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Lyriker selbstmordgefährdet?

33 Beiträge, Schlüsselwörter: Selbstmord
Amila
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Lyriker selbstmordgefährdet?

05.11.2005 um 23:23
Das soll der Kern der Sache sein, allerdings möchte ich auch näher auf das ganze Thema eingehen und zwar...

...ob Menschen, besonders Lyriker, also Poeten, Dichter, Philosophen,...die sich viele Gednaken um die Welt und alles machen.
Die tief in sich gehen, auch ungewollt, denn welcher Dichter schreibt gäzlich ohne Gefühle, niemand kann gefühllos etwas schreiben, das Substanz hat.

Lyriker sind also gewissermaßen immer mit sich selbst konfrontiert, dazu kommen auch noch die anderen beschrenden, natürlich auch erheiternde Gedanken.

Viele Poeten begingen früher/auch heute Selbsmord, bei manchen war dies erst der Grund, warum sie brühmt wurden.

Warum?
Sind zu viele Gedanken und ein zu tiefes in sich gehen verstörend?
Sollte man eher mit Maß daran gehen sich zu tiefe Gedanken zu machen?

Mich interessiert jatzt aber viel mehr eure Meinung dazu, ob Lyriker,...anfälliger für Selbstmord sind als Durchschnitzmenschen(nicht Abwertend gemeint)?


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hungfan
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Lyriker selbstmordgefährdet?

05.11.2005 um 23:43
mmh...
ich versteh die argumentationskette nich ganz...
okay, lyriker, philosophen oder sonst was denken vielleicht mehr über die welt und sich selbst nach als, sagen wir mal der durchschnitt...wobei man mit solchen behauptungen vorsichtig sein sollte^^
schön. das heißt lyriker, wie du sagst, sind mehr mit sich selbst konfrontiert...
in guten wie in schlechten zeiten.
aha. vielleicht kennen sie einfach nur tiefere untiefen? und höhere höhen des lebens?
also ich würde behaupten wollen, dass menschen, die das was in ihrem innersten vorgeht, loswerden können, einen weg gefunden haben, mit ihren inneren dämonen umzugehen....
schlimmer wäre es, alles in sich reinzufressen, buchstäblich, und dann aufgrund des chaos, das man nicht mehr verarbeiten kann, sich zumzubringen.
solange jemand noch über seine gefühle reden kann, sich ausdrücken kann, würde ich ihn nicht als übermäßig gefährdet einstufen.
klar, gibt es wohl viele egozentriker, und extrembeispiele...aber wohl nicht nur in "lyriker-kreisen".

durch "in-sich-gehen" wird man stärker, lernt mehr über sich, ...
dass das nicht immer einfach ist, ist verständlich. wer kommt schon ohne weiteres mit seiner dunklen seite klar?

ich würde dennoch eher dazu aufrufen, sich mehr gedanken zu machen.ich kenne leider zu viele oberflächliche menschen.... was diese als sinn des lebens bezeichnen, möchte ich nicht einmal in betracht ziehen.

wir können nur durch reflektion wachsen - und mit uns selbst klar kommen...irgendwann.

grüße

-c-

Aujourd'hui, les gens connaissent le prix de tout et la valeur de rien.
(Oscar Wilde)

l'amour est l'enfant de la liberté


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dissenter
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Lyriker selbstmordgefährdet?

05.11.2005 um 23:47
wenn du den ganzen Tag nichts anderes machst als über die Welt und die Gesamtsituation nachzudenken is ja kein Wunder dass du dich früher oder später selbst richtest..frei nach dem Motto "ich bin so arm, alle Welten sind schlecht"
;)

Ich kann die Achtung aller Menschen entbehren, nur meine eigene nicht.


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=quentin=
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Lyriker selbstmordgefährdet?

05.11.2005 um 23:48
Ich kenne keinen Lyriker persönlich, jedoch habe ich schon viele vorübergehend selbstmordgefährdete Menschen kennengelernt, sie alle waren eher verschlossen und machten sich auch nicht allzuviele Gedanken um die Welt, vielmehr drehte sich alles nur um sie selbst.

Trotzdem kann ich mir sehr gut vorstellen, daß Menschen, die sich tiefergehende Gedanken machen, unter ihnen mag der eine oder andere Schreiberling sein, rein statistisch schon zu den Gefährdeteren gehören "müssten", denn:

Je mehr man in die Tiefen der menschlichen Gefühlswelt sich verirrt oder gar bewußt begibt, umso größer ist die Gefahr gegeben, sich der Verzweiflung zu nähern, sich in diesen Tiefen zu verlieren.

Es kommt hier aber wohl darauf an, wie man selbst von Haus aus gestrickt ist, und worauf man sein Talent verwendet.

Aus Gedichten zum Beispiel kann man sogar Lebensmut schöpfen.
Dem Leben zu mißtrauen, sich seiner Zukunft selbst in den Weg zu stellen, und
einer Depression freien Lauf zu lassen, mit der Macht der Worte also der eines in jedem Menschen dunklen Seite zu frönen, dazu gehört mehr als nur die Tatsache, zum Schreiberling talentiert zu sein.

Viele kommen aber gerade erst dadurch zum Schreiben, als daß sie mit dem realen Leben nicht klar kommen, was im Grunde nur ein Hinweis darauf ist, daß sie selbst an ihrer Herangehensweise zur Realität zu arbeiten haben, dies jedoch auf diese Weise zu umgehen versuchen, auch wenn sie meinen, auf diese Art sich selbst und ihre Rolle im realen Leben verstehen zu können.

Natürlich sind dies pure Vermutungen meinerseits, kenne ich wie erwähnt keinen Lyriker, Schreiber, Poeten oder Dichter.
Philosophen schon eher, doch bei ihnen fand ich eher pure Lebensfreude und eine unstillbare Neugier.

Der Hang dazu, sich selbst zu töten, kann meiner Meinung nach nicht berufspezifisch gesehen werden, da hier immer zuallererst die jeweilige Geschichte des Einzelnen zum Tragen kommt, wie vielleicht sogar eine gewisse genetische Veranlagung.

Die hohe Sensibilität eines Menschen läßt sicherlich Raum für Spekulationen ob ihrer Anfälligkeit, schneller den Mut zum Leben zu verlieren, jedoch denke ich,
daß dabei auch bedacht werden muß, wieviele Dichter und Denker wohl auch das Leben und die Liebe zu lieben und zu leben wissen.



Gruß,
q.






It is your flesh that I wear.


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Amila
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Lyriker selbstmordgefährdet?

05.11.2005 um 23:56
@hungfan

Ich kann dir nur zustimmen, dass es zu viele oberflächliche Menschen gibt und dass es nicht schaden kann sich ein oder eben mehrere Male ;) mehr Gedanken zu machen.
Ich selbst kann gar nicht anders.

Das worauf ich aus war, war mehr so eien Art Wahrscheinlichkeit.
Und ich wollte nicht nur auf Lyriker, das wählte ich zuerst nur als Beispiel und hab mich dann wohl darin verannt^^

@all

Ich meine mit "in sich gehen" auch nicht "das sich suchen" oder "sich kennenlernen", ich wollte mehr auf die Gefühle die man ja nicht steuern kann hinaus, die tief in uns schlummern und mit denen man sich eben durch Gedichte nd ähnliches mehr konfrontiert als oberflächliche Menschen.

Das man Gefühle immer und immer wieder heraufbeschwört und alte/neue Wunden aufreißt.

Natürlich kann man das alles nutzen um sich zu stärken, sein Inneres zu erkunden.
Ich gehe hier aber mehr davon aus, dass Gedichte oder Gedanken rein um der Gedichte un Gedanken Willen geformt werden und nicht um einen Weg zu sich selbst zu finden.


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Lyriker selbstmordgefährdet?

06.11.2005 um 01:12
Alle Leute, die ich als suizidgefährdet einstufen kann, die sind Dichter.
Und was mich immer wieder wundert ist, das wenn ich etwas schreibe aufeinmal hunderte kommentare kommen wie : "Bei mir ist das auch so ..."

Ich denke, wenn man sehr viel empfindet und es vielleicht nicht ganz so zeigen kann, wie mans möchte, dann beginnt man zu schreiben.

Einerseits die Wünsche, Träume und Hoffnungen
andererseits die Ängste, Erinnerungen, ...



Vєяℓїєвт їn đїє vєяℓōяєnє ℓїєвє ..


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Lyriker selbstmordgefährdet?

06.11.2005 um 17:19
>>>Ich denke, wenn man sehr viel empfindet und es vielleicht nicht ganz so zeigen kann, wie mans möchte, dann beginnt man zu schreiben. <<<

@Chiby
denke auch so.

und wenn man sich viele gedanken über sich, die welt, das leben, die menschen usw. macht, dann finde´t man immer mehr kritikpunkte, was dazu führen kann (!), dass man sehr deprimiert, oder auch depressiv wird.

immer mehr ängste und negative ängste begegnen einem....

mit deiner existenz beginnst du zu sterben...!

"i'd rather be hated for who i am, than loved for who i am not." (kurt cobain)


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stairway
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Lyriker selbstmordgefährdet?

06.11.2005 um 18:29
In der Schule sagte der Deutschlehrer uns einmal etwas, das mich gleichermaßen schockte wie faszinierte und was ich wohl nie vergessen werde. Nämlich dass Goethe sich in seinen jungen Jahren stets mit einem Messer neben sich auf dem Nachttisch schlafen legte. Das Messer erfüllte nur einen Zweck: Es sollte in greifbarer Nähe sein, falls Goethe aufwacht und spontan den Entschluss fasst sich zu töten. Und es war nicht nur Goethe, der ein Messer bereithielt. Zur damaligen Zeit war es Usus unter den jungen Dichtern, allzeit zum Selbstmord bereit zu sein.

Jeder Künstler versucht, eine eigene Welt zu kreiern. Jeder Gedanke und jede geschriebene Zeile, jeder Pinselstrich, jede Note stellt einen Versuch dar, eine eigene Realität zu erschaffen. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: Unzufriedenheit mit der bestehenden Realität. Der Künstler ist stets bemüht, einen Ausweg aus der unliebsamen Welt zu finden - genau wie der Selbstmörder. Der Unterschied liegt einfach darin, dass der Selbstmörder die Welt durch einen Gewaltakt verlässt, der Künstler durch Gedanken, Umgestaltung und Schöpfung.
Beides ist ein aggressiver Akt. Das eine brachial, das andere in sublimierter Form.

Dass Lyriker grundsätzlich selbstmordgefährdet sind, würde ich nicht sagen. Die Kunst kann nämlich einen Ausweg aus der Depression darstellen. Indem der Lyriker merkt, dass seine unliebsame Realität für einen Augenblick durch seine eigene Kreativität umgeformt wurde, besteht für ihn vorerst kein Handlungsbedarf mehr. Er hat nun das erreicht, was er erreichen wollte. Wenn es ihm wieder schlecht geht, wird er wieder kreativ. So bleibt es ein Kreislauf.

Als in der früheren Psychiatrie noch das Hysterie-Modell galt, nahm man an, dass die hysterischen Symptome lediglich eine Depression überspielen. Aber eben durch diese Überspielung der Depression konnte man nicht sagen, dass der Hysterische depressiv war - er war es schließlich nicht, weil die Hysterie vortrefflich die Aufgabe meisterte, die Depression zu überschatten.

In der heutigen Psychotherapie kann Gestaltungstherapie angewandt werden, um dem Depressiven den Umgang mit seiner Erkrankung zu erleichtern. Auch das Führen eines Tagebuches wird vielen Depressiven nahegelegt. Depressive werden somit angehalten, kreativ tätig zu sein, um die Aggression, die sich bei der Depression nach innen richtet, rauszulassen.

Und ich denke, bei Künstlern (wobei es hier notwendigerweise um ein Klischee geht - es gibt immer Variationen) erfüllt die Kreativität dieselbe Funktion, wenn sie aus ihrer depressiven "Natur" heraus künstlerisch tätig werden.

Ich denke also: Lyriker, die es schaffen, mit ihrer Kunst ihre eigene Realität auf Dauer zu verändern sind nicht selbstmordgefährdet;
Bei Lyrikern hingegen, die es nicht auf Dauer schaffen, ihre traurige Realität durch die Kunst umzuformen, besteht die Gefahr, dass die depressiven Symptome durchbrechen.

"Was ich fürchte, ist nicht die schreckliche Gestalt hinter meinem Stuhle, sondern ihre Stimme; auch nicht die Worte, sondern der schauderhaft unartikulierte und unmenschliche Ton jener Gestalt. Ja, wenn sie noch redete, wie Menschen reden!"
Friedrich Nietzsche


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yersinia
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Lyriker selbstmordgefährdet?

06.11.2005 um 18:32
hmm..ich war 4 Monate in Therapie wegen Depressionen und nem Selbstmordversuch...naja...und mir wurde nahgelegt...sogar diktiert, dass ich ein sog. "Therapirtagebuch" schreiben sol...mit Gefühlen,Gedichten,Erinnerungen udn som Zeuchs halt...das habe ich vor dem Aufenthalt in der Psychatrie getan udn tue es auch immer noch...ich finde,es hilft...wenn grad niemand zum Reden da ist...naja...udn ich weiß jetzt noch, wie ich mich letztes Jahr gefühlt hab...

Also,ich denke,dass Dichter ihr Leben udn ihre Gefühle in ihrem Geschreibsel verarbeiten udn so damit fertig werden...was normale Leute ohne zu schreiben tun...eben weil ihr Probleme nicht so tiefschürend sind oder sie drüber reden können und so ne Lösung finden...was Leute, die schreiben wohl öfter nicht schaffen udn das Thema so ein Stück weit mit sich selbst ausdiskutieren...naja...

meine Antwort ist: Lyriker sind auf jeden Fall suizidaler als Leute, die nciht schreiben...



Viele Grüße

"...and then he died, which was a small victory on my part."
"and i don't wanna cause no riot,i'm just looking for some piece of mind...but everything works out in time..."
"in the bottom of the bottle there's an answer to all of this..."


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=_=
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Lyriker selbstmordgefährdet?

06.11.2005 um 18:50
Ich denk mal es gibt solche und solche.

Der eine wird mit seiner Schreiberei" Dampf ablassen" können .

Der andere wird sich hoffnungslos in seiner Reise ins Innere verlieren und untergehen dabei.

Grundsätzlich halte ich schreiben aber für einen guten Weg!


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Lyriker selbstmordgefährdet?

04.11.2010 um 23:32
würde ich nicht pauschaliesieren. also nein.


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Lyriker selbstmordgefährdet?

05.11.2010 um 23:22
ich denke ja.
viele große denker und dichter befassen sich mit themen wie tod oder weltschmerz. denken intensiv darüber nach. ich kann mir vorstellen das sowas sehr deoressiv machen kann.
wobei das mit sicherheit nicht bei allen der fall ist.


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mystery90
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Lyriker selbstmordgefährdet?

05.11.2010 um 23:25
@Amila
wenn lyriker nachdenken und das sehr tiefgründig kommen sie unweigerlich irgendwann zum schluss, dass unser leben eigentlich im großen und ganzen kein sinn hat und es kann tatsächlich vorkommen dass sie höhere selbstmordgednaken in erwägung ziehen aber sie sind meist intelligent genug und es besteht keine gefahr. ich geh auch oft tief in mich und denke über alles nach, manche gehen blind durchs leben und manche eben analysieren alles. ich finde letzteres viel besser weil man meh davon hat


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Lyriker selbstmordgefährdet?

05.11.2010 um 23:29
@mystery90
ja davon hat man in der tat mehr. nur die wahrheit ist die schärfste schneide sie vermag uns gar vom leben zu trennen.


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mystery90
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Lyriker selbstmordgefährdet?

05.11.2010 um 23:31
@Feingeist
meiner meinung nach ist tiefgründig denken gut weil man das leben intensiver leben und genießen kann als wenn man nicht drüber nachdenkt. nun letztendlich wissen wir gar nichts, wir wissen nicht was die seele ist was der geist ist was das bewusstsein ist, ich könnt echt mal fragen: was bin ich im zusammenhang des universums betrachtet?


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Lyriker selbstmordgefährdet?

05.11.2010 um 23:33
@mystery90
wichtig ist nicht was du bist sondern was du aus deinem leben machst. genieße es in vollen zügen bevor es eines tages rum ist und du nicht weißt auf was du denn nun freudig zurück blicken sollst.


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mystery90
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Lyriker selbstmordgefährdet?

05.11.2010 um 23:34
@Feingeist
manchen genügt es nicht gut gelebt zu haben, manche wollen die wahrheit sie wollen über den tellerrand hinaus blicken und dieses mysterium, das leben erforschen. sie wollen grenzen durchbrechen kurz gesagt sie wollen wissen


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Lyriker selbstmordgefährdet?

05.11.2010 um 23:34
Nicht alle sind es, aber ich bin einer davon.


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voidol
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Lyriker selbstmordgefährdet?

05.11.2010 um 23:35
Es gab da sogar mal eine Studie, nach der Lyriker früher sterben:
http://www.nzz.ch/2004/04/29/fe/article9KCCH.html


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Lyriker selbstmordgefährdet?

05.11.2010 um 23:36
@mystery90
was auch völlig in ordnung ist solange man nicht vergisst das man selbst auch leben sollte. ich denke auch gerne und viel über die verschiedensten dinge nach und trotzdem achte ich drauf das ich nicht zu tief in den sog gerate.


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