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Wie können negative Gefühle hilfreich sein?

14 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Menschen, Sinn, Gefühl ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Seite 1 von 1

Wie können negative Gefühle hilfreich sein?

30.06.2016 um 18:50
Liebe User,

aus der Diskussion ausklammern möchte ich zuerst körperliche, warnende Empfindungen wie Hungergefühl, Müdigkeit, Durst, körperliche Schmerzen und dergleichen, da deren Nutzen offenbar ist. Hier soll es sich vielmehr sowohl um kurze, plötzliche Gemütsregungen (z.B. Wut) als auch um länger anhaltende Gemütszustände (z.B. Eifersucht) handeln. Emotion, Gefühl, Affekt ‒ erlauben wir uns, diese Begriffe wild durcheinanderzuwerfen, da ich ihre genaue Unterscheidung für diese Fragestellung als irrelevant erachte. Wer glaubt, mir aus gutem Grunde widersprechen zu müssen, darf mich gerne erhellen.

Manche als unangenehm wahrgenommenen Gefühle, etwa wie die Angst, können auch bei nicht so nahem Hinsehen ihren Nutzen und ihre Berechtigung haben. Die Angst schärft, wenn auch heutzutage objektiv oft unbegründeterweise ausgelöst, in als bedrohlich empfundenen Lagen unsere Sinne, damit wir für den Fall vorbereitet seien.

Der Zorn mag manchen jedoch seinen Nutzen nicht sofort offenbaren, da er doch zumeist in Situationen, in welchen es einen kühlen Kopf zu bewahren gölte, hinderlich, unangemessen oder nachteilig scheint, insbesondere im zwischenmenschlichen Kontext. Heute aber halte ich mich kurz und schreite sogleich zur Frage an Euch:

Wie können negative, also unangenehme Gemütsregungen und -zustände, direkt oder indirekt, früher oder später, (nicht nur) im Hinblick auf das Miteinander nützlich oder anderweitig hilfreich sein, wenn sie nicht gerade als Antrieb für einen Aufstand dienen sollen?

Wut, Zorn, Angst, Neid, Eifersucht, Ärger, Zweifel, Verdruss, Traurigkeit, Trauer, Ekel, Scham, Abscheu, Sehnsucht, Enttäuschung und so weiter. Was "bringt" es uns?

Ich freue mich auf Eure Beiträge

Subtilitas


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Wie können negative Gefühle hilfreich sein?

30.06.2016 um 19:49
@Subtilitas
Evolutionsbiologisch betrachtet, ist die Angst (vor dem Tod) noch die nützlichste der genannten emotionalen Zustände, denn sie half unseren Vorfahren, zu überleben.
Ekel ist soweit ich weiß anerzogen. Ekel scheint nichts Elementares zu sein, das sieht man schon daran, dass sich unterschiedliche Menschen vor unterschiedlichen Dingen ekeln. Auch Scham ist anerzogen. Bei uns im Westen ist Nacktheit oft mit Scham besetzt. Das hängt vorallem mit der jüdisch-christlichen Prägung zusammen, auf der unsere Gesellschaft fundiert ist. Scham ist m. E. nicht sinnvoll. Bei näherer Betrachtung stellt man fest, dass das, wofür man sich schämt, mit Ablehnung besetzt ist. Und da, wo Ablehnung ist, gibt es keine Akzeptanz. Akzeptanz aber ist ein wesentlicher Faktor für Zufriedenheit.
Die anderen von dir genannten emotionalen Zustände sind in keinster Weise nützlich oder hilfreich, denn:

Wut = Hass
Zorn = Hass
Neid = Begehren
Eifersucht = Begehren
Arger = Hass
Angst = Hass
Verdruss = Ärger = Hass
Traurigkeit = Begehren
Trauer = Begehren
Sehnsucht = Begehren
Enttäuschung = Begehren/Unwissenheit

Hier sieht man, dass sich eigentlich alle Gefühle auf zwei wesentliche Faktoren zurückführen lassen. Von Liebem getrennt sein, oder mit Unliebsamen vereint sein. Anders ausgedrückt Begehren und Hass oder milder ausgedrückt, Anhaftung und Ablehnung.

Abscheu ist für mich eigentlich dasselbe wie Ekel. Gibt es zwischen Ekel und Abscheu einen großen Unterschied? Ich habe das immer synonym verstanden.
Bei Enttäuschung bin ich etwas unsicher, ich würde spontan sagen, dass Entäuschung ihre Ursache in der Unwissenheit hat, aber andererseits tendiere ich auch zu Begehren. Man begehrt etwas, was nicht so ist, wie man es sich vorstellt, ergo ist man enttäuscht.


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Wie können negative Gefühle hilfreich sein?

30.06.2016 um 19:55
Wut beispielsweise kann als Indikator für Wert- und Normvorstellungen dienen. Durch Wut bemerken wir welche Werte uns wichtig sind, was wir als schlecht empfinden, was wir ablehnen, sprich was uns wütend macht, bewerten wir als negativ. Der Körper geht außerdem - wie bei anderen Gefühlen auch - in Alarmbereitschaft. Es werden Stresshormone wie Adrenalin ausgeschüttet, die auf einen Kampf vorbereiten können. Zudem liefert Wut Energie und treibt an. Im Endeffekt ist es dann natürlich relevant, wie man mit dem Gefühl umgeht

Trauer dient dazu schlimme Ereignisse zu verarbeiten. Einen Verlust beispielsweise. Würde man die Fähigkeit zu trauern nicht besitzen, so wäre das auch problematisch mit der Verarbeitung diverser Ereignisse.

Eifersucht dient zb. evolutionstechnisch gesehen dazu die Stellung innerhalb einer Gruppe zu sichern und sich letztendlich den Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen zu sichern. Je höher die Stellung war, umso besser der Zugang zu den jeweiligen Ressourcen.

Zweifel dient dazu Dinge zu hinterfragen und nicht einfach ohne Nachdenken hinzunehmen. Zweifel bewirken, dass wir Dinge hinterfragen, evtl. genauer betrachten oder auch andere "Seiten" der Situation oder des Themas betrachten.

Ekel dient dazu sich von Dingen fernzuhalten, die uns krank machen könnten. Lebensmitteltechnisch gesehen beispielsweise. Ekel ist also so gesehen ein Schutz.

Scham dient dazu unsere Intimität und die Intimitätsgrenzen anderer zu schützen.

Enttäuschung dient dazu Erwartungen, die wir hatten, die aber unrealistisch waren, der Realität entgegenzustellen. Eine Enttäuschung beseitigt so gesehen eine Täuschung, die aufgrund der Erwartungshaltung entstanden ist.

Nur mal um ein paar Beispiele zu bringen.

Die meisten Gefühlsregungen haben somit auch einen evolutionären Sinn, auch wenn man ihn bei manchen Gefühlen heute nicht mehr so wirklich erkennt.


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Wie können negative Gefühle hilfreich sein?

30.06.2016 um 20:35
@kutulus
Zitat von kutuluskutulus schrieb:Gibt es zwischen Ekel und Abscheu einen großen Unterschied?
Ekel nach Duden:
Übelkeit erregendes Gefühl des Widerwillens, des Abscheus vor etwas als widerlich Empfundenem
Gefühl des Überdrusses vor etwas als sinnlos Angesehenem
Abscheu nach Duden:
(selten) physischer Ekel
heftiger Widerwille, starke [moralische] Abneigung
Wirklich groß ist der Unterschied nicht.

@Subtilitas
Verdruss ist ein Antrieb etwas zu ändern. Würde man mit allem zufrieden sein, wären Innovationen und Änderungen überhaupt unnötig.

Traurigkeit ist denke ich einfach ein wichtiger Teil der Empathie, die in einer Gruppe sehr sinnvoll sein kann.

Wut, Zorn - Kampfeswille. Gefühle wie Angst werden unterdrückt, um richtig Kämpfen zu können. Heute relativ sinnlos, aber vielleicht war es mal sinnvoll.

Neid, Eifersucht - Ich habe keine Ahnung

Ärger - siehe Verdruss.

Zweifel - Wenn man an nichts zweifelt, ändert man auch nichts. Wenns gut ist, wieso sollte man?

Scham - Wieder ein Element der Gruppendynamik. Man darf sich nicht aus der Gruppe ausschließen. Und um auf Nummer sicher zu gehen wird alles, was das Ansehen (aus eigener Sicht) sinken lässt, mit einem negativem Gefühl belegt.

Abscheu und Ekel verstehe ich nicht ganz. Kp

Enttäuschung - Weiß es nicht.

Wenn man lange genug sucht findet man einen Vorteil. Der muss aber nicht unbedingt jetzt gelten. Vielleicht war es nur vor 10000 Jahren Vorteilhaft, aber es wäre ne Erklärung. Ich denke nicht, das eine Emotion wirklich unnötig ist.


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30.06.2016 um 21:05
Zitat von ahriahri schrieb:Wut beispielsweise kann als Indikator für Wert- und Normvorstellungen dienen. Durch Wut bemerken wir welche Werte uns wichtig sind, was wir als schlecht empfinden, was wir ablehnen, sprich was uns wütend macht, bewerten wir als negativ.
Ja, aber Wut verhindert auch klares Denken und kann deswegen in letzter Konsequenz nicht hilfreich oder nützlich sein. Wut lässt uns impulsgesteuert handeln. Über unterschiedliche Werte und Normen anderer in Wut zu geraten ist in höchstem Maße unhilfreich.
Zitat von ahriahri schrieb:Trauer dient dazu schlimme Ereignisse zu verarbeiten. Einen Verlust beispielsweise. Würde man die Fähigkeit zu trauern nicht besitzen, so wäre das auch problematisch mit der Verarbeitung diverser Ereignisse.
Wir trauern, wenn wir von Liebem getrennt sind. Diese Emotion zeigt sich am stärksten, wenn wir uns nahgestehende Personen durch den Tod verlieren. Ich stimme nicht damit überein, dass Trauer uns hilft, mit Verlust zurechtzukommen. Es ist vielmehr ein Ausdruck unserer Anhaftung an das Unbeständige und Unwiederbringliche. Erst wenn dieser Zustand der Anhaftung überwunden wurde, hören wir auf zu trauern. Allerdings lernen wir nicht daraus, sondern verfallen immer wieder in dieses Verhaltensmuster und trauern daher immer wieder.
Zitat von ahriahri schrieb:Eifersucht dient zb. evolutionstechnisch gesehen dazu die Stellung innerhalb einer Gruppe zu sichern und sich letztendlich den Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen zu sichern. Je höher die Stellung war, umso besser der Zugang zu den jeweiligen Ressourcen.
Ich halte Eifersucht für ein reines Egogespinst. Eine extreme Form von Anhaftung an eine Person. Unser Ego möchte diese Person besitzen und vereinnahmen. Wenn man sich die zahlreichen Verbrechen aus Leidenschaft anschaut, bei denen ja oft Eifersucht im Spiel ist, kann man sich die Frage nach der Nützlichkeit einer solchen Emotion selbst beantworten.

Bei den anderen Emotionen stimme ich ahri weitgehend zu. Auch wenn manche Emotionen evolutionstechnisch einmal sinnvoll waren, stellt sich mir die Frage, inwieweit das heute noch zutrifft. Wut und Zorn mögen ja noch irgendwie Sinn machen, wenn man natürliche Fressfeinde hat, sie dienen als Katalysator für bestimmte biochemische Vorgänge. Im Zwischenmenschlichen Umgang halte ich starke Emotionen heutzutage für wenig sinnvoll, denn sie verhindern eine objektive Wahrnehmung.


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Wie können negative Gefühle hilfreich sein?

30.06.2016 um 21:48
@kutulus

Es ging aber nicht um die negativen Aspekte der Gefühle, sondern darum, inwieweit diese negativen Gefühle in irgendeiner Weise hilfreich sein können. Wozu soll ich da schreiben, dass Wut zu Impulsivität führen kann, dass sie das Denken blockieren kann, usw.? Das ist doch klar, aber eben nicht Thema des Threads.
Zitat von kutuluskutulus schrieb:Ich stimme nicht damit überein, dass Trauer uns hilft, mit Verlust zurechtzukommen.
Trauer ist natürlich an und für sich auch ein Ausdruck des Gefühls an sich.
Allerdings ist Trauer ein immens wichtiger Prozess um schlimme Erlebnisse zu verarbeiten.
Es gibt unterschiedliche Phasen der Trauerbewältigung, die der Mensch (je nach Mensch intensiver oder weniger intensiv, länger oder kürzer, usw.) durchlebt. Trauer kann das Überwinden von Leid und Schmerz bewirken. Trauer ist ein Prozess der Bewältigung.

Nun kann man sich natürlich darüber streiten, dass Trauer überhaupt nicht notwendig wäre, wenn uns schlimme Ereignisse gar nicht in ein Loch stürzen würden oder uns emotional belasten würden. Das tun sie aber. Deswegen ist Trauer ein wichtiger Prozess.
Zitat von kutuluskutulus schrieb:Ich halte Eifersucht für ein reines Egogespinst.
Natürlich geht es bei der Eifersucht ums Ego. Steht aber nicht im Gegensatz zu dem, was ich geschrieben habe. Insofern hatte die Eifersucht ihren Sinn. Dass Eifersucht heutzutage eher mit Verlustängsten verknüpft wird kann dann auch wieder anders betrachtet werden.


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Wie können negative Gefühle hilfreich sein?

30.06.2016 um 23:03
Zitat von ahriahri schrieb:Es ging aber nicht um die negativen Aspekte der Gefühle, sondern darum, inwieweit diese negativen Gefühle in irgendeiner Weise hilfreich sein können.
Das sind dann aber nur hypothetische Annahmen. Wut könnte unter Umständen in bestimmten Einzelfällen nützlich sein. Man sollte sich aber davor hüten, sich von dieser Emotion leiten zu lassen, weil man sich positive Folgen erhofft. Das trifft übrigens nicht nur auf Wut zu, sondern generell auf alle Gefühle. Auch positiv empfundene Gefühle wie z. B. Verliebtheit vernebeln die Wahrnehmung. Aber hier soll es ja primär um die Negativen gehen.
Zitat von ahriahri schrieb:Trauer ist natürlich an und für sich auch ein Ausdruck des Gefühls an sich.
Allerdings ist Trauer ein immens wichtiger Prozess um schlimme Erlebnisse zu verarbeiten.
Es gibt unterschiedliche Phasen der Trauerbewältigung, die der Mensch (je nach Mensch intensiver oder weniger intensiv, länger oder kürzer, usw.) durchlebt. Trauer kann das Überwinden von Leid und Schmerz bewirken. Trauer ist ein Prozess der Bewältigung.
Mag sein, dass ich anders ticke, als die meisten, aber als mein Großvater, der mir übrigens viel bedeutet hat, vor drei Jahren gestorben ist, habe ich nicht getrauert, weil für mich die Vergänglichkeit aller Dinge immer Im Geist präsent ist. Ich stimme dir zu, dass Trauer ein Prozess ist der mehrere Phasen umfasst, allerdings bleibe ich dabei, dass Trauer nur eine Ausdrucksform von Anhaftung ist. Möglicherweise dient der Prozess dazu, die vorhandene Anhaftung abzubauen oder aufzulösen. Ist aber eine grundlegende Erkenntnis von Vergänglichkeit vorhanden, dann ist Trauer vielleicht sogar überflüssig, da die Anhaftung, die durch den Trauerprozess abgebaut werden soll, gar nicht erst vorhanden ist. Das soll natürlich jetzt nicht so rüberkommen, als wäre ich emotional kalt. Ich empfinde natürlich Mitgefühl für jeden, der sich in einem Trauerprozess befindet und würde diese Zusammenhänge auch keiner Person, die sich in einem solchen Prozess befindet, so unvermittelt vor den Latz knallen. Ich finde es auch vollkommen okay, zu trauern.


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Wie können negative Gefühle hilfreich sein?

30.06.2016 um 23:10
@kutulus

Deswegen auch der Satz "inwieweit negativ behaftete Gefühle hilfreich sein können" :D
Natürlich sind sie das nicht immer und bei jedem Menschen gleichermaßen, aber das sind nunmal Aspekte dieser negativen Gefühle, die man als hilfreich betrachten kann.


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Wie können negative Gefühle hilfreich sein?

01.07.2016 um 00:07
@ahri
Mit deiner Definition der Emotionen gehe ich vollkommen konform.
Für mich zum Beispiel sind Wut und Hass ein wichtiger Antrieb. Der Treibstoff für den Motor meines antriebs.
@kutulus
Auch du hast recht, zum Teil jedenfalls. Wenn man von der Wut beherrscht wird, dann kann man nicht mehr klar denken.
Ich unterscheide die Wut in zwei Arten:
Die heiße Wut: Das ist die Wut, die einen überfällt, die man unter ein gewisses Level niederkämpfen muss, um nicht kopflos zu handeln.
Die kalte Wut: Diese Wut treibt einen an, lässt einen klar denken und effektiv handeln, die Schwächen des Feindes angreifen und ihm ins Gesicht zulachen, während man ihn über den Abgrund in die Hölle stößt.


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Wie können negative Gefühle hilfreich sein?

01.07.2016 um 00:10
Bei negativen Gefühlen denkt man doch mehr nach und versucht nach Lösungen zu finden.
Meiner Meinung nach sollten solche Gefühle einen vorantreiben. Natürlich gibt es "schwache" Leute darunter, die durch Trauer, Wut, etc. nur noch mehr darunter leiden. Aber wenn man nur positiv denkt, erkennt man keine Gefahren oder Konsequenzen.


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Wie können negative Gefühle hilfreich sein?

01.07.2016 um 01:23
Zitat von blutfederblutfeder schrieb:Die kalte Wut: Diese Wut treibt einen an, lässt einen klar denken und effektiv handeln, die Schwächen des Feindes angreifen und ihm ins Gesicht zulachen, während man ihn über den Abgrund in die Hölle stößt.
Du bist ja hart drauf. :-)
Ich kann auf jeden Fall nicht von mir behaupten, dass mich eine Form von Wut antreibt, ob sie jetzt heiß ist oder kalt. Ich handle aus dem Wunsch, für meine Umwelt möglichst nützlich zu sein und schadhaftes zu unterlassen. Feinde habe ich keine und selbst wenn ich welche hätte, wäre es nicht mein Wunsch, sie in die Hölle zu stoßen. :-D
Zitat von NAVOINAVOI schrieb:Bei negativen Gefühlen denkt man doch mehr nach und versucht nach Lösungen zu finden.
Meiner Meinung nach sollten solche Gefühle einen vorantreiben. Natürlich gibt es "schwache" Leute darunter, die durch Trauer, Wut, etc. nur noch mehr darunter leiden. Aber wenn man nur positiv denkt, erkennt man keine Gefahren oder Konsequenzen.
Sämtliche Gefühle, ob positiv oder negativ, kommen allein vom Ego und sind in ihrer Natur leidhaft. Wenn man aber erkannt hat, dass der Mensch nicht sein Ego ist, dann identifiziert man sich nicht mehr so stark mit seinen Gefühlen. Konsequenzen ergeben sich aus Ursachen und Bedingungen, das hat an sich nichts mit einer positiiven oder negativen Geisteshaltung zu tun. Eine potenzielle Gefahr ist es aber durchaus, wenn man sich mit seinem Ego identifiziert und diesem zu viel Nahrung gibt. Schaut man sich nämlich in der Geschichte um, erkennt man, dass die schlimmsten Vertreter der Menschheit ein extrem aufgeblasenes Ego hatten.

Ich will aber auch gar nicht allzu sehr abschweifen, sonst wird es zu offtopic hier.


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01.07.2016 um 04:33
@Subtilitas
Zumindest Eifersucht hab ich mir erfolgreich abgewöhnt,ich hab gelernt loszulassen respektive nichts festzuhalten bzw niemanden


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Wie können negative Gefühle hilfreich sein?

01.07.2016 um 19:20
Motivation


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Wie können negative Gefühle hilfreich sein?

01.07.2016 um 19:58
Ich habe für mich festgestellt, dass die meisten negativen Gefühle sich auf eins herunterrechnen lassen: Angst. Und das zu erkennen, hat den positiven Nutzen, zu erkennen, wo meine Ängste liegen.

So würde ich beispielsweise Eifersucht der Angst vor der eigenen Unzulänglichkeit zu rechnen oder der Angst, verlassen zu werden.

Wut ist in der Regel eine Bedrohung des eigenen Wertesystems, jemand macht mich wütend, weil er Regeln verletzt, die für mich gelten, um meiner Welt einen Rahmen zu geben.

Scham ist die Angst vor Bloßstellung.

Ekel warnt vor physischer Bedrohung, auch, wenn das in der Psyche fehlgeleitet werden kann und dann so offenbar sinnlose Ekelgefühle wie vor Knöpfen oder Füßen hervorrufen kann.

Interessant finde ich, dass du Sehnsucht in deiner Liste aufgenommen hast, denn Sehnsucht ist für mich ein positives Gefühl.


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