahlen, was er verlangt. Aber angenommen, es kommen hundert Leute." Er legte sein Werkzeug hin. Seine Augen wurden hart und seine Stimme scharf. "Angenommen, es kommen hundert Leute, die die Arbeit wollen. Angenommen, diese Leute haben Kinder, und die Kinder haben Hunger. Für zehn Cents kriegt man schon Maisbrei für die Kinder. Für 'nen Nickel können sie sich schon satt essen. Und da kommen die hundert Leute, und du bietest ihnen nicht mehr wie 'nen Nickel an - und pass auf, sie bringen sich um für den Nickel. Weißt du, was sie mir bezahlt haben auf meiner letzten Arbeit? Fünfzehn Cents die Stunde. Zehn Stunden für anderthalb Dollar, und natürlich kann man da nicht bleiben auf der Farm. Man muss auch noch Benzin verpulvern, um hinzukommen." Er keuchte vor Wut, und in seinen Augen stand Hass. "Und deshalb haben sie diese Handzettel verteilt. Du kannst verdammt viele Handzettel drucken für das Geld, was du sparst, wenn du nur fünfzehn Cents pro Stunde für Feldarbeit bezahlst."
Tom sagte: "So 'ne Gemeinheit. Das stinkt ja zum Himmel."
Der jungem Mann lachte heiser. "Bleib nur 'n Weilchen hier, und wenn du Rosen riechst, dann lass mich auch mal dran schnuppern."
- John Steinbeck, Früchte des Zorns


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Buchzitate

22.06.2026 um 22:19
" Städte lassen sich an ihrem Gang erkennen wie Menschen. "


ein zutreffendes Zitat aus: "Der Mann ohne Eigenschaften" von Robert Musil


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12.08.2026 um 05:19
Den götterfeindlichen Riesen aber war das Licht mit seiner wohltätigen Wärme verhasst, und sie beschlossen, Sonne und Mond zu vernichten. Zwei grimme Wölfe: Sköll (Stürmer) und Hati (Hass) hetzten sie auf die strahlenden Himmelslichter. Mit klaffendem Rachen rennt Sköll hinter der Sonne her, um sie zu packen, Hati aber verfolgt, einer schwarzen Wetterwolke gleich, den Mond. Schnell wie der Wind laufen die Himmelsrosse, und dennoch gelingt es manchmal den Wölfen, die rollenden Wagen einzuholen. Dann sind Sonne und Mond in großer Gefahr, und sie erbleichen vor Angst und verlieren all ihren Glanz. Menschenkinder sagen dann: "Es ist Sonnen- oder Mondfinsternis." Zum Glück für die Welt ist es Sol und Mani bisher noch immer gelungen, ihren Verfolgern zu entfliehen; erst am Ende der Welt werden die Wölfe sie einholen und beide verschlingen.
- Deutsche Götter und Heldensagen


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30.08.2026 um 15:35
Nach sechs Wochen beinahe täglicher Kämpfe ist der Sultan ungeduldig geworden. Seine Kanonen haben an vielen Stellen die Mauern zertrümmert, aber alle Sturmangriffe, die er anbefohlen, sind bisher blutig abgewiesen worden. Für einen Feldherrn bleiben nur mehr zwei Möglichkeiten, entweder die Belagerung aufzugeben oder nach den zahllosen einzelnen Attacken den großen, den entscheidenden Ansturm anzusetzen. Mahomet beruft seine Paschas zum Kriegsrat, und sein leidenschaftlicher Wille siegt über seine Bedenken. Der große, der entscheidende Sturm wird für den 29. Mai beschlossen. Mit gewohnter Entschlossenheit trifft der Sultan seine Vorbereitungen. Ein Festtag wird angeordnet, hundertfünfzigtausend Mann, vom ersten bis zum letzten, müssen alle festlichen Gebräuche erfüllen, die der Islam vorschreibt, die sieben Waschungen und dreimal am Tag das große Gebet. Was an Pulver und Geschossen noch vorhanden ist, wird zu forciertem Artillerieangriff herangeholt, um die Stadt sturmreif zu machen, die einzelnen Truppen werden für den Angriff verteilt. Von früh bis nachts gönnt sich Mahomet keine Stunde Rast. Vom Goldenen Horn bis zum Marmarameer, das ganze riesige Lager entlang, reitet er von einem Zelte zum anderen, überall die Führer persönlich ermutigend, die Soldaten anfeuernd. Aber als guter Psychologe weiß er, wie am besten die Kampflust der hundertfünfzigtausend bis zum Äußersten zu entfachen ist; und so gibt er ein furchtbares Versprechen, das er zu seiner Ehre und Unehre aufs vollkommenste erfüllt hat. Dieses Versprechen rufen bei Trommeln und Fanfaren seine Herolde in alle Winde: "Mahomet schwört beim Namen Allahs, beim Namen Mohammeds und der viertausend Propheten, er schwört bei der Seele seines Vaters, des Sultans Murad, bei den Häuptern seiner Kinder und bei seinem Säbel, dass seine Truppen nach der Erstürmung der Stadt unbeschränktes Recht auf drei Tage Plünderung gegeben wird. Alles, was in diesen Mauern ist: Hausrat und Habe, Schmuck und Juwelen, Münzen und Schätze, die Männer, die Frauen, die Kinder sollen den siegreichen Soldaten gehören, und er selbst verzichtet auf jeglichen Teil, außer auf die Ehre, dieses letzte Bollwerk des oströmischen Reiches erobert zu haben."
- Stefan Zweig, "Sternstunden der Menschheit" - Die Eroberung von Byzanz 29. Mai 1453; Die Nacht vor dem Sturm


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