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Suizid in der eigenen Familie

294 Beiträge, Schlüsselwörter: Familie, Selbstmord, Suizid, Trauer, Schmerz, Vater, Verlust, Papa

Suizid in der eigenen Familie

25.10.2016 um 21:40
Guten Abend zusammen

Mein stiefvater hat vor 2 tagen selbstmord begangen. Für uns ist es absolut unbegreiflich.
Er hat es wochenlang angekündigt und selbst dann gesagt er wäre eh zu feige dazu.

Wir haben immer wieder gesagt er soll damit aufhören oder wir informieren Polizei etc....

Nun ist es tatsächlich passiert. Die ganze Familie wissen nicht wie sie jetzt damit umgehen sollen.
Ich bin absolut am verzweifeln uns zerbreche mir seitdem den kopf.
Ist jemand schon mal ähnliches widerfahren?
Ich bitte um Feedback. Danke


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Suizid in der eigenen Familie

25.10.2016 um 21:55
@Knubbl
Der Vater meines damals besten Freundes - wir waren so 13? - hat Selbstmord begangen. Was ich ganz schlimm fand, mit Zyankali, welches er aus so einem Vergoldungsbauset von meinem Freund hatte. Und als ihm das nicht schnell genug ging, hat er sich noch mit einem Gewehr in den Kopf geschossen ( war Jäger).
Ich war der erste, der danach mit ihm gesprochen hat. Da kann man nichts sagen. Das verschlägt einem die Sprache.
Mein ganz herzliches Beileid. Scheiße. Bitte tritt nicht in die Falle, Dir Vorwürfe zu machen. Das ist echt Quatsch.


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Suizid in der eigenen Familie

25.10.2016 um 21:57
Aus meiner Familie haben mehrere Suizid* begangen, allerdings tickten die aus meiner Sicht auch beide nicht richtig, also unabhängig von Suizidideen jetzt, daher ging das alles etwas an mir vorbei, zumal ich keinen wirklichen Kontakt zu denen hatte. Krasser war ein Fall eines entfernteren Bekannten, der sich jedes Wochenende mit der Familie eines meiner Freunde traf und Karten spielte, auch ganz normal wirkte, aber dann eines Tages vor den Zug sprang. Weiß bis heute keiner was da passiert war, war klar Suizid, glaub es gab auch eine kurze Abschiedsnotiz wenn ich mich richtig erinnere, aber niemand hat je so richtig verstanden wieso er's tat. Meine Tante wiederum sagte sie habe Stimmen gehört, aber wie gesagt ist die durch geistige Krankheiten eh vorbelastet gewesen.
Ein Gartennachbar beging auch Suizid, aber da weiß ich überhaupt nichts was mögliche Gründe angeht. Der hang einfach eines Morgens an einem Baum.

*EDIT: Suizidversuche. Meine Tante lebt nach zweifachen Selbstmordversuch mit Folgen noch. Das andere war ein Großonkel aber der ist tot.


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Suizid in der eigenen Familie

25.10.2016 um 22:04
Ja, es gibt Situationen wo man die Welt nicht mehr mag, wo negative Gefühle zeitweilig alles Schöne überdecken.

Schade wenn die Erleichterung dann nicht mehr stattfindet. Ich hatte in schweren Zeiten so weit überlegen können, daß Tiefpunkte vergänglich sind und auch wieder bessere Zeiten kommen. So war es dann auch gewesen.

Eine gute Bekannte konnte das nicht, sie hatte Streit mit ihrem Lebensgefährten und beide hatten gesagt sie wollten sich umbringen. Bei ihr hatte das nicht geklappt und sie machte sich Vorwürfe, die ich nicht nachvollziehen konnte. Ein paar Monate später tat sie das dann.

Am Tag ihrer Beerdigung träumte ich von ihr, sie kam gut angezogen und bedrückt vorbei und meinte, das sei keine gute Idee gewesen. Sie mochte das nicht näher erklären, zeigte nur auf sich, daß sie noch da sei, und zuckte mit den Achseln.

Ich wünschte ihr dann alles Gute und wir trennten uns friedlich. Alle paar Jahre träume ich mal von ihr und wir sehen uns kurz. Es ist dann klar, daß wir uns zwar recht gern mögen, unser Sein aber nun in getrennten Bahnen verläuft.

In der Trauerphase war es mir wichtig an unsere schönen Zeiten zurück zu denken. Manchmal wurde dann aus einer schönen Erinnerung ein Tagtraum, in dem wir uns kurz unterhalten konnten. Das war, so schien es mir, für beide tröstlich.

Wenn es dir möglich ist denke an die schönen Zeiten mit euch beiden zurück, schenke vielleicht euch beiden eine schöne Erinnerung.


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Suizid in der eigenen Familie

25.10.2016 um 22:05
Lieber Knubbi,

Mein herzliches Beileid!

was für ein schreckliches und für Euch schweres und belastendes Geschehen. Ich glaube, dass Ihr im Augenblick noch gar nicht damit "umgehen" könnt, sondern noch furchtbar unter Schock steht.

Ich habe einige, aber entfernte Freunde und Kollegen gehabt, die auch diese folgenschwere Entscheidung getroffen haben.

Ich hoffe, das Leid, vor dem sie geflohen sind, ist zu Ende und wo immer sie jetzt sein mögen, geht es ihnen gut.

Ich weiß nicht, ob Du an Gott glaubst. Es gibt einen Spruch, der mir selber in schweren Stunden immer Halt gegeben und mich aufgefangen hat.

Ich kann nie tiefer fallen, als in Gottes Hand!

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen viel Kraft und Hilfe in dieser Zeit!


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Suizid in der eigenen Familie

25.10.2016 um 22:09
@Francesca
Der Spruch ist wirklich sehr schön. Obwohl ich nicht an Gott glaube.
Edit: Nicht an den Gott, der damit wohl gemeint ist.


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Suizid in der eigenen Familie

25.10.2016 um 22:17
@Knubbl

Nun ehrlich gesagt hätte ein Mitglied der Familie in diesem Fall mindestens einen Arzt bzw die Polizei hinzuziehen sollen.

Wenn das jemand wochenlang ankündigt ist das oft ein Hilferuf, diesen zu ignorieren ist keine gute Idee.

Das ist allerdings nicht deine persönliche Verantwortung, sondern die aller Familienmitglieder, besonders die der Erwachsenen.


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Suizid in der eigenen Familie

25.10.2016 um 22:30
Jetzt ist nicht die Zeit für Vorwürfe. Oder für hätte und sollte.
@Knubbl
Mein aufrichtiges Beileid.
Es ist normal, daß Ihr Euch schlecht fühlt.
Es ist normal, zu unpassenden Zeiten Gefühlsausbrüche zu haben.
Nach einiger Zeit wird es etwas besser.

Bürokratie ist wichtig für:
...Wohnung
...Krankenkasse.

Das andere kann afaik warten.
sandra


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Suizid in der eigenen Familie

25.10.2016 um 23:34
@Knubbl

Ja, ich kenne diese Situation, sehr gut sogar. Der Satz "Am besten bringe ich mich um" wurde früher in meiner Familie, vor allem väterlicherseits ziemlich inflationär gebraucht. Aus unterschiedlichen Gründen. Vor allem auch mein Vater, der auch ansonsten psychisch ziemlich auffällig war, hat ihn häufig gebraucht und bei ihm war es definitiv auch ein Hilferuf. Gleichzeitig hat er aber vor allem meine Mutter auch so unter Druck gesetzt (über Jahre Schläge, Drohungen, Ausraster), dass sie gar nicht dazu kam, sich effektive Hilfe zu suchen. Einmal war sie wohl bei der Polizei, um sich Rat zu holen, aber da wurde ihr dann auch nur gesagt, dass sie ihren Mann gerne wegen Körperverletzung etc. anzeigen kann, wenn mal wieder was akut vorgefallen ist, dass er psychiatrische Hilfe allerdings erst bekommt, wenn etwas vorfällt, das eindeutig auf eine Erkrankung hinweist. Mein Vater hat sich dann vor neun Jahren umgebracht, auf ziemlich dramatische Weise, nachdem meine Mutter es nach fast zwanzig Jahren doch noch geschafft hatte, sich von ihm zu trennen und auch ich den Kontakt abgebrochen hatte, weil ich mit seiner instabilen Art nicht mehr klar kam.

Erst nach seinem Tod habe ich richtig realisiert, wie krank er gewesen sein muss und welche Kraft es ihn gekostet haben dürfte, wenigstens noch halbwegs zu funktionieren. Das unter anderem auch, weil durch meinen, auf seinen Tod folgenden Zusammenbruch deutlich geworden ist, dass auch ich unter einer deutlichen psychischen Beeinträchtigung leide, die sich seitdem vermehrt Bahn bricht. In der Folge habe auch ich bereits zweimal versucht, mich umzubringen und war demnach mehrere Male in stationärer Behandlung.

Der einzige Ratschlag, denn ich ganz allgemein geben würde, wäre vor allem der, das ,was gesehen ist, nicht zu verdrängen. Damit meine ich nicht, dass man das nun innerfamiliär ausdiskutieren sollte, denn im schlimmsten Fall führt das dazu, dass Vorwürfe, die sich einzelne machen könnten, noch verstärkt werden. Aber ich bereue es mittlerweile, dass ich nach den Geschehnissen nicht direkt zu einem Psychologen gegangen bin, sondern sogar noch so getan habe, als wäre ich so stark, dass mich das alles nicht längerfristig kümmert. Ich bin damals vier Wochen nach der Beerdigung hunderte Kilometer weit weg gezogen, habe noch zwei Wochen später angefangen zu studieren und bin von da ab eine ziemlich lange Zeit eher so durchs Leben getaumelt, weil ich gar keinen persönlichen Halt mehr hatte.


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Suizid in der eigenen Familie

25.10.2016 um 23:40
@stereotyp

Sollte Zyankali nicht innerhalb von Sekunden zum Tod führen?

An den TE. Mein Beileid. Kopf hoch.


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Suizid in der eigenen Familie

26.10.2016 um 01:02
Muss wirklich schlimm sein. Sei stark, zeig ihm das du das besser kannst, mach ihn stolz !!

:Mein beileid !!! :love:

@Redox guter Beitrag ... Nicht...


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Suizid in der eigenen Familie

31.10.2016 um 21:11
Ich kenne solche Fälle nur von entfernten Bekannten. Ich weiß noch damals als Kind, als ich mal auf einer Wochenendfreizeit war, war dort auch ein Junge, dessen Mutter sich in der Garage erhängt hat.
Ich weiß noch, wie sehr mich das mitgenommen hat und ich das nicht verstehen konnte. 2 Kleine Kinder einfach so "zurück zu lassen". Ich glaube, der Junge hat sie sogar auch gefunden.... Wie schrecklich muss das sein, ich könnte mir vorstellen, dass er da heute noch dran zu knacken hat.


Da gehört schon einiges dazu, sich das Leben zu nehmen. Ich denke ohne den Einfluß irgendwelcher Substanzen würde das eventuell auch keiner machen.

Schade finde ich es auch, dass diesen Menschen, die anscheinend ein Problem haben, heutzutage nicht geholfen werden kann.


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Suizid in der eigenen Familie

31.10.2016 um 21:50
Knubbl schrieb am 25.10.2016:Guten Abend zusammen

Mein stiefvater hat vor 2 tagen selbstmord begangen. Für uns ist es absolut unbegreiflich.
Er hat es wochenlang angekündigt und selbst dann gesagt er wäre eh zu feige dazu.

Wir haben immer wieder gesagt er soll damit aufhören oder wir informieren Polizei etc....

Nun ist es tatsächlich passiert. Die ganze Familie wissen nicht wie sie jetzt damit umgehen sollen.
Ich bin absolut am verzweifeln uns zerbreche mir seitdem den kopf.
Ist jemand schon mal ähnliches widerfahren?
Ich bitte um Feedback. Danke
Zuerst auch ein herzliches Beileid von meiner Seite.

Was haben du und deine Familie denn nach der ersten Ankündigung unternommen, damit er genau diesen Schritt nicht wagt? Sein "ich bin eh zu feige dafür" ist für mich eine Art versteckter letzter Hilferuf, dass er es nicht alleine aus der Situation heraus schafft. Ohne jetzt das Verhalten von irgendwem verurteilen zu wollen, war es sicherlich nicht die beste Idee, ihm in dieser Situation mit der Einschaltung der Polizei zu "drohen".

Weißt du überhaupt, warum er sich umgebracht hat und wie ihr ihm hättet helfen können? Einfach nur zu sagen, er soll das mit den Ankündigungen lassen bewirkt leider rein gar nichts. Den Menschen nach seinen Beweggründen fragen, ihm aufrichtig zuhören und gemeinsam nach Lösungen suchen wäre da der bessere Weg gewesen.


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Suizid in der eigenen Familie

31.10.2016 um 22:12
Redox schrieb am 25.10.2016:Sollte Zyankali nicht innerhalb von Sekunden zum Tod führen?
Die Dosis ist das Gift.


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Suizid in der eigenen Familie

01.11.2016 um 09:51
Hallo,

das tut mir sehr leid. In meinem engsten Familienkreis gab es vor einem Jahr einen Suizid und die Trauer und Hilflosigkeit die seitdem herrscht, ist kaum in Worte zu fassen.
Der Suizid von deinem Stiefvater war vor etwas mehr als einer Woche, daher möchte ich dir für den Anfang nicht zu viel schreiben:
Ich denke, ein Suizid ist so etwas unvorstellbares, dass man sich schwer vorstellen kann, dass so etwas in der eigenen Familie passieren könnte, selbst wenn dein Stiefvater die Absicht dazu geäußert hat.
Er war volljährig, hättet ihr die Polizei verständigt und er hätte ihnen klar gemacht (wenn sie überhaupt gekommen wären) dass es nur ein Spruch war und er keine Suizidgedanken hat, dann wären sie einfach wieder gegangen.
Es ist nicht so einfach, jemanden gegen seinen Willen einweisen zu lassen.

Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft!


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Suizid in der eigenen Familie

02.11.2016 um 14:01
Ich halte es für absolut egoistisch, jemanden zum Leben zu zwingen, nur, damit man selbst nicht trauern muss. Tut mir leid, aber das ist so. Woher wollt ihr wissen, dass der Tod nicht viel besser ist als das Leben?


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Suizid in der eigenen Familie

02.11.2016 um 14:48
@CountDracula
Deine Aussage wäre nur (bedingt) richtig, wenn eine Selbsttötung stets das Ergebnis einer rationalen Entscheidung wäre.
Du verkennst aber, dass die Mehrzahl eine Folge einer nicht rationalen - z.B. einer krankheitsbedingten - Entscheidung ist. Eine Depression kann zu einem Todeswunsch führen, der nicht da wäre, wenn die Depression nicht vorhanden wäre.

Insofern ist es stets eine gute Idee, Personen, die ernsthaft über eine Selbsttötung sprechen, psychotherapeutische Hilfe nahe zu bringen.

@Knubbl
Auch für Dich gilt, dass du da nicht alleine durch musst (und vielleicht auch nicht solltest). Hilfe in Anspruch zu nehmen, ist keine Schande, ganz im Gegenteil. Qualifizierte Hilfe findest du aber nur sehr eingeschränkt in einem anonymen Forum. Da kannst du Dir Dinge von der Seele schreiben, aber viel mehr auch nicht.

Aber auch für die mittelbar Betroffenen eines Suizides gibt es professionelle Hilfe. Wende Dich an Deinen Hausarzt oder suche Dir im Netz eine geeignete Stelle heraus, die psychotherapeutische Hilfe an bietet.


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Suizid in der eigenen Familie

02.11.2016 um 16:41
@kleinundgrün
Ja. Na und?

Im Moment gibt es keine Anhaltspunkte für ein Leben nach dem Tod. Wenn der Tod also das Ende ist, hat jemand, der gestorben ist, auch das Ende des Leidens erreicht. Darüber sollte man sich für ihn freuen - denn bereuen, gestorben zu sein, kann er nicht mehr.


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Suizid in der eigenen Familie

02.11.2016 um 16:50
"Ich will nicht, dass Du das Ende des Leidens erreichst, weil ich sonst trauern würde" ist völlig okay, aber wenn sich jemand umbringt, schreien sie "Egoist".


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02.11.2016 um 16:58
CountDracula schrieb:Ja. Na und?
Du hast Zahnschmerzen. So schlimm, dass du es nicht aus hältst und sterben möchtest.

Wäre es besser:
a) Dich sterben zu lassen
b) Die Schmerzen zu beseitigen

Depression ist da wenig anders. Du willst sterben, weil Du keinen Ausweg siehst. Aber sobald Du einen sehen würdest, würdest Du nicht mehr sterben wollen.
Deswegen sollte man nicht zu schnell damit sein, jemanden, der sterben möchte, auch sterben zu lassen.
Vielmehr wäre es zunächst angebracht, die Gründe für den Todeswunsch nach Möglichkeit zu beseitigen.
Im Falle von Depressionen z.B. durch eine Psychotherapie.


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