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Sagen aus Eurer Heimat...

412 Beiträge, Schlüsselwörter: Geschichten, Legenden, Sagen

Sagen aus Eurer Heimat...

11.12.2010 um 21:11
Der Schatz bei Schwerte

Seit undenklichen Zeiten liegt auf dem Weidenhofe bei Schwerte ein unermesslicher Schatz vergraben. Viele wissen davon, doch bis heute ist es keinem Menschen gelungen, den Schatz zu bergen.

Dennoch erzählt man sich in Schwerte eine Geschichte, an der viel Wahres sein mag. So waren im 30-jährigen Krieg zahlreiche Soldaten in der Stadt stationiert. Eines Tages gingen zwei Soldaten in ein Wirtshaus, das dort stand, wo heute die Mühle zu finden ist. Als sie nachts ihren Heimweg antraten, begegnete ihnen eine Lichtgestalt. Die Jungfrau rief die Männer bei ihrem Namen und einer der Soldaten antwortete: „Was tust du hier? Was willst du von uns?“

Da antwortete die Jungfrau: „Ich bewache einen Schatz.“ Und sie sagte dem Mann, er solle doch in der kommenden Nacht alleine an diese Stelle zurückkehren, um sie von ihrem Fluch zu erlösen und den Schatz an sich zu nehmen. Doch der Soldat hatte Angst und kehrt in der kommenden Nacht nicht zur Jungfrau zurück.

Kurze Zeit später wurde ein unbescholtener Schwerter Bürger auf die gleiche Weise von der jungen Frau angesprochen. Und weil er so gerne Reichtümer erwerben wollte, kam er des Nachts zurück. Die Jungfrau sprach: „Hier, nimm diese Hacke und grabe hier ein Loch.“ Doch der Mann erwiderte: „Mach du es!“ Und so tat die junge Frau, wie man ihr gesagt hatte. Sie grub und hackte und irgendwann zeigte sich ein goldenes Schloss, das zu einer Kellertür gehörte.

Der Mann ging hinein in den Keller und was seine Augen sahen, war unglaublich: Gold und Silber in Hülle und Fülle. Sogleich stopfte er sich die Taschen voll. Die Jungfrau rief ihm zu: „Vergiss nur das Beste nicht!“ Doch der Mann verstand ihr Ansinnen nicht. Er dachte, er solle nur das Gold, nicht aber das Silber nehmen. Und so tat er auch. Als er genug Reichtümer angehäuft hatte, verschwand er und schloss die Kellertür hinter sich.

Nun aber seufzte die Jungfrau: „Hättest du doch bloß den Schlüssel zu diesem Keller mitgenommen, dann wäre ich nun erlöst worden. Und du, du wärst der reichste Mensch der Welt geworden.“ Nun aber war es zu spät.

Niemals mehr hat jemand das Schloss oder die Kellertür gesehen. Doch die Jungfrau geht noch heute um Mitternacht durch Schwerte und klagt ihr Leid.


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11.12.2010 um 23:13
Moin Moin
mir fällt jetzt so spontan nur eine ein die sage vom ''Petermännchen'' die bestimmt jeder kennt


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12.12.2010 um 07:23
Aus dem Hagener Raum

Die weiße Jungfrau von Elsey

Jede Nacht, sobald die Glocke elf geschlagen hat, sieht man in dem Dorfe Elsey in der Grafschaft Limburg eine schneeweiß gekleidete Jungfrau. Dieselbe kommt oben von der Rheer Heide, da wo der Galgen steht, geht dann durch das Heekhäuser Feld bis in das Dorf Elsey, wo sie hinter der Kirche herum auf den Stiftsplatz geht, bis an den auf diesem befindlichen Brunnen. Über diesen Brunnen bückt sie sich lange und blickt hinein; dann lässt sie auf einmal einen Eimer hinunter tief in den Brunnen und in das Wasser; wenn sie denselben aber nach oben gezogen hat, so sieht sie geschwind in denselben, bald aber gießt sie aus und läßt ihn von Neuem hinunter und zieht ihn wieder herauf. Dieses wiederholt sie dreimal, bis die Glocke auf dem nahen Kirchturme Mitternacht schlägt; dann geht sie seufzend und händeringend von dem Brunnen weg, wieder hinter der Kirche herum durch das Heekhäuser Feld, bis sie auf der Rheer Heide neben dem Galgen verschwindet. Man erzählt sich, diese Jungfrau sei vor vielen Jahren ein vornehmes Stiftsfräulein in Elsey gewesen. Diese hatte ein Kind bekommen und dasselbe umgebracht und in den Stiftsbrunnen geworfen, und weil sie so vornehm und reich gewesen, hatte Niemand ihr etwas darum tun mögen. Als sie nun aber zum Sterben gekommen, da hat der Teufel ihren Leib geholt und denselben unter den Galgen oben auf der Rheer Heide verscharrt und ihre Seele kann nicht eher Erlösung finden, als bis sie den Leib ihres toten Kindes wieder hat. Darum muss sie alle Nächte aus ihrem Grabe aufstehen und zu dem Brunnen wandern und dort oben den Leichnam suchen.

Die weißen Jungfrauen

Es war eine stürmische Nacht. Ein Schäfer wanderte mit seinem Sohn nach Spielbrink. Als sie in den Harkorter Wald kamen, blieb der Vater ein Wegstück zurück. Plötzlich traten zwei Gestalten dem Knaben in den Weg. Es waren Jungfrauen, die waren bekleidet mit schneeweißem Zinnen. Sie fragten ihn mit heiterer Stimme: Wie spät istʼs in der Nacht?« – »Es wird bald Mitternacht sein«, gab er ängstlich zur Antwort. Als die Frauen weitergingen, rief er: »So wartet doch, der Vater kommt, und wir können zusammengehen.« Aber da sah er die Gestalten nicht mehr. Der Vater kam, und zittern erzählte ihm der Knabe das Geficht. Der Vater brachte schnell sein Kind heim. Noch in derselben Nacht wurde es krank. Es bekam das Fieber, und nach drei Tagen war es tot.


Der Name Eckesey

Der heutige Stadtteil Eckesey in Hagen ist früher, wie so viele andere Stadtteile auch, ein Dorf gewesen. Es war dem Grafen Konrad von der Ruhr zu Dienstleistungen verpflichtet, aber die Dörfler muckten immer wieder dagegen auf, weil ihr eigener Kram darunter litt. Als es dem Grafen zu dumm wurde, beschloss er eine Strafexpedition gegen das Dorf. Er rief seine Knappen und Knechten zusammen, rüstete sie gut und zog nun von der Ruhr an die Volme zum Strafgericht. Die Dörfler feierten gerade ihre Fastnacht, als die Wächter die feindlichen Scharen meldeten. In aller Eile machten auch sie sich kampfbereit, als auch schon die ersten Berittenen an der Geitebrügge auftauchten. Dahinter marschierte dann das Fußvolk heran. Die Dörfler wussten, was auf dem Spiele stand und wehrten sich verzweifelt. Sogar die Frauen und Kinder griffen in die Kämpfe ein. Aber die ausgebildeten Truppen waren natürlich weit überlegen und gaben kein Pardon, bis sich in dem Dorf nichts mehr rührte. Nach einem wüsten Siegesgelage wollte der Graf mit seinen Leute schon wieder abziehen, da entdeckten sie hinter einer Scheune ein Ehepaar, das sich hierher gerettet hatte. Voll Wut fragte nun der Graf, ob noch weitere Dörfler am leben seien. Aber die beiden antworteten: »Näi Här, eck un sei sind de einzigste!« (»Nein, Herr, ich und sie sind die einzigen!«) Das rührte den Grafen derartig, daß er befahl, die beiden laufen zu lassen, sie könnten ja ihr Dorf wieder aufbauen. Die dankbaren Überlebenden aber holten ihre Verwandten zur Hilfe, und bald blühte der Ort wieder auf. Zur Erinnerung an das grausige Geschehen nannten sie ihr Dorf von nun an Eckesey.


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12.12.2010 um 07:25
Auch aus dem Hagener Raum. Keine 5 Minuten von mir weg.


Der starke Hermann

Im Lenne-und Ruhrtal singen die Kinder beim Spiel und beim Kühehüten: »Hiärmen, sla Diärmen, (»Hermann, schlag mit den Armen, sla Pipen, sla Trummen! blas die Flöten, schlag die Trommeln! De Kaiser well kummen Der Kaiser will kommen Met Stangen un Prangen, mit Prunk und Fahnenstangen, well Hiärmen ophangen.« (er) will Hermann aufhängen.« D. S.) Das ist die Erinnerung an Hermann, den Befreier Deutschlands, von dem auch folgende Sage geht: Vor vielen, vielen Jahren kamen die Römer in großen Schiffen den Rhein herunter gefahren. Es waren Männer in eisernen Wämsern, wohlbewaffnet und zum Kampf geschickt. Sie stiegen ans Land, eroberten es und nahmen es zu ihrem Eigentum. So waren die Fremdlinge die Herren, und das Volk musste ihnen dienen in harter Fron. Unersättlich war ihre Macht, sie kamen bis an die Ruhr und hin zur Lenne und wollten ganz Germanien gewinnen. Unter denen, die zur Fron gerufen wurden, war auch ein hochgewachsener Bursche. Er war von gutmütiger Art und besaß die Kraft eines Riesen. Daher hieß er insgemein der starke Hermann. Als der Arbeitstag kam und die übrigen Fronleute schon lange in der Scheune beim Dreschen waren, lag der Hermann noch auf dem Stroh und schnarchte. Als die Fremdlinge ihn darum schalten, lachte er und sagte, er wolle gar bald die hundert Fuder unter dem Flegel haben, er ganz allein. Gesagt, getan. Hermann drehte neun Wagenseile zu einer Schlinge zusammen, band sie an einen Wiesenbaum und hing eine Ackerwalze daran. Mit diesem Flegel machte er sich an die Arbeit. Er schlug aber mit solcher Kraft, daß die Pfannen vom Dach flogen. Um die Mittagszeit waren die hundert Fuder säuberlich gedroschen, und das Stroh lag in riesengroßen Haufen aufgeschichtet. Zum Lohn hatte er sich einen Karren voll Stroh ausgedungen. Er lud den Karren aber so hoch, daß ihn zwei Ochsen nicht zu ziehen vermochten. Da riss er die Zugseile ab, als zupfe er an einem Zwirnsfaden, warf die beiden Ochsen oben auf das Stroh und zog den Karren fort, als wäre es eine kleine Mühe. Das sahen die Römer mit Grimm, und sie wären seiner gern ledig gewesen. Darum sagten sie am andern Tage zu ihm: »Geh hinab zum Brunnen! Er ist voller Unrat. Du sollst ihn säubern, also daß du dein Nachtessen wohl verdienst!« Der starke Hermann stieg in den Brunnen hinab. Der war aber bei fünfzig Klafter tief. Schnell eilten die Feinde herbei, und sie warfen schweres Gestein auf den armen Tropf. Der aber wurde nur ein wenig unwirsch und rief: »Verjagt doch die Hühner, die in ihrem Unverstand den Dreck wieder hineinscharren!« »O weh!« dachten die Römer, »hat er doch ein Fell! Dann sollʼs ihm anders treffen!« Sie rollten den großen Viehtopf heran und stürzten ihn herunter und erhofften, daß jetzt der Knecht erschlagen werde. Aber der starke Hermann lachte und vermeinte, daß man einen Scherz getrieben habe. Nachdem er seine Arbeit zu Ende gebracht hatte, kletterte er wieder zu Tage. Es war dies ein wenig mühevoller als vordem das Hinabsteigen, denn die Feinde in ihrer Arglist hatten die Leiter herausgezogen. Als der starke Hermann wieder in freier Luft stand, sah er die feigen Gesellen über den Acker flüchten. Er lief ihnen nach, ereilte sie alsbald und, als sie in ihrer Todesangst um Gnade flehten, sah er verwundert an und vermerkte mit Lachen, er sei doch des Scherzes gewohnt. Aber nun wolle er vespern, denn die Kühle des Brunnens habe ihn hungrig gemacht. Da mussten sie ihm einen fetten Ochsen braten. Der starker Hermann tat sich gütig daran und ließ nicht einmal einen Knochen zurück. Darauf schickten ihn die Römer mit heimliche Tücke in die Mühle. Sie lag am Wasser im Teufelsgrund und hieß im Volk die Teufelsmühle. Denn um Mitternacht trieben hier die Teufel ihr Wesen, und seit man einen Müllerburschen tot auf dem Mahlstein gefunden hatte, wollte niemand mehr die Räder laufen sehn.

Der starke Hermann griff mit jeder Hand sieben Säcke voll Korn und trug sie zur Mühle und tat also siebenmal und war unverdrossen dabei. Noch vor Mitternacht hatte er alles Korn zu Mehl gemahlen, und es stand bereits in vielen Säcken wohlverwahrt. Der Mond blinkte durchs Gebälk und sah den Müllerburschen an, der verschlafen auf einem Mahlstein saß. Da brach plötzlich eine Tür aus, und herein sprang ein großer, schwarzer Teufel und

hinter ihm drein das ganze Gesindel der Hölle. Nun begann einwüstes Tanzen und Jaulen und Pfeifen. Und mitten in den Spektakel sprang der große Teufel, das war der Satan selber.

Als einer der Teufel dem starken Hermann mit dem Schwanz unter die Nase fuhr, ergriff der Knecht das falsche Gelichter, warf es in einen leeren Mehlkasten und schlug den Deckel darauf. Dann setzte er sich auf den Kasten und rauchte sein Pfeifchen. Indes schrie der Teufel in der Kiste jämmerlich, denn der Deckel hatte seinen Schwanz festgeklemmt. Doch Hermann gedachte nicht, den Bösewicht zu befreien.

Nun aber fing die sündhafte Gesellschaft an, in die Mehlsäcke zu greifen und sich bei ihrem wüsten Treiben mit dem köstlichen Mehl zu werfen. Da riss dem starken Hermann die Geduld. Er sprang auf, holte zuerst den gefangenen Teufel aus der Kiste und schleuderte ihn gegen die Bretterwand, also, daß sie zersprang und der Höllensohn schnurstracks in den Mühlenteich fiel. Dann ergriff er mit jeder Hand eine der schwarzen Fratzen und schickte sie durchs Dach, damit sie zur Hölle fahren sollten. Nun nahm er einen Prügel und schlug auf die Satansbrut los, wo er sie traf, daß sie mit Stinken und Heulen davon stob. Den letzten Teufel aber erwischte er beim Kragen, fetzte ihn auf den Mühlstein und schliff ihm ein Bein ab. Dann warf er ihn zur Mühle hinaus und das Bein ihm nach. Der starke Hermann musste glauben, daß er nun Ruhe haben wurde. So legte er sich aufs Stroh, schlief sorglos ein und schlief die ganze Nacht. Die Römer dachten bei sich, daß der starker Bursche umgebracht sei in der Nacht. Aber es fuhr sie ein großer Schrecken an, als er am anderen Morgen zurückkam, wohlbehalten, und im Arm trug er ein paar Dutzend der schwere Mehlsäcke, als wärʼs ein Spielzeug für ihn. Er erzahlte mit kargen Worten von dem Teufelsgesindel. Nur einen Kummer habe ihm die Nacht gebracht, dergestalt nämlich, daß bei dem Spuk sein Pfeifchen verloren gegangen sei. »Das hat einer von den Teufeln mitgenommen!« riefen die Römer. Willst du es nicht vermissen, so mach dich ohne Verzug auf den Weg zum Satansfeuer! Aber damit sichʼs verlohnt, bring einen Sack voll Gold mit, soviel du zu tragen vermagst!«

Der starke Hermann horchte auf und wollte wissen, wo der Weg beginne. Die Feinde vermochten kaum ihrer Schadenfreude Herr zu bleiben und wiesen ihn eilfertig in den schwarzen Bruch, all-wo er den Eingang zum Höllenweg nicht verfehlen könne. Er kam auch wirklich an die Höllentür. Sie glühte wie Feuer. Er trat so gewaltig zu, daß sie aufsprang. Dabei bekam ein kleiner Teufel, der wohl das Amt eines Torwächters versah, einen heftigen Stoß und einen greulichen Schrecken dazu. Denn als er des Eindringlings gewahr wurde, humpelte er schreiend in den Höllenraum und vermeldete, der grobe Müllerbursche sei leibhaftig da. Die Teufel sprangen heulend herum. Und als der starke Hermann näher kam, winselten sie vor ihm und zeigten sich gar unterwürfig. Denn der Prügel brannte ihnen noch auf dem Pelz.

Da fragte er in die Hölle hinein, ob einer der Satansknechte seine Pfeife gestohlen habe. Die ganze schwarze Gesellschaft legte sich aufs Leugnen. Als aber der starke Hermann drohte, er habe augenblicklich sein Pfeifchen, wo anders stelle er die ganze Hölle auf den Kopf, da kroch der einbeinige Teufel heran und gestand flehentlich seine Spitzbüberei. Der starke Hermann sah von oben herab auf die erbärmliche Kreatur, nahm sein Pfeifchen und trat den Teufel also fort, daß er kreischend durch die ganze Hölle flog. Da fuhr der Satan selber herzu und wollte den Burschen am Halse fassen. Der starke Hermann jedoch schlug ihm eins auf die Krallen, daß er wimmerte. »Gold will ich haben!« sagte der starke Hermann, »und sogleich! Diesen Sack voll Gold!« Und dabei wies er dem Teufel einen großen Bettsack, den er mitgebracht hatte. Der Teufel sagte zu, doch sollte Hermann zuvor ein Stückchen mit ihm um die Wette tun. Der Hermann warʼs zufrieden. Da holte der Teufel ein großes Jagdhorn herbei. Wenn der Hermann so gewaltig blasen könne wie er, der Teufel, solle er das Gold haben. Der Teufel blies in das Horn, und die Hölle erzitterte, und sechs Feuer erloschen zugleich. Dann nahm der starke Hermann das Horn und blies hin ein, aber es war so gewaltig, daß das Horn zersprang, und dem Teufel flog ein schweres Stück gegen den behörnten Kopf, daß er schrie. Und es wurde mit einem Schlag dunkel in der Hölle. Denn hundert Feuer waren von dem Sturme erloschen. Der Teufel hatte die Wette verloren. Der starke Hermann packte den Bettsack voll mit Gold und ging. Die Römer entsetzten sich, als sie den starken Hermann sahen. So war ihm die Hölle gar unterlegen, und sie fürchteten, er werde sie allesamt erschlagen. Darum, als er einst im Walde schlief, zündeten sie rings um ihn herum ein großes Feuer an, also daß er elendig verbrennen sollte. Da erwachte der starke Hermann, und der Zorn kam über ihn. Er stand auf, raufte mit jeder Hand einen dicken Eichbaum aus und zog damit zu Felde. Die Feinde aber, als sie den wilden Gesellen sahen, entflohen. Doch der starke Hermann eilte ihnen nach und erschlug sie hin und her, daß ihrer nicht ein einziger übrig blieb. Und das Land war frei.


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12.12.2010 um 09:27
Die Gedenksäule bei Wiener-Neustadt

Vor mehreren hundert Jahren fuhr der Bürgermeister von Neustadt, ein reicher Fleischhauer, „ins Gäu“ und nahm einen armen, lahmen Mann, der des Weges einherzog, auf den Wagen. Es war an der Stelle, wo jetzt die Säule steht. Der Anblick eines Richtplatzes und der Leichname der dort aufgeknüpften Verbrecher brachte den Bürgermeister auf die Frage, wie wohl einem armen Sünder auf dem letzten Wege zumute sein möge? Da erwiderte der lahme Gast mit hämischem Lächeln: „Das kann der Herr Fleischhauer mit Zeit und Rat wohl auch selbst erfahren.“ Als aber der Bürgermeister darüber heftig auffuhr, ward jener ganz demütig, so daß sich der Beleidigte besänftigte, ja sogar den Lahmen, der voll Schnurren und Schwänke war, zwei Tage lang bei sich behielt, ihn in allen Herbergen bewirtete und daher sehr erstaunte, als einmal der lustige Gesell plötzlich aus einer Herberge verschwand und einen kostbaren Ring, mit edlen Steinen besetzt, zurückließ. Der gute Neustädter glaubte nun sicher, es sei ein vornehmer Herr, der sich einen Schwank gemacht, und hätte wohl die ganze Geschichte vergessen, mahnte ihn nicht bisweilen der Goldring, den er nachher am Finger trug.
Es begab sich aber, daß einst beim Kirchgang ein Ritter einer der nahen Burgen, dem zur selben Zeit, wo der Bürgermeister ins Gäu gefahren, sein Töchterlein von Räubern entführt ward, den Ring als seinen Siegelring erkannte, den er dem Kinde zum Schmucke an einer goldenen Kette umgehängt hatte. Da er den bestürzten Bürgermeister mit harten Worten anging, entstand ein stürmisches Getümmel.

Zur selben Zeit wurde aus dem nahen Leithagebirge ein eben gefangener Räuber eingebracht; der bekannte nun, er habe mit dem Bürgermeister das vermißte Ritterfräulein ermordet. Beide Übeltäter wurden in den Turm geworfen.

Da der tief gekränkte Bürgermeister seine Unschuld nicht zu beweisen vermochte und die Qualen der grausamen Folter scheute, gab er seine Mitschuld zu und wurde bald hernach mit dem Raubgesellen zum Tode geführt. Nahe dem Galgen neigte sich der Mörder zu seinem Gefährten und fragte spöttisch:

Wißt ihr jetzt, wie dem armen Sünder auf seinem letzten Wege zumute ist?“ Darauf wandte er sich den Richtern zu und gestand laut seine Untat und die böse Verleumdung ein.

Der befreite Bürgermeister ließ an der Stelle des Galgens zum Dank für seine Rettung die schöne Kreuzsäule errichten.


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12.12.2010 um 09:28
da ist ein link mit bildern und der sage (;
http://www.sagen.at/texte/sagen/oesterreich/allgemein/Fraungruber/Gedenksaeule_Wiener_Neustadt.html


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Teutomas
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18.07.2012 um 04:01
Eine Sage aus der Zukunft:


Die letzte Schlacht


Durch ganz Westfalen ist die Sage von einer großen Schlacht, die einst auf roter Erde
geschlagen wird, verbreitet, und an mehreren Orten hat man darauf bezügliche Vorgesichte
gehabt.

So hat man bei Thudorf unweit Paderborn vor einigen Jahren gesehen, daß sich
der Himmel geöffnet hat und eine Straße aus demselben zur Erde hinabgeführt hat,
um deren Seite links ein Wirtshaus gestanden.

Auf dieser Straße sind lange Züge Soldaten dahergeritten, zuerst in blauen, dann in roten Uniformen,
die haben, als sie auf der Erde angekommen, ihre Pferde an einer gewissen Stelle angebunden,
an welcher früher Eichen gestanden haben, und als dies geschehen, ist alles plötzlich,
wie es erschienen ist, wieder verschwunden.

Man behauptet nun, daß an dieser Stelle einst die große Schlacht geschlagen werden wird,
und daß die Reiter ihre Rosse an den Bäumen, die dann dort wachsen, anbinden werden.


Der blinde Junge von Elfen (ein blinder prophetischer Schäfer) hat verkündet,
die große Schlacht werde auf dem Bockskamp bei Paderborn geschlagen werden,
und man werde in derselben bis in die Enken im Blute waten,
wenn sie aber beendet sei, werde wieder einer mit sechs Füchsen
auf Schloß Neuhaus fahren, d. h. dann werde Paderborn wieder seinen eigenen Herrn bekommen.


Andere wieder haben große Truppenzüge und Kämpfe auf dem Schafberg bei Ibbenbüren gesehen, die meisten erzählen aber, daß die Schlacht dereinst am Lausebrink beim Birkenbaum
in der Gegend von Werle stattfinden wird.

Der Birkenbaum ist der Name einer Heide in der Nähe des Dorfes Bremen.
An den neuen Hecken eines dort gelegenen Hofs werden die Reiter ihre Rosse anbinden.

Der König aber, d. h. der König von Preußen, welcher siegt,
wird von hier aus in einem Augenblick alle die Soldaten überblicken können,
die ihm noch geblieben sind.

Dann aber wird ein neuer Kaiser werden, der eine neue bessere Zeit heraufführen wird.

Andere sagen, in der Schlacht würden die Weißröcke siegen, und glauben, daß damit die Österreicher bezeichnet werden.

Ein anderer Berichterstatter sagte, die erste Schlacht werde am Rheine stattfinden,
wo man (!) geschlagen werden wird, von da an wird man sich auf den Birkenbaum bei Bremen zurückziehen, wo die Schlacht ebenfalls verlorengehen wird;
die dritte und letzte Schlacht endlich wird am Lausebrink bei Salzkotten geschlagen werden,
und von dort wird kein Russe zurückkehren, um den Seinigen zu sagen,
daß alle gefallen sind.

Noch ein anderer erzählte, bei Stockum werden die Leute gerade am Wege arbeiten,
wenn die feindlichen Völker kommen, und es werden so viele Weißröcke sein,
daß sie eilig flüchten müssen; von da wirds auf Ruhne gehen, wo die Leute so eilig aufbrechen müssen, daß sie nur ein Brot mitnehmen können;
wenn das aber verzehrt sein wird, dann wird auch schon alles vorüber sein.

Die Birkenbaumer Schlacht wird aber so blutig sein, daß das Blut in Werle
drei Fuß hoch stehen wird.



Aus: Westfälische Sagen


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kerze
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18.07.2012 um 07:03
Weiss zwar nicht ob das so eine sage ist, weil es ist nicht all zu alt und eig. immer noch aktuell.

In Bubendorf, wo ich aufgewachsen bin, gibt es ein Restaurant, das Rössli.

Von der ehemaligen Wirtin, die hatte einen Sohn glaub man sagte damals 12 Jahre alt, der versteckte sich immer auf dem Dachboden und hielt die Türfalle, damit niemand reinkam und da waren Getränke Harrasen und co. also er spielte gerne streiche. Leider, ich weiss nicht mehr wie, starb der Junge.

Als das Restaurant wieder aufmachte und man oben zu den Getränken wollte, ging die Türfalle nicht, ein Mitarbeiter, nannte einfach aus erfahrung und reflexartig den namen des jungen, er solle die Türfalle loslassen und prompt kamm er rein.

Jetzt ist es so dass man immer den namen sagen muss, er solle doch die Türfalle loslassen und dann kann man die Türe öffnen.

leider weiss ich den namen nicht mehr, ist eine bekannte "sage" in Bubendorf, die eig. jeder schüler in der Schule lernt.


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11.04.2013 um 03:44
Die Tetzel-Geschichte

An einem heiteren Herbsttage des Jahres 1517 hielt ein Wagen auf dem freien Platz vor der Kirche, um den sich bald eine bunte Menschenmenge sammelte. Zuletzt kam auch der edle und gestrenge Schlossherr, Barward von Schenck, den breitrandigen Filzhut keck auf das Ohr gestülpt. Dem Dorfe und der Burg war nämlich ein großes, unverhofftes Heil widerfahren. Der Dominikanermönch, der sich aus der Tiefe des Wagens zwischen Kisten und Kasten hervorarbeitete, war der bekannte Prediger Johan Dietz von Leipzig, genannt Tetzel. Die Flechtinger hörten seinen Worten aufmerksam zu und kauften sich von aller Schuld frei. Zuletzt trat auch Barward zu dem Mönche.

„Ehrwürdiger Vater," sprach er, „Ablaß erbitte auch ich für eine Sünde, die noch nicht begangen ist."

Mißtrauisch blickte der Mönch den Ritter an. Da aber warf Barward eine volle Geldkatze auf den Tisch, und der Mönch zögerte nicht länger. Er füllte den sündentilgenden Ablaßzettel aus. Aber was geschah am nächsten Tag?

Wohlgemut zog Tetzel durch den Walbecker Forst, als er plötzlich von Reitern umringt wurde. Unter ihnen war Barward von Schenck und forderte den Kasten mit dem Geld. Da halfen alle Drohungen nichts, denn Barward hatte bereits seinen Ablaßbrief in der Hand. Von dem erbeuteten Geld aber ließ der Edelmann, da das Dorf bis dahin keine eigene Kirche gehabt hatte, jenes Gotteshaus erbauen, das heute noch steht.



Zur Tetzel-Geschichte: Einige Ortschronisten kennen Tetzel-Geschichten aus ihren Dörfern und Städten. Die Flechtinger aber sind so sicher, daß die Erzählung auf Tatsachen beruht und sich die Ereignisse in Flechtingen zugetragen haben, weil in der Flechtinger Kirche noch heute der Tetzel-Kasten steht, den Barward damals erbeutete.


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11.04.2013 um 04:58
Wir haben hier ein Schloss und eine Burg.

Es heißt, eine Frau wurde mit dem Grafen vermählt, dieser fand später heraus, dass sie bereits mit einem anderen vermählt war. Er beschwerte sich, die Ehe wurde geschieden und die Frau lebenslänglich im Turm des Schlosses eingemauert.

Was die frühere Burg betrifft, die stand auf einer ehemaligen Hinrichtungsstätte. Sie wurde später aber nochmal neu aufgebaut. Und die Burg hat als Gefängnis gedient.


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11.04.2013 um 09:07
@Lukas2910
ja das kennt man doch aus der schule ;)


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11.04.2013 um 11:06
Ich bin aus Niederösterreich und gleich neben meinem Wohnort soll es mal einen Lindwurm gegeben haben.

http://www.wurmbrand.at/wurmbrandsage.htm


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Countie
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11.04.2013 um 13:06
Bochum

Es ist der „ewige Student“, der seit Jahren an der Ruhruniversität Bochum (RUB) herumspukt. Vor allem in den Gebäuden für Geisteswissenschaften. Immer wieder sehen Studenten einen unheimlichen Schatten durch die Flure huschen.
Und das erzählt man sich über den Schatten: Es ist der Geist des ehemaligen Studenten „Hajo“. In den 1970ern soll er mit seiner Doktorarbeit begonnen haben. Er ließ sich aber viel Zeit und schrieb noch in den 90ern daran. Immer wollte er die neuesten Aufsätze verarbeiten, nie kam er zu einem Ende. Er verlor seine Wohnung und starb schließlich verarmt und allein.
Aber seine Arbeit beendete das nicht: Sobald es dunkel wird, spukt er durch die Treppenhäuser, Flure und Hörsäle der RUB. Dabei sichtet er nun aus dem Jenseits Bücher und Zeitschriften, die im Zusammenhang zu seiner Doktorarbeit stehen könnten.

Das Ganze hört sich unglaublich an, hat aber einen wahren Kern, „Hajo hat es wirklich gegeben. Er ist vor zwölf oder mehr Jahren gestorben. Davor hat er lange an seiner Doktorarbeit geschrieben, die aber unvollendet blieb. Zu dieser Zeit war Hajo allgemein bekannt.”


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Countie
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11.04.2013 um 13:11
Haus Sevinghausen war ein Adelssitz in Bochum-Wattenscheid. Nach ihm ist der Stadtteil Sevinghausen benannt. Bereits 1322 wurden die ersten Herren zu Sevinghausen erwähnt. Noch 1832 zählte es zu den landtagsfähigen Rittergütern in der Provinz Westfalen. Es war im Besitz einer Reihe von Adelsfamilien. 1682 lebte hier eine Frau von Wenge, um 1800 lebten hier Clemens August von Geismar und seine Gattin Bernardina von Berswort. Heute wird das Gut von einem Landwirt bewirtschaftet. Es ist etwa 600 m westlich der Burgstraße zu finden. Der Sage nach begehrte einst ein Ritter das schöne junge Weib eines Bauern. Sie floh mit einer Laterne durch die nasskalte Novembernacht, er aber holte sie ein und erschoss sie. Ihr Mann erschlug den Ritter mit einer Axt. Ein Geist mit einer Laterne spukt seitdem gelegentlich nachts über die Felder.


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11.04.2013 um 13:15
Mir hat man gesagt, dass ich mir Morgens das Gesicht waschen soll, weil mir Satan persönlich nachts ins Gesicht pisst, deswegen dachte ich, das gelbe Zeug in meinen Augen wäre getrockneter Urin!! xDD


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11.04.2013 um 13:28
Der rote Haubarg

Haubarge werden die mächtigen Bauernhöfe mit den Reetdächern genannt und der berühmteste in Schleswig-Holstein ist der Rote Haubarg auf Eiderstedt.
Weiß und Rot

Das weiß verputzte Gebäude hat seinen Namen von dem Vorbau übernommen, der mit roten Ziegeln bedeckt war. Dieser Vorbau wurde 1647 errichtet und 100 Jahre später durch ein Feuer zerstört.
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Der Pakt mit dem Teufel

Der Legende nach stand früher an der Stelle, wo heute der Haubarg steht, eine armselige Bauernhütte. Der arme Bauer, dem diese gehörte war verliebt in die Tochter des reichen Schmieds. Auch die Tochter war verliebt in den Bauern und das Paar genoss die Unterstützung der Mutter der jungen Frau. Der Schmied jedoch wollte seine Tochter nicht an jemanden versprechen, der kaum Besitz aufweisen konnte. So ging der arme Bauer einen Pakt mit dem Teufel ein: Wenn der Teufel ihm vor dem ersten Hahnenschrei ein stattliches Haus mit 100 Fenstern errichten könnte, dann würde er dafür seine Seele hergeben. Der Teufel erhörte ihn und baute in Windeseile den Haubarg. Als der Bauer es mit der Angst zu tun bekam flüchtete er zu seiner Geliebten und deren Mutter, die sofort bemerkte, dass etwas nicht stimmte. Geistesgegenwärtig schnappte sie sich den Hahn und schüttelte diesen bis er krähte. So rettete sie gerade noch rechtzeitig die Seele des Bauern, der Teufel war gerade dabei das 99. Fenster einzusetzen. Dieser fuhr wieder zur Hölle und das junge Paar konnte sich glücklich vermählen.

Zu sehen ist eine Bronzeplastik des Teufels aus der Legende des Roten Haubargs. Der Teufel sitzt mit übergeschlagenen Beinen auf einem Stein.Die Skulptur des Teufels auf dem Gelände des Roten Haubargs erinnert noch immer an die Sage, die mit dem Gebäude verbunden wird. © Rainer Ueth
Erinnerungen an die Legende
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Heute beherbergt der Rote Haubarg den landwirtschaftlichen Teil des Eiderstedter Heimatmuseums und eine Gaststätte. Eine Teufelsskulptur auf dem Gelände erinnert jedoch immer noch an die Sage und zählt man die Fenster des Gebäudes, wird man feststellen, dass es sich tatsächlich um genau 99 Fenster handelt. Alle Versuche, ein 100. Fenster einzubauen, sind der Legende nach gescheitert. Die Scheiben zerbrachen immer in derselben Nacht.


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19.09.2013 um 10:33
In besonders stürmischen Nächten, so erzählen die Alten, konnten ihn Wanderer oftmals aus weiter Ferne auf den Heiden des Münsterlandes beobachten. Und so beschreiben ihn uns die Augenzeugen: Er ist gewaltig groß, trägt einen weiten, wehenden Mantel und eiserne Schnallen auf den Schuhen. Doch sobald er einen Wanderer bemerkt, verschwindet er in einem dichten Nebel am Horizont.

Wenn er aber nach Sonnenuntergang bei stürmischem Wetter ein Mädchen über die Heide kommen sieht, so geht er mit gewaltigen Schritten auf sie los, nimmt sie unter seinen Mantel und indem er sich immer fester an sie schmiegt, bringt er sie, ohne ein Wort zu sagen, über die Heide. So erreicht ein jedes Mädchen, dass der Heidemann in seinen Mantel hüllt, mit Gewissheit das sichere Zuhause.

Dort angekommen, lässt er sie gehen. Doch zuvor drückt er ihnen ganz sanft und innig einen Kuss auf ihren Mund. Sodann entlässt er die jungen Frauen, die oft genug erschrocken in ihre Häuser geflüchtet sind. Viele von ihnen haben noch am selben Abend von dieser unheimlichen Begegnung mit dem Heidemann ihren Familien am prasselnden Kaminfeuer erzählt, ehe sie sich schlafen legten. Doch keine von ihnen ist am nächsten Morgen je wieder erwacht. Sie alle waren noch in derselben Nacht gestorben.

Heute wird der Heidemann nur noch selten gesehen, doch manch einer schwört Stein und Bein, er habe in der Ferne seinen weiten Mantel im Winde wehen sehen und so manche junge Frau wird nicht einmal wissen, wie knapp sie ihrem Schicksal entronnen ist, wenn sie gerade noch rechtzeitig vor Sonnenuntergang die einsamen Wege der Heide verlassen hat.


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Sagen aus Eurer Heimat...

19.09.2013 um 10:35
Der Heidemann von Anette von Droste-Hülshoff

"Geht, Kinder, nicht zu weit ins Bruch,
Die Sonne sinkt, schon surrt den Flug
Die Biene matter, schlafgehemmt,
Am Grunde schwimmt ein blasses Tuch,
Der Heidemann kömmt!"

Die Knaben spielen fort am Raine,
Sie rupfen Gräser, schnellen Steine,
Sie plätschern in des Teiches Rinne,
Erhaschen die Phalän' am Ried
Und freun sich, wenn die Wasserspinne
Langbeinig in die Binsen flieht.

"Ihr Kinder, legt euch nicht ins Gras!
Seht, wo noch grad' die Biene saß,
Wie weißer Rauch die Glocken füllt.
Scheu aus dem Busche glotzt der Has,
Der Heidemann schwillt!"

Kaum hebt ihr schweres Haupt die Schmehle
Noch aus dem Dunst, in seine Höhle
Schiebt sich der Käfer und am Halme
Die träge Motte höher kreucht,
Sich flüchtend vor dem feuchten Qualme,
Der unter ihre Flügel steigt.

"Ihr Kinder, haltet euch bei Haus!
Lauft ja nicht in das Bruch hinaus;
Seht, wie bereits der Dorn ergraut,
Die Drossel ächzt zum Nest hinaus,
Der Heidemann braut!"

Man sieht des Hirten Pfeife glimmen,
Und vor ihm her die Herde schwimmen,
Wie Proteus seine Robbenscharen
Heimschwemmt im grauen Ozean.
Am Dach die Schwalben zwitschernd fahren
Und melancholisch kräht der Hahn.

"Ihr Kinder, bleibt am Hofe dicht!
Seht, wie die feuchte Nebelschicht
Schon an des Pförtchens Klinke reicht;
Am Grunde schwimmt ein falsches Licht,
Der Heidemann steigt!"

Nun strecken nur der Föhren Wipfel
Noch aus dem Dunste grüne Gipfel,
Wie übern Schnee Wacholderbüsche;
Ein leises Brodeln quillt im Moor,
Ein schwaches Schrillen, ein Gezische
Dringt aus der Niederung hervor.

"Ihr Kinder kommt, kommt schnell herein!
Das Irrlicht zündet seinen Schein,
Die Kröte schwillt, die Schlang' im Ried;
Jetzt ist's unheimlich draußen sein,
Der Heidemann zieht!"
Nun sinkt die letzte Nadel, rauchend
Zergeht die Fichte, langsam tauchend
Steigt Nebelschemen aus dem Moore,
Mit Hünenschritten gleitet's fort;
Ein irres Leuchten zuckt im Rohre,
Der Krötenchor beginnt am Bord.

Und plötzlich scheint ein schwaches Glühen
Des Hünen Glieder zu durchziehen;
Es siedet auf, es färbt die Wellen,
Der Nord, der Nord entzündet sich
Glutpfeile, Feuerspeere schnellen,
Der Horizont ein Lavastrich!

"Gott gnad' uns! wie es zuckt und dräut,
Wie's schwehlet an der Dünenscheid'!
Ihr Kinder, faltet eure Händ',
Das bringt uns Pest und teure Zeit
Der Heidemann brennt!"


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Ajatarra
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20.09.2013 um 14:32
Peer Gynt

In alten Zeiten lebte in Kvam ein Schütze, der hieß Peer Gynt. Er lag beständig droben im Gebirge und schoß dort Bären und Elche; denn damals gab es auf dem Fjäll*) noch mehr Wälder, und in ihnen hielt sich derartiges Getier auf.

Einmal, spät im Herbste, als das Vieh schon längst von den Bergweiden herabgetrieben war, wollte Peer Gynt wieder hinauf ins Hochgebirge. Mit Ausnahme von drei Sennerinnen hatten bereits alle Hirtenleute das Fjäll verlassen. Als Peer Gynt die Hövring-Alm erreichte, wo er in einer Sennhütte übernachten wollte, war es schon so dunkel, daß er nicht die Hand vor Augen sehen konnte. Da fingen auf einmal die Hunde so wütend an zu bellen, daß ihm ganz unheimlich zumute ward, plötzlich stieß er mit dem Fuß an etwas, und als er es anfaßte, war es kalt und groß und schlüpfrig. Da er aber nicht vom Wege abgekommen zu sein meinte, konnte er sich gar nicht erklären, was das sein möchte. Aber es schien ihm nicht geheuer.

"Wer ist denn das?" fragte Peer Gynt; denn er merkte, daß es sich bewegte.

"Ei, ich bin es, der Krumme!" lautete die Antwort. Damit war aber Peer so klug wie vorher. Er ging nun eine Strecke daran entlang; "denn einmal muß ich doch daran vorbeikommen," dachte er.

Im weitergehen stieß er plötzlich wieder an etwas, und als er es befühlte, war es wieder kalt und groß und schlüpfrig.

"Wer ist das?" fragte Peer Gynt.

"Ei, ich bin es, der Krumme!" lautete abermals die Antwort.

"Ob du gerade bist oder krumm, du mußt mich doch weiterlassen," sagte Peer Gynt; denn er merkte, daß er im Kreise herumging und daß der Krumme sich ganz um die Sennhütte herumgeschlängelt hatte.

Bei diesen Worten bewegte sich der Krumme ein wenig zur Leite, so daß Peer Gynt an die Sennhütte gelangen konnte. Als er hineinkam, war es drinnen nicht heller als draußen. Er stolperte und tastete an den wänden umher; denn er wollte seine Flinte in die Ecke stellen und seine Jagdtasche ablegen. Aber als er so suchend umhertappte, fühlte er wieder jenes Kalte und Große und Schlüpfrige.

"Wer ist denn das wieder?" rief Peer Gynt.

"Ei, ich bin es, der große Krumme," lautete die Antwort. Und wohin er auch faßte und wohin er den Fuß setzte, überall fühlte er den Ring, den der Krumme um ihn geschlungen hatte.

"Hier ist nicht gut sein," dachte Peer Gynt; "denn dieser Krumme ist sowohl draußen wie drinnen. Aber ich werde den Querkopf bald gerade machen!" Damit nahm er seine Flinte, ging wieder hinaus und tastete den Krummen entlang, bis er den Kopf fand.

"Wer bist du denn eigentlich?" fragte er.

"Ei, ich bin der große Krumme von Etnedal," sagte der große Trolls. Da legte Peer Gynt geschwind die Büchse an und schoß ihm drei Kugeln durch den Kopf.

"Schieß noch einmal!" rief der Krumme. Aber Peer Gynt wußte es besser; denn wenn er noch einmal geschossen hätte, so wäre die Kugel auf ihn selbst zurückgeprallt.

Darauf faßten Peer Gynt und die Hunde fest zu und zogen den großen Troll aus der Hütte heraus, damit sie es sich darin bequem machen könnten, währenddessen lachte und höhnte es von allen Bergen ringsumher.
"Peer Gynt zog viel, aber die Hunde zogen mehr!" ertönte es.

Am Morgen wollte Peer Gynt hinaus auf die Jagd. Als er ins Hochgebirge kam, sah er ein Mädchen, das Schafe und Ziegen über einen Berggipfel trieb. Als er aber den Gipfel erreicht hatte, war das Mädchen fort und die Tiere auch, und Peer Gynt sah nichts als ein großes Rudel Bären.

"Ich habe doch noch nie Bären in Rudeln beisammen gesehen," dachte Peer Gynt. Als er aber näher kam, waren alle bis auf einen verschwunden. Da erscholl es von einem Berge in der Nähe:

"Gib acht auf dein Schwein!
Peer Gynt ist draußen
Mit der Büchse sein!"

"Ach, dann geht es Peer Gynt schlecht, aber nicht meinem Schwein; denn er hat sich heute nicht gewaschen," rief es aus dem Berge. schnell wusch sich Peer Gynt die Hände mit dem Wasser, das er bei sich hatte, und schoß den Bären tot. In den Bergen erhob sich ein schallendes Gelächter.

"Du hättest besser auf dein Schwein achtgeben sollen!" rief die eine Stimme.

"Ich habe nicht daran gedacht, daß er seine Waschschüssel bei sich trägt," erwiderte die andere.
Peer Gynt zog dem Bären die Haut ab und verscharrte den Körper im Geröll- aber den Kopf und das Fell nahm er mit. Auf dem Rückwege gewahrte er einen Bergfuchs.

"Sieh, mein Lämmchen, wie fett du bist!" rief es von einem Berge her.

"Seht nur, wie hoch Peer Gynt die Büchse trägt!" tönte es von einem andern Berge, als Peer Gynt die Flinte anlegte und den Fuchs erschoß. Er zog auch diesem den Balg ab und nahm ihn mit, und als er in der Sennhütte ankam, nagelte er die Köpfe mit aufgesperrtem Nacken außen an die Wand. Darauf machte er Feuer an und stellte einen Suppentopf darüber. Aber es rauchte so fürchterlich, daß er kaum die Augen offen halten konnte, und er mußte deshalb eine Luke aufmachen. Da kam ein Troll herbei und steckte seine Nase durch die Luke. Aber die Nase war so lang, daß sie bis an den Herd reichte.




"Hier kannst du sehen ein Riechehorn," sagte er.

"Hier kannst du schmecken ein Suppenkorn," sagte Peer Gynt und goß ihm den ganzen Topf voll heißer Suppe über die Nase. Der Troll stürzte davon und jammerte laut; aber ringsum von allen Höhen lachte und spottete und rief es:

"Gyri Suppenrüssel, Gyri Suppenrüssel!"

Eine Weile war es nun still; aber es währte nicht lange, da erhob sich draußen wieder Lärm und Getöse. Peer Gynt schaute hinaus, und da erblickte er einen mit Bären bespannten Wagen; der große Troll wurde aufgeladen, und dann ging es mit ihm hinauf ins Gebirge. Als er ihm noch nachsah, wurde plötzlich ein Eimer Wasser durch den Schornstein hinabgegossen. Das Feuer erlosch, und Peer Gynt saß im Dunkeln. Da begann es in allen Winkeln zu lachen und zu jubeln, und eine Stimme sagte:

"Jetzt wird es Peer Gynt ergehen wie den Sennerinnen in der Valhütte!"

Peer Gynt zündete das Feuer wieder an, rief die Hunde herbei, verschloß die Sennhütte und ging weiter nordwärts nach der Valhütte, in der die drei Sennerinnen waren. Als er in die Nähe der Hütte kam, sah er ein Feuer auflodern, als ob die ganze Valhütte in lichten Flammen stände. In deAlselben Augenblick stieß er auf ein Rudel Wölfe, von denen er einige niederschoß und die andern erschlug.

Als er die Valhütte erreicht hatte, war es stockfinster in ihr und weit und breit kein Brand zu sehen. Aber vier fremde Kerle waren darin, die es auf die Sennerinnen abgesehen hatten; das waren vier Bergtrolle, die hießen Gust i Väre, Tron Valfjeldet, Kjöstöl Aabakken und Rolf Eldförpungen**). Gust i Väre stand draußen vor der Tür und sollte wache halten, während die andern bei den Sennerinnen in der Hütte waren und sie belästigten. Peer Gynt schoß auf Gust i Väre, fehlte ihn aber, und da lief er davon. Als Peer Gynt in die Stube kam, waren die Sennerinnen übel daran; zwei von ihnen waren ganz außer sich vor Schrecken und flehten zu Gott um Hilfe und Rettung; die dritte aber, die man die tolle Kari nannte, hatte keine Angst. Sie sagte, sie sollten nur kommen, sie hätte wirklich Lust zu sehen, ob solche Kerle auch Schneid hätten. Als aber die Trolle merkten, daß Peer Gynt im Zimmer war, fingen sie an zu jammern und sagten zu Eldförpungen, er solle Feuer anmachen. In demselben Augenblick fielen die Hunde über Kjöstöl Aabakken her und warfen ihn kopfüber auf den Herd, daß Asche und Funken umherstoben.

"Hast du meine Schlangen gesehen, Peer Gynt?" fragte Tron Valfjeldet; so nannte er nämlich die Wölfe.

"Ja, und nun sollst du denselben Weg gehen wie deine Schlangen!" rief Peer Gynt und erschoß ihn. Dann schlug er Kabakken mit dem Flintenkolben tot; aber Rolf Eldförpungen war durch den Schornstein entflohen. Nachdem Peer Gynt dies vollbracht hatte, begleitete er die Sennerinnen nach ihrem Dorfe; denn sie trauten sich nicht länger in der Hütte zu bleiben.

Als nun die Weihnachtszeit herankam, war Peer Gynt wieder unterwegs. Er hatte von einem Gehöft auf Dovre gehört, wo sich am Julabend so viele Trolle einfanden, daß sich die Bewahner flüchten und auf andern Höfen Unterkunft suchen mußten. Dieses Gehöft wollte Peer Gynt aufsuchen; denn er hatte Lust, mit den Trollen anzubinden. Er zog schlechte Kleider an und nahm einen zahmen Eisbären, der ihm gehörte, sowie einen Pfriemen, Pech und Draht mit. Als er den Hof erreicht hatte, ging er ins Haus hinein und bat um Obdach.

"Gott steh uns bei!" sagte der Mann, "wir können dir kein Obdach geben, wir müssen selbst fort von Haus und Hof; denn an jedem Julabend wimmelt es hier von Trollen."

Aber Peer Gynt meinte, er werde das Haus schon von den Trollen säubern. Da hieß man ihn dableiben, und er bekam noch obendrein eine Schweinshaut. Darauf legte sich der Bär hinter den Herd. Peer holte Pech, Pfriemen und Draht hervor und machte aus der ganzen Schweinshaut einen einzigen großen Schuh. Als Schnürband zog er einen dicken Strick hindurch, so daß er den Schuh rundherum zuschnüren konnte, und außerdem hatte er ein paar starke Handspeichen bereit. Kaum hatte er seine Arbeit beendet, da kamen die Trolle auch schon mit Fiedeln und Spielleuten dahergezogen. Die einen tanzten, die andern aßen von dem Weihnachtsessen, das auf dem Tische stand; einige brieten Speck, andere brieten Frösche und Kröten und ähnliches ekelhaftes Zeug — dies Weihnachtsessen hatten sie selber mitgebracht.

Inzwischen bemerkten einige den Schuh, den Peer Gynt gemacht hatte. Da er offenbar für einen großen Fuß bestimmt war, wollten sie ihn anprobieren, und als jeder von ihnen einen Fuß hineingestellt hatte, schnürte Peer den Schuh zusammen, zwängte eine Speiche hinein und zog den Strick so straff an, daß sie alle miteinander in dem Schuh festsaßen. Nun streckte der Bär die Nase vor und schnupperte nach dem Braten.

"Willst du Kuchen haben, mein weißes Kätzchen?" fragte einer der Trolle und warf dem Bären einen gebratenen und noch ganz heißen Frosch in den Rachen.

"Schlag los, Meister Petz!" rief Peer Gynt. Da wurde der Bär so zornig, daß er auf die Trolle losfuhr und sie schlug und kratzte. Und Peer Gynt hieb mit der andern Handspeiche in den Haufen hinein, als ob er allen den Schädel einschlagen wollte. Da mußten die Trolle die Flucht ergreifen. Peer Gynt aber blieb da und schmauste die ganze Weihnachtszeit über von dem Julbraten.

Nun hörte man viele Jahre lang nichts mehr von den Trollen. Der Bauer aber hatte eine blendend weiße Stute. Da gab ihm Peer Gynt den Rat, von dieser Stute Füllen aufzuziehen und sie in den Bergen umherstreifen zu lassen.

Nach vielen Jahren war wieder einmal die Weihnachtszeit vor der Tür. Der Bauer war im Walde und fällte Holz zum Feste. Da kam ein Troll zu ihm und fragte: "Hast du deine große weiße Katze noch?"

"Ja, sie liegt zu Hause hinter dem Ofen," versetzte der Mann, "und sie hat sieben Junge bekommen, die noch viel größer und böser sind als sie selbst."

"Dann kommen wir nie wieder zu dir!" rief der Troll und war spurlos verschwunden.

*) das norwegische Gebirgsland.
**) die vier Elemente: Väre -- Luft, Fjeld — Erde, Aa — Wasser, Eld -- Feuer.


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immerso
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21.09.2013 um 18:19
Sage aus der Eifel (etwas zum schmunzeln)

Das Schwein

Zwei alte Bekannte treffen sich auf dem Markt. Franz schwärmt von seinem Zuchtsauenbetrieb, Hannes hört interessiert zu. "Und eine ganz besondere Zuchtsau habe ich!" sagt Franz und spitzt die Lippen.

"Einen besseren Wurf findest du in der ganzen Eifel nicht!" Hannes verspricht, gelegentlich einmal einen Blick in den Stall zu werfen.Zufällig kommt er schon am nächsten Tag in die Gegend und sucht also den Hof des Franz auf. Die Frau des Franz erscheint auf sein Klopfen mit mürrischem Gesicht im Türrahmen. "Guten Tag", sagt Hannes, "ich bin hier, um das Schwein zu sehen." - "Vor sechs Uhr kommt er nicht nach Haus", sagt die Frau und wirft ihm die Tür vor der Nase zu.

von Hans Theis


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immerso
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21.09.2013 um 19:19
Das schwarze Bildchen

Ida, ein schönes Burgfräulein von Neuerburg, wurde von manchem Ritter umworben. Sie schenkte ihre Hand und ihr Herz dem Ritter Kuno von Falkenstein. Der Ritter von Vianden, der ebenfalls das schöne Fräulein zur Frau begehrte, war darob sehr erzürnt.

Als der Ritter von Falkenstein zur Hochzeit nach Neuerburg reiste, legte sich der Viandener auf der Berghöhe vor Neuerburg auf die Lauer. Es kam zu einem erbitterten Kampf. Die Übermacht des Viandeners war zu groß, und bald lagen die Begleiter des Bräutigams erschlagen am Boden.

Ritter Kuno mußte fliehen, und da ihm der Weg nach Falkenstein verlegt war, ritt er, so schnell ihn das Roß zu tragen vermochte, gen Neuerburg. Schon hatte er die rettende Burg vor Augen, da brach das Pferd, völlig erschöpft, tot zusammen. Unfern aber hörte er das Rufen und Schreien der Verfolger.

In seiner Not betete Ritter Kuno zur Gottesmutter um Hilfe. Sein Gebet wurde erhört. Plötzlich stand vor ihm eine lichte Gestalt und deutete wortlos auf eine alte Eiche. An deren Fuß befand sich ein dunkles Loch, welches in das Innere des hohlen Baumes führte. In diese Höhlung barg sich schnell Ritter Kuno.

Schon stürmten die Verfolger heran. Sie fanden das tote Pferd, den Reiter aber suchten sie vergebens. Als die Viandener wütend abgezogen waren, verließ Ritter Kuno das Versteck, dankte Gott für seine Rettung und eilte der Burg zu.

Nachdem er mit seiner jungen Frau auf Falkenstein Einzug gehalten hatte, ließ Ritter Kuno zum Dank für seine Errettung ein schön geschnitztes Muttergottesbild in der hohlen Eiche aufstellen. Dort steht es noch heute und ist von Alter und Kerzenrauch fast schwarz gefärbt. Und noch heute tragen die Menschen ihre Not und ihren Kummer zum Schwarzen Bildchen. Schon viele sind, wie einst Ritter Kuno, erhört worden.


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Heijopei
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21.09.2013 um 19:45
Es gibt zwischen Büttelborn ( dort bin ich aufgewachsen) und Griesheim ein Waldstück das sich "Otterstadt " nennt , angeblich soll dort mal ein Dorf gewesen sein welches irgendwann ma l versunken sein soll und der Kirchturm noch immer zu sehen ist.
Es wurde erzählt wenn man zu weit in diesen Wald geht und den Kirchturm findet und dessen Glocke läuten hört man den Weg zurück nicht mehr findet .
Dort sollen schon viele Menschen verschwunden sein, so wurde es zumindest im Dorf erzählt .

Ich kann das allerdings nicht anhand von Quellen belegen , weil das Netz gibt da nichts her .
Ich habe selbst schon versucht etwas mehr darüber herrauszufinden; aus persönlichem intresse , aber es war bisher ohne ergebnis .

Vielleicht kommt ja jemand von da und weiss da mehr .


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Heijopei
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Sagen aus Eurer Heimat...

21.09.2013 um 20:01
Dort wo ich jetzt lebe gibt es auch soeine Geschichte ,
die Informationen darüber sind allerdings auch sehr dürftig
Kirchlengern
Die erste schriftliche Erwähnung eines Teils der heutigen Gemeinde Kirchlengern stammt aus dem 12. Jahrhundert.Zunächst Gut, dann Rittergut Quernheim, ließ Gutsbesitzer und Ortsbürgermeister Wilhelm Bacmeister den ehemaligen Stiftsbesitz seit 1860 parzellieren und an Privatleute verkaufen. So entstand durch Neusiedler aus den Stiftsländereien seit 1860 die Gemeinde Stift Quernheim mit kleinen Wohnhäusern und bäuerlichen Kleinbesitz.Die heutigen Ortsteile Häver, Kirchlengern und Quernheim wurden bereits in der ältesten Herforder Heberolle um 1150 erwähnt.Im Jahre 1919 wurde das eigenständige Amt Kirchlengern gegründet.
Im Wald vor Kirchlengern liegt ein frequentierter Platz, eine große Klippe im Wald. Besucht man diesen Ort, fühlt man sich äußerst unwohl und man denkt, dass man ständig beobachtet wird.Über Nacht werden im Wald immer wieder Tiere gerissen und viele Dorfbewohnrer sind deshalb in Panik. Keiner kann sich erklären, wie Tiere über Nacht verschwinden, und nicht mehr als etwas frisches Blut und ein paar Haare zurück bleiben.Weder der Förster noch die Polizei konnte bisher eine Erklärung für die Tötung der Tiere finden. Jagt in den Wäldern um Kirchlengern ein unbekanntes Wesen oder gibt es noch eine andere Erklärung für die Tiertötungen?Bisher konnte keine Erklärung für das Phänomen gefunden werden...
Quelle :
http://dominique1993.blogspot.de/

Ich habe diesen Ort noch nicht gefunden , und Nachfragen bei Anwohnern brachten bisher auch nix.

Also wäre ich da eher skeptisch .


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bennamucki
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21.09.2013 um 20:02
In Neustadt an der Weinstrasse gibt es die Sage von den Elwetritsche.

Um eins zu fangen muß man Nachts in den Wald gehen, mit einem Sack, einer Laterne und einem Stock.

Sack mit Stock aufspannen, Laterne anzünden und in den Sack stellen.

Ist das Elwetritsche drin, schnell den Stock wegziehen.

Scheint oft geklappt zu haben, denn in Neustadt stehen jede Menge Elwetritsche umd den Elwetritschebrunnen.


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Heijopei
ehemaliges Mitglied

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21.09.2013 um 20:10
@klausbaerbel
Wikipedia: Elwetritsch


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