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Ist Verstehen Interpretation? (Frage AUCH an AD(H)S Erkrankte)

Ist Verstehen Interpretation? (Frage AUCH an AD(H)S Erkrankte)

22.03.2016 um 00:34
Moinsen,

Bin neu hier und habe zwischendurch so Fragen, die mir keiner beantworten kann. Viele bezeichnen meine Gedanken als Schwachsinn (hat verschiedene Ursachen), die anderen sind höflich.

Frage: Ist das Verstehen von Fragen, Aufgaben, Zusammenhängen Interpretation?

Mein Ansatz:
Wenn ein Schüler die Aufgabenstellung nicht versteht, versteht er sie dann falsch oder wie kann ich das verstehen? Ich liefere häufig "nicht erwartete Antworten". Mir wird daraufhin nahe gelegt, ich hätte die Fragestellung etc. nicht verstanden. Wenn ich aber eine Aufgabenstellung bekomme, dann fällt mir eine instinktiv exponentiell steigende Anzahl an Bearbeitungsmöglichkeiten ein. Ich muss mich somit für eine entscheiden und daraufhin die Antwort formulieren. Was mir dabei hilft, ist den erwarteten Bearbeitungs-Gedankengang zu gehen und eine Antwort zu geben. Damit liege ich meistens richtig. ABER! Auch in den Fällen, in denen ich nicht die "richtige" Antwort gebe, habe ich beim Auflösen, sprich der Veröffentlichung der erwarteten Antwort den konkret erwarteten Lösungsweg vorher schon vernommen. Somit habe ich mich dabei vertan, den korrekten Ansatz zu wählen.

Wie kann das sein und warum kennen die anderen Schüler und Mitmenschen dieses Problem nicht?


Verbildlichte Erklärung meiner Auffassung:

Fragestellung:
Schalten Sie das Radio an. Nun hören Sie vier Liedausschnitte. Ordnen Sie diese den entsprechenden Künstlern mit Angabe der Zeit und des Ortes zu und nennen Sie die Mittel, mit denen die Lieder entstanden sind.


Vorraussetzungen und Problematik:
Alle Teilnehmer haben ein Aufgabenblatt vor sich und ein Radio mit eingestelltem Sender auf dem Tisch liegen. Es ist somit nicht möglich, einen anderen Sender zu empfangen!
Ich habe ein Radio, das alle 15 Sekunden den Sender wechselt. Ich kann nach 15 Sekunden 2 Sender empfangen, nach 20 4 und so weiter... In diesem Zusammenhang muss ich mich für vier Liedausschnitte auf einem der Sender entscheiden, mit denen Ich die Aufgabe machen kann. Das raubt nebenbei viel zu viel Energie, aber meine Frage ist, ob ich die Frage nun falsch verstanden oder falsch interpretiert habe. Denn möglicherweise ist die Unschlüssigkeit bereits ein falsches Verstehen! Oder versteht man die Frage nicht, wenn man zwar auf Anhieb den richtigen Sender empfängt, aber keinen Liedausschnitt hört?


Wie ist es nun bei an AD(H)S erkrankten Menschen?

Hat jemand verstanden (running gag) worauf ich hinaus will? Wenn ja, dann Glückwunsch! Wenn nein, was denkt ihr denn jetzt über meinen Text? Und wenn ihr denkt: "Was für einen Schwachsinn redet der denn da?!?", dann habe ich vielleicht ADS oder so und es ist fucking Zeit, sich darum zu kümmern!

Danke.


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Ist Verstehen Interpretation? (Frage AUCH an AD(H)S Erkrankte)

22.03.2016 um 00:48
Viele Fragen sind einfach schlecht gestellt.

Auch an der Uni hatte ich es des öfteren das ich da nachfragen musste weil einige Fragestellungen mehrere Interpretationen zuließen. Jeder Fragensteller stellt seine Fragen aus seiner Sicht mit seinem Verständnis, dabei denkt er nicht "um die Ecke" weil er ja eine auf eine bestimmte Antwort hinarbeitet.

Der Gefragte hingegen kennt die erwartete Antwort nicht, insofern muss er die Frage analysieren und seiner Interpretation nach beantworten. Ein vorteil ist hier in jedem Fall das Lernen im schulischen oder universitäten Kontext. Man weiß dann eben auch oft was gefragt wird, weil man einfach eine vielzahl an Beispielaufgaben und deren Lösungen kennt etc.

Dieses stupide auswendig lernen das viele Menschen in Schule, Ausbildung und an der Uni betreiben führt tatsächlich oft dazu das Sie dann eben "gelernt" haben welche antworten auf welche Fragen kommen, da wird sich dann gar nicht damit auseinander gesetzt ob man die Frage auch noch anders verstehen könnte. Das führt zwar zu guten Noten, sorgt aber mEn für wenig verständnis der Thematiken an sich.

Ob du allerdings ADHS hast, ob du besonders schlau oder besonders doof bist, kann dir hier wohl niemand sagen. Wenn du besorgt bist ADS/ADHS zu haben, geh zum Arzt, schildere ihm das und dieser wird dich dann wohl an einen Neurologen weiterleiten der dies dann genauer erforscht.

Soweit ich weiß sieht die Medizin da bei Erwachsenen mit derlei "störungen" keinen wirklichen handlungsbedarf. Wenn du aber noch jugendlich bist, ist es evtl eine Maßnahme.

Dennoch würde ich nicht unbedingt zu medikamenten raten sondern eher dazu raten die andersartigkeit zu akzeptieren und durch förderung und fordern und genügend körperlichen ausgleich für ruhe im Karton zu sorgen.


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22.03.2016 um 00:57
Das ist ja schonmal eine tolle Antwort, danke dafür. So habe ich mir das auch gedacht. Ich muss aber warscheinlich einen neuen Thread in einem anderen Thema aufmachen, wenn ich die Problematik noch mehr auf meine Psyche beziehen will, als es jetzt schon ist (Ich kann ja nur von meinem Verständnis sprechen). Oder ist sie bereits im falschen Bereich?


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BigScreen
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23.03.2016 um 06:42
@Axel_Eugen

Du machst einen groben Fehler in Deinen Überlegungen.

In der Schule geht es nie darum selbständig denken zu lernen, sondern lernen, sich anzupassen. Es geht darum sich gegen die Konkurrenten durchzusetzen (zB. schummeln ohne aufzufallen, also Flexibilität beweisen). Ausserdem ist es ein Ziel, dass Du möglichst schnell und kritiklos die Vorgaben der Lehrer übernimmst, und durch dieses einseitige lernverhalten beweist, dass man Dich zu etwas gebrauchen kann, dass Du funktionierst. Wenn Du dem Lehrpersonal zustimmst, bemerkt dieses das und notiert im Geiste Deine Bereitschaft zur Unterstützung des in der Hierarchie höhergestellten. Du musst wenn Du eine Aufgabe korrekt beantworten willst, beweisen, dass Du dem Lehrer zuarbeiten kannst, indem Du ihm die Antworten gibst, die ER sich ausgedacht hat, und nicht Du, denn das ist nicht Deine Aufgabe (ausser auf Eliteschulen).

Viel Erfolg !


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23.03.2016 um 14:54
BigScreen hat es schon gut beschrieben, es geht noch darum, dass du selbst einen Wert darin erkennen musst, was einem der Lehrer nicht bei bringt, du stellst dir sicher oft die frage, warum ist das wichtig zu lernen oder? Wenn einem ein Lehrer nicht erklären kann, warum das wichtig ist und ob man das im Leben braucht, dann ist das eigentlich schon ein ausschluss Kreterium und ein beweis, dass es nicht in den Unterricht gehört. In der Schule wird auch nicht beigebracht in Zusammenhänge zu denken, was aber wichtig ist um die Dinge besser zu verstehen. ADHS ist nur ein Symptom deines Körpers, dass du deine Erfahrung sammeln möchtest und dich bewegen möchtest, neugierig bist usw. was eigentlich das wichtigste ist was ein Mensch besitzen kann, denn was hätte das Leben noch für ein Sinn, wenn man sich für nix neues mehr begeistern könnte? Dies zu unterdrücken, versucht die Schule mit ihren Still sitzen und zuhören Regeln, welche einen an Bekehrung aus Kirchen errinnert. Und wenn die Lehrer mit Autorität nicht schaffen das Kind ihrem Willen zu unterwerfen, dann schicken sie das Kind zum Arzt und es bekommt Ritalin wegen ADHS, was an Zynismus kaum zu toppen ist.
*Jetzt ernte ich sicher ein Shitstorm xD*


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24.03.2016 um 12:10
@Axel_Eugen
Hey ich verstehe dich voll und ganz.....HOFFE ICH!!!!

Ich bin zwar nicht mehr in der Schule aber ich weiß noch das ich ab und zu extreme Diskussionen,über die Auslegung der Fragen auslöste.
Damit nicht genug.........auch bei den Antworten oder meinen Lösungen unterschied ich mich stark von meinen Mitschülern...
Z.B. in Mathematik waren meine Lösungswege länger.Ich notierte jeden kleinen Schritt.......
Ich weiß nicht.Ich hatte das Gefühl mich selbst besser kontrollieren zu können.

Auch heute noch unterscheiden sich meine Ansichten und Antworten stark von der Allgemeinheit.......
Lange Zeit habe ich überlegt ob ich nicht ganz normal bin...
Soll ich dir was sagen......keiner ist Normal....ein Haufen Freaks treiben auf einer Blauen Kugel durchs Weltall...
Nach dem Schluß ging es mir besser.
Ich versuche nach bestem Wissen und Gewissen meine Mitmenschen zu verstehen....bei Abweichenden Fazits.....immer cool bleiben und Gemeinsamkeiten suchen.

Oder habe ich dich doch nicht verstanden????:-)


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27.03.2016 um 14:20
@Axel_Eugen
Die richtigen Fragen zu stellen ist eine Kunst die leider die wenigsten beherrschen. Von daher: Wer schon nicht die richtige Frage stellt kann natürlich nicht erwarten eine zufriedenstellende Antwort zu erhalten.


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02.04.2016 um 02:41
Für mich ist das meiste, das zu verstehen ist, eine Sache der eigenen Auffassung und demnach auch der Interpretation. :D
Man denkt eben in eine bestimmte Richtung und da ist jeder Mensch anders.


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03.04.2016 um 13:13
@Axel_Eugen

Hypersensitivität? ADHS? Asperger Syndrom? Atypischer Autismus?

Youtube: Deine Welt in anders! - Was ist Autismus?


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Ist Verstehen Interpretation? (Frage AUCH an AD(H)S Erkrankte)

27.05.2016 um 15:15
Also ich teile deine Auffassung @Axel_Eugen
mir geht es manchmal ähnlich, dass ich Fragen anders interpetiere und dann eine andere Antwort liefere, dies ist öfter der Fall, wenn ich die Antwort nicht kenne und darum andere suche. Das mit dem Radio verstehe ich nun nicht ganz, meinst du damit, dass die Beantwortungsmöglichkeiten der Antwort exponentiell steigen? Wenn ja, dann stimme ich dir auch hier zu, bei mir ist es so, dass sich mit jeder neuen Antwort und jeder neuen Interpretation der Frage wieder neue Antworten und Fragen ergeben. Für mich ist verstehen durchaus Interpretation, zumal die meisten Fragen als Grundlage für eine Diskussion dienen, da wäre es doch fatal, wenn es nur eine Antwort gäbe und alle Menschen nur diese Antwort kennen würden.


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28.05.2016 um 14:20
Kann ich auch nachvollziehen :D Es passiert mir gerade hier bei Allmy, relativ häufig, dass ich am Ende, wenn ich den Post abschicken will bemerke, dass die Antwort ganz anders ausgefallen ist, als mein Gesprächspartner es jetzt wahrscheinlich auf der Platte hat :D Und dann frag ich mich, ob ich mich verständlich genug ausgedrückt habe. Im Endeffekt wird es aber trotzdem so abgeschickt, wel ich es eben nicht besser erklären kann, in dem Moment


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20.06.2016 um 00:34
Prinzipiell wuerde ich dem Zustimmen, dass viele Fragen uneindeutig gestellt sind und daher mehrere Interpretationen zulassen. Und natuerlich: Verstehen ist nichts anderes, als Interpretieren. Im Grunde genommen ist jedes Verständnis eines Sachverhalts eine Interpretation desselben.

Deine Analogie @Axel_Eugen
Axel_Eugen schrieb am 22.03.2016:Alle Teilnehmer haben ein Aufgabenblatt vor sich und ein Radio mit eingestelltem Sender auf dem Tisch liegen. Es ist somit nicht möglich, einen anderen Sender zu empfangen!
Ich habe ein Radio, das alle 15 Sekunden den Sender wechselt. Ich kann nach 15 Sekunden 2 Sender empfangen, nach 20 4 und so weiter... In diesem Zusammenhang muss ich mich für vier Liedausschnitte auf einem der Sender entscheiden, mit denen Ich die Aufgabe machen kann. Das raubt nebenbei viel zu viel Energie, aber meine Frage ist, ob ich die Frage nun falsch verstanden oder falsch interpretiert habe. Denn möglicherweise ist die Unschlüssigkeit bereits ein falsches Verstehen! Oder versteht man die Frage nicht, wenn man zwar auf Anhieb den richtigen Sender empfängt, aber keinen Liedausschnitt hört?
hinkt aber gewaltig: In deinem Beispiel ist offensichtlich nicht die Fragestellung das Problem, denn diese verstehst du ja. Der Radiosender ist das Problem. Nun wuerde aber der Radiosender in der Analogie dem Vorwissen bzw. der zur Diskussion stehenden Sache entsprechen. In diesem Beispiel wuerde lediglich gezeigt, dass es dir schwer fällt, die eigentliche Sache wahrzunehmen, nicht aber dass du die Frage nicht verstehst.

Und @BigScreen und @Akani muss ich deutlich widersprechen. Schon mindestens seit den 1980er Jahren läuft es in der Schule nicht mehr so, dass man die Antworten der Lehrkräfte reproduzieren soll. Das Ziel aller Lehrpläne ist es, die Schuelrinnen und Schueler zu muendigen und selbständigen Buergern zu erziehen. Es geht darum, jedem das selbstständige Denken beizubringen. Freilich unterstuetzt unser System der Notengebung dieses Ziel nicht gerade. Auch gibt es Einschränkungen, nämlich dass mit dem Stellen der Frage natuerlich immer in eine gewisse Denkrichtung gelenkt wird. Dennoch will kein halbwegs moderner Lehrer darauf nur die Antworten hören, die er in seinem Kopf vorgefertigt hat. Jedes Hinterfragen wird positiv gewertet, solange es zumindest noch mit dem Thema zu tun hat, um das es gerade geht (nicht weil es sonst schlecht wäre, sondern weil man sich nicht vernuenftig mit einer Sache auseinandersetzen kann, wenn ständig das Thema gewechselt wird).


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20.06.2016 um 00:36
Ups, sorry hab gerade erst gesehen, dass die Antworten schon sehr alt sind.


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20.06.2016 um 00:54
verstehen ist interpretation die nach dem passieren des richtig/falsch filters richtig anzeigt...im fragesteller;)

verstehst Du?


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07.11.2016 um 18:06
Hallo,
entschuldigt, dass ich mich nicht mehr gemeldet habe: ich hatte das Forum vergessen.

@JimmyWho
JimmyWho schrieb am 22.03.2016:Viele Fragen sind einfach schlecht gestellt.
Ja, dem Stimme ich zu, doch man sollte nicht zwanghaft an der erwarteten Antwort vorbeireden.

@BigScreen
BigScreen schrieb am 23.03.2016:Du machst einen groben Fehler in Deinen Überlegungen.
In der Schule geht es nie darum selbständig denken zu lernen, sondern lernen, sich anzupassen..
Das ist vielleicht nicht das Ziel, man möge sich streiten, aber doch der erfolgreichste Weg.

@Akani
du stellst dir sicher oft die frage, warum ist das wichtig zu lernen oder?... Und wenn die Lehrer mit Autorität nicht schaffen das Kind ihrem Willen zu unterwerfen, dann schicken sie das Kind zum Arzt und es bekommt Ritalin wegen ADHS, was an Zynismus kaum zu toppen ist.
Dem stimme ich voll zu, so viele Menschen können garnicht AD(H)S haben, wie sie z.B. in den USA diagnostiziert werden. Die Menschen vergessen sowieso fast alles aus der Schule, daher finde ich vieles einfach nicht sinnvoll zu lernen. Viel eher würde meiner Meinung nach eine Umgebung nützen, die die Kinder und Jugendliche zu eigenen Erkenntnissen führt und daraus das Denken gefördert wird. (Das genauer zu beschreiben dauert sehr lange, entspricht nur bedingt dem Thema und ich denke es gibt solche Threads schon)

@KaoSKerosin
Ich bin zwar nicht mehr in der Schule aber ich weiß noch das ich ab und zu extreme Diskussionen,über die Auslegung der Fragen auslöste......auch bei den Antworten oder meinen Lösungen unterschied ich mich stark von meinen Mitschülern...Auch heute noch unterscheiden sich meine Ansichten und Antworten stark von der Allgemeinheit..keiner ist Normal.Nach dem Schluß ging es mir besser. Mitmenschen zu verstehen.immer cool bleiben und Gemeinsamkeiten suchen.
Das kann ich bestätigen, so bleibt man emotional und geistig gesund. :)

@McMurdo @Midori_Mori
McMurdo schrieb am 27.03.2016:Die richtigen Fragen zu stellen ist eine Kunst die leider die wenigsten beherrschen
Leider stimmt auch das, doch wie oben erwähnt, sollte man doch fähig sein, den allgemeinen Ansatz zu finden.

@canary
canary schrieb am 03.04.2016:Hypersensitivität? ADHS? Asperger Syndrom? Atypischer Autismus?
Gute Frage, Autismus schonmal nicht, möglicherweise ADS

@redlife
redlife schrieb am 27.05.2016:mir geht es manchmal ähnlich, dass ich Fragen anders interpetiere und dann eine andere Antwort liefere, dies ist öfter der Fall, wenn ich die Antwort nicht kenne und darum andere suche. Das mit dem Radio verstehe ich nun nicht ganz, meinst du damit, dass die Beantwortungsmöglichkeiten der Antwort exponentiell steigen?
Ja, das meinte ich damit. Es ist aber kein gutes Beispiel gewesen, ich hatte in dem Moment keine bessere Erklärung. Immerhin schonmal jemand, dem es ähnlich geht.

@neoschamane
neoschamane schrieb am 20.06.2016:verstehen ist interpretation die nach dem passieren des richtig/falsch filters richtig anzeigt...im fragesteller;)

verstehst Du?
Zu dem Ergebnis bin ich auch am Ende gekommen.

In meiner jetzigen Situation geht es mir viel besser, da eine Schilddrüsenunterfunktion festgestellt wurde, welche ich seitdem medikamentös ausgleiche.
Dadurch ist mein Selbstzweifel als Last abgefallen und ich kann meine Gedanken ebenfalls besser kontrollieren und mich konzentrieren. Die Interpretationsmöglichkeiten gibt es weiterhin, doch ich bin darin nicht mehr so verloren.


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21.11.2016 um 21:38
Ja, Verstehen ist subjektive Interpretation. Deswegen sprechen auch so viele Leute aneinander vorbei.
Es wird oft mehr in Fragen, oder Ausagen hineininterpretiert, als sie beinhalten.
Das macht die Kommunikation sehr anstregend.
Stell einer Gruppe eine Frage und es wird verschiedene Reaktionen geben.
In der Schule ist es eher so, dass Lehrer erwartet, dass Du antwortest, was vorher vorgekaut wurde.
Wenn ich mittlerweile bei Hausaufgaben helfe, möchte im am liebsten andere Antworten vorschlagen, die aber mit Sicherheit beim Lehrer nicht gut ankommen. :-D


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21.11.2016 um 21:45
Die deutsche Sprache lässt auch mehr Interpretaionsmöglichkeiten zu als andere Sprachen, wie ich finde.
Haben wir damals im Deutschunterricht an dieser Frage erörtert:
Keiner liebt Dich, wieso ich?


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22.11.2016 um 19:46
@oBARBIEoCUEo

Jawoll, noch jemand mit dieser Erkenntnis :)


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29.01.2017 um 04:41
Axel_Eugen schrieb am 22.03.2016:Wenn ein Schüler die Aufgabenstellung nicht versteht, versteht er sie dann falsch oder wie kann ich das verstehen? Ich liefere häufig "nicht erwartete Antworten". Mir wird daraufhin nahe gelegt, ich hätte die Fragestellung etc. nicht verstanden. Wenn ich aber eine Aufgabenstellung bekomme, dann fällt mir eine instinktiv exponentiell steigende Anzahl an Bearbeitungsmöglichkeiten ein.
Eine Frage ist immer eine Fusion aus einer Problemstellung und einem Kontext. Es scheint mir du würdest den Kontext nicht richtig mit der Problemstellung kombinieren weil die Problemstellung sofort deine gesamte Aufmerksamkeit einnimmt, und deshalb gelangst du zu einer anderen Antwort. Das kann man als ein Problem mit deiner Konzentration interpretieren was Ärzte natürlich wiederum als ADS interpretieren würden.

Ich weiß, der thread ist alt. Aber ich fand deine Frage so interessant das ich unbedingt darüber nachdenken musste.


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Ist Verstehen Interpretation? (Frage AUCH an AD(H)S Erkrankte)

29.01.2017 um 18:48
@FreakySmiley
Das macht nichts, ich beschäftige mich schon lange mit dieser und anderen Fragen
und eine weitere Meinung ist immer wünschenswert :D Es freut mich, wenn jemand Stoff zum Denken hat.

Das Phänomen ansich hast du so gesehen richtig erkannt. Mittlerweile bin ich jedoch der Ansicht, dass die Ursache woanders liegt, sprich nicht zwingend an einer Konzentrationsschwäche, sondern an dem Desinteresse und Missverständnis schulischer Arbeitsvorgänge.

Da ich die Waldorfschule besuchte und mit meinen Leistungen im 3er Bereich lag, hatte ich nie das Verlangen mehr für die Schule zu tun als nötig. Diese Schulform bedarf allerdings bis zur 12. oder gar 13. Klasse keine existenzielle Beachtung der an staatlichen Schulen von Anfang an geforderten Strukturen (Einleitung,Hauptteil,Schluss...). Es ist nicht so, dass dieser Aufbau und was eben dazu gehört nicht unterrichtet würde, doch es ist ein riesen Sprung von der 12. bis zur 13. Klasse - dem Abiturjahrgang. Wer also immer ohne Anstrengung durch kam, hat jetzt keine Ahnung wie die Klausuren zu verfassen sind - es ist zumindest nicht trainiert.

Ich führe mein Unverständnis der Aufgabenstellung also zum Großteil auf meine schlechte Vorbereitung zurück.
Diese beruht dennoch auf Verständnisproblemen, die den unteren Teil des Eisbergs darstellen.

Durch einen IQ - Test im Dezember wurde deutlich, dass ich sprachlich bei 130 Punkten lag, in den anderen Bereichen jedoch bei 80 bis 110.
Die Ergebnisse sind mir relativ egal, da mich nur diese Leistungsdifferenz interessiert.

Ich habe ein wenig gesucht und fand verschiedene Arten zu Denken/Verstehen.
Dazu gehört vor allem der auditorisch sequenzielle - und der visuell räumliche Lerntyp
http://www.kreismedienzentrum.landkreis-waldshut.de/zappel.htm - Hauptmerkmale dieser Typen

Ich zähle mich sehr zu den visuell räumlichen Denkern und gerade das ganzheitliche Betrachten, das ich zwingend zum Verständnis benötige, führte in der Schule zu seltsamen Äußerungen. Mit dieser Erkenntnis des visuell räumlichen Denkens lässt sich eine Menge erklären, denn meine Mitschüler lernten ja nicht auf diese Weise. Ich musste die zentrale Bedeutung des Unterrichtsmaterials also in eine Metaphorik verpacken, der meine Mitschüler - und vor allem Lehrer - folgen konnten. War diese gelungen, so gab es eine positive Rückmeldung, war sie es nicht, führte dies zu "der redet Schwachsinn".

Es fällt auf, dass viele Menschen mit ADS als auch viele Hochbegabte zu einer visuellen Denkweise tendieren. Ebenfalls begleitet sowohl
die ADSler und die Visuellen ein Zeitdruck, der zu Stress führt, da die einen sich nicht auf die Aufgabe fokussieren können und letztere
die Aufgabe und Thematik in eine dreidimensionale Vorstellung übersetzen und dann diese akurat wiedergeben sollen. Man sieht, dass der Außenstehende oder eben der Neurologe Schwierigkeiten hat, die Symptome dem einen oder anderen zuzuordnen.

Ich hoffe, die Thematik etwas weiter beleuchtet zu haben und bin natürlich weiter an konstruktiven Beiträgen interessiert.
Falls jemand ähnliche Probleme bei sich feststellen kann, findet er hier vielleicht eine Idee in welche Richtung es gehen könnte.

Was mir jetzt als Frage bleibt ist ob ich durch die Einnahme von Ritalin wesentlich gezielter und besser denken kann, als es jetzt der Fall ist.


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