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Alte Menschen nerven

233 Beiträge, Schlüsselwörter: Menschen, Gesellschaft, Nervig, Rentner, Alte Menschen

Alte Menschen nerven

14.08.2019 um 19:43
starkiller69 schrieb:In früheren Zeiten gab es noch Wissen und Fähigkeiten weiterzugeben - über Pflanzen, Heilkräuter, Tiere, Handwerk usw.
Das kann man heute nicht weiter gehen?

Also du meinst früher würde man durch dieses Wissen vielleicht weise.

Und warum dann heute nicht mehr?

Auch wenn man jeden Tag den gleichen Job macht und immer Tatorte schaut, kann man doch genauso viel Wissen und Fähigkeiten haben und auch weiter geben, oder?

Warum nicht?


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14.08.2019 um 19:51
starkiller69 schrieb:Woher soll die kommen? Vom Jahrzehntelang den selben, stumpfsinnigen Job machen? Vom jeden Tag den selben Dreck im Fernsehen anschauen (Tagesschau, Musikantenstadl, Tatort)?

In früheren Zeiten gab es noch Wissen und Fähigkeiten weiterzugeben - über Pflanzen, Heilkräuter, Tiere, Handwerk usw.

Was KANN denn ein heute alter Mensch noch? Vor der Glotze versauern? Im Supermarkt einkaufen?
Wenn ich auf die vergangenen fast 65 Lebensjahre zurück blicke, habe ich nicht das Gefühl, "Jahrzehnte lang den selben stumpfsinnigen Job" gemacht zu haben oder haben zu müssen. Ich habe mir auch mein Lebtag nicht "Dreck im Fernsehen" angeschaut.

Wenn ich mir das Leben in meinem Freundeskreis so ansehe und die Biographien vergleiche, stelle ich durchaus Ähnlichkeiten fest, wobei ich zugeben muss, dass einige Zeitgenossen in ihrem Leben noch mehr erlebt haben und bewegt haben als ich.

Nein, liebe Kinder: Nicht jeder über 50 (oder 30?) muss deshalb zwangsläufig ein seniler Volltrottel sein. Ebensowenig wie jeder unterhalb dieser Altersgrenze ein jugendliches Genie sein muss - selbst wenn er/sie sich dafür hält.

Irgendwann im Laufe seines Lebens hat man einen Punkt erreicht, wo einen nichts mehr allzusehr nerven kann. Dann ist man cool. Etwas später dann nervt einen gar nichts mehr. Dann ist man kalt. Und tot.

Grundsätzlich ist "Alter" keine Frage des Geburtsdatums, sondern der inneren Einstellung.
Niemand wird alt, weil er eine bestimmte Anzahl von Lebensjahren auf dem Buckel hat. Man wird alt, wenn man sich von seiner Fantasie und seinen Träumen final verabschiedet. Man sollte sie behalten, auch in dem Wissen, dass sie sich nicht immer oder nicht so wie gewünscht realisieren lassen. Im Laufe der Zeit wirft unsere Haut Falten, mit dem Verzicht auf Neugierde, Lernbereitschaft und Ideale aber wird auch unsere Persönlichkeit Falten werfen wie eine alte Hose.

Ich kenne frühvergreiste Mid-Twens, die Wertvorstellungen haben, die es mit denen meiner Grosseltern kurz vor Demenzeintritt aufnehmen können. Ich kenne lebensmüde Dreissiger, die glauben, mit Ehemann, Kindern und Hypotheken sei ihr Leben am Ende. Ich kenne verbrauchte Vierziger, die die Tage bis zur Rente zählen (Welche Rente, hä?).

Und ich kenne Menschen, die sich eben nicht "altersgemäss" verhalten: Siebzigjährige, die Berggipfel im Himalaya besteigen, Achtzigjährige, die ein Studium der Philosophie beginnen und Neunzigjährige, die auf der Bühne den Blues singen.

Ich habe die grosse, böse SECHZIG schon hinter mir gelassen. Na und? Eine Zahl, nichts weiter. Ich werde trotzdem in meiner verbeulten Karre laute Rockmusik hören, dass den Kids an der Fussgängerampel das Gel aus den Haaren fliegt, meine Frau und ich werden auf hanseatischen Nobelparties trotzdem Leute schockieren "Sie haben sich ihre Wohnung von einer Blindenwerkstatt einrichten lassen?" und meine Frau wird trotzdem in heissen Sommernächten nackt auf der Terrasse Pogo tanzen und "Hersham Boys" mitgrölen, dass die Spatzen tot vom Dach fallen.

Man hat im Laufe der Jahrzehnte genügend Dinge gesehen und/oder erlebt, dass man nicht mehr so leicht in Panik gerät, dass einen so schnell nichts mehr aufregt. Nennt es Abstumpfung oder Toleranz, Altersweisheit oder Altersschwachsinn.

Nach "Ruhe" strebe ich nicht unbedingt. Davon werde ich nach meinem Ableben mehr als genug haben. Vermutlich eine Ewigkeit.


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14.08.2019 um 20:26
Doors schrieb:Und ich kenne Menschen, die sich eben nicht "altersgemäss" verhalten: Siebzigjährige, die Berggipfel im Himalaya besteigen, Achtzigjährige, die ein Studium der Philosophie beginnen und Neunzigjährige, die auf der Bühne den Blues singen.
Die gibt es. Aber wie wir hier lesen konnten ist vieles (oder war das sogar alles?) sehr viel beschwerlicher und vieles kann man einfach nicht mehr. Körperlich einfach schon mal nicht. Mit jeder körperlichen Beeinträchtigung wird es sehr schwer den Himalaya zu besteigen.
Ein Studium mit 8o? Unterschiedlich einige sind nicht mehr so mobil , seit dem Schlaganfall, andere können nicht mehr 2 Stunden am Stück lesen, wieder andere können sich kaum länger als 30 min in eins konzentrieren. Und das Gesinge der meisten 90iig jährigen möchte kaum einer hören.

Es ist schön und toll wenn man lange aktiv ist, aber ganz so einfach ist es eben auch nicht. Sehe mich ja auch viel jünger, aber hatte Phasen wo ich selber nicht gehen konnte. Wenn man dann noch 80 ist und kann nicht gehen, glaube da kommt man nicht auf die Idee noch ein Studium anzufangen............
Oder?


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14.08.2019 um 20:34
Alienpenis schrieb: (Zitat von mir) Verdödeln ihr Leben vor dem Fernseher. Das Vor- und Nachmittagfernsehprogramm ist unglaublich schlecht, das könnt ihr mir glauben.

spricht da 'ne menge erfahrung mit?
Meine Frau wirft den Fernseher frühmorgens an und kriegt ihn dann nicht aus. Ich schau dann mal eine Viertelstunde rein und fliehe dann zu interessanteren Beschäftigungen.
Supialexi schrieb:(Zitat von mir) je älter man wird, die Zeit schneller vergeht.Eben war man noch 15, 20, 30 und fühlt sich auch so - schon ist man Rentner.

Ist das tatsächlich so , oder ist das nur eine Rederei? Gibt es da einen Grund oder gar wissenschaftliche oder medizinische Untersuchungen?
Natürlich ist ein Tag, ein Jahr mit eins tatsächlich genau so lang wie mit 86. Der alte Mensch erlebt aber Zeit subjektiv kürzer als in seiner Jugend. Und das ist kein Einzelfall, das dürfte (fast) allen Menschen so ergehen. Keine Ahnung, warum das so ist.


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14.08.2019 um 21:00
Doors

Sehr guter Beitrag. Aber wir, die wir um die 65 sind, haben natürlich auch Glück gehabt. Zu jung für die Entbehrungen der Nachkriegszeit und groß geworden als Kind der 68ziger mit ihren Freiheiten.
Wer diese Einstellung über die letzten 40 Jahre bewahrt hat, hat heute eine Menge Spaß.
Evtl. schockierend viel für sehr viel jüngere, die sich innerlich nicht mehr so viel erlauben.
Die Spießigkeit ist auf dem Vormarsch.
Aber ich will nicht ungerecht sein. Das ist mindestens genau so ein individuelles Problem als das des Geburtsjahrgangs.


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14.08.2019 um 21:00
Lupo54 schrieb:Der alte Mensch erlebt aber Zeit subjektiv kürzer als in seiner Jugend.
Meine Mutter sagte kurz vor ihrem Tod mit 89: Bergab geht's schneller.


@Supialexi

Natürlich kann man als älterer Mensch schon eher mit körperlichen Beeinträchtigungen rechnen. Das allerdings auch schon in jungen Jahren: Rücken, Knie, Bandscheibe etc. Da kenne ich genügend Dreissiger, die weniger fit sind als ich mit einem mehr als doppelt so hohen alter. Und klage niemand über uralte BluessängerInnen. Die haben es noch drauf, weil ihre Stimme schon früher ohne Computermanipulation auskommen musste.


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14.08.2019 um 21:01
@Lupo54

Ich bin dankbar dafür, dass meine sexuell aktivste Zeit nach Erfindung der Pille und vor Aufkommen von AIDS lag. :D


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14.08.2019 um 21:18
Doors schrieb:Grundsätzlich ist "Alter" keine Frage des Geburtsdatums, sondern der inneren Einstellung.
Niemand wird alt, weil er eine bestimmte Anzahl von Lebensjahren auf dem Buckel hat. Man wird alt, wenn man sich von seiner Fantasie und seinen Träumen final verabschiedet
Naja.... So ist es auch nicht. Wenn man krank wird und senil und plötzlich wirres Zeug redet und alle anfangen einen wieder zu behandeln wie ein Kleinkind, und dann tatsächlich noch eine Windel wieder dran muss... Dann hat das nichts mit mangelnder Fantasie und konservativen Gedanken zu tun.

Ich wünsche allen Menschen ein glückliches, erfülltes und vor allem gesundes langes Leben. Ich bin aber ehrenamtlich dort unterwegs, wo Leute seit Jahren keinen geraden Satz mehr raus kriegen, wenn sie denn überhaupt noch sprechen können, und sehe die andere Seite.


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14.08.2019 um 21:22
@Rumo

Ich arbeite in der Psychiatrie. Da haben auch schon Teenies vergleichbare Symptome. Physische und psychische Beeinträchtigungen sind leider nicht an ein bestimmtes Lebensalter gebunden.


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14.08.2019 um 21:30
Ja? Wie viele 20- oder 30-jährige haben denn Alzheimer?


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14.08.2019 um 21:34
@Rumo

Zumindest scheint es sie zu geben, wenn sich die Alzheimer-Gesellschaft mit ihnen beschäftigt:

https://www.deutsche-alzheimer.de/die-krankheit/demenz-im-juengeren-lebensalter.html

Die jüngeren Wirrbirnen, mit denen ich zu tun habe, haben sich ihren Dachschaden allerdings meist mit irgendwelchen psychoaktiven Substanzen angefüttert.


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14.08.2019 um 21:45
Man es ist doch einfach so, dass es im Alter doch viel schwerer wird. Persönlich erlebe ich das nicht direkt täglich, aber viele über 70ig müssen sich direkt anstrengen und überwinden, das Haus zu verlassen , weil sie Schmerzen beim Gehen haben, und sonst noch ......

Es wäre schön, wenn man immer so fit bleiben würde. Erinnere da mal an den letzten Papst, glaube er wurde schon über 80 als er Papst wurde; und als er zurück treten wollte war er um 87 Jahre und meinte ihm wäre in letzter Zeit aufgefallen wie beschwerlich alles sei etc...
Und der Mann "muss" ja selber, wenn er nicht will für nichts sorgen.


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15.08.2019 um 12:26
@Supialexi

Natürlich fällt einem mit jedem Lebensjahr auf dem Buckel so manches schwerer, das kann aber auch schon in jungen Jahren bei (chronischer) Krankheit oder nach Unfällen der Fall sein.

Ich würde heute auch nicht mehr in Doppelschicht stinkende Rinderhäute oder leckende Fässer mit Tierdärmen aus einem Schiffsbauch auf die Hieve stapeln, bis man das Gefühl hat, der Rücken bricht einem durch. Nein, das würde ich nicht mehr, kann ich nicht mehr und muss ich glücklicherweise nicht mehr.

Im Alter (also kurz vor Spielende) wird man halt bequemer. "Bequemlichkeit" heisst für mich alledrdings nicht, vor der Glotze auf dem Sofa zu hängen und auf den Sensenmann zu warten. Für mich heisst das eher, dass ich technische Hilfsmittel nutze, um Körperkräfte zu schonen. Dies gilt vor allem in Haushalt und Garten, vom Geschirrspüler bis zum Rasentraktor. Auch greife ich gern auf externe Fachkräfte zurück und lasse Sachen machen, die ich früher selbst gemacht habe. Dies gilt vor allem für handwerkliche Aufgaben. Ich muss mit Mitte Sechzig nicht mehr auf Dächer klettern, um Pfannen auszuwechseln. Ich kenne allerdings Menschen, die deutlich weniger Geld haben, und das tun müssen.


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15.08.2019 um 12:33
Doors schrieb:Im Alter (also kurz vor Spielende) wird man halt bequemer. "Bequemlichkeit" heisst für mich alledrdings nicht, vor der Glotze auf dem Sofa zu hängen und auf den Sensenmann zu warten
So sieht´s aus...manches muß man sich nicht mehr geben...außer vielleicht etwas mehr Besinnung auf das was noch "sicher" zu absolvieren ist, und wovon man - im Gegensatz zu früher - lieber die Finger lassen sollte.

Es ergeben sich im Alter andere Sparten, in denen man durchaus noch volle Leistung bringen kann, und sei es "nur" auf geistiger Ebene.

Leider leben wir in einer dermaßen verkorksten Leistungsgesellschaft das Rücksicht auf schwächere immer seltener wird, Geduld mit anderen Menschen, die eben nicht mehr so können
( und sei es nur Oma Krawutke, die an der Kasse ihr Kleingeld mühsam auszählt weil sie gerne passend zahlen möchte ) ist ebenfalls kaum noch anzutreffen.

Das ist jedenfalls meine Feststellung in meinem Alltag - beruflich wie privat.


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15.08.2019 um 12:35
@Funzl

Ich fühle mich durch ältere Kleingeldzähler an Supermarktkassen ebenso wenig genervt wie durch die, die in der Schlange vor mir est mal ihrem Gesprächspartner haarklein erzählen, was sie eingekauft haben, bevor sie es auf's Band packen.

Geduld ist eine Tugend. Das lernt man als Bahnfahrer.


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15.08.2019 um 12:42
Doors schrieb:Ich fühle mich durch ältere Kleingeldzähler an Supermarktkassen ebenso wenig genervt wie durch die, die in der Schlange vor mir est mal ihrem Gesprächspartner haarklein erzählen, was sie eingekauft haben, bevor sie es auf's Band packen.
Mich lässt das kalt...im Gegenteil...ich gugg mir die Senioren dann an und verfalle nur all zu leicht ins Nachdenken...."was hat dieser Mensch wohl schon alles erlebt / erleben müssen "...

...allerdings "warte" ich auch mit einem Ohr auf irgend so ne Wichsfrosch der meint "maulen" zu müssen....da kann ich dann mein Maul nicht halten und geb dezent und ruhig "kontra" :D
Doors schrieb:Geduld ist eine Tugend. Das lernt man als Bahnfahrer.
Nicht nur als Bahnfahrer.....^^


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15.08.2019 um 12:43
Doors schrieb:Ich bin dankbar dafür, dass meine sexuell aktivste Zeit nach Erfindung der Pille und vor Aufkommen von AIDS lag. :D
LOL!


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15.08.2019 um 12:47
@Funzl

Irgendwann kriegen die Hell's Grannies sowieso alle jungen Schnösel:

Youtube: Monty Python - Hell's Grannies


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15.08.2019 um 12:48
@Doors

Joo......das wird auch noch kommen ;)


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15.08.2019 um 13:14
Also ich war mit 20 der festen Überzeugung, dass so ab 40 Jahren das Leben gelaufen ist.

Fand wohl auch keinen mehr ansehnlich der älter als 39 war und überhaupt , was sollte man dann noch schönes erleben? Chef in einer Firma mit Ärger und Theater, sein, zuhause der Familienvorstand mit nörgelnder Ehefrau und nervigen Kindern?

Es gab nach meiner Überzeugung nichts was dann noch erstrebenswert sein könnte.
Vielleicht war mir auch die äusserliche Attraktivität zu wichtig.

Habe dann wohl viele Jahre nicht mehr drüber nachgedacht, als ich dann mit mitte 30 eine private Rentenversicherung abschloss achtete ich auf Fälligkeit vor dem 50. Geburtstag, dass ich mir noch einen Jaguar zum Geburtstag kaufen könne. Dann war mir aber ein so teures Auto total unwichtig, habe es angelegt, damit ich später mal genügend Geld haben würde.

Aber genauso kann ich mir für mich selber nicht vorstellen, wie es mit 75 noch lebenswert sein sollte.

Letztens sagte eine 85 jährige, sie habe früher immer gedacht ,was sie wohl für eine Langeweile hätte wenn sie so alt wäre. Für mich war nie klar ob ich überhaupt in 20 Jahre noch leben würde; dennoch habe ich sehr viel gespart und anfangs auf sehr vieles, auch mal bitter, verzichtet. Ob das falsch war?


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