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Treuepunkte & Bonusmeilen

52 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Treuepunkt ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Treuepunkte & Bonusmeilen

12.04.2009 um 21:18
trotzdem sollten wir vorsichtig sein mit zusätzlichen "kundenwerbungen" "marketingstrategien" etc - ich will nur meine dinge kaufen und mich nicht verpflichtet fühlen - oder gar unter druck - es kotzt mich an, wenn in jedem laden gefragt wird: haben sie schon eine bonus-,kunden-etc-karte....

früher kannte man die leute, die in den laden regelmäßig kamen - ist bei meinem bäcker noch heute so - und da weiss ich, dass ich als kunde im dezember als dank einen kleinen stollen bekomme - da brauch ich keine karte - so ein schwachsinn -


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Treuepunkte & Bonusmeilen

12.04.2009 um 21:18
Nepp.
Hoffe dass beim Letzten angekommen ist, wozu Payback taugt: Daten.


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Treuepunkte & Bonusmeilen

12.04.2009 um 21:23
wenn ein geschäft mir solche dinge anbietet denke ich immer: mein gott muss es denen schlecht gehen, wenn sie noch mehr rabatte gewähren - und wenn man hört, unter welchen bedingungen verkäufer arbeiten müssen bekomme ich das grausen

bonus dafür, dass die noch schlechter bezahlt werden - nein danke -


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Treuepunkte & Bonusmeilen

12.04.2009 um 21:29
Obwohl solche Schwulitäten mit Rabatterteilung nicht viel zu tun hat. Hierbei geht es mehr darum, die Kundenbindung aufrecht zu erhalten.

Bestes Beispiel ist dabei Ferrero, mit seiner momentanen Treuepunkt-Aktion, bei der es Sportartikel für die jeweilige Menge an ausgeschnittenen Punkten gibt. Das Ganze basiert auf einem ähnlichen System. Auf dem ersten Anschein klingt das vielleicht gut, aber wenn man sich die Sache durchrechnet, müsste man genau genommen mehrere hundert Euro Schokolade fressen, um so einen dämlichen Beachvolleyball abzustauben, der im Einzelhandel vielleicht 15,- Euro kostet.


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20.06.2026 um 22:40
Vor einiger Zeit habe ich angefangen, zu reflektieren, weil ich gemerkt habe, dass einige Kassierende, die mich seit nun über fünf Jahren sehr gut kennen, nicht aufhören, die Frage nach Punkten zu stellen. Das heißt, obwohl diese Leute meine Antwort genau kannten, stellten sie die Frage trotzdem - wie eine Maschine oder ein Roboter, mit der Begründung, ich könnte ja ein verdeckter Testkunde des Konzerns sein (sie also schon im Chilling-Modus der Überwachungsspirale sind, obwohl das, was sie unterstützen gerade zur Überwachung an sich beiträgt).

Selbst mein Browser ist schlauer! Ganz abgesehen von dem fatalistischen Argument, dass man nur seinen Job macht, bzw. nur Rädchen im System ist (so, als müsse der Teufel ein Eich(mann)-Hörnchen bleiben). Was nützt also ein demokratisches politisches System, wenn das Wirtschaftssystem zunehmend totalitär ist?

So sag' ich z. B. oft "Werden Sie eigentlich überwacht, weil sie mich das schon wieder fragen?" Auf die Frage: "Sammeln sie Treuepunkte?" sag' ich manchmal auch: "Ich bleib' mir lieber selbst treu". Auf "Sammeln die Bonuspunkte?" sag ich oft: "Der Bonus an Daten bleibt bei mir." Auf "Sammeln Sie Payback?" frage ich oft: "Ist das nicht sozialschädlich?", denn schließlich nehmen das Punkte-Angebot zunehmend Menschen wahr, die auf's Geld achten müssen.

"Was Payback alles über seine Kunden weiß", hat zdfheute schon umfassend berichtet.


Ich mache einfach die paradoxe Handlungsaufforderung zwischen dem Menschen und seiner Rolle als Verkaufskraft, sprich, den double bind sichtbar. Fast alle Verkaufenden, die ich öfter sehe, haben inzwischen aufgehört, mir diese aggressive Art von Marketting-Gehirnwäsche anzutun. Das Aufdecken der Deleuz'schen Falsch-Codierung von "günstig" durch Bonuspunkte geht so weit, dass manche Kassierende meine "Show" auch bewusst zu für sie passenden Gelegenheiten abrufen und mir eine "Bühne" geben. Dabei beobachten sie gezielt die Reaktionen anderer Leute und stellen mir zusätzliche Fragen. Ebenso habe ich die Sache auch schon "zu Tode" geflirtet, indem ich dem Gegenüber einfach ohne Antwort zu geben mit zunehmendem Grinsen in die Augen sah, weil ich genau wußte, dass meine Antwort bereits bekannt war. Nur eines habe ich nie: Auf nicht-anonyme Weise Punkte gesammelt.

Badesalz hat übrigens einen sehr schönen Beitrag, der in meinen Augen überspitzt, wie man der Kundschaft in die Einkaufstasche lügen will.

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21.06.2026 um 02:28
Zitat von EmmmEmmm schrieb:Vor einiger Zeit habe ich angefangen, zu reflektieren, weil ich gemerkt habe, dass einige Kassierende, die mich seit nun über fünf Jahren sehr gut kennen, nicht aufhören, die Frage nach Punkten zu stellen.
Zuerst einmal: Nur weil du seit 5 Jahren im gleichen Laden einkaufst, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass sich das Personal merkt, ob du Treuepunkte/Kassenbon/was auch immer möchtest oder eben nicht. Du bist nämlich nicht der einzige Kunde, der dort einkauft und vermutlich bei weitem noch nicht mal der einzige Stammkunde. Und sich die Treuepunktpräferenz der Kundschaft zu merken dürfte zudem auch keine besondere Priorität haben, weil so eine Frage und ein "Nein" als Antwort ein Vorgang sind, der keine 10 Sekunden dauern dürfte und es umgekehrt ziemlich nervig ist, wenn man so eine Frage mal vergisst, weil man fälschlicherweise davon ausgeht, dass die Person kein Interesse an solchen Punkten hat und dann von dieser dran erinnert wird. Kunden können nämlich mitunter einen ziemlich pampigen Tonfall an den Tag legen.

Zum anderen läuft diese Frage eh mehr oder minder automatisch ab. Weil das einfach ein Vorgang ist, der so hunderte Male am Tag abläuft.


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21.06.2026 um 07:01
Zitat von EmmmEmmm schrieb:Das heißt, obwohl diese Leute meine Antwort genau kannten, stellten sie die Frage trotzdem
Vielleicht kennen die Dich nicht so gut wie Du glaubst.
Zitat von EmmmEmmm schrieb:Selbst mein Browser ist schlauer!
Das bezweifle ich.
Zitat von EmmmEmmm schrieb:So sag' ich z. B. oft "Werden Sie eigentlich überwacht, weil sie mich das schon wieder fragen?" Auf die Frage: "Sammeln sie Treuepunkte?" sag' ich manchmal auch: "Ich bleib' mir lieber selbst treu". Auf "Sammeln die Bonuspunkte?" sag ich oft: "Der Bonus an Daten bleibt bei mir." Auf "Sammeln Sie Payback?" frage ich oft: "Ist das nicht sozialschädlich?", denn schließlich nehmen das Punkte-Angebot zunehmend Menschen wahr, die auf's Geld achten müssen.
Finde ich stark - man muss sich schon an den Kassierer abarbeiten, man muss seinen Standpunkt klar machen und seinen Prinzipien treu bleiben.
Respekt ist so wichtig!

Ich kann mir aber auch vorstellen dass total wichtige Kunden irgendwann doch anfangen Punkte zu sammeln und wenn der Kassierer nicht fragt, kriegt der Marktleiter eine Beschwerde die es in sich hat.


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21.06.2026 um 11:41
Zitat von SterntänzerinSterntänzerin schrieb:Zuerst einmal: Nur weil du seit 5 Jahren im gleichen Laden einkaufst, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass sich das Personal merkt, ob du Treuepunkte/Kassenbon/was auch immer möchtest oder eben nicht. Du bist nämlich nicht der einzige Kunde, der dort einkauft und vermutlich bei weitem noch nicht mal der einzige Stammkunde. Und sich die Treuepunktpräferenz der Kundschaft zu merken dürfte zudem auch keine besondere Priorität haben, weil so eine Frage und ein "Nein" als Antwort ein Vorgang sind, der keine 10 Sekunden dauern dürfte und es umgekehrt ziemlich nervig ist, wenn man so eine Frage mal vergisst, weil man fälschlicherweise davon ausgeht, dass die Person kein Interesse an solchen Punkten hat und dann von dieser dran erinnert wird. Kunden können nämlich mitunter einen ziemlich pampigen Tonfall an den Tag legen.

Zum anderen läuft diese Frage eh mehr oder minder automatisch ab. Weil das einfach ein Vorgang ist, der so hunderte Male am Tag abläuft.
komischer Supermarkt, in meinem Supermarkt in dem ich seit 10 Jahren einkaufe grüßen mich angefangen vom Bäcker, zur Fleischabteilung, via Marktleitung bis zur Kasse alle beim Vornamen. Erzähle ich das zum Flexen? Auf keinen Fall, das ist pure Kundenbindung, der Laden weiß ganz genau was er macht in der heutigen Konkurrenzsituation. Was Du schreibst ist in meinen Augen veraltet, will ich Kunden binden, merke ich mir die Kunden, ganz einfach.

Rate mal warum Sterne Restaurants, Sterne-Hotels, gehobene Ausstatter etc Kundenkarteien führen.

Jede Werbung eines Supermarktes im Fernsehen versucht mir zu erklären, warum ich zähle, und an der Kasse ist es komplett weg?

Ich rede nicht von Einmal-Einkäufen, sondern von Deinem Stammladen.


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Treuepunkte & Bonusmeilen

gestern um 19:43
Zitat von cejarcejar schrieb:Ich rede nicht von Einmal-Einkäufen, sondern von Deinem Stammladen.
Nun habe ich tatsächlich keinen Stammsupermarkt, sondern so 3-4 unterschiedliche Läden, in denen ich regelmäßig Lebensmittel einkaufe (und scanne, falls es die Möglichkeit gibt, meine Ware sowieso am liebsten selbst ab), aber irgendwie glaube ich dennoch nicht, dass sich das Personal im Kaufland oder im unterbesetzten Penny meine Bongewohnheiten oder auch nur meinen Namen merken würde, selbst wenn ich nur noch dort einkaufen würde. Das klappt vermutlich eher im Rewe auf dem Dorf, weil man sich da auch abseits des Geschäfts kennen könnte und der Kundenkreis kleiner ist.

Man kennt meinen Namen z.B. in meiner Stammbuchhandlung. Da arbeiten aber auch keine ständig wechselnden Leute zum Mindestlohn und im Akkord. Außerdem wäre ich sicherlich ganz fix keine Kundin mehr, wenn ich das Gefühl hätte, dass das Personal meine Anwesenheit nur toleriert. Während sich manche Lebensmittel ganz blöd oder überhaupt nicht online einkaufen lassen oder zu einem höheren Preis, liefert mir jede andere Buchhandlung Buch X zu selben Preis und ohne Versandkosten am nächsten Tag nach Hause.

In Supermärkte wiederum gehe ich nicht mehr, wenn es dort dreckig ist oder wenn die Obst- und Gemüseabteilungen aussieht, als wolle man dort Biowaffen heranzüchten. Oder wenn die Auswahl nicht zu meinen Essensgewohnheiten passt.

Außerdem mache ich persönlich auch noch mal einen Unterschied zwischen Namen und irgendwelchen Treuepunkten/Kassenbons/Stempeln/wasauchimmer. Ich arbeite z.B. selbst in einem Beruf, in dem ich den Leuten zwar nichts verkaufe, in dem sie aber bei Verlangen einen Bon bekommen (mit einem Datum drauf). Manche wollen den auch, manche vertrauen aber auch auf unsere Erinnerungsmails, wieder andere benutzen unsere App. Nun merke ich mir von meinen Stammkunden die Namen. Ich merke mir sogar, wie ihre Kinder heißen und ggf. persönliche Interessen, wenn die irgendwann mal erwähnt wurden.

Aber weder ist mein Gehirn ein Supercomputer, der sich unbegrenzt alles merken kann, noch bedeutet das Vorhandensein der App auf dem Smartphone zwangläufig, dass diese Person da vor mir deshalb keinen Bon möchte. Ich meine, ich antworte auf die Frage, ob ich den Kassenbon im Supermarkt möchte, manchmal auch mit "Ja", obwohl ich das Ding dann daheim ungesehen in den Müll schmeiße. Ich habe also irgendwann beschlossen, dass ich a) die Frage Bon oder App standardmäßig bei allen volljährigen Nutzenden stelle (Kinder kriegen den Bon von mir immer in die Hand gedrückt), um mich b) auf die wichtigeren Informationen konzentrieren kann. Dafür weiß der Kassierer im Supermarkt dann ggf. vielleicht Namen und Treuepunktepräferenzen, aber nicht, dass man mich darauf hinweisen könnte, dass mir die neue Sorte Strawberry Matcha schmecken könnte, die seit dieser Woche im Regal steht.


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gestern um 20:54
Zitat von SterntänzerinSterntänzerin schrieb:Dafür weiß der Kassierer im Supermarkt dann ggf. vielleicht Namen und Treuepunktepräferenzen,
Fragen muss er ja trotzdem, der Arme.


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gestern um 21:33
Zitat von soomasooma schrieb:Fragen muss er ja trotzdem, der Arme.
Das stimmt. Sonst gibt es Ärger von der Supermarkt-Leitung, wenn das auffällt.


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