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Mount-Everest Besteigung - Selbstfindung oder Selbstmord?

55 Beiträge, Schlüsselwörter: Tod, Sauerstoff, Sherpa, Bergsteiger, Mount-everest, Sherpas
aero
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Mount-Everest Besteigung - Selbstfindung oder Selbstmord?

15.07.2019 um 10:57

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https://www.google.com/search?q=mount+everest&tbm=isch&tbs=rimg:CZETUy4XWJP-Ijg8Pj3hWEIcKXCA879tr3lJrRrGgcwxFvevkqpptp0l...

Ob das noch zu einer absoluten "selbstfindung" gehört ?...



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https://www.sueddeutsche.de/panorama/everest-tote-bergsteiger-tourismus-1.4467853



Bergsteigen am Mount Everest.




Wenn einer der vorderen plötzlich nicht mehr weiterkommt, kann das für einen nachfolgenden aufgrund des zeitlich ausgerechneten sauerstoffbedarfs schon richtige probleme bedeuten.

Einmal von den kosten abgesehen, kommt es für viele da sie es körperlich gar nicht vollständig einschätzen können, einem "russischen roulette" gleich den Mount-Everest zu besteigen.

Selbst manche der erfahrenen, einheimischen und routinierten "Sherpas", können auch immer wieder mal den anforderungen nicht entsprechen und kommen ums leben.
31. Mai 2019

Mount Everest

"Man ist da einfach in der Masse unterwegs"


Elf Menschen starben in diesem Jahr schon am höchsten Berg der Welt, doch der Andrang ist ungebrochen.
Warum der Extrembergsteiger David Göttler vor dem Gipfel umgekehrt ist.
https://www.sueddeutsche.de/panorama/everest-tote-bergsteiger-tourismus-1.4467853


Könnt ihr das nachvollziehen ?

Oder gehören diese ganzen teils ausartenden begleiterscheinungen einer "Everest-begehung" mit dazu "und müßen nun mal hingenommen werden" ?


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Mount-Everest Besteigung - Selbstfindung oder Selbstmord?

15.07.2019 um 11:04
Der olle "Green-Boots" hat zwar nicht zu sich selbst, aber vielleicht zu seinem Schöpfer gefunden ... ist doch auch was wert.

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Ich finde es aber ganz gut das keine Menschenleben riskiert werden um die ganzen Leichen irgendwie vom Berg runter zu holen, ich schätze mal irgendwann ist es den Touries auch unangenehm zwischen den Toten herum zu kraxeln, wieviele Kadaver da wohl rumliegen? 200 - 300?

Wikipedia: Green_Boots Tzzz


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Mount-Everest Besteigung - Selbstfindung oder Selbstmord?

15.07.2019 um 11:22
@Spukulatius

Es werden schon jedes jahr erneute bergungsaktionen gestartet.

Wenn auch wie du schriebst, selber unter größter lebensgefahr.


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Die Arbeit der "Icefall Doctors": Um Leichen abzutransportieren, bringen sich die Helfertrupps jedes Jahr in Lebensgefahr. Der Klimawandel macht die Aufgabe nicht gerade einfacher.
15. April 2019

Bergsteiger-Leichen am Mount Everest

Der höchste Friedhof der Welt
"Die Toten, die man auf der Nordroute sieht, sitzen oder liegen auf dem Schnee", berichtet Dominik Müller. "Green Boots" war einer von ihnen, er lag bis 2014 vollkommen bekleidet in einer Kalksteinhöhle. Seine Identität ist nicht geklärt, es könnte sich aber um den vermissten indischen Bergsteiger Tsewang Paljor handeln, der im Mai 1996 nach einem überraschenden Blizzard nicht vom Gipfel zurückkehrte. In diesem Schneesturm kamen acht Bergsteiger ums Leben, das Drama wurde bekannt durch Jon Krakauers Buch "In eisige Höhen".

Gerade über berühmte tote Alpinisten aus dem Westen wird immer wieder mal groß berichtet, wohingegen die meisten anderen Fälle unbekannt bleiben. 120 der rund 300 Toten am Everest sind Einheimische: Sherpas aus Nepal und Tibet, die beim Präparieren der Route starben. Oder bei Aufräumarbeiten am Berg.
https://www.sueddeutsche.de/panorama/mount-everest-bergsteiger-leichen-eisschmelze-1.4409561


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Mount-Everest Besteigung - Selbstfindung oder Selbstmord?

15.07.2019 um 11:33
Hier ein Interview mit dem Extrembergsteiger Stephan Keck, der selbst Touren auf den Everest leitet:
https://www.derstandard.at/story/2000105234337/deswegen-sind-am-everest-so-viele-leute-gestorben

Er schiebt die Todesfälle auf Billiganbieter, die drei Regeln nicht beachten:

- Ausreichende Fitness der Teilnehmer
- Ausreichende Sauerstoffversorgung
- Studium und adäquate Interpretation des Wetterberichts

Textauszüge:
Ich denke, jeden Menschen, der in Österreich auf den Glockner geht, bringe ich mit Sauerstoff auch auf den Everest. Die körperliche Leistung wird unglaublich gepusht. Und es gibt keine Erfrierungen mehr. Sobald ich die Maske aufsetze, werden Finger und Zehen warm.

180 bis 200 Leute gehen an Fixseilen entlang hinauf. Die meisten Menschen haben nicht die Fähigkeit, sich ohne Fixseil überhaupt zu bewegen. Wenn die sich aus dem Seil aushängen, sind sie nicht in der Lage, so zu gehen, dass sie nicht abstürzen.

Wir haben für je drei Gäste einen Bergführer und pro Gast einen Sherpa. Wir haben tägliche Wettermeetings mit anderen Anbietern. Sie stimmen sich darüber ab, wer sich wann und wo am Berg bewegt. Ein nepalesischer Veranstalter hatte eine 57-jährige Inderin mit. Sie hat erklärt, sie brauche für eine Strecke, für die man im Schnitt drei Stunden braucht, 15. So einen Gast würden wir nach Hause schicken. Manche nehmen aber alle mit rauf. Der Guide meinte: "Die kriegen wir schon irgendwie rauf." Zum Thema Wetter sagte er, er gehe immer am 22. Mai auf den Gipfel, deswegen gehe er auch dieses Jahr wieder am 22. Mai.


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Mount-Everest Besteigung - Selbstfindung oder Selbstmord?

15.07.2019 um 13:15
@aero
Um Selbstmord handelt es sich wohl nicht. Dazu sind die Todesraten beileibe nicht hoch genug! Extremsportler suchen nunmal den absoluten Kick, und fuer Bergsteiger duerfte der Mount Everest eben den absoluten Kick bieten.

Ich finde es deutlich bedenklicher, dass der Berg total vermuellt wird und dass sich da oben wahre Menschenmassen tummeln. Fuer die Natur der absolute Albtraum. Meiner Meinung nach gehoeren die Genehmigungen zum Aufstieg stark begrenzt, aber ich kann auch verstehen, dass Nepal als armes Land diese Einnahmequelle ausreizt bis zum Erbrechen!


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Mount-Everest Besteigung - Selbstfindung oder Selbstmord?

15.07.2019 um 13:29
Das Eingangsbild zeigt doch schön, worum es geht: Selbstfindung in totaler Einsamkeit.

Wäre es nicht einfacher, sich zu Ferienbeginn an einem belebten Flughafen in die Schlange zu stellen? Da werden die Rettungsmaßnahmen auch nicht so teuer.

Wer bezahlt eigentlich diese Dauerrettungen von all den Selbstverwirklichern?

Sehr bedauerlich, dass aus dieser Bergwelt eine Müllwelt wird.


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Mount-Everest Besteigung - Selbstfindung oder Selbstmord?

15.07.2019 um 13:36
Selbstfindung oder Selbstmord... eher grenzenlose Selbstüberschätzung...

Aber Geld stinkt ja bekanntlich nicht. Und solange jeder "Honk", der genügend Erspartes und ein langweiliges Leben hat da hinauf will, wird es auch genügend Leute geben die diesen "Blödsinn" unterstützen. (mM)


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Mount-Everest Besteigung - Selbstfindung oder Selbstmord?

15.07.2019 um 13:47
Es geht in der Gesellschaft doch nur noch darum vor anderen zu prahlen welch tolle Sachen man schon erlebt hat.
Deshalb reicht ein normales Bergsteigen in den Alpen o.ä. schon lange nicht mehr aus um sich abzuheben.
Da muss es dann gleich das extreme sein.

So lange der Staat Nepal nichts macht (wird da auch durch den Tourismus mitverdienen) bzw. es sogenannte Agenturen gibt, die diese Touren relativ preiswert anbieten, wird sich da auch nichts ändern.


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Mount-Everest Besteigung - Selbstfindung oder Selbstmord?

15.07.2019 um 15:07
Alari schrieb:Ich finde es deutlich bedenklicher, dass der Berg total vermuellt wird und dass sich da oben wahre Menschenmassen tummeln. Fuer die Natur der absolute Albtraum.
@Alari

Der müll und alles was sonst noch menschen auf so einem engen raum hinterlassen, wenn keine ordentliche müllentsorgungsmöglichkeit vorhanden ist.

Man hat sowieso das gefühl, das manche wenn sie dort versterben, regelrecht ihre persönlichkeit, ihre Würde, mit verlieren.

Sie werden als ein ähnliches problem angesehen, und so hört sich das manchmal an wenn die toten dort mit müll und kot in einem atemzug genannt werden, und es ist noch nicht mal ihr name oder ihre genaue herkunft bekannt.
(Natürlich ließe sich dies später anhand von dna möglicher angehöriger feststellen.)
19.06.2018
Höchster Berg der Welt

Bergsteiger verwandeln Mount Everest in Müllkippe


image-1302935-galleryV9-qnqa-1302935


Einmal den Mount Everest besteigen: Davon träumen immer mehr Touristen. Allein in diesem Jahr wagten etwa 700 Menschen den Aufstieg. Dieses Bild zeigt das Camp 4 und was die Bergsteiger auf ihrem Weg zum Gipfel zurücklassen.

Kaputte Zelte, Plastik, Sauerstoffflaschen: Touristen hinterlassen jedes Jahr Tonnen an Müll auf dem Mount Everest. Besonders ihre Exkremente verursachen Probleme.
https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/mount-everest-die-hoechste-muellkippe-der-welt-a-1213794.html


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https://yousense.info/746f6e6e6573/tonnes-of-rubbish-is-being-cleared-from-mount-everest.html



Kurioserweiser scheinen schon einige der weggeworfenen sauerstoffflaschen manchem bergsteiger dort das leben gerettet zu haben.


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Mount-Everest Besteigung - Selbstfindung oder Selbstmord?

15.07.2019 um 16:43
aero schrieb:Kurioserweiser scheinen schon einige der weggeworfenen sauerstoffflaschen manchem bergsteiger dort das leben gerettet zu haben
Kammerlander hat sich zumindest von einem der Toten einen Handschuh nehmen können nachdem er seinen verloren hatte. Das hat ihm seine Hand und damit vermutlich auch sein Leben gerettet.

Aber b2T: Wer denkt, er findet auf der Touriroute am Everest zu sich selbst, hat entweder eine Schraube locker oder ist nicht das hellste Licht am Himmel.


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Mount-Everest Besteigung - Selbstfindung oder Selbstmord?

15.07.2019 um 16:46
Früher konnte das vielleicht noch zur Selbstfindung dienen. (Fast) Alleine in der rauen Natur, an die körperlichen Grenzen gehen. Auch etwas machen, was nur wenige gewagt haben. Das kann schon was haben, wenn man darauf steht.

Aber so wie das heute ist? Da stehen sie Schlange zwischen Müll und Leichen. Also da fragt man sich schon, was daran so toll sein soll.

Irgendwie krass, was aus diesem Ort geworden ist.


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Mount-Everest Besteigung - Selbstfindung oder Selbstmord?

15.07.2019 um 17:08
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen dass dies nicht der einzige Berg ist wo es so abgeht.
Schon auf mittelschwere Strecken hecheln vollausgestattete "Profis" mit den neuesten Trendartikel hoch und blockieren Schlüsselstellen. Auf dem letzten Kilimanjaroabschnitt bin ich um 22h los, war um 4h oben und hatte so um die 2h Ruhe bis es los ging.
Der Berg ist für alle da, gar keine Frage, aber irgendwie ist alles überlaufen - auf manche Strecken gehe ich deswegen Montags oder Dienstags bzw. wenn die Hütte Ruhetag hat, Berge mit Seilbahnen sind mittlerweile Katastrophen.

Ein Teil der weltweiten Gesellschaft hat mehr Zeit und mehr Geld, das muss man so Kenntnis nehmen.


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Mount-Everest Besteigung - Selbstfindung oder Selbstmord?

16.07.2019 um 00:58
aero schrieb:Einmal von den kosten abgesehen, kommt es für viele da sie es körperlich gar nicht vollständig einschätzen können, einem "russischen roulette" gleich den Mount-Everest zu besteigen
Alari schrieb:und fuer Bergsteiger duerfte der Mount Everest eben den absoluten Kick bieten.
Der Mount Everest ist für echte Bergsteiger schon lange nur noch ne Witzfigur, ein Abenteuer für Reiche, mehr nicht. Das liegt aber nicht am Berg sondern an dem was der Tourismus daraus gemacht hat.
Das trägt auch leider zu dem Vermüllungsproblem bei, ich kenne viele "echte Bergsteiger" die mit vollem Herzblut dabei sind.
Keiner von denen würde auch nur den Gedanken haben ein kaputtes Zelt halt einfach mal stehen zu lassen und das auch noch in einer Gegend in der Andere den eigen Müll sicher nicht wegräumen.

"Abendteuertouristen", die einfach mal die Pyramiden gesehen oder eben den Mount Everest "bezwungen" haben wollen sind ein anderer Schlag Mensch.

Ob man lebt oder stirbt, auf dem Gipfel ankommt oder nicht hängt, das schon lange nicht mehr so maßgeblich von der körperlichen Fitness ab wie Viele annehmen.

Die Hauptstrecken sind längst vollkommen präpariert. Seile in die man sich nur noch einhaken muss, "Strickleitern" über Abschnitte die sonst nur die besten Bergsteiger mit mächtig viel Training, bester Ausrüstung und viel Geschick überwinden konnten und es trotzdem noch echt gefährlich war.

High Tech Ausrüstung und Veranstalter, die pro Teilnehmer einen Sherpa stellen der dessen Sachen trägt.

Ob man mit dem Gipfelfoto wieder nach Hause kommt oder zu einem Wegmarker bzw nem Dauerärgernis für die Umwelt wird hängt primär davon ab
- ob man bei einem Veranstalter bucht der die Tour ordentlich plant incl die Aufenthalte in den Zwischenlagern zur Akklimatisierung, seinen Kunden eintrichtert, dass man bei Höhenkrankheit DIREKT Bescheid gibt und nicht erst wenn man schon 2 mal heimlich Selbstmedikation betrieben hat
- außerdem steigen die Überlebenschancen massiv an, wenn man einen Veranstalter hat der Wetterprognosen und die Gesamtlage der Tour nicht nur planen kann, sondern auch die Eier hat Kunden die 5 stellige Summen gezahlt haben um den Gipfel zu sehen zu sagen:
"Es tut mir leid für alle die den Gipfel nicht erreicht haben, aber wir kehren jetzt um, sonst gehen wir alle drauf."

Das kann (und will) bedauerlicher Weise nicht jeder Reiseveranstalter und das der Mount Everest ein "Wir hätten uns um 14h auf den Rückweg machen müssen, haben aber bis 17h gebraucht bis jeder sein Gipfelfoto hatte" mit recht hoher Wahrscheinlichkeit nicht verzeiht ist schon lange kein Geheimnis mehr.
Trotzdem hört und liest man immer wieder von Touren bei denen das genau so gelaufen ist "Oh blöd, dass jetzt erst der Letzte oben war, eigentlich hätten wir uns vor Stunden auf den Rückweg machen müssen.
Manche Orte verzeihen Fehler, Andere eben nicht. Jeder Führer, Sherpa und Teilnehmer weiß zu welcher Kategorie dieser Berg gehört und wenn man wider besseren Wissens einen solchen Ort herausfordert, dann endet das eben unter Umständen nicht wie gewünscht.
sacredheart schrieb:Wer bezahlt eigentlich diese Dauerrettungen von all den Selbstverwirklichern?
Die zahlen ja ganz ordentlich für ihren Aufstieg, damit sehe ich auch eher die Reiseleiter die sich so toll bezahlen lassen in der Pflicht was die zunehmende Vermüllung angeht.

Wenn irgendjemand da irgendwelche Rettungs- oder Bergungsversuche starten möchte, dann zahlt in der Regel der der die Musik bestellt und das ist in der Regel nicht der zu Rettende/zu Bergende.
Vor dem Aufstieg wird den Teilnehmern sehr klar gemacht, dass ab einer gewissen Höhe keine Hilfe durch andere Teilnehmer oder gar Rettungskräfte geleistet werden kann und man dort auch da liegen bleibt wo man fällt.

Der Begriff "Todeszone" dürfte auch eigentlich in allen Sprachen einen ganz guten Eindruck davon geben, dass man sich in einen Bereich der Natur begibt in dem Selbige ganz schön deutlich gemacht hat, dass sie die Bedingungen die dem Menschen (und vielen anderen Tieren) der Lebenserhaltung in die Hände spielen nicht bereitstellt.

Trotzdem fliegen Jahr für Jahr schwer traumatisierte Leute nach Hause, die beim Abstieg von Abenteurern die schlecht vorbereitet waren oder einfach mal Pech hatten (das kann da einfach mal passieren, jeder kann in Erfahrung bringen das es sich um eine Gegend handelt in der man trotz bester Vorbereitung einfach mal Pech haben kann und zwar die Sorte von Pech die es einem nicht mehr vergönnt es ein andermal besser zu machen) angefleht werden ihnen zu helfen und dann entweder bei dem Versuch das zu tun ebenfalls draufgehen oder für den Rest ihres Lebens daran denken müssen wie sie einen Sterbenden der um Hilfe gebeten hat zurücklassen mussten, weil sie einfach mal keine Hilfe leisten konnten.

Das finde ich dann immer so richtig ärgerlich.
Wie gesagt, was ist an dem Begriff "Todeszone" nicht zu verstehen?
Wer sein Leben aufs Spiel setzen möchte, bitte schön, aber dann Andere aufs Leben zu traumatisieren indem man ihnen das Gefühl gibt sie hätten einem helfen müssen ist einfach nur fies.
aero schrieb:Man hat sowieso das gefühl, das manche wenn sie dort versterben, regelrecht ihre persönlichkeit, ihre Würde, mit verlieren.
Mein Mitleid hält sich in Grenzen.
Mag übel klingen, aber mir tut jeder Sherpa leid, der dort sein Leben lässt und nicht einmal nach Hause überführt werden kann.
Denn das sind einfach mal Menschen, die einen ehrlichen Job machen und damit nicht nur ihre Familie ernähren sondern in so manchem Fall ein halbes Dorf.

Armes Land, da muss jeder sehen wo er bleibt und man tut was man am Besten kann.
Das der Aufstieg für die Sherpa einfacher ist als für die Touristen hat nicht nur mit Erfahrung zu tun, es ist wohl die erheblichste genetische Spezialisierung, die es bei verschiedenen Menschen"rassen" gibt.
Gibt ja so einige Varianten und Anpassungen bei Menschen, aber die genetische Anpassung der Sherpa an den geringen Sauerstoffgehalt in Höhenlagen ist einzigartig.

Das dann bei entsprechender körperlicher Fitness zu nutzen um die Familie nicht nur zu ernähren sondern außerhalb der Saison auch Zeit mit ihr verbringen zu können (in wie vielen armen Ländern geht man irgendwohin wo Arbeit ist, schuftet sich zu Tode um eine Familie zu ernähren die man kaum zu sehen bekommt) das kann man niemandem verdenken.

Aber jeder Tourist oder Reiseleiter der da liegen bleibt hat ganz genau gewusst worauf er sich einlässt und er hat sich selbst entschieden dieses Risiko einzugehen und zwar nicht um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, der sich in der Form anders kaum sichern lässt, sondern weil er entweder
"Mal auf den höchsten Berg klettern wollte."
oder da rumkrckselt, weil er mit dem Anbieten von Mount Everest Touren besser verdient als als Wanderführer im Schwarzwald.
Tjo und wer sich in Gefahr begibt, der kann eben auch darin umkommen, dumme Sache, aber jeder wie er möchte.
Wenn ich mich entscheide einer Katze ohne Narkose Blut abzunehmen obwohl ich doch weiß, dass Katzen nicht immer sehr kooperativ und Katzenbisse ziemlich übel sind, ich aber nicht nur dem Tier helfen sondern auch den Kunden halten will indem ich abwäge ob die Narkose unbedingt nötig ist, dann heul ich doch hinterher auch nicht rum, weil die Praxis ne Weile zu ist während ich im Krankenhaus lieg.
Immerhin wusste ich, dass Katzenbisse auch bei guter Behandlung richtig Ärger machen können und gehe das Risiko trotzdem ein und das doch nicht nur wegen dem Wohlergehen der Mietze, sondern weil ich auf Werbung durch zufriedene Kunden angewiesen bin und die nicht zu erwarten ist wenn ich alles was Mauzen kann jedes Mal narkotisiere wenn ne Blutuntersuchung sinnvoll ist.

Und wenn ich meinen Spaziergang unbedingt in einen Bereich verlegen muss der aus gewissen Gründen "Todeszone" genannt wird, dann muss ich eben auch selbst wissen ob es mir und meinen Angehörigen Recht ist wenn ich da bleibe.
Ist mir das nicht so recht, dann kann ich die Natur auch im Harz oder irgendwo genießen wo mir nicht vor Reiseeintritt klipp und klar gesagt wird
"Wenn Du da in Not gerätst kann und wird Dir niemand helfen und es kommt auch eher niemand der Deine Leiche ausm Schnee sammelt und Deinen Angehörigen zuschickt."
Jeder der so eine Tour mitmacht weiß das und tut es mit Absicht.
aero schrieb:Sie werden als ein ähnliches problem angesehen, und so hört sich das manchmal an wenn die toten dort mit müll und kot in einem atemzug genannt werden
Najo im Grunde ist es doch aber so.
Das Problem ist ja nicht einmal so sehr die Leiche, auch wenn bei den Temperaturen und den umweltbedingt fehlenden Destruenten eher nix mit Verwesung ist, dann ist so ne Leiche an sich zumindest noch irgendwie "Biomüll".

Aber es ist eben nicht nur die Leiche die liegen bleibt.
Die Fotos von den Zwischencamps und den Aufstiegstrupps sehen ja nicht ohne Grund aus wien Tropenfischaquarium.

Für den lebenden Bergsteiger ist high tech Ausrüstung in grellen Farben eine tolle Sache.
Ist der Bergsteiger aber tot, dann ist dieser grelle Kram der auch noch aus Faserverbindungen besteht die vermutlich nicht einmal in den Tropen verrotten würden für Natur und Landschaftsbild einfach nur noch ärgerlich.

Und Müll und Leichen haben da ab einer gewissen Höhe eben die Gemeinsamkeit, dass das Bergen bzw Wegräumen für die die es tun gefährlich ist.


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aero
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Mount-Everest Besteigung - Selbstfindung oder Selbstmord?

16.07.2019 um 01:49
Fraukie schrieb:Armes Land, da muss jeder sehen wo er bleibt und man tut was man am Besten kann.
Weißt du, ich habe da so meine eigenen sichtweisen mit solchen "armen ländern".

Wenn man sich die zwei fotos aus dem EP anschaut, dann protestiert jeder gesunde menschenverstand das so etwas aus verschiedensten gründen überhaupt so möglich ist.

Jemanden der so etwas noch nie gesehen hat und des bergsteigens kundig ist, würde die hände über dem kopf..., wenn er erfahren würde das dies auf dem gipfel des Mount Everest ist.

Obwohl hochgefährlich, ist dieser anblick zu solch einer selbstverständlichkeit geworden, das man sich fragen muß warum ist das so ?

Wir alle wissen, wegen dem hohen startgeld.

Den verantwortlichen für genehmigungen ist es egal, ob das wie einem der situation am heiligen berg gar nicht entsprechend an einem fließband aussieht, ob das schon über jahre vermüllt,
weiter will ich jetzt gar nicht formulieren.

Aber wenn man sieht wie "sie" dort rumliegen, hat man schon den eindruck.

Ähnlich sehe ich das auch mit den rucksackbettlern-"begpacker".

Zuerst ist es die jeweilige regierung, die erstmal unbegrenzt oder eher maßlos die touristen ins land einlädt...

Indien ist was einen großteil der bevölkerung angeht, auch ein sehr armes land.

Trotzdem wollen sie jetzt eine rakete zur erforschung der mondoberfläche schicken, die eigentlich genauer erforscht ist als der meeresgrund der erde.
(Aus politischen gründen kann ich es noch verstehen.)

Das solche länder, die manchmal schon seit jahrzehnten ein unglaubliches touristenaufkommen haben, dauerhaft als "arme länder" gelten, liegt auch immer nur an der regierung in dem land und den jeweiligen zuständen dort.


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16.07.2019 um 02:16
Erlebnistourismus halt.


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16.07.2019 um 02:26
Sry für den kurzen ersten Beitrag, aber viel mehr fällt mir dazu gar nicht ein.

Anfangs haben Bergsteiger die Berge erklommen. Jetzt will jeder da oben stehen. Bei Bergen mit Seilbahn oder leichten Wegen kein Problem. Da wo es schwer wird ist es dann doch nicht so einfach, wie die Bilder es vermitteln.

Ich muss da nich hoch. Ich weiß das ich das wohl eh nicht schaffe und persönlich bringt es mir auch nichts. Den Everest kann man auch überfliegen und wer weiß, vielleicht ist es auch auf dem Mond ein mal so überlaufen. Aber auch dann ist es nur eine Art Freizeitpark, wie jetzt schon die höchsten Berge dahin mutieren.

Muss jeder selber wissen.


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16.07.2019 um 07:50
Obse89 schrieb:So lange der Staat Nepal nichts macht (wird da auch durch den Tourismus mitverdienen) bzw. es sogenannte Agenturen gibt, die diese Touren relativ preiswert anbieten, wird sich da auch nichts ändern.
Der Staat Nepal (oder China, man kann ja nicht nur von Nepal aus aufsteigen) verdient 11.000 Dollar pro Aufstiegsgenehmigung! Da fragst Du noch, wieso die nichts machen?
Ach ja, da ist uebrigens eine Muellsammel-Pauschale von 1500 Dollar enthalten!

https://www.alanarnette.com/blog/2018/12/17/how-much-does-it-cost-to-climb-mount-everest-2019-edition/


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16.07.2019 um 08:36
Alari schrieb:Der Staat Nepal (oder China, man kann ja nicht nur von Nepal aus aufsteigen) verdient 11.000 Dollar pro Aufstiegsgenehmigung! Da fragst Du noch, wieso die nichts machen?
Interessante Info!
Dass Nepal (oder auch China) da mit verdienen das wusste ich eigentlich schon. Allerdings nicht wie viel :)


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16.07.2019 um 08:40
Obse89 schrieb:Allerdings nicht wie viel :)
Erklaert, warum die da oben Schlange stehen duerfen, oder? :)

Dazu kommt noch, dass man auch nicht wirklich beeinflussen kann, wie voll es da oben wird, weil es pro Jahr wettertechnisch nur relativ kurz moeglich ist, ueberhaupt aufzusteigen. Das fuehrt dazu, dass alle Bergsteiger mit Genehmigung mehr oder weniger gleichzeitig die Tour machen.


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16.07.2019 um 08:42
Alari schrieb:Erklaert, warum die da oben Schlange stehen duerfen, oder? :)
Na klar - für die 25.000$ würde ich das auch gleich machen
Aber da bei mir noch etwas Hirn im Kopf arbeitet, lasse ich es lieber sein :D


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