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Kaspar Hauser

289 Beiträge, Schlüsselwörter: Kaspar Hauser

Kaspar Hauser

08.07.2014 um 21:04
Hallo @alle !


Die Geschichte, man habe einen "kerngesunden" Erbprinzen gegen ein totkrankes Baby ausgetauscht und keiner habe was gemerkt, ist schon reichlich wirr. Wer so skrupellos war und die Möglichkeit hatte eine so komplizierte Geschichte "zu drehen", hätte viel eher mit "Erbschaftszucker" o.Ä. gearbeitet.

Das Ergebnis der DNA-Analyse, nach der Kaspar Hauser keinesfalls ein Erbprinz aus dem Hause Baden sein kann, wird aus "gutem Grund" angezweifelt. Viele Leute haben ihr "Lebenswerk" auf der Kaspar Hauser Geschichte aufgebaut und die Kaspar Hauser Stiftung ist mit Sicherheit nicht glücklich, wenn ihr Namenspatron als Hochstapler entlarvt wird.


Gruß, Gildonus


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Kaspar Hauser

10.07.2014 um 12:51
Interessante Theorie zum Thema Lebenswerk, @Gildonus

Das Thema KH ist jedenfalls aus den meisten Buchhandlungen verschwunden...

Was auch noch für Stanhope spricht, wie mir gerade einfällt - wenn er doch angeblich den Auftrag hatte, jeden Verdacht vom Haus Baden abzulenken, warum hat er dann vor Ort Werbung für das Buch von Feuerbach gemacht und mit Fürstin Stephanie die Möglichkeit eines persönlichen Treffens mit KH erörtert?

Einer Biografin zufolge habe er sehen wollen, wie weit er den Gang der Ereignisse noch steuern könne, aber klingt das nicht ziemlich an den Haaren herbeigezogen? Und wenn er, wie sie unterstellte, Zeit gewinnen wollte und ein Treffen von KH mit der Fürstin auf eine unbestimmte Zeit verschieben wollte, dann hätte er doch gar nicht erst das Gespräch dazu führen müssen...


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Kaspar Hauser

10.07.2014 um 14:55
rosanna schrieb:Man hat ihn mehrere Tage dursten lassen,
und darauf gewartet,
dass erspricht und nach Wasser schreit
aber er konnte es nicht;
da er zu der Zeit
über keine Sprache verfügte
und warum sollte man so eine Lügengeschichte erfinden ?
Mit "dursten lassen" ist mir auch nichts bekannt.
Wikipedia: Kaspar_Hauser
Daraus das Zitat bezüglich Wasser: Er aß zunächst nur Brot und trank nur Wasser. Zitat Ende.

Auch dass er über KEINE Sprache verfügte, stimmt so nicht. Zitat: Nachdem man ihm den Weg zu von Wessenigs Wohnung gezeigt hatte, sagte er zu diesem: „A söchtener Reuter möcht i wern, wie mein Voater gwen is“ („Ein solcher Reiter möchte ich werden, wie mein Vater gewesen ist.“). Zitat Ende.
rosanna schrieb:Die Haarlocke und ein paar andere Spuren
zeigen eindeutig Verwandschaft zum Hause Baden
Nein, stimmt so nicht. Die zweite DNA- bzw. Genanalyse 2002 verlief zwar aufschlussreicher und man konnte sie eindeutig Kaspar Hauser zuordnen, aber nicht zweifelsfrei dem Haus Baden. Es gab zwar sehr große Übereinstimmungen, aber diese Übereinstimmungen reichten nicht aus, um 100% sicher sagen zu können: Jawohl, die gehören zum Hause Baden.
rosanna schrieb:Aber bald wurde weitergereicht
und landete im alter von 2 oder 3 Jahren in diesem Kerker
bei einem Kinderschänder
oder einem verrückten Forscher der herrausfinden wollte
ob ein Mensch isoliert ohne jeden menschlichen Kontakt und ohne Sprache lebensfähig ist
Kinderschänder oder Forscher? Ja sag mal, wo hast Du denn diese Vermutungen her? :D Ich glaube nicht, dass eines von den beiden zutrifft.

Gruß, Dumas


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Kaspar Hauser

10.07.2014 um 15:31
Siegfrieden schrieb:Eben, deshalb ist die Aussage seines Erziehers Meyer interessant, dass er den Hauser so einschätzte, auf gut Glück sich selbst gestochen zu haben, nicht unbedingt in Selbsttötungsabsicht, aber in der Bereitschaft, das Risiko einzugehen.
Beim ersten "Attentat" hat man keinen Täter gefunden, dafür eine merkwürdig harmlose Stirnwunde. Beim "Pistolen-Unfall" lautete die erste Meldung eines Polizisten: "KH hat einen Selbstmordversuch unternommen!" Da ist der dritte Fall, der tödlich endete, so makaber das klingt, möglicherweise nur das Gesetz der Serie. Seine Motivation könnte gewesen sein, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und eine Änderung der jeweiligen Situation zu bewirken, und bei den ersten beiden "Attentaten" gab es ja auch Änderungen (Wechsel der Erzieher).
Da gebe ich Dir recht. Diese Attentate waren schon sehr merkwürdig im Verlauf und nach Kaspar Hausers Erzählungen. Da dachte ich mir auch: ne Junge, so nicht.

Aber das letzte und auch tödliche Attentat war meiner Meinung nach nicht selbst insziniert. Obwohl auch da natürlich Zweifel bestehen :
Am 14. Dezember 1833 erlitt Hauser eine lebensgefährliche Stichverletzung. Er gab an, ein Unbekannter habe ihn im Namen des Hofgärtners zur Besichtigung des artesischen Brunnens im Ansbacher Hofgarten eingeladen. Dort habe er jedoch niemanden angetroffen. Daraufhin sei er in Richtung des Uz-Denkmals gegangen; hier habe ihn ein bärtiger Mann angesprochen, ihm einen Beutel überreicht und, als er danach griff, zugestochen. Der im Hofgarten gefundene, lilafarbene Damenbeutel enthielt einen Zettel mit in Spiegelschrift geschriebenem Text:

„Hauser wird es euch ganz genau erzählen können, wie ich aussehe, und wo her ich bin. Den Hauser die Mühe zu ersparen will ich es euch selber sagen, woher ich komme _ _ Ich komme von von _ _ _ der Baierischen Gränze _ _ Am Fluße _ _ _ _ _ Ich will euch sogar noch den Namen sagen: M. L. Ö.“
Kaspar Hauser starb am 17. Dezember 1833 gegen 22 Uhr an den Folgen der Stichwunde. Die an der gerichtsmedizinischen Untersuchung beteiligten Ärzte waren sich nicht einig, ob die Wunde durch Selbstverletzung oder durch Fremdeinwirkung verursacht worden war.
Wikipedia: Kaspar_Hauser

Trotz allem denk ich nicht, dass er ein Betrüger war. Ich stell mir vor, wenn ich jahrelang in so nem Verließ eingesperrt gewesen wäre und käme dann endlich raus und kann die Puppen tanzen lassen...na dann würde ich mich auch um jede Aufmerksamkeit freuen und dieses genießen.

Gruß, Dumas


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Kaspar Hauser

10.07.2014 um 15:39
Siegfrieden schrieb:Was auch noch für Stanhope spricht, wie mir gerade einfällt - wenn er doch angeblich den Auftrag hatte, jeden Verdacht vom Haus Baden abzulenken, warum hat er dann vor Ort Werbung für das Buch von Feuerbach gemacht und mit Fürstin Stephanie die Möglichkeit eines persönlichen Treffens mit KH erörtert?
Hat er das? Hm, habe ich noch nirgends gelesen.
Gildonus schrieb:Das Ergebnis der DNA-Analyse, nach der Kaspar Hauser keinesfalls ein Erbprinz aus dem Hause Baden sein kann, wird aus "gutem Grund" angezweifelt. Viele Leute haben ihr "Lebenswerk" auf der Kaspar Hauser Geschichte aufgebaut und die Kaspar Hauser Stiftung ist mit Sicherheit nicht glücklich, wenn ihr Namenspatron als Hochstapler entlarvt wird.
Das sehe ich auch so. Sehr treffend geschrieben :)

Gruß, Dumas


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Kaspar Hauser

10.07.2014 um 18:46
@Dumas

„A söchtener Reuter möcht i wern, wie mein Voater gwen is“ („Ein solcher Reiter möchte ich werden, wie mein Vater gewesen ist.“).

Ja, davon hat er später gesagt, dass man ihm den Satz antrainiert habe, ebenso wie die anderen Sätze, die er anfangs gesprochen hat. Biograf Kramer glaubt, dass er zu dieser Zeit einen Wortschatz von 50 Wörtern besaß. Aber wenn ihm diese Sätze nur antrainiert wurden, was soll das Ziel gewesen sein? Dass er Reiter wird? So viel Aufwand, um einem jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, einen Beruf zu ergreifen? Oder hat er es möglicherweise doch selbst gewollt?

Wenn er wirklich jahrelang eingesperrt war, hätte er noch viel zurückgebliebener sein müssen. Aber er lernte schnell (was er bereits kannte, später stockten die Fortschritte, als er an seine Grenzen stieß) und auch mit Tanzen und Reiten gab es später keine Probleme.
Dumas schrieb:Hat er das? Hm, habe ich noch nirgends gelesen.
Ja, das Buch mag vergriffen sein, es heißt "Prinz von Baden genannt Kaspar Hauser" von U. Leonhardt. Informatives, aber auch sehr romantisch-spekulatives Werk. Auf S. 234 steht die Kurzvariante: "Lord Stanhope hatte Großherzogin Stephanie versprochen, ihr KH vorzustellen." Warum hätte er das tun sollen, wenn er ein Mitverschwörer gewesen sein sollte? Auf Seite 189 wird aus einem Brief Stanhopes aus dem Gespräch mit der Fürstin zitiert. Sorry, aber das zitier ich jetzt nicht alles...

Der Mörderbrief ist ganz im Stil von KH höchstpersönlich geschrieben. Ich wiederhole mich, aber ich zitiere hier mal Wikipedia: "Laut der Betrugstheorie habe Kaspar ihn selbst geschrieben, weil der imaginierte Angreifer, anders als bei dem angeblichen Attentat von 1829, dieses Mal eine Spur hinterlassen sollte. Zur Stützung dieser These wird auf sprachliche Ähnlichkeiten mit von Hauser stammenden Texten verwiesen. Die Worte „will ich es euch selber sagen“ erinnern an Formulierungen am Anfang seiner beiden autobiographischen Aufsätze: „Die Geschichte von Kaspar Hauser, ich will es selbst schreiben“ bzw. „… will ich selber schreiben“. Auch den Rechtschreibfehler „wo her“ hat Hauser nach Aussage des Lehrers Meyer häufig gemacht, so in seinem lateinisch-deutschen Vokabelheft, in dem er „unde“ mit „wo her“ übersetzte. Der falsche Kasus („den“ statt „dem“) kommt in seinen Schreibheften ebenfalls häufig vor. Zudem war der Zettel in einer eigentümlichen Dreiecksform gefaltet, so wie auch Kaspar seine Briefe zu falten pflegte: hierüber zeigte sich insbesondere Frau Meyer erschrocken, die (anders als ihr Mann) ein sehr herzliches Verhältnis zu Kaspar hatte."

Außerdem lässt schon der Anfang "Hauser wird es auch ganz genau sagen können, wie ich aussehe und wo her ich bin" darauf schließen, dass der Autor davon ausgegangen sein muss, dass KH überlebt... Und: Mal hatte der Täter einen blonden, dann wieder einen braunen Schnurrbart laut KH.

Ein Motiv für das simulierte Attentat könnte gewesen sein, dass er Stanhope zeigen wollte, dass er in Deutschland nicht mehr sicher sei, damit er ihn wie versprochen auf sein Schloss nach England mitnehme (denn das Versprechen war zu diesem Zeitpunkt in weite Ferne gerückt).


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Kaspar Hauser

11.07.2014 um 13:13
Siegfrieden schrieb:Ja, das Buch mag vergriffen sein, es heißt "Prinz von Baden genannt Kaspar Hauser" von U. Leonhardt. Informatives, aber auch sehr romantisch-spekulatives Werk. Auf S. 234 steht die Kurzvariante: "Lord Stanhope hatte Großherzogin Stephanie versprochen, ihr KH vorzustellen." Warum hätte er das tun sollen, wenn er ein Mitverschwörer gewesen sein sollte? Auf Seite 189 wird aus einem Brief Stanhopes aus dem Gespräch mit der Fürstin zitiert.
Ah, danke. Das Buch hab ich nicht gelesen.
Aber kam diese Behauptung nur vom Autor oder hatte er Fakten in diesem Buch geschrieben? Müßte er ja dann erwähnt haben, worauf sich seine Aussage diesbezüglich stützt.
Siegfrieden schrieb:Der Mörderbrief ist ganz im Stil von KH höchstpersönlich geschrieben. Ich wiederhole mich, aber ich zitiere hier mal Wikipedia:
Kein Problem. Da ich noch nicht jeden Post gelesen hab, ist es für mich keine Wiederholung ;) Außerdem greife ich ja auch gern auf Wikipedia zurück. Alles kann man da auch nicht glauben, aber vieles ist schon zutreffend.
Auch wenn vieles dafür spricht, dass das letzte Attentat von Kaspar Hauser selbst inszeniert wurde, habe ich doch eine andere Meinung...also für mich persönlich gesehen (will ja den Mythos noch ein wenig für mich aufrecht erhalten :D )
Siegfrieden schrieb:Ein Motiv für das simulierte Attentat könnte gewesen sein, dass er Stanhope zeigen wollte, dass er in Deutschland nicht mehr sicher sei, damit er ihn wie versprochen auf sein Schloss nach England mitnehme (denn das Versprechen war zu diesem Zeitpunkt in weite Ferne gerückt).
Auch eine sehr gute Überlegung @Siegfrieden ! Habe ich so noch gar nicht überdacht.

Gruß, Dumas


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Kaspar Hauser

11.07.2014 um 17:59
@Dumas
Ich spüre ein gewisses Augenzwinkern bei dir, wenn du schreibst, dass du den Mythos noch etwas aufrecht erhalten willst... bist du denn ein Romantiker oder ein Scherzkeks? ;-)

Nun, die Überlegung zum Motiv - da kann ich mich nicht mit fremden Federn schmücken, es wird auch im Wikipedia-Artikel erwähnt, wirkt aber sehr nachvollziehbar.
Dumas schrieb:Aber kam diese Behauptung nur vom Autor oder hatte er Fakten in diesem Buch geschrieben? Müßte er ja dann erwähnt haben, worauf sich seine Aussage diesbezüglich stützt.
Die Autorin Leonhardt zitiert aus einem undatierten, langen Brief Stanhopes an Feuerbach, worin es um das Buch von Feuerbach ging und eben um Stanhopes Gespräche mit Fürstin Stephanie. Möglich, dass auch Stanhope in seinem lesenswerten Briefbuch hierauf auch Bezug nimmt, das weiß ich jetzt nicht mehr genau. Ich denke aber mal, dass Leonhardt als korrekte Biografin, die ja pro Hauser geschrieben hat, diese Sache, die eher für Stanhope spricht (obwohl sie sonst hart mit ihm ins Gericht geht), korrekt wiedergegeben hat.

Immerhin vermutete sie: "Seine Reise zur Großherzogin und die persönliche Überreichung der Feuerbach-Schrift lässt sich nur so erklären, dass er selber sehen wollte, wie die Reaktionen bei Hofe waren und wie weit er den Gang der Ereignisse noch unauffällig steuern konnte. Gleichzeitig aber wollte er sich auch sicherlich das Wohlwollen des Appellationsgerichtspräsidenten erhalten." Ziemlich weit hergeholt, finde ich.

Hier das erstaunlich sachliche, aber auch anklagende Buch von Stanhope im schönsten Alt-Deutsch:

http://books.google.de/books?id=qGdBAAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&redir_esc=y%20-%20v=onepa...


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Kaspar Hauser

11.07.2014 um 18:04
Siegfrieden schrieb:Ich spüre ein gewisses Augenzwinkern bei dir, wenn du schreibst, dass du den Mythos noch etwas aufrecht erhalten willst... bist du denn ein Romantiker oder ein Scherzkeks? ;-)
Ich liebe die Romantik...ohne Augenzwinkern und ernst gemeint! :)

Danke für den Link. Werde ihn mir mal zu Gemüte führen.

Gruß, Dumas


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Kaspar Hauser

11.07.2014 um 18:15
Vorsicht, das Stanhope-Buch zerstört jede Romantik... aber ich finde viele seiner rhetorischen Fragen berechtigt. Die Hauserianer haben ihn ja als hasserfüllten Mann hingestellt, der von Anfang an eine Rolle in der Dunkelrotte gespielt haben soll, aber er äußert sich in dem vielkritisierten Werk scharfsinnig und sachlich, weil er es, wie er schrieb, für seine Pflicht hielt, der Welt mitzuteilen, dass er getäuscht worden sei. Man darf ja auch nicht vergessen, dass er ein hochangesehener Graf und kein dahergelaufener Gauner war.


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Kaspar Hauser

11.07.2014 um 18:39
Siegfrieden schrieb:Vorsicht, das Stanhope-Buch zerstört jede Romantik.
Och ne...dann lese ich es nicht :D
Siegfrieden schrieb:Man darf ja auch nicht vergessen, dass er ein hochangesehener Graf und kein dahergelaufener Gauner war.
Ob Adel oder sonst irgendein Stand, überall gibts Wichtigmacher ;) Also ist meine persönliche Meinung.

Gruß, Dumas


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Kaspar Hauser

11.07.2014 um 23:54
Also lieber Romantik als Wahrheit und kritische Fragen? Ja, die Wahrheit tut weh...


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Kaspar Hauser

12.07.2014 um 11:11
Siegfrieden schrieb:Also lieber Romantik als Wahrheit und kritische Fragen? Ja, die Wahrheit tut weh...
Keine Sorge, auch wenn ich in Romantik schwelge, sehe ich der Wahrheit ins Auge :D
Ich hab halt für mich eine persönlich Meinung, bin aber nicht so stur oder geh mit Tunnelblick an die Sache ran. Ich sehe schon die Fakten und stelle mich den kritischen Fragen. Aber wie gesagt, ändert nichts an meiner Meinung ;)

Gruß, Dumas


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Kaspar Hauser

12.07.2014 um 13:54
Man kann ja über alles diskutieren... aber bislang gab es keine Stellungnahmen (von niemandem hier) zu den Fragen, die ich aufgeworfen habe. Aber ich erfahre gerne auch deine Meinung im Detail, @Dumas.

Man muss auch nicht alles lesen, aber das Buch von Stanhope ist immerhin von seinem zeitweise offiziellen Pflegevater. Deine Begrünung, es nicht zu lesen, finde ich, wenn ich das sagen darf, wenig nachvollziehbar.


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Kaspar Hauser

12.07.2014 um 18:37
Siegfrieden schrieb:Deine Begrünung, es nicht zu lesen, finde ich, wenn ich das sagen darf, wenig nachvollziehbar.
Moah, das war Spaß! Siehe das Lachgesicht bei meinem Posting. Und wieso jetzt so ein rauher Ton? ;)
Klar hab ich Deinen Link angeguckt und auch aufmerksam gelesen. Will ja nicht dumm sterben. Außerdem gehört es ja zu der Geschichte rund um Kaspar Hauser dazu, also interessiert es mich natürlich.
Siegfrieden schrieb:aber bislang gab es keine Stellungnahmen (von niemandem hier) zu den Fragen, die ich aufgeworfen habe.
Dann bitte ich Dich, nochmal eine konkrete Frage zu stellen und ich werde antworten, soweit es mein Wissen diesbezüglich zuläßt. Vielen Dank.

Gruß, Dumas


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Kaspar Hauser

12.07.2014 um 23:12
@Dumas
Sorry, Dumas, wollte nicht rau klingen ;-) War gar nicht aggressiv gemeint, hat mich wirklich nur ehrlich interessiert.

Ok, meine Frage wäre, wie denn deine Vorstellung aussieht, glaubst du, dass er Fürstin Stephanies Sohn war? Das 1. Attentat und den Pistolen-Unfall, so hast du angedeutet, hältst du auch für inszeniert. Wer hat deiner Meinung nach den Mord in Auftrag gegeben?


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Kaspar Hauser

13.07.2014 um 09:59
Siegfrieden schrieb:Sorry, Dumas, wollte nicht rau klingen ;-) War gar nicht aggressiv gemeint,
Schon gut Siegfrieden. Ich war vielleicht auch a bissl zu sensibel an dem Tag ;)
Siegfrieden schrieb:Ok, meine Frage wäre, wie denn deine Vorstellung aussieht, glaubst du, dass er Fürstin Stephanies Sohn war?
Meine persönliche Meinung auf Deine Frage lautet "Ja". Die zweite DNA-Analyse ist zwar nicht eindeutig, aber trotzdem gleichen sie sich doch in vielen Punkten mit dem Haus Baden. Und eine so hohe Übereinstimmung ist eher selten, hab ich mal gelesen (kann aber durchaus vorkommen).

Vielleicht fehlen die restlichen Prozent, um es gewiß sagen zu können, weil die DNA halt doch nimmer so frisch bzw. verunreinigt ist und dadurch das Ergebnis nicht mehr zu 99% bestimmt werden kann.
Siegfrieden schrieb:Das 1. Attentat und den Pistolen-Unfall, so hast du angedeutet, hältst du auch für inszeniert. Wer hat deiner Meinung nach den Mord in Auftrag gegeben?
Korrekt, die ersten beiden Attentaten find ich auch sehr theatralisch und plump daher gebracht ;) Da schaut ja schon der Schalk aus den Worten bzw. Darstellung der Vorgänge :D

Wenn ICH wüßte, wer den Mordauftrag gegeben hat, dann wären wir a Stückle weiter. Aber leider weiß ich es nicht. Persönlich denke ich, dass es jemand war, der Kaspar Hauser um die Ecke bringen wollte, bevor er vielleicht doch noch mehr seine Gedanken sortieren kann bzw. die Erinnerung noch präziser zurückkehrt.

Gruß, Dumas


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Kaspar Hauser

13.07.2014 um 10:27
In Sachen DNA sind sich die Experten uneinig, hier herrscht ein "Patt". Das können weder Anhänger noch seine Gegner verwenden, weil ja beides möglich ist.

Es gab ja Gerüchte, dass Fürstin Sophie, Frau des zu dem Zeitpunkt amtierenden Großherzogs Leopold ihn beseitigen ließ, weil er eine Gefahr für den Thron war. Angeblich soll sie ihrem Mann den Mord gestanden haben, woraufhin sie nur noch nebenher gelebt haben. Aber das lesenswerte Buch "Die Frauen am badischen Hof" (das auch mit dem Mythos KH nicht zu knapp aufräumt) registriert weiteren Nachwuchs des herzoglichen Paares. Eine dauerhafte Verstimmung sieht anders aus, würde ich sagen.

Aber wenn jemand 2 Attentate gegen sich fingiert, sollte der wirklich einem echten Attentat zum Opfer gefallen sein? Warum hätte ihn der Mörder nach hause gehen lassen sollen und warum deutet er gleich im ersten Satz des Mörderbriefes darauf hin: "Hauser wird es euch ganz genau erzählen können..." Dann muss doch der Schreiber gewollt haben, dass KH überlebt - und dann kann es doch nur von KH selbst geschrieben sein, oder?

Ich würde mal sagen, der Schalk blitzt auch aus dem Mörderbrief stark hervor... MLÖ, die bayrische Grenz, wovon KH ja schon dem Diener Merk vom Rittmeister erzählt hat...

Was meinst du dazu, Dumas?

Ich würde gerne mehr wissen über die Umstände von dem Häftling, der 20 Jahre nach dem Mord aus dem Gefängnis heraus behauptet hat, er sei involviert gewesen. Über ihn finde ich nur bei Biograf Kramer einige Hinweise. Jedenfalls hat die Obrigkeit dem mutmaßlichen Mit-Täter nicht geglaubt, weil es Widersprüche gab. Und er habe sich wohl nur wichtig machen gewollt und tatsächlich (weil der Mord verjährt war) noch Zahlungen beansprucht...

Gruß
Siegfrieden


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Kaspar Hauser

13.07.2014 um 10:40
Siegfrieden schrieb:In Sachen DNA sind sich die Experten uneinig, hier herrscht ein "Patt". Das können weder Anhänger noch seine Gegner verwenden, weil ja beides möglich ist.
Weiß ich und bin mir dessen bewußt. Eben, beides ist möglich. Aber ich persönlich bin halt für die "eine" Seite.
Siegfrieden schrieb:Aber das lesenswerte Buch "Die Frauen am badischen Hof" (das auch mit dem Mythos KH nicht zu knapp aufräumt) registriert weiteren Nachwuchs des herzoglichen Paares. Eine dauerhafte Verstimmung sieht anders aus, würde ich sagen.
Ja, das ist mir bekannt. Verstimmung :D ...sehr gut umschrieben. Kann ja auch sein, dass es nicht einvernehmlich geschah. Gut, ich war nicht dabei und die Bilder will ich auch nicht meinem Kopf haben, aber vielleicht hat man(n) nur das genommen, was er für sich beansprucht in der Ehe. Ist nur meine perönliche Meinung, will ja ihm nichts unterstellen.
Siegfrieden schrieb:Warum hätte ihn der Mörder nach hause gehen lassen sollen und warum deutet er gleich im ersten Satz des Mörderbriefes darauf hin: "Hauser wird es euch ganz genau erzählen können..." Dann muss doch der Schreiber gewollt haben, dass KH überlebt - und dann kann es doch nur von KH selbst geschrieben sein, oder?
Stimmt, das verstehe ich auch nicht. Wenn der Mörder wollte, dass Kaspar Hause nichts mehr sagt, dann hätte er dafür gesorgt, dass er sofort das Zeitliche segnet.
Aber vielleicht lag ja Kaspar Hauser nach dem Anschlag so da, als ob er tot wäre und der Mörder dachte: Gut, vollbracht und jetzt nichts wie weg.
Korrekt, erklärt aber nicht die seltsamen Worte im Mörderbrief.
Siegfrieden schrieb:Ich würde mal sagen, der Schalk blitzt auch aus dem Mörderbrief stark hervor... MLÖ, die bayrische Grenz, wovon KH ja schon dem Diener Merk vom Rittmeister erzählt hat...
Was meinst du dazu, Dumas?
Ich würde gerne mehr wissen über die Umstände von dem Häftling, der 20 Jahre nach dem Mord aus dem Gefängnis heraus behauptet hat, er sei involviert gewesen. Über ihn finde ich nur bei Biograf Kramer einige Hinweise. Jedenfalls hat die Obrigkeit dem mutmaßlichen Mit-Täter nicht geglaubt, weil es Widersprüche gab. Und er habe sich wohl nur wichtig machen gewollt und tatsächlich (weil der Mord verjährt war) noch Zahlungen beansprucht...
Bitte erklär mir das noch mal in anderen Worten. Ich habe das nicht verstanden *schäm*. Vielen Dank.

Gruß, Dumas


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Kaspar Hauser

13.07.2014 um 11:20
Dumas schrieb: Kann ja auch sein, dass es nicht einvernehmlich geschah. Gut, ich war nicht dabei und die Bilder will ich auch nicht meinem Kopf haben, aber vielleicht hat man(n) nur das genommen, was er für sich beansprucht in der Ehe. Ist nur meine perönliche Meinung, will ja ihm nichts unterstellen.
Die beiden sollen sich ja später in der Tat zerstritten haben, aber ein Kind muss doch wohl einvernehmlich sein. Wenn Fürstin Sophie soviel Power gehabt haben sollte, einen Mord zu planen, würde sie sich doch bei einem Kinderwunsch, den sie nicht teilt, gewehrt haben.

Zu dem Thema mit dem Häftling bringe ich mal einen Link: Wesentlich ist der Text ab dem 2. Absatz:
http://kaspar-hauser-infos.de/buch_alt/hauser_8.htm

Empfehlenswerte und auch flott geschriebene Homepage übrigens von einem überzeugten Hauser-Anhänger.


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