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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

113 Beiträge, Schlüsselwörter: 2012, Weltuntergang, Hellsehen, Grenzwissen, Spinner

Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

13.01.2011 um 18:41
Das ist alles ziemlich angsteinflößend


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marco23
ehemaliges Mitglied

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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

13.01.2011 um 18:44
@Kaetzchen
Keysibuna schrieb:Man müsste sie noch kleiner zertrümmern dann ginge das, aber das heißt wieder eine stärkere Sprengkraft! Wer die Baut kann auch damit hier auf der Erde Blödsinn anstellen^^
Laut den Physiker...der das gesagt hat...ist es eine Kapsel mit Atomaren Inhalt das nur auf den Aussenschicht von dem teil Explodiert und so eine andere Umlaufbahn anschlägt.


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Keysibuna
ehemaliges Mitglied

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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

13.01.2011 um 18:44
@Kaetzchen

Realität kann manchmal Angsteinflößend sein.


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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

13.01.2011 um 18:48
@Keysibuna

Existenz ja ;)

Hieß es nicht mal irgendwo, dass wir schon längst überfällig wären?


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Keysibuna
ehemaliges Mitglied

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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

13.01.2011 um 18:50
@Kaetzchen
DieKatzenlady schrieb:Hieß es nicht mal irgendwo, dass wir schon längst überfällig wären?
lol.

Es gibt mehr als genug "Prophezeiungen" :D


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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

13.01.2011 um 19:24
@Keysibuna

nein dabei ging es irgendwie um Statistiken, wann hier immer ein großer Komet einschlägt :D


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Keysibuna
ehemaliges Mitglied

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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

13.01.2011 um 19:35
@Kaetzchen

Ich denke schon das eine solche Liste existiert aber ich habe zu Zeit keins zu Verfügung ^^


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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

13.01.2011 um 21:38
@Kaetzchen
Diskussion: Eine eventuelle Antwort auf das Massensterben von Tieren

Nach dem Thema dieses Threads sind wir statistisch gesehen überfällig. Das hat aber herzlich wenig Aussagekraft.


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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

13.01.2011 um 23:05
Also ich selbst denke, dass immer wieder Menschen den ,,Weltuntergang" verkünden und andere ihnen dies glauben, weil es sich hier um eine ultimative Form des Selbstbeweises handelt.

Wenn man vorhergesagt hat, dass die Welt untergeht und dies einträfe, dann hätte man bewiesen, dass der eigene Glaube absolut korrekt ist. Denn normalerweise verbinden ja solche Propheten ihre Ankündigungen auch mit Wegen zu Rettung.
Für die ,,Gläubigen" wäre es wiederum der ultimative Beweis, dass SIE zur ,,auserwählten Elite" gehören, die alleine recht hatte und deshalb überleben/in einen paradiesischen Zustand gelangen wird.

Hinzu kommt selbstverständlich noch der Macht- und Kommerz-Aspekt bei vielen falschen Propheten - sie können ihre Gläubigen so manipulieren, dass diese ihnen aus der Hand fressen und ihren Befehlen folgen, ihnen Geld und Vergünstigungen geben usw.

Von wegen:,,Spendet an mich und ihr werdet gerettet! / Macht ganz genau, was ich sage und ihr werdet gerettet!".

Es ist insofern auch ein Spiel mit der Angst der Menschen.


Meiner persönlichen Meinung nach ist auch dies ein Punkt, von dem zumindest der christliche Glaube eigentlich befreien sollte.
Denn dort heißt es nach meinem Verständnis sinngemäß:,,Du weißt nicht, wann das Ende kommt. Du weißt nicht, wie du dich retten kannst. Also vertraue auf Gott und Jesus, lebe ein gutes Leben, helfe Hilfsbedürftigen, lebe jeden Tag anständig."


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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

13.01.2011 um 23:16
Sorry, dass ich dazwischen platze.
Aber bei dem Threadtitel kam mir spontan die Frage in den Kopf "Hatten die denn schonmal Glaubwürdigkeit?"


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BlackFlame
ehemaliges Mitglied

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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

13.01.2011 um 23:27
Das Spiel mit der Angst ist perfide.
Um Menschen dazu zu bringen gewisse Dinge zu tun oder zu lassen gibt es sehr simple Methoden: Gewalt und Angst.
Da Gewalt aber mehr Energie kostet ist die Angst wohl der größte Schwachpunkt der menschlichen Psyche.
Da wir aber erstmal einen Weg finden müssten, um die menschliche Angst einzudämmen, wird es auch immer Leute geben, die diese Schwäche ausnutzen werden.

Du kannst einem Menschen alles einreden, solange du gleichzeitig genügend seiner Ängste aktivierst und damit auch die rationalen Denkweisen lähmst, wird die durchschnittliche Glaubwürdigkeit der "Propheten" niemals gegen 0 gehen.
Das hat beispielsweise mit der Hölle oder dem schlechten Karma schon super geklappt.
Grandiose Geschichten, die man aber leider nicht wie ein Buch zuklappen und ins Regal stellen kann.

So gesehen hätte J. K. Rowling sicher auch das Mittelalter wieder erschaffen können, wenn sie ihre Bücher etwas anders geschrieben hätte. ;)


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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

13.01.2011 um 23:28
@ghostfear1983

Jaha,

seit 1000 den von Jahren und immer bei den gleichen Menschen...


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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

14.01.2011 um 01:09
Lust an der Apokalypse
Was hinter der Katastrophenrhetorik steckt.

Von Thea Dorn





Traditionell überlassen wir den Part des Propheten, der durch unsere unwirtlichen Städte wandert und die Menschen lautstark zur Umkehr mahnt, dem kleinen Kreis bibelfester Obdachloser. Doch seit die Finanzkrise Banken gesprengt und die Automobilindustrie ins Stottern gebracht hat, sind auch die gebildeten Stände von einer aggressiven Prophetitis befallen. Nun treibt auch sie das Bedürfnis um, das Ende der "großen Hure Babylon" zu verkünden. So war von Thomas Friedman, einem der prominentesten Kolumnisten der "New York Times", zum Jahresende 2008 zu lesen: "In letzter Zeit gehe ich in Restaurants, schaue mich an den Tischen um, an denen es immer noch von jungen Leuten wimmelt, und ich habe dieses Bedürfnis, von Tisch zu Tisch zu gehen und zu sagen: ,Sie kennen mich nicht, aber ich muss Ihnen sagen, Sie sollten hier nicht sein. Sie sollten Ihr Geld sparen. Sie sollten Ihren Thunfisch zu Hause essen. Diese Finanzkrise ist bei weitem noch nicht vorbei. Wir sind nur am Ende des Anfangs. Bitte lassen Sie sich Ihr Steak einpacken, und gehen Sie nach Hause.'"

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete darüber, und anstatt zu fragen, ob es nicht atemberaubend unverantwortlich ist, wenn ein einflussreicher Wirtschaftsfeuilletonist den apokalyptischen Harlekin gibt, sinnierte der Herausgeber Frank Schirrmacher über "die Evolution einer Krise, deren Dramatik buchstäblich mit jeder Woche neue rhetorische Maßnahmen verlangt". Ein herzloser Tropf, wer im Angesicht der Krise als Erstes an politische und ökonomische Maßnahmen denkt.

Nun ist der Schwanengesang, das Hohelied vom baldigen Ende der Menschheit, beileibe keine Erfindung unserer Tage. Die Bibel ist gerade mal sieben Kapitel alt, schon schickt der Herr die Sintflut, auch im Gilgamesch-Epos bestellen die Götter den großen Regen, während die Edda eher auf den Weltenbrand setzt. Die Menschen des Mittelalters waren alle naslang sicher, von einem Kometen oder der Pest kollektiv ausgelöscht zu werden. Auch das 20. Jahrhundert begann - noch vor der realen Katastrophe des Ersten Weltkriegs - mit der fiebrigen Erwartung des Halleyschen Kometen. Kaum hatte man den nationalsozialistischen Terror hinter sich gelassen, erhitzte die Angst vor dem Atomtod die Gemüter bis an den Rand der Kernschmelze. In den Siebzigern entdeckte der Club of Rome die Ökologie als weites Feld für Untergänge. Und die Achtziger bescherten uns die spezifisch deutsche Spielart dieser Angst: das Waldsterben.

Es ist also nichts Neues, wenn in unseren Tagen wahlweise die Vogelgrippe, der Millennium-Bug, die demografische Entwicklung, die Erderwärmung oder aktuell die Wirtschaftskrise als Reiter der Apokalypse besungen werden. Das Geschäft mit der Angst dürfte das in Wahrheit älteste Gewerbe der Welt sein. Neu ist allerdings, dass sich die Apokalypsen in immer rasanterem Wechsel ablösen. So wie Starbucks uns jeden Monat mit einem anderen "Coffee Highlight" bei Laune hält, kredenzen uns die Massenmedien mittlerweile den Untergang des Monats. Nicht die "Evolution der Krise" verlangt jede Woche nach "neuen rhetorischen Maßnahmen". Presseorgane tun es, bei denen der Lautstärkeregler offensichtlich nur in eine Richtung zu drehen ist.

"Es gibt Leute, die sich über den Weltuntergang trösten würden, wenn sie ihn nur vorhergesagt hätten", notiert Friedrich Hebbel 1845 in seinem Tagebuch. Und Friedrich Sieburg schreibt gut hundert Jahre später: "Ein wesentlicher Reiz unserer Zivilisation besteht in der Reichhaltigkeit der Palette, mit der wir die Menschheit malen, wie sie dem Grabe zuwankt. Man muss auch eine Sache, von der man nichts weiß, zu Ende denken können."

Doch Sieburg spottet nicht nur, er bietet auch eine Erklärung an für "die Lust am Untergang", die er als Lebensgefühl selbst in der aufstrebenden Wirtschaftswunder-Bundesrepublik allenthalben diagnostiziert: "Der Alltag der Demokratie mit seinen tristen Problemen ist langweilig, aber die bevorstehenden Katastrophen sind hochinteressant ... Wenn wir schon mit unserem Dasein nichts Rechtes mehr anzufangen wissen, dann wollen wir wenigstens am Ende einer weltgeschichtlichen Periode stehen. Richtig zu leben ist schwer, aber zum Untergang reicht es allemal."

Spricht also tatsächlich der Freudsche Todestrieb aus uns, "das wunderbare Sehnen dem Abgrund zu", wie Hölderlin es nannte? Auf den ersten Blick erscheint die Annahme absurd. Denn unsere Endzeitverkünder sind weit davon entfernt, wie Wotan in Richard Wagners "Der Ring des Nibelungen" zu donnern: "Nur Eines will ich noch: / das Ende - / das Ende! -"

In einem Punkt sind sich Wotan und die heutigen Apokalyptiker jedoch frappierend einig: Die Welt hat sich in eine grundverkehrte Richtung entwickelt und hätte es dafür verdient unterzugehen. Wie der Wagner-Gott sein gesamtes zivilisatorisches Werk als "herrische Pracht, göttlichen Prunkes prahlende Schmach" verflucht, geißeln auch unsere zürnenden Zeitgenossen den Way of Life, entlarven das fundamental Verheerende an unseren individualistisch-kapitalistischen Gesellschaften. Zweifel und moderate Töne sind ausgeschlossen.

In der Bundesrepublik wird schon länger solide und begeistert Katastrophenarbeit geleistet. Von sich rächenden Urgewalten weiß der Schriftsteller und Öko-Aktivist Carl Amery bereits in den achtziger Jahren zu berichten: "Das Waldsterben", schreibt er, "ist der untrüglich einsetzende Versuch der Gaia, d. h. des Lebewesens Erde, sich durch eine gewaltige Operation einer misslungenen Spezies zu entledigen ... Es erfordert die totale Revision unserer sogenannten Werte. Darunter läuft nichts mehr."

Philosophisch anspruchsvoller, aber nicht weniger "total" formuliert taucht der Gedanke des "darunter läuft nichts mehr" schon gut zwanzig Jahre früher in Karl Jaspers' Schrift "Die Atombombe und die Zukunft des Menschen" auf: "Vor der Drohung totaler Vernichtung sind wir zur Besinnung auf den Sinn unseres Daseins zurückgeworfen. Die Möglichkeit der totalen Zerstörung fordert unsere ganze innere Wirklichkeit heraus."

Hinter der Katastrophenrhetorik steckt die Sehnsucht: Der Mensch möge zur radikalen Umkehr finden. Deshalb reicht es auch nicht, die krisenhaften Exzesse unserer Lebensform zu benennen und nach konkreten, pragmatischen Auswegen zu suchen. Krisen sind von dieser Welt, gehören zur normalen Entwicklung der menschlichen Geschäfte. Katastrophen jedoch sind Ereignisse, die den Lauf der Dinge jäh unterbrechen, Eruptionen, die das Kontinuum sprengen, die Geschichte in eine andere Richtung zu reißen vermögen. Krisen machen das Leben auf unspektakuläre Weise anstrengend, weil sie die mühsame, sorgfältige Kleinarbeit der Nachbesserung und Feinjustierung erfordern. Katastrophen hingegen sind Zeiten der großen Geste. Die Katastrophe rüttelt das saturierte Individuum auf. Und gleichzeitig erlaubt sie ihm, sich zum Retter aufzuschwingen.

Niemand spielt die Rolle des erschütterten Erschütterers derzeit so gut wie Al Gore. Es ist mehr als eine menschelnde Zutat, wenn der Mann, der sich zu Beginn des Films "Eine unbequeme Wahrheit" mit dem Satz "Ich war früher mal der nächste Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika" vorstellt, später erzählt, wie seine Wendung zum Klimaretter geschah: Sein sechsjähriger Sohn rang nach einem Autounfall wochenlang mit dem Tod. Die private Katastrophe als Bekehrungserlebnis. Und gleichzeitig gibt der Friedensnobelpreisträger von 2007 halb selbstironisch zu, dass sein globaler Ökokreuzzug eine schöne Ablenkung von der Enttäuschung ist, das Präsidentenamt im Jahr 2000 so knapp verpasst zu haben. Selten lagen Ego-Show und Weltrettungsgestus dichter beieinander.

Seit ihren Anfängen zielt die Warnung vorm Weltuntergang darauf ab, die Menschheit in ihrem Größenwahn zu zügeln, sie daran zu erinnern, dass es Mächte gibt, die größer sind als sie selbst. Doch schlägt die vom Endzeitraben grell vorgetragene Mahnung zur großen Ein- und Umkehr nicht selbst in Hybris um, wenn sie sich dazu aufschwingt, unsere Gesellschaft insgesamt abzukanzeln und ihr deshalb die "totale Revision" zu verordnen? Steckt in dem Ekel, den unsere Apokalyptiker angesichts des alltäglichen Lebens offenbar empfinden, nicht doch etwas Lebensfeindliches, dem Freudschen Todestrieb Verwandtes?

Um Himmels willen, nein!, würden die guten Menschen von ihren Klima-, Demografie- und Live-8-Gipfeln herab rufen. Wir mahnen und rütteln doch gerade, weil wir das Leben lieben, die Menschheit retten, der nächsten Generation eine nicht verwüstete Erde hinterlassen wollen. Unser Ekel ist nicht der Ekel vor dem Leben als solchem, sondern der Ekel vor dem falschen, kapitalistischen, ausbeuterischen, entfremdeten, oberflächlichen, egoistischen Leben, wie wir es in den westlichen Gesellschaften führen. Aber warum machen sich unsere Apokalyptiker auf dem wohlwollenden Auge blind, warum sehen sie nur die gierigen Manager, die (noch) nicht beseitigte Armut, den Konsumismus, die billige Plastikkultur? Und nicht die verantwortungsvollen Unternehmer, die verbesserten Lebensbedingungen auch für die ärmeren Schichten, die Museen und Opernhäuser, die Naturschutzparks, die unsere angeblich so durch und durch verrottete Zivilisation ebenso hervorgebracht hat?

"Die ganze Richtung passt mir nicht." Der Spruch, den Kaiser Wilhelm II. getätigt haben soll, ziert auch die Wappen unserer unbarmherzigen Levitenleser. Aber was wäre die Richtung, die besser passte?

Den deutlichsten Aufschluss über die Hoffnungen der Endzeitverkünder gibt das Katastrophenkino à la "The Day after Tomorrow": Geschiedene Väter, die es am Vortag der Katastrophe noch nicht einmal fertiggebracht haben, ihren Sohn pünktlich zum Flughafen zu fahren, marschieren zu Fuß durch die plötzlich hereingebrochene Eiszeit, um ebenjenen Sohn aus einem in Eis und Schnee versunkenen New York herauszuholen. Penner und Millionärssöhnchen, die sich eben noch feindlich fremd aus dem Weg gingen, teilen sich den letzten Pullover.

Wem dies zu trivial erscheint, der möge bei Heinrich von Kleist nachlesen, in "Das Erdbeben in Chili" (1807). Der düstre Dichter ergeht sich ebenfalls in Schilderungen des klassenlosen, von Nächstenliebe durchströmten Idylls im Windschatten der Naturkatastrophe, auch seinem Protagonisten will es - wenigstens vorübergehend - so scheinen, "als ob das allgemeine Unglück alles, was ihm entronnen war, zu einer Familie gemacht hätte". Muss man so extreme Erfahrungen wie die Auschwitz-Überlebende Ruth Klüger gemacht haben, um zu erkennen, dass die Vorstellung, besonders großes Leid würde besonders humanisierend wirken, ebenso rührseliger wie fataler Kitsch ist?

Die Menschheit wird sich von dem schlechten Gewissen, das sie plagt, seit Prometheus den Göttern das Feuer geklaut und Eva und Adam vom Baum der Erkenntnis gekostet haben, nicht befreien, indem sie alle fünf Minuten den nächsten Weltuntergang herbeiphantasiert und dabei doch nur heimlich hofft, den Schleichweg zurück ins Paradies zu finden. Alle Wege dorthin sind verbaut. Und deshalb wird die Menschheit auch keine gerechteren Gesellschaften kreieren, indem sie an der Utopie festhält, Frieden herrsche erst dann, wenn alle Konflikte, Gegensätze und Widersprüchlichkeiten ausgemerzt, alle Zersplitterungen in einer großen Weltumarmung gekittet sind. Der Mensch ist aus krummem Holz gemacht. Jeder Versuch, aus ihm etwas gänzlich Gerades zu zimmern, hat bislang nur einen Ort erschaffen: die Hölle auf Erden.


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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

14.01.2011 um 14:37
Unsere Jugend ist heruntergekommen und zuchtlos. Die jungen Leute hören nicht mehr auf ihre Eltern. Das Ende der Welt ist nahe.

(Keilschrifttext aus Ur um 2000 v. Chr.)


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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

14.01.2011 um 14:40
@Legion4
Legion4 schrieb:Das Ende der Welt ist nahe.
Soooo nahe war es dann wohl doch nicht, wenn schon über 4000 Jahre dauert^^


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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

14.01.2011 um 14:41
@ghostfear1983

Ich wollte damit schon andeuten, dass seit die Menschen zuviel Zeit haben, sich über solche Dinge gedanken zu machen, schwafeln irgendwelche Prediger etwas vom weltuntergang...


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BlackFlame
ehemaliges Mitglied

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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

14.01.2011 um 16:42
@Legion4
Und seit die Menschen zu viel Zeit haben, kann die BILD auch über alles schreiben, was mindestens 2 Brüste hat...
Die Welt verblödet und k(aum )einer merkt es.
Da soll noch einmal einer ankommen und gegen die Theorie unserer Abstammung vom Primaten wettern. ;)


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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

07.01.2012 um 09:07
Zuerst solle man sich folgende Frage stellen:

Welche "Propheten" sind ueberhaupt gemeint?

Jeder Mensch kann sich als Propheten ausgeben.
Reden wir hier aber von z.B alttestamentlichen Propheten, die auch viel ueber die Endzeit, usw. geschrieben haben, man siehe z.B Hesekiel, Daniel, dann ist das natuerlich etwas anderes, da die biblischen Propheten eine Genauigkeitsrate von 100 Prozent haben ( da man mir nicht glauben mag, werde ich spaeter zu gegebener Zeit genauer auf diese Tatsache eingehen ).

Um den weiteren Gespraechsverlauf zu praezisieren, muss ich an dieser Stelle sagen, dass ich Christ bin u. mich an der Bibel orientiere.

Aber nichts desto weniger ist das oben beschriebene eine Tatsache.


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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

07.01.2012 um 09:14
trece schrieb:Welche "Propheten" sind ueberhaupt gemeint?
All jene Personen, die behaupten, zu wissen, wie die Zukunft aussieht (und dabei dann ein konkretes Datum, an dem die Welt untergehen soll präsentieren). Diese Biblische Interpretation ist überhaupt nicht gemeint.


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Verlieren Weltuntergangspropheten endgültig ihre Glaubwürdigkeit?

07.01.2012 um 09:15
@trece

Das würde mich dann doch interessieren.

Welche biblischen Prophezeihungen gibt es denn, die zu 100% eingetreten sind?

(Mal davon abgesehen, daß ich nicht mal welche kenne, die präzise genug wären, eine solche Schlussfolgerung überhaupt zu ermöglichen.)


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