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Ethik im Paranormalen und Esoterik

43 Beiträge, Schlüsselwörter: Geister, Medium, Verstorbene, Botschaft, Geisterjagd, Ghosthunter, Geistheiler

Ethik im Paranormalen und Esoterik

17.01.2017 um 18:36
Was mich aktuell beschäftigt:
"Ethik im Paranormalen und Esoterik"... in Bezug auf aktuelle Mordfälle/Tragödien (letzte Generation) wie ist Eure Meinung?
Wie weit darf man gehen?

Beispiel: Wie würdet ihr reagieren, wenn plötzlich (und ohne Eure Kenntnis) in den sozialen Medien ein Video einer Person auftaucht, worin diese behauptet, dass man Botschaften Eurer vor 10 Jahren verschwundenen/ermordeten Tochter erhalten hat? -egal ob die "Borschaft" ein Medium, Kartenleger oder Geisterjäger erhielt....


Es gibt immer wieder welche, die meinen helfen zu wollen, aber wo es nur um "ins Gespräch kommen" geht...


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Ethik im Paranormalen und Esoterik

17.01.2017 um 19:23
Ich fände es schrecklich, wenn irgendwelche Betrüger mit meinem Leid ihr Geschäft ankurbeln wollten.
Ich würde auf Unterlassung klagen.


Vor einiger Zeit habe ich in einem Blog über solch einen Fall gelesen.
Eine Hellseherin behauptete vermisste Kinder gesehen zu haben und rührte damit fleißig für sich die Werbetrommel:

https://wahrsagercheck.wordpress.com/2015/08/05/eine-scharlatanin-wirbt-mit-vermissten-kindern-widerlich/

https://wahrsagercheck.wordpress.com/2015/08/05/die-scharlatanin-und-die-vermissten-kinder-teil-2-laecherlich-und-immer-...


Später wurde auch Lydia Benecke darauf aufmerksam und befragte die Hellseherin auch auf deren Facebookseite (wenn ich mich nicht irre, wurde das von der Hellseherin gelöscht):

https://www.facebook.com/lydia.benecke.psychology/posts/792136350905775

http://blog.gwup.net/2015/08/05/wenn-hellseher-vermisste-kinder-finden-wollen/


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Ethik im Paranormalen und Esoterik

17.01.2017 um 19:43
Moin,
wenn Du magst kannst Du mal nach Colin Goldner googeln.

Der verbringt sein Leben damit den Schaden den Esoteriker anrichten wieder gradezubiegen.

Seiner Meinung nach gibt es bei all diesen Medien, Kartenlegern, Lebensberater, Hellsehern usw zwei Typen:

1. die Sorte die selbst an das glaubt was sie blubbern und die seien ein Fall für die Psychiatrie
2. die Sorte die nicht selbst dran glaubt sondern nur dem Geld nachläuft und die sind ein Fall für den Staatsanwalt.



Ich muss zugeben, dass ich über Heilpraktiker und Alternativmediziner ähnlich denke.

Privatmenschen räume ich einen dritten Typ ein, die die halt GLAUBEN und ihrem Glauben folgen.
Das ist für mich dann genauso ok wie Religion, solange es Privatsache bleibt.


Wenn Esoteriker (und da zähle ich eben auch Homöopathen genauso wie Hellseher zu) anfangen "anderen ihre Dienste anzubieten" sei es gegen Bezahlung (allein wie oft das als "Energieausgleich" verschleiert wird) oder um Recht zu haben und gar nicht so selten auch weil sie WIRKLICH helfen wollen ist der Ausgang erfahrungsgemäß bitter.

Ich stehe ja ziemlich am Ende der Kette, weil ich beruflich mit Tieren arbeite und erfahrungsgemäß kocht die Suppe unter Menschen schon lange über und schwappt erst dann rüber in den "Tiersektor".

Aber auch ich kann den Schaden den "Tierkommunikatoren", Heilpraktiker usw Anrichten bei Tier UND Halter keineswegs immer in Ordnung bringen.
ABER ich möchte auch fair bleiben und behaupte mal, dass diejenigen die den Schaden mutwillig anrichten oder billigend in kauf nehmen um sich selbst zu bereichern (Geld und/oder Ansehen) wirklich in der Minderheit sind und die meisten wirklich "nur helfen wollten".

Leider hilft das dem Opfer nicht.


Als Beispiel:
http://www.tierfluesterin.org/vermisste-tiere
Ich kenne diese Anbieterin nicht persönlich, sie ist mir lediglich in einem "Fernsehinterview" (selbsternannte alternative Medien) mal negativ aufgefallen.

Ihre Machenschaften, die sie dort im Bezug auf vermisste Tiere formuliert sind aber bei fast allen Tierkommunikatoren mit denen ich, meine Kunden oder Bekannte mal zu tun hatten ähnlich.

Und selbst wenn ich hier keineswegs abstreiten will, dass es sich hier um eine Anbieterin handelt die aufrichtig helfen möchte, dann kann man aus dem Text dennoch herauslesen, dass selbst bei besten Absichten hier erheblicher Schaden angerichtet werden kann.
Es wird deutlich erwähnt, dass ein vermisstes Tier ein NOTFALL ist und die Tierkommunikatorin also UMGEHEND eingeschaltet werden muss.
Der Rest des Textes befasst sich eigentlich damit zu erklären warum die "Botschaften die die TK vom Tier empfängt" eigentlich völlig wertlos sind, weil lang und breit erklärt wird, das das Tier weder Entfernungen einschätzen kann noch überhaupt Botschaften vermitteln muss die in einem zeitlichen Zusammenhang mit seinem Verschwinden stehen und manchmal nicht einmal weiß ob es noch lebt oder nicht.

Die "Tips" was man außer dem Einschalten der TK noch machen kann sind Nobrainer..

Der eigentlich WIRKLICH wichtige Hinweis, etwas mit dem Geruch des Tieres in einen Gefrierbeutel zu stecken um die Option zu haben erfolgreich mit einem Pettrailer zusammenzuarbeiten wird nicht einmal ERWÄHNT.
(Bevor das aussieht als wolle ich etwas unterstellen: natürlich weiß ich NICHT ob solch konkrete Tips aus Unkenntnis weggelassen werden oder weil sie das Geschäft verderben würden).

Ich denke mal jeder der selbst Tiere hat und/oder Menschen kennt die liebevolle Tierhalter sind weiß, dass Halter deren Tier vermisst wird auch nicht viel weniger panisch sind als Eltern deren Kind verschwunden ist.

Zum Glück ist das Auffinden eines vermissten Tieres nicht so prestigeträchtig, deswegen haben wir mit Hellsehern die sich (von den Angehörigen ungebeten) an die Medien wenden oder vergleichbare Trittbrettfahrten vollführen nur in sehr viel kleinerem Rahmen.

Aber letztendliche ist und bleibt Ethik ein Thema, dass in Esoterikerkreisen ein erhebliches Problem ist und immer sein wird.

Das liegt einfach daran, dass (ähnlich wie bei Sekten) ja üblicherweise Menschen an solche Leute geraten die irgendwie in Not, instabil oder wasauchimmer sind.

Das macht sie in einem Geschäftszweig in dem man mit LEICHTIGKEIT seine AGB so formulieren kann, dass man praktisch nicht haftbar ist weder wenn man das Problem nur nicht löst noch wenn man es verschlimmert oder gar Neue generiert zu leichten Opfern.
Und zwar nicht nur für die vermutlich nicht sehr zahlreichen Betrüger.

Sondern BESONDERS für die Leute die wirklich fest daran glauben sie hätten irgendwelche übersinnlichen Fähigkeiten mit denen sie helfen können.

Aber wie sagt man so schön? Der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Absichten.

Und ehrlich gesagt habe ich auch KEINE Ahnung wie man das je ändern will..

In dem von Dir konkret genannten Fall, dass irgendein Hobbyzauberer mit dem Fall meines vermissten Kindes in die Presse geht kann man sicher über Persönlichkeitsrechte usw Unterlassungsverfügungen erwirken..
Aber schon das alleine ist für Eltern die ihr Kind verloren haben doch fast nicht zumutbar.

In diesem Video:
Youtube: Esoterik bei Maischberger 5/5 gibt Thorsten Havener (einer von den wirklich, wirklich Guten, kein Eso) auch ziemlich tiefe Einblicke darein an WAS so verzweifelte Menschen bereit sind zu glauben und was sie bereit sind zu tun.

Und wenn man DANN addiert, dass wir uns in einem Feld des reinen Glaubens befinden. Ohne jeden Beweis ohne jede Methode..
Dann denke ich, dass offenkundig ist, dass am Ende kaum etwas Gutes rauskommen kann, selbst WENN die Absichten des Anbieters die allerbesten sind.

lg
Fraukie


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Ethik im Paranormalen und Esoterik

17.01.2017 um 20:26
@Fraukie

Die Meinung von Colin Goldner ist sehr speziell und grenzt in bestimmten Fällen sogar an Rassismus:

http://info-buddhismus.de/Colin_Goldner_vs_Ursache-Wirkung_Urteil-OLG-Wien.html


Ich weiß nicht ob man sich gerade diesen Menschen zum Vorbild nehmen sollte, wenn man sich mit der Ethik beschäftigen möchte.


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Ethik im Paranormalen und Esoterik

17.01.2017 um 21:10
Lepus schrieb:Später wurde auch Lydia Benecke darauf aufmerksam und befragte die Hellseherin auch auf deren Facebookseite (wenn ich mich nicht irre, wurde das von der Hellseherin gelöscht):
Das hab ich so am Rande mitbekommen, da sie bei HoaxillaTV mal davon erzählte.

Echt grenzwertig, was so einige abziehen -um es diplomatisch auszudrücken.


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Ethik im Paranormalen und Esoterik

17.01.2017 um 21:46
Das größte Problem an der Sache ist ja wohl, dass die Leute daran glauben, wenn ihnen ein Esoteriker solches erzählt weil sie sich an jeden "Strohalm" klammern.


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Ethik im Paranormalen und Esoterik

17.01.2017 um 22:03
@fark

Ja die Leicht- und Gutgläubigkeit in der paranormalen Community ist immens weit verbreitet.
Gerade auch was viele in meinem Hobbybereich angebotene Geräte angeht.... wäre aber nun OffTopic darauf eingezugehen.


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Ethik im Paranormalen und Esoterik

17.01.2017 um 23:04
@Tom_GHNRWUP
Tom_GHNRWUP schrieb: Beispiel: Wie würdet ihr reagieren, wenn plötzlich (und ohne Eure Kenntnis) in den sozialen Medien ein Video einer Person auftaucht, worin diese behauptet, dass man Botschaften Eurer vor 10 Jahren verschwundenen/ermordeten Tochter erhalten hat? -egal ob die "Borschaft" ein Medium, Kartenleger oder Geisterjäger erhielt....
Wie ich reagieren würde?
Sehr körperlich.
Und zwar so körperlich, das der/die Scharlatan hinterher nur noch Stottern kann.


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Ethik im Paranormalen und Esoterik

17.01.2017 um 23:48
@xsaibotx

Kann ich gut nachvollziehen.


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Kotknacker
ehemaliges Mitglied

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Ethik im Paranormalen und Esoterik

18.01.2017 um 04:00
@Tom_GHNRWUP
@xsaibotx
Selbstjustiz durch vorsätzliche Körperverletzung ist also ethisch vertretbar? Na da haben sich aber 2 Cowboys gefunden. Das sieht der Richter sicher anders. ^^


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Ethik im Paranormalen und Esoterik

18.01.2017 um 06:59
@Kotknacker
Kotknacker schrieb: Das sieht der Richter sicher anders
Wenn ein Scharlatan versucht, aus meinen verschwunden oder toten Kind Kapital zu schlagen zieht er die Konsequenzen, genauso wie ich.


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Ethik im Paranormalen und Esoterik

18.01.2017 um 10:02
@Kotknacker
Ich habe geäußert, dass ich die Reaktion nachvollziehen kann.

Ob ich es aber gut finde, ist etwas anderes....


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Kotknacker
ehemaliges Mitglied

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Ethik im Paranormalen und Esoterik

18.01.2017 um 15:55
@xsaibotx
In der hypothetischen frage war eine Gegenleistung geschweige geld gar nicht impliziert.


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Ethik im Paranormalen und Esoterik

18.01.2017 um 17:15
@Tom_GHNRWUP

Dieser Thread bewegt sich auf unterstem Niveau.
Es ist auch kein Zufall, dass hier vorgeschlagen wurde, statt Argumenten körperliche Gewalt einzusetzen.

Wie kommst du überhaupt auf die Idee, Paranormales (also etwas das vom Normalen abweicht) mit Esoterik (einer Art Geheimlehre) gleichzusetzen?

Dann reduzierst du dein Thema auf problematisches Verhalten von bestimmten Personen-Gruppen:

Schon in deinem Eingangspost und auch in den 2 folgenden Posts gehts nämlich nur mehr um Medien, Kartenleger, Lebensberater, Hellseher und Geisterjäger, von denen dann einfach behauptet wird, sie seien alle Betrüger und Scharlatane, teilweise auch verblendet oder psychisch krank.

Dabei gibt es sicher keinen menschlichen Tätigkeitsbereich bei dem Irrtümer, Fehler, Selbstüberschätzung, Wissensmangel, Schlamperei, Täuschung und Betrug nicht eine verhängnisvolle Rolle spielen können.


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Ethik im Paranormalen und Esoterik

18.01.2017 um 17:48
@Tajna

Seit wann gehört eine Diskussion um Ethik auf ein unterstes Niveau?

Paranormales ist ein Randbereich der Esoterik und Esoterik oftmals eine (leider) große Rolle ;-)
Tajna schrieb:Betrüger und Scharlatane
Stimmt doch auch überwiegend :-)


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Ethik im Paranormalen und Esoterik

18.01.2017 um 18:30
Tom_GHNRWUP schrieb:Paranormales ist ein Randbereich der Esoterik und Esoterik oftmals eine (leider) große Rolle ;-)
Warum eigentlich leider?


@Lepus
Lepus schrieb:Ich fände es schrecklich, wenn irgendwelche Betrüger mit meinem Leid ihr Geschäft ankurbeln wollten.
Ich würde auf Unterlassung klagen.


Vor einiger Zeit habe ich in einem Blog über solch einen Fall gelesen.
Eine Hellseherin behauptete vermisste Kinder gesehen zu haben und rührte damit fleißig für sich die Werbetrommel:
Soweit man das aus den veröffentlichten Mails herauslesen kann, hatten die Eltern in dem von dir verlinkten Fall keine Probleme mit dem Vorgehen der Hellseherin. Innerhalb der Skeptikergemeinde hatte der Fall jedoch tatsächlich große Wellen geschlagen.


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Ethik im Paranormalen und Esoterik

18.01.2017 um 18:32
@DotBlue
Umso schlimmer, wenn die Eltern nichts dagegen hatten, dass das Verschwinden ausgeschlachtet wird.


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Ethik im Paranormalen und Esoterik

18.01.2017 um 18:40
@Lepus

Warum soll das schlimm sein? Ist doch deren Sache. Sie empfanden es wohl nicht als "ausschlachten" und fühlten sich nicht belästigt. Die Frage ist doch, warum Außenstehende, die damit eigentlich nichts zu schaffen haben, die größten Kritiker in solchen Dingen sind?

Das geht von Belehrungen wie jemand zu denken und zu reagieren hat bis zu offenen Gewaltfantasien.


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Ethik im Paranormalen und Esoterik

18.01.2017 um 18:43
@DotBlue
Na ja, die Eingangsfrage war ja auch, wie man selbst reagieren würde.
Darauf haben wir geantwortet, mehr nicht.

Ich finde es nun mal nicht gut, wenn solchen Leuten freie Hand gelassen wird, das habe ich kommuniziert.


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Ethik im Paranormalen und Esoterik

18.01.2017 um 18:55
@Lepus
Lepus schrieb:Na ja, die Eingangsfrage war ja auch, wie man selbst reagieren würde.
Darauf haben wir geantwortet, mehr nicht.
Es wurden auch mehrere Beispiele vorgebracht. Dabei fällt auf, dass dabei jegliche Objektivität zugunsten einer Form von "Kreuzrittertum" verloren geht.
Lepus schrieb:Ich finde es nun mal nicht gut, wenn solchen Leuten freie Hand gelassen wird, das habe ich kommuniziert.
Stellst du dann auch den Art. 4 GG in Frage? Immerhin sind solche oder ähnliche Praktiken ein fester Bestandteil bestimmter Religionen.


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