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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

157 Beiträge, Schlüsselwörter: Schule, Bildung, Lehrer, Schulsystem

Gute Lehrer, schlechte Lehrer

10.03.2018 um 17:05
Weil das System Schule eben leider nicht optimal ist, kann ich nur allen Beteiligten, besonders aber SchülerInnen und Eltern, dringend anraten, sich in Schüler- und Elternvertretungen zu engagieren. Von nix kommt nix. Es sind Menschen, die systeme erschaffen - und Menschen, die sie verändern.
Also nicht nur am PC jammern, sonder auf Elternabende gehen, Mund aufmachen, sich wählen lassen.


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Chu
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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

12.03.2018 um 14:08
Doors schrieb:Weil das System Schule eben leider nicht optimal ist, kann ich nur allen Beteiligten, besonders aber SchülerInnen und Eltern, dringend anraten, sich in Schüler- und Elternvertretungen zu engagieren. Von nix kommt nix. Es sind Menschen, die systeme erschaffen - und Menschen, die sie verändern.
Du hast vollkommen recht!
Ich finde, man sollte auch (zumindest an weiterführenden Schulen) ein Evaluationssystem einführen, so wie in der Uni. Dort werden nach jedem Semester in jedem Seminar solche Evaluationen durcheführt.


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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

12.03.2018 um 14:10
@Chu

Ich bin seit der Kindergartenzeit immer in Elternvertretungen aktiv gewesen. Glücklicherweise ist das Ende auch für die Jüngste in Sicht.


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Chu
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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

12.03.2018 um 14:12
@Doors
Ja, das finde ich auch sehr löblich.
Allerdings finde ich es eben noch sinnvoller, wenn die Schüler selbst da ein Wort hätten. Sicher klappt das auch gut über die Eltern, aber viele Eltern überreiben es auch gerne mit dem "ich weiß am besten was mein Kind will".


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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

12.03.2018 um 14:13
@Chu

Na ja, es gibt, zumindest in weiterführenden Schulen, ja auch noch Klassensprecher, Schülervertretungen, Klassenkonferenzen, Schulkonferenzen, an denen auch die SchülerInnen beteiligt sind. ich habe meine Kinder schon früh angehalten, sich da zu engagieren. Es ist IHRE Schule. Nicht meine.


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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

04.04.2018 um 13:39
Doors schrieb am 10.03.2018:Gute Lehrer, schlechte Lehrer
10.03.2018 um 17:05
Weil das System Schule eben leider nicht optimal ist
Nur bei den Kindern sind alle Synapsen vom Denken noch voll aktiv. Und nur in dieser Phase der Kindheitsentwicklung sind wir Menschen in der Lage mit Begeisterung spielend alle erdenklichen schöpferischen Fähigkeiten sowohl als handwerkliche Fertigkeiten, als auch in geistiger Art zu entwickeln und die allerbeste Entwicklung erfolgt bei
Handfertigkeiten und Kopffertigkeiten in Kombination. Da Hände und Kopf sehr eng zusammenarbeiten.
Unser Schulsystem hat dies vollkommen übersehen und sich darauf verlassen, dass unsere
Eltern für die Erlernung der Handfertigkeiten verantwortlich sind. Das war ja auch bis vor 10 Jahren so und ist in ländlichen Gegenden zum Glück auch heute noch so.
Aber Fakt ist, dass in unseren Städten, Industriezentren und Ballungsräumen nicht einfach nur
handfertig begabte Schüler, sondern in riesiger Anzahl handfertig begabte Fachwerker händeringend gesucht werden. Fragt doch die Arbeitsagenturen !
Unser Schulsystem läuft vollkommen falsch !
Die Schüler sind nicht faul.
Sie haben aber in unserem falschen Schulsytem die Handferigkeiten und vor allem die Kombination von Handfertigkeiten und erlernten geistigen Fähigkeiten nicht gelernt bekommen
und die Eltern in den Städten waren dazu auch nicht in Lage.
Genau wie die Kinder im Physikunterrricht und Chemieunterrricht nur beim Experiment gut lernen ist das auf alles verallgemeinbar.
Experimentieren macht einfach Spass, es ist wie ein Abenteuer.
Die Jugedlichen sind ganz einfach hilflos und von der Gesellschaft in einem falschen Schulsystem erzogen worden.
Wollen wir es doch ganz ganz vorsichtig noch deutlicher nennen, die angeblich faulen Lehrlinge sind das Resultat von einer leistungsdesorientierten Staatsbeamtenlehrerschaft, welche desmotivierte Kinder in praxisverfehlten Schulen erzeugten. Bittere Wahrheit ?
Natürlich wird es wieder zahllose Ausreden und Beschwichtigungen regnen.


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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

25.05.2018 um 18:27
Es ist schon sehr erschreckend welche Einstellung manche Lehrer an den Tag legen. Grundschulkinder und auch ältere
Schüler werden bei falschen Antworten ausgelacht oder bloßgestellt. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Warum ist
es nach wie vor so schlimm Fehler zu machen? Gerade in der Schule soll man doch lernen und man lernt auch
durch Fehler. Manche Lehrer sagen, es gibt keine dummen Fragen und sind dann doch amüsiert über eine
ernst gemeinte Frage eines Schülers. Da schwindet natürlich das Vertrauen in solche Aussagen.

Aber ich will trotzdem anmerken, dass es auch engagierte Lehrer gibt, die sich auch Mühe geben,
den Schülern etwas zu vermitteln. Ich wünschte nur, es wären mehr.


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Senfgurke
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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

25.05.2018 um 21:30
Purpur schrieb:Es ist schon sehr erschreckend welche Einstellung manche Lehrer an den Tag legen. Grundschulkinder und auch ältere
Schüler werden bei falschen Antworten ausgelacht oder bloßgestellt. Ich spreche aus eigener Erfahrung. Warum ist
es nach wie vor so schlimm Fehler zu machen? Gerade in der Schule soll man doch lernen und man lernt auch
durch Fehler. Manche Lehrer sagen, es gibt keine dummen Fragen und sind dann doch amüsiert über eine
ernst gemeinte Frage eines Schülers. Da schwindet natürlich das Vertrauen in solche Aussagen.
Ja gibt es leider auch. Meine Lehrerin in der Grundschule hat mir mal mit einen Fineliner auf die Finger gehauen, mich
auch immer wieder verbal angegriffen und so dargestellt, das ich ein ganz schlimmer Junge sei, obwohl ich überwiegend im
Unterricht ruhig war; nur beim Lesen Probleme hatte und ab und zu bei der Formulierung von Texten. Meiner Schwester hat sie das ständig erzählt, die in der vierten Klasse war, während ich noch ganzfrisch in der ersten Klasse war. Irgendwann mal ist bei mir das Interesse an der Schule weg gegangen. Dann kam es nochdazu das ich sitzengeblieben bin. Die andere Lehrerin war genauso schlimm, wenn auch nicht ganz so hart wie meinevorherige Lehrerin.

Nachdem ich in der vierten Klasse war wurden wir in die 5 Klasse versetzt. Bei mir gab es als Empfehlung, Hauptschule
und Gesamtschule. Die Gesamtschule wollte mich zunächst nicht nehmen weil meine Noten zu schlecht waren. Weil
aber schon meine älteren Geschwister auf dieser Schule waren, wurde ich übernommen.

Danach hatte ich:
Purpur schrieb:Aber ich will trotzdem anmerken, dass es auch engagierte Lehrer gibt, die sich auch Mühe geben,
den Schülern etwas zu vermitteln. Ich wünschte nur, es wären mehr.
Wie du schon richtig schreibst, engagierte Lehrer, die super freundlich waren, vor allem zwischenmenschlich. Danach ging
es bei mir nur noch bergauf, weil Schule wieder Spaß gemacht hat und ich wieder das Interesse entwickelt habe. Danach
habe ich es jedes Jahr geschafft, Klassenbester zu sein trotz Mangel in der deutschen Rechtschreibung unter anderem und
meinen Migrationshintergrund.
Ich war dann halt fleißig gewesen und konnte dadurch sehr überzeugen. Am Ende habe ich sogar noch ein sehr gutes
Abitur abgeschlossen.

Hätte ich jedenfalls nicht diese strengen Lehrer gehabt, sondern welche die sich engagierte hätten und Freude an der Arbeit
haben, dann hätte ich sicher eine Empfehlung für das Gymnasium bekommen. Jedoch bin ich trotzdem dankbar das ich
so schlechte Grundschullehrer hatte. Ohne sie hätte ich wohl nie diese perfekten Lehrer gehabt. Du konntest mit
denen einfach locker reden (vor allem meine Klassenlehrer) als ob sie zu deiner Family gehören :D


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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

26.05.2018 um 14:46
@Senfgurke
Das freut mich sehr für dich, dass du dann gute Lehrer hattest und die Schule so gut abgeschlossen hast. :)

Leider lief es bei mir nicht so toll, hatte aber mehrere Gründe. Deine Erfahrung zeigt aber mal wieder,
wie wichtig ein engagierter Lehrer ist und was für einen Unterschied das macht. Ich weiß, dass mein
damaliger Grundschullehrer, ein sehr strenger Mann, Mitschuld hat an meiner Angst, Fehler zu machen.
Das merke ich bis heute. Auch wenn ich mal ziemlich sicher bin, dass ich die richtige Antwort weiß, sage
ich manchmal lieber nichts, weil es ja doch falsch sein könnte. Das ärgert mich und ich arbeite
daran. Deshalb finde ich, dass besonders in der Grundschule darauf geachtet werden muss, was für Lehrer
eingestellt werden. Das sind noch so junge Kinder, sie können sich noch nicht so gut wehren.


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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

15.09.2018 um 14:55
Lehrer am Limit | Panorama | NDR


Ein Bericht der 5 Jahre alt ist - über die desolaten Zuständen an den Schulen. In Zeiten von Lehrermangel hat sich daran bestimmt einiges verbessert.

Das Schulsystem ist meiner Meinung nach einfach schlecht.
Natürlich mangelt es auch an der Erziehung. Aber die Schulen treiben denk Kindern ihren natürlichen Wissensdrang in effektiver Weise aus. Jeder muss das gleiche lernen, Individuelle stärken werden nicht gefördert - schwächen nicht beachtet.

Zu viel Theorie und zu wenig Praxis.

Viele Themen in Politik und Alltag wiederholen sich.


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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

15.09.2018 um 15:13
Purpur schrieb am 25.05.2018:Es ist schon sehr erschreckend welche Einstellung manche Lehrer an den Tag legen. Grundschulkinder und auch ältere
Schüler werden bei falschen Antworten ausgelacht oder bloßgestellt. Ich spreche aus eigener Erfahrung.
hm also so was kenne ich aus meiner Schulzeit überhaupt nicht. Ist das denn heutzutage so?

Ich will ja nicht wieder irgendwas triggern, aber liegt es evt. daran das ich damals (90er) alles noch ehemalige DDR-Lehrer hatte? :D


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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

17.09.2018 um 16:39
Es gibt sie, die schlechten Lehrer. Das kann man nicht wegdiskutieren. Ein simples Beispiel sind die Lehrer, die 40% der Zeit selbst wegen diverser Erkältungen fehlen, wegen denen keine Aldi Kassiererin zu Hause bleiben würde. Und das Grundschulkind geht dann in der Zeit quasi auf ne Fern-Uni.

Es gibt auch demotivierte Lehrer und Lehrer, die es schaffen, Schülern die interessantesten Themen unfassbar öde darzustellen.

Es gibt aber auch Schulen und das dürfte die Mehrzahl sein, in denen noch heute der gute alte Overheadprojektor, auf dem noch ein Fußballbild mit Paul Breitner klebt, das modernste Medium zu Wissensvermittlung darstellt. Und mit derartigen Mitteln trifft dann Lehrer X auf eine Gruppe von nahezu ganztags multimedialen Kindern und Jugendlichen und hat natürlich kaum ein Werkzeug in der Hand, echte Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Und wenn moderne Lehrmittel erwünscht sind, hat die Schule oft nur über den Förderverein eine Chance, diese Mittel zu erhalten, weil 'die öffentliche Hand' sich weitgehend aus der Finanzierung unserer Zukunft verabschiedet hat trotz glänzender Konjunktur seit Jahren. Wann wollen die denn mal wieder investieren?

Und Lehrer X trifft oft auf Schüler, die noch kein Buch gelesen haben, aber alle Erweiterungen von online RPGs auf ihrem Laptop haben. Und das sind oft auch Schüler, die gerne mal bis in die Nacht an ihren online RPGs zocken, kaum Schlaf hatten und als Hausaufgabe in 2 Minuten 2 Sätze hingeschmiert haben. Deren Eltern, erfreut über die Ruhe hinter der Kinderzimmertür, tauschen sich dann in Ruhe in Foren wie diesem hier zum Thema Ufos, Geister, Homöopathie und Gruppensex aus.

Aus meiner eigenen intensiven Erfahrung als Vater an einer Schule, der sich auch gerne dort einbringt, würde ich weit mehr als der Hälfte aller Lehrer (soweit mein Einblick reicht) eine hohe Motivation attestieren, Freude am Unterrichten und auch die Fähigkeit sicher nicht absprechen wollen.

Aber man kann es sich auch einfach machen: Wenn Marvin-Chantalle in Mathe ne 5 hat, ist halt der Lehrer doof, unfähig, wird in online Bewertungen verrissen und falls Marvin-Chantalle nicht im nächsten Halbjahr wenigstens ne 3 hat, hört der Lehrer noch von Mustermanns Anwalt oder wahlweise der hinzugezogenen Schulaufsicht.

Weshalb sind denn spätestens ab Klasse 8 Elternabende und Sprechtage oft recht rar besucht?

Ach ja, und das mit der Inklusion und mit zahlreichen Migrantenkindern soll ja auch noch kostenneutral nebenher erledigt werden, das versteht sich von selbst.


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towel_42
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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

17.09.2018 um 16:42
Es ist wie so oft, die intellektuell Gescheiterten schieben alles auf dir Lernmittel und die Lehrer.
Es gibt eben auch eine Holschuld.


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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

17.09.2018 um 16:43
Moderne Lehrmittel sind auch nicht der Heilsbringer.

Sie können helfen aber gerade bis Ende Mittelstufe, sollte diese "Spielerei" jetzt nicht so der Bringer sein. Es geht da um viel Verständniss von Grundlagen und die lernt man Analog.

So gesehen bzgl Studium, das meiste Wissen lernt man immer noch aus dem Geschriebenen Wort und nicht mit Bunten Animationen etc.

Sicher muss man das anpassen, aber die Hauptknackpunkte liegen eher woanders. Vor allem im Elternhaus, was scheinbar sämltich Erziehungsaufgaben teilweise outsourcet an Kita und Schule.


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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

17.09.2018 um 16:47
@towel_42
@Fedaykin

Ich sehe auch den Hauptknackpunkt im Elternhaus. Das darf ruhig Arbeit machen. Und die vielen Kindern fehlende Erziehung ist meines Erachtens reine Elternaufgabe. Pünktlichkeit, Ordnung, wirklich ein Heft gekauft haben, die Kopfhörer aus den Ohren nehmen, wenn der Unterricht beginnt, ausgeschlafen sein, all das ist NICHT Aufgabe der Schule.

Dennoch sollte Geld genug da sein, dass alle Schulen baulich in einem ordentlichen Zustand sind und moderne Kommunikationsmittel, über die jedes 1,5 Sterne Urlaubshotel in Bulgarien verfügt, sollten auch an Schulen vorrätig sein und nicht nur als Spende der Eltern.


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towel_42
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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

17.09.2018 um 16:48
@sacredheart
....plus eine Millarde


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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

17.09.2018 um 17:31
sacredheart schrieb:Ich sehe auch den Hauptknackpunkt im Elternhaus.
Ja, das Schulsystem ist nicht darauf ausgelegt, Kinder grundlegend zu erziehen.
Die Folge ist aber, dass es dadurch eine größere Rolle spielt, wo das Kind aufwächst.

Aber Du hast natürlich recht, dass in die Bildung (und Erziehung) unserer Kinder deutlich mehr Ressourcen hineingesteckt werden sollten. Auf der anderen Seite gibt es in Deutschland nicht mehr viele Orte, an denen man einen Overheadprojektor samt dazugehöriger Folien noch live erleben kann. Für Nostalgiker durchaus interessant ...


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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

17.09.2018 um 20:31
kleinundgrün schrieb:ber Du hast natürlich recht, dass in die Bildung (und Erziehung) unserer Kinder deutlich mehr Ressourcen hineingesteckt werden sollten. Auf der anderen Seite gibt es in Deutschland nicht mehr viele Orte, an denen man einen Overheadprojektor samt dazugehöriger Folien noch live erleben kann. Für Nostalgiker durchaus interessant ...
Sehe ich auch so. Besonders, wenn man sich den maroden Zustand, vieler Schulgebäude ansieht. Das muss für Lehrer auch frustrierend sein, jeden Morgen solche baufälligen und graffitibeschmierten Schulen zu betreten.

Das mit dem Overheadprojektor, finde ich hingegen halb so schlimm. Der Unterricht ist nicht zwingend besser, wenn Smartboard, statt Tafel und PowerPoint statt Overheadprojektor, eingesetzt werden.

Sonst hätten ganze Generationen nichts gelernt. Ich stelle bei meinen Großeltern fest, dass die Orthografie und Grammatik besser sitzt, trotz Schiefertafel und Fibel als Arbeitsgerät, als bei den heutigen Schülern, die mit Lehrgängen wie "Lesen durch Schreiben" und Werkstattunterricht beglückt werden.


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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

17.09.2018 um 22:11
Zeitmaschine78 schrieb am 04.04.2018:Aber Fakt ist, dass in unseren Städten, Industriezentren und Ballungsräumen nicht einfach nur handfertig begabte Schüler, sondern in riesiger Anzahl handfertig begabte Fachwerker händeringend gesucht werden. Fragt doch die Arbeitsagenturen ! Unser Schulsystem läuft vollkommen falsch ! Die Schüler sind nicht faul.
Das Problem ist, dass bestimmt seit 15 Jahren propagiert wird, dass Schüler "weiter Schule" machen sollen. Auch die, die in der 10ten Klasse überhaupt keinen Bock haben - was machen sie danach? Schule. Eine Weile lang gab es für die weiterführenden Schulen einen NC, der schlimmeres verhindert hat, der wird aber weiter und weiter abgesenkt. So landet Xtinchen mit einer 5 in Mathe, die fast eine 6 war, auf dem Berufskolleg und scheitert entweder, oder bekommt irgendwann (ja nach Schülerzahl und Anspruch) eine grottenschlechte Fachhochschulreife, studiert irgendwas ohne NC und ist Mitte 20 frustriert, weil nichts vorwärtsgeht. Am Ende nimmt sie die Lehrstelle, die sie bekommt und wird Arzthelferin. Das ist anonymisiert, aber passiert oft.

Wenn sie mal probearbeiten in einem Handwerksbetrieb, sind sie meistens ziemlich schockiert - oft haben sie auch die Kondition gar nicht, acht Stunden am Tag z.B. Rohre zu verlegen. Von Motivation ganz zu schweigen. Außerdem sind viele Schüler so gepolt, dass sie erst mal diskutieren, schon über Kleinigkeiten - und sich so im Ton vergreifen - das passt oftmals nicht zu eher patriarisch strukturierten Handwerksbetrieben. Wir hatten mal eine Schülerin in ein 5 Sterne Hotel (in die Restaurantküche) vermittelt während einer Praktikumswoche und sie brach dienstags ab, weil sie nur Salat waschen und Gemüse putzen und schälen musste - sie hat gar nicht verstanden, warum sie nicht mit dem Chefkoch Fleisch braten durfte. Dass das der Alltag ist, hat Mutter und Kind gleichermaßen geschockt.

"Handwerk" hat bei Schülern ein unfassbar schlechtes Image, auch "Realschule und Werkrealschule" werden mitunter als Resterampe angesehen. Ironischerweise ist es natürlich inzwischen so, dass die ehemaligen Schüler um die 30, die dennoch ein Handwerk gelernt haben, mitunter sehr viel mehr verdienen als der inzwischen ausstudierte Akademiker, der sich von befristeter Stelle auf die nächste befristete Stelle hangelt. Die Erkenntnis spricht sich leider sehr langsam herum.
sacredheart schrieb:Es gibt sie, die schlechten Lehrer. Das kann man nicht wegdiskutieren. Ein simples Beispiel sind die Lehrer, die 40% der Zeit selbst wegen diverser Erkältungen fehlen, wegen denen keine Aldi Kassiererin zu Hause bleiben würde. Und das Grundschulkind geht dann in der Zeit quasi auf ne Fern-Uni.
Die gibt es wirklich - da muss man differenziert hinschauen: Mitunter landen Leute in dem Job, die für den Job einfach überhaupt nicht geeignet sind. Das macht nicht nur die Schüler fertig, sondern auch sie selbst - wenn du unterrichtest und du hast keinen Draht zu den Schülern - dann ist es unfassbar schwer, die Kontrolle zu behalten. Oft scheitern solche Leute an sich selbst - sie sind wirklich ausgebrannt, frustriert - wenn du am Ende vor einer Klasse stehst, die über Tische und Bänke geht, dein Schulleiter dir im Genick sitzt, die Eltern auch, und du im Kollegium als Niete belächelt wirst - da flüchten viele in die Krankheit. Da müsste man viel früher ein zuverlässiges "Abfischsystem" entwickeln.

Dann haben wir Lehrer, die unter unfassbar schlechten Bedingungen arbeiten: Zeitverträge, die zu Beginn der Sommerferien gekündigt werden - dann arbeitslos - dann Bangen, dann den neuen Zeitvertrag. Das sind mitunter sehr brauchbare Kollegen, denen eine Lehrprobe schief ging, die mit dem Schulleiter an der Ausbildungsschule nicht konnten, oder, oder ... da setzt auch irgendwann der Frust ein. Hab nen Kollegen, der nun den achte (!) Zeitvertrag in Folge hat. Er hat eine ziemlich unbrauchbare Fächerkombination ...

Auch, dass du deine Arbeitsstelle nicht selbst wählen kannst verursacht Frust. Ein ehemalige Kommilitone von mir hat eine Stelle angenommen (dann wird man automatisch fünf Jahre nicht versetzt) und hatte eigentlich den Willen, sich dort im ländlichen Raum niederzulassen. Er ist ein geselliger Mitmensch, trat zwei Vereinen bei und war guter Dinge, dass die Integration laufen würde - seine Schule hatte ein "Fahrkollegium" und nach drei Jahren gestand er sich ein, dass er immer noch keinen wirklich Anschluss hatte. Er zog zwei Dörfer weiter, versucht es dort erneut ... nach fünf Jahren stellte er dann einen Versetzungsantrag nach Hause - den stellte er dann 12 (!) Jahre lang, bis er endlich versetzt wurde - und dann an die einzige Schule, wo er nicht hin wollte .....

Du hast als Lehrer keine wirklichen beruflichen Alternativen - wenn es mit dem Unterricht nicht klappt, fliehen viele in die Lehrerausbildung - und das ist fatal ... dorthin sollten eigentlich andere Leute. Es fehlt aber auch ganz klar an einer Qualitätskontrolle für Unterricht. Manche Leute arbeiten wirklich nach dem Minimalprinzip - glücklicherweise nicht so viele.
sacredheart schrieb:Und wenn moderne Lehrmittel erwünscht sind, hat die Schule oft nur über den Förderverein eine Chance, diese Mittel zu erhalten, weil 'die öffentliche Hand' sich weitgehend aus der Finanzierung unserer Zukunft verabschiedet hat trotz glänzender Konjunktur seit Jahren. Wann wollen die denn mal wieder investieren?
Man werfe nun Steine auf mich, aber gelegentlich halte ich den guten alten Frontalunterricht (ohne jedes Medium, von der Tafel abgesehen) - und es funktioniert. Es ist ein Trugschluss, dass Schüler mehr lernen, wenn ein Medium involviert ist. Ich habe mal eine Weile fachfremd Chemie unterrichtet. Wenn was brennt, explodiert oder in Rauch aufgeht hast du zwei Minuten die volle Aufmerksamkeit - die Erklärung interessiert nicht wirklich. Zumindest nicht alle.

Es gibt völlig verschiedene Schülertypen: (1) die intrinsisch motivierten, da ist die Unterrichtsform Nebensache, die lernen einfach. Ob Frontal, Gruppenarbeit, Partnerarbeit, Lernband ... sie liefern immer supergute Leistungen, weil das einfach der Anspruch des Schülers an sich ist. (2) die "Saisonarbeiter" - die rufen mehr Leistung ab, wenn sie das Thema interessiert oder wenn sie einen gewissen Notenschnitt erreichen wollen - auch da ist die Methode dann Nebensache. (3) Die "Überforderten" - auch da ist es egal ... ganz böse gesagt Die merken ihre Überforderung nicht so heftig, wenn du im Unterricht differenzierst, aber sie sind einfach nicht so leitungsstark.

Vor 15 Jahren haben sich Schüler noch gefreut, wenn du einen Film gezeigt hast - inzwischen sind sie auch da sehr übersättigt - und ob du nun ein Whiteboard hast oder eine Tafel - Es gibt Schüler, die gehen gerne in die Schule (Sozialkontakte etc), aber sie mögen keinen Unterricht. Egal welchen. Bei Gruppenarbeiten ist es oft so, dass einer alle Arbeit macht und die anderen eine gute Note kassieren.
sacredheart schrieb: Und Lehrer X trifft oft auf Schüler, die noch kein Buch gelesen haben, aber alle Erweiterungen von online RPGs auf ihrem Laptop haben. Und das sind oft auch Schüler, die gerne mal bis in die Nacht an ihren online RPGs zocken, kaum Schlaf hatten und als Hausaufgabe in 2 Minuten 2 Sätze hingeschmiert haben. Deren Eltern, erfreut über die Ruhe hinter der Kinderzimmertür, tauschen sich dann in Ruhe in Foren wie diesem hier zum Thema Ufos, Geister, Homöopathie und Gruppensex aus.
Jo. Wenn es nur das wäre. Es gibt eine Gruppe Eltern, die sich einfach überhaupt nicht fürs Kind interessieren und die mit den Kindern in einer Art WG leben. Kommen nie zum Elternabend, lehnen jedes Elterngespräch ab. Bekommt das Kind nicht ausreichend zu Essen, verdreckt oder stürzt komplett ab, hilft das Jugendamt - leider nur in den schlimmsten Fällen. Wir hatten mal eine Theateraufführung, da kamen bei 40 Akteuren nicht mal 20 Zuschauer, davon waren 10 Kollegen, die die Kollegen unterstützen wollten, es kamen nicht mal die Eltern der Kinder, die die Hauptrolle hatten.

Dann gibt es die, die du gerade genannt hast. Immer die neuste Playstation und das neuste Handy, aber für keine kulturelle Aktivität Geld - bei uns an der Schule gibt es so ein Theaterpatenprojekt, d.h. die Schüler kommen (während der Schulzeit) einmal im Schuljahr in ein Theaterstück - in meiner letzten neunten Klasse wurde das Angebot von über 50% der Schüler nicht angenommen - die saßen ernsthaft lieber im Vertretungsunterricht als im Theater "uncool". Dann gibt es Eltern, die sind nicht bereit, die 3€ zu investieren. Ich hatte letztes Jahr ein Mädchen, die wäre gerne gegangen, die Mutter wollte das aber nicht (warum auch immer). Auch ein Elterngespräch half nichts.

Dann gibt es Kinder - hab ich schon mal geschrieben-, die sehr unter ihren häuslichen Bedingungen leiden, aber fest in den Tagesablauf eingebunden sind. Da gibt es viele Konstellationen: Alleinerziehendes Elternteil und sie sind für das jüngere Geschwisterkind/ die jüngeren Geschwisterkinder zuständig (können z.B. nicht mit auf einen Tagesausflug, weil sie das Kind vom Kindergarten holen müssen), oder haben ein krankes Elternteil und schlüpfen da in die Erwachsenenrolle und ist überfordert. Die Eltern sind sich der Überforderung oft auch bewusst, aber ohne das Kind und seine Arbeitsleistung würde das häusliche System zusammenfallen. Oft ist es auch so, dass die Eltern oder das verbliebene Elternteil gleich mehreren präkären Arbeitsverhältnissen nachgehen/-t und die Arbeitszeiten so sind, dass sie die Kinder einfach kaum sehen - die leben wirklich mitunter in einer Wohnung - Kind ist von 7.30 - 13.00 in der Schule, Mutter (Vater gibt es nicht) von 13.00 - 22.30 bei der Spätschicht. Die treffen sich morgens kurz.

Dann gibt es "den Adel" - kommen aus einen schwierigen Mileu, haben daheim gelernt, dass man auch ohne Arbeit/ Ausbildung überleben kann und halten Schule -wie ihre Eltern- für eine komplette Zeitverschwendung. Wenn man an sie rankommt, gibt es oft richtig Ärger mit den Eltern, weil die sehr viel Entschuldigungen für sich gefunden haben, warum sie im Leben nicht erfolgreich waren und insgeheim Angst davor haben, der Nachwuchs könnte es zu mehr im Leben bringen als sie. Da flüchten auch oft die Eltern in eine Parallelwelt - Drogen, Alkohol, Spiele .... Dann sind die Eltern zwar körperlich da, aber so gefangen in der der anderen Welt, dass sie das Kind und seine Bedürfnisse gar nicht wahrnehmen.

Kindern fehlen auch oft Anknüpfungspunkte für Wissen - Kollegin hat mal einen "Waldtag" organisiert, mit dem Förster - da durften gleich einige nicht mit (Zecken) und zwei Kinder haben ernsthaft gefragt, wie man sich da vor Bären oder Wölfen schützt. Die waren noch nie im Wald. Und wir sprechen von der Sekundarstufe, nicht von der Grundschule. Politik oder aktuelle Ereignisse werden nur in der Schule besprochen.
sacredheart schrieb:Aber man kann es sich auch einfach machen: Wenn Marvin-Chantalle in Mathe ne 5 hat, ist halt der Lehrer doof, unfähig, wird in online Bewertungen verrissen und falls Marvin-Chantalle nicht im nächsten Halbjahr wenigstens ne 3 hat, hört der Lehrer noch von Mustermanns Anwalt oder wahlweise der hinzugezogenen Schulaufsicht.
Das sowieso - läuft alles gut, finden Eltern immer sich toll :-), läuft was daneben, ist immer die Schule Schuld. Es gibt viele Eltern, die selbst keine Strategie im Leben haben, wie sie erfolgreich sind - die achten dann nicht darauf, ob das Kind pünktlich kommt, regelmäßig im Unterricht ist, seine Sachen dabei hat, lernt und Hausaufgaben macht. Dann fallen sie aus allen Wolken, wenn es 5er und schlechter gibt (ohne Heft lernt sich eben sehr schlecht).

Wir haben auch Eltern, die sich völlig auf dem Schlips getreten fühlen, wenn der Lehrer versucht, hier erzieherisch einzugreifen. Die beschweren sich dann an höherer Stelle, wenn du das Kind einbestellst, dass es z.B. nochmal ein Heft abschreibt, wenn es nur lose Zettel hat oder diese zumindest einklebt. Oder finden es "total übertrieben" und schreiben dem Kind eine Entschuldigung "krank".
sacredheart schrieb:Ich sehe auch den Hauptknackpunkt im Elternhaus. Das darf ruhig Arbeit machen. Und die vielen Kindern fehlende Erziehung ist meines Erachtens reine Elternaufgabe. Pünktlichkeit, Ordnung, wirklich ein Heft gekauft haben, die Kopfhörer aus den Ohren nehmen, wenn der Unterricht beginnt, ausgeschlafen sein, all das ist NICHT Aufgabe der Schule.
Leider ist es zu unserer Aufgabe geworden - und die Erziehung der Eltern gleich mit. Es sind nur wenige massiv betroffene Eltern, aber die sind dann totale Rohrkrepierer. Ich bekam am Sonntagnachmittag diese Woche zur besten Kaffeezeit einen Anruf von einer Mutter, wann denn der Elternabend sei. Mit dem Kind hat sie nicht geredet, das trug die Einladung seit Donnerstag herum. Eine Telefonliste für die Klasse gibt es auch. Dass das nun kein Grund war, die "Notfallnummer" zu wählen (die Eltern haben meine Nummer, sollen aber nur anrufen, wenn sich das Problem nicht anders lösen lässt oder wenn es ein Problem gibt), hat sie auch nicht eingesehen, sondern grußlos aufgelegt. "Danke!" Klick. Fertig. Mein Kollege bekam in den Sommerferien einen Anruf (er war im Urlaub) - die Mutter rief binnen einer Stunde siebenmal an - was war der Notfall? Sie wollte fragen, ob er die Materialliste schon fertig hatte, bei Aldi gab es reduzierte Schulhefte und sie war gerade dort.

Meine Lieblingsklientel sind die Eltern, die sehr viele "Extras" fordern (beliebt ist z.B., dass alle Lehrer täglich das Hausaufgabenheft abzeichnen), aber dann doch nicht schauen, ob die Hausaufgaben auch erledigt sind. Lustig sind auch die, die wegen "Schicht" Elterntermine ausmachen, wegen denen wir extra wieder in die Schule fahren (weil nicht mit unseren Arbeitszeiten kompatibel) und dann selbst nicht kommen "voll vergessen".
Rotmilan schrieb:Sehe ich auch so. Besonders, wenn man sich den maroden Zustand, vieler Schulgebäude ansieht. Das muss für Lehrer auch frustrierend sein, jeden Morgen solche baufälligen und graffitibeschmierten Schulen zu betreten.
Unsere Schule wird vermutlich demnächst abgerissen - es gibt so viele Mängel, dass gerade kalkuliert wird, ob ein Neubau nicht rentabler wäre. Aber ehrlich: Die meisten Mängel sehe ich schon nicht mehr. Ehrlich gesagt ist es auch so, wenn mal was saniert wird (z.B. hat eine Kollegin mit einer Klasse eine Wand bemalt) - dann klebten nach nicht mal einer Woche so viele Kaugummis auf der Wand, dass man sie dann abgestrahlt hat - und das "Kunstwerk" war auch hin.

Es fehlt vielen Schülern der respektvolle Umgang mit Möbiliar, Büchern, Schulräumen .... Von den Eltern hörst du dann oft "waren sie nie jung?". Schüler sagen "war nur Spaß".


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Gute Lehrer, schlechte Lehrer

18.09.2018 um 12:55
Ich konnte zu meiner Zeit auch noch die Schule ohne vernünftigen Abschluss verlassen und entgegen den Einschätzungen meiner Lehrer ist trotzdem "etwas aus mir geworden", wenn ich mir Position und Gehaltsabrechnung zu Zeiten meines "Karriereklimax" so anschaue.

Aber leider ist dies lange her. Damals konnte ich mir aus einem Dutzend vom Arbeitsamt angebotenen Lehrstellen noch eine aussuchen und viele der damaligen Chefs hatten aufgrund ihrer eigenen Biografie mit Krieg und Kriegsfolgen selber keine vernünftige Ausbildung, sondern waren häufig irgendwelche Seiteneinsteiger. Da wurde weniger auf die Zeugnisse geguckt, als mehr darauf, ob man bereit war, zuzupacken.
Das ist lange her, länger als die meisten Allmys leben. Schnee von gestern. Langweilige Erzählungen alter Männer.

Im Jahre 2005 sah ich eine Sendung im Fernsehen, in der der Vorsitzende der Hamburger Friseurinnung betonte, dass sie für die Ausbildung zum/r FriseurIn das Abi als Voraussetzung verlangen, weil nach seinen Aussagen alle anderen BewerberInnen untauglich seien, mangelnde Allgemeinbildung hätten und kaum des Lesens und Schreibens mächtig wären. (Sinngemäß)

Nun weiss ich aus Geprächen mit anderen "Leitenden" aus den unterschiedlichsten Branchen, dass kaum noch ein Betrieb ausbilden mag, was einerseits daran liegt, dass Ausbildung in Zeiten erhöhter Wertschöpfung ein lästiges Hindernis ist. Ich habe selbst mal Leute ausgebildet, und weiss, wie wenig man da selbst schafft, wenn man dauernd etwas erklären muss.
Aber andererseits wird auch immer wieder die mangelne Qualifikation und Leistungsbereitschaft der Auszubildenden bzw. schon der BewerberInnen beklagt.

Ein Bewerbungsschreiben, gerichtet an ein Unternehmen in der Medienbranche, auf einen Ausbildungsplatz als Verlagskaufmann/-frau, das pro Zeile zwei Rechtschreibfehler enthält und auch in sich ziemlich zusammen gestottert wirkt, ist natürlich allemal ein Grund, den Bewerber bzw. die Bewerberin gleich vor der Tür stehen zu lassen.

Die Agentur meiner Frau bietet hierzulande zwei Ausbildungsplätze an: Webdesign/Werbekaufmann/-frau. Wenn sie mir von Bewerbungsschreiben und Vorstellungsgesprächen erzählt, kommt mich manchmal leichtes Gruseln an. Wenn Menschen, die sich für einen Beruf entscheiden, in dem es darum geht, etwas zu vermarkten und zu "bewerben", nicht einmal in der Lage sind, dies mit sich selbst zu tun, im Vorstellungsgepräch ausser dumpfen Lautäusserungen nichts von sich geben etc., dann wundert mich nichts.

Zum Vergleich: In ihrer Filiale in Dublin bietet meine Frau 6 Traineeplätze (bei gleicher Mitarbeiterzahl wie in HH) und die BewerberInnen sind nach ihren Aussagen deutlich qualifizierter und leistungsbereiter. Da es sich um ein international agierendes Unternehmen handelt, verlagt sie dort neben Englisch noch eine zweite fliessende Fremdsprache. Das bringen die dort locker. Hier können viele BewerberInnen noch nicht einmal deutsch, und das auch ohne"Migrationshintergrund".

Die Schuld ist sicher nicht ausschliesslich bei den Jugendlichen zu suchen, aber nur immer auf die anonymen anderen zu deuten: Die Schule,Gesellschaft, Eltern, Zeiten, Wetter etc. hilft auch nicht weiter.

PS: Wenn Friseusen jetzt Abi brauchen, muss man als Manta-Fahren dann Dipl.-Ing. sein?


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