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Fehlende Mutterliebe

89 Beiträge, Schlüsselwörter: Vergangenheit, Mutterliebe

Fehlende Mutterliebe

22.12.2014 um 00:31
ich seh das ähnlich wie viele vorschreiber.
die frau hatte genug chancen sich bei dir zu melden, hat es aber nicht getan.

ich kann die situation dieser frauen bis zu einem gewissen punkt nachvollziehen, schwanger geworden, vielleicht noch in einer scheiß situation/ von einem unliebsamen expartner/mann, von der familie dazu gedrängt das kind zu kriegen und unfähig gefühle für das kind zu entwickeln. das heißt nicht das ich verständnis habe oder sie entschuldige.
das heißt nur das diese frauen früher hätten handeln müssen, in dem sie erst gar keine kinder zeugen.

mein rat wäre: such den kontakt, aber mach dir keine hoffnung.
ich weiß das ungeliebte kinder noch bis ins hohe erwachsenen alter nach der zuneigung ihrer kalten eltern suchen, aber den aller aller wenigsten wird diese dann auch zu teil.
auch schlechte menschen bekommen kinder, leider.


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Fehlende Mutterliebe

22.12.2014 um 01:00
@illik
illik schrieb:Fragen kostet nichts.
Aus eigener (auch leidvoller) Erfahrung weiß ich, wie schwierig diese Situation ist, in welcher @laucott sich befindet und wieviel da für ihn (und andere in dieser Situation) auf dem Spiel steht.
Um es gerade heraus zu sagen: Für mich stand lange gefühlt "alles" auf dem Spiel!
Insofern empfinde ich in diesem Zusammenhang eine Flosskel à la "Fragen kostet nichts" als wenig hilfreich - es stimmt einfach auch nicht: Es kostet unglaublich viel Mut, Überwindung, eventuell Beherrschung und die Fähigkeit, mit dem leben zu können, was als Antwort kommt...egal was die Antwort sein wird.

Ich habe (und tue es immer noch) meinen Vater und meine Mutter sehr geliebt. Leider stand es um ihre Liebe zueinander nicht so gut. Das lag auch an den (damals unerklärbaren) gewalttätigen Jähzornsausbrüchen meines Vaters. Meine Mutter hatte überhaupt keine andere Wahl, als irgendwann zu fliehen.
Leider war sie in den darauffolgenden Jahren mehr mit ihrer Selbstfindung als mit uns Kindern (meiner Schwester und mir) beschäftigt, so dass ich mit meinem Trauma aus der Prügelzeit ziemlich alleine da stand.
Mit meinem Vater hatte ich regelmäßig Kontakt und er war sichtlich bemüht, uns ein guter Vater zu sein: Wir waren viel draußen in der Natur, kochten und alberten herum. Nur die Vergangenheit...die war Tabu.
Als wir zusammen in Dänemark im Urlaub waren, kam es nochmals zu einem Zwischenfall bei welchem meine jüngere Schwester seinen Zorn abbekam - das war für mich schlimmer, als wenn er sich an mir vergriffen hätte. Damals zerbrach etwas...ich konnte seine (sicherlich aufrichtigen) Entschuldigungen erstmal nichtmehr akzeptieren.
Dennoch sagte mir mein Unterbewusstsein, dass das noch nicht alles ist - dass meine Eltern mehr drauf haben.
Naja - mit 16 stand ich bereits auf eigenen Beinen...ich wurde zwar von meinen Eltern unterstützt, hatte aber zu meinem Vater keinen Kontakt mehr.
Dafür wurde nach meinem Auszug der Kontakt zu meiner Mutter immer enger. In den darauffolgenden 20 Jahren war sie mir oft eine echte Hilfe...leider nicht bei dem Thema Vater und Gewalt - das musste ich wohl alleine klären.
Ich habe lange gebraucht, meine Kindheit und somit vor allem meinen Vater nicht latent für alles verantwortlich zu machen, was in meinem Leben nicht so lief, wie ich das gerne gehabt hätte. Natürlich haben diese ersten Lebensjahre Spuren hinterlassen - aber ich bin alt und erfahren genug, das zu erkennen und damit umgehen zu können...und das allerwichtigste: Irgendwann fing ich auch wieder an, mich an all die tollen und wertvollen Dinge zu erinnern. Spätestens als ich selbst Vater wurde und mir auffiel, dass ich nicht gerade wenig von dem, was mein Vater mir vermittelte und zeigte, ich nunmehr an meine Kids weitergab, kam auch wieder Dankbarkeit und Zuneigung auf.
Nur waren mittlerweile über 30 Jahre vergangen, in denen wir nahezu keinerlei Kontakt hatten (ich wusste nur über meine Schwester das Nötigste...sie stand noch mit ihm in Kontakt) - wen würde ich antreffen...fallen wir wieder in die Vergangenheit zurück...können wir uns vergeben...?

Ich hatte das Glück, jemanden zu kennen, der einige Bücher über das Familienstellen geschrieben hat - eine echte Koryphäe auf dem Gebiet der Familiendynamik. (Wer sich dafür interessiert, dem schicke ich gerne via PN Infos und Erfahrung) - durch Gespräche und ein paar Übungen bekam ich das nötige Selbstvertrauen.
Irgendwann war ich soweit: Ich habe ihn angerufen...und wir haben einen Besuch bei ihm Zuhause vereinbart. Die ca. 4 stündige Zugfahrt zu meinem Vater war schon speziell - aber gut...ich wusste, mir kann nichts passieren und ich nehme alles so, wie es kommt.
Tja - was soll ich sagen...Mein Vater und ich haben viel geredet, geheult, Tee und noch mehr Tee getrunken, gelacht - und uns vergeben (gegenseitig als auch jeder sich selbst) und.... schreiben heute zusammen an einem Buch (kein Witz - ich hab's geschafft ihn zu überreden), weil wir denken, dass diese Geschichte anderen vielleicht helfen kann, ihre eigene (Familien-) Geschichte besser zu verstehen und möglicherweise sogar zu lösen (wobei die Lösung nicht notwendigerweise in einer Versöhnung liegt - manchmal geht das einfach nicht).
Dabei geht die Geschichte zurück bis in die Kaiserzeit vor dem 1.WK. Wenn man das mal verstanden hat, wo all die Traumas herkommen und wie belastet unsere Familien von Kriegen und religiösem Wahn oft sind...dann wundert es einen nicht, warum so viele Menschen Schwierigkeiten hatten (und immer noch haben) liebevoll zu sein - wie sollten sie denn auch, wenn sie selbst häufig Tod, Krankheit, Hunger und Fanatismus ausgesetzt waren - das dauert Generationen, bis sowas geheilt ist.

Persönlich kann und will ich keinen Rat erteilen - dazu weiß ich viel zu wenig über die individuellen Geschichten und Geschichtenträger...ich weiß nur das, was mir selbst begegnet ist: Das es Jahre dauern kann und das es Ok ist, Zweifel zu haben, auch Angst und Sorge zu haben und das man nicht gegen seine Überzeugung und gegen sein Gefühl handeln sollte. Irgendwann kommt der richtige Moment - eben jener, der eine Lösung (egal welche) zulässt. Und wenn nicht - dann gibt es auch da eine Lösung.

Alles Liebe...ihr seid alle unglaublich tapfer!


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Fehlende Mutterliebe

22.12.2014 um 01:19
Das tut mir leid do etwas zu hören. Du hast eines der schönsten Dinge der Welt nicht genießen dürfen. Ich spreche aus eigener Erfahrung, meine Mutter musste alleine als geringverdienerin 3 Kinder erziehen, sodass wir selten auch wirkliche Mutterliebe erfahren durften. Diese Erfahrung hat definitiv meinen Charakter geprägt.


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Fehlende Mutterliebe

22.12.2014 um 07:59
Driftwood schrieb:.Mein Vater und ich haben viel geredet, geheult, Tee und noch mehr Tee getrunken, gelacht - und uns vergeben
Ein schöner Beitrag mit einem schönem Ende! Ich hoffe das ich so etwas ähnliches auch irgendwann berichten kann. Danke das Du Dir die Zeit genommen hast so ausführlich über das Thema zu berichten.
Auch vielen Dank an alle User die echt nette Worte zum Thema gefunden haben.
Ich war schon mehrmals kurz davor Kontakt aufzunehmen. Das was mich bis jetzt davon abgehalten hat ist die Tatsache das meine Mutter ja immer noch mit Ihrem zweiten Mann( also quasi mein Stiefvater) verheiratet ist. Er war ja der Initiator dieser Heimgeschichte. Wie ich schon schrieb hab ich es meiner Oma zu verdanken das es nicht dazu kam. Für diesen Mann finde ich auch jetzt nach wie vor keine passenden Worte. Höchstens eine Beleidigung nach der anderen. Wenn ich den Schritt der Kontaktaufnahme wage müsste ein Gespräch definitiv ohne Ihn stattfinden. Aber ich befürchte das schon unter diesem Umstand scheitern würde. Übrigens den Kontakt vor 15 Jahren habe ich abgebrochen als mein Opa gestorben ist. Ich habe damals sofort Urlaub genommen um meiner Oma beizustehen. Meiner Mutter und Ihrem Knallkopf habe ich höflich und ganz normal angeboten Sie zur Beerdigung im 200 Km entfernten Ort mit dem Auto abzuholen und auch wieder heimzubringen. Unfassbar Ihre Antwort" Wir können nicht zur Beerdigung wir können die Katze nicht alleine lassen". Irre gel? Das war mir zuviel, deshalb der Abbruch. Ich glaube aber das dies alles vom Knallkopf( sorry, so nenne ich Ihn schon seit Kindstagen) kam. Meine Oma hat ihn auch gehasst. Und totzdem es ist meine Mutter. Noch hab ich nichts abgehakt.


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Dr.Thrax
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22.12.2014 um 14:03
@laucott
https://www.youtube.com/watch?v=cUYrFjK4e78&spfreload=10

Mutter-Kind-Bindung ist enorm wichtig. In der Sozialpsychologie geht man von Mary Ainsworth's Bindungsheorie aus. Bedeutet weiter gedacht, dass je nachdem wie die Mutter bzw. Bezugsperson zum Kind in Beziehung steht auch die Fähigkeiten des Kindes später mal selbst Bindungen einzugehen bzw. mit Stress umzugehen positiv oder negativ beeinflusst werden.


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Dr.Thrax
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22.12.2014 um 14:10
@laucott
Achso, deine Mutter halte ich für eine abscheuliche Person. :Y:


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22.12.2014 um 14:25
Dr.Thrax schrieb:Achso, deine Mutter halte ich für eine abscheuliche Person. :Y:
Tja, man sollte eigentlich denken das ich das auch tue. Aber genau da liegt das Problem. Ich tu es einfach nicht. Wie ich schon geschrieben habe ist da (allen Vorkommnissen zum Trotze) etwas in meinem Herzen was diese Frau nicht loslassen kann. Für Menschen die so etwas nicht erleben mussten mit Sicherheit schwer nachvollziehbar , für mich leider fast täglich Realität. Besonders natürlich auch in der Weihnachtszeit. Auch Du @Dr.Thrax hast mir einen einen Link geschickt und Dich mit dem Thema beschäftigt. Dafür danke ich Dir :)


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Dr.Thrax
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22.12.2014 um 14:35
@laucott
Von mir aus kannst du machen was du willst. Ich muss inzwischen sagen dass ich nicht finde dass man sich als Mediziner bzw. Psychiater/Psychotherapeut immer wieder mit den psychologischen Schäden beschäftigen muss, die durch dämliche Eltern entstehen. Da gibt es genügend Krankheiten, die nicht durch solch verantwortungslose menschliche Einfältigkeit entstanden sind, um die man sich zu kümmern hat.

Dafür kannst du ja hier letztlich nichts, aber an deiner Stelle würde ich mir einen Arzt suchen, der mir gegen meine "Liebe" zur Mutter SSRIs verschreibt und ab dann ihre Existenz verleugnen. Das einzige Problem das du hast ist deine Liebe zu deiner Mutter. Das musst du angehen. :Y:


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22.12.2014 um 14:38
Dies ist mein erster Beitrag in diesem Forum. Ich bin eine fleißige "Mitleserin", habe aber noch nie geschrieben. Doch jetzt muss ich einfach...
Mir ist es genau so ergangen. Als meine Mutter merkte dass ich ein eigenständiger Mensch werde und nicht mehr ihren Vorstellungen entsprach ( leider war ich kein " Wunderkind " zum Angeben )
hat sie mich fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Damals war ich sechs Jahre alt. " Mit dir muss man sich schämen","vielleicht hole ich mir ein Kind aus dem Heim", das waren noch die nettesten Worte von ihr. Der Mutterliebe bin ich ewig hinterher gelaufen. Als ich dann mit 25 meinen ersten Sohn bekam wollte sie ihn mir weg nehmen und hat mich bei dem Kind bei jeder Gelegenheit schlecht gemacht. Nun ist sie seit einigen Jahren tot - und das ist auch gut so.
Ich rate Dir, versuche noch einmal ein Gespräch mit Deiner Mutter und wenn es nicht klappt,streiche sie komplett aus deinem Leben und aus Deinen Gedanken. Das Gespräch brauchst du für Deinen persönlichen Schlußstrich.
Ich wünsche Dir viel Kraft.


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Dr.Thrax
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22.12.2014 um 14:45
@Tabea73
@laucott
Ich kann zu dem was ich hier lese nur auf einen Beitrag von mir verweisen, den ich in einem anderen Thread vor Kurzem verfasst habe. Im Grunde sehe ich hier einen wunderbaren Querverweis zu diesem Thema, den ich gerne jetzt mal einstreuen möchte.

Diskussion: Im nächsten Leben will ich eine Frau werden... (Beitrag von Dr.Thrax)

Im Grund sehen wir hier genau das was ich da beschrieben habe aus der Sicht der Kinder. Insbesondere nehme ich damit auf folgenden Abschnitt Bezug:

Und um ehrlich zu sein würde ich mir die Beziehung geschweige denn eine Ehegemeinschaft mit einer nicht in Behandlung befindlichen pathologischen Narzisstin ohnehin - alleine zum Wohle der Kinder, die häufig sehr unter derartigen Persönlichkeitsstrukturen der Mütter zu leiden haben, da sie lange das schwächste Glied in der Familie sind, an dem die herrschsüchtigen Mütter ihren Frust nicht selten auslassen - sehr sehr gut überlegen. Gerade das mag für einen unqualifizierten Laien vor allem aufgrund der durchaus oft nicht schlecht ausgeprägten Fähigkeiten narzisstischer Persönlichkeiten mit Charme ihr "Opfer" zu verführen und zu umgarnen, sehr schwierig sein.

Hier handelt es sich um wunderbare Beispiele, bei denen die Mutter entweder erst gar kein Interesse an den Kindern hatte oder als herrschsüchtige Mutter das Leben der schwächeren Kinder erschwerte.

Vielen Dank für diese Exemplare, welche wieder einmal das von mir bereits vor mehreren Tagen Verfasste bestätigen. :Y:


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22.12.2014 um 14:48
Tabea73 schrieb: Mit dir muss man sich schämen",
An so eine Situation kann ich mich auch erinnern. Wir waren unterwegs und Sie war mal wieder perfekt gestylt, da bin ich hingeflogen mit nem Eis in der Hand und in der Konsequenz musste ich ca. 10 Meter bis nach Hause hinter Ihr laufen weil sie sich für mein Aussehen geschämt hat. Werd ich nie vergessen.


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Fehlende Mutterliebe

22.12.2014 um 14:53
Von diesen Situationen gab es viele bei mir. Ich sehe es heute so:
Meine Mutter hatte ein Bild in ihrem Kopf, wie ihre Tochter zu sein hatte. Je mehr ich von ihrem Idealbild abwich, um so mehr hat sie mich fertig gemacht.
Das ist doch total krank.
Ich habe selber zwei Söhne die ich sehr liebe. Ich habe versucht sie zu begleiten auf ihrem Weg,in eine Rolle gedrängt habe ich sie nie.


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illik
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22.12.2014 um 19:22
Driftwood schrieb:die Fähigkeit, mit dem leben zu können, was als Antwort kommt...egal was die Antwort sein wird.
Also wenn man Jahrzehnte lang keinen Kontakt mehr hatte und die Kindheit nicht sonderlich schön war, wird kaum eine Antwort die Person vom Hocker werfen...


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22.12.2014 um 19:44
Mahlzeit,
Driftwood schrieb:Es kostet unglaublich viel Mut, Überwindung, eventuell Beherrschung und die Fähigkeit, mit dem leben zu können, was als Antwort kommt...egal was die Antwort sein wird.
Wohl wahr. Und ich kann nur den Tipp geben, das Gespräch zu suchen, wenn man genug gefestigt ist.
Denn es kann einen schon wirklich aus den Schuhen holen. Bin ja bei Pflegies aufgewachsen und habe meine leiblichen Eltern nur ein Mal gesehen. Meines Erachtens war ich dafür viel zu jung und habe auch sehr darunter gelitten wie sie gelebt haben.
Letztendlich bin ich froh bei Pflegies aufgewachsen zu sein. Die fehlende Mutterliebe war da das geringere Übel.
Dr.Thrax schrieb:Bedeutet weiter gedacht, dass je nachdem wie die Mutter bzw. Bezugsperson zum Kind in Beziehung steht auch die Fähigkeiten des Kindes später mal selbst Bindungen einzugehen bzw. mit Stress umzugehen positiv oder negativ beeinflusst werden.
Da ist schon was dran. Wenn im Babyalter keine gute Bindung zur Mutter herrscht, dann kann scheinbar das Urvertrauen nicht gebildet werden.
Das kann unter anderem auch Kindern passieren, die nach der Geburt in den Brutkasten mussten oder nach der Geburt länger im Krankenhaus waren. Weil sie nicht klar eine Stimme als Bezug haben, denn es sind ja verschiedene Schwestern die sich drum kümmern.


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22.12.2014 um 22:24
@laucott

Was Du leidvoll erfahren hast und hier beschreibst, wird in der Literatur als Psychische Deprivation, oder einfacher ausgedrückt, als ungeheilte Mutter-Wunde beschrieben.

Die Geschichte der Deprivationsforschung geht weit zurück:

Wikipedia: Psychische_Deprivation
Kaiser Friedrich II. wollte aus wissenschaftlicher Neugier, die Ursprache des Menschen herausfinden. Zu diesem Zweck befahl er Pflegerinnen Säuglinge zu stillen und zu pflegen, aber Reden, Zärtlichkeiten und Liebkosungen zu unterlassen. In der Folge sollen alle Kinder an diesem Mangel gestorben sein.
Wenn Mütter ihren Kindern keine Zärtlichkeit und Zuwendung schenken, sie nicht knuddeln, küssen und mit ihnen schmusen, geht das Urvertrauen verloren und das führt im späteren Leben nicht nur zu Misstrauen als ständigem Begleiter, sondern leider oftmals auch dazu, dass ein vernachlässigtes Kind auch als erwachsene Person nur schwer Zuwendung weitergeben kann.
Das ist wissenschaftlich belegt, und ich weiß das auch aus eigener Erfahrung.

Ratschläge, die darauf abzielen, die lieblose Mutter einfach zu vergessen, sind zwar gut gemeint, allerdings nicht zielführend, weil das Vergessen und Loslassen nicht so easy funktioniert - sonst wäre es ja kein Problem.

Das Problem ist ein unbewusster Widerstand gegen die Heilung, was erstmal paradox klingt.

Die meisten „einfachen“ Ansätze funktionieren deshalb nicht, weil das Unbewusste sich dagegen sträubt, dass diese Erinnerungen geheilt werden, weil es glaubt, es sei mit Gefahren verbunden z. B. in Gestalt einer dem Kindheitstrauma entsprechenden Enttäuschung als Erwachsener, weil einfach die Erfahrung fehlt, sich vollkommen auf jemanden verlassen zu können. Fehlendes Urvertrauen.

Die Lösung ist die Heilung des inneren Kindes! Die Mutter - Wunde aus Deiner Kindheit ist etwas, dass Du nicht verarbeitet hast - und ohne deren Heilung keine Ganzheit entstehen kann.

Bei der Mutter - Wunde handelt es sich um einen oder mehrere abgespaltene Seelenanteile, die zurückgeholt werden müssen.

Wie das funktionieren kann, dazu musst Du Dir zunächst vergegenwärtigen, dass an der Heilung zwei Ebenen beteiligt sind, das Bewusstsein und das Unbewusste - und beide Systeme sprechen auf unterschiedliche Sprachen an, das Bewusstsein auf Worte, das Unbewusste auf Symbole und Gefühle.

Im Bewusstsein herrschen Fragestellungen vor, wie:

„Warum hat meine Mutter mich nicht geliebt?“

Sicher, eine nagende Frage, die immer wieder auftaucht und nicht zu einer befriedigenden Antwort führt, aber an der Du ein Leben lang leiden kannst. Was bislang ja auch der Fall ist.

Jeder Mensch ist, von kleinen Freiräumen abgesehen, ein Produkt seiner Gene, Konditionierungen und der Umwelt. Das gilt für Dich und mich und für Deine Mutter genauso. Es muss nicht einzig und allein an ihrem Lebenskonzept gelegen haben, dass Sie Dir nicht die gewünschte Zuwendung gegeben hat bzw. gibt. Das ist (D)eine Vorstellung davon. Es kann genauso gut sein, dass sie selber ein vernachlässigtes Kind gewesen ist und ihre Schwierigkeiten daraus resultierten. Jeder lebt mit seinem Päckchen zu seiner Zeit in seinen Umständen in einem speziellen Kontext mit der Umwelt. Das soll nichts beschönigen, aber das gilt es zu berücksichtigen, weil es für die Innere-Kind-Heilung im Verstandesdenken des Wachbewusstseins ein wichtiger Aspekt ist.

Worte haben Kraft - jedes gedachte oder gesprochene Wort löst im Unbewussten etwas aus. Gedanken wie: „Ich hatte eine schlechte Kindheit“, bekräftigen das Dilemma und dieses gewinnt mit jeder weiteren Bestätigung im Unbewussten an Kraft - und kehrt von dortaus ins Bewusstsein zurück.

Verdrängen ist Selbstbetrug, nutzt also auch nichts.

Denke künftig in folgender Weise:

"Obwohl ich eine schlechte Kindheit hatte, bin ich heute eine wunderschöne, wunderbare intelligente Frau (oder Mann) und es geht mir aus diesen und jenen Gründen gut."

Es wird nichts verdrängt, doch schau bitte einmal bei Dir nach, wie sich der Obwohl-Satz anfühlt, Besser, na klar.

Zurück zu den Eltern. Du musst zwei Dinge achten: Zum einen: Ohne Ei- und Samenzelle, ohne Vater und Mutter, gäbe es Dich gar nicht! Trotzdem musst Du den Mangel an Zuwendung auf keinen Fall lieben.

Bei den Eltern geht es einzig und allein darum, dass die Herkunftsfamilie geachtet wird. Ohne Deine Eltern wärst Du nicht auf der Welt und ich könnte Dir hier und heute nicht schreiben. Das wäre doch schade!

Um dies zu bekräftigen, sage laut:

"Mama, ich achte Dich! Den Mangel an Zuwendung, den liebe ich nicht."

OK? Wiederhole es (wenn du magst). Ist ja alles freiwillig, was ich anbiete.

Damit kann man leben, nicht wahr?

Zur Heilung im Unbewussten:

Setting: Um einen Zugang zum Unbewussten zu bekommen, musst Du Dich mit geschlossenen Augen in feierlicher Atmosphäre in einen selbsthypnotischen Zustand versetzen und vollkommen entspannen, bis zur Armlevitation. Anleitungen dazu gibt es im Internet.

In deiner Vorstellung rufst Du Dir dann optimale Eltern vor Augen (nicht die wirklichen Eltern). Das sind Eltern, die Dich unendlich lieb gehabt haben, mit Dir immerzu geschmust und gespielt haben und bei denen Du Dich willkommen und aufgehoben und ganz wohl und sicher gefühlt hast, dass Du gar nicht erwachsen werden wolltest. Die Szene, die muss sich jetzt natürlich wirklich gut und echt anfühlen. Beobachte, wie Du mit diesen Bildern in Deinem Kopf immer freundlicher, gelassener und heiterer wirst. Wie sich Dein Gesicht entspannt ...

Dann wünschst Du Dir von Deiner optimalen Mutter ein Geschenk, ein Herzensgeschenk. Schau zu, wie sie es Dir liebevoll gibt und wie Du das Geschenk in Deinen kleinen Fingern hältst, es an Deine Brust drückst. Danach auch ein Geschenk vom idealen Vater. Spüre, wie Du dich dabei freust, wenn Du es von ihm bekommst. Beobachte einfach, wie sich das anfühlt. Spüre und genieße das vertraute Gefühl von Liebe und Geborgenheit.

Und danach - alles in lebendiger Vorstellung - dissozierst Du (teilst Dich) in die kleine laucott mit den Geschenken und die große laukott.

Und die große laucott sagt zur kleinen laucott:

„Du, komm in mein Herz rein, denn ich habe ganz lange auf Dich gewartet. In der ganzen Zeit habe ich den Platz in meinem Herzen für Dich freigehalten.“

Und die Kleine sagt zu der Großen:

„Du, jetzt bin ich aber geflitzt und gesprungen und gehüpft, damit ich zu Dir ins Herz kann. Ich habe lange gewartet, aber jetzt bin ich da.“

Die große laucott:

„Schön! Ja, komm rein in mein Herz, der Platz ist frei. Komm rein mit Deinem …(Geschenk von Mama und Papa), komm rein zu mir. Kleine laucott, ab sofort habe ich Dich wahnsinnig lieb und passe auf dich auf. Ich übernehme Verantwortung für Dich und – komm rein in mein Herz. Sei bei mir wieder.“

„Ja klar, ich bin ja froh, sagt die Kleine, dass ich da endlich wieder drin bin. Du, wir sind ja wieder zusammen – endlich sind wir wieder zusammen. Endlich sind wir wieder komplett. Ich bin wieder komplett. Ich, laucott, bin wieder komplett. Ich bin wieder eins. Ich bin EINS! Da kann Heilung beginnen – und Heilung beginnt JETZT!“

Große laucott, nimm sie rein und hab sie ganz lieb. Ganz lieb reindrücken …

Alles Gute
callida


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Fehlende Mutterliebe

23.12.2014 um 07:48
callida schrieb:dass ein vernachlässigtes Kind auch als erwachsene Person nur schwer Zuwendung weitergeben kann.
Tja ,da hab ich wohl der Wissenschaft ein Schnäppchen geschlagen:). Ich gebe meiner Familie sehr viel Liebe und es kostet mich keine Überwindung, die Liebe ist einfach da.
callida schrieb:"Mama, ich achte Dich! Den Mangel an Zuwendung, den liebe ich nicht."
Ein schöner Satz, zutreffend!
callida schrieb:die große laukott.
Der grosse Laucott:)
callida schrieb: Es kann genauso gut sein, dass sie selber ein vernachlässigtes Kind gewesen ist und ihre Schwierigkeiten daraus resultierten.
Das kann ich definitiv ausschliessen. Meine Oma hat alle Liebe gegeben die eine Mutter ihrem Kind geben kann.
Vielen Dank @callida für Deine umfangreiche Analyse zu diesem Thema. Muss das nochmal in Ruhe durchlesen. In diesem Sinne ein schönes Weihnachtsfest an alle die sich hier beteiligt haben u.a.@BungaBunga
@illik
@Tabea73
@Dr.Thrax
@pole92
@Driftwood
@mrhanky
@DiePandorra
@MindsEdge


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23.12.2014 um 10:09
Meine Erzeugerin hat mich als Baby auch lieber fast verhungern lassen und verwarlosen.
Gott sei Dank hat mich das Jugendamt gerettet und zu tollen liebevollen Eltern gebracht :)
Was auch immer im Kopf meiner Erzeugerin vorging, ich bin noch immer schockiert darüber wie man seinem Kind sowas antun kann. Warum wieso weshalb - kann ich nur erahnen und nie wirklich wissen.
Aber ich hab auch keine große Lust mich in ihre Gedankenkrankheit hineinzudenken.
Ich wünsche ihr nichts gutes und nichts schlechtes... im Grunde existiert dieses seelenlose Wesen für mich nichtmal.


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23.12.2014 um 12:37
Stonechen schrieb:Meine Erzeugerin hat mich als Baby auch lieber fast verhungern lassen und verwarlosen.
Ok, das ist natürlich ne ganze Ecke härter als meine Geschichte. Da bin ich ja "wohlbehütet" aufgewachsen. Da besteht dann wohl definitiv kein Interesse an Kontakten in irgendeiner Art und Weise.
Stonechen schrieb:Gott sei Dank hat mich das Jugendamt gerettet und zu tollen liebevollen Eltern gebracht :)
Na wenigstens mal hier etwas positives vom oft gescholtenen Jugendamt.


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23.12.2014 um 14:06
Als gereifter Mensch kann man Probleme der Kindheit mit Alkoholkonsum kompensieren.
Nichts zu danken.


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23.12.2014 um 14:09
Fenris schrieb:Als gereifter Mensch kann man Probleme der Kindheit mit Alkoholkonsum kompensieren.
Nichts zu danken.
Muss ich jetzt darauf antworten? Warte mal, mir fällt nur eins ein"Prost"


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