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Warum muss ich als Atheist die christlichen Feiertage mitmachen?

516 Beiträge, Schlüsselwörter: Atheist Und Christliche Feiertage

Warum muss ich als Atheist die christlichen Feiertage mitmachen?

11.06.2019 um 11:05
Ja vielleicht noch etwas früh, wollte es aber nicht mehr ausbessern;)
Dennoch sehe ich da nichts Schlimmes wenn Eltern ihren Glauben an die Kinder weitergeben, genauso machen sie es bei vielen anderen Punkten und da stört es niemanden. Ich muss es halt emotionslos sehen, Religion ist nichts anderes als ein paar Antworten auf Fragen, die im Laufe eines Lebens eben hin und wieder aufkommen. Wenn man da Antworten bekommt, die sich über Jahrhunderte bewährt haben, sehe ich dahinter nichts schlimmes.


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Warum muss ich als Atheist die christlichen Feiertage mitmachen?

11.06.2019 um 11:05
@Whoracle
Nein, mit Marduk T-Shirt hab ich noch keinen Lehrer unterrichten sehen, aber mit Emperor Shirt und die Welt ging nicht unter. Das Marduk Shirt ist dann doch eher was für pubertierende, rebellische Schüler...
@AlteTante
Dass im Namen von Religion schon so manches Verbrechen geschehen ist, ist unbestritten. Meist ging es aber weniger um die Religion an sich, sondern um andere Dinge. In der Bibel steht ja nicht, dass man rothaarige Frauen verbrennen solle... genausowenig wie bei Karl Marx steht, man solle Rote Khmer, Stalin oder DDR Unrechtssystem spielen. Es sind philosophische Bücher ihrer Zeit. Auge um Auge hiess damals zb nur, dass man einen Schaden wieder gut machen soll. Wortwörtlich lesen ist mitunter schwierig.
Die Menschenrechte als oberste Richtschnur sind natürlich wichtig, aber ohne Religion würde vielen Menschen in der Gesellschaft einiges fehlen, was z. B. gemeinsam gefeierte Traditionen und Verbundenheit angeht... ganz grob und kurz formuliert. Religiöser oder politischer Fanatismus und Übereifer natürlich außen vor.
Generell fühlt sich aber wohl niemand in Deutschland von Feiertagen belästigt.. ausser paar Leuten, die den Einzelhändler etc am liebsten auch den Sonntag nehmen würden und diesen als Familientag nicht brauchen.


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Warum muss ich als Atheist die christlichen Feiertage mitmachen?

11.06.2019 um 11:21
@abberline
Es will ja niemand die Religion abschaffen. Dass viele Menschen so etwas benötigen, um einigermassen rund zu drehen, ist doch unstrittig.
Vielen würde halt ohne Religion, ohne den Glauben an irgendwelche Entitäten, Geister, Engel und/oder Dämonen etwas fehlen.
Aber warum seine Mitmenschen damit behelligen?


CZkZVWh

Inwieweit kannst du der Aussage des Bildes zustimmen und wo hat es deiner Meinung nach unrecht?


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11.06.2019 um 11:22
Whoracle schrieb:Dennoch verstehe ich nicht, wieso es Menschen nicht ermöglicht werden sollte, die Entscheidung zu einem Beitritt in eine solche Organisation zu entscheiden, wenn sie dazu mündig sind.
Das betrifft irgendwelche Rituale wie Taufe überhaupt nicht, die kann man weiter durchführen von mir aus...hindern kann man daran ja sowieso niemanden. Aber ein offizieller Beitritt eines Menschen, der das gar nicht entscheiden kann, ist falsch und verzerrt auch die Verhältnisse.
Wir gehen jeden Sonntag und jeden Feiertag in die Kirche. Unsere Kinder sind da eingebunden (Ministranten). Zwei unserer Kinder sind nun religionsmündig, ändern das aber nicht. Die Kirche ist ein Teil unseres Lebens. Es wäre gar nicht gegangen, die Kinder da rauszuhalten.

Das ist im säkularen Bereich nicht anders. Wir haben Freunde, die sind im Wanderverein. Da wandern einen Teil der Freizeit einnimmt, wandern die Kinder eben. Genauso ist es mit Kindern von Vegetariern, etc. Du wirst immer vom Lebensstil der Eltern geprägt werden.
Whoracle schrieb:Was rechtfertigt dieses Einfluss und die Stellung dann?
Von welchem Einfluss sprichst du denn genau? Ich kann dir die Frage erst beantworten, wenn du hier mal konkret wirst.
Whoracle schrieb:Nö. Vor allem in ländlichen Gegenden ist kirchliche Heirat Konvention und wird teils allein aus Konformismus praktiziert, ohne dass betreffende Leute besonders gläubig wären. Ich weiß auch nicht, warum das hier von mehreren Leuten in Frage gestellt wird.
Ich wohne ländlich. 30% 40% der katholischen Kinder, die in unserer Gemeinde wohnen, gehen zur Erstkommunion, d.h. über die Hälfte nicht mehr.

In unsrer Gemeinde ist es eher so, dass Leute kommen, die seit Jahren nicht mehr in der Kirche waren, eine kirchliche Trauung wollen und sich dann tierisch aufregen, wenn die an Bedingungen geknüpft sind (Traugespräch, Beichte, Ehevorbereitungskurs ....), weil sie eigentlich nur eine geeignete Kulisse für den Auftritt im weißen Kleid suchen, der Rest ist total egal. Noch schlimmer trifft es den Priester zwei Orte weiter, weil er eine wirklich romantisch schnuckelige Kirche hat, die sich Paare als romantische Kulisse aussuchen - und dann keine Ahnung von der Religion haben. Solche Trauungen sind dann einfach mühsam, wenn niemand das Vater Unser kann und der Priester wie im Kommunionunterricht die Anweisungen geben muss "wir stehen jetzt ...".

Das gleiche ist an Weihnachten zu beobachten: Bei uns in der Gemeinde ist da die Kirche brechend voll. Wäre gar nicht schlimm, wenn die Leute, die sonst nie kommen, respektieren würden, wie man sich in einer Kirche benimmt. Sie kommen praktisch nur, um sich ein wenig Weihnachtsstimmung abzuholen. Wie gesagt - wenn alles im Rahmen liefe, warum nicht. Es gibt nun seit einigen Jahren eine 17 Uhr Messe, die der eingeweihte Rest der Gemeinde meidet wie der Teufel das Weihwasser :-). Da werden lustig Gespräche über drei Bankreihen geführt, SMS verschickt, Fotos gemacht, Hostien spazieren getragen, die Kirche frühzeitig und lautstark verlassen, wenn der Braten fertig ist, zu Spät gekommende mit Rufen begrßt, Coffee to go mitgebracht und der leere Becher in der Bank gelassen ....


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11.06.2019 um 11:27
@missmary

Ich verstehe auch jeweils die Idee nicht, Kindern gar nichts mit auf den Weg zu geben, damit sie sich dann volljährig ganz frei entscheiden können.

Es ist doch selbstverständlich, dass ein Elternhaus eine Prägung mitgibt, idealerweise eine, die dazu führt, dass Kinder glücklich werden und andere Menschen glücklich machen können.

Dazu gehört sicher auch die religiöse Überzeugung von Eltern.

Wir geben doch auch alles andere, was wir für richtig halten mit, irgendwann setzen Kinder sich damit auseinander und als Prozess des Erwachsenwerdens nehmen sie einiges davon an, anderes eher nicht.

Wichtig ist mir, Kinder nicht mit drakonischem Maßnahmen die eigene Überzeugung aufzuzwingen, ihnen aber im Positiven soviel mitzugeben, dass sie keine innere Leere fühlen, die dann minderwertig (Drogen, Sekten, Salafismus, Okkultismus) ausgefüllt wird.


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11.06.2019 um 11:29
sacredheart schrieb:...ihnen aber im Positiven soviel mitzugeben, dass sie keine innere Leere fühlen, die dann minderwertig (Drogen, Sekten, Salafismus, Okkultismus) ausgefüllt wird.
Das wird der Salafist, Satanist, Okkultist ect wahrscheinlich exakt genau so anführen.


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11.06.2019 um 11:35
sacredheart schrieb:Es ist doch selbstverständlich, dass ein Elternhaus eine Prägung mitgibt, idealerweise eine, die dazu führt, dass Kinder glücklich werden und andere Menschen glücklich machen können.

Dazu gehört sicher auch die religiöse Überzeugung von Eltern.
Das hieße im Umkehrschluss, das Kinder ohne Einfluss der jeweiligen Religion unglücklich würden oder auf die schiefe Bahn geraten?


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11.06.2019 um 11:39
@Tröti

Dein Einwand mag korrekt sein, auch wenn er hier etwas off topic erscheint.

Es sind nur halt immer noch die Wenigsten Satanisten (die tauchen immer nur im Sommerloch in Zeitungen mit großer Schrift auf) oder Okkultisten.

@borabora

Das glaube ich nicht, weil ich die Hoffnung habe, dass alle Eltern ihren Kindern ihre Werte mitgeben und ich hoffe, dass es grundsätzlich auch Werte sind, die Kinder und ihr Umfeld glücklich machen können. Das können unter Umständen religiöse Werte sein, andere sind aber auch vorstellbar. Ich bin selbst nicht religiös, denke aber dennoch meinen Kindern eine Weltanschauung mitzugeben, die ihnen und ihrem Umfeld weiterhelfen kann.

Ich hielte es lediglich für seltsam, wenn man schon eine Überzeugung hat, diese irgendwie nicht mitzuteilen, um hinterher eine obskure Wahlmöglichkeit zu erhalten. Die haben Kinder ohnehin, eine Emanzipation von den Eltern findet doch in aller Regel statt.


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11.06.2019 um 11:44
sacredheart schrieb:Dein Einwand mag korrekt sein, auch wenn er hier etwas off topic erscheint.
Warum?
Er zeigt doch hervorragend auf wie beliebig deine Äusserung interpretiert werden kann. Jeder, der an etwas glaubt, ist ja der Meinung, dass sein Glaube korrekt ist, ganz gleich wie hanebüchen das einem Aussenstehenden auch erscheinen mag.
Da wird also etwas tradiert, dessen Relevanz wahrscheinlich schon an der Haustür zu Ende ist, und zwar weil niemand hingeht, das in Frage stellt und mal drüber nachdenkt.
Das ist dann das "Hausmeisterargument": Dat hammer schon immer so jemacht..."


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11.06.2019 um 11:44
@sacredheart

Man kann Kindern Werte vermitteln, ohne einer Glaubensgemeinschaft angeschlossen zu sein u. Du führst es gerade auch genauso aus.
Nichts anderes meinte ich.

Ich denke mal, das viele Kinder mit dem Glauben ihrer Eltern nichts anfangen können u. dafür sind sie mMn auch noch was zu jung.

Ihre Glaubensrichtung, sofern sie eine brauchen oder möchten, können sie sich ebenso gut später noch aussuchen.


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11.06.2019 um 11:46
@borabora
Nein, aber es ist wichtig, dass Eltern ihren Kindern versuchen, eine Prägung positiver Art mitzugeben und die eigenen Werte zu erklären, freilich ohne sie mit allen Mitteln aufzuzwingen. Und wenn die Eltern eine friedlich, humanistische, religiöse Einstellung haben und diese vermitteln, ist das doch ok. Genauso wie das Rebellieren im Teeniealter, wo man dann evtl lieber die Satanic Bible oder die Edda liest und Black Metal hört, statt Messdiener zu sein.
Kann doch jeder wie er will, so lange man andere in Ruhe lässt.
@Tröti
Der Spruch ist zum grossen Teil ok, wenn man anerkennt, dass religiöse Einrichtungen oftmals auch sehr gute, soziale Projekte unterhalten und wir uns bewusst sind, dass vieles in unserer Kultur eben auch religiöse Wurzeln hat. Sei es im Kunstbereich bis zu den Feiertagen etc. Religiös muss nicht christlich sein, manches reicht ja noch viel weiter zurück


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11.06.2019 um 11:49
@abberline

Klar ist es wichtig, den Kindern Werte zu vermitteln.
Ziel ist es, aus den Kindern u. A. glückliche, zufriedene Menschen zu machen, die ein vernünftiges Weltbild haben.

Eine Religionszugehörigkeit jedoch ist dazu mMn nicht zwingend notwendig.


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11.06.2019 um 11:58
@borabora
Da stimme ich zu, zwingend notwendig ist eine religiöse Zugehörigkeit natürlich nicht. Nur schadet sie auch nicht zwangsläufig, wie manche hier denken. Es kommt halt auf das wie an und was vermittelt wird. Die Kinder auch über das eigene kulturelle Erbe zu informieren, ist ja nicht schädlich, so lange man dies nicht über andere stellt. Ein "meine Kultur oder Religion ist besser als deine" halte ich für gefährlich. Ein Erklären der eigenen und anderer Kulturen und Traditionen hingegen für wichtig. Nur würd ich nie was aufzwingen.


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11.06.2019 um 11:58
@borabora

Nein, Religion ist dafür nicht erforderlich, sie ist jedoch auch nicht unbedingt hinderlich. So ein bißchen Religion bekommen ja die meisten Kinder mit und sei es nur in der sehr mittelbaren Form von Christkind und Osterhase.

Selbst Außenstehenden etwas abseitig erscheinende Religionsgemeinschaften können ja glückliche und sozial kompetente Menschen hervorbringen, kann ich aus entfernter familiärer Geschichte so bestätigen.

So abseitig mir evangelische Freikirchen oft vorkommen und so dumm mir ihre Ablehnung der Evolution erscheint, habe ich doch glückliche Menschen erlebt, die da sehr involviert waren, zudem auch glückliche Kinder.

Glück und ein streng rationales Weltbild sind halt nicht sehr eng miteinander verwandt.

@abberline

Man kann Kindern aber kaum ein eigenes Weltbild, beispielsweise ein christliches vermitteln und gleichzeitig vermitteln, dass man das Weltbild anderer Religionen mit gleicher Wahrscheinlichkeit für real hält.
Wenn man beispielsweise das neue Testament für göttlich hält, kann man ja nicht gleichzeitig das Weltbild der Salafisten Explosion, dann Jungfrauen' oder das Weltbild des Buddhismus 'Wiedergeburt als Blaualge' vermitteln, das wird man kaum hinbekommen, es wäre auch kaum miteinander vereinbar.


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thomas74
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11.06.2019 um 12:05
Whoracle schrieb:Seltsam, ein ganzes Kapitel heißt "Christentum und Musik". Du scheinst das Buch ja überaus aufmerksam gelesen zu haben.
Ja, ich habe es ganz gelesen, aber um Deine Frage zu beantworten reicht es wenn Du das kapitel Christentum und Recht liest.
Whoracle schrieb:er Punkt ist, dass es in so einer Diskussion unsinnig ist, eine derart umfangreiche Quelle zu verlinken, da es niemandem zuzumuten ist, diese zu lesen, um an einer Diskussion teilzunehmen.
Na, es ist schon vorteilhaft sich intensiv einzuarbeiten wenn man etwas zur Disskussion stellt, es gegenfalls nachzuholen.
Natürlich wenn man in seiner Blase verbleiben möchte und nur Zustimmung heischen möchte ist das obsolet. In diesem Sinne, bleibe in Deiner Blase.


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Warum muss ich als Atheist die christlichen Feiertage mitmachen?

11.06.2019 um 12:09
@sacredheart
Das stimmt, ich halte es nur für wichtig, das eigene Weltbild versuchen zu vermitteln, aber auch zu erklären, dass es Menschen gibt, die anders denken und deswegen nicht schlechter oder besser sind.
Der Osterhase ist ja auch ein "heidnisches" Symbol wie das Osterei... Ostern im christlichen Sinn hingegen hat aber eine andere Bedeutung für Christen. Aber bevor ich Kindern den Zarathustra und den Mithras und den Jesus erklär, sollen sie erst einmal nur mit Freude Ostereier suchen und sich vom Osterhasen beschenken lassen. 😊


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11.06.2019 um 14:29
AlteTante schrieb:In deiner Freizeit und zu Hause kannst du all dies selbstverständlich tun.
Korrekt. Es ist eigentlich so einfach.
AlteTante schrieb:Lehrer haben sich in religiöser und politischer Hinsicht neutral zu verhalten
Volle Zustimmung.

Aber wieso haben wir dann bspw Kreuze in irgendwelchen Schulen und Verwaltungseinrichtungen? Ja, teilweise die Pflicht, dass sowas dort hängt? Wieso diskutieren wir immer wieder über religiöse Symbolik bei Lehrern bzw Lehrerinnen oder bei Richtern?

Niemand diskutiert über Che Guevara-Poster im Rathaus oder Ritterhelme bei der Polizei.
Darüber würde eine Diskussion ja auch gar nicht zugelassen.

Es ist doch offensichtlich, dass Religion hier gegenüber anderen Weltbildern eine Sonderstellung genießt. Leute finden Dinge plötzlich nachvollziehbar, wenn man sie mit "Religion" begründet, erklären können sie das auch nicht.

Hätten wir jetzr seit 200 Jahren den Fisch-Freitag würden mir Leute, die bei einem Veggie-Day Schaum vor dem Mund bekommen, irgendwas von Prägung und der Historie und Werten erzählen und das es doch keinem schadet, einmal die Woche Fisch zu essen...nebulös und irrational und eig nur Zeuge eines zutiefst konservativen Weltverständnis.
AlteTante schrieb:Stell dir mal vor, es wäre so, dass es keine Feiertage (außer vielleicht einem festen freien Tag in der Woche) gäbe und jeder Urlaub nehmen dürfte und müsste, wenn er z.B. Weihnachten feiern wollte. Jeder andere müsste sonst arbeiten.
Und stell dir einmal vor, da ist eine Firma mit 100 Mitarbeitern. 90 davon sind Christen, 4 Prozent Muslime, einer ist Jude und 5 sind Atheisten. Und stell dir mal vor, das wäre nicht heute, sondern vor 120 Jahren, wo auch die meisten Christen noch sehr religiös waren. Von unseren 90 zum Beispiel 86.
Du kannst doch nicht irgendwelche Verhältnisse vor 120 Jahren zu einem Maßstab erklären, nach dem man sich gegenwärtig zu richten hat.
Außerdem sind die Anteile ja nun höchst fragwürdig, haben wir doch bereits ausgemacht, dass das Verhältnis vermutlich eher 50:50 ist und dazu kommt dann noch eine undefinierbare Anzahl von Leuten, die Mitglied der Kirche sind, aber unmündig, allein aus Konformismus oder Bequemlichkeit nicht als Erwachsene austreten etc.

Man müsste sich doch eher die Frage stellen "Was soll in 120 Jahren sein" und nicht " Wie war das vor 120 Jahren".
Fedaykin schrieb:Genau man verteufelte etwas.
Und? Das ist nicht aus sich heraus verwerflich. Das Weltbild der roten Khmer zu verteufeln ist bspw sehr vernünftig.
Fedaykin schrieb:Ich denke Feiertage und ihre Herkunft sind nun weit weniger Schädlich als Traditionellen Körperverletzungen und co.
Das ist wohl unzweifelhaft. Aber was ist der Punkt?
Fedaykin schrieb:DAs überlass der Gesellschaft was sie wo für Bedeutungen zumisst. Ich denke du wirst scheitern wenn du deine "Wunschvorstellungen" als "Gut für die Gesellschaft" bezeichnen möchtest.
Nö, es wäre vor allem mal gut für das Individuum, wenn sich Religionen aus dessen Privatleben heraushalten würden.
Fedaykin schrieb:Und wenn deine Familie dich zu Hochzeiten zwing oder drängt ist das dein Problem nicht das der Gesellschaft...
Stimmt. Ich bin aber nicht Ausgangspunkt dieses Problems sondern diese Gruppe von Menschen und die darf man dann durchaus für ihren illiberalen Standpunkt kritisieren
Pacmys schrieb:Viele Entscheidungen werden von den Eltern getroffen, nur bei Religion ist anscheinend bei vielen Menschen zu viel Emotion drinnen um wirklich das Existenzielle zu sehen.
Phrasi-die-Phras-Phras...und was ist "das Existenzielle"?
Pacmys schrieb:Du müsstest zuerst deine Vorstellung bzw. Meinung über Religion einmal kritisch betrachten.
Was macht dich glauben, dass ich das nie getan hätte?
Pacmys schrieb:Glaube oder nicht, ist eine Entscheidung wie Fleischessen oder nicht, Blau oder Rot als Lieblingsfarbe,...
Nein, überhaupt nicht. Eltern, die ihre Kinder dazu zwingen, vegetarisch zu essen sind überhaupt nicht der Standard oder Konvention und dürfen in meinen Augen auch durchaus dafür kritisiert werden.
Bei der Lieblingsfarbe käme sogar überhaupt kein klar denkender Mensch auf die Idee, sie demKind vorzuschreiben.
Also wo ist der Vergleich?
Pacmys schrieb:Erst wenn man Religion emotionaler sieht, dann stellt man den Glauben auf eine höhere Stufe.
Religion ist nun leider keine Naturwissenschaft und alles andere als rational.
Und eig bin ich doch diejenige, die diesen Glauben eben nicht auf einer höheren Stufe haben möchte sondern gleichberechtigt zu jedem anderen Weltbild.
Pacmys schrieb:Taufe wird es noch schwer für Kinder, aber bei Erstkommunion oder Firmung sind die Kinder schon mündig und könnten sich auch dagegen entscheiden.
8 oder 9 jährige Kinder sind ganz sicher nicht mündig und selbst bei der Konfirmation ist das äußerst fragwürdig.
missmary schrieb:Wir gehen jeden Sonntag und jeden Feiertag in die Kirche. Unsere Kinder sind da eingebunden (Ministranten). Zwei unserer Kinder sind nun religionsmündig, ändern das aber nicht. Die Kirche ist ein Teil unseres Lebens. Es wäre gar nicht gegangen, die Kinder da rauszuhalten.

Das ist im säkularen Bereich nicht anders. Wir haben Freunde, die sind im Wanderverein. Da wandern einen Teil der Freizeit einnimmt, wandern die Kinder eben. Genauso ist es mit Kindern von Vegetariern, etc. Du wirst immer vom Lebensstil der Eltern geprägt werden.
Ich habe durchaus Verständis dafür, dass das nicht klar zu trennen ist und dir hat auch dahingehend niemand in deine Erziehung einzugreifen.
Mir steht da auch überhaupt keine Beurteilung zu, da mit die Einsicht fehlt.

Es wäre also vllt sinnvoll, wenn wir das ein wenig allgemeiner halten und nicht dein Privatleben diakutieren.

Ganz allgmein würde ich den Standpunkt vertreten, Kindern eine freie Entfaltung und Meinungsbildung zu ermöglichen...wie gesagt, das ist nicht vollständig möglich, aber eben soweit es möglich ist.
Eltern und auch der Schule sollte doch primär die Rolle zuteil kommen, Kindern das Rüstzeug, was dafür nötig ist, mit auf den Weg zu geben. Also so im Idealfall.
missmary schrieb:Von welchem Einfluss sprichst du denn genau? Ich kann dir die Frage erst beantworten, wenn du hier mal konkret wirst.
Wie erwähnt: Mitbestimmung oder Zustimmung des Staates bei Bischofsernennungen, Kirchensteuer, Konkordate bze Staatskirchenverträge, Theologische Fakultäten, Staatsleistungen an Kirchen, Militärseelsorge, Religionsgemeinschaften als Körperschaften des öffentlichen Rechts, Konkordatslehrstühle an Universitäten etc.

Und natürlich die gesellschaftliche Wahrnehmung, die ich oben im Bezug auf religiöse Symbolik im Staatsdienst erläutert habe.
missmary schrieb:In unsrer Gemeinde ist es eher so,
Also stimmst du mir doch quasi zu, zumindest im Bezug auf Hochzeit und Weihnachten und offenbar gehst du damit auch nicht konform.
thomas74 schrieb:Na, es ist schon vorteilhaft sich intensiv einzuarbeiten wenn man etwas zur Disskussion stellt, es gegenfalls nachzuholen.
Natürlich wenn man in seiner Blase verbleiben möchte und nur Zustimmung heischen möchte ist das obsolet. In diesem Sinne, bleibe in Deiner Blase.
Pass auf, wir machen das so: Du schreibst jetzt entsprechende Passagen ab, zitierst sie hier und gibst mir die Seitenanzahl. Dann wissen wir alle, dass du dich tatsächlich mit dem Werk befasst hast.
Ich habe das Buch nun und kann mir entsprechende Passagen dann auch im Kontext ansehen und dann werde ich dir darauf adäquat antworten.

Das wäre jedenfalls sinnvoller, als hier einfach ein Buch zu verlinken und sich anschließend auf der Brust zu trommeln.


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11.06.2019 um 15:20
Whoracle schrieb:Du kannst doch nicht irgendwelche Verhältnisse vor 120 Jahren zu einem Maßstab erklären, nach dem man sich gegenwärtig zu richten hat.
Whoracle schrieb:Man müsste sich doch eher die Frage stellen "Was soll in 120 Jahren sein" und nicht " Wie war das vor 120 Jahren".
Aber die meisten Feiertage wurden nicht heute, sondern vor vielen Jahrzehnten festgelegt. Wenn dir das zu altmodisch ist, kannst du doch eine Petition beim Bundstag einreichen, dass christliche Feiertage gestrichen werden beziehungsweise dann Urlaub eingereicht werden muss.


Außerdem: Selbst wenn nur noch 40 Prozent der Belegschaft einer Firma christlich fromm sein sollten, so hätte die an christlichen Feiertagen doch Probleme, den Betrieb aufrechtzuerhalten, wenn die dann alle frei haben wollten. Und an Feiertagen wie Weihnachten und Ostern würden auch viele der anderen frei haben wollen. Weil sie es gewohnt sind, ihre Kinder Eier suchen zu lassen oder unter dem Tannenbaum Lieder zu singen. Egal, wie fromm sie sonst sind.


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11.06.2019 um 17:13
Whoracle schrieb:Und? Das ist nicht aus sich heraus verwerflich. Das Weltbild der roten Khmer zu verteufeln ist bspw sehr vernünftig.
Durchaus, weswegen deine Abschaffen sämtliche Traditonien und Kulturellen Brauchtums eher kontraproduktiv ist für eine kultur

DU bist ja mit der Kulturzwiebel vertraut..

Anbei sehe ich wirklich nicht dein Problem, ich sehe nirgendwo zwang, Kruzifix an der Wand findest du nur in Bayern....

Ich sehe keinen Zwang zu Kirchlichen Hochzeiten, bestenfalls durch die Braut selber bgzl Weißes Kleid und co..

Ansonsten sehe ich auch kein Problem bzgl der Feiertage, denn man muss nicht dran teilnehmen, aber sie sind eben hier eben über die Jahre eingeführt wurden. Man kann sich nicht 2000 Jahre Kultur wegnehmen... ich glaube auch nicht an die große Bunte Mulitkulti Gesellschaft. ich glaube das eher das über die Zeit wohl einen neue Weltkultur entsteht und die Grenzen verschwimmen. Das wird aber nicht unbedingt erzwingen können.

Traditionen und Brauchtum finden dort ihre Grenzen wo andere Gesetze und Rechte Eklatant verletzt werden. Solange aber hier aber noch Kindern die Vorhaut entfernt wird, solange mach ich mir keine Gedanken über Feiertagsbezeichnung oder andere harmlose Brauchtumspflege.
Whoracle schrieb:Nö, es wäre vor allem mal gut für das Individuum, wenn sich Religionen aus dessen Privatleben heraushalten würd
Du das hat das invidivduum zu entscheiden. Ich sehe irgendwie keine Religionsanhänger bei mir in meinem Privatleben rumfuschen.


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Warum muss ich als Atheist die christlichen Feiertage mitmachen?

11.06.2019 um 17:59
@Whoracle
Ehrlich gesagt verstehe ich Dein Problem nicht. In mein Leben hat sich jedenfalls noch nie ein Kirchenträger eingemischt und kirchliche Hochzeiten sind freiwillig und für viele Menschen einfach schön. Und warum ein Feiertag abgeschafft werden sollte und durch irgendeinen Zeitgeistfeiertag ersetzt werden soll (frei hat man ja dann doch gerne), erschließt sich mir auch nicht. Und hiesige Traditionen enfach mal eben abzuschaffen, obwohl sie niemandem schaden, nur um sie durch hippe weltliche Feiertage zu ersetzen, halte ich für großen Quatsch. Denn was wäre ein Volk ohne friedliches Brauchtum und Kultur? Leer und gefährlich... nebenbei konnten selbst totalitäre Regime Brauchtum nie auslöschen.


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