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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

62 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Krieg, Hitler, Nazis ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

02.09.2026 um 22:20
Beide Großväter bei der Wehrmacht.

Großvater väterlicherseits war Fallschirmspringer und wurde im Westfeldzug genauer Frankreich eingesetzt.
Zu Kriegsbeginn war er 19 Jahre alt.

Großvater mütterlicherseits war beim Russlandfeldzug dabei und geriet später in russische Kriegsgefangenschaft.
Zu Kriegsbeginn war er 26 Jahre alt.

Aus Gefangenschaft schrieb er auch einige Briefe über einen Zeitraum von mehreren Jahren (wie viele genau, müsste ich erst wieder in Erfahrung bringen) an meine Großmutter und nur wenige Jahre nach seiner Heimkehr brachten sie eine wunderschöne Tochter zur Welt: Meine Mutter.


Von meinem einen Großonkel weiß ich jetzt auf die Schnelle nur, dass er die Flucht auf der Gustloff antreten wollte, sie aber wohl verpasst haben soll. Ein Glück.

Großmütter beiderseits auf die Schnelle jetzt auch nur, dass sie aus Pommern und Schlesien vor den Russen geflohen sind.


So viel ich weiß, war niemand Mitglied in der NSDAP.

Meine Großmütter äußersten sich mir gegenüber ihrem Enkel aber Hauptsächlich kritisch gegenüber den Russen nur und wie hart die Flucht gewesen sei.

Vor allem zwischen den Zeilen meine ich bei meiner Großmutter väterlicherseits bis zu ihrem Tode immer ein Faible für den Nationalsozialismus herausgehört zu haben. Allerdings auch nur in kultureller Hinsicht, war sie doch bis zu ihrem Tode sehr engstirnig heimatverbunden in ja kultureller Hinsicht.


Meine Großväter hielten sich mir gegenüber eigentlich immer ziemlich bedeckt über ihre Kriegserfahrungen. Hatten denke ich mir auch am meisten zu verarbeiten und laut beiden angeblich auch keine andere Wahl als Wehrmachtssoldaten gehabt.







Möge es nie wieder so weit kommen.

Entschieden Nein zu Faschismus und entschieden gegen Angriffs- und Eroberungskriege.


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Wie haben eure Vorfahren den Krieg erlebt?

09.09.2026 um 22:12
Ich betreibe seit über 40 Jahren Familienforschung. Und musste feststellen dass über so manche Dinge in der Familie meines Vaters der Mantel des Schweigens ausgeworfen wurde. Meine Cousine machte einen Gentest, ich auch und wir mussten feststellen: sie ist nur meine Halbcousine. Leider ist meine Großmutter väterlicherseits schon seit 60 Jahren tot und hat das Geheimnis vom welchem Mann sie ihr zweites Kind bekommen hat (meine Halbtante) mit ins Grab genommen.
Wer mein Urgroßvater ist habe ich auch noch 40 Jahren nicht herausbekommen. Der Mann zu dem mein Großvater „Vater“ sagte ist es auf jeden Fall nicht. Alle sind tot, ich kann keinen mehr fragen.
Beide Großväter haben den Ersten Weltkrieg mitgemacht, waren für den zweiten aber schon zu alt. Ich habe beide nicht kennen gelernt weil sie schon wenige Jahre nach meiner Geburt verstorben sind. Mein Großvater mütterlicherseits, über den meine Mutter und Großmutter viel berichteten dürfte kein Nazi gewesen sein weil er ein überzeugter Sozialdemokrat war.
Mein Vater (Jahrgang 1924) ist etwa 1942 gemustert und eingezogen worden. Wegen eines Herzfehlers aber nur zu einer Instandhaltungskompanie in Leipzig. Den Krieg hat er erst in den letzten Wochen mitgemacht, konnte aber unbeschadet entkommen. Das zerbombte Dresden, wo er aufräumen musste muss ihn emotional sehr mitgenommen haben. Er hat kaum über diese Zeit geredet, die Information habe ich von meinem Bruder dem er als alter Mann wohl einiges erzählt hat.
Meine Mutter war bei Kriegsende ein junges Mädchen von 14 Jahren bei fremden Leuten im sogenannten „Pflichtjahr“. Da muss es hoch her gegangen sein. Ein kriegsgefangener Serbe hat die Familie terrorisiert und die Bäuerin vergewaltigt. Meine Mutter hat stets beteuert dass ihr nichts geschehen ist. Das mag ich aber nicht glauben denn sie war ihr Leben lang schwer traumatisiert. Ständig geistig auf der Flucht und zu tieferen Bindungen unfähig.
Zwei Brüder von ihr hatten eine interessante militärische Karriere. Der ältere war bei der Waffen-SS und musste sich bei Kriegsende verstecken. Ob er irgendwelche Untaten begangen hat wurde nie diskutiert. Da werde ich in nächster Zeit mal in die Akten schauen.
Der jüngere war auf einem Kriegsschiff. Das war allgemein bekannt. Interessant wurde es als ich als Jugendlicher in einem alten Schrank auf dem Dachboden ein Bild von ihm in Uniform gefunden habe. Auf seiner Dienstmütze stand der Name des Schiffes: Schleswig-Holstein. Das ist das deutsche Kriegsschiff das die ersten Schüsse des Zweiten Weltkrieges auf die polnische Festung Westerplatte abgefeuert hat. Der Onkel war dabei. Erzählt hat er davon nie etwas.


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