Ahmose schrieb:Retten ist immer einfacher als sterben lassen. Man handelt und sieht nicht nur zu.
Sorry, diese "Logik" erschließt sich mir in diesem Fall nicht. In diesem Fall war zusehen (sterben lassen) sicher einfacher als handeln (retten).
Shiloh schrieb:Solange
Hoffnung auf eine Chance (Überlebenswille)
besteht, ist es ethisch geboten, dem Wal eine Chance auf Rettung und Überleben zu bieten.
Und zwar so lange, wie er Anzeichen von Vitalität zeigt. Und diese Anzeichen waren für mich durchgehend da. Der Wal selbst kann sich nicht äußern, dass er gerettet werden möchte.
Das ist mein Verständnis von Ethik in dieser Geschichte.
Zusehen wäre in diesem Fall also einfacher, aber eben ethisch nicht vertretbar gewesen.
Ahmose schrieb:Wir ehren in der Regel die Retter und nicht die Palliativmediziner. Aber objektiv sollte man nicht ausblenden das der Wal vielleicht wirklich zu schwach war und absichtlich flaches Gewässer aufgesucht hat. Also vielleicht hat die Initiative genau das Falsche getan. Diese Möglichkeit sollte man nicht ausblenden, nur weil man unbedingt helfen will.
Man sollte auch nicht ausblenden, dass dieser junge Wal im flachen Wasser der Ostsee vielleicht einfach nur seine Orientierung verloren hat, indem durch das allgemein zu flache Wasser der Ostsee sein zur Navigation eigenes Magnetfeld gestört wurde. Und dass er außer seiner durch den niedrigen Salzgehalt der Ostsee lädierten Haut anscheinend keine weiteren Erkrankungen aufwies, die ihn zu einem "sterbenden Tier" machten. Für seine nach wie vor vorhandene Vitalität sprach alleine schon das wiederholte Freischwimmen des Wals. Dass diese Anstrengung und das dann anschließende Liegenlassen des Wals im Schlick das Tier im Laufe des langen untätigen "Zusehens" aber schwächen würde, war doch nur die logische Folge aus diesem anfänglichen Umgang mit der Situation.
Das Erkennen, dass der dennoch noch ziemlich vitale Wal niemals alleine wieder aus der Ostsee herausfinden würde, war kein "unbedingt helfen wollen" im Sinne von um jeden Preis, sondern dieses Helfen gebot ganz klar der nach wie vor zufriedenstellende Gesundheitszustand des Wals, die tierärztliche festgestellte Transportfähigkeit und die geprüfte Aussicht auf Erfolg eines Rettungsversuchs per gut durchdachtem Konzept.
Von daher hat die Initiative mMn genau das Richtige getan.