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Wird die Gesellschaft immer unfreundlicher?

218 Beiträge, Schlüsselwörter: Entsagung

Wird die Gesellschaft immer unfreundlicher?

18.01.2018 um 08:57
sunshinelight schrieb:Wieso nicht? Weil die Menschen sowas nicht können?
Klar können sie das. Ich habe nicht behauptet, dass sie es nicht könnten. Ich denke eben nur, dass man nicht an einem „Ich hab einen bösen Sachbearbeiter“ oder durch nicht-grüßende Kollegen ableiten kann, dass die Gesellschaft immer unfreundlicher wird. Der Prämisse des Threads folgend müsste ja eine Änderung über die Zeit folgen und dies sogar gesamtgesellschaftlich. Da braucht es konkreteres als ein paar persönliche Erfahrungen.
sunshinelight schrieb:Nein, aber sie erfahren mehr Unfreundlichkeit
Es wäre mit absolut neu, dass man früher mit offenen Armen auf dem Arbeitsamt empfangen wurde.
sunshinelight schrieb:Das habe ich doch bereits beschrieben
Ja, du machst es an deinen persönlichen Erfahrungen fest und bläst diese auf. Eine objektive Argumentation habe ich noch nicht gesehen.


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18.01.2018 um 17:03
Viel ärgerlicher als waschechte Unfreundlichkeit finde ich diese aufgesetzte und antrainierte Dienstleister-Freundlichkeit, wie ich sie von Hotlines oder Info-Countern kenne:

"Hallo, mein Name ist Tutnixzursache, womit kann ich ihnen nicht helfen?" mit Säuselstimme und Cheshire-Cat-Grinsen (in Deutschland Leibniz-Keks-Lächeln: Nur echt mit 52 Zähnen).

Da lob ich mir die frühere DDR-Freundlichkeit im HO-Einzelhandel "Watwollnse? Hamwanich!" oder in der HO-Gaststätte "Hamsekeenekrawatte? Soisnich!". Da wusste man wenigstens noch, dass man den Arbeitern und Bauern in ihrem Staat als Klassenfeind und Berufsimperialist nur auf die Nerven ging.


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18.01.2018 um 18:07
Atrox schrieb:Klar können sie das. Ich habe nicht behauptet, dass sie es nicht könnten. Ich denke eben nur, dass man nicht an einem „Ich hab einen bösen Sachbearbeiter“ oder durch nicht-grüßende Kollegen ableiten kann, dass die Gesellschaft immer unfreundlicher wird. Der Prämisse des Threads folgend müsste ja eine Änderung über die Zeit folgen und dies sogar gesamtgesellschaftlich. Da braucht es konkreteres als ein paar persönliche Erfahrungen.
Es steht doch immer Aussage gegen Aussage.
Wenn es Leute als mehr empfinden, dann ist das so.
Und das empfinden sie garantiert nicht, weil sie es in der Zeitung lesen (und wenn, wäre das ein Beleg), sondern weil sie es selber so empfinden. Dann gibt es einige, die die Empfindungen teilen, andere nicht. Es ist ja nicht so, dass das gleichmäßig verteilt werden muss â jeder Mensch wird ein Stückchen unhöflicher.
Man stellt sich die Frage ja nicht umsonst.
Und dass die Gesellschaft immer gleich höflich/unhöflich bleibt, mag ich auch nicht so recht glauben.

Und es geht auch nicht nur um die Sacharbeiter. Oder glaubst du nicht daran, dass Menschen wie Menschen zweiter Klasse behandelt werden, wenn sie beim Amt sind? Wieso muss man denn alles so konkret erwähnen, wenn es doch eigentlich schon gemeinhin bekannt ist?
Atrox schrieb:Es wäre mit absolut neu, dass man früher mit offenen Armen auf dem Arbeitsamt empfangen wurde.
Das habe ich ja auch nicht gemeint, siehe oben.


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18.01.2018 um 23:12
Atrox schrieb:Ich bin mir unschlüssig, ob wir heute wirklich in stressigeren Zeiten leben. Die meisten hier dürften einen lauschigen 9to5-Job ohne große Existenzängste haben. Hinzu kommt ein Sozialsystem, dass für so ziemlich jeden Fall gerüstet ist. Früher hätte mich das Leben viel mehr gestresst. Die weltpolitische Lage war eigentlich nie so ruhig, wie in den letzten zwanzig Jahren. Abgesehen von Krankheiten gibt es nichts, was uns objektiv stressen könnte.
Ich persönlich fühle mich irre gestresst - von mehreren Punkten. Meine individuelle Geschichte (die ich aber sehr oft im Bekanntenkreis wiederfinde):

Das eine ist das Thema Finanzen. Ich habe eigentlich einen "lauschigen" Vollzeitjob, wo mein Chef aber jede Menge Leistung fürs Gehalt sehen will. Sonst wird es sehr schnell ungemütlich. Dann haben wir einen finanziellen Supergau erlebt, an dem wir noch eine lange Zeit Freunde haben werden. Daher habe ich noch einen Nebenjob. Also arbeite ich so 45-50 Stunden die Woche.

Dann gibt es noch drei Kinder, alle im Schulalter. Ich weiß nicht, ob sich meine Kinder extrem doof anstellen, oder das Schulsystem so grottig ist ... ein nicht unerheblicher Teil meiner Freizeit geht dafür drauf, irgendwelche Schulprojekte zu unterstützen, den Erklärbär für nicht verstandenen Stoff zu geben, auf Klassenarbeiten zu üben, abzufragen.

Ach ja, einen Haushalt und -resultierend aus dem Finanzgau- ein Umzug steht auch noch bevor. Gerade läuft die Renovierung, wo wir viel Eigenleistung bringen müssen (die Finanzen).

Dann gibt es noch die Einzeltermine ... diese Woche war's "der Horror": (1) Zahnarzt für alle, (2) der Kieferorthopäde meiner Tochter wollte mich auch sprechen, (3) der Klempner wollte fürs neue Bad was vor Ort besprechen, (4) Tag der offenen Tür im beruflichen Gymnasium, wo mein Kind hinwill, (5) wichtige Mitarbeitersitzung, (6) Übergangsgespräch in der Grundschule, (7) Tag der offenen Tür im beruflichen Gymnasium, wo mein Kind hinwill, wenn es bei Wunsch I nicht genommen wird, (8) morgen 10 Stunden Arbeitstag vor mir ...


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19.01.2018 um 09:33
@sunshinelight

Wenn wir über die Gesamtgesellschaft reden, kommt es eben nicht auf die individuellen Eindrücke an. So lautet ja das Thema. Auch wenn ich nicht so wahnsinnig viel älter bin als du, denke ich, dass man in den Zwanzigern auch den Ernst des Lebens kennenlernt. Man ist nicht mehr in der Schule, wo gute Leistungen honoriert werden und schlechte Leistungen korrigiert werden. Der subjektive Eindruck, dass die Gesellschaft unfreundlicher wird, kann eben auch durch andere Lebensumstände zu Stande kommen. Hinzu kommt eben auch die höhere Vernetzung, die dazu führt, dass wir nicht nur selber Unfreundlichkeit erfahren, sondern eben auch sekundär erfahren, wenn andere Leute unfreundlich behandelt werden. Das sind objektive Punkte, die kausal dazu führen, dass wir die Gesellschaft als unfreundlicher sehen als sie ist. Auch wenn es natürlich Spekulation und Meinung ist.

@missmary

Mit dem lauschigen „9to5 Job“ wollte ich nicht sagen, dass wir heute keinen Stress mehr empfinden. Stress ist eben auch eine subjektive Sache und ich denke wir haben da auch eine andere Mentalität zu entwickelt. Meine Mum arbeitet schon ihr ganzes Leben lang mit einer Schlagzahl, die ich nur in sehr stressigen Zeiten erreiche. Ich habe sie aber nie unfreundlich erlebt. Als ich noch kleiner war, waren ihre Sorgen mit zwei Kindern im Haus sicherlich auch nicht gerade klein. Verglichen mit damals, hat sie heute eine deutlich entspanntere Lebenssituation. Mittlerweile habe ich auch eine Familie zu versorgen, aber ich habe es in vielerlei Hinsicht einfacher als sie. Im Vergleich zu meinem Geburtsjahr ist das Kindergeld fast um das Achtfache gestiegen Beispielsweise. Auch wenn es am Monatsende mal eng wird, ging es nie darum, ob essen auf dem Tisch steht, sondern eher darum ob man jetzt doch mal den Bus nimmt statt dem Auto, damit der Tank vielleicht doch noch bis Monatsende reicht. Gegen die Sorgen meiner Mum sehe ich mich persönlich aber schon eher in der „lauschigen 9to5“-Situation, was nicht heißt, dass ich ein sorgenfreies Leben führe.


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19.01.2018 um 09:38
Atrox schrieb: Der subjektive Eindruck, dass die Gesellschaft unfreundlicher wird, kann eben auch durch andere Lebensumstände zu Stande kommen.
Ja aber es kommt ja auch drauf an, auf die Menschen mit denen man zu tun hat, oder wie du gesagt hast die Situationen.
Aber ich denke es geht hier mehr Allgemein darum, unabhängig von einen Umfeld, das man die Menschliche Gesellschaft als unfreundlich und oder Gefühlslos betrachtet. Natürlich kommt es eben darauf an, aus welche Sicht man das betrachtet, und wo man gräbt für Kritik oder Lob.


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19.01.2018 um 10:26
sunshinelight schrieb:Und das empfinden sie garantiert nicht, weil sie es in der Zeitung lesen (und wenn, wäre das ein Beleg), sondern weil sie es selber so empfinden.
Doch! Genau darin finden sie sich ja bestätigt. Sie hätten ja sonst gar keine Möglichkeit, sich da mit anderen zu vergleichen und somit als Bestätigung ihrer subjetiven Empfindung. Und es ist kein Beleg - früher gab es einfach nicht diese Möglichkeiten und auch da wird es schon Menschen gegeben haben, die es so umschreiben würden - nur konnten sie es nirgendwo publik machen. Insofern keine großen Veränderungen in der Gesellschaft -nur die Möglichkeiten es einer breiten Masse mitzuteilen sind nun gegeben.


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19.01.2018 um 10:30
WENN die Gesellschaft immer "unfreundlicher" wird, mag da auch der Zeitenwandel mit reinspielen.

Wir ballern uns zu / werden zugeballert mit Informationen und Eindrücken. Es ist unsere Natur, diese Informationen und Eindrücke aufnehmen und verarbeiten zu wollen. Das geht aber heutzutage bei der Masse gar nicht mehr. Wir müssen selektieren lernen. Und so weit sind wir noch nicht alle. Das frustriert uns. Und wer frustriert ist... Nun ja...


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19.01.2018 um 11:26
Atrox schrieb:Wenn wir über die Gesamtgesellschaft reden, kommt es eben nicht auf die individuellen Eindrücke an.
Da gebe ich dir Recht.
Atrox schrieb:Auch wenn ich nicht so wahnsinnig viel älter bin als du, denke ich, dass man in den Zwanzigern auch den Ernst des Lebens kennenlernt. Man ist nicht mehr in der Schule, wo gute Leistungen honoriert werden und schlechte Leistungen korrigiert werden. Der subjektive Eindruck, dass die Gesellschaft unfreundlicher wird, kann eben auch durch andere Lebensumstände zu Stande kommen.
Würde ich dir sogar beipflichten, aber da ich im Leben nie für was gelobt wurde, mehr immer das Gegenteil erfahren habe, fehlt für mich diese Erfahrung völlig, plötzlich in eine andere Welt einzutreten.
Ich möchte auch anmerken, dass es nicht nur mir so geht, sondern vielen jungen und auch älteren Menschen, die ähnliche Erfahrungen hatten und die Welt nie so gesehen haben wie jetzt zum Beispiel andere.
Wenn jetzt mein Eindruck sagen würde, die Gesellschaft wird undreundlicher, wieso wird er dann liebevoll “subjektiv“ genannt und ein Eindruck, der das nicht teilt, ist dann weniger subjektiv und mehr Bedeutung zugemessen. Wieso?
Atrox schrieb:Hinzu kommt eben auch die höhere Vernetzung, die dazu führt, dass wir nicht nur selber Unfreundlichkeit erfahren, sondern eben auch sekundär erfahren, wenn andere Leute unfreundlich behandelt werden. Das sind objektive Punkte, die kausal dazu führen, dass wir die Gesellschaft als unfreundlicher sehen als sie ist. Auch wenn es natürlich Spekulation und Meinung ist.
Das gab es auch schon vor der Vernetzung.
Man erzählt seiner Mama eine Situation aus dem Zugabteil. Freunde und Bekannte und Familie ist da.
Da wird dann richtig ein Thema draus und jeder erzählt von seinen Erlebnissen, wo sie Unfreundlichkeit erfahren haben.
Draußen auf der Straße sieht man auch ständig, wie andere Menschen angegangen werden und behandelt werden. Wenn man jetzt miteinander vernetzt ist, stimmt, könnte man auf die Idee kommen, dass das nur an der Vernetzung liegt, aber wenn die Vernetzung jetzt schon einige Jahre besteht, schon nicht mehr wegzudenken ist, sich da das Thema immer mehr und mehr häuft, auch wenn es vorher noch im Rahmen war, wieso sollte das an der Vernetzung liegen?
Wenn dich die kommenden Jahre immer mehr Menschen unfreundlich behandeln, mehr als sonst, mehr Menschen dir da zustimmen und nicken, findet dann keine Veränderung statt?

@Interested
Aber nicht, wenn die Vernetzung schon seit Jahren besteht und wir damit schon lebten.


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19.01.2018 um 11:52
sunshinelight schrieb:Wenn jetzt mein Eindruck sagen würde, die Gesellschaft wird undreundlicher, wieso wird er dann liebevoll “subjektiv“ genannt und ein Eindruck, der das nicht teilt, ist dann weniger subjektiv und mehr Bedeutung zugemessen. Wieso?
Ich habe meinen Eindruck deutlich als Meinung und Spekulation gekennzeichnet. Vielleicht kann man es sogar als Überzeugung betrachten. Ich habe eigentlich immer in kleinen Großstädten gewohnt, wo es auch immer heißt, dass alles anonymer und unfreundlicher wird. Diesen Eindruck kann ich eben nicht bestätigen. Das mag daran liegen, dass ich selbst ein offener und freundlicher Mensch bin und mir dadurch auch Offenheit und Freundlichkeit entgegen weht. Aber auch das ist nur mein persönlicher Eindruck. Der persönliche Eindruck sollte eine untergeordnete Rolle spielen, wenn wir darüber diskutieren, ob eine Gesellschaft im gesamten unfreundlicher wird. Da spielt die fiese Kassiererin im Supermarkt eben nicht mehr die ganz große Rolle. Die übergeordnete Frage ist doch, woran machen wir fest, dass die Gesellschaft unfreundlicher wird und ist diese Annahme objektiv nachvollziehbar?
sunshinelight schrieb:Würde ich dir sogar beipflichten, aber da ich im Leben nie für was gelobt wurde, mehr immer das Gegenteil erfahren habe, fehlt für mich diese Erfahrung völlig, plötzlich in eine andere Welt einzutreten.
Ich finde du bist ein kluger und humorvoller Mensch ;) Glaubst du denn, dass man dich mehr gelobt hätte, wenn du zwanzig Jahre früher geboren wärst? Mein alter Herr hat mir oft von einem seiner Lehrer erzählt, der Schlüssel nach Schülern geworfen hat. Heute stehen Eltern schon beim Direktor, wenn ein Lehrer mal laut wird.
sunshinelight schrieb:Ich möchte auch anmerken, dass es nicht nur mir so geht, sondern vielen jungen und auch älteren Menschen, die ähnliche Erfahrungen hatten und die Welt nie so gesehen haben wie jetzt zum Beispiel andere.
Ja, natürlich geht es vielen Leuten so. Den Leuten ging es früher nicht anders. Ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel wird von einigen immer erstmal als der beginnende Zerfall der Gesellschaft interpretiert. So instabil ist das Gebilde aber nicht. Man muss hier auch unterscheiden zwischen individueller Unfreundlichkeit und, ich nenne es mal so, struktureller Unfreundlichkeit. Individuell wäre es, wenn du mal eine Kassierin auf dem falschen Fuß erwischt. Strukturell wäre, wenn in der Kassierer-Ausbildung und der Unternehmensphilosophie kein Wert mehr auf Kundenfreundlichkeit gelegt wird. Insbesondere bei individueller Unfreundlichkeit muss man das ganze dann auch auf das einzelne Ereignis herunterbrechen und eben genau reflektieren. Natürlich war ein Dienstleister auch mir gegenüber schonmal unfreundlich. Im Nachgang bin ich aber darauf gekommen, dass ich mich vielleicht auch nicht ganz sauber gehalten habe. Der kategorische Imperativ nach Kant beispielsweise sagt vereinfacht "Behandel die Leute so, wie du selbst behandelt werden möchtest". Danach lebe ich und ich denke, dass ich verhältnismäßig wenig Unfreundlichkeit erfahre.
sunshinelight schrieb:Das gab es auch schon vor der Vernetzung.
Man erzählt seiner Mama eine Situation aus dem Zugabteil. Freunde und Bekannte und Familie ist da.
Ja, du hast jetzt aber die Möglichkeit die Reichweite zu potentieren. Schau dir mal die Unternehmensbewertungen auf Facebook durch. In der Regel werden positive Bewertungen nichtmal geliked, während auf negative Bewertungen deutlich stärker reagiert wird. Das sind dann zum Teil vollkommen Fremde, die sich wieder darin bestätigt fühlen, dass alles total unfreundlich geworden ist. Die Vernetzung ist einfach die wichtigste gesellschaftliche Entwicklung der letzten Dekade und führt eben zu Veränderungen. Am Status Quo hat sich aus meiner Sicht aber eben nicht wirklich viel geändert, auch wenn die Summe der subjektiven Eindrücke, was anderes vermittelt. So würde ich eher formulieren, dass wir einfach mehr Unfreundlichkeit mitbekommen ohne sie persönlich zu erfahren.


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19.01.2018 um 12:01
Waren die Menschen früher (und mein "Früher" reicht bis in die 1950er zurück) wirklich freundlicher als heute - oder genau so unfreundlich?

Da hat sich nach meinen Eindrücken in Jobs, Familie, politischer, sozialer und kultureller Tätigkeit und dem erlebten Strassenalltag nichts geändert. Okay, früher zogen die Männer beim Grüssen noch den Hut. Heute trägt kein Mann mehr Hut. Aber sonst?


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19.01.2018 um 12:15
Man muß sich auch nicht wundern das solche gesten gesellschaftlich in frage gestellt werden.

Aus heutiger sicht muß man sich das vorstellen, man hebt bei jedem menschen den man kennt den hut.

Damals normal, würde man sich heute lächerlichmachen.

Auch das herumdeuteln gemäß der threadfrage ist eigentlich obsolet.

Die gesellschaftlich-soziale evolotion ist eben so ausgelegt.


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19.01.2018 um 12:27
Doors schrieb:Waren die Menschen früher (und mein "Früher" reicht bis in die 1950er zurück) wirklich freundlicher als heute - oder genau so unfreundlich?
Ich glaube, es spielt auch eine Rolle, wie man welche Zeit erlebt. In den 50ern warst du ein Kind; mit einem Kind geht man bisweilen anders um als mit einem Jugendlichen, Erwachsenen oder Greis.

Meine Kindheit war in den 80ern. Da ist es mir hin und wieder passiert, dass sich mir beim Einkaufen Erwachsene einfach vorgedrängelt haben - ich war ja bloß ein doofes, unwichtiges Kind (oder was weiß ich, was die sich gedacht haben). Das hat auch keinen weiter interessiert, andere erwachsene Kunden nicht und auch nicht die Verkäufer.
Heute als Erwachsene passiert mir das selten bis gar nicht. Aber kann ich den Rückschluss ziehen, dass früher die Leute unfreundlicher waren, was Drängeln betrifft?


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19.01.2018 um 12:28
Doors schrieb:Viel ärgerlicher als waschechte Unfreundlichkeit finde ich diese aufgesetzte und antrainierte Dienstleister-Freundlichkeit, wie ich sie von Hotlines oder Info-Countern kenne:
Glaub mir, diese Art von Freundlichkeit verschwindet schlagartig, wenn du als Kunde mal ein wirkliches Problem oder Anliegen hast.


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schluesselbund
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Wird die Gesellschaft immer unfreundlicher?

19.01.2018 um 12:28
Doors schrieb:Da hat sich nach meinen Eindrücken in Jobs, Familie, politischer, sozialer und kultureller Tätigkeit und dem erlebten Strassenalltag nichts geändert.
Dem kann ich nicht bei Pflichten. Und gerade in politischer, sozialer Kultur will ich einen raueren Umgang erkennen.


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19.01.2018 um 12:30
@hallo-ho

Im Baumarkt meines Vertrauens lassen sich die Mitarbeiterinnen schon zu Boden fallen, tarnen sich als Zementsack oder Rasenmäher, wenn ich reinkomme. Dabei stelle ich nur ganz höfliche und gezielte Fragen.

Im Augenblick kämpfe ich gerade mit meinem Telekommunikations-Dienstleister. Erzähl mir keiner was über Hotlines!


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19.01.2018 um 12:32
Atrox schrieb:Die übergeordnete Frage ist doch, woran machen wir fest, dass die Gesellschaft unfreundlicher wird und ist diese Annahme objektiv nachvollziehbar?
Genau, welcher Mensch hat denn kein subjektives Empfinden, um das zu entscheiden?
Wenn wir das irgendwo lesen müssten, wäre das ebenfalls von Menschen mit subjektiven Empfindungen.
Es gibt doch gar nichts, das höher steht als die Empfindbarkeit eines Menschen.


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19.01.2018 um 12:32
Doors schrieb:Erzähl mir keiner was über Hotlines!
Also unter 45 Minuten läuft nach meinen Erfahrungen gar nichts - und das heißt noch lange nicht, dass dann das Problem gelöst ist. Da folgen in der Regel noch viele weitere Telefonate.
Ich war mal echt kurz vorm Heulen in so einem Fall.


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19.01.2018 um 12:35
@schluesselbund

In der politischen Kultur haben wir mit NPDlern die Diskussionen per Möbelteil geführt. Wer jemals in den Mittsiebzigern in Brokdorf oder Grohnde am Bauzaun gesägt hat und dafür mit Wasserwerfer, Tränengas, Schlagstock, Hubschraubern und Panzerspähwagen bekämpft wurde, kann sich noch gut an "rauhes Klima" erinnern.

Was den sozialen Bereich angeht: Wer dunnemals von "Stütze" leben musste, stand schlechter abgesichert und mit weniger Rechten da als der heutige HartzIVler. Wer damals obdachlos war, konnte auf der Strasse erfrieren. Winternotprogramme? Ha!

Von Schulverweisen wegen falscher Haarlänge oder Kleidung, von Prügellehrern oder Ausbildern mal ganz geschwiegen.

Und über allem schwebte die Bombe.


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19.01.2018 um 12:37
sunshinelight schrieb:Genau, welcher Mensch hat denn kein subjektives Empfinden, um das zu entscheiden?
Wenn wir das irgendwo lesen müssten, wäre das ebenfalls von Menschen mit subjektiven Empfindungen.
Es gibt doch gar nichts, das höher steht als die Empfindbarkeit eines Menschen.
Selbst, wenn man dazu eine Studie nach wissenschaftlichen Standarts machen wollen würde, bliebe die Frage, anhand welcher objektiven Kriterien man die aktuelle Situation, geschweige denn vergangene Zeiten untersuchen und beurteilen wollte.

Die Chance, die das Thema bietet, ist für mich eher die, dass man sich fragen kann, woran es liegt, dass manche Menschen sich wohl fühlen und andere nicht.


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