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Moral: Relativ, objektiv oder rational begründbar?

5 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Psychologie, Philosophie ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
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Moral: Relativ, objektiv oder rational begründbar?

um 17:01
Ich denke, dass es eine Art universelle Moral geben könnte, auch wenn ich eigentlich nie behauptet habe, dass es eine objektive Moral gibt. Ich meine vielmehr, dass es Moralvorstellungen gibt, die mehr Sinn ergeben als andere, und dass Macht nichts mit der Güte eines Arguments zu tun hat.

Bestimmte Handlungen werden in nahezu allen Kulturen als moralisch problematisch angesehen. Mord beispielsweise gilt grundsätzlich als etwas Unmoralisches. Trotzdem gibt es Gesellschaften, in denen die Tötung eines Menschen unter bestimmten Umständen als gerechtfertigt angesehen wird, etwa durch die Todesstrafe für schwere Straftaten. Ebenso gibt es Länder, in denen Sex außerhalb der Ehe als schweres moralisches Vergehen betrachtet und sogar mit der Todesstrafe bestraft wird.

Deshalb würde ich zwischen grundlegenden moralischen Prinzipien und ihrer konkreten gesellschaftlichen Auslegung unterscheiden. Dass das Töten eines Menschen grundsätzlich moralisch problematisch ist, kann eine weit verbreitete moralische Vorstellung sein, während die Frage, wann eine Tötung gerechtfertigt ist, unterschiedlich beantwortet wird.

Gleichzeitig bin ich der Meinung, dass Moral nicht allein deshalb richtig ist, weil eine Gesellschaft oder eine mächtige Person sie akzeptiert oder durchsetzen kann. Moral muss zumindest argumentativ gerechtfertigt werden. Wenn beispielsweise ein Herrscher behauptet, Sklaverei sei moralisch in Ordnung, wird diese Aussage nicht dadurch richtig, dass er die Macht besitzt, sie gesetzlich durchzusetzen. Macht entscheidet darüber, was sich gesellschaftlich durchsetzen lässt, aber nicht darüber, ob ein Argument tatsächlich gut oder moralisch überzeugend ist.

Wenn man beispielsweise behauptet, Sklaverei sei moralisch in Ordnung, reicht es also nicht aus zu sagen: „Das ist eben unsere Kultur.“ Man müsste begründen können, warum es moralisch vertretbar sein soll, einen Menschen als Eigentum eines anderen Menschen zu behandeln.

Natürlich ist Moral etwas Menschliches und hat deshalb sehr viele Facetten. Unterschiedliche Gesellschaften können zu unterschiedlichen moralischen Vorstellungen gelangen. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass jede dieser Vorstellungen gleichermaßen sinnvoll oder überzeugend ist. Es besteht ein Unterschied zwischen der Tatsache, dass Menschen unterschiedliche moralische Überzeugungen haben, und der Behauptung, dass deshalb alle diese Überzeugungen gleich gut begründet sind.

Letztlich geht es für mich also weniger darum, zu behaupten, dass es eine objektiv feststehende Moral gibt. Mir geht es vielmehr darum, dass wir moralische Vorstellungen anhand ihrer Argumente beurteilen sollten – und nicht danach, wer die Macht besitzt, sie durchzusetzen.


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Moral: Relativ, objektiv oder rational begründbar?

um 17:28
Zitat von Mr.CrimeMr.Crime schrieb:dass es Moralvorstellungen gibt, die mehr Sinn ergeben als andere
Das ist von Person zu Person verschieden, leider. Wenn jeder das Leben so respektieren würde wie es ist, hätten wir viele Sorgen weniger.
Zitat von Mr.CrimeMr.Crime schrieb:Macht entscheidet darüber, was sich gesellschaftlich durchsetzen lässt, aber nicht darüber, ob ein Argument tatsächlich gut oder moralisch überzeugend ist.
Genau, wir leben in einer Demokratie, wir als Volk entscheiden, wer uns regiert.
Zitat von Mr.CrimeMr.Crime schrieb:Unterschiedliche Gesellschaften können zu unterschiedlichen moralischen Vorstellungen gelangen.
Ja das sehen wir in anderen Religionen ganz klar, in Islamischen Regierungen finden Hinrichtungen, Steinigungen, Auspeitschen und Folter statt. Bei uns Undenkbar aber dort moralisch gerechtfertigt durch die Sharia. Und die Bevölkerung geht damit dacor.
Zitat von Mr.CrimeMr.Crime schrieb:Letztlich geht es für mich also weniger darum, zu behaupten, dass es eine objektiv feststehende Moral gibt. Mir geht es vielmehr darum, dass wir moralische Vorstellungen anhand ihrer Argumente beurteilen sollten – und nicht danach, wer die Macht besitzt, sie durchzusetzen.
Völlig richtig, wir entscheiden jeden Tag neu und reagieren auf politische und globale, gesellschaftliche Prozesse und Themen. Einen guten Moralkompass zu haben ist dafür entscheident, die Menschenrechte etc durchzusetzen egal was komme. Wir leben nichtmehr im Mittelalter und haben uns weiterentwickelt, unsere Moral entscheidet über unsere zukünftigen Handlungen. Also muss der Kompass immer geeicht sein und immer neu geprüft werden. Vielleicht sehen uns Menschen in tausend Jahren als genauso babarisch wie im Mittelalter, weil wir z.b. Tiere medizinisch missbrauchen und essen aus ihnen gewinnen. Wer weiß, Moral entwickelt sich stetig. Große Gesellschaftliche und weltliche Geschehnisse richten diese oft neu aus, siehe Corona etc.


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Moral: Relativ, objektiv oder rational begründbar?

um 17:38
@rainlove
Zitat von rainloverainlove schrieb:Das ist von Person zu Person verschieden, leider. Wenn jeder das Leben so respektieren würde wie es ist, hätten wir viele Sorgen weniger.
Wie meinst du das genau ? kannst du mir ein Beispiel geben ?


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Moral: Relativ, objektiv oder rational begründbar?

um 17:58
Zitat von Mr.CrimeMr.Crime schrieb:Wie meinst du das genau ? kannst du mir ein Beispiel geben ?
Wenn z.b. jeder Respekt vor Leben hätte würde jeder Kriege ablehnen. Mitmenschlichkeit, hohe Moral, Respekt vor Leben. Unsere Welt wäre eine Bessere, ohne Egoisten, Sozio- und Psychohphaten.


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Moral: Relativ, objektiv oder rational begründbar?

um 18:14
@rainlove
Ja klar, aber du hast ja auf meine Aussage
Zitat von Mr.CrimeMr.Crime schrieb:dass es Moralvorstellungen gibt, die mehr Sinn ergeben als andere
gesagt, dass das von Mensch zu Mensch unterschiedlich sei. An sich verstehe ich das, aber wenn ich sage, dass es Moralvorstellungen gibt, die mehr Sinn ergeben als andere, dann verstehe ich deine Aussage nicht ganz.


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