Focus/Wissen Zitat:
Nur am Meeresgrund werden die Spuren der Zivilisation langfristig überdauern. In Bohrkernen fänden die Außerirdischen eine dünne Schicht mit einer hohen Konzentration von Schwermetallen, insbesondere Quecksilber, ebenso radioaktive Isotope aus den geschmolzenen Kernen einiger Atomkraftwerke. In der Atmosphäre wären noch Spuren synthetischer Gase, vor allem langlebige Fluor-Chlor-Kohlenwasserstoffe, vorhanden. In erdgeschichtlichen Zeiträumen aber werden Erosion und möglicherweise auch eine neue Eiszeit selbst diese Hinterlassenschaften des Menschen tilgen, mit Ausnahme einiger Versteinerungen und von Knochenfossilien. Gäbe es in einigen Millionen Jahren eine neue intelligente Art, würde sie wohl nie erfahren, dass wir hier waren – die Erde hätte den Menschen relativ schnell vergessen.
Alan Weisman entwickelte ein solches Zerfallszenarium für New York. Dort drückt der Wind das Wasser des Atlantiks in das Grundwasser, sodass dessen Pegel steigt. Deshalb müssen jeden Tag 50 Millionen Liter Wasser abgepumpt werden, die sonst die U-Bahn-Tunnel fluten würden. Fallen die Pumpen in der menschenleeren Stadt aus, steht ihr Untergrund binnen 36 Stunden unter Wasser. In den Straßen bilden sich Krater, das Pflaster bricht auf, Unkraut nistet sich ein, ebenso eingeführte exotische Arten wie der chinesische Götterbaum. Seine Wurzeln heben in etwa fünf Jahren die Bürgersteige an. Ohne Heizung platzen die Leitungsrohre, der Frost-Tauwetter-Zyklus sprengt die Gebäudefassaden. Ein einziger Blitzschlag kann einen riesigen Brand auslösen.
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