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Kaspar Hauser

412 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Kaspar Hauser ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kaspar Hauser

13.02.2020 um 09:43
Gerne.

Ja, er war sicher auch ein Opfer der Umstände, aber er hat schon gesehen, dass er nicht zu kurz kommt. Wesentliche Beobachtung von Lehrer Meyer: Ihm gegenüber verhielt er sich nicht kindlich oder kindisch, gegenüber anderen aber schon. Seine Erzieher waren sicher streng, aber ließen ihm auch Freiheiten. Er konnte ins Theater gehen, Besuche machen und Freundschaft oder sogar Liebe gab es auch, zumindest von Daumer, Pfarrer Fuhrmann, anfangs Stanhope und vielleicht auch von seiner Bekanntschaft aus Wien.

Meyer: "Hauser verstand es, sein Benehmen (…) gut anzupassen." oder an anderer Stelle: "(…) so geht aus seinen Kombinationen doch klar hervor, dass er die Fähigkeit, unkindlich zu kombinieren, in einem recht wackeren Grade besaß. Ich muss hier, wie in hundert anderen Fällen, das einfache Kind andere suchen lassen; ich vermag es nicht zu finden."


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Kaspar Hauser

14.02.2020 um 14:58
@Siegfrieden
Wirklich sehr interessant und spannend.
Wie ist er nur in das alles reingeraten, frag ich mich? Also ich spekuliere, ob er zwar relativ isoliert aufgewachsen ist, aber dort trotzdem Dinge gelernt hat.

Und dann ist er, wie auch immer, nach Nürnberg gekommen und hat sich dort in eine immer größer werdende Lügengeschichte hineinmanövriert.

Das Ganze war irgendwann grösser als er selbst. Und vielleicht deswegen die Selbstmordversuche.
Wenn es denn welche waren. Auch das steht ja nicht 100% ig fest.

Ich vermute auch fast, das er mit Stanhope nach England wollte und dort auf einen, wenn auch aus heutiger Warte naiven, Neuanfang spekulierte.

Und trotzdem frage ich mich, gab es da irgendjemanden im Hintergrund? Der die Fäden zog? So eine Story kann er sich doch nicht mit ca 16 Jahren selbst ausgesponnen haben? Das wundert mich.


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Kaspar Hauser

14.02.2020 um 16:20
Mit den Angriffen gegen sich selbst könnte er eine Änderung der Lebensumstände um ihn herum anvisiert haben. Der wahrscheinliche Wunsch, mit Stanhope nach England zu reisen, könnte das Motiv für das “Attentat“ im Hofgarten gewesen sein: “Gelingts, so ists gut; gelingts nicht, so habe ich auch nicht viel verloren“.

Eine richtige Story hat er sich nicht ausdenken müssen, nur Andeutungen.

Wenn jemand die Fäden gezogen haben sollte, müsste er das über Jahrzehnte getan haben. Was sollte das Motiv sein? Es gab keine Spuren bei den angeblichen Mordversuchen, es gab keine Ergebnisse bei den Forschungsreisen in Ungarn und beim Gen-Test in jüngerer Zeit gab es keine echten Nachweise, dass Verwandtschaft von KH zum Haus Baden bestand.

Die treibende Kraft im Film 1993 war eine fiktive Figur, Baron Wedel.


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Kaspar Hauser

14.02.2020 um 20:24
@Allgoria
Zitat von AllgoriaAllgoria schrieb:und hat sich dort in eine immer größer werdende Lügengeschichte hineinmanövriert.
Zu der Auffassung, er wäre da irgendwie rein geschlittert, passt eigentlich nicht, dass er diesen ziemlich sicher selbst verfassten Brief bei sich hatte. Das sieht sehr wohl nach einer absichtlichen (eventuell sogar Betrugs-) Nummer aus.


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Kaspar Hauser

17.02.2020 um 09:48
Auch eine interessante Überlegung, dann wäre er wirklich von Anfang an mit betrügerischen (?) Absichten unterwegs gewesen. Obwohl aus dem Schreiben eigentlich nur hervorgeht, dass er zurückgeblieben ist und gerne Reiter werden möchte. Auf der Polizeiwache soll er sich verstockt gezeigt haben. Vielleicht war das nur viel Lärm um nichts. Er hatte ja 2 Briefe mit sich, einen von seinem Ziehvater (oder -Mutter) und von seiner Mutter an den Ziehvater. Man hatte festzustellen geglaubt, dass beide Briefe, obwohl sie Jahre auseinander liegen müssten, ungefähr zeitgleich und von der gleichen Hand geschrieben worden wären.

Da er aber auf der Polizeiwache seinen Namen schreiben konnte, wäre sicher aufgefallen, wenn er die gleiche Schrift gehabt hätte (und doch... im Schreiben heißt es, er könne "genauso schreiben wie ich" oder ähnlich). Aber die Fähigkeit mit Spiegelschrift und Schönschreiben hatte er damals noch nicht drauf. Ich könnte mir genauso vorstellen, dass beide Schreiben authentisch waren, zumindest dass es eigentlich keine großen Betrugsabsichten dabei gegeben haben kann.


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Kaspar Hauser

17.02.2020 um 19:01
@Siegfrieden

Ich denke eigentlich eher, dass der von jemanden, der ihm, aus welchen Gründen auch immer, jetzt nicht mehr weiter helfen konnte, in die Welt geschickt wurde, um sein Glück zu versuchen. Wanderjahre als Lehrjahre war durchaus üblich und Lehrburschen wurden auch von Fremden aufgenommen, verköstigt, unterrichtet und in den Arbeitsprozess eingespannt, eine helfende unbezahlte Hand kann man immer brauchen.
Um ihm zu helfen, weil man wusste, der redet nicht sofort mit Fremden, gab man ihm eben die Briefe mit.


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Kaspar Hauser

10.11.2021 um 18:26
Da ich von Freunden kürzlich auf das Thema 'Kaspar Hauser" angesprochen wurde und ihnen daher die bisher 18 Seiten unserer Allmystery-Diskussion empfohlen habe, wollte ich mal wieder vorbei schauen, um zu sehen, was sich im letzten Jahr so getan hat. Aber das ist erwartungsgemäß nicht viel, da es ja seit vielen Jahren keine neuen Erkenntnisse gegeben hat.
Ich bin allerdings doch etwas verblüfft, dass sich die Erbprinzentheorie im Netz noch immer grosser Beliebtheit erfreut. Selbst seriöse Medien verweisen immer wieder auf die Genanalyen von Prof. Brinkmann von 2002, obwohl die Provenienz des untersuchten Materials gar nicht sicher ist und das Ergebnis nie als wissenschaftlicher Artikel veröffentlicht wurde und es daher auch keine peer reviews gibt. Ausserdem werden die abschliessenden Aussagen von Brinkmann fast immer aus dem Zusammenhang gerissen. Er hat zwar in der Tat gesagt, dass er beim jetzigen Stand der Dinge nicht hundertprozentig ausschliessen kann, dass die Person, der das untersuchte Material zugeordnet werden kann, mit Stephanie de Beauharnais verwandt ist - aber er hat auch gesagt, dass das analysierte Material von einer grosse Anzahl von Mitteleuropäern aus der entspechenden Gegend stammen könnte! Diese doch sehr erhebliche Einschränkung der Aussagekraft der Analyse wird in der Regel nicht erwähnt. Brinkmann sagte auch in einem Interview, er bedauere es, nie noch mehr Proben erhalten zu haben, da sich die Möglichkeiten der Genanalyse ständig verbessern würden.
Ausserdem ist es auch nicht zweifelsfrei geklärt, ob das Blut in der Unterhose, welches 1996 analysiert wurde nicht doch Kaspar Hausers Blut ist. Denn es wird an sich nicht bezweifelt, dass es sich bei der Unterhose um das Kleidungsstück handelt, welches von Kaspar am Tag, an dem die Stichverletzung stattfand, getragen wurde. Und die Analyse des Blutes ergab, dass es nicht von einem Sohn der Stephanie de Beauharnais stammt. Es wurde von den Verfechtern der Erbprinzentheorie daraufhin argumentiert, dass das Blut im Laufe der letzten 200 Jahre immer mal wieder mit Fremdblut "aufgefrischt" worden sein könnte. Aber in diesem Fall hätte man eigentlich Anzeichen für Mischspuren finden müssen. Die Analyse ergab aber, dass das Blut auf der Unterhose von einem einzigen Menschen stammt. Es ist also nie überzeugend belegt worden, dass es sich bei dem analysierten Blut nicht um Kaspar Hausers Blut handelt! Aber selbst in den Artikeln der Feuilletons renommierter Zeitungen wird immer wieder auf die Möglichkeit hingewiesen, dass Kaspar Hauser der Erbprinz von Baden gewsen sein könnte - obwohl die Aussagekraft der letzten Genanalyse dürftig und die Plausibilität dieses Szenarios aus vielen Gründen noch wesentlich dürftiger ist. Denn selbst wenn die gute Gräfin Hochberg mit irgendwelchen abgefeimten Mitteln alle badischen Erbfolger der Zähringer-Linie, die ihren eigenen Söhnen im Weg standen, aus dem Weg räumen liess - und die starben in der Tat weg wie die Fliegen - deutet das in keinster Weise daraufhin, dass Kaspar Hauser ein badischer Erbprinz war. Denn Kaspar lebte ja, während die Zähringer Erbprinzen tot sein mussten, um den Ambitionen der Gräfin Hochberg zu nutzen 😉 Morde an Fürstenhöfen hat es schon immer gegeben. Ich will so eine Intrige gar nicht rundweg ausschliessen - aber das Szenario eines Säuglingstausches, der von niemandem bemerkt wurde, ist völlig absurd!
Aber schon Lord Stanhope wies in seinen Briefen, die in Buchform veröffentlicht wurden und übrigens sehr lesenswert sind, darauf hin, dass der Hochstapler Kaspar Hauser doch eine wesentlich unromantischere und unattaktivere Figur sei als der verlorene Erbprinz Kaspar Hauser 😉 Stanhope hat überhaupt sehr klar seine zunehmenden Zeifel an Kaspar Hausers Geschichte dargelegt. Er hat sich nämlich die Mühe gemacht, die Ausführungen Feuerbachs mit den Berichten der Personen abzugleichen, die zuallererst mit Kaspar Kontakt hatten, als der in Nürnberg auftauchte. Und da ergaben sich doch erhebliche Diskrepanzen zwischen den Versionen. Etliche von Feuerbachs Behauptungen sind wohl schlicht falsch! Ausserdem war es schon damals vielen Menschen klar, dass Kaspars Geschichte von der mehr als 10 Jahre langen Isolation in völliger Dunkelheit ohne Bewegung und nur mit Brot und Wasser als Nahrung, nicht stimmen kann. Selbst wenn wir das heute mit überzeugenden naturwissenschaftlichen Erkenntnissen widerlegen können, hatten viele der damals mit dem Fall Hauser befassten Personen genug gesunden Menschenverstand und auch Erfahrungen mit Kindesentwicklung, um zu wissen, dass Kaspar bei einer so lang andauernden Misshandlung und Sinnesdeprivation in einem völlig anderen Zustand gewesen wäre, und dass es ihm nicht möglich gewesen wäre, viele Fertigkeiten, die er sich angeblich in Rekordgeschwindigkeit aneignete, so schnell zu lernen.


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Kaspar Hauser

19.11.2021 um 14:50
Schönes Statement.

Ja, Stanhope stellte die richtigen Fragen. Leider wirkte er auch nach seinen Lebzeiten sehr zwielichtig, was wohl seine Glaubwürdigkeit geschmälert hat. Dann kommt noch hinzu, dass er aus der Perspektive des enttäuschten Mäzens berichtet. Darüber hat Daumer mal gemutmaßt, dass Stanhope die Angelegenheit dann doch hätte peinlich sein müssen, dass er sich hatte täuschen lassen und dass er nicht immer wieder mit dem Thema anzukommen brauchte. Klingt ja auch erstmal richtig. Aus ihrer Sicht hatten die Beteiligten meistens alle Recht. Aber eben auch Stanhope...


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Kaspar Hauser

26.11.2021 um 12:56
Hallo Siefried, schön, dass Du vorbeischaust!
Eigentlich hab ich ja in meinem neuesten und sehr langen Beitrag Eulen nach Athen getragen. Denn in den 18 Seiten unserer Allmystery-Diskussion hat sich ja irgendwann die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Erbprinztheorie ziemlich absurd ist, und dass Kaspars eigene Erzählungen einfach nicht stimmen können. Ich weiss nicht, ob sich dann doch viele Kommentatoren haben überzeugen lassen, oder ob sie einfach aufgegeben haben, sich hier zu äussern 😉 Denn erfahrungsgemäss ist es extrem schwer, Ansichten, die sich über einen längeren Zeitraum gebildet haben, zu ändern. Denn es ist ja durchaus unangenehm, einsehen zu müssen, dass man eventuell sehr viel Grips und Zeit in eine falsche Fährte investiert hat.
Aber ich habe selbst vor vielen, vielen Jahren geglaubt, dass Kaspars Geschichte von der fast lebenslangen Einkerkerung im Dunklen bei Brot und Wasser stimmte. Ausserdem glaubte ich, dass er ermordet wurde. Und wenn er getötet wurde, musste es dafür ja einen sehr triftigen Grund geben! Aber ich hatte mih damals nicht mit den Einzelheiten von Kaspars Tod beschäftigt. Ausserdem war ich damals massgeblich von Feuerbachs Abhandlung, die ich tatsächlich komplett gelesen habe, und von den beiden Filmen beeinflusst. Und die Filme sind ja auch hervorragend und auch heute noch sehr sehenswert. Vor allem Werner Herzogs Film ist ein Kunstwerk. Aber man muss sich eben klar machen, dass die Handlung teilweise fiktiv ist! Und Werner Herzog hat Lord Stanhope ja als dekadenten und ganz offensichtlich schwulen Dandy mit einem sehr fragwürdigen Charakter gezeigt, der sich nur deshalb für Kaspar interessierte, weil er eine viel beachtete Kuriosität war. Das könnte sogar der Wahrheit entsprechen. Vielleicht war Kaspar für den Lord lediglich ein exotisches Exemplar, das er für seine Menagerie haben wollte. Aber man muss Lord Stanhope immerhin zugute halten, dass er - wie Du sagtest - irgendwann dann doch seinen gesunden Menschenverstand einschaltete und die richtigen Fragen gestellt hat. Und er hat immerhin seine Zahlungen für Kaspars Unterhalt nicht eingestellt, obwohl er zu der Überzeugung gekommen war, dass Kaspar ein Hochstapler war! Leider war Lord Stanhope schon zu Lebzeiten und auch danach ein Charakter mit einem etwas zweifelhaften Ruf. Das trifft übrigens auf die gesamte Familie Stanhope zu, deren Mitglieder für die damaligen Zeiten sehr unkonventionell erzogen worden waren. Vor Allem Hester Stanhope hatte einen sehr interessanten Lebenslauf, und sie war schon zu Lebzeiten berühmt und berüchtigt, weil sie sich um die damaligen Vorstellungen, wie sich eine adlige Frau zu benehmen hat, einfach nicht gekümmert hat. Es lohnt sich sehr, sich mit ihrer Person näher zu beschäftigen.
Wie auch immer - ich denke, dass Lord Stanhope irgendwann die richtigen Schlüsse zog, nachdem alle seine Bemühungen, Kaspars Herkunft aufzuklären, gescheitert waren, und als er merkte, dass Kaspar oft nicht die Wahrheit sagte. Im Übrigen gibt es ja auch diese Notiz von Feuerbach, die darauf schliessen lässt, dass selbst er anfing, einige von Kaspars Erzählungen anzuzweifeln. Aber vielleicht war es auch für ihn schwierig, die Reissleine zu ziehen, nachdem er sich jahrelang um Kaspar bemüht hatte und Zeit, Geld und vor Allem seinen guten Ruf investiert hatte, um das Geheimnis von Kaspars Herkunft zu klären. Da er kurz darauf starb, werden wir nie erfahren, ob Feuerbach es geschafft hätte, seine Ansichten zu revidieren.
Ich persönlich finde, dass Kaspars Fall auch dann, wenn er kein Erbprinz war, sehr interessant und auch tragisch ist. Ich würde sehr gern mehr über ihn herausfinden. Aber leider sind die Spuren nach so langer Zeit nicht mehr vorhanden. Und ielleicht ist die Erbprinztheorie auch deshalb so populär, weil man mit den heutigen wissenschaftlichen Mitteln, wie zB genetischen Untersuchungen und Exhumierungen, tatsächlich ein paar Sachen überprüfen kann, und weil die Personen, die in eine mutmassliche Verschwörung verwickelt sein könnten, bekannt sind. Leider haben die Ergebnisse der bisherigen genetischen Untersuchungen nicht zu Ergebnissen geführt, die von allen akzeptiert werden. Es ist ein wenig so, wie mit dem Turiner Grabtuch. Die bishrigen Untersuchungen haben gezeigt, dass es sich um eine recht geniale mittelalterliche Fälschung handelt. Aber die "true believers" argumentieren, dass es sich ausgerechnet bei dem Gewebeabschnitt, der untersucht wurde, um Reparaturen handeln könnte, die im Mittelalter am echten Grabtuch vorgenommen wurden. Im Falle Kaspar Hauser kann man alle genetischen Untersuchungen die zu dem Ergebnis kommen, dass Kaspar kein badischer Erbprinz war, anzweifeln, indem man behauptet, dass das untersuchte Material nicht von Kaspar Hauser stammt 😉


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Kaspar Hauser

26.11.2021 um 13:07
@littlefoot59

Gut zusammen gefasst. Ich widerspreche lediglich der Idee der Ermordung.


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Kaspar Hauser

26.11.2021 um 13:12
off-peak, danke für die Antwort! Was denkst Du, war die Ursachen von Kaspars Tod? Ich habe mich vielleicht nicht eindeutig ausgedrückt. Ich glaube nicht, dass Kaspar ermordet wurde, sondern ich denke, dass er sich selbst absichtlich verletzt hat, um die Aufmerksamkeit wieder auf sich zu ziehen, und dass er sich dabei schwerer als beabsichtigt verletzt hat.


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Kaspar Hauser

26.11.2021 um 13:14
Früher , als ich mich noch nicht mit den Einzelheiten des Falles befasst hatte, dachte ich, dass Kaspar ermordet wurde. Ich war zu der Zeit sehr stark von den Filmen beeinflusst.


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Kaspar Hauser

26.11.2021 um 13:20
Zitat von littlefoot59littlefoot59 schrieb:Ich glaube nicht, dass Kaspar ermordet wurde, sondern ich denke, dass er sich selbst absichtlich verletzt hat, um die Aufmerksamkeit wieder auf sich zu ziehen, und dass er sich dabei schwerer als beabsichtigt verletzt hat.
Ja, das denke ich auch. Man kenn t das ja von psychisch kranken Personen die Selbstmorde inszenieren, um "gerettet" zu werden. Manche haben sie Pech, und sterben vorher, aber dennoch kann man nicht sagen dass sie jetzt tatsächlich wirklich Selbstmord begehen wollten.

Und ich Sachen Kaspar dürfte es auch so gewesen sein.
Zitat von littlefoot59littlefoot59 schrieb:Ich war zu der Zeit sehr stark von den Filmen beeinflusst.
Die habe ich nicht gesehen. Aber seit ich auf Allmy unterwegs bin, bin ich viel skeptischer geworden. :D
Habe seitdem viel über die Problematik von unbelegten und ungeprüften Erzählungen erfahren bzw von Denk- und Logikfehlern. Wenn Geschichten solche enthalten, dann springen die mich förmlich an.
Und wenn man über diese "Wasser und Brot" Aussage stolpert, dann ist klar, hier stimmt was nicht. Mit so einer Ernährung, noch dazu in dunklem Keller, wird man nicht alt, und bleibt auch nicht gesund.

Ob er sich das Alles aber selbst ausgedacht oder einfach nur irgendwie hinein gerutscht wäre, ist schon schwerer auseinander zu halten. Er hat sich aber ziemlich sicher mit seiner Rolle identifiziert und drin wohl gefühlt. Daher ja seine permanenten Versuche, durch Attentate auf sich selbst, auch weiterhin glaubhaft zu sein.


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Kaspar Hauser

26.11.2021 um 13:41
off-peak, ich teile Deine Ansichten. Ich bin Psychologin mit forensischem Training. Daher ist der Fall Kaspar Hauser für mich auch dann, wenn er kein Erbprinz war, total spannend. Denn das Phänomen von Jugendlichen, die sich selbst verletzen, ist ja mittlerweile ins Blickfeld geraten, und wir wissen, dass es keine absurde Einzelerscheinung ist, und dass eine verquere Logik diese Handlungen bestimmt. Ich würde gern mehr über Kaspar und seine Herkunft wissen! Ich kann auch nicht sagen, ob er Alles geplant hatte und ob er "Mitarbeiter" hatte, oder ob er in seine Rolle so nach und nach reingerutscht ist. Die Briefe, die er bei sich hatte, zeigen zumindest, dass er einen rudimentären Plan hatte. Aber er hat sicherlich nicht gedacht, dass er eine Berühmtheit werden würde, und Vieles ist wohl in ihn "hineingefragt" worden, und es hat sich dann eine Eigendynamik entwickelt.
Ich finde es übrigens gerade jetzt sehr spannend, dass man anhand seiner Pockenimpfnarbe feststellen konnte, dass Kaspar vermutlich aus Bayern stammte, da dort damals die Pockenimpfung vorgeschrieben war! Mir war überhaupt nicht klar, dass es am Anfang des 19. Jahrhunderts schon Impfungen gab!


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Kaspar Hauser

26.11.2021 um 13:59
Zitat von littlefoot59littlefoot59 schrieb:Denn das Phänomen von Jugendlichen, die sich selbst verletzen
Ich bin mir aber nicht sicher, ob es diese Symptomatik ist. Mir gefällt die Idee, das er einfach ein sehr stark, fast hysterisch erhöhtes Aufmerksamkeitsbedürfnis hatte, schon besser.

Meine Erachtens nach ist er einfach in diese Rolle reingerutscht, hat schnell begriffen, wo die Vorteile lagen, und diese auch gerne angenommen.
Das Interesse der damaligen "Believer" (dass es jede Menge Leute gibt, die lieber romantisch belogen statt sachlich-rational aufgeklärt werden wollen, ist ja kein reines Neuzeitphänomen) hat dann sein Schicksal schließlich besiegelt.

Vermutlich wäre er heute ein aktiver YouTube Influencer mit Tausenden von Likes. :D
Zitat von littlefoot59littlefoot59 schrieb:Ich finde es übrigens gerade jetzt sehr spannend, dass man anhand seiner Pockenimpfnarbe feststellen konnte, dass Kaspar vermutlich aus Bayern stammte, da dort damals die Pockenimpfung vorgeschrieben war!
Tirol wird ja auch vermutet, allerdings denke ich, konnten die damals sehr wohl einen bayrischen von einem tirolerischen Dialekt unterscheiden.
Zitat von littlefoot59littlefoot59 schrieb:Mir war überhaupt nicht klar, dass es am Anfang des 19. Jahrhunderts schon Impfungen gab!
Lese das auch gerade nach, und bin ebenfalls überrascht. Irgendwie kommt mir das mit den Zwangsimpfungen so bekannt vor ... ;)


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Kaspar Hauser

26.11.2021 um 14:46
off-peak, ich bin ganz sicher, dass Kaspar mit den Selbstverletzungen, die ein Attentat vortäuschen sollten, auch die stark zurückgegangene Aufmerksamkeit an seiner Person wiederbeleben wollte - obwohl er das Ganze meiner Ansicht nach nicht sehr gut durchdacht hatte. Denn der Brief des hypothetischen Attentäters lässt ja darauf schliessen, dass der Verfasser des Textes davon ausging, dass Kaspar am Leben bleiben würde! Diese Ungereimtheit - zusammen mit der merkwürdigen Faltung des Briefpapiers - hat ja schon damals dazu geführt, dass etliche Personen aus Kaspars direktem Umfeld erhebliche Zweifel an seiner Darstellung hatten. Und den Vertretern der Erbprinztheorie müsste doch eigentlich klar sein, dass ein echter Attentäter, der ja laut Kaspar mit ihm ganz allein war, sein Opfer niemals am Leben gelassen und dann obendrein netterweise noch eine Nachricht hinterlassen hätte 😉
Immerhin hat Kaspar es durch seinen Tod geschafft, für immer berühmt und geheimnisvoll zu bleiben. Wenn er einfach weitergelebt hätte und alt geworden wäre, hätte es keine Lieder, Romane und Filme gegeben, und er wäre wohl langsam in Vergessenheit geraten. Die Filme sind übrigens wirklich sehr sehenswert. Vor allem Herzogs Film mit dem etwas seltsamen Titel "Jeder für sich und Gott gegen alle" ist wunderschön und zumindest für Herzog-Fans ein Muss! Man muss sich eben darüber klar sein, dass Teile der Handlung fiktiv sind.
Ja, und heutzutage hätte Kaspar in der Tat die sozialen Medien nutzen und eine Karriere als "Influencer' machen können, mit weltweit vielen Fans. Aber er hätte auch immer wieder für dramatische Entwicklungen sorgen müssen, damit er für seine Fans interessant bleibt 😀😃


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Kaspar Hauser

26.11.2021 um 15:08
Zitat von littlefoot59littlefoot59 schrieb:obwohl er das Ganze meiner Ansicht nach nicht sehr gut durchdacht hatte.
Er war zwar nicht blöde, aber so richtig schlau oder logisch begabt offenbar auch nicht. diese Art Fehler ist typisch für Leute, die sich die Gedankengänge Anderer oder deren besseres Wissen oder reichhaltigere Erfahrung nicht vorstellen können. Und sich daher eben auch nicht in die echten Motivationen eines echten Attentäters eindenken können. Der so eine Blödsinn niemals geschrieben hätte.
Zitat von littlefoot59littlefoot59 schrieb:dass ein echter Attentäter, der ja laut Kaspar mit ihm ganz allein war, sein Opfer niemals am Leben gelassen und dann obendrein netterweise noch eine Nachricht hinterlassen hätte
Eben. Aber diesen Denkfehler begehen viele, die haltlosen Verschwörungstheorien anhängen. Gibt es hier ein paar Threads, die das sehr gut demonstrieren. Da werden zb aus Autounfällen Mordanschläge konstruiert, obwohl das Opfer noch lebend zurück gelassen wurde.

PS: Bitte atte mich zukünftig richtig, damit ich eine Meldung/Systemnachricht erhalte. So entdecke ich Deine Antworten leider immer nur zufällig.
Richtig atten: In der Liste links neben dem Textfeld, in dem Du Deine Antwort schreibst, in der Liste der Name einfach auf den entsprechenden klicken.
Sollte die Person, die Du anreden möchtest, nicht gelistet sein, da gerade nicht online, dann setze ein @ vor den Namen, den du zur Anrede tippst.
Der richtig geattete Name erscheint dann in blauer Schrift und kann wie ein Link angeklickt werden.


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Kaspar Hauser

26.11.2021 um 20:09
Ich könnte mir gut durchaus vorstellen, dass er eine Art Hybrid war, zu der Zeit war das üblich, dass man Sonderlinge einsperrte und hinter dem Berg hielt sag ich mal, da sind die führenden Wissenschaftler auch der Meinung. Es war damals wie es heute noch in Entwicklungsländern ist, eine Schande für die Familie und manchmal sogar ein Grund für Gewalt gegen die Beschuldigte.
Worauf ich anspiele ist vielleicht jetzt schon einigen klar, ja :) die Ufoschlacht über Nürnberg, dass da ein Ufo heruntergestürzt ist und diese Aliens sich mit Menschen gemischt haben aber im Verborgenen geblieben. Vielleicht sogar sehen sie später aus wie normale Menschen aber vielleicht am Anfang nicht, sodass man sie einsperrte und nur wenige von ihnen wussten.
Kaspas Hauser könnte so ein Alienhybrid gewesen sein, wie die Attentate zeigen, wurde er gejagd, warum wohl? Weil der König es nicht zulies, dass er normal weiterlebt, die Kirche war dargegen, weil sie nichts aus sich selbst tolerieren und quasi den Menschen an sich anbeten, als die Krone der Schöpfung, Nabelschau vom feinsten also, da passte der arme kleine hilflose Quaspas Hauser nicht rein, als Alienhybrid. Was ich vermute ist, da gibt es noch sicherlich viel aufzuarbeiten, dass der Vatikan eine Zeitmaschiene besitz und durch diese aber nicht reisen kann, da sie auf AlienDNA funktioniert und basiert, habt ihr euch nie gefragt warum der kleine Quaspas Hauser so wichtig für die Elite war? Man suchte auf der ganzen Welt AlienDNA Menschen, Hybride kreuzungen, wahrscheinlich NordicDNA mit Homos Sapiens. Quaspas war so einer, der wahrscheinlich durch die Zeitmaschiene hätte reisen können, ist meine vermutung ich kenne mich mit DNA und sowas nicht so aus, nur halt das gröbste aus dem Biologien Untericht aus der Schule.
Ich denke Quaspas Leiche ist heute in den Vatikanischen Katakomben aufgebahrt oder vielleicht in einem Alienbehälter, der einzig bekannte Alienhybrid und damit der Schlüssel der Menschheit zum Zeitreisen durch die Vatikanische man mus sagen GEKLAUTE Zeitmaschiene.
ganz ehrlich muss ich sagen, dass ich besorgt bin, was für ein Unsinn sie im Erfolgsfall damit anrichten können, nur um für sie selbst wichtige Dinge zu machen. Erneti hieß glaube ich der Zeitmaschienenmönch.


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Kaspar Hauser

26.11.2021 um 20:36
@wanagi
Eine Top-SciFi-Story mal wieder, echt.
Aber man muss schon unterscheiden können zwischen Realität und Fiktion.


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Kaspar Hauser

26.11.2021 um 20:49
Zitat von wanagiwanagi schrieb:Zeitmaschiene
Vermutlich schreibt man in der Zukunft, in die Quaspa mit dem Papst gereist ist, Maschine mit ie. Hier sieht man den Sprung, der in der Matrix existiert, denn als die heilige Cäcilia, die ja mit Quaspa eine Liason hatte und E.T. nicht wollte, in der römischen Quatacompe schon an diesen Maschiehnchen rumfummelte, da wusste Feuerbach schon, dass er mit Wasser löschen wollte.


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