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Die Intelligenz der Seele

234 Beiträge, Schlüsselwörter: Seele, Intelligenz
=quentin=
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Die Intelligenz der Seele

03.05.2006 um 23:41
In die Hüllen.

Mehr Ansatz braucht es nicht.

Nur für die, die es nichtgewohnt sind, weiter zu denken:

Menschen=Hüllen für Seelen

Seelen=Intelligent ?

q.


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Die Intelligenz der Seele

03.05.2006 um 23:43
Nein


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feanora
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Die Intelligenz der Seele

03.05.2006 um 23:46
Wenn die Intelligenz nicht in der Seele innewohnt, die alles Wissen und alle Weisheit desUniversums in sich trägt, Teil davon ist....

...wo soll die Intelligenz denndann wohnen?


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ningit
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Die Intelligenz der Seele

03.05.2006 um 23:48
ausgelutscht.


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Die Intelligenz der Seele

03.05.2006 um 23:48
Im Geiste?


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Die Intelligenz der Seele

03.05.2006 um 23:49
@ Ningit

?

Führe aus, was ausgelutscht ist.


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Mammon
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Die Intelligenz der Seele

03.05.2006 um 23:52
Mensch=Hülle
Geist=Hülle
Gehirn=Wissen
Seele=Impression der Gezeiten


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ningit
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Die Intelligenz der Seele

03.05.2006 um 23:53
wenn es ausgeluscht ist, kann man da nicht mehr viel ausführen.

es gibtphilosophisch gesehen einen unterschied zwischen seele und intelligenz, mancher glaubtnicht an die existenz des ersten, was kann man dazu noch sagen...


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Die Intelligenz der Seele

03.05.2006 um 23:55
LOL


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ningit
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Die Intelligenz der Seele

04.05.2006 um 00:01
freut mich dass ich dir spaß bereiten kann heute abend:)

für mich istintelligenz ein eher biologischer begriff, während seele etwas metaphysisches ist. unddas lässt sich nicht ohne weiteres vereinen wenn man auf dem boden bleiben möchte.


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hypnotized
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Die Intelligenz der Seele

04.05.2006 um 00:04
ich würde sagen die Intelligenz ist das, was unsere Schlussfolgerungen aus gemachtenErfahrungen und gebildeten Interessen zulassen, diese gehen alle von den Eindrücken aus,die unser Gedächtnis, also das Gehirn, aufgenommen und verarbeitet hat. Ebenso wie diePersönlichkeit.


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Die Intelligenz der Seele

04.05.2006 um 00:05
Seele Seele Popeele


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hypnotized
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Die Intelligenz der Seele

04.05.2006 um 00:07
Seele Seele Popeele

Da spricht die Weisheit himself :)


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Die Intelligenz der Seele

04.05.2006 um 00:08
Wie gescheit du bist.


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hypnotized
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Die Intelligenz der Seele

04.05.2006 um 00:08
Blitzgescheit.


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Die Intelligenz der Seele

04.05.2006 um 00:10
Ich les deine beiträge auch gerne.

Nur ich hab das alles schon geschrieben.
kannst meinen acc haben ;)


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hypnotized
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Die Intelligenz der Seele

04.05.2006 um 00:13
Antworte hierdrauf und mach die 2000 voll.

Leider entzieht sich alles, was sichvor meinem revolutionären Beitritt hier abspielte, meiner Kenntnisnahme. Allerdingsscheint sich das sowieso in gewissen Zyklen zu wiederholen, also ein Sprung auf denfahrenden Zug.


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Die Intelligenz der Seele

04.05.2006 um 00:19
also ein Sprung auf den fahrenden Zug.

Eher ein Gurkendampfer.

*soendlichdiezweitausendvollgekriegt*

:D


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Die Intelligenz der Seele

04.05.2006 um 00:31
grats :D


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Die Intelligenz der Seele

04.05.2006 um 00:32
WENN DIE SEELE VERLORENGEHT

Der Fortschritt in den Neurowissenschaften erforderteine neue Bewußtseinskultur

In den vergangenen zehn Jahren haben wir mehrüber das menschliche Gehirn erfahren als in den dreihundert Jahren zuvor. Es istanzunehmen, daß sich der Wissenszuwachs in den Neuro-, Informations- undKognitionswissenschaften mit großer Geschwindigkeit fortsetzen wird und sich damit auchunsere Möglichkeiten vielfältig erweitern, das menschliche Gehirn direkt zu beeinflussen.Was wir derzeit erleben, ist allem Anschein nach erst der Anfang einer umwälzendenEntwicklung: Menschliches Bewußtsein wird technisch verfügbar, subjektives Erleben kannbeeinflußt und effektiv manipuliert werden. In vielen dieser neuen Handlungsräume werdenunsere moralischen Intuitionen versagen.

Heute geht es nicht mehr nur umethische Detailfragen, wie sie sich beispielsweise in Zusammenhang mitBewußtseinsexperimenten à la Persinger stellen (siehe nebenstehenden Beitrag): Wirbewegen uns auf ein grundlegend neues Verständnis dessen zu, was es heißt, ein Mensch zusein. Die fortgeschrittenen Neuro- und Informationstechniken der Zukunft werden in vielenFällen Bewußtseinstechniken sein. Aus diesem Grund brauchen wir nicht nur eineNeuroethik, sondern auch eine Bewußtseinsethik, eine neue Bewußtseinskultur.

Wonach viele bereits suchen, ist eine "normative Psychologie". Aber: Was ist überhauptein "guter Bewußtseinszustand"? Gibt es Formen des subjektiven Erlebens und derSelbsterfahrung, die "besser" sind als andere? Solche Fragen betreffen nicht mehr nur diemedizinethischen Implikationen des technischen Zugriffs auf das menschliche Gehirn,sondern auch so weit voneinander entfernte Bereiche wie etwa die Behandlung vonSterbenden oder den Tierschutz, die Drogenpolitik oder die Pädagogik. Am Ende geht esnatürlich um die klassische Frage, was überhaupt ein gutes Leben ist.

Nehmenwir zum Beispiel die enorme Erweiterung unserer medialen Umwelt durch das Kabelfernsehen,durch interaktive Unterhaltungselektronik oder die weltweite Kommunikation über dasInternet. Die Ankoppelung von immer mehr Menschen an die zeitliche Eigendynamik der neuenMedien zwingt dem Nervensystem bestimmte Rhythmen und Zeittakte auf. Dabei ist denkbar,daß die neuen Medien dem menschlichen Gehirn unablässig eine erhöhteAufmerksamkeitsleistung abverlangen. Das könnte auf Dauer zu einer permanenten Verkürzungder Aufmerksamkeitsspanne, zu Konzentrationsstörungen und zu bleibendenBeeinträchtigungen kognitiver Fähigkeiten führen.

Ein zweites Beispiel: diePsychopharmakologie. Der Einsatz psychoaktiver Substanzen zu medizinischen oderreligiösen Zwecken ist eine der ältesten Bewußtseinstechniken der Menschheitsgeschichte.Bald wird es als Resultat der neurowissenschaftlichen Forschung neue Medikamente geben,die auch geistige Funktionen modulieren oder wiederherstellen. Das könnte uns in denStand versetzen, psychische Erkrankungen oder die senile Demenz zu beeinflussen. Eseröffnet aber erstmals auch die Möglichkeit einer "kosmetischen Psychopharmakologie",etwa in Form alltagstauglicher und für den Dauergebrauch geeigneter Stimmungsaufheller.Hier haben wir es zunächst nur mit einer Grauzone der psychiatrischen Medizin zu tun, dieprinzipiell gesetzlich geregelt werden kann. Daneben wird es aber immer auch eineillegale Psychopharmakologie geben, die einen illegalen Markt mit ständig neuen Drogenbedient.

In die Pädagogik - ein drittes Beispiel - dringen neue,computergestützte Formen des Lernens ein. Kinder werden in Zukunft wohl häufig vor demBildschirm lernen, etwa von einer CD-ROM oder direkt aus dem Internet. Weil neueLerntechniken auch neue Erlebnisformen und damit persönlichkeitsbildende Arten derSelbsterfahrung vermitteln, vergrößert sich die psychologische Kluft zwischen denGenerationen. Überdies ist menschliche Intelligenz zu einem überwiegenden Teil"Körperintelligenz": Wir sind leibliche Wesen, die ihre Beziehung zur Welt zum großenTeil durch körperliche Handlungen aufbauen. Niemand weiß zum Beispiel, wozu es führenwird, wenn junge Menschen sich in den entscheidenden Phasen ihrer Entwicklung längereZeit in künstlichen Umgebungen bewegen, wenn der zwischenmenschliche Kontakt in derSchule durch eine entkörperlichte Mensch-Maschine-Beziehung ersetzt wird.

Eswäre deshalb ein Fehler, die sozialethische Dimension des Problems auszublenden.Gleichzeitig geht es jedoch auch um die kulturelle Umsetzung der neuen Erkenntnisse.Nehmen wir einmal an, die Forschung findet tatsächlich heraus, auf welche WeiseGehirnvorgänge Bewußtsein und subjektives Erleben erzeugen. Damit würde der klassischeBegriff der "Seele" für viele zu einem leeren Begriff: Theorien, die sich noch an diesemBegriff orientieren, würden dann genauso irrational erscheinen wie die PtolemäischeTheorie, nach der sich die Sonne um die Erde dreht. Das könnte dazu führen, daß Leute,die an ein Leben nach dem Tod glauben oder hartnäckig mit altmodischen Begriffen wie demder "Seele" operieren, genauso verlacht werden wie Leute, die heute noch im Ernst anPtolemäus' Weltbild glauben. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß die neuen Beiträge zuunserem Menschenbild in einigen Aspekten - besonders im subjektiven Empfinden vielerMenschen - eine Demütigung und eine Kränkung darstellen. Deshalb ist es wichtig, demAufkommen eines szientistischen Vulgärmaterialismus vorzubeugen, indem man die neuentstehende Anthropologie selbst zum Gegenstand kritischer Diskussionen macht.

Wir brauchen deshalb eine neue Bewußtseinskultur. Es ist nicht damit getan, dieethischen Implikationen des Aufkommens bestimmter neuer Medizin- oderBewußtseinstechniken im allgemeinen zu diskutieren. Worum es geht, ist die Einbettungsowohl der technologischen als auch der theoretischen Entwicklung in eine kulturelleEvolution, die mit ihnen Schritt halten kann.

Wie könnte eine rationaleBewußtseinskultur aussehen? Sie hat nichts mit organisierter Religion oder einerbestimmten politischen Vision zu tun. Bewußtseinskultur wird darin bestehen, Individuenzu ermutigen, die Verantwortung für ihr eigenes Leben zu übernehmen. Den gegenwärtigenMangel an echter Bewußtseinskultur kann man als gesellschaftlichen Ausdruck dessteckengebliebenen Projekts der Aufklärung deuten: Was uns fehlt, ist nicht Glauben,sondern Wissen; nicht Metaphysik, sondern eine neue Variante praktischer Rationalität.

Im Bereich der neuen Medien ist die Kultivierung einer bestimmten Art vonpsychohygienischer Intelligenz am wichtigsten: Wir werden zum Beispiel lernen müssen, mitvielen hundert Fernsehprogrammen und Abermillionen von Seiten im World Wide Webumzugehen, ohne abzustumpfen oder süchtig zu werden. Wir werden auch lernen müssen,weltweit vertrauensvoll mit Menschen zu kommunizieren, die wir niemals persönlichkennenlernen.

Deutlich verfahrener ist die Situation im Bereich derDrogenpolitik. Der Schaden, der durch jahrzehntelange Desinformation und eineundifferenzierte Prohibitionspolitik angerichtet worden ist, läßt sich kaum abschätzen.Rationale Bewußtseinskultur bedeutet in diesem Bereich zunächst, einer Reihe voneinfachen Tatsachen ins Auge zu sehen. Eine solche Tatsache ist: Von achtzig MillionenMenschen in Deutschland sind zehn Millionen alkoholsüchtig und etwa eine Millionmedikamentenabhängig. Von illegalen psychoaktiven Substanzen dagegen sind nur 50 000Personen abhängig. Der Schaukampf gegen die illegalen Substanzen dient, so könnte manvermuten, der gesamtgesellschaftlichen Verdrängung dieses Sachverhalts. Eine andereeinfache Tatsache besteht darin, daß der Kampf gegen die illegalen psychoaktivenSubstanzen längst verloren ist: In den reichen Industrieländern sind die Verfügbarkeit,die Qualität und die Preisstabilität dieser Stoffe gleichbleibend hoch, weil dieentsprechenden Märkte seit langem relativ reibungslos funktionieren. Erst wenn mansolchen Tatsachen ins Auge sieht, könnte man untersuchen, woran es eigentlich liegt, daßein so uninteressanter Bewußtseinszustand wie die durch Äthanol ausgelöste dumpfeEnthemmung zum globalen Spitzenreiter in der psychopharmakologischen Freizeitgestaltungwerden konnte. Erst dann könnte man eine rationale Diskussion darüber einleiten, welchedurch psychoaktive Substanzen ausgelösten Bewußtseinszustände wir langfristig in unsereKultur integrieren wollen und welche nicht.

In der Pädagogik könnterationale Bewußtseinskultur bedeuten, in den Schulen ideologiefreie und säkularisierteFormen der Selbsterfahrung anzubieten, zum Beispiel bestimmte Formen von Meditation oderautogenem Training. Dadurch würde es jungen Menschen ermöglicht, auf ungefährliche WeiseGrenzerfahrungen zu suchen und in eigener Regie veränderte Bewußtseinszustände ohneSuchtpotential zu entdecken. Auch in anderen kulturellen Traditionen begeben sich jungeErwachsene seit langem systematisch auf die Suche nach solchen Grenzzuständen dessubjektiven Erlebens - allerdings meistens in einem rituellen Kontext. Die westlicheKultur hat dagegen äußerst wirksame und gefährliche Möglichkeiten zurBewußtseinsveränderung entwickelt, ohne dafür einen angemessenen Kontext anbieten zukönnen. Bei uns sind Jugendliche einfach allein.

Bewußtseinskultur in derSchule müßte über das akademisch-intellektuelle Bildungsideal hinausgehen und denSchülern und Schülerinnen Mittel an die Hand geben, mit denen sie ihre Autonomie beimUmgang mit dem eigenen Bewußtsein erhöhen können. Natürlich könnte man dasselbe auch mitBlick auf die Universitäten fordern.

Insbesondere besitzt das Projekt einerrationalen Bewußtseinskultur auch einen forschungspolitischen Aspekt: Welchen Stellenwertbesitzt überhaupt der wissenschaftliche Fortschritt in diesem Bereich derSelbsterkenntnis? Wieviel Geld ist der Gesellschaft die empirische Erforschung derGrundlagen des menschlichen Bewußtseins durch die Neuro- und Kognitionswissenschaften inZukunft wert - und wieviel Geld ist ihr dabei die begleitende philosophischeInterpretation der einzelwissenschaftlichen Ergebnisse wert?


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Die Intelligenz der Seele

04.05.2006 um 00:33
Ethik und Kultur werden in Zukunft immer stärker von generellen Theorien darüberabhängen, was überhaupt ein Mensch ist, was es bedeutet, im bewußten Erleben einesubjektive Erste-Person-Perspektive auf die Welt einzunehmen, und welchen Systemen wirüberhaupt den Status einer Person zugestehen wollen. Was wir brauchen, ist deshalb eineinnovative Form der Zusammenarbeit von Ethik, Sozialphilosophie und Philosophie desGeistes. Ich denke, daß die empirische Forschung recht bald und immer deutlicher zeigenwird, daß Tiere zum Beispiel Schmerzen oder Todesangst - auch wenn sie nicht sprechenoder mit Hilfe von Begriffen denken können - subjektiv sehr wohl als ihre eigenenerleben. Der Begriff der Person könnte dann auf einmal als Kampfbegriff erscheinen, derder menschlichen Rasse seit langem dazu dient, diese intuitiv längst vorhandene Einsichtzu ignorieren und ihre eigenen Interessen im Umgang mit anderen bewußtseinsfähigen Wesenrücksichtslos durchzusetzen.

Wenn nicht die Fähigkeit zu rationalem Denken,sondern auch Leidensfähigkeit das Kriterium ist, anhand dessen wir den Gegenstandsbereichbewußtseinsethischer Überlegungen auszeichnen, dann rückt dabei langsam auch diefundamentalste Frage der normativen Psychologie in den Vordergrund: Ist bewußtes Erlebenüberhaupt ein Gut? Ist insbesondere die spezifisch menschliche Form des Bewußtseins eineinteressante Form des Bewußtseins? Ist sie etwas, das man bedenkenlos vermehren darf?

Immerhin muß man zumindest der Möglichkeit ins Auge sehen, daß durch dasEntstehen von Nervensystemen, die erstmals in der Lage waren, an eine subjektiveInnenperspektive gebundene Bewußtseinszustände zu aktivieren, alles in allem mehr Leidenin die Welt gekommen ist als Freude und Dankbarkeit - daß das Leben, wie Schopenhauerdachte, im Grunde ein Geschäft ist, das nicht die Kosten deckt. Es ist der Synergismusvon Informatik, Kognitionswissenschaft und Hirnforschung, der solche alten Fragenplötzlich wieder aktuell werden läßt. Weil niemand die Eigendynamik deswissenschaftlichen Fortschritts wirklich abschätzen kann, besteht tatsächlich dieMöglichkeit, daß es - früher, als den meisten von uns lieb ist - auf einmal nicht mehrnur um Hirngewebstransplantationen oder intelligente Neuroprothesen geht, sonderntatsächlich um künstliches Bewußtsein, etwa in Form autonomer kognitiver Roboter.

Bewußtseinskultur würde in diesem Fall bedeuten, darauf zu achten, daß nichtgleichzeitig auch künstliches Leiden in die Welt gebracht wird: Solange wir keineüberzeugende Antwort auf die Frage haben, ob und unter welchen Bedingungen subjektivesBewußtsein überhaupt ein erstrebenswertes Gut ist, sollten wir auch nicht versuchen, esauf künstlichen Trägersystemen zu duplizieren. Wie würden Sie es finden, wenn Sieplötzlich "zu sich kämen", nur um zu entdecken, daß Sie ein rechtloses Versuchsobjektsind, mit dessen Hilfe eine fremdartige und ihrerseits sehr unvollkommene Art voninformationsverarbeitenden Systemen versucht, sich selbst zu verstehen?

Einekleine historische Schlußbemerkung: Bewußtseinskultur ist ein altes philosophischesProjekt. Schon Cicero hat die Philosophie als cultura animi bezeichnet, als Pflege derSeele - und in diesem Sinne mache ich an dieser Stelle Werbung für einen etwas aus derMode gekommenen Begriff von Philosophie. Die Liebe zur Weisheit als Pflege der Seele istein klassisches Motiv, das uns vielleicht bei den ersten Schritten in Richtung auf einneues ethisches und kulturelles Selbstverständnis weiterhelfen könnte.

DIE ZEITNr. 45, 1. November 1996, 46


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