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Wird die Gesellschaft immer unfreundlicher?

218 Beiträge, Schlüsselwörter: Entsagung

Wird die Gesellschaft immer unfreundlicher?

19.01.2018 um 13:43
Lightspeed schrieb:keiner steht auf Beleidigungen es gibt sowas wie gute Beleidigungen nicht.
Aber da fängt es schon an: Was für den einen ein unfassbarer Tabubruch ist (aufgrund seiner Kultur/Erziehung/Tagesform/persönlicher Werte/gesellschaftlicher Werte), ist für den anderen nichtmal ein Schulterzucken wert.

Es gibt Schichten, da gehört Vokabular wie "Du Arschloch" zum normalen Umgangston, ohne das jemand eingeschnappt deswegen wäre. Bei anderen Gruppen würde das Wort einen Tabubruch darstellen (Sehr geehrtes Elternpaar X, ihr Sohn Luca hat heute zu einer Kollegin und mir, Zitat: "Ihr blöden Kita-Fotzenschlampen habt mir gar nichts zu sagen." gesagt. Nach eingehender Beratung bitte ich im Namen der gesamten Kita-Belegschaft, sich für Ihren Sohn Luca bitte eine neue Kita zu suchen, da wir ein solches Verhalten blablarhaberber...")


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19.01.2018 um 13:46
@hallo-ho
Und was willst du mir jetzt sagen, das es okay ist das die Gesellschaft unfreundlicher wird, weil es eh nur auf die Persönliche Empfindungen drauf an kommt?
Spätestens bei Handgreiflichen sollte es nirgendwo okay sein, egal von Kultur/Erziehung/Tagesform etc.
Zumal weil das auch Strafbar wäre.


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19.01.2018 um 13:48
Lightspeed schrieb:Handgreiflichen
Das Thema sind aber gerade primär Beleidigungen oder was einzelne als solches auffassen können.

Und das Beispiel von @hallo-ho passt schon recht gut.

Es gibt ja auch "Familien" wo die Brut die Eltern mit "Schlampe" oder "Arschloch" betitelt, als Anrede - nicht vor Dritten.

Mir persönlich schlackern da die Ohren, andere erkennen mein "Problem" gar nicht.


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19.01.2018 um 13:51
KFB schrieb:Mir persönlich schlackern da die Ohren, andere erkennen mein "Problem" gar nicht.
Ehrlich gesagt wüsste ich nicht, wo das okay wäre. Es ist und bleibt doch eine Beleidigung? Oder meinst du es könnte als Witz aufgefasst werden?


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19.01.2018 um 13:54
Lightspeed schrieb:Ehrlich gesagt wüsste ich nicht, wo das okay wäre. Es ist und bleibt doch eine Beleidigung? Oder meinst es könnte als Witz aufgefasst werden?
Ich hab's tatsächlich live mitbekommen und das war der normale Umgangston. "Gespräch" war etwa so:

Brut: Schlampe, haste mal 10 Mark?
Mutter: Ich hab nix mehr!
Brut: Wann kommt das Arschloch heim?
Mutter: Weiß ich doch nicht!

Es wurde sich eigentlich nur angebrüllt, aber bei denen wohl, wie gesagt, normaler Umgangston.

Allerdings möchte diese Familie dennoch als Ausnahme betrachten.


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19.01.2018 um 13:56
KFB schrieb:Allerdings möchte diese Familie dennoch als Ausnahme betrachten.
Dann sollte diese Familie auch eine Ausnahme sein, und das hier nicht mit rein bewertet werden.
Demokratisch gesagt würde ich sagen unabhängig von Kultur/Erziehung die meisten in Deutschland finden Beleidigungen schlecht, unfreundlich etc.

@hallo-ho
@KFB


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19.01.2018 um 13:57
Lightspeed schrieb: die meisten in Deutschland finden Beleidigungen schlecht, unfreundlich etc
Sich selbst gegenüber bestimmt aber da wird schnell mit zweierlei Maß gemessen. Ich bin natürlich kein Arschloch und daher darf mich niemand so bezeichnen, der Typ da hinten, der mich angerempelt (und sich nicht entschuldigt!) hat ist aber natürlich schon ein Arschloch.

Verstehst du, wie ich's meine?


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19.01.2018 um 14:39
KFB schrieb:hat ist aber natürlich schon ein Arschloch.

Verstehst du, wie ich's meine?
Ja natürlich aber dieser Verdient auch trotzdem nicht, die Beleidigung Arschloch.


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19.01.2018 um 14:39
@Lightspeed
Ums "verdienen" geht's doch auch gar nicht :ask:


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19.01.2018 um 14:41
KFB schrieb:Ums "verdienen" geht's doch auch gar nicht :ask:
Wieso den nicht? Du meintest er wäre ein Arschloch.


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19.01.2018 um 14:46
@Lightspeed
Ich sage nicht, er hätte es verdient. Es geht mir und/oder Teilen der Gesellschaft vielleicht nur leichter von den Lippen.
Nur weil etwas gesagt wird, muss es nicht stimmen


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19.01.2018 um 14:50
@KFB
Letztendlich willst du also die Unfreundlichkeit der Gesellschaft, mit Empfindungen und Erziehung etc entschuldigen wie Hallo?


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19.01.2018 um 15:00
Atrox schrieb:Im ersteren Fall würde mir jetzt nichts einfallen, warum der Mensch unfreundlicher werden sollte. Wir haben bessere Arbeitsbedingungen, wir leben in verhältnismäßig friedlichen Zeiten und das Sozialsystem sichert unser Überleben.
Wie ich bereits erwähnte, klingt das alles echt goldig, aber wie das in der Realität aussieht, ist noch mal ein anderes Blatt.
Und auch das Jobcenter ist nicht immer korrekt, nicht umsonst empfehlen Sozialarbeiter, dass man immer einen Zeugen zu Terminen mitnehmen sollte.
Das Jobcenter bietet auch allerlei Frustpotential.
Zudem ist man damit nur am Existenzminimum und wer weiß, wie lange man das machen muss. Einen guten Job finden? Ist doch schwererer geworden.
Da erhöht sich Frust.
Den Druck, den Arbeitslose zu spüren bekommen, sollte man auch nicht vergessen. Oberflächlich auf etwas draufgucken ist jetzt nicht auch unbedingt objektiv und wie ich das sehe, gibt es in der Gesellschaft reichlich Potential, gestresst, gereizt und daraus resultierend unfreundlicher zu sein.
Mag ja vielleicht einige Leute geben, die zufrieden mit ihrem Leben sind und denen die Sonne aus dem Arsch scheint, aber das wieder auf eine ganze Gesellschaft projizieren zu wollen ist doch ebenso gewagt wie nicht realitätsnah.
Ein Beispiel mit einer Kassiererin habe ich auch niemals angestrebt, da ich eigentlich keine Probleme in Supermärkten habe oder anderen Geschäften. Ich empfinde die als freundlich, aber kann deswegen auch nicht sagen, dass die Gesellschaft generell freundlich ist, da sich die Gesellschaft nicht nur aus Kassierern zusammensetzt.
Die Gesellschaft ist ein großes Ganzes und es braucht nicht viel Empfindlichkeit, um Unfreundlichkeit von Freundlichkeit zu unterscheiden.
Der eine mag vielleicht sensibler drauf reagieren als der andere, aber es ändert nichts an der Unfreundlichkeit.
Atrox schrieb:Natürlich, aber sie liefern keine eindeutige Antwort. Wenn die Leute subjektiv mehr Unfreundlichkeit erfahren, kann es eben daran liegen, dass die Gesellschaft entweder unfreundlicher geworden ist oder daran, dass mehr Verhaltensweisen als vorher als unfreundlich angesehen werden.
Das finde ich seltsam.
Welche Verhaltensweisen können denn verschieden gedeutet werden? Jemanden die Tür vor der Nase zuschlagen (beabsichtigt) könnte verschieden ausgelegt werden?
Wenn ich das als unfreundlich definiere, bin ich empfindlich?
hallo-ho schrieb:Aber da fängt es schon an: Was für den einen ein unfassbarer Tabubruch ist (aufgrund seiner Kultur/Erziehung/Tagesform/persönlicher Werte/gesellschaftlicher Werte), ist für den anderen nichtmal ein Schulterzucken wert.
Ich denke, dass Arschloch immer als unfreundlich gesehen werden kann, denn es stellt immer eine Beleidigung dar, selbst wenn andere es nicht empfindlich aufnehmen würden.
Ich könnte jemanden einen HS nennen, aber dann bin ich auch nicht freundlich, selbst wenn der andere es nicht weiter beachtet und nicht so empfindlich reagiert, es ändert jedoch nichts daran, dass ich unfreundlich bin.
Aber wer würde das denn als sehr freundlich auffassen?
Und wenn es in anderen Kulturen zum “guten Ton“ gehört, sind es dann eben andere Verhaltensweisen, die unfreundlich sind, wie jemanden Kaffee einzuschenken.


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19.01.2018 um 15:07
@schluesselbund

Nach Schätzungen der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Wohnungslosenhilfe gibt es etwa 335.000 Wohnungslose incl. 29.000 Kinder. Nicht verwechseln mit Obdachlosen. Wohnungslosigkeit heisst lediglich, dass diese Menschen keine Wohnung haben.

"In Deutschland ist die Zahl der Obdachlosen in keiner Bundesstatistik erfasst, was von Wohlfahrtsverbänden, Politikern und Journalisten immer wieder kritisiert wird. Bundesweit gibt es Schätzungen, die von Wohlfahrtsverbänden aufgestellt werden. Auch die einfach ermittelbare Anzahl vollstreckter Zwangsräumungen wird statistisch nicht erfasst.

Die Zahl der Personen, die ohne jeglichen Wohnraum auf der Straße leben, wird von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) für die Jahre 2002 bis 2008 mit etwa 20.000 angegeben. Die Zahl der Wohnungslosen (ohne Aussiedler) lag 1999 bei 440.000 und ist bis 2008 kontinuierlich auf 223.000 gesunken. 2004 schätzte die BAG W folgende Zahlen: Auf der Straße lebten etwa 20.000, davon 2.000 Frauen; zudem schätzte sie 5.000 bis 7.000 Straßenkinder. Für das Jahr 2006 schätzt die BAG W die Verteilung der Wohnungslosen auf 11 % Kinder, 25 % Frauen, 64 % Männer. Für das Jahr 2009 schätzte sie 235.000 Wohnungslose und 18.000 Obdachlose. Für 2014 gibt die BAG W die Zahl der Wohnungslosen mit 335.000 an mit steigender Tendenz. Der Anteil der Frauen stieg dabei auf 28 %. Ganz ohne Unterkunft waren 39.000 Menschen. Das ist gegenüber 2012 ein Anstieg um 50 %." (Wikipedia)

Historische Zahlen sind, mangels statistischer Erfassung (s.o.) schwer zu belegen. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass der Wohnungsmarkt in den Jahren bis ca. 1970 in der BRD deutlich enger war als heute. Ungefähr ab dieser Zeit waren die "Trabantenstädte" im Umland grösserer Städte in der Lage, die Zahl der durch den Krieg zerstörten Wohnungen in etwa wieder auszugleichen.


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19.01.2018 um 15:12
@hallo-ho

Da, wo ich aufgewachsen bin, hätten wir die Anrede "Du Arschloch" nicht persönlich genommen - ebenso wenig wie der Anredende den als Reaktion erfolgten Fausthieb. Waren halt rauhe Zeiten damals im guten alten St. Pauli.

Interessanterweise waren die Umgangsformen in den Weltgegenden, in denen meine beiden Ehefrauen aufgewachsen sind, nicht zivilisierter. Weder in einem Palästinenser-Camp im Libanon noch in den Slums von Derry (And never ever call it "London"derry!) wurde im zwischenmenschlichen Umgang nach Freiherrn von Knigge verfahren.

Aber später haben sie sich dann alle zivilisiertere Umgangsformen angeeignet. Geht doch!


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Warhead
ehemaliges Mitglied

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19.01.2018 um 15:32
Ich wüsste auch nicht wie ich jemanden,der mir seine Autotür vors Rad rammt,mich kaltschnäuzig schneidet/ausbremst/die Vorfahrt nimmt oder lachend riesige Pfützen über mich fetzt oder mitten auf der Kreuzung stehend voll Karacho den Rückwärtsgang einlegt,mich umbügelt und sich schwerste Sorgen um seine Stosstange macht,als was ich den bezeichnen soll wenn nicht mindestens als Arschlochabgefeimterdrecksackschweinehundmeuchelmörderstrassennazi


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19.01.2018 um 15:34
sunshinelight schrieb:Zudem ist man damit nur am Existenzminimum und wer weiß, wie lange man das machen muss. Einen guten Job finden? Ist doch schwererer geworden.
Wieso ist es schwerer einen guten Job zu finden? Das könnte man nun wirklich mit ein paar Zahlen unterfüttern.
sunshinelight schrieb:Den Druck, den Arbeitslose zu spüren bekommen, sollte man auch nicht vergessen
Ich war auch nach dem Abi für ein Jahr zuhause. Der Druck als Arbeitnehmer war für mich deutlich größer. 20 Bewerbungen pro Woche ausdrucken ist was anderes als 40 Stunden zu ackern.
sunshinelight schrieb:Mag ja vielleicht einige Leute geben, die zufrieden mit ihrem Leben sind und denen die Sonne aus dem Arsch scheint, aber das wieder auf eine ganze Gesellschaft projizieren zu wollen ist doch ebenso gewagt wie nicht realitätsnah.
Und in die andere Richtung ist es legitim oder wie?
sunshinelight schrieb:Die Gesellschaft ist ein großes Ganzes und es braucht nicht viel Empfindlichkeit, um Unfreundlichkeit von Freundlichkeit zu unterscheiden.
Der eine mag vielleicht sensibler drauf reagieren als der andere, aber es ändert nichts an der Unfreundlichkeit.
Nein, die Grenze zwischen freundlich und unfreundlich ist eben nicht so leicht zu ziehen. Für den einen wirkt der Sachbearbeitet freundlich, weil er einen Guten Tag gewünscht hat, der andere findet ihn unfreundlich, weil er nicht permanent gelächelt hat oder sich dazu erdreistet nicht zu allem Ja und Amen zu sagen.
sunshinelight schrieb:Welche Verhaltensweisen können denn verschieden gedeutet werden? Jemanden die Tür vor der Nase zuschlagen (beabsichtigt) könnte verschieden ausgelegt werden?
Kannst du so gut zwischen Absicht und Versehen entscheiden? Das Nicht-Grüßen ist doch ein gutes Beispiel. Ich habe da null Stress mit, andere eben schon. Oder das Duzen. In meinem beruflichen Umfeld ist das Du total normal, anderenorts wäre es ein klarer Affront zu duzen ohne, dass es explizit angeboten wurde.
sunshinelight schrieb:Ich denke, dass Arschloch immer als unfreundlich gesehen werden kann, denn es stellt immer eine Beleidigung dar, selbst wenn andere es nicht empfindlich aufnehmen würden.
Meine Freunde wurden schon so oft von mir als Arschlöcher bezeichnet. Das hat aber keiner unfreundlich bewertet, sondern eben im Kontext. Was meinst du, wie ich manchmal bei FIFA ausraste? :D Da geht ja jetzt auch einer daher und erzählt mir, wie kacke die Gesellschaft geworden ist, weil ich ihm während einer Runde FIFA die Pest an den Hals wünsche. Wenn die Person das doch tun würde, würde ich sie wohl für sehr empfindlich halten.


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19.01.2018 um 16:00
Lightspeed schrieb:die meisten in Deutschland finden Beleidigungen schlecht, unfreundlich etc.
Mir ging es darum, dass (Un)Freundlichkeit nunmal subjektiv ist.
Dass man Beleidigungen schlecht findet, davon gehe ich auch aus, ich habe aber etwas ganz anderes ausgesagt, nämlich dass es total unterschiedlich ist, was als Beleidigung empfunden wird. Das ist nicht das gleiche.


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19.01.2018 um 16:01
Genaue Kenntnis der Rechtslage, ggf. in Zusammenarbeit mit Anwalt oder Interessensvertretung in Verbindung mit sehr höflichem und sehr bestimmten Auftreten führt meist zum Erfolg.

Behörden und behördenartige Institutionen teilen sich meine Frau und ich nach der altbekannten Verteilung in Good Cop und Bad Cop. “Speak softly and carry a big stick; you will go far.” (T.Roosevelt). Ich bin der Gute, der softly speaks und Eileen ist mein big stick. Ich beherrsche die Palette von Dankschreiben bis Dienstaufsichtsbeschwerde, sie die von Angeboten sexueller Dienstleistung bis zum Niederbrennen des Büros. Interessanterweise entscheiden sich die meisten öffentlich Bediensteten bei ihr für Letzteres.

Als ich 2011 nach einem grossen Krach meine Position im mittleren Management eines grossen Verlagshauses verlassen habe, war ich 56 und bin brav zur lokalen Agentur für Arbeit getapert und hatte eine sehr nette Sachbearbeiterin. Die hat mir ganz klipp und klar gesagt: Sie sind überqualifiziert, überteuert und überaltert. Für Sie gibt's nichts. So haben wir denn alle Vierteljahr gemütlich eine Tasse Kaffee getrunken und und über Kinder, Häuser und Politik unterhalten. Ich habe so getan, als würde ich Arbeit suchen und sie hat so getan, als würde sie mich vermitteln wollen. Nach Ablauf des ALG-1-Bezuges habe ich mich dann abgemeldet.


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19.01.2018 um 16:08
Atrox schrieb:Wieso ist es schwerer einen guten Job zu finden? Das könnte man nun wirklich mit ein paar Zahlen unterfüttern.
Es geht um die Frage “guter Job“, nicht nur irgendeinen Job.
Atrox schrieb:Ich war auch nach dem Abi für ein Jahr zuhause. Der Druck als Arbeitnehmer war für mich deutlich größer. 20 Bewerbungen pro Woche ausdrucken ist was anderes als 40 Stunden zu ackern.
Hehe, mein Fehler, ich meinte nicht den physischen Druck, sondern mehr den psychischen. Job finden, Geld haben, anderen nicht dauernd erzählen müssen, man wäre arbeitslos... Und immer dieses Nase rümpfen der Leute, wenn man sagt, ich bin beim Amt.
Atrox schrieb:Und in die andere Richtung ist es legitim oder wie?
Ich habe das erwähnt, weil du ja dieses Beispiel immer wieder hervor holst.
Atrox schrieb:Nein, die Grenze zwischen freundlich und unfreundlich ist eben nicht so leicht zu ziehen. Für den einen wirkt der Sachbearbeitet freundlich, weil er einen Guten Tag gewünscht hat, der andere findet ihn unfreundlich, weil er nicht permanent gelächelt hat oder sich dazu erdreistet nicht zu allem Ja und Amen zu sagen.
Ich glaube, das Beispiel ist überzogen, viel mehr könnte man hier über Höflichleitsfloskeln reden, nicht aber um den Umgangston und dass jemand permanent lächelt, verlangt auch keiner. Besonders wenn man gerade konzentriert ist, ist das unmöglich. Ich denke, dass
Atrox schrieb:oder sich dazu erdreistet nicht zu allem Ja und Amen zu sagen.
das hier eine Wertung ist. Wie oft habe ich erlebt, dass man sich über einen Umgangston beschwert, der nächste es aber so weitergibt, als hätte ich ihn unfreundlich genannt, weil er mir nicht das gegeben hat, was ich von ihm wollte. Dieser letzte Satz erinnert mich gerade wieder daran. Es wird viel verzerrt und verschwommen.

Die Grenze zwischen Freundlichkeit und Unfreundlichkeit ist sehr leicht zu ziehen, denn wenn ich dich jetzt einen Arsch nennen würde, wäre ich ganz klar unfreundlich.
Atrox schrieb:Kannst du so gut zwischen Absicht und Versehen entscheiden?
Als ich letztens angesprochen wurde im Supermarkt habe ich die Person nur angeguckt und bin ohne was zu sagen weiter gegangen. Ich denke nicht, dass man das missinterpretieren kann. Ich war ein Arsch, fertig.
Genauso gut erkennt man, wenn eine Person jemanden winkt und die geht weiter, sieht aber, dass diese Person einen nicht gesehen hat.
“Oh, der hat mich nicht gesehen“ ist dann der Ausruf.
Die Person wird dann nicht als unfreundlich tituliert.
Klar kann man auch mal nicht festlegen, was was ist, weil man nicht die ganze Situation im Blick hat, aber nichtsdestotrotz lässt sich die Grenze ganz einfach ziehen.
Atrox schrieb:Meine Freunde wurden schon so oft von mir als Arschlöcher bezeichnet. Das hat aber keiner unfreundlich bewertet, sondern eben im Kontext. Was meinst du, wie ich manchmal bei FIFA ausraste? :D Da geht ja jetzt auch einer daher und erzählt mir, wie kacke die Gesellschaft geworden ist, weil ich ihm während einer Runde FIFA die Pest an den Hals wünsche. Wenn die Person das doch tun würde, würde ich sie wohl für sehr empfindlich halten.
Klar, ich nenne auch mal jemanden aus Spaß einen Arsch, aber das sind halt Umgänge unter Freunden. Draußen nenne ich niemanden einen Arsch, außer, ich meine das so. Aber das resultiert dann ja wieder aus dem, was man Unfreundlichkeit nennt.^^


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