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Wie haben unsere Vorfahren überlebt?

50 Beiträge, Schlüsselwörter: Menschen, Geschichte

Wie haben unsere Vorfahren überlebt?

04.08.2019 um 14:19
Hallo,


mir geht schon länger die Frage durch den Kopf, wie die Menschen früher gelebt haben. Ich meine... in unserem Zeitalter wird ständig gesagt, wir müssen z.B. mehrere Liter Wasser am Tag trinken und was-weiß-ich-was an wie vielen Nährstoffen am Tag zu uns nehmen, wenn wir gesund leben wollen. Manchmal halte ich solche Aussagen für übertrieben und überlege, ob sie überhaupt wahr sein können. Ich meine... Eigentlich konnten sich unsere Vorfahren ja auch nicht mehrere Liter Wasser täglich reinpfeiffen oder täglich Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch sowie andere Nahrung, die wir heute für selbstverständlich halten, zu sich nehmen, oder? Ich meine Trinkwasser gab es ja nicht mal überall und essen taten die Leute damals auch nicht drei Mal am Tag. Trotzdem schafften es unsere Vorfahren, Kilometerweit zu laufen, zu kämpfen, regelmäßig neue Behausungen zu errichten und andere damals wichtige alltägliche Aufgaben zu verrichten. Die waren körperlich extrem gefordert und hatten weniger als wir.



Was denkt ihr darüber? Wie haben unsere Vorfahren es geschafft, regelmäßig Wasser und Nahrung zu sich zu nehmen?


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Wie haben unsere Vorfahren überlebt?

04.08.2019 um 14:33
@LunaYouko
sie haben auch längere Zeit gehungert und gedurstet, deswegen war die Population auch so klein, und die Menschen wurden früher nicht alt, wer 40 Jahre alt war, war steinalt.
Aber das wird dir ein Anthropologe besser erklären können.


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04.08.2019 um 14:34
LunaYouko schrieb:Manchmal halte ich solche Aussagen für übertrieben und überlege, ob sie überhaupt wahr sein können.
Das meiste davon sind nur Empfehlungen für eine gesunde Lebensweise. Wenn du davon grob abweichst wist du trotzdem 50 Jahre alt werden und kannst dich fortpflanzen. Allerdings wirst du auch Mangelerscheinungen haben die dir das Leben alles andere als einfach machen. Die einfachen Menschen früher kannten das nicht anders. Da ging es halt fast jedem dreckig. Heute ist das glücklicherweise anders. Man sieht es ja ganz deutlich an der Lebenserwartung.


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04.08.2019 um 14:44
@LunaYouko
Naja in Früchten, Fleisch und anderer Nahrung ist ja auch schon Flüssigkeit enthalten die davon etwas abdeckt. Die ca 2 Liter am Tag ist ja nur eine art Durchschnittswert. Siedlungen welche zu größeren Städten wurden waren auch meist nahe an Flüssen oder Süßwasserreservoire gebaut.


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04.08.2019 um 14:45
Adipompöös schrieb:die Menschen wurden früher nicht alt, wer 40 Jahre alt war, war steinalt.
Das stimmt so nicht - die durchschnittliche Lebenserwartung war niedriger, es gab aber locker auch 60-70 Jährige, halt nicht so viele wie heute.


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04.08.2019 um 14:45
Zum Thema Wasser: Wir leben hier in Mitteleuropa ja nun nicht gerade in einer Wüste. Wasser gibt es quasi überall, entweder in Form von Flüssen und Seen, als Grundwasser, zu dem man sich einen Brunnen buddeln muss und in regelmäßigen Abständen tropft das Zeug sogar vom Himmel. Ich sehe dann nun wenig Probleme, sich die täglich benötigten 1-2 Liter zuzuführen.

Dass die Ernährung der meisten Menschen früher ziemlich einseitig auf Getreidebrei ausgerichtet war und maximal ein bisschen saisonales Obst und Gemüse ergänzt werden konnte, mag stimmen. Zum einen bestand damals aber auch nicht der Anspruch, 80 Jahre zu werden und dabei die ganze Zeit topfit zu bleiben. Zum Erhalt einer Spezies reicht es aus, wenn die Elterngeneration so lange überlebt, bis der Nachwuchs selbstständig ist.

Viele sind daher früher auch recht fix gestorben, an Mangelerscheinungen und Krankheiten. Das große Bevölkerungswachstum hat aber auch erst begonnen, als sich die Ernährungssituation der Menschheit nach und nach verbessert hat.

Wikipedia: Bevölkerungsentwicklung


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04.08.2019 um 14:47
Ich kann jetzt nicht so weit zurückgehen, ich kann mich nur erinnern, dass ich mal gelesen habe, dass der Gesundheitszustand der Leute in der Eisenzeit in Österreich desaströs war.

Auf die Schnelle habe ich Daten aus mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kindergräbern in Tasdorf:

- Chronischer Vitamin-C-Mangel: 55 % bzw. 43 %
- Chronischer Vitamin-D-Mangel: 20 % bzw. 18 %

Quelle: https://d-nb.info/1026991382/34


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04.08.2019 um 15:13
Ich habe noch was gefunden. Frauen hatten in der Stein-, Bronze- und Eisenzeit besser trainierte Arme als heutzutage Ruderinnen.

https://www.nationalgeographic.de/wissenschaft/2017/12/praehistorische-frauen-hatten-staerkere-arme-als-moderne-athletin...


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04.08.2019 um 17:48
Ohne ausreichend Flüssigkeit dehydriert der Mensch und eine dauerhafte Mangelernährung führt zu Mangelerscheinungen, welche sich, je nach Ausmaß, negativ auf Gesundheit und Lebenserwartung auswirken. Das war früher nicht anders.

Um welches "Früher" geht es dir genau? Pauschal läst sich deine Frage, wie es unsere Vorfahren geschafft haben, regelmäßig Nahrung und Wasser zu sich zu nehmen, nicht beantworten. Die Umstände waren vor zb 100.000 Jahren völlig andere als vor 10.000 oder 1.000 Jahren.


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04.08.2019 um 18:28
@LunaYouko

Welche Zeitepoche meinst du mit dem Begriff "unsere Vorfahren"?

Im Mittelalter waren wohl bereits etliche Flussufer dicht besiedelt und durch die beginnende Urbanisierung und dementsprechende Handwerksbetriebe das Flusswasser nicht mehr für Menschen trinkbar. Nicht umsonst ging man dazu über, den Durst mit Wein und Bier zu stillen, gerne auch mal mit Wasser verpanscht.

Liest man sich jedoch mal die Liste der Moorleichen bei Wikipedia durch, überrascht, dass es mehrere um die 2000 Jahre alte Moorleichen gibt, deren Alter aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse auf ~ 60 Jahre bestimmt wurde. Auch der Zahnstatus dieser Leichen ist meistens überraschend gut.
Je "moderner" die Menschen wurden, desto empfänglicher wurden sie halt auch für Wohlstandskrankheiten wie Alkoholismus, Gicht, etc...


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04.08.2019 um 19:12
Die Menschen im frühen Mittelalter bzw in der Antike kannten ja schon verschiedene Nahrungsmittel die man konsumierte. Obst sowieso in den Sommermonaten, da wurde für den Körper wichtige Vitamine aufgenommen. Damals mussten sie sich ja noch nach den Jahreszeiten richten. Es gab zudem noch wenig Medizinisches Wissen welches zur Behandlung von Krankheiten dienlich gewesen wäre (außer im alten Rom) Sie haben einfach gelebt, aber schon kleinste Sachen konnten tödliche Auswirkungen haben. Hohe Kindersterblichkeitsraten und schlechte Hygiene, Kriege etc verkürzten die durchschnittliche Lebenserwartung enorm. Ich meinte mal irgendwann gelesen zu haben, das ein Erwachsener Mann im 12. Jahrhundert in etwa so 30 Jahre Lebenserwartung gehabt hätte. Mit 12 Jahren galt man bereits als "Volljährig".


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04.08.2019 um 20:04
Auch Urmenschen wussten schon, wie Menschen sich vermehren können. Ein Säugling bedurfte Schutz, Nahrung und Liebe.
Das war ein natürlicher Instinkt, als Familie gemeinsam überleben zu wollen.


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04.08.2019 um 21:47
DerFremde schrieb:Ich meinte mal irgendwann gelesen zu haben, das ein Erwachsener Mann im 12. Jahrhundert in etwa so 30 Jahre Lebenserwartung gehabt hätte.
Das kommt so ungefähr hin. Die durchschnittliche restliche Lebenserwartung eines 15-jährigen betrug etwa 35 Jahre. Frauen etwa zwei Jahre weniger wegen Schwangerschaftsrisiko.
Das bedeutet aber nicht, dass es in alten Zeiten keine 70-, 80-, neuzigjährigen gegeben hat, nur viel weniger als heute.
Das Leben war fordernder als heute, erforderte mehr Kraft. Menschen in den fünfzigern dürften in einem körperlichen Zustand gewesen sein, der denen heutiger siebzigjähriger entspricht. Frauen waren besonders gefordert, die durchschnittlich sieben Kinder, die sie geboren hatten (und wohl noch ein oder zwei Fehlgeburten) forderten ihren Tribut.
Wasserprobleme dürften sie nicht gehabt haben, zu allen Zeiten war der Bau von Brunnen bekannt. Sie hatten aber ein sehr spezielles, heute unbekanntes Nahrungsproblen: die Haltbarmachung. Trocknen, räuchern oder einsalzen. Das wars. Die Todesrate war deshalb nicht etwa im tiefsten Winter am höchsten, sondern im April. Da gab es noch keine frische Nahrung, sondern nur das alte vitaminarme eingepökelte Zeug aus dem Vorjahr.
Fast jedes Kind bekam die Pocken, jedes vierte oder fünfte Kind starb daran. Und es gab noch zahllose andere Infektionskrankheiten. Es überlebten deshalb nur die fittesten. Ein gewaltiger Ausleseprozess. Von den oben erwähnten sieben Kindern wurden nur drei erwachsen und hatten wieder eigene Kinder. Aber das reichte für einen allmächlichen Bevölkerungszuwachs.
Wenn nicht die Pest oder ein Dreißigjähriger Krieg vorübergehend für ganz andere Zahlen sorgten.

Alle Zahlen gerundet und aus eigener Forschung (ich habe Kirchenbücher ausgewertet). Zeit: 1750-1850. Vorher dürfte es im Schnitt noch etwas herber zugegangen sein. Aber nicht viel, sonst wäre die Menschheit ausgestorben.


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04.08.2019 um 21:58
Lupo54 schrieb:Das bedeutet aber nicht, dass es in alten Zeiten keine 70-, 80-, neuzigjährigen gegeben hat, nur viel weniger als heute.
Daher wahrscheinlich auch der "Respekt vor dem Alter" welchen heute viele Menschen vermissen. Damals wurde Alter tatsächlich noch mit Weisheit etc verbunden. Und man galt mit so hohem alter auch als der "Bewahrer von Wissen" zumal im frühen und hohen Mittelalter fast ausschließlich Mönchen die Kunst des "Schreibens und Lesens" vorbehalten war. Die anderen besaßen das Wissen aufgrund von Erfahrung.

Leider finde ich gerade die schöne Grafik nicht mehr, da konnte man deutlich sehen wie die Bevölkerung ab dem 15 Jahrhundert einknickte als "Der schwarze Tod" Europa heimsuchte. Historiker schreiben ja davon, das ganze Landstriche ausstarben dabei. Städte verloren teilweise über 75% der Bevölkerung. Und leider, so bitter es auch ist - erst dadurch erkannten die Menschen wie wichtig Hygiene eigentlich ist.


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04.08.2019 um 23:06
Die statistische Lebenserwartung ist irreführend. Durch die hohe Säuglings- Kindersterblichkeit wird die durchschnittliche Lebenserwartung nach unten gedrückt und diese war von der Altsteinzeit bis ins 19. Jahrhundert im Vergleich zu heute sehr hoch. Die durchschnittliche Lebenserwartung in der Altsteinzeit betrug 33 Jahre. Doch wer das 15. Lebensjahr erreichte wurde im Durchschnitt 54 Jahre alt.

https://pinkpoisononpaleo.blogspot.com/2018/02/wie-alt-wurden-die-jager-und-sammler.html?m=1


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05.08.2019 um 03:02
Man muss gar nicht so weit zurückgehen in der Zeit, um Jahre des Mangels zu "entdecken".

So war z.B. die Ernährungssituation in der Zeit von 1940-1947 relativ schlecht. Viele Männer waren im Krieg und standen in der Landwirtschaft nicht zur Verfügung, die Industrie war auf Rüstung konzentriert, etc. etc. Dazu kam der Hungerwinter 1946/47, eine schlechte Ernte im Sommer 1946 und ein extrem kalter und langer Winter verschlechterte die Ernährungssituation dramatisch. Mein Vater, Jahrgang 1934, brachte mit 16 Jahren gerade mal 45 kg auf die Waage. Viele tausend Leute sind in diesem Winter verhungert und erfroren.


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05.08.2019 um 09:51
jo also das frag ich mich auch manchmal... und vor allem die einfachsten Dinge wie medizinische Grundversorgung usw...
Ich meine die hatten ja noch nicht mal n Pflaster, wenn es ne kleine Verletzung gab oder so. Oder solche Dinge wie Händewaschen wegen Krankheitserregern usw... kannten die ja alles nicht.
Ich meine auch mal gehört zu haben, dass es wohl so krass war das selbst eine normale Erkältung das Todesurteil bedeuten konnte bzw. eine schlimmere Virenerkrankung...weil es gab ja keine Hilfe.

Richtig krass wird es ja dann bei Dingen wie ner Geburt... ich meine heutzutage kommt die Frau ins Krankenhaus, wird überwacht, falls Komplikationen eintreten sofort eingeschritten usw... und nach der Geburt das Kind erstmal erstversorgt, also auch kompletter Check, Impfungen usw...
Ey...das muss ja zur Steinzeit ne übelst hohe Sterberate gewesen sein. Nur eine kleine Sache die "schief" lief und das wars für die Mutter oder auch für das Kind.
In Anbetracht dessen frage ich mich auch warum die Menschen da nicht schon ausgestorben sind. Ok es wird so sein das vermutlich nahezu jede Frau Nachwuchs bekommen hat, und es sowas wie "gewollte Kinderlosigkeit" schlicht nicht gab. So hat sich das Ganze dann vermutlich kompensiert.
Dennoch wurden Menschen zu dem Zeitpunkt 50 und älter...ich möchte allerdings nicht wissen wie die dann aussahen. Sicherlich sah ein 35 jähriger wirklich schon wie ein 50 jähriger oder noch älter aus. Schon graue Haare und tiefe falten im Gesicht usw…

Von daher hofft und betet man das hier nicht mal alles zusammenbricht also das Stromnetz oder so, denn sonst katapultieren wir und evt. wieder auf das Niveau zurück....
Sterntänzerin schrieb:Zum Erhalt einer Spezies reicht es aus, wenn die Elterngeneration so lange überlebt, bis der Nachwuchs selbstständig ist.
war angesichts der Umstände aber bei weiten auch nicht gegeben. die Umstände der Steinzeit, bzw. noch früher warum, um es gelinde auszudrücken, miserabel.
Suppenhahn schrieb:So war z.B. die Ernährungssituation in der Zeit von 1940-1947 relativ schlecht. Viele Männer waren im Krieg und standen in der Landwirtschaft nicht zur Verfügung, die Industrie war auf Rüstung konzentriert, etc. etc. Dazu kam der Hungerwinter 1946/47, eine schlechte Ernte im Sommer 1946 und ein extrem kalter und langer Winter verschlechterte die Ernährungssituation dramatisch. Mein Vater, Jahrgang 1934, brachte mit 16 Jahren gerade mal 45 kg auf die Waage. Viele tausend Leute sind in diesem Winter verhungert und erfroren.
jup so ist es. Hat meine Oma auch noch von erzählt bzw. "ihr kennt sowas wie Krieg nicht". Naja als Kind damals in den 90ern klang das für mich so weit weg .... ich muss gestehen das hab ich mir angehört und dann auch keine weiteren Gedanken drüber gemacht.
Heutzutage denkt man da schon etwas anders....


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05.08.2019 um 09:53
ShauntheCreep schrieb:Auch der Zahnstatus dieser Leichen ist meistens überraschend gut.
Das liegt- so weit ich weiß- daran, dass die allermeisten Zahnkrankheiten tatsächlich durch Industriezucker ausgelöst werden und die Zähne ansonsten sehr viel ab können.


Und Zucker war damals einfach nicht vorhanden.


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05.08.2019 um 09:57
Cesare schrieb:dass die allermeisten Zahnkrankheiten tatsächlich durch Industriezucker ausgelöst werden
Ötzi hatte vor 5000 Jahren Karies und Parodontitis.
woher hatte er Industriezucker ?


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05.08.2019 um 10:00
Cesare schrieb:Das liegt- so weit ich weiß- daran, dass die allermeisten Zahnkrankheiten tatsächlich durch Industriezucker ausgelöst werden und die Zähne ansonsten sehr viel ab können.
ZUcker ist Zucker, so ist das in der Chemie


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