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Kaspar Hauser

352 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Kaspar Hauser ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kaspar Hauser

13.02.2020 um 09:43
Gerne.

Ja, er war sicher auch ein Opfer der Umstände, aber er hat schon gesehen, dass er nicht zu kurz kommt. Wesentliche Beobachtung von Lehrer Meyer: Ihm gegenüber verhielt er sich nicht kindlich oder kindisch, gegenüber anderen aber schon. Seine Erzieher waren sicher streng, aber ließen ihm auch Freiheiten. Er konnte ins Theater gehen, Besuche machen und Freundschaft oder sogar Liebe gab es auch, zumindest von Daumer, Pfarrer Fuhrmann, anfangs Stanhope und vielleicht auch von seiner Bekanntschaft aus Wien.

Meyer: "Hauser verstand es, sein Benehmen (…) gut anzupassen." oder an anderer Stelle: "(…) so geht aus seinen Kombinationen doch klar hervor, dass er die Fähigkeit, unkindlich zu kombinieren, in einem recht wackeren Grade besaß. Ich muss hier, wie in hundert anderen Fällen, das einfache Kind andere suchen lassen; ich vermag es nicht zu finden."


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Kaspar Hauser

14.02.2020 um 14:58
@Siegfrieden
Wirklich sehr interessant und spannend.
Wie ist er nur in das alles reingeraten, frag ich mich? Also ich spekuliere, ob er zwar relativ isoliert aufgewachsen ist, aber dort trotzdem Dinge gelernt hat.

Und dann ist er, wie auch immer, nach Nürnberg gekommen und hat sich dort in eine immer größer werdende Lügengeschichte hineinmanövriert.

Das Ganze war irgendwann grösser als er selbst. Und vielleicht deswegen die Selbstmordversuche.
Wenn es denn welche waren. Auch das steht ja nicht 100% ig fest.

Ich vermute auch fast, das er mit Stanhope nach England wollte und dort auf einen, wenn auch aus heutiger Warte naiven, Neuanfang spekulierte.

Und trotzdem frage ich mich, gab es da irgendjemanden im Hintergrund? Der die Fäden zog? So eine Story kann er sich doch nicht mit ca 16 Jahren selbst ausgesponnen haben? Das wundert mich.


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Kaspar Hauser

14.02.2020 um 16:20
Mit den Angriffen gegen sich selbst könnte er eine Änderung der Lebensumstände um ihn herum anvisiert haben. Der wahrscheinliche Wunsch, mit Stanhope nach England zu reisen, könnte das Motiv für das “Attentat“ im Hofgarten gewesen sein: “Gelingts, so ists gut; gelingts nicht, so habe ich auch nicht viel verloren“.

Eine richtige Story hat er sich nicht ausdenken müssen, nur Andeutungen.

Wenn jemand die Fäden gezogen haben sollte, müsste er das über Jahrzehnte getan haben. Was sollte das Motiv sein? Es gab keine Spuren bei den angeblichen Mordversuchen, es gab keine Ergebnisse bei den Forschungsreisen in Ungarn und beim Gen-Test in jüngerer Zeit gab es keine echten Nachweise, dass Verwandtschaft von KH zum Haus Baden bestand.

Die treibende Kraft im Film 1993 war eine fiktive Figur, Baron Wedel.


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Kaspar Hauser

14.02.2020 um 20:24
@Allgoria
Zitat von AllgoriaAllgoria schrieb:und hat sich dort in eine immer größer werdende Lügengeschichte hineinmanövriert.
Zu der Auffassung, er wäre da irgendwie rein geschlittert, passt eigentlich nicht, dass er diesen ziemlich sicher selbst verfassten Brief bei sich hatte. Das sieht sehr wohl nach einer absichtlichen (eventuell sogar Betrugs-) Nummer aus.


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Kaspar Hauser

17.02.2020 um 09:48
Auch eine interessante Überlegung, dann wäre er wirklich von Anfang an mit betrügerischen (?) Absichten unterwegs gewesen. Obwohl aus dem Schreiben eigentlich nur hervorgeht, dass er zurückgeblieben ist und gerne Reiter werden möchte. Auf der Polizeiwache soll er sich verstockt gezeigt haben. Vielleicht war das nur viel Lärm um nichts. Er hatte ja 2 Briefe mit sich, einen von seinem Ziehvater (oder -Mutter) und von seiner Mutter an den Ziehvater. Man hatte festzustellen geglaubt, dass beide Briefe, obwohl sie Jahre auseinander liegen müssten, ungefähr zeitgleich und von der gleichen Hand geschrieben worden wären.

Da er aber auf der Polizeiwache seinen Namen schreiben konnte, wäre sicher aufgefallen, wenn er die gleiche Schrift gehabt hätte (und doch... im Schreiben heißt es, er könne "genauso schreiben wie ich" oder ähnlich). Aber die Fähigkeit mit Spiegelschrift und Schönschreiben hatte er damals noch nicht drauf. Ich könnte mir genauso vorstellen, dass beide Schreiben authentisch waren, zumindest dass es eigentlich keine großen Betrugsabsichten dabei gegeben haben kann.


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Kaspar Hauser

17.02.2020 um 19:01
@Siegfrieden

Ich denke eigentlich eher, dass der von jemanden, der ihm, aus welchen Gründen auch immer, jetzt nicht mehr weiter helfen konnte, in die Welt geschickt wurde, um sein Glück zu versuchen. Wanderjahre als Lehrjahre war durchaus üblich und Lehrburschen wurden auch von Fremden aufgenommen, verköstigt, unterrichtet und in den Arbeitsprozess eingespannt, eine helfende unbezahlte Hand kann man immer brauchen.
Um ihm zu helfen, weil man wusste, der redet nicht sofort mit Fremden, gab man ihm eben die Briefe mit.


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