Mr.Crime
Diskussionsleiter
Profil anzeigen
Private Nachricht
Link kopieren
Lesezeichen setzen
dabei seit 2020
Profil anzeigen
Private Nachricht
Link kopieren
Lesezeichen setzen
Moral: Relativ, objektiv oder rational begründbar?
um 17:01Ich denke, dass es eine Art universelle Moral geben könnte, auch wenn ich eigentlich nie behauptet habe, dass es eine objektive Moral gibt. Ich meine vielmehr, dass es Moralvorstellungen gibt, die mehr Sinn ergeben als andere, und dass Macht nichts mit der Güte eines Arguments zu tun hat.
Bestimmte Handlungen werden in nahezu allen Kulturen als moralisch problematisch angesehen. Mord beispielsweise gilt grundsätzlich als etwas Unmoralisches. Trotzdem gibt es Gesellschaften, in denen die Tötung eines Menschen unter bestimmten Umständen als gerechtfertigt angesehen wird, etwa durch die Todesstrafe für schwere Straftaten. Ebenso gibt es Länder, in denen Sex außerhalb der Ehe als schweres moralisches Vergehen betrachtet und sogar mit der Todesstrafe bestraft wird.
Deshalb würde ich zwischen grundlegenden moralischen Prinzipien und ihrer konkreten gesellschaftlichen Auslegung unterscheiden. Dass das Töten eines Menschen grundsätzlich moralisch problematisch ist, kann eine weit verbreitete moralische Vorstellung sein, während die Frage, wann eine Tötung gerechtfertigt ist, unterschiedlich beantwortet wird.
Gleichzeitig bin ich der Meinung, dass Moral nicht allein deshalb richtig ist, weil eine Gesellschaft oder eine mächtige Person sie akzeptiert oder durchsetzen kann. Moral muss zumindest argumentativ gerechtfertigt werden. Wenn beispielsweise ein Herrscher behauptet, Sklaverei sei moralisch in Ordnung, wird diese Aussage nicht dadurch richtig, dass er die Macht besitzt, sie gesetzlich durchzusetzen. Macht entscheidet darüber, was sich gesellschaftlich durchsetzen lässt, aber nicht darüber, ob ein Argument tatsächlich gut oder moralisch überzeugend ist.
Wenn man beispielsweise behauptet, Sklaverei sei moralisch in Ordnung, reicht es also nicht aus zu sagen: „Das ist eben unsere Kultur.“ Man müsste begründen können, warum es moralisch vertretbar sein soll, einen Menschen als Eigentum eines anderen Menschen zu behandeln.
Natürlich ist Moral etwas Menschliches und hat deshalb sehr viele Facetten. Unterschiedliche Gesellschaften können zu unterschiedlichen moralischen Vorstellungen gelangen. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass jede dieser Vorstellungen gleichermaßen sinnvoll oder überzeugend ist. Es besteht ein Unterschied zwischen der Tatsache, dass Menschen unterschiedliche moralische Überzeugungen haben, und der Behauptung, dass deshalb alle diese Überzeugungen gleich gut begründet sind.
Letztlich geht es für mich also weniger darum, zu behaupten, dass es eine objektiv feststehende Moral gibt. Mir geht es vielmehr darum, dass wir moralische Vorstellungen anhand ihrer Argumente beurteilen sollten – und nicht danach, wer die Macht besitzt, sie durchzusetzen.
Bestimmte Handlungen werden in nahezu allen Kulturen als moralisch problematisch angesehen. Mord beispielsweise gilt grundsätzlich als etwas Unmoralisches. Trotzdem gibt es Gesellschaften, in denen die Tötung eines Menschen unter bestimmten Umständen als gerechtfertigt angesehen wird, etwa durch die Todesstrafe für schwere Straftaten. Ebenso gibt es Länder, in denen Sex außerhalb der Ehe als schweres moralisches Vergehen betrachtet und sogar mit der Todesstrafe bestraft wird.
Deshalb würde ich zwischen grundlegenden moralischen Prinzipien und ihrer konkreten gesellschaftlichen Auslegung unterscheiden. Dass das Töten eines Menschen grundsätzlich moralisch problematisch ist, kann eine weit verbreitete moralische Vorstellung sein, während die Frage, wann eine Tötung gerechtfertigt ist, unterschiedlich beantwortet wird.
Gleichzeitig bin ich der Meinung, dass Moral nicht allein deshalb richtig ist, weil eine Gesellschaft oder eine mächtige Person sie akzeptiert oder durchsetzen kann. Moral muss zumindest argumentativ gerechtfertigt werden. Wenn beispielsweise ein Herrscher behauptet, Sklaverei sei moralisch in Ordnung, wird diese Aussage nicht dadurch richtig, dass er die Macht besitzt, sie gesetzlich durchzusetzen. Macht entscheidet darüber, was sich gesellschaftlich durchsetzen lässt, aber nicht darüber, ob ein Argument tatsächlich gut oder moralisch überzeugend ist.
Wenn man beispielsweise behauptet, Sklaverei sei moralisch in Ordnung, reicht es also nicht aus zu sagen: „Das ist eben unsere Kultur.“ Man müsste begründen können, warum es moralisch vertretbar sein soll, einen Menschen als Eigentum eines anderen Menschen zu behandeln.
Natürlich ist Moral etwas Menschliches und hat deshalb sehr viele Facetten. Unterschiedliche Gesellschaften können zu unterschiedlichen moralischen Vorstellungen gelangen. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass jede dieser Vorstellungen gleichermaßen sinnvoll oder überzeugend ist. Es besteht ein Unterschied zwischen der Tatsache, dass Menschen unterschiedliche moralische Überzeugungen haben, und der Behauptung, dass deshalb alle diese Überzeugungen gleich gut begründet sind.
Letztlich geht es für mich also weniger darum, zu behaupten, dass es eine objektiv feststehende Moral gibt. Mir geht es vielmehr darum, dass wir moralische Vorstellungen anhand ihrer Argumente beurteilen sollten – und nicht danach, wer die Macht besitzt, sie durchzusetzen.
