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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

47 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Krieg, Hitler, Nazis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

07.08.2026 um 14:35
Ich beschäftige mich schon länger mit Ahnenforschung. Für mich hoch Interessant und es macht mir Spaß, in alten Kirchenbüchern zu stöbern usw. Eine Bekannte sagte mal: "Das ist wie puzzeln, nur mit Menschen." Dem schließe ich mich an :D

Aufgrund eines Hexenschusses und daraus resultierender Bettlägerigkeit, fing ich kürzlich an, nach der Kriegsgeschichte meiner Opas und Uropas zu recherchieren.

Nunja, ich habe schon einiges rausgefunden, stellenweise ist es besorgniserregend. Ich habe bisher bloß väterlicherseits verifizierte Spuren gefunden und berichte euch davon:

Die Uropas:

Beide Uropas waren in der NSDAP.

Einer ist 1933 eingetreten, 1934 ausgetreten und 1935 wieder eingetreten. Was war da los? Mehr habe ich bisher nicht in Erfahrung gebracht. Es ist auch nicht ganz so einfach, denn es handelt sich um Familie Müller aus Berlin. Der worst case würde ich sagen :D

Mein anderer Uropa... ja, der ist mein Sorgenkind. Er ist ebenfalls 1933 in die NSDAP eingetreten und hier bin ich weiter: ich habe vor geraumer Zeit im Landesarchiv Berlin nachgefragt, ob über ihn eine Entnazifizierungsakte besteht. Ja, es gibt sie. Mir wurde per Mail mitgeteilt, ich könne die Akte im Lesesaal des Archivs einsehen. Da Berlin sehr weit weg ist, fragte ich nach möglichen Kopien. Vor ein paar Tagen kam die Antwort. Ich kann mir Kopien nach Hause schicken lassen, es sind 65-70 bedruckte Seiten.

Das ist ziemlich auffällig, denn die meisten Entnazifizierungsakten bestehen aus wenigen Seiten. Oft sind es nur drei. Wenn ich Google frage, sagt die KI das:


Screenshot 20260807 141128 ChromeOriginal anzeigen (0,5 MB)
Quelle: Google KI

Nun stellt sich mir natürlich sie Frage, warum er so eine dicke Akte hat. Wurde er entlastet? War er ein "strammer Nazi", hat er irgendetwas verwerfliches getan?
Ich habe Kopien der Akte nun nach Hause bestellt, allerdings dauert dies möglicherweise Monate, bis sie eintrifft.

Meine Opas:

Beide waren im Krieg junge Männer anfang 20.
Glücklicherweise gibt es keine Hinweise auf eine NSDAP-Mitgliedschaft.

Opa 1: aus Erzählungen weiß ich, dass er in Russland an der Front war und schwer verwundet wurde. Lungendurchschuss. Als Kind fand ich den Oberkörper meines Opas faszinierend, denn man sah eine große Wölbung nach innen, als wurde ein Stück Brustkorb fehlen. Ihm wurde von hinten in den Rücken geschossen und die Kugel trat vorne durch den Brustkorb wieder raus. Nach dieser schweren Verletzung war der Krieg für Opa vorbei.
Online hab ich über ihn nichts herausgefunden. Dies ist das, was ich noch aus meiner Kindheit weiß.

Opa 2: Opa zwei war Funker in einem JU-88 Bomber. Im April 1941 saß er mit drei weiteren Männern im Flugzeug auf dem Weg nach England, um anzugreifen. Über Südengland wurde das Flugzeug über einem Bauernhof abgeschossen. Der Pilot und ein weiterer Mann starben dabei. Mein Opa und ein anderer junger Soldat überlebten verletzt und kamen in Kriegsgefangenschaft. Mit einem Schiff wurden sie von England nach Kanada gebracht und verbrachten dort mehrere Jahre. Opa hat immer positiv von der Zeit gesprochen (wie man halt "positiv" vom Krieg spricht, er wäre mit Sicherheit lieber zuhause gewesen.). Die Kanadier haben die deutschen Gefangenen gut behandelt und an Geburtstagen gab es zum Beispiel einen Kuchen. Sie konnten Fußball spielen und hatten ausreichend zu essen usw. In russischer Kriegsgefangenschaft hätten die Menschen von sowas nur träumen können. Opa hatte auf vielen Ebenen Glück. Ich mein, wtf ... er hat einen Flugzeugabschuss überlebt.

Und nun ihr: interessiert ihr euch auch dafür, was eure Angehörigen im Krieg gemacht haben? Habt ihr interessante Geschichten? Oder haben eure Opas/ Uropas vielleicht nie über die Zeit im Krieg gesprochen? Habt ihr Lust zu recherchieren? Mittlerweile kann man online schon einiges herausfinden, beispielsweise sind die Entnazifizierungsakten aus NRW alle online einsehbar, ganz ohne irgendwelche Anträge auszufüllen.

Eure Geschichten interessieren mich sehr und vielleicht interessiert es auch den einen oder anderen User.


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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

07.08.2026 um 15:59
@pony2.4
Das ist super interessant - danke!

Ich halte es fuers erste kurz:
Ich traue mich nicht zu fragen (also in meiner Familie).

Ich habe ueber Die Zeit ins NSDAP Archive geschaut und habe keine Verwandten von mir gefunden.

Einer meiner Opas war während des Krieges Heizer bei der Bahn, und wurde später Schaffner und verbeamtet.

Und der andere kommt aus der (heutigen) Slowakei.
Er war auf dem Tuerckenberg, ich meine er hatte da nachts Wache, mit Uniform und Gewehr, und hat tagsüber in seinem Weinberg gearbeitet.
Und er war mal in Berchtesgaden, ich meine in Soldatenuniform.
Als meine Großeltern dann die Slowakei verlassen mussten, kamen sie über Oesterreich nach Deutschland, zunächst nach Bayern.

Wenn jemand dazu etwas sagen kann (Slowakei, Tuerckenberg, Berchtesgaden) meldet Euch bitte mal.
Ich kann das nicht einordnen.


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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

07.08.2026 um 17:52
@pony2.4


Bei meinen Vorfahren ist es etwas komplizierter, da ich dänische Wurzeln habe.
Interessanterweise gab es von deutscher Seite kein NSDAP-Mitglied - aber von dänischer Seite zwei *DNSAP-Mitglieder, die sogleich nach der Kapitulation Dänemarks freiwillig der deutschen Armee dienten.

* dänische Pendant zur NSDAP


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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

07.08.2026 um 18:32
Die Archive habe ich benutzt. Ich finde dort eine Person mit Übereinstimmung zum Namen eines meiner Großväter, aber Geburtsjahr, Wohnort und Beruf weichen sehr stark ab - es ist m.E. nicht davon auszugehen, dass diese Person mit meinem Großvater identisch ist, obwohl der Nachname ein sehr seltener ist.

Woran ich mich noch bzgl. Erzählungen, Verhalten erinnern kann:
- Meine Großmutter mütterlicherseits hat bei Feuerwerk, Überschallknall aber auch bei in der Wohnung offengelassenen Schränken panisch reagiert. (Mir ist klar weshalb.)
- Es gab zwei (oder drei?) kleine dekorative Gegenstände im Besitz meiner Großeltern mütterlicherseits, von denen es hieß, sie hätten sie nach dem Krieg in den Trümmern gefunden. Eines war ein nicht ganz sauber geschliffenes Prisma, eines ein Porzellan"stein" (wie ein Briefbeschwerer) mit aufgemalter Eidechse. (Unbeschädigt. Ggf. auch nicht die ganze Wahrheit, diese in Trümmern gefunden zu haben.)

(Die Großeltern mütterlicherseits stammten aus Berlin und waren dort auch noch wohnhaft bis zu ihrem Tod. Die Großeltern väterlicherseits stammten aus und wohnten in kleinen Ortschaften im Bayerischen Wald, es wurde auch von "Böhmen" erzählt, laut Recherche waren die Ururgroßeltern von dort. Kennengelernt habe ich prinzipiell alle vier Großeltern noch, wobei die Großväter verstarben als ich noch im Kindergartenalter war. Bekannte Berufe: einer war Schustermeister, einer ungelernter Arbeiter in einem Karbidwerk.)


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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

07.08.2026 um 21:04
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Ich habe ueber Die Zeit ins NSDAP Archive geschaut und habe keine Verwandten von mir gefunden
Das ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen.

Allerdings fehlen wohl auch viele Mitgliederdaten, da sie am Kriegsende vernichtet wurden. Die Geschichte dahinter ist interessant. Eine Papiermühle hatte den Auftrag, alle Mitgliederkarten zu zerstören. Der Chef der Mühle bemerkte aber was er da zerstören sollte und sabotierte die weitere Vernichtung.

https://www.welt.de/geschichte/article256214966/nsdap-mitgliederkartei-das-wird-die-saeuberungsaktion-in-deutschland-betraechtlich-erleichtern.html

Es gibt wohl bestimmte Buchstaben, die besonders unvollständig sind.
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Wenn jemand dazu etwas sagen kann (Slowakei, Tuerckenberg, Berchtesgaden) meldet Euch bitte mal.
Also zu Berchtesgaden weiß ich, dass die Bundeswehr dort schon lange Gebirgsjäger stationiert hat. Ich kenne jemanden, der sich dort einige Jahre verpflichtet hatte. Vielleicht war dein Angehöriger auch später nach Kriegsende noch dort?

Da lässt sich sicher noch was rausfinden.
Zitat von NukaNuka schrieb:dänische Pendant zur NSDAP
Wieder was gelernt. Ich wusste nicht, dass es das gab.
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:es ist m.E. nicht davon auszugehen, dass diese Person mit meinem Großvater identisch ist, obwohl der Nachname ein sehr seltener ist.
Davon gehe ich ebenfalls aus.


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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

07.08.2026 um 21:11
Wir waren Bauern aus Wurzelrothn im ehemaligen Schlesien. Wurden wie dreck behandelt. Vergangenheit war hart und scheiße.


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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

07.08.2026 um 21:14
Zitat von pony2.4pony2.4 schrieb:
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Ich habe ueber Die Zeit ins NSDAP Archive geschaut und habe keine Verwandten von mir gefunden
Das ist auf jeden Fall ein gutes Zeichen
Was wäre es denn für ein Zeichen und wofür, wenn da anderes rauskommt?

Gab ja glaub ich prominente Beispiele


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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

07.08.2026 um 21:19
Zitat von LanzaLanza schrieb:Was wäre es denn für ein Zeichen und wofür, wenn da anderes rauskommt?
Naja, grundsätzlich muss man ja sagen, dass im Laufe der Jahre mehrere Millionen Menschen in die NSDAP eingetreten sind. Sicherlich waren das nicht alles überzeugte Nazis aber die Chance ist natürlich höher als bei Menschen, die nie eingetreten sind. Das meine ich mit gutem Zeichen.

Ich persönlich fände es schon gut, wenn meine Verwandten keine Nazis waren, befürchte bei meinem Uropa aber wie beschrieben anderes. In ein paar Wochen weiß ich mehr.
Zitat von rainloverainlove schrieb:Wurzelrothn
Bist du sicher dass das so hieß? Man findet absolut gar nichts zu diesem Ort.


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07.08.2026 um 22:13
@pony2.4
Ja von meinem Vater. Vieles würde mit der Roten Armee ausgelöscht, es waren nicht mehr als einige gehöfte. Damals lebte man dort sehr primitiv, weder Telefon noch sonstige Technik, netmal Traktoren aber es war unsere Heimat. Wir haben niemandem etwas getan aber trotzdem alles genommen.


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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

07.08.2026 um 22:20
Nach der Flucht erwarben wir große länderein zu Nachkriegszeiten. Wir haben unser letztes vermögen dort hineingesteckt. Kurz darauf hat die DDR uns enteignet und daraus lpgs gemacht etc. Nach der Wende klagte mein großonkel vor hohen Gerichten wegen Enteignung aber die jetzigen eigentümer hatten bessere anwälte.
Uns hat man alles genommen und sind bis heute arme Leute. Unrecht folgt auf neues Unrecht. Alles verkorkst für uns.


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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

07.08.2026 um 23:24
Hallo zusammen,

ich bin so ein alter Sack (und meine Eltern wurden auch erst sehr spät reproduktiv), dass ich nicht von Ur- oder Großeltern schreiben kann, sondern von Eltern, Onkeln etc. Meine Großeltern habe ich auch bis auf eine Oma nicht mehr kennengelernt.

Also, der ältere Bruder meiner inzwischen auch verstorbenen Mutter fiel im Juni 1944 bei St. Lô in der Normandie als SS-Unterscharführer (da is also nix mit irgendwelchen Fragen, ob er wohl Nazi war oder nich ...). Er war da allerdings erst 20 Jahre alt. Einen Packen seiner Feldpostbriefe (er war in den Monaten zuvor unter anderem in der Nähe von Bordeaux stationiert) habe ich in ein paar alten Zigarrenkisten gewissermaßen "geerbt" und auch den einen oder anderen Text darüber verfasst (aber das ist ja hier nicht so relevant).

Mein Vater wurde bei Kriegsende 1945 gerade 17, war vorher schon Flakhelfer und erzählte mir später öfters mal, dass er unbedingt noch als Soldat die Heimat verteidigen wollte (die Amis waren da schon über den Rhein vorgerückt). Ein altgedienter Reserveoffizier, den er darauf ansprach, hätte ihn (und andere) daraufhin nach Hause geschickt, sie müssten jetzt für den Wiederaufbau sorgen (ich dachte dann immer an den berühmten Film "Die Brücke"). Die beiden Rundwälle der alten Flakstellungen waren noch in den 1970er Jahren auf dem Kornfeld zu sehen, wir haben dort als Kinder immer "Bombenangriff" o.ä. gespielt ...

Das übernächste Haus von meinem Elternhaus aus gesehen wurde 1943 durch einen Bombenvolltreffer zerstört, die einfachen Grabsteine der fünfköpfigen Familie, die dort umkam, sind heute noch nur zwanzig Meter vom Grab meiner Eltern entfernt auf dem Friedhof des Stadtteils zu sehen (neben anderen, ähnlichen Grabsteinen).

Ja, der II. WK fand ja nicht nur an den Fronten statt, sondern hat zuletzt alle (fast) in den Abgrund gerissen. Meine Mutter erzählte früher oft von ihrer Zeit als Hellferin auf einem Bauernhof im Sauerland im letzten Kriegsjahr, da war sie 14, wurde 15. Offiziell lief das wahrscheinlich noch unter "Kinderlandverschickung". Zusammen mit gefangenen Polen, Russen und Ukrainern musste sie dort härteste Arbeit leisten, Tiere schlachten usw. überlebte einen Tieffliegerangriff und erkrankte nebenbei auch noch an Diphterie. Irgendwie hat sie es im April 1945 dann doch unbehelligt in ihr Elternhaus zurückgeschafft.

Ich finde wichtig, das nicht zu vergessen und würde meine Eltern heute gern noch zu den einzelnen Dingen befragen, was sich mittlerweile aber auch seit etlichen Jahren erledigt hat.

Ich wünsche eine gute Nacht.


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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

08.08.2026 um 01:14
Zitat von rainloverainlove schrieb:Wir waren Bauern aus Wurzelrothn im ehemaligen Schlesien.
Ich kann mir vorstellen, dass sich akustisch eine leichte Irritation eingeschlichen hat: Wurzelrothn = Wurzelrode.
KI:
Wurzelrode was the planned German historical renaming for Korzeniec, a locality in the administrative district of Gmina Sławków in Silesian Voivodeship, Poland. This proposed German name was designated during World War II under the Nazi occupation, though it was never fully implemented or finalized before the end of the war.
„Wurzelrode“ war die geplante deutsche historische Umbenennung von Korzeniec, einer Ortschaft im Verwaltungsbezirk Gmina Sławków in der Woiwodschaft Schlesien, Polen. Dieser vorgeschlagene deutsche Name wurde während des Zweiten Weltkriegs unter der nationalsozialistischen Besatzung festgelegt, wurde jedoch vor Kriegsende nie vollständig umgesetzt oder endgültig beschlossen. Historischer Kontext Ursprünglicher polnischer Name: Korzeniec (heute Teil von Sławków, Polen). Vorgeschlagener deutscher Name: Wurzelrode (geplant etwa 1941–1945 im Amtsbezirk Sławków).
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

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163. Nieoficjalne niemieckie nazwy otrzymały również poszczególne sołectwa: Burkenau (Burki), Zimmerfeld (Cieśle), Eichhübel (Dębowa Góra), Gerberau O.S. (Garbierze), Wurzelrode (Korzeniec), Ziegenwiesen (Kozioł), Flurweiler (Niwa), Altmarktal (Stare Maczki), por. Rolf Jehke Herdecke: Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874-1945.
163. Auch einzelne Ortsteile erhielten inoffizielle deutsche Namen: Burkenau (Burki), Zimmerfeld (Cieśle), Eichhübel (Dębowa Góra), Gerberau O.S. (Garbierze), Wurzelrode (Korzeniec), Ziegenwiesen (Kozioł), Flurweiler (Niwa), Altmarktal (Stare Maczki),
vgl. Rolf Jehke Herdecke: Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten 1874–1945.
Quelle: Wikipedia: Historia Sławkowa
Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

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Wikipedia: Korzeniec, Podkarpackie Voivodeship


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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

08.08.2026 um 01:31
@two-cents
Kann ich dir nicht bestätigen oder verneinen. Mein Vater ist in den frühen 60ern aufgewachsen er kennt nur diesen Begriff und die Schilderung von Familie. Mein großonkel war zu DDR Zeiten dort im ehemaligen familienhof in den 80ern zu Besuch bei den jetzigen eigentümern. War alle sehr freundlich.
Aber runter gewirtschaftet keine großen veränderungen in den 40 Jahren. Wie schon gesagt die ganze Familie stammt von dort, mein Opa ist nicht Mal 50 geworden, alle mussten schuften hatten bis zu wende hier aufm Dorf nur Plumpsklo.
Meine Oma musste für Hungerlohn in gärtnerei schuften, würde dort mit Chemie vergiftet, ist jämerlich an Krebs gestorben. Nur mein großonkel ist in den 50ern in Westen geflohen und hat dort groß Karriere bei der Polizei gemacht.


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08.08.2026 um 01:38
Achso:
Mein großonkel war sehr interessiert in Ahnenforschung aber kam leider nicht weit. Er war reich und bezahlte sogar Agenturen. Er sagte uns, dass er bis ca 1880 kam aber weiter nicht. Wie gesagt dort lebte man noch primitiv mit Landwirtschaft. Auch meine urgroßeltern brachten noch antiquiert heute wirkende Sichtweisen mit in die DDR.
@two-cents
Sehr interessant auch, mein Familienname ist germanisierte Form slawischen Ursprungs, wahrscheinlich durch die Nazis zur "germanisierung" sagt Google ai.


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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

08.08.2026 um 02:31
Zitat von pony2.4pony2.4 schrieb:Ich beschäftige mich schon länger mit Ahnenforschung.
Zitat von epilogepilog schrieb:Ich finde wichtig, das nicht zu vergessen und würde meine Eltern heute gern noch zu den einzelnen Dingen befragen, was sich mittlerweile aber auch seit etlichen Jahren erledigt hat.
Ja, irgendwann ist niemand mehr da, den man fragen kann!

Vor einigen Jahren hatte ich ebenfalls angefangen, meine Familiengeschichte zu recherchieren. Die müttterliche Seite ist unter Katharina der Großen aus dem Sauerland und aus Bayern nach Russland/Lettland gezogen. Alllein schon die ganzen Familiennamen die auftauchten, sind hochinteressant. Von meiner Mutter starb der älteste Bruder im Krieg, er war Funker.

Mein Vater kam in Schlesien zur Welt, sein jüngster Bruder fiel im 2. Weltkrieg, 17 jährig! Er war ein Nachzügler, ein sehr geliebtes Kind. Als er in den Krieg musste, soll er gesagt haben, dass er nicht mehr wieder käme. Und so war es. Niemand wusste wo er begraben war oder was auch immer.

2020 habe ich wochen-/monatelang abends am Rechner gesessen und Informationen gesammelt. In Foren von Kriegsveteranen gelesen, Kriegstagebücher durchstöbert usw.

Dann fand ich einen kleinen Friedhof am Rand einer Stadt; dort ist sein Grab, eine schlichte quadratische Grabplatte mit seinem Namen und Todestag.

Nur, niemand aus der Ursprungsfamilie lebte mehr. Für meine Großeltern (sie lebten nach der Flucht in der ehemaligen DDR) wäre es dort hin nicht mal so ein weiter Weg gewesen wie 2020 für mich. Mit etwas Erde vom Grab meines Vaters bin ich zu dem kleinen Friedhof gefahren und habe dann für Vaters Grab Erde von dort wieder mitgebracht.
Mir tut es so leid, dass mein Vater, bzw seine Eltern und Geschwister dieses Grab nie gesehen haben.

Ein Halbbruder meines Vaters ist im Krieg elendig krepiert, vmtl durch gezieltes Verhungern. Meine Großeltern wurden von seinem Tod unterrichtet. Meine Großmutter hat noch darauf bestanden, dass der Sarg geöffnet wird. Ihr Sohn war total ausgemergelt.
Genaueres habe ich nie erfahren können. Nachfragen oder Archiveinsichten, Anfragen per E-Mail, auch auf polnischer Seite, haben nichts ergeben. Mittlerweile habe ich es aufgegeben.




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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

08.08.2026 um 09:06
Zitat von rainloverainlove schrieb:Er sagte uns, dass er bis ca 1880 kam aber weiter nicht
Das ist sehr wenig. In der Regel ist das alles durch Kirchenbucheinträge ziemlich gut nachvollziehbar. Es ist aber möglich, dass Kirchenbücher nach dem Krieg verschwunden sind, insbesondere in den abgegebenen Gebieten. Das Problem hatte ich auch schon.
Zitat von two-centstwo-cents schrieb:Ein Halbbruder meines Vaters ist im Krieg elendig krepiert, vmtl durch gezieltes Verhungern
Wer war dafür verantwortlich bzw. wo war er? Klingt nach Ostfront.
Zitat von epilogepilog schrieb:Ja, der II. WK fand ja nicht nur an den Fronten statt, sondern hat zuletzt alle (fast) in den Abgrund gerissen
Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht, was meine Omas gemacht haben. Die Oma in Berlin: keine Ahnung. Die Verhältnisse waren wohl sehr ärmlich. Meine Uroma hat 17(!!!) Kinder geboren, vier starben früh. Dennoch hatte meine Oma immer noch 12 Geschwister. Ich weiß aus Erzählungen, dass die Kinder regelmäßig verschickt wurden. Wie soll das auch gehen mit mehr als einem dutzend Kindern in einer Berliner 3-Zimmerwohnung...!?

Da würde es sicher noch viel zu erforschen geben, allerdings weiß ich nur sehr wenige Vornamen dieser vielen Kinder und die Forschung ist schwer, weil Müller. Die Bindung in der Familie scheint auch nicht groß gewesen zu sein.

Meine andere Oma kommt aus Pommern und wurde nach dem Krieg vertrieben. Ich vermute, dass es ihr in den Kriegsjahren nicht allzu schlecht ging. Diese Linie von mir war immer recht wohlhabend. Ich hab da auch polnischen Dorfadel in der Verwandtschaft. Die wurden vom König damals recht gut versorgt mit Ländereien usw...


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08.08.2026 um 09:33
Zitat von pony2.4pony2.4 schrieb:Beide Uropas waren in der NSDAP.
Meine Opas auch. Das gehörte damals dazu. Man hatte sonst erhebliche Nachteile, z.B. eine Arbeit zu finden o.ä.
Zitat von pony2.4pony2.4 schrieb:Einer ist 1933 eingetreten, 1934 ausgetreten und 1935 wieder eingetreten. Was war da los?
Meiner ist auch wieder ausgetreten. Er war Pfarrer und ihm ging da wohl vieles gegen den Strich. Er hat auch mal eine Protestaktion gemacht.
Er wurde seit 1942 bei Stalingrad vermisst.
Ich könnte mir vorstellen, dass man missliebige Personen gleich weggeschickt hat unter Inkaufnahme des Ablebens.


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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

08.08.2026 um 09:38
Zitat von nairobinairobi schrieb:. Das gehörte damals dazu. Man hatte sonst erhebliche Nachteile, z.B. eine Arbeit zu finden o.ä.
Das galt aber wohl eher für die späteren Kriegsjahre. Meine Uropas sind ja beide bereits 1933 eingetreten, da hätten sie ohne den Eintritt noch keine Nachteile gehabt. Aber wer weiß, vielleicht haben sie sich Vorteile erhofft aber das ist alles sehr spekulativ.


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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

08.08.2026 um 09:45
Zitat von pony2.4pony2.4 schrieb:Das galt aber wohl eher für die späteren Kriegsjahre.
Nein, das war auch schon vor dem Krieg so, das weiß ich von meinem Vater. Dieser hat auch Ende der 50er Jahre in der ehemaligen DDR nicht mal eine Lehrstelle bekommen geschweige einen Studienplatz und ist deswegen in den Westen gegangen. Es wurde sehr vieles staatlich kontrolliert und geregelt.

Zudem könnte es da auch einen sozialen Druck gegeben haben. Wenn viele im persönlichen Umfeld sich zu etwas bekennen wird es schwieriger sein, eine andere Meinung zu äußern. Damals sicher noch mehr als heutzutage.
Zitat von pony2.4pony2.4 schrieb:Aber wer weiß, vielleicht haben sie sich Vorteile erhofft aber das ist alles sehr spekulativ.
Das ist möglich. Und auf die Propaganda sind ja sehr viele hereingefallen.
Hitler hat ja auch nicht nur Sch**hochdrei gebaut, zumindest vordergründig. Es gab in armen Zeiten Arbeit für viele.


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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

08.08.2026 um 11:03
Ich habe mich lange nicht getraut zu gucken, beziehungsweise zu fragen. Meine Familie betreibt Ahnenforschung und ich weiß bruchstückhaft, dass wir sehr weit in die Vergangenheit kommen. Also müssten es alleine dadurch Informationen geben wie stark meine Ahnen in der Nazizeit vertreten waren.

Ich hatte immer die Befürchtung väterlicherseits könnte da ziemlich viel sein, mütterlicherseits habe ich das immer ausgeschlossen. Die leben und lebten in einem sehr kleinen Dorf, ziemlich ab vom Schuss und wir haben nicht deutsche Vorfahren.

Nun, ich habe mir einen Ruck gegeben und da @pony2.4 dort gesucht habe, habe ich meinen Opa väterlicherseits prüfen lassen. Aus Jux und Dollerei habe ich einfach meinen Opa mütterlicherseits ebenfalls dazu gegeben.

Was soll ich sagen, väterlicherseits ist absolut nichts zu finden. Null, da gab es niemanden in der NSDAP, da ist nichts vorhanden oder bekannt. Ich war sehr erleichtert.

Das blöde, mütterlicherseits wurde jemand gefunden in der NSDAP, durch falsche Daten und langem rumsuchen habe ich dann raugefunden, dass es mein Opa war. Persönlich habe ich ihn nicht mehr gekannt, er ist vor meiner Geburt gestorben und ich verstehe nicht wie er Mitglied der NSDAP werden konnte, denn damals benötigte man ja den Nachweis von drei(?) Generationen die deutsch sein müssen um. Meine Familie war zwar deutsch, aber meine Uroma hatte als Mädchennamen noch einen französischen Nachnamen, da werden die Nazis mit Sicherheit ganz genau nachgeguckt haben.

Zusätzlich ist ein weiteres Detail aufgefallen, mein Uropa kann überhaupt nicht mein Uropa sein, denn er ist Jahre vor der Geburt meines Opas gestorben. Also konnte er überhaupt keinen Nachweis erbringen.

Eingetreten ist mein Opa 1937 in die NSDAP, damals gab es eine Massenaufnahme, denn von 1933 bis 1937 gab es einen Aufnahmestopp, das wusste ich vorher auch nicht. Ob mein Opa vorher schon Interesse hatte, weiß ich nicht. Ansonsten kann ich bisher nichts finden, also ob er was höheres in der NSDAP war oder einfach nur ein Mitglied.

Ich struggle schon damit, denn in meiner Kindheit habe ich sehr viel Zeit mit dieser Familienseite verbracht. Ich weiß nicht wer da Bescheid weiß über die Vergangenheit, bin mir aber sicher einige werden es wissen.

Auch zum Ende des Krieges gibt es noch interessante Informationen. Zu Ende des Krieges befand sich noch eine Gruppe von SS Leuten im Dorf. Die Nachbardörfer waren schon von den Amerikanern eingenommen. Im Dorf haben die SS Leute die Zugangstraßen noch vermint und sind dann abgehauen, mehrere Menschen aus dem Dorf haben in einer Nacht und Nebelaktion Warnschilder für die Amerikaner angebracht.

Die Amerikaner entdeckten die Warnungen und konnten die Minen entfernen. Das Dorf wurde ohne Verluste und Kampf eingenommen. Ich frage mich nun schon ob mein Opa bei den SS Leuten gewesen war oder vielleicht bei den Warnschildern. Ich glaube bei den SS Leuten war er nicht dabei, ich hoffe es zumindest, denn diese sind ein Dorf weiter gezogen und haben dort noch 12 amerikanische Soldaten erschossen. Darüber hätte ich mit den Namen bestimmt noch was gefunden.

Ich bleibe auf alle Fälle dran an der Sache, auch an meinen Uropa, also ob dort einfach ein Fehler mit dem Sterbedatum vorliegt oder er tatsächlich überhaupt nicht mein Uropa ist. Noch ist alles ziemlich verwirrend.


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