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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

40 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Bewusstsein, Qualia, Teleporterparadoxon ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

21.11.2025 um 19:12

Symbolsystem des Ontophänomenalismus (OP)



Vorwort:


Ich habe mir ein paar Symbole überlegt, auch um den Ontophänomenalismus gegenüber IIT deutlich abzugrenzen, dazu schreibe ich aber noch extra etwas. Die Formulierungen klingen eventuell etwas abgehoben und kompliziert, der Grund ist so präzise wie möglich zu sein und nicht besonders klug und intelligent zu wirken.



1. Allgemein:


Es muss sprachlich und formal sauber getrennt werden, zwischen dem unbeschreibbaren Grund („Existenz“ = \color{#f0e0d0}Ω) und den Dingen, die in diesem Grund auftauchen (Manifestationen \color{#f0e0d0}Ψ).

Die Existenz wird im Ontophänomenalismus nicht definiert, sondern gesetzt, \color{#f0e0d0}Ω ist die Grundmenge.

Existenz ist damit nicht ableitbar und nicht weiter reduzierbar. Das Substrat \color{#f0e0d0}Ω selbst kann nicht weiter beschrieben werden — genauso wenig wie ein Physiker erklärt, woraus Energie besteht.


Im Ontophänomenalismus sind ausschließlich die Manifestationen ψ in Ω Gegenstand formaler Beschreibung:

Im Rahmen des Ontophänomenalismus ist die Existenz \color{#f0e0d0}Ω als Grundgröße nicht mess- oder beschreibbar. Formalisierbar und quantifizierbar sind allein die Manifestationen \color{#f0e0d0}\psi_x, also die dynamischen Strukturen innerhalb von \color{#f0e0d0}Ω.

Die Attraktoren (ψ-Strukturen) sind dynamische Manifestationen, lokal, messbar (mittels ρ, Persistenz, Basin-Größen etc.) — und sie sind das, was wir im Alltag als Dinge, Wahrnehmungen oder Qualia benennen.


Wichtig:

  • Eine konkrete Manifestation \color{#f0e0d0}\psi_{IA} (eine Ich-Quale) ist nicht identisch mit \color{#f0e0d0}Ω. Denn \color{#f0e0d0}Ω ist der unerschöpfliche Hintergrund; \color{#f0e0d0}\psi_{IA} ist eine lokale Erscheinung darin.

  • Man kann sein individuelles Bewusstsein verlieren (funktionell, rapportbar), aber niemals die Existenz/Basis \color{#f0e0d0}Ω. Was wir „bewusstlos“ nennen, ist im Ontophänomenalismus eine Verringerung oder Abschwächung der relationalen Kopplung zwischen bestimmten Manifestationen (z. B. \color{#f0e0d0}\psi_{IA} ↔ \psi_{BA}), nicht das Verschwinden von \color{#f0e0d0}Ω oder der betreffenden \color{#f0e0d0}\psi per se.



2. Axiome und Begriffe des Ontophänomenalismus:


  • (E) Existenz

    \color{#f0e0d0}\square\hspace{2px}\exists\,\hspace{2px}\Omega ➜ Es gibt einen ontophänomenalen Phasenraum Ω.

    \color{#f0e0d0}Ω = Existenz = Bewusstsein = ontophänomenalen Phasenraum (OPP).

    Mathematisch arbeiten der Ontophänomenalismus \color{#f0e0d0}Ω mit einer strikt positiven Dichte \color{#f0e0d0}ρ:Ω→R_≥ε (für ein \color{#f0e0d0}ε\hspace{2px}>\hspace{2px}0).

    Damit ist absolute „Leere“ ausgeschlossen \color{#f0e0d0}∀\hspace{2px}x\hspace{2px}∈\hspace{2px}Ω:\hspace{2px} ρ(x)\hspace{2px}≥\hspace{2px}ε\hspace{2px}>\hspace{2px}0.

    Im Ontophänomenalismus manifestiert sich so natürlich kein „Nichts“. Jede Region im Phasenraum \color{#f0e0d0}Ω hat immer eine minimale Dichte \color{#f0e0d0}\rho \hspace{2px}\ge\hspace{2px} \varepsilon\hspace{2px} >\hspace{2px} 0, auch wenn sie sehr klein ist.

    Ein Attraktor \color{#f0e0d0}\psi_x kann so klein werden, dass er praktisch nicht mehr messbar ist und im „Grundrauschen“ untergeht. Das bedeutet, dass immer schon etwas „da“ ist — absolute Leere existiert nicht. So entsteht automatisch die Basis, auf der Manifestationen \color{#f0e0d0}\psi_x auftreten und Relationen zwischen Attraktoren gebildet werden können.



  • (M) Manifestation

    Manifestationen (Attraktoren) sind messbare Teilstrukturen \color{#f0e0d0}Ψ\hspace{2px}⊆\hspace{2px}Ω.

    Als technische Größe gibt es die Manifestations-Stärke (Integrationsmaß) mit Formelzeichen \color{#f0e0d0}S_Ψ.

    • \color{#f0e0d0}Ψ bezeichnet die Klasse aller möglichen Manifestationen (Typ-/Form-Ebene)
    • \color{#f0e0d0}ψ_x bezeichnet konkrete, einzelne Manifestationen / Attraktoren (Instanzen)



  • Dichte (\color{#f0e0d0}ρ)

    Die Dichte \color{#f0e0d0}ρ:Ω\hspace{2px}→\hspace{2px}R_≥ε ist ein lokales Skalarfeld auf \color{#f0e0d0}Ω. Sie repräsentiert die lokale Neigung des phänomenalen Feldes, sich in bestimmten Regionen zu manifestieren — also eine „Intensität pro Raumanteil“ im Phasenraum.



  • Manifestations-Stärke (\color{#f0e0d0}S_ψ)

    Für eine messbare Teilstruktur \color{#f0e0d0}ψ_x\hspace{2px}⊆\hspace{2px}Ω ist die Manifestations-Stärke \color{#f0e0d0}S_\psi:=\hspace{2px}\int_{\psi}\hspace{2px}\rho(x)\,\hspace{2px}\mathrm{d}\mu(x) das Integrationsmaß über \color{#f0e0d0}ψ: es erfasst die kombinierte Wirkung von lokaler Dichte und räumlicher Ausdehnung der Manifestation — also „Stärke = Intensität × Umfang“.

    Begrifflich: \color{#f0e0d0}S_\psi misst die Integration / das Ausmaß, in dem die Manifestation \color{#f0e0d0}ψ_x in \color{#f0e0d0}Ω vertreten ist — Intensity × Umfang im Phasenraum. Je größer und stabiler ein Attraktor wird, desto größer seine Manifestations-Stärke.

    Eine \color{#f0e0d0}\psi_x gilt als manifestiert genau dann, wenn \color{#f0e0d0} Persistenz\hspace{2px}(\psi)\hspace{2px}≥\hspace{2px}δ, wobei \color{#f0e0d0}τ,\hspace{2px}δ\hspace{2px}>\hspace{2px}0 die Schwellenwerte für (Integrationsmaß und Zeitskala) darstellen.



  • Phänomene \color{#f0e0d0}P sind primär Relationen zwischen manifestierten \color{#f0e0d0}\psi-Strukturen.


    Notation & Sprachregel

    • \color{#f0e0d0}Ω — ontophänomenaler Phasenraum (OPP, Existenz / Bewusstsein).
    • \color{#f0e0d0}ψ_x — Manifestation / Attraktor (in \color{#f0e0d0}Ω).
    • \color{#f0e0d0}P — Phänomen (Relation zwischen manifestierten \color{#f0e0d0}ψ_x).

    • Sprachkonvention: Der Ontophänomenalismus benutzen konsequent „manifestiert“ statt das Prädikat „existiert“.


    Beispiel

    Wenn ein Person-Attraktor \color{#f0e0d0}ψ_{PA} einen Lichtpunkt wahrnimmt, ist das Licht selbst als Attraktor \color{#f0e0d0}ψ_{Licht}\hspace{2px}⊂\hspace{2px}Ω manifestiert.

    Damit ein erkennbares Phänomen entsteht, muss \color{#f0e0d0}ψ_{Licht} genügend Manifestations-Stärke \color{#f0e0d0}S_{ψ_{Licht}} und eine ausreichend hohe Dichte \color{#f0e0d0}ρ(x) besitzen, sodass eine Relation zwischen \color{#f0e0d0}ψ_{PA} und \color{#f0e0d0}ψ_{Licht} etabliert wird.

    Erst diese Relation erzeugt das konkrete Erlebnis — die Quale des Lichtsehens — innerhalb des ontophänomenalen Feldes.



3. Kurze FAQ:


  1. Heißt das, „Existenz“ ist jetzt eine Eigenschaft?

    Nein. Im Ontophänomenalismus ist „Existenz“ die Bezeichnung für den ontophänomenalen Phasenraum \color{#f0e0d0}Ω. Etwas „hat“ nicht die Eigenschaft Existenz — vielmehr ist es manifestiert, weil es Teil von \color{#f0e0d0}Ω ist. Das vermeidet die reflexive Falle „Existenz hat die Eigenschaft existiert“.



  2. Warum „manifestiert“ statt „existiert“?

    „Manifestiert“ hebt hervor, dass Entitäten dynamisch in \color{#f0e0d0}Ω auftauchen: eine Manifestation ist ein stabiler, messbarer Attraktor (\color{#f0e0d0}ψ_x). Wortwahl sorgt für konzeptionelle Klarheit: Existenz = Bühne; Manifestation = Erscheinung auf dieser Bühne.



  3. Was sind ρ, τ, δ praktisch?

    • \color{#f0e0d0}\rho misst die lokale Intensität des Feldes — die Manifestationsdichte.
    • \color{#f0e0d0}\tau ist die Mindest-Integrationsstärke
    • \color{#f0e0d0}S_ψ ab der ein Attraktor \color{#f0e0d0}ψ_x als manifestiert gilt.
    • \color{#f0e0d0}\delta ist die minimale Persistenzdauer (Zeitskala), über die \color{#f0e0d0}ψ_x stabil bleiben muss.

    In Simulationen werden konkrete Werte gewählt; philosophisch handelt es sich um Prinzip-Parameter, die das Verhältnis von Dichte, Stärke und Persistenz definieren.



  4. Wie grenzt sich das von IIT ab?

    Der Ontophänomenalismus kann IIT-Maße instrumentell nutzen (z. B. \color{#f0e0d0}\Phi_{IIT} als Indikator für Integration), verweigert aber IITs metaphysische Identitätsbehauptung („Psi (\color{#f0e0d0}\Phi) = Bewusstsein“). Im Ontophänomenalismus zeigen hohe Integrationswerte nur die Potenzialität von Manifestationen an, sie sind nicht deren Identität.

    Um von vornherein Verwechslungen zu vermeiden, verwendet der Ontophänomenalismus konsequent \color{#f0e0d0}ψ und nicht \color{#f0e0d0}\Phi.



  5. Was bedeutet „kein Nichts“ konkret?

    Ontologisch: es gibt kein punktuelles Vakuum ohne Manifestations-Intensität — \color{#f0e0d0}ρ(x) hat eine positive Untergrenze \color{#f0e0d0}ε\hspace{2px}>\hspace{2px}0. Damit ist „Nichts“ kein erlaubtes ontologisches Element.



Nachwort:


So, das hat viel mehr Zeit als gedacht gekostet, ich versuche hier erstmal einen klaren Formalismus zu entwickeln, ich hoffe @Mr.Dextar, dass ist so auch in Deinem Sinne. Du kannst Dich da gerne einbringen, hast Du ja auch schon. Eigentlich wollte ich das hier nur recht kurz schreiben und dann eben die Rolle der Mathematik ansprechen. Aber wenn man es ordentlich haben will, dauert es und ich weiß, hier würde noch viel mehr gehen. Doch es ist kein Paper zum Einreichen, sondern eine Diskussion im Forum und dafür denke ich doch, ist es schon recht ordentlich.

Und ja, ich weiß, einiges ist auch redundant, ich halte das aber nicht für nachteilig, im Gegenteil, Dinge werden unterschiedlich formuliert und man liest es mehrfach und kann sich dann später für eine Formulierung entscheiden.

Für eine deutlichere und ausführlichere Abgrenzung des Ontophänomenalismus gegenüber IIT hab ich auch Text vorbereitet, aber erstmal will ich hier nun das mit der Mathematik schreiben. Und an @Mr.Dextar, auch auf Deinen Beitrag werde ich noch antworten.


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

21.11.2025 um 19:14
Vorweg, um dem Thread richtig folgen zu können, bedarf es es Ahnung von den Grundlagen der Philosophie und auch der Aussagenlogik, so eben auch, was ein Axiom ist. Ohne dieses Grundlagenwissen, ist es nicht kaum möglich, dem Thread hier zu folgen.


Zitat von LeilanLeilan schrieb:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb am 04.11.2025:Der einzige Satz, der nicht logisch bestritten werden kann, lautet: Es gibt Existenz.
Es ist nicht ausreichend erklärt worden, was alles unter "Existenz" verstanden wird, ...
Das kannst Du nicht allgemein vorgegeben, Du magst es so sehen, dieser Meinung sein, mehr nicht. Der Begriff "Existenz" ist keine Raketenwissenschaft und in der Philosophie recht klar definiert. Davon abgesehen, hab ich dazu reicht was erklärt. Und mal ganz deutlich, wenn wer über die Entstehung und der Theorien des Mondes hier im Forum schreibt, dann muss er nicht den Begriff "Mond" selber noch groß erklären.

Und für Dich gerne noch mal kurz und einfach, Existenz ist alles was nicht Nichts ist. Mathematik existiert, Konstanten existieren, Zahlen und Mengen. Objekte der Physik, ebenso wie die welche wir und vorstellen und auch Gefühle existieren. Also ganz einfach.


Zitat von LeilanLeilan schrieb:... stattdessen wird ohne Begründung, dafür umso mehr autoritär festgelegt, Existenz sei mit Bewusstsein identisch:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb am 04.11.2025:Der Ontophänomenalismus .. ist eine ... Philosophie des Geistes, die Existenz und Bewusstsein als identisch postuliert.

Das wurde erklärt, und es nennt sich nicht "autoritär" festgelegt, sondern ein Axiom:
Ein Axiom (von altgriechisch ἀξίωμα axíoma „Forderung; Wille; Beschluss; Grundsatz; philos[ophisch]. […] Satz, der keines Beweises bedarf“, „Wertschätzung, Urteil, als wahr angenommener Grundsatz“) ist ein Grundsatz einer Theorie, einer Wissenschaft oder eines axiomatischen Systems, der innerhalb dieses Systems weder begründet noch deduktiv abgeleitet, sondern als Grundlage willentlich akzeptiert oder gesetzt wird.
Quelle: Wikipedia: Axiom

Gibt es in der Mathematik, @Mr.Dextar hat es erkannt und selbst sogar auf das ZFC verwiesen. Man gibt eben ein Axiom oder auch mehr vor und kann dann auch Dinge definiteren, dass ist ganz normal.


Zitat von LeilanLeilan schrieb:Auch der Stein existiert, hat aber kein Bewusstsein!
Du machst hier eine Tatsachenbehauptung der Nichtexistenz, etwas hat etwas anderes nicht. Nichtexistenz ist nicht zu belegen. Und dazu kommt, es gibt selbst in der Physik keinen Weg "Bewusstsein" als ein existentes Etwas zu belegen, es ist nicht mal klar definiert.

Bedeutet, Du (und auch kein anderer) kannst belegen, dass Du selbst Bewusstsein hast, dass es existiert. Und ganz sicher kannst Du nicht belegen, dass etwas kein Bewusstsein hat.

Es gab im Thread Künstliche Intelligenz (ja der Thread ist über 20 Jahre alt, aber noch immer aktuell) eine lange Debatte dazu, weil dort behauptet wurde, eine KI hat kein Bewusstsein, und das eben als Tatsache. Das ist so falsch, das kann man nicht belegen, man kann es glauben.


Dazu gab es, nach langer Debatte, eine ganz klare Ansage der Verwaltung:
Zitat von der_wichtder_wicht schrieb am 22.06.2025:Absolute Aussagen werden als Tatsachenbehauptungen gewertet.
Tatsachenbehauptungen sind zu belegen.
Nichtexistenz ist nun mal nicht belegbar und damit werden derartige Aussagen schwierig.
Das gilt recht sicher auch hier so.



Noch mal ganz allgemein zur Information, jeder der sachlich und konstruktiv hier über Philosophie und den unterschiedlichen Richtungen und den Sichtweisen gegenüber dem Ontophänomenalismus ist willkommen und eingeladen, auch User, die keine phänomenale Sichtweise haben, die dem Dualismus oder dem Pantheismus zugeneigt sind.

Ich möchte hier aber keine Grundlangen debattieren, was "Existenz" selbst als Begriff bedeutet, kann man nachlesen, so wie man zur Not auch nachlesen kann, was eine Stern oder ein Planet ist, wenn man wo in einem Thread über die unterschiedlichen Theorien der Erdentstehung diskutieren will. Auch da wird keiner groß anfangen solche Begriffe zu erklären.

In der Philosophie ist "Existenz" ein ganz zentraler Begriff, der muss nicht weiter große erklärt werden, und ich sage damit nicht, dass er nicht lange und kontrovers debattiert wurde und noch wird.

Dann sollte klar sein, dass Behauptungen wie: "ein Stein existiert, hat aber kein Bewusstsein", im philosophischen Kontext nun wenig bringen, hatte ich erklärt warum. Und auch diese Frage will ich hier nicht debattieren, wir haben dazu eigne Threads im Forum, die das so schon mehr oder weniger zum Thema haben und wenn das nicht reicht, macht man einen eigenen neuen Thread auf.

Hier im Thread geht es um den Ontophänomenalismus und wie er sich gegenüber anderen philosophischen Konzepten behauptet und abgrenzt und @Mr.Dextar hat mit seinen Beiträgen gezeigt, dass man das, mit entsprechenden Hintergrundwissen, so sehr gut diskutieren kann.


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

29.11.2025 um 14:01
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb am 04.11.2025:Jede Philosophie muss mit einem unerschütterlichen Ausgangspunkt beginnen, der keiner weiteren Begründung bedarf
was ist denn dieser unerschütterliche Ausgangspunkt in der kantischen Philosophie ?


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

08.12.2025 um 16:35
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb am 04.11.2025:Existenz ist Bewusstsein.
Worin unterscheidet sich dieser Ansatz von einem konsequent zu Ende gedachten Solipsismus?


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

08.12.2025 um 21:22
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb am 04.11.2025:Existenz ist Bewusstsein.
Worin unterscheidet sich dieser Ansatz von einem konsequent zu Ende gedachten Solipsismus?
Ja, es gibt eben immer noch etwas, ich habe versucht aber möglichst viel schon mitzunehmen und den Ontophänomenalismus (OP) abzugrenzen.

Nur um mal was allgemein kurz anzureißen, wer mag kann da einiges finden:
Solipsismus (lateinisch sōlus ‚allein‘ und ipse ‚selbst‘) bezeichnet in der Philosophie eine These oder Schlussfolgerung, nach der allein die Existenz des eigenen Ichs gewiss sein kann.
Quelle: Wikipedia: Solipsismus



Die Frage wäre erstmal, was ist für Dich ein "konsequent zu Ende gedachten Solipsismus" genau?

Zu Descartes hab ich ja einiges geschrieben, und schon abgegrenzt, aber gut, mal der Solipsismus, konsequent zu Ende gedacht, wäre doch eine recht radikale Isolation. Nur mein Bewusstsein existiert wirklich; die Welt, andere Menschen und sogar Physik sind reine Erfindungen oder Projektionen meines Geistes. Es gibt keine echte Intersubjektivität – alles ist subjektiv, einzigartig und unteilbar, ohne externe Realität.

Das führt zu einer Art "Gefängnis des Ichs", wo Stabilität (z. B. warum teilen wir eine Welt?) unerklärt bleibt.

Und ja, kann man machen, muss nicht falsch sein, durch Meditation oder dem passenden Halluzinogen in ausreichender Menge, kann man schon mal auf den Gedanken kommen, ich bin alles, es gibt nur mich, nichts ist außerhalb von mir. Warum auch nicht, ich denke ich habe hier und da vor vielen Jahren auch mal diesen Gedanken gehabt. Es gibt viele Ideen und Gedanken, die immer wieder auftauchen, mal so als Stichwort Aldous Huxley und Philosophia perennis, ich war ja in jüngeren Jahren öfter mal auf "spirituellen" Erfahrungsreisen und auch so durch nur Grübeln fand ich "Gedanken", die ich wo schon als Erkenntnis oder Wahrheit verstanden habe.

Das mag ja für Descartes mit seinem ego cogito, ergo sum wohl auch so gewesen sein, und das hat ja tiefe Spuren hinterlassen.

Aber nun zurück zum Solipsismus, ich finde da geht es dann nicht wirklich weiter und es erklärt ja auch nichts. Es gibt also nur mich, mein Bewusstsein, alles ist durch mich und nur in mir oder nur ich. Den Punkt kann ich gut verstehen und das ist ganz sicher der Fall, wenn ich luzid träume. Und das ist sehr interessant, ich spreche in diesen Träumen mit "Personen", anderen Menschen die von mir geträumt sind, ich erkläre denen sogar, dass sie nur Teil meines Traumes sind. Je nachdem über wie viel "Bewusstheit" man in so einem Traum verfügt, ist das recht unterschiedlich.

Doch wie gesagt, wenn ich das auf den Wachzustand übertrage und alles so sehe, dann ist da dann einfach nur ein Punkt, eine Ende, das beantwortet mir nicht meine Fragen und das sind die Fragen, die sich einige Menschen eben über 1.000 Jahre stellen.



Der Ontophänomenalismus ist hingegen ein universeller Monismus. Bewusstsein ist nicht auf ein Ich beschränkt, sondern ein ontophänomenaler Phasenraum (OPP), aus dem alle Existenz emergiert.

  • \color{#f0e0d0}\Psi: Protophänomenale Attraktoren im OPP (raumzeitlos, fundamental)
  • \color{#f0e0d0}\psi: Projizierte Erscheinungen in der Raumzeit (emergiert)

Ich weiß, hier fehlt noch sehr viel, ich habe die Mathematik noch immer nicht mit ihrer Rolle für den Ontophänomenalismus beschrieben, ich bin einfach immer tiefer eingetaucht und habe noch so viele Dinge gefunden und begrübelt, dass ich hier einfach noch nicht weitergekommen bin.

Und ich muss den OPP dann auch noch genauer beschreiben, daran hab ich die letzten Wochen gearbeitet. Der große Unterschied ist, dass Ontophänomenalismus auf Mathematik setzt und so beschrieben werden kann.

Der klassische Ansatz beginnt mit der Physik, aus Materie emergiert durch zunehmende Komplexität Bewusstsein, das dann die Mathematik entdeckt und versucht, sich selbst wieder physikalisch zu erklären – ein zirkulärer Weg, der die Physik an den Anfang stellt. Der Ontophänomenalismus dreht diese Reihenfolge um.

Bewusstsein ist das Fundament.



Die Frage nach seiner ‚Entstehung‘ aus Physik erweist sich so als Kategorienfehler. Oder anders gesagt, während die klassische Naturwissenschaft und Philosophie oft von der Physik ausgehen und Bewusstsein als deren komplexes Produkt begreifen, stellt der Ontophänomenalismus diese Abfolge auf den Kopf.

Für ihn ist Bewusstsein die primäre Gegebenheit. Die übliche Frage nach der Entstehung von Bewusstsein aus Materie wird damit zu einem Kategorienfehler – so, als wollte man fragen, wie die Leinwand aus dem Gemälde entsteht.“

Und diese Umkehrung ist stark, sie löst das „Hard Problem of Consciousness“ elegant auf, indem sie die erkenntnistheoretische Priorität des Phänomenalen (des unmittelbar Gegebenen) anerkennt und die physikalische Welt als stabile, intersubjektive Struktur in diesem "Bewusstseinsfeld" (ontophänomenaler Phasenraum) erklärt.

  • Kernaxiom: Existenz = Bewusstsein (phänomenales Erleben)
  • These: Die fundamentale Realität ist nicht Materie, sondern ontophänomenaler Phasenraum (OPP).
  • Konsequenz: Physikalische Welt (Materie, Raum, Zeit) sind emergente Muster in diesem Phasenraum.

Ein Problem ist es, den OPP nun sauber erstmal umgangssprachlich zu beschreiben, und dann natürlich auch mathematisch. Es gibt in der Physik schon Theorien, die versuchen Raum und Zeit emergent zu beschreiben, der Ontophänomenalismus geht hier mit OPP sehr weit. Der OPP bietet hier die protophänomenale Potenzialität (PPP), man kann es ein wenig mit dem Quantenvakuum vergleichen, konkret geht es aber Zeit emergent zu beschreiben.

Für uns Menschen ist Zeit einfach real, sie vergeht und aus die Maus, aber netterweise hat ja Einstein da was wie das Blockuniversum als Beschreibung der Raumzeit verbrochen. Die ersten philosophischen Überlegungen, ob Zeit "real" und fundamental ist, kamen glaub ich von Zenon von Elea und Parmenides, ist also lange her.



Wenn die Vorstellung vom Blockuniversum in der Physik soweit hingenommen wird, geht das auch mit dem OPP, er greift hier einfach nur tiefer, ich spare mir aber so vermutlich längere Debatten diesbezüglich, wenn ich auf das Blockuniversum verweise. Natürlich macht das so für normale Menschen das nicht ein Stück einfacher, was das Verstehen angeht. Attraktoren in einem Phasenraum und da wird was "ausgelesen", projiziert und es gibt aber keine Zeit? Ja ist schon eine Hausnummer, ergibt sich aber nun mal für den OPP recht zwingend.

\color{#f0e0d0}\psi(x) \;=\; \mathcal{P}_x[f\Psi](x)\;=\; \frac{1}{\sqrt{2\pi}} \int_{-\infty}^{\infty} f_\Psi(k)\, e^{ikx} \, dk

Der technische Teil (die Fourier-Transformation) ist einfach das mathematische Werkzeug, das – wie ein Komponist – aus vielen einzelnen reinen Schwingungen ein komplexes Muster zusammensetzt (oder es wieder in sie zerlegt).

Stellen wir uns vor, alles, was existiert – ein Elektron, ein Gedanke, ein Apfel – hat eine Art „Ur-Bauplan“ in einer fundamentalen Ebene der Realität (nennen wir den OPP). Dieser Bauplan ist keine feste Sache, sondern eher wie eine Sammlung aller Möglichkeiten, wie dieses Ding erscheinen könnte, die protophänomenale Potenzialität (PPP).

Unsere alltägliche Welt – mit Orten, Zeiten und festen Objekten – entsteht erst, wenn dieser Bauplan „abgespielt“ oder „projiziert“ wird. Das passiert durch unsere Wahrnehmung oder durch eine Messung.


Die mathematische Gleichung, beschreibt genau diesen Vorgang:

  • \color{#f0e0d0}\int_Ψ(k) = Der Ur-Bauplan (alle Möglichkeiten)
  • \color{#f0e0d0}P_x = Der Projektor oder „Übersetzer“, der den Bauplan in unsere Welt überträgt
  • \color{#f0e0d0}\psi(x) = Das, was dabei herauskommt, das konkrete Ding an einem konkreten Ort x, wie wir es erleben

Der kompliziert aussehende Teil mit dem Integral (\color{#f0e0d0}\int) ist im Grunde nur die Anleitung, wie man aus vielen einfachen „Schwingungen“ ein komplexes Ding zusammensetzt – so wie man aus vielen einzelnen Instrumenten eine Symphonie macht.


Das Wichtigste in einem Satz:

Diese Gleichung zeigt, wie die tiefere, möglichkeitsreiche Ebene der Realität in unsere konkrete, räumliche Welt übersetzt wird – und warum dabei Quantenphänomene wie die Unschärfe ganz natürlich auftreten.


Noch einfacher, als Bild:

  • Der Ur-Bauplan ist wie eine Musikpartitur.
  • Der Projektor ist wie ein Orchester, das die Partitur spielt.
  • Das Ergebnis ist die Musik, die wir hören – unsere sichtbare Welt.


Und da ich gleich zum Thema Zeit weit vorgreife, will ich hier noch mal sagen, ich werde im nächsten Beitrag erklären, wie man "frei" sein kann, wie das mit statisch und dynamisch ist, warum der OPP unendlich ist, und noch einiges mehr zum OPP.


Tauchen wir aber nun doch noch mal eben tief in die Quantenphysik ein, die Klein-Gordon-Gleichung (schreib ich jetzt nicht hier hin, bringt wohl keinem wirklich etwas), hier ist Zeit eine Koordinate auf gleicher Stufe wie Raum im d’Alembert-Operator. Die Kausalität ist explizit Lorentz-invariant, Raum und Zeit werden symmetrisch behandelt. Die Wahrscheinlichkeitsamplitude evolviert in der Zeit. Das Feld \color{#f0e0d0}\phi(x,t) ist ein objektives Feld über der Raumzeit. Also in der QFT werden die Felder \color{#f0e0d0}\hat{\phi}(x,t) über einer klassischen Raumzeit-Hintergrundmannigfaltigkeit definiert. Die Zeitkoordinate ist Teil dieser festen Bühne.

In der Allgemeinen Relativitätstheorie (ART) ist die Zeit kein fester Hintergrund. Sie ist eine Komponente der dynamischen Raumzeit-Metrik \color{#f0e0d0}g_{\mu\nu}. Die Metrik krümmt sich in Reaktion auf Materie und Energie (Einstein-Gleichungen). Damit ist Zeit lokal veränderlich – sie verlangsamt sich in Gravitationsfeldern und ist relativ zum Beobachter. Zeit wird hier also relational und dynamisch behandelt, nicht absolut.


Das fundamentale Problem, die Unvereinbarkeit:

Und hier liegt das Herzstück des Problems der Quantengravitation, die QM/QFT braucht eine feste, globale Zeit, um die Zustandsentwicklung zu definieren. Doch die ART sagt, dass es eine solche feste, globale Zeit nicht geben kann, weil die Raumzeit selbst dynamisch und gekrümmt ist. Es ist der Konflikt zwischen absolutem Hintergrund (QM) und dynamischer Geometrie (ART).



Der mögliche ontophänomenalistische Ausweg, Zeit als emergente Projektion:

Der OP löst diesen Konflikt auf radikale Weise auf, indem er sagt, Zeit ist weder ein fester Hintergrundparameter (QM) noch ein dynamisches Feld (ART) – sie ist beides nicht fundamental.


Stattdessen:

  • Im OPP gibt es keine Zeit. Es gibt nur die statische bzw. zyklische Gesamtheit aller Attraktorkonfigurationen (das „Block-OPP“).

  • Zeit entsteht emergent durch den Projektionsprozess \color{#f0e0d0}\mathcal{P}. Das Nacheinander der Erfahrung ist das Ergebnis, wie ein Ich-Attraktor (IA) die Zustände des OPP sequenziell „abtastet“ oder „ausliest“.

  • Was die QM als festen Parameter t missversteht, ist eigentlich dieser Abtastprozess.

  • Was die ART als dynamisches Feld \color{#f0e0d0}g_{00} beschreibt, ist die emergente Struktur dieser Projektion unter Berücksichtigung von Massen/Energie (also anderer Attraktoren).


Zusammengefasst:

Der Ontophänomenalismus bietet möglicherweise einen dritten Weg. Er erklärt, warum die QM empirisch recht hat, wenn sie Zeit als Parameter behandelt (weil unsere Messtechnik auf dieser Projektionsebene operiert), und warum die ART theoretisch recht hat, wenn sie Zeit als dynamisch behandelt (weil die Projektionsgeometrie durch andere Attraktoren gekrümmt wird). Beide sind Näherungen einer tieferen, zeitlosen Wirklichkeit – des OPP.

Auch das ist eine starke Motivationen für den Ontophänomenalismus, er bietet zumindest einen Ansatz um den scheinbar unüberbrückbaren Graben zwischen QM und ART als Folge eines gemeinsamen, tieferen Prinzips zu erklären.

Und mal hier an dem Punkt ganz deutlich, das sind Überlegungen, ich sage nicht, so ist es, das hier mit der QT ist wirklich auch für mich schwer, ich bin da auch nicht alleine dran und diskutiere das mit Freunden, die da schon Ahnung haben. Das ist alles noch auf der Basis von "könnte es nicht sein, dass ...". Es ist auch eine Suche nach Widersprüchen, wo passt es nicht und wie passt das zusammen, wenn der Ontophänomenalismus den Anspruch hat die Physik ableiten zu können, muss er auch richtige Antworten liefern, keine Widersprüche.

Ganz sicher bin ich nicht mit dem Ontophänomenalismus hier auf dem Weg zur TOE und träume von einem Nobelpreis, ich bin ein Underdog und was so eine Mathematik angeht ein kleines Licht, ...



Ja, wieder viel zu viel Text, ich schreibe ja auch allgemein und habe nun unstrukturiert mal wieder aus meinen Gedanken weit vorausgegriffen und vieles was hierhingeführt hat, einfach unterschlagen, ich werde es nachholen.

Ich will aber noch mal auf den Solipsismus zurückkommen, und will dazu eben noch mal zwei/drei primär wichtige Attraktoren im OPP ansprechen.


  • Der PA als Attraktor im OPP (fundamental):

    \color{#f0e0d0}\Psi_{\mathrm{PA}} \in \Omega


  • Seine Selbsterfahrung durch Selbstprojektion:

    \color{#f0e0d0}\psi_{\mathrm{PA}}^{\mathrm{(self)}}(\mathbf{x}, t) = \mathcal{P}_{\mathrm{PA}}[f_{\Psi_{\mathrm{PA}}}](\mathbf{x}, t)


Der Person-Attraktor (PA) ist ein fundamentaler Attraktor \color{#f0e0d0}\Psi_{\mathrm{PA}} im OPP, der sich aus der Resonanz zwischen Ich-Attraktor (\color{#f0e0d0}\Psi_{\mathrm{IA}}) und Body-Attraktor (\color{#f0e0d0}\Psi_{\mathrm{BA}}) zusammensetzt, \color{#f0e0d0}\Psi_{\mathrm{PA}} = \Psi_{\mathrm{IA}} ⊕ \Psi_{\mathrm{BA}} Beide stehen eng in Resonanz und interferieren, fehlt dem BA ein Bein, gibt es beim IA dann Schmerzen.

Diese beiden Teilattraktoren stehen in einer tiefen, ständigen Wechselwirkung – ihre Kopplung ist so eng, dass sie gemeinsam das projizierte Selbsterleben \color{#f0e0d0}\Psi_{\mathrm{PA}} in Raumzeit erzeugen, die Erfahrung, ein verkörpertes ‚Ich‘ zu sein.“ Der \color{#f0e0d0}\Psi_{\mathrm{IA}} hat im Ontophänomenalismus eine besondere Rolle, er ist der "Projektor", er liest aus dem OPP aus, er ist natürlich selbst Teil im OPP, aber dazu dann später mal mehr.

Individuelle "Ichs" sind lokale Attraktoren (rekursive Muster) im OPP – relational und intersubjektiv. Die Welt ist stabil durch das Prinzip der maximalen Entfaltung (Komplexität bei Kohärenz), und Physik entsteht aus gemeinsamen Relationen.

Solipsismus ist egozentrisch und isoliert; Ontophänomenalismus ist holistisch und verbindend – "Ich" ist Illusion, das Feld ist Alles.

Kurz ;), Solipsismus sagt "Nur ich bin", Ontophänomenalismus sagt "Alles ist Feld, und ich bin Muster darin".


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

08.12.2025 um 21:32
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb am 21.11.2025:Existenz ist alles was nicht Nichts ist
Aber:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb am 21.11.2025:Damit ist „Nichts“ kein erlaubtes ontologisches Element.
Ich würde mir gerne mehr Zeit nehmen, aber die habe ich leider nicht. Trotzdem wäre ich erfreut wenn du klar machen könntest wie du Existenz oder auch schlicht „etwas“ ohne „nichts“ verstehen willst.
Das leuchtet nicht ein, du willst auf der einen Seite sagen, das nichts nicht ist, aber um zu verstehen was ist, brauchen wir zumindest eine Vorstellung von Nichts.


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

08.12.2025 um 22:23
Zitat von paxitopaxito schrieb:Ich würde mir gerne mehr Zeit nehmen, aber die habe ich leider nicht. Trotzdem wäre ich erfreut wenn du klar machen könntest wie du Existenz oder auch schlicht „etwas“ ohne „nichts“ verstehen willst. Das leuchtet nicht ein, du willst auf der einen Seite sagen, das nichts nicht ist, aber um zu verstehen was ist, brauchen wir zumindest eine Vorstellung von Nichts.
Nun ja, mein Freund, hast Du es geschafft, hier zu schreiben, und so wie ich das lese, willst Du mir noch nicht den Kopf gründlich waschen und die Flausen aus dem Pelz ziehen. :D

Gut, dann ja, Du hast wo schon völlig recht. Also normalerweise versteht man "Etwas" kontrastiv zum "Nichts".



Der Ontophänomenalismus beginnt aber nicht mit dieser Unterscheidung, sondern mit einer erkenntnistheoretischen Gewissheit:

Der einzige unhintergehbare Ausgangspunkt ist: Dass überhaupt etwas erscheint. (Cogito-Erweiterung - Es erscheint, also ist Existenz.)

Von dieser Gewissheit aus lässt sich kein konsistenter Begriff eines absoluten ‚Nichts‘ mehr bilden. Jeder Versuch, sich ‚Nichts‘ vorzustellen oder zu behaupten, setzt bereits die Existenz des Denkaktes, der Sprache, des Kontextes voraus – also Etwas.


Die Aussage p(x) ≥ ε > 0 formalisiert genau das:

In der fundamentalen Ontologie gibt es keine Lücken, kein punktuelles Vakuum ohne phänomenale Intensität. "Nichts" ist kein Element der Ontologie, sondern ein begriffliches Grenzkonstrukt – ähnlich wie ‚absolute Stille‘ ein Grenzbegriff ist, obwohl es immer Grundrauschen gibt.


Mal kurz zusammengefasst:

Der Ontophänomenalismus definiert nicht "Etwas" gegen "Nichts", sondern startet mit der Tatsache des Erscheinens. Was man/wir üblicherweise "Nichts" nennen, ist im OP kein ontologischer Zustand, sondern die Abwesenheit bestimmter Manifestationen in einem immer schon existierenden Feld.


Es ist ein Paradigmenwechsel:

Nicht die Welt ist in einen leeren Raum gesetzt, sondern Raum und "Leere" sind besondere Muster in einem immer schon seienden phänomenalen Kontinuum.


Optional als Analogie:

Ähnlich wie in der allgemeinen Relativitätstheorie kein "außerhalb" der Raumzeit denkbar ist, gibt es im Ontophänomenalismus kein "außerhalb" oder "dazwischen" des ontophänomenalen Phasenraums. Die Frage nach dem "Nichts" ist so sinnvoll wie die Frage nach dem, "was vor dem Urknall war" – sie verfehlt die Struktur der Theorie.



Da der OPP keine Lücken (ρ ≥ ε > 0) erlaubt und "Nichts" kein ontologischer Zustand ist, dann kann der ontophänomenale Phasenraum (OPP) weder endlich noch begrenzt sein. Jede vermeintliche Grenze wäre selbst wieder Teil des OPP – also ist der OPP notwendig unendlich im ontologischen Sinne (nicht räumlich, sondern in seiner intrinsischen Fülle). Raumzeitliche Endlichkeit oder Unendlichkeit ist dagegen eine emergente Eigenschaft. Der OPP ist unendlich, weil es um das "Etwas" eben kein "Nichts" geben kann – jede denkbare Grenze läge selbst wieder im OPP, nicht in einem Nichts dahinter.

Aus der Bedingung (ρ ≥ ε > 0) und dem Ausschluss des Nichts als ontologischer Kategorie ergibt sich, dass der OPP keine Diskontinuität und keine absolute Grenze haben kann. Eine endliche Ausdehnung würde aber eine Grenze voraussetzen – und jenseits dieser Grenze müsste entweder wieder OPP (dann ist es keine echte Grenze) oder Nichts (ausgeschlossen) sein. Also bleibt nur Unendlichkeit oder eine geschlossene Topologie ohne Rand.

Wichtig dabei, hier ist "unendlich" nicht räumlich zu verstehen (der Raum ist ja emergent), sondern als ontologische Unerschöpflichkeit des phänomenalen Feldes.


Und schade, dass Du nicht mehr Zeit hast, ich hatte gedacht, dass von Dir da was kommen wird, auch gerade weil wir zwei ja sehr konträre Positionen haben.


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

09.12.2025 um 20:24
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Die Frage wäre erstmal, was ist für Dich ein "konsequent zu Ende gedachten Solipsismus" genau?
Solipsismus bedeutet zwar, dass alles, was sich meiner Wahrnehmung als Phänomen darbietet, als Bestandteil meines eigenen Bewusstseins begriffen wird, welches zugleich alles umfasst, was existiert, so dass daraus zunächst darauf geschlussfolgert wird, dass allein ich selbst existiere und folglich alles, was mir als außerhalb meiner selbst befindlich zu sein scheint, in Wahrheit eine Täuschung oder eine Illusion ist.

Konsequent weitergedacht ergibt sich aber, dass der Verweis auf ein Ich in Anbetracht der Tatsache, dass das eigene Bewusstsein zugleich die Totalität des Seins selber darstellt, eine obsolete Zuordnung darstellt. Der Ich-Begriff ist angesichts der Totalität des Bewusstseins, über das sich das Ich als Begriff konstituiert selber nur ein Wahrnehmungsinhalt, der sich im Zuge des Wahrnehmungsgeschehens als Konstrukt darbietet - analog zu den Phänomenen, die sich sonst der Wahrnehmung darbieten.

Nun sind Konstrukte anders geartet als Qualia, da eben nicht in irgendeiner Art und Weise farbig oder laut oder kalt usw. - aber sie erscheinen dem wahrnehmenden Subjekt dennoch auf eine Art und Weise, dass sie als Konstrukte begriffen werden können - analog zu Farben, Tönen oder Temperaturen. Im Unterschied zu westlichen Psychologien kennt man in östlichen Psychologien neben den bekannten fünf Sinnen (Sehen, Hören, Tasten, Riechen, Schmecken) noch den Denksinn als sechsten Sinn. Berücksichtigt man diesen, lassen sich Gedanken ebenfalls als wahrnehmbare Phänomene begreifen.

Geht man noch weiter in die Tiefe, wird auch das Subjekt und das Objekt der Wahrnehmung obsolet, da sich stets und ständig Wahrnehmen ereignet. Die Wirklichkeit des Bewusstseins erweist sich dann als identisch mit einem permanenten Prozess von Wahrnehmungen, der für sich genommen zeitlos und raumlos stattfindet, denn Raum und Zeit stellen ja wiederum illusionäre Konstrukte dar, die zwar mittels Denksinn wahrgenommen werden, aber als solche ebenfalls Teil dieses permanenten Wahrnehmungsprozesses sind.

Am Ende landet man in der Totalität eines unendlichen Prozesses, der sich über Wahrnehmungen konstituiert und seinerseits wieder Wahrnehmungen generiert. Die Vorstellungen von einem Ich und einem Bewusstsein und einem Subjekt und einer Vielzahl von Objekten einer sich in Abgrenzung zum Subjekt konstruierten Welt gehen darin auf und daraus hervor, ohne ihren grundlegenden Charakter als Wahrnehmungen in einem unendlichen Prozess zu verlieren.

Verglichen mit Deinem Ansatz sehe ich da keinen wesentlichen Unterschied - na gut, bei mir ist die Dynamik wesentlich, während bei Dir alles sehr statisch zu sein scheint, aber am Ende läuft es wohl auf dasselbe hinaus: Bewusstsein aka Wahrnehmungen ist identisch mit Existenz aka unendlicher Prozess.

Vielleicht erst mal bis dahin als Einstieg in die Diskussion von meiner Seite. Die Art und Weise Deiner Ausführlichkeit kann ich hier leider nicht reproduzieren, da das meine Fähigkeiten übersteigt. Ich bitte daher um Nachsicht, dass ich hier nicht mit Logik-Quantoren hantiere, um meine Ausführungen in ein formales Raster zu übertragen, mit dem dann operiert werden kann. Ich beschränke mich daher auf meine Fähigkeiten, meine Gedanken in lesbarem Deutsch zum Ausdruck zu bringen. Bei Bedarf muss ich später noch präzisieren, falls Unklarheiten entstanden sind.


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

09.12.2025 um 22:21
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Die Frage wäre erstmal, was ist für Dich ein "konsequent zu Ende gedachten Solipsismus" genau?
Solipsismus bedeutet zwar, dass alles, was sich meiner Wahrnehmung als Phänomen darbietet, als Bestandteil meines eigenen Bewusstseins begriffen wird, welches zugleich alles umfasst, was existiert, so dass daraus zunächst darauf geschlussfolgert wird, dass allein ich selbst existiere und folglich alles, was mir als außerhalb meiner selbst befindlich zu sein scheint, in Wahrheit eine Täuschung oder eine Illusion ist.
Ja nun, was ist Wahrheit, was nur Täuschung und Illusion, beim "außerhalb" gehe ich mit und der OP auch, das Außerhalb ist eine Vorstellung. Täuschung, Irrtum, Falsch, Illusion, kommt darauf an, wie man die Begriffe versteht.

Das nur ich existiere, dem stimme ich mal so nicht zu, gerne im Rahmen des Solipsismus, so sprach ich es auch an, aber nein, so weit gehe ich nicht.

Gibt mehr Gründe, aber alleine schon, sicher das Dein "ich" existiert?

Was genau soll das sein, eventuell ist auch das nur eine Täuschung oder ein Illusion, Descartes erklärt nun, man kann ja alles anzweifeln, bis darauf, dass man zweifelt, er gibt aber damit schon einiges vor. Existiert Zweifel? Vermutlich recht sicher.

Nun denke ich mal, man muss hier tiefer gehen, und fragen, ja wie ist dieses "ich" und was genau soll das bedeuten, es würde ja wo auch ewige Existenz und Unsterblichkeit implizieren, wir wissen aber, der Körper wird da recht sicher wo um 100 Jahre die Segel streichen. Nun hab ich mir auch überlegt, also schon vor Jahren, gut, ist so, könnte ja aber sein, ich wurde mir einmal bewusst, warum sollte ich mir nicht wieder bewusst werden können, jeder beliebiger Zeitraum dazwischen wäre für mich ja nicht wahrnehmbar. Also wäre ich aus meiner Perspektive kontinuierlich immer bewusst. Nur nicht immer ich, wenn ich nun zu "ich" alles von mir auch an Erfahrungen zähle. Also ein "Ich" wie nach einem Filmriss und einer harten Party, wo man sich tief ins Komma gesoffen hat. Und nein, mach ich in der Regel nicht, ich vertrage Alkohol nicht gut.

Da wacht man dann wo auf, weiß nicht wo, weiß erstmal oft nicht wer man ist, was passiert ist, welchen Tag man hat. Aber wenn man stolpert auf dem Weg zum Bad, auf die Nase fällt, dann tut es einem weh. Da ist dann eben ein "ich".



Ich habe mal vor Jahren, vielen Jahren das Buch hier gelesen:

7175
Bildquelle: https://buchlandung.de/shop/item/9783442217175/die-illusion-des-ich-von-alan-watts-kartoniertes-buch

Und das hat schon was, ein ewiges unendliches Ich, kann logisch nicht existieren, es muss zwangsläufig immer was vergessen, es kann nicht unendlich lange Wissen und Erfahrungen ansammeln.

Also werde ich mir mir immer bewusst sein? Möglich, aber bin ich dabei auch wirklich alles was existiert? Nein, wohl nicht.

Was ist mit Pi, oder √2, da haben wir unendlich viele Stellen, die existieren wirklich, sind fest, kann ja jeder immer wieder nachrechnen, die \color{#f0e0d0}{}^{5}100 ste Stelle von Pi, gibt es, ist immer derselbe Wert, werden wir aber nie kennen.

Wie bekommt man das unter einen Hut, oder alles ins "ich"?

Dann wäre in diesem Ich auch Potenziales, Mögliches, Unbekanntes, aber existentes. Es existiert, ist dem Ich aber nicht bekannt, soll aber Teil vom Ich sein, weil es ja nichts gibt, das existiert, dass nicht ich ist.

Ich könnte hier noch weiter machen, ich stoße hier aber auf Widersprüche und erkenne nicht den Sinn, so einer Form der Betrachtung. Was soll das bringen?


Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Konsequent weitergedacht ergibt sich aber, dass der Verweis auf ein Ich in Anbetracht der Tatsache, dass das eigene Bewusstsein zugleich die Totalität des Seins selber darstellt, eine obsolete Zuordnung darstellt. Der Ich-Begriff ist angesichts der Totalität des Bewusstseins, über das sich das Ich als Begriff konstituiert selber nur ein Wahrnehmungsinhalt, der sich im Zuge des Wahrnehmungsgeschehens als Konstrukt darbietet - analog zu den Phänomenen, die sich sonst der Wahrnehmung darbieten.
Ja, das Ich ist auch nur eine Vorstellung des Ichs vom Ich. Oder irgendwie so, selbstreflektiert, rekursiv, wie auch immer. Die IA im OP ist ja eine solcher Attraktor.


Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Nun sind Konstrukte anders geartet als Qualia, da eben nicht in irgendeiner Art und Weise farbig oder laut oder kalt usw. - aber sie erscheinen dem wahrnehmenden Subjekt dennoch auf eine Art und Weise, dass sie als Konstrukte begriffen werden können - analog zu Farben, Tönen oder Temperaturen.
Man spricht hier von Quale, also Einzahl von Qualia. Und Du trennst hier nun selber, in wahrnehmendes Subjekt und dann Wahrgenommenes, doch diese Trennung soll doch gerade eben nicht existieren, alles was dann da ist, bist Du, nur ein Ich. Eine Trennung in hier ich und da mein Wahrnehmungsinhalt macht so wo doch dann keinen Sinne, ich bin dann eben auch der Wahrnehmungsinhalt.


Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Im Unterschied zu westlichen Psychologien kennt man in östlichen Psychologien neben den bekannten fünf Sinnen (Sehen, Hören, Tasten, Riechen, Schmecken) noch den Denksinn als sechsten Sinn. Berücksichtigt man diesen, lassen sich Gedanken ebenfalls als wahrnehmbare Phänomene begreifen.
Ja, ...


Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Geht man noch weiter in die Tiefe, wird auch das Subjekt und das Objekt der Wahrnehmung obsolet, da sich stets und ständig Wahrnehmen ereignet. Die Wirklichkeit des Bewusstseins erweist sich dann als identisch mit einem permanenten Prozess von Wahrnehmungen, ...
Ja, ...


Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:... der für sich genommen zeitlos und raumlos stattfindet, denn Raum und Zeit stellen ja wiederum illusionäre Konstrukte dar, die zwar mittels Denksinn wahrgenommen werden, aber als solche ebenfalls Teil dieses permanenten Wahrnehmungsprozesses sind.
Ja nun, ich denke man muss hier schon genau auf die Kategorien achten, ich sehe Raum und Zeit nicht als illusionäre Konstrukte, sondern emergente Phänomene.


Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Am Ende landet man in der Totalität eines unendlichen Prozesses, der sich über Wahrnehmungen konstituiert und seinerseits wieder Wahrnehmungen generiert. Die Vorstellungen von einem Ich und einem Bewusstsein und einem Subjekt und einer Vielzahl von Objekten einer sich in Abgrenzung zum Subjekt konstruierten Welt gehen darin auf und daraus hervor, ohne ihren grundlegenden Charakter als Wahrnehmungen in einem unendlichen Prozess zu verlieren.
Ja, gut, mag eventuell so sein, ist nun mal eine Form der Beschreibung, ich will hier aber erstmal wissen, was soll das bringen? Wo ist da für mich die Antwort, der Mehrwert, was schöpfe ich nun als "ich" aus dieser Form der Darstellung, der Betrachtung?

Ich komme da weiterhin zu einem Ende, ja, könnte so sein, ist schön, und fertig. Wo soll es da dann weiter gehen, was soll darauf folgen, darauf aufbauen?


Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Verglichen mit Deinem Ansatz sehe ich da keinen wesentlichen Unterschied - na gut, bei mir ist die Dynamik wesentlich, während bei Dir alles sehr statisch zu sein scheint, aber am Ende läuft es wohl auf dasselbe hinaus: Bewusstsein aka Wahrnehmungen ist identisch mit Existenz aka unendlicher Prozess.
Nein, also erstmal zum statisch und dynamisch, das löse ich auf. Stelle Dir eine Lampe vor, die geht an und aus und an und aus, Du betrachtest diese, sagt, ja ist dynamisch. Nun nehmen wir zwei Lampen, eine an und eine aus, Du schaust auf die erste, dann die zweite, dann die erste und dann wieder die zweite. Die Frage ob etwas dynamisch oder statisch ist, ist meiner Meinung nach nur eine der Perspektive. So ja auch im Blockuniversum.

Und ich will nicht sagen, dass es hier nun gar keine Überscheidungen gibt, aber - verständlich - ich sehe hier beim OP doch schon einiges mehr an Möglichkeiten, die Beschreibung von Körper und Ich, die Auflösung des "hard problem of consciousness", je nachdem wie man das mit Aufgelöst versteht. Und ich schrieb ja schon, ich mag die östlichen Sichtweisen der Dinge, Watts schrieb ja eben auch dazu.

Ich glaube wir haben auch einen ganz anderen Ansatz, ich ging ja von der Frage aus, wie kann physikalisch aus Materie dann mal Bewusstsein entstehen, was ist das, wie geht das? Und da war der Anfang eben immer schon die Physik, es gibt ein Universum, Atome, Zellen, Organe, Organismus, Gehirn und emergent dann mal Bewusstsein. Genauer erklären kann es keiner. Ich will nun nicht sagen, dass der OP das nun wirklich richtig erklärt, er löst mehr die Frage selbst auf. Wir können es nicht tiefer beschreiben, wir stoßen immer wo auf etwas, dass nicht tiefer beschrieben werden kann. Und ich setze hier im OP nun auch Bewusstsein an erste Stelle, das ist ja das, wo Du meinst, es wäre doch nichts anderes im Grunde, alles ist phänomenal.

Ja, aber im OP ist nicht alles nur ich, es gibt hier viele IA, es gibt eben viele Strudel im Wasser und ja, sie sind alle auch nur Wasser. Aber man kann sie zählen.


Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Vielleicht erst mal bis dahin als Einstieg in die Diskussion von meiner Seite. Die Art und Weise Deiner Ausführlichkeit kann ich hier leider nicht reproduzieren, da das meine Fähigkeiten übersteigt. Ich bitte daher um Nachsicht, dass ich hier nicht mit Logik-Quantoren hantiere, um meine Ausführungen in ein formales Raster zu übertragen, mit dem dann operiert werden kann. Ich beschränke mich daher auf meine Fähigkeiten, meine Gedanken in lesbarem Deutsch zum Ausdruck zu bringen. Bei Bedarf muss ich später noch präzisieren, falls Unklarheiten entstanden sind.
Ich bin wo Pendant, und etwas Monk, ich mag es eventuell auch in der Darstellung etwas übertreiben und das ist doch gut, so wie Du es hier machst. Ich kann dem gut folgen und vermisse da nichts.



Nun mal ganz konkret, Gemeinsamkeiten – Worin Du recht hat:

  • Auflösung des isolierten Ich: Beide Positionen erkennen, dass ein solipsistisches, von der Welt getrenntes Ego eine Illusion ist. Das "Ich" ist ein Konstrukt innerhalb eines größeren Ganzen.

  • Bewusstsein als Fundament: Beide sehen Bewusstsein (bzw. "Wahrnehmungsprozess") nicht als Produkt, sondern als Grundlage der Realität.

  • Relativität von Raum und Zeit: Beide halten Raum und Zeit für abgeleitete, nicht-fundamentale Kategorien.

  • Die Unendlichkeit des Prozesses/Feldes: Beide postulieren eine unendliche, allumfassende Realität.

Dein Satz "Bewusstsein aka Wahrnehmungen ist identisch mit Existenz aka unendlicher Prozess" und kommt der OP-Kernaussage "Existenz = Bewusstsein" sehr nahe.



Die entscheidenden Unterschiede – Wo der OP weitergeht:

AspektDeine Position (Unendlicher Wahrnehmungsprozess)Ontophänomenalismus (OP)
GrundontologieProzess. Ein ewiges, dynamisches Geschehen von Wahrnehmungen.Feld. Ein strukturierter ontophänomenaler Phasenraum (OPP), der sowohl statische Potenzialität als auch dynamische Projektion umfasst.
Statik vs. DynamikDu siehst (zu Recht) im OP eine Tendenz zur Statik. Deine Position ist mehr dynamisch.Beides, geordnet. Fundamentalebene (OPP): zeitlose Struktur. Emergente Ebene: Dynamik durch Projektion (P_x) und Prinzip der maximalen Entfaltung. Die Dynamik wird erklärt, nicht postuliert.
Struktur & MathematikPhänomene (Qualia, Konstrukte) werden aufgezählt, aber nicht strukturell verknüpft.Mathematische Formalisierung. Die Fourier-Projektion ψ(x) = P_x[f_Ψ(k)] erklärt, wie aus der Feldstruktur konkrete Erscheinungen entstehen und warum Quantenunschärfe folgt.
Erklärung von PhysikPhysik bleibt ein "Wahrnehmungskonstrukt" unter anderen – ein Rätsel.Physik emergiert als intersubjektiv stabiles Attraktormuster im OPP. Der OP bietet eine Brücke, um spezifische physikalische Gesetze aus der Felddynamik abzuleiten.
IntersubjektivitätSchwierig: Wenn alles ein einziger Wahrnehmungsprozess "ohne Subjekt und Objekt" ist, warum gibt es dann scheinbar getrennte Perspektiven und konsensuale Realität?Erklärt durch lokale Kohärenzmuster (IAs) innerhalb des globalen Feldes, die über stabile Kopplungen eine gemeinsame "Spielwelt" (Raumzeit, Physik) aufspannen.
Das "Ich"Wird als obsoletes Konstrukt aufgelöst.Wird als funktionales, lokales Kohärenzmuster (IA) verstanden – nicht absolut, aber real als stabiler Attraktor, der für die Perspektivität verantwortlich ist.




Warum diese Unterschiede wichtig sind:

Der OP ist wissenschaftlich fruchtbarer. Deine Position ist eine tiefe phänomenologische Beschreibung. Der OP ist eine strukturierte Theorie, der Anschlüsse an Physik, Mathematik und Informationswissenschaft ermöglichen könnte. Der OP löst Probleme, die der Prozess-Begriff offenlässt. Warum ist die Welt mathematisch? Warum gelten spezifische Naturkonstanten? Warum gibt es Stabilität? Der "unendliche Prozess" kann das nur als Gegebenheit hinnehmen. Der OP sucht Erklärungen in der Attraktordynamik des Feldes.

Du hast hier den Solipsismus sehr gut "dekonstruiert" und landest so bei einer Position, die dem Ontophänomenalismus in der Tat sehr nahe kommt. Der Hauptunterschied liegt nicht im Ziel, sondern im Weg und im Handwerkszeug. Dein "unendlicher Wahrnehmungsprozess" ist eine kraftvolle phänomenologische Einsicht.



Der OP versucht, daraus eine präzise, strukturelle Theorie zu bauen, die erklären kann:

  • Wie aus einem zeitlosen Feld (OPP) unsere dynamische Welt entsteht (Projektion P_x).
  • Warum diese Welt gerade die mathematischen und physikalischen Eigenschaften hat, die wir messen (stabile Attraktormuster).
  • Wie scheinbar getrennte Ich-Perspektiven (IA) in einem gemeinsamen Feld koexistieren können.

Die scheinbare "Statik" des OP ist das Fundament, aus dem sich die Dynamik erst ergibt – wie eine unveränderliche DVD, die einen bewegten Film trägt. Diese zusätzliche strukturelle Ebene gibt dem OP seine Erklärungskraft für Fragen, die jenseits der reinen Phänomenologie liegen.

Und Dein Hinweis auf den "Denksinn" ist schon wo sehr gut. Im OP wäre das der Zugang des IA zur strukturellen (mathematischen) Dimension des OPP – der Grund, warum wir die "Spielregeln" unseres eigenen Traums erkennen können.


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

10.12.2025 um 07:55
@nocheinPoet

Ich danke Dir für Deine fundierten Ausführungen. Dadurch verstehe ich, warum Dein Ansatz durchaus unterschiedlich zu einem konsequent zu Ende gedachten Solipsismus ist. Die Details muss ich nun erst mal sacken lassen und in Ruhe durchdenken. Das geht nicht von jetzt auf gleich, aber ich denke, dass ich da noch ein paar Anknüpfungspunkte für eine konstruktive Fortsetzung unserer Diskussion finden werde.

Bis dahin und vielen Dank noch mal ... 🙋‍♂️


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

12.12.2025 um 09:59
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb am 08.12.2025:Und diese Umkehrung ist stark, sie löst das „Hard Problem of Consciousness“ elegant auf, indem sie die erkenntnistheoretische Priorität des Phänomenalen (des unmittelbar Gegebenen) anerkennt und die physikalische Welt als stabile, intersubjektive Struktur in diesem "Bewusstseinsfeld" (ontophänomenaler Phasenraum) erklärt.
An dieser Stelle bleibe ich hängen. Wie funktioniert es technisch, dass die physikalische Welt aus dem Bewusstseinsfeld als stabile intersubjektive Struktur emergiert. Momentan behauptest bzw. postulierst Du das, aber mir ist noch nicht schlüssig, wie das konkret ablaufen oder funktionieren soll. Kannst Du dazu etwas Genaueres sagen?


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

12.12.2025 um 20:01
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb am 08.12.2025:Und diese Umkehrung ist stark, sie löst das „Hard Problem of Consciousness“ elegant auf, indem sie die erkenntnistheoretische Priorität des Phänomenalen (des unmittelbar Gegebenen) anerkennt und die physikalische Welt als stabile, intersubjektive Struktur in diesem "Bewusstseinsfeld" (ontophänomenaler Phasenraum) erklärt.
An dieser Stelle bleibe ich hängen. Wie funktioniert es technisch, dass die physikalische Welt aus dem Bewusstseinsfeld als stabile intersubjektive Struktur emergiert. Momentan behauptest bzw. postulierst Du das, aber mir ist noch nicht schlüssig, wie das konkret ablaufen oder funktionieren soll. Kannst Du dazu etwas Genaueres sagen?
Nun ja, im Grunde müsste das doch für Dich ganz einfach sein, wenn Du vom Solipsismus ausgehst, da ist doch alles nur "Produkt" vom eigenen Bewusstsein.

Ich verstehe auch noch nicht ganz genau den Kern Deiner Frage, fragst Du hier nach der Mathematik, wie man nun konkrete physikalische Phänomene aus dem OP beschreiben kann, wie man sie ableitet? Es bleibt doch alles eh subjektiv, kennst Du luzides Träumen?

Aber auch so im Traum, alles bist nur Du, Traum ist schon sehr "solipsistisch", alleine und einsam. Wenn ich das nun aus dem OP beschreibe, haben wir es hier mit weniger stabilen Attraktoren zu tun, darum geht im Traum eben sehr viel.

Die Welt hier, in der wir gemeinsam leben, da teilen wir uns metastabile Attraktoren, z. B. die stabilen Muster, die Physikgesetze wie Gravitation oder Lichtgeschwindigkeit erzeugen. Diese Stabilität entsteht durch das Prinzip der maximalen Entfaltung: Das Feld strebt die höchste Komplexität bei Kohärenz an, was intersubjektive Relationen begünstigt – wie in einer gemeinsamen Projektion, wo unsere Ich-Attraktoren (IA) ähnliche "Filme" aus der PPP (Protophänomenalen Potenzialität) sehen.

Und aktuell arbeite ich viel daran, mir die Physik, vor allem die QT aus dem OP heraus anzusehen. Das ist aber nicht ganz trivial, wo ich im OP vom ontophänomenalen Phasenraum OPP spreche, haben wir in der Physik wohl einen Hilbertraum eine Mannigfaltigkeit mit unendlich vielen Dimensionen.

Mathematisch ist das kein Problem, ich bin aber kein Mathematiker und kein Quantenphysiker, was es nicht einfach macht.

In der QT haben wir einen "Beobachter", den haben wir oft in der Physik auch so, im OP ist er wie alles nur ein Attraktor im OPP, der geistige Teil ist der IA der Ich-Attraktor der mit dem BA dem Body-Attraktor gekoppelt ist und den PA den Personen-Attraktor bildet. Das sind aber hochkomplexe und metastabile Attraktoren, das ist eben so, wie wenn Du auf die Struktur von Protonen schaust, die in den Atomen stecken, die dann die Moleküle für die Proteine bilden, aus denen die Zellen aufgebaut sind, die die Organe bilden und das Hirn und den Körper.

Wir gehen hier über zig Ebenen, die kleinsten Attraktoren sind was wie das Photon.

Es ist ja so, der OP sollte für mich meine Fragen beantworten, und nach vielen Jahrzehnten des Grübelns und des Lesens, dachte ich mir, gut, wenn Physik nicht Bewusstsein erklären und beschreiben kann, drehen wir es doch mal um, fangen wir mit dem an, was unbestreitbar gegen ist. Und da ist Bewusstsein und man wird nie kein Bewusstsein erleben können. Ich habe ein paar Wege genommen und somit das Nichts mal ausgeschlossen, hab also immer Existenz, und ich hab das einfach gleich Bewusstsein gesetzt.

Ich gehe auch davon aus, dass Bewusstsein der Teil ist, der aus sich selbst heraus nicht weiter zu beschreiben ist, blau muss man erleben, man wird Quale nie so beschreiben können, dass ein Blinder blau sieht. Und das gilt für alles was wir so erfahren.

Schau mal, was bietet uns den die QT, da ist es recht mau mit Erklärungen, was bekommen wir da denn für Aussagen von den Physikern, Wellenteilchendualismus. Die Kopenhagener Deutung, oder ständig entsteht ein neues Universum und davon gibt es unendlich viele, in einem schreibe ich Dir eine Antwort, im anderen nicht, ...

Die Katze ist tot und lebendig? Oder spukhafte Fernwirkung? Der Spin des Elektrons, ein punktförmiges Elementarteilchen, mit Ladung, das zu beschreiben ist für Physiker selbst ein großes Problem.

Oder dann die Stringtheorie, die Schleifenquantengravitation, Entropische Gravitation, oder das holografische Universum, das Blockuniversum ist auch schon alt. Der Tunneleffekt, und so vieles mehr, die Physiker sind am Rudern, die Laien wundern sich, wirklich verständlich wird nichts erklärt. Die Mathematik ist genial und passt, die QT ist unglaublich genau, nur nicht greifbar.

Von der Seite aus gesehen ist der OP mit seinem OPP und dem PPP nicht groß nun etwas anderes, was "verrückte Beschreibungen angeht", aber er kann hier schon umgangssprachlich sehr viele Phänomene der QT beschreiben. Spukhafte Fernwirkung, die Verschränkung, im OP sind Raum und Zeit nur emergent, ist nur ein Attraktor der in Relation zu zwei IA steht. Ich schreibe dazu einen eigenen Beitrag, also spare ich mir hier mal mehr Beispiele.

Wir haben über tausend Jahre versucht Bewusstsein zu erklären, zu beschreiben, ich nehme es einfach mal hin und ich sage, Physik selbst ist doch nur ein Produkt des Bewusstseins, wir stellen uns da etwas vor, wir erfahren die Welt, und projizieren sie nach außen und packen und dann in der Vorstellung wieder als Teil da hinein. Dann wollten wir die Welt mit Physik beschreiben und dann uns, das Bewusstsein, den Teil, der beschreibt.

Physik kommt aus Bewusstsein, warum da nicht anfangen und die Physik beschreiben?

Ein Beispiel, stell dir den Regen vor – für den einen ist es nur Prasseln auf Blättern, für den anderen (z. B. in Schizophrenie) ein Flüstern. Im OP ist das eine Verschiebung des Attraktors, die die Relation zur PPP verändert – so entsteht intersubjektive Stabilität durch gemeinsame Kohärenz, ohne dass das Feld selbst "ändert".


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

12.12.2025 um 20:35
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:wenn Du vom Solipsismus ausgehst, da ist doch alles nur "Produkt" vom eigenen Bewusstsein.
Ja, aber wie Du zu Recht bemerkt hattest, bleibt man da bei der rein phänomenalen Beschreibung stecken und kann nicht erklären, warum überhaupt diese Produkte entstehen, geschweige denn, warum sie so strukturiert sind, dass man sie mittels physikalischer Modelle beschreiben kann. Wenn ich Deinen Ansatz richtig verstanden habe, geht er mit dem Anspruch konform, hier Begründungen und Erklärungen liefern zu können.

Du schreibst u.a. von Attraktoren und vom Prinzip der größten Entfaltung, das sich realisiert, aber konkret kann ich mir darunter nichts vorstellen, was den Mechanismus erklärt, gemäß dem diese Attraktoren entstehen und auf welche Weise das benannte Prinzip der größten Entfaltung seine Wirkung ausübt. Hast Du dazu schon Modelle entworfen bzw. in Ausarbeitung, die das erklären?


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

12.12.2025 um 21:32
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:... wenn Du vom Solipsismus ausgehst, da ist doch alles nur "Produkt" vom eigenen Bewusstsein.
Ja, aber wie Du zu Recht bemerkt hattest, bleibt man da bei der rein phänomenalen Beschreibung stecken und kann nicht erklären, warum überhaupt diese Produkte entstehen, geschweige denn, warum sie so strukturiert sind, dass man sie mittels physikalischer Modelle beschreiben kann. Wenn ich Deinen Ansatz richtig verstanden habe, geht er mit dem Anspruch konform, hier Begründungen und Erklärungen liefern zu können.
Ja, schon, erstmal ist das hier Philosophie, der "Ansatz" hat mir schon viel erklärt und begründet, ich war ja wie viele auf der Suche nach den tiefen Fragen der Existenz. Und dann dachte ich, teile das was Du gefunden hast doch mal mit der Welt, eventuell zieht sich da noch wer was raus.

Dann hab ich erkannt, dass der OP sogar viel Parallelen zur QT hat und - zumindest umgangssprachlich - hier Dinge erklären kann, die die QT uns nicht wirklich erklärt. Nun musst Du dabei aber auch bedenken, Physik ist eine ganz andere Hausnummer als Philosophie, kaum eine Kategorie der Philosophie will die Physik beschreiben können, da bleibt viel einfach nur Prosa, im Panpsychismus haben wir so was wir den allgegenwärtiger Geist, alle physischen Objekte besitzen grundlegende geistige Eigenschaften, die nicht einfach auf physikalische Eigenschaften zurückgeführt werden können. Und es gibt keine Trennung, Geist und Materie sind keine getrennten Substanzen, sondern zwei Seiten derselben Medaille, wobei das Geistige "in der Wurzel" der Materie steckt.

Und das war es dann mehr oder weniger, aus die Maus, damit wird man dann eben stehengelassen.

Ich versuche hier mit dem Op zumindest was das angeht doch schon weiterzugehen.


Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Du schreibst u.a. von Attraktoren und vom Prinzip der größten Entfaltung, das sich realisiert, aber konkret kann ich mir darunter nichts vorstellen, was den Mechanismus erklärt, gemäß dem diese Attraktoren entstehen und auf welche Weise das benannte Prinzip der größten Entfaltung seine Wirkung ausübt. Hast Du dazu schon Modelle entworfen bzw. in Ausarbeitung, die das erklären?
Ja und ja, erstmal eine Analogie, wenn Wasser gefriert bilden sich Kristalle, es entsteht Struktur. Wir bekommen in der Natur ständig gezeigt, wie Strukturen entstehen, sich entfalten.

Hier gibt es tolle Beispiel: https://ben.design/fraktale-in-der-natur/

https://mathothek.de/katalog/goldener-schnitt-von-der-bluete-bis-zur-menschlichen-dna/

So, das hier ist auch gut:

https://www.weltderphysik.de/gebiet/materie/nachrichten/2010/festkoerperphysiker-finden-goldenen-schnitt-auch-in-der-quantenwelt/

Unter allem liegt die Mathematik, und es gibt mathematische Strukturen und die finden sich in der Natur wieder. Und ja ich bin dabei eine Simulation zu entwickeln um Attraktoren aus dem OPP zu projizieren, einfach mal sehen, was da so geht. Nur muss man etwas haben, wo es sinnvoll ist, vermutlich werde ich da wohl dann den Tunneleffekt versuchen im Rahmen des OP zu beschreiben und zu simulieren, aber das wird noch Monate dauern, bis es da Grafiken zu gibt.

Auch mal danke für Deine Nachfrage – zeigt, dass Du Dich wirklich hinein denkst, und das schätze ich. Der OP fragt, warum entsteht überhaupt etwas Strukturiertes, und warum ist es intersubjektiv stabil (d. h., wir teilen eine Welt, die physikalischen Modellen gehorcht)? Ich habe keine "fertigen Modelle" wie in der Physik (z. B. mit vollständigen Gleichungen und Simulationen), weil der OP noch ein Rohbau ist. Ich habe Ansätze und Skizzen, die ich Schritt für Schritt ausbaue.



Wie entstehen Attraktoren und wie wirkt die maximale Entfaltung?

Im Kern geht's um das ontophänomenale Phasenraum (OPP) – ein zeitloses, raumloses Feld aus protophänomenaler Potenzialität (PPP), das unbestimmte Möglichkeiten enthält (wie eine endlose, überlagerte "Bibliothek"). Das Prinzip der maximalen Entfaltung ist keine "Kraft", die von außen wirkt, sondern eine inhärente Tendenz des Feldes. Es strebt die höchste mögliche Komplexität bei gleichzeitiger Kohärenz (Stabilität). Warum? Weil das Feld unhintergehbar existiert (Axiom: Existenz = Bewusstsein), und "Nichts" unmöglich ist (Dichte ρ ≥ ε > 0) – es "muss" sich entfalten, um sich selbst zu manifestieren, ohne in Chaos zu verfallen.

Ich gebe mal ein Beispiel, ein Heliumatom ist energetisch günstiger, als zwei Wasserstoffatome, ich spreche hier auch vom Kern. In Sternen verschmelzen so heben Wasserstoffkerne zu Heliumkerne und die Materie selbst wird immer komplexer und höher strukturiert, bis Eisen zumindest. Aber da ist auch nicht fertig, der Stern wird zur Nova und weitere Elemente entstehen. Neutronensterne kollidieren und Gold wird erzeugt.

Wir haben zwei Bewegungen in der Natur, einmal die Entropie, die stetig zunimmt, aber auf der anderen Seite formt sich Materie, zu immer komplexeren Strukturen, Du kannst ja auch fragen, ja aber warum macht die das, was ist denn der Grund, das da am Ende was wie ein Gehirn entsteht?

Mathematik?



Wie entstehen Attraktoren?

Attraktoren sind stabile, rekursive Muster im Feld – sie "entstehen" nicht kausal (keine Zeit im OPP), sondern sind ewige Konvergenzen der PPP. Stell Dir das OPP vor wie ein unendliches Meer aus Wellen (Potenzialitäten). Durch Resonanz (gegenseitige "Erkennung" von Teilen der PPP) bilden sich Wirbel (Attraktoren), die sich selbst verstärken. Das ist wie in der Chaostheorie, ein System konvergiert zu einem Punkt (Attraktor), weil kleine Störungen abflachen. Im OP ist das relational, zwischen zwei Potenzialitäten entsteht eine Relation, die ein Quale (Erfahrung) erzeugt – und stabile Relationen werden zu Attraktoren.

Zum Beispiel, Ein "Ich"-Attraktor (IA) ist ein rekursives Muster – es referenziert sich selbst und koppelt mit einem Body-Attraktor (BA) zu einem Person-Attraktor (PA). Das "funktioniert", weil die Entfaltung Komplexität maximiert, ein isoliertes Muster wäre einfach, aber gekoppelt wird's stabil und vielfältig. Wasserstoff wird zu Helium, wenn es passt.



Wie wirkt die maximale Entfaltung?

Sie ist die "Triebkraft" des Feldes – analog zu einem Optimierungsalgorithmus, der den besten Zustand sucht. Das Feld "probiert" Potenzialitäten (überlagernd), und nur die kohärentesten (stabilsten) manifestieren sich als Physik. Das erklärt Intersubjektivität, wir teilen eine Welt, weil die Entfaltung universelle Muster bevorzugt (z. B. Physikgesetze als intersubjektive Attraktoren), nicht isolierte Solipsismen. Es ist ähnlich wie ein Fraktal, aus einfachen Regeln entsteht unendliche Komplexität, aber immer kohärent.


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

13.12.2025 um 11:39
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Attraktoren sind stabile, rekursive Muster im Feld – sie "entstehen" nicht kausal (keine Zeit im OPP), sondern sind ewige Konvergenzen der PPP.
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Sie [die maximale Entfaltung] ist die "Triebkraft" des Feldes – analog zu einem Optimierungsalgorithmus, der den besten Zustand sucht. Das Feld "probiert" Potenzialitäten (überlagernd), und nur die kohärentesten (stabilsten) manifestieren sich als Physik.
Ich sortiere das mal für mich so: Es gibt das fundamentale Bewusstseins-Feld, welches identisch ist mit der Existenz als solcher. Diesem Feld inhärent sind Attraktoren und eine Treibkraft, die nach maximaler Entfaltung in optimaler Passung zu größtmöglicher Stabilität strebt, wobei vorgenannte Attraktoren dann aus der reinen Potenzialität heraus als Wirklichkeit manifest werden, so dass daraus dann die Strukturiertheit der physischen Welt hervorgeht, die intersubjektiv feststellbar und kommunizierbar wird.

Falls ich das so zutreffend erfasst habe, ergibt sich für mich eine grundsätzlich gegebene Dynamik dieses Feldes, die sich aus der virtuell gegebenen Strukturiertheit des Feldes selber speist, denn Attraktoren und Triebkraft sind ja Bestandteil des Bewusstseins-Feldes - wenn auch stets in statu nascendi beim Finden von stabilen Strukturen. Das heißt, dass der Keim der Entwicklung in Gestalt von Entwicklungspotenzial nicht nur passiv im Feld enthalten ist, sondern permanent dabei ist, sich zu entfalten, ohne dabei einen Stillstand zu erreichen.

Würdest Du dem so zustimmen?
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Ja, schon, erstmal ist das hier Philosophie, der "Ansatz" hat mir schon viel erklärt und begründet, ich war ja wie viele auf der Suche nach den tiefen Fragen der Existenz. Und dann dachte ich, teile das was Du gefunden hast doch mal mit der Welt, eventuell zieht sich da noch wer was raus.
Das ist ja auch gut so. Dein Ansatz ist folglich erst mal nur eine Orientierungsgrundlage, auf der man aufbauen kann, um auszutesten, ob man daraus die Möglichkeit einer Physik ableiten kann, ohne zugleich die Physik als Ganze in ihrer Struktur im Detail ableiten zu können - das wäre dann doch etwas zu viel verlangt, da es sich bei Physik um Naturwissenschaft handelt, Dein Ansatz aber Naturphilosophie darstellt, die zwar das Fundament von Naturwissenschaft liefert, aber nicht selber Naturwissenschaft ist.


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

13.12.2025 um 17:11
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Attraktoren sind stabile, rekursive Muster im Feld – sie "entstehen" nicht kausal (keine Zeit im OPP), sondern sind ewige Konvergenzen der PPP.
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Sie [die maximale Entfaltung] ist die "Triebkraft" des Feldes – analog zu einem Optimierungsalgorithmus, der den besten Zustand sucht. Das Feld "probiert" Potenzialitäten (überlagernd), und nur die kohärentesten (stabilsten) manifestieren sich als Physik.
Ich sortiere das mal für mich so:

Es gibt das fundamentale Bewusstseins-Feld, welches identisch ist mit der Existenz als solcher.
Ja, wobei ich nicht wirklich gerne von einem Feld spreche, auch wenn ich es mal mache, genauer ist eben Phasenraum. Noch genauer ist es ein kontinuierlicher Hilbertraum mit unendlich vielen Dimensionen.


Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Diesem Feld inhärent sind Attraktoren und eine Treibkraft, die nach maximaler Entfaltung in optimaler Passung zu größtmöglicher Stabilität strebt, wobei vorgenannte Attraktoren dann aus der reinen Potenzialität heraus als Wirklichkeit manifest werden, so dass daraus dann die Strukturiertheit der physischen Welt hervorgeht, die intersubjektiv feststellbar und kommunizierbar wird.
Nein würde ich sagen, nicht so ganz. Die Attraktoren treten nicht bei größtmöglicher Stabilität als Wirklichkeit manifestiert heraus. Sie bleiben was sie sind. Wir haben eine Relation, welche dann eben ein Phänomen ist. Ich sage mal so, wir sind im Raum mit Film auf SSD und der Player spielt den Film ab. Das verändert erstmal nicht den Film auf der SSD und wir bekommen eben nur eine Projektion, Player und SSD treten in Relation und wir bekommen den Film.

Die "physischen Welt" wird nicht "real" und wirklich in dem Sinne, wir haben immer nur Projektionen aus dem OPP.

Mal genauer, Du schreibst, dass die Attraktoren 'aus der Potenzialität heraus als Wirklichkeit manifest werden'. Das klingt so, als würden sie den ontophänomenalen Raum (OPP) verlassen und zu einer materiellen Realität werden. Das ist im OP aber genau nicht der Fall.

Wir müssen hier streng unterscheiden zwischen dem Ding an sich (dem Attraktor im OPP) und der Benutzeroberfläche (der physikalischen Projektion).


Die Analogie dazu:

Stell Dir den OPP wie eine SSD vor, auf der ein Film als Datei (der Attraktor) gespeichert ist. Dein Bewusstsein (der Ich-Attraktor) ist der Media-Player, der diese Datei liest.

Wenn der Film abgespielt wird ("manifestiert"), dann verlässt die Datei nicht die SSD. Sie verwandelt sich auch nicht in Pixel. Die Datei bleibt exakt dort, wo sie ist – als statischer Code. Was wir als "laufenden Film" (die physikalische Welt, Zeit, Raum) erleben, ist nur die Projektion oder die Interpretation des Players.


Korrektur für den OP:

Die Attraktoren streben nicht danach, 'Wirklichkeit' zu werden – sie sind bereits die fundamentale Wirklichkeit (in der Potenzialität). Die physische Welt ist 'nur' die Art und Weise, wie wir diese Attraktoren decodieren. Sie wird nicht 'real' im Sinne von 'materiell eigenständig', sondern sie wird phänomenal erfahrbar. Die Materie entsteht nicht aus dem Feld, sondern sie ist das Bild, das wir uns vom Feld machen.


Es ist also keine Umwandlung (Transsubstantiation) von Potenzial zu Materie, sondern eine Relation (Decodierung):

OPP-Muster + Decoder-Zugriff = Physikalische Erfahrung.


Warum diese Unterscheidung wichtig ist:

So wie ich Dich verstehe hätten wir wieder das Problem der Physik, wie wird aus abstrakter Mathematik harte Materie?


Mit dem Ansatz der Projektion sagt der OP:

Es wird nie harte Materie. Es fühlt sich nur so an, weil der Decoder (Widerstand, Pauli-Prinzip etc.) uns das so präsentiert. Das ist der Kern des "Holografischen" im OP. Der Attraktor bleibt auf der "Platte". Wir sehen nur das Hologramm.

Die Theorie zum holografischen Universum ➜ Wikipedia: Holografisches Prinzip


Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Falls ich das so zutreffend erfasst habe, ergibt sich für mich eine grundsätzlich gegebene Dynamik dieses Feldes, die sich aus der virtuell gegebenen Strukturiertheit des Feldes selber speist, denn Attraktoren und Triebkraft sind ja Bestandteil des Bewusstseins-Feldes - wenn auch stets in statu nascendi beim Finden von stabilen Strukturen. Das heißt, dass der Keim der Entwicklung in Gestalt von Entwicklungspotenzial nicht nur passiv im Feld enthalten ist, sondern permanent dabei ist, sich zu entfalten, ohne dabei einen Stillstand zu erreichen.

Würdest Du dem so zustimmen?
Also ich finde es schon cool, wie Du versuchst, die 'Lebendigkeit' des Systems zu greifen. Aber im Modell des OP muss man extrem aufpassen, dass man nicht unsere menschliche Erfahrung von 'Zeit' und 'Werden' in das fundamentale Feld projizieren.


Denn es gibt einen ganz feinen, aber entscheidenden Unterschied:

  1. Das Zeit-Problem:

    Keine "permanente Entfaltung" Du schreibst, das Potenzial sei 'permanent dabei, sich zu entfalten'. Das impliziert einen Zeitfluss auf der fundamentalen Ebene. Im OP ist das OPP (\color{#f0e0d0}\Omega) jedoch zeitlos und statisch (analog zum physikalischen Blockuniversum).

    Es 'passiert' dort nichts. Es 'entfaltet' sich nichts im Sinne eines Prozesses. Alle möglichen Zustände, alle Attraktoren und alle Relationen existieren dort gleichzeitig ("simultan") als reine Potenzialität.

    Das Bild dazu:

    Denk an eine Landkarte. Die Wege auf der Karte 'entfalten' sich nicht. Sie entstehen nicht erst, wenn Du losläufst. Sie sind einfach da. Die Dynamik (das Laufen, die Veränderung, die Zeit) entsteht erst durch den Wanderer (den Ich-Attraktor / Decoder), der sich durch die statische Landschaft bewegt.



  2. Triebkraft vs. Geometrie:

    Du sprichst von einer 'Triebkraft'. Im OP brauchen wir diese Kraft gar nicht. Was Du als Triebkraft wahrnimmst (das Streben nach Stabilität), ist im OPP einfach die Geometrie der Wahrscheinlichkeit. Ein Ball rollt nicht den Berg runter, weil er einen 'Trieb' hat, sondern weil die Geometrie des Raumes (die Senke) es diktiert. Im OPP 'sucht' sich das System nicht aktiv stabile Zustände.

    Sondern, der Decoder (wir) kann schlichtweg nur jene Zustände als persistente Realität wahrnehmen, die stabil genug sind (Axiom M).

    Wir sehen also das Ergebnis einer Selektion, nicht das Ergebnis eines aktiven Schöpfungsprozesses.

    Schau, ich kann hier immer nur wieder auf das Blockuniversum verweisen, da ist alles "statisch" und determiniert, determiniert würde ich das OPP nun nicht nennen, aber ist ein anderer Punkt, es geht um die Zeit. Physiker haben mit Umlaufbahnen oder auch der Entwicklung des Universums kein Problem, da gibt es also "Bewegung" und Dynamik und dass Blockuniversum stört dabei nicht.

    Fazit:

    Der 'Keim der Entwicklung' ist passiv. Er ist eine Option im Phasenraum. Dass wir Entwicklung erleben, liegt allein daran, dass unser Bewusstsein (der auslesende Attraktor) diese statischen Optionen nacheinander abtastet. Die Dynamik liegt im Lesen, nicht im Geschriebenen."



Warum diese Härte in der Argumentation nötig ist:

Wenn wir hier Deiner Vorstellung folgen würden, "Triebkraft" oder "permanente Entfaltung" im OPP zulassen, landen wir schnell wieder in einer Art Prozess-Theologie oder einem Vitalismus (alles ist beseelt und will wachsen). Der OP ist aber eher "kühle Strukturwissenschaft", die Struktur ist statisch. Das Leben/Erleben ist die Bewegung durch die Struktur. Das Bild eines Phasenraums hilft hier vielleicht auch, die Linien (Trajektorien) im Phasenraum stehen fest. Der Punkt, der sich bewegt, ist der Zustand "jetzt". Der Phasenraum selbst "wabert" nicht, er definiert nur die Möglichkeiten.


Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:... wenn Du vom Solipsismus ausgehst, da ist doch alles nur "Produkt" vom eigenen Bewusstsein.
Ja, aber wie Du zu Recht bemerkt hattest, bleibt man da bei der rein phänomenalen Beschreibung stecken und kann nicht erklären, warum überhaupt diese Produkte entstehen, geschweige denn, warum sie so strukturiert sind, dass man sie mittels physikalischer Modelle beschreiben kann. Wenn ich Deinen Ansatz richtig verstanden habe, geht er mit dem Anspruch konform, hier Begründungen und Erklärungen liefern zu können.
Ja, schon, erstmal ist das hier Philosophie, der "Ansatz" hat mir schon viel erklärt und begründet, ich war ja wie viele auf der Suche nach den tiefen Fragen der Existenz. Und dann dachte ich, teile das was Du gefunden hast doch mal mit der Welt, eventuell zieht sich da noch wer was raus.
Das ist ja auch gut so. Dein Ansatz ist folglich erst mal nur eine Orientierungsgrundlage, auf der man aufbauen kann, um auszutesten, ob man daraus die Möglichkeit einer Physik ableiten kann, ohne zugleich die Physik als Ganze in ihrer Struktur im Detail ableiten zu können - das wäre dann doch etwas zu viel verlangt, da es sich bei Physik um Naturwissenschaft handelt, Dein Ansatz aber Naturphilosophie darstellt, die zwar das Fundament von Naturwissenschaft liefert, aber nicht selber Naturwissenschaft ist.
Ich habe das mal alles zitiert, damit der Kontext klar ist, sonst muss man später viel scrollen, Beiträge sind hier ja schon länger. Danke Dir mal für Dein Verständnis, und ja, das mit der Physik "erschlägt" mich aktuell auch etwas. Ich vermute wir sind und in einigen Dingen ähnlich, wir gehen gerne auf den Grund, wenn wir ein Stück Faden finden, dann wollen wir wissen, wohin der führt und folgen dem, wir hangeln uns da dann einfach immer weiter. Mein Faden geht aktuell tief in die QT, ist sehr spannend, aber echt eine sehr große Hausnummer.

Aber es passt so viel, erstmal ist ja klar, der OP ist physikalisch gesehen eine nicht lokale Theorie, was sehr gut ist. Die Probleme beim Erklären der Phänomene der QT sind bekannt, die Quantenphysiker sind am Rudern, schon so lange, und Einstein mochte die QT mal gar nicht.


Hier mal zwei Videos die ich aktuell nebenbei mir mal zum Vertiefen gebe:
Youtube: The EPR Paradox, Einstein's Critique of Quantum Physics
The EPR Paradox, Einstein's Critique of Quantum Physics
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Youtube: Bell's Theorem, a Glitch in Reality
Bell's Theorem, a Glitch in Reality
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Ich sehe es so, Physiker lernen auf dem Gymnasium in Physik erst Newton und dann etwas Einstein, Raum und Zeit sind fest, dann gibt es Raumzeit, Blockuniversum, aber das ist real und Wirklichkeit, da draußen, das Universum und drin passiert dann alles, da tobt der Bär, Teilchen entstehen und vergehen, Dinge kreisen umeinander, trotz dem Bild vom Blockuniversum ist das total toll und dynamisch.

Und dann studieren die Physik, und die Dinge bleiben so, Raumzeit ist gegeben, aus die Maus. Und dann kommt die QT und die ist echt seltsam, wie auch in den Videos, die Mathematik passt, die Experimente bestätigen die Theorie, aber man bekommt es nicht in den Kopf, man rauft sich die Haare. Ich hatte die Probleme ja schon teilweise aufgezählt. Fakt ist, die QT ist eine nicht lokale Theorie, und das widerspricht eben allem was man in Physik so gelernt hat. Man will echten Raum und echte Zeit, beides darf sich gerne noch etwas verbiegen. Alleine das war ja zuerst auch ein Problem in der Physik, als Einstein damit um die Ecke kam.

https://www.mpq.mpg.de/5484654/17-04-11-nichtlokale-korrelationen-in-natuerlichen-systemen



Bezeichnend ist ja, dass die Quantenphysiker nun echt am Suchen sind, unterschiedliche "Erklärungen":
Wie bei den meisten Interpretationen der Quantenmechanik besteht keine Möglichkeit, hinsichtlich der Voraussagen experimentell zwischen der bohmschen Mechanik und der Kopenhagener Deutung der Quantenmechanik zu unterscheiden, d. h., sie treffen in allen experimentell überprüfbaren Situationen dieselben Vorhersagen.

Da mit der bohmschen Mechanik explizit die Auffassung von Quanten-Nichtlokalität und Quantenverschränkung vertreten wurde (von Einstein „spukhafte Fernwirkung“ genannt), hatte sie später vor allem John S. Bell aufgegriffen. Die De-Broglie-Bohm-Theorie spielt aufgrund des darin vertretenen Wirklichkeitsverständnisses (abseits vom Welle-Teilchen-Dualismus) in den Debatten um die Deutung von Quantenphänomenen eine untergeordnete Rolle.
Quelle: Wikipedia: De-Broglie-Bohm-Theorie

Man kann es rechnen, in Experimenten beobachten, aber nicht gut erklären. So sucht man unterschiedliche "Interpretationen" der Quantenmechanik, weil man will es dann doch auch etwas verstehen und nicht nur berechnen können. Und es gibt ja ein paar Theorien oder Ansätze, wo Raumzeit emergent ist. Aber auch da bauen die sich dann echte Raumzeit zusammen, sie ist nur nicht mehr fundamental. Aber man schraubt sich am Ende doch wieder eine reale Bühne und da packt man alles rein.

Der OP baut einfach diese Bühne nicht auf. Die gibt es nicht, Raum und Zeit bleiben emergent, die "Wirklichkeit" wird aber nicht so aufgebaut. Am nächsten kommt hier wirklich von dem Aspekt her noch das Holografische Universum.

Doch auch da haben dann viele ein Problem beim Verstehen, weil die alten Bilder so tief ins Hirn gebrannt sind, viele wollen dann da auch wieder die Bühne aufbauen und fragen sich, ja aber wo ist nun diese Fläche im Universum genau, wo alles gespeichert ist und wie entstehen daraus dann die dreidimensionalen Objekte im Raum?

So weit erstmal für jetzt.


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

13.12.2025 um 17:20
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:So weit erstmal für jetzt.
Herzlichen Dank dafür. Das ist für mich viel Stoff zum Nachdenken und Durchdenken. Ich nutze die nächsten paar Tage dann mal, um mich in Deinen Ansatz noch genauer hineinzuversetzen. Es klingt für mich interessant und scheint Potenzial zu haben, daraus noch etwas mehr herauszuholen, was ein grundlegendes Verständnis der Wirklichkeit betrifft. Mal schauen, wo uns das noch hinführen wird. Ich bin da jedenfalls ganz offen ...


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

13.12.2025 um 17:56
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Herzlichen Dank dafür. Das ist für mich viel Stoff zum Nachdenken und Durchdenken. Ich nutze die nächsten paar Tage dann mal, um mich in Deinen Ansatz noch genauer hineinzuversetzen. Es klingt für mich interessant und scheint Potenzial zu haben, daraus noch etwas mehr herauszuholen, was ein grundlegendes Verständnis der Wirklichkeit betrifft. Mal schauen, wo uns das noch hinführen wird. Ich bin da jedenfalls ganz offen ...
Ich danke Dir auch für das Interesse und die konstruktive Art und es freut mich, wenn sich wer so angesprochen fühlt.

Und wenn Du schon am Nachdenken bist, will ich Dir eben noch mal was mit auf dem Weg geben, was für mich auch zuerst ein Problem war. Also natürlich ist erstmal "keine echte Zeit" und Blockuniversum für mich auch ein Problem, war es schon immer. Mut macht mir, die Physiker haben das bei Einstein geschluckt, also wird das schon passen. ;)

Aber da ist ja nicht alles, ich denke natürlich viel über Möglichkeiten und auch Freiheit nach, wie frei kann ein Bewusstsein sein, wenn der Phasenraum zeitlos und statisch ist?

Erstmal bietet der OPP ja protophänomenale Potenzialität. Das klingt so geil, aber ich habe vorhin auch "Quantengleichgewichtshypothese" gelesen, was ja auch schon was hat. Der OPP ist schon sehr ähnlich was das Quantenvakuum angeht, da haben wir eben virtuelle Teilchen, die da sind, aber schon wieder weg, bevor man sie messen kann. Keine Ahnung, wie das im Blockuniversum ausschaut ...

Der OPP ist unendlich, gibt keinen Rand und kontinuierlich, Granularität ergibt sich durch das Auslesen, durch die Projektion, so bekommen wir dann was wie "Quanten", es kann nicht beliebig genau und fein ausgelesen werden.

Nun mit ein für mich sehr wichtiger Aspekt, die Freiheit, und das hat was mit Unendlichkeit zu tun. Erstmal ist mir klar, dass ich - physikalisch betrachtet - nur ein Haufen Atome bin, mit einer bestimmten Anordnung, und die Anzahl der Kombinationen endlich ist. So ist das aber noch eine unglaublich große Zahl. Aber um es mal verständlicher zu machen, jeder Mensch kann pro Sekunde so ein Wort denken, kann er gerne 85 Jahre lang machen, die Anzahl der Worte ist endlich.

Die Anzahl der möglichen Kombinationen an Worten ist endlich, in unendlicher Zeit wird es Menschen geben, die in den 85 Jahren ihres Lebens Wort für Wort das denken, was ein anderer schon mal gedacht hat. Nimmt es ihnen die Freiheit im Denken?

Aber gut, zurück, ich will mal Pi in den Raum werfen oder √2. Wir haben da unendlich viele Stellen nach dem Komma, und nichts wiederholt sich fest ab einem Punkt. Würde man das speichern wollen, würde man unendlich viel Speicherplatz brauchen, also wenn man jede Stelle wirklich speichern will. Und wir werden da wohl alles finden, jedes Bild in jeder Auflösung, jedes Buch, jede Gleichung, nur codiert, aber enthalten.

Und Pi existiert, und natürlich auch im OPP, also auch wenn der OPP statisch ist, ist die Anzahl an Möglichkeiten unendlich, ...


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14.12.2025 um 09:08
Ich habe heute früh noch nach weiteren Bildern und Analogien gesucht, um mich in das Konzept der PPP hineinzudenken. In der Geometrie ist der Raum die Menge aller Punkte. Alle möglichen Figuren - Linien, Flächen und Körper - sind in dieser Menge potenziell enthalten, gehen aber erst dann als solche daraus hervor, wenn man aus dem Punkte-Kontinuum gemäß zuvor erfolgter Definitionen nur die Punkte selektiert, die zuvor definierten Kriterien genügen.

Bei einer Kugel muss man also zuerst einen konkreten Punkt aus der Menge aller Punkte als Fixpunkt festlegen und dann nur noch die Punkte betrachten, die von diesem Fixpunkt aus gesehen den gleichen Abstand haben. Als Effekt ergibt sich dann die Kugeloberfläche, die den Raum einschließt, der sich um diesen Fixpunkt als Mittelpunkt erstreckt.

Analog verstehe ich das, was Du über den auslesenden Decoder geschrieben hattest:
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Sondern, der Decoder (wir) kann schlichtweg nur jene Zustände als persistente Realität wahrnehmen, die stabil genug sind (Axiom M).

Wir sehen also das Ergebnis einer Selektion, nicht das Ergebnis eines aktiven Schöpfungsprozesses.
Oder noch anders: Der PPP ist die Menge aller möglichen Ereignisse. Welche davon dann konkret wirklich und wahrnehmbar, erschließbar oder erkennbar werden, ergibt sich über das wahrnehmende, erschließende und erkennende Subjekt, indem es eben das wahrnimmt, was es wahrnimmt: Was wirklich wird, ergibt sich aus dem Faktum der Wirklichkeit selbst, in die das wahrnehmende Subjekt eingebettet ist.

Mein Problem hierbei ist nun, woher der auslesende Decoder stammt bzw. woraus er hervorgeht. Im Falle der Geometrie muss definiert werden, um aus einem Punkte-Kontinuum Figuren erscheinen zu lassen. Das Problem ist analog: Woher kommt der Definierer, der die inhärent vorhandenen Strukturen des Punkte-Kontinuums zur Erscheinung bringt?

Beim PPP als Menge aller möglichen Ereignisse ebenso: Woraus resultiert das wahrnehmende Subjekt, welches Ereignisse durch Wahrnehmung in die Wirklichkeit bringt?

Noch ein Bild: Es gibt eine Menge aller möglichen Aussagen. Welche Aussagen dann konkret getätigt werden, ist abhängig von der Fähigkeit Desjenigen, der in der Lage ist, Aussagen zu tätigen - auch hier also wieder die Notwendigkeit einer Instanz oder Entität, die eine Selektion vornimmt, um ein Potenzial zur Verwirklichung zu bringen.

Ich stecke also momentan fest in einer Art intrinsischem Dualismus, der notwendig ist, um einem statischen Potenzial (so verstehe ich Dein PPP) die Dynamik zu verleihen, damit daraus etwas hervorgeht, was man dann als Wirklichkeit erfassen und beschreiben kann.

Verstehst Du, was ich damit meine? Wie kann man dieses Dilemma auflösen? Oder bildlich ausgedrückt: Wo ist der Zopf, an dem sich Münchhausen aus dem Sumpf ziehen kann?


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Neuer Ansatz: Ontophänomenalismus

14.12.2025 um 18:43
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Der PPP ist die Menge aller möglichen Ereignisse. Welche davon dann konkret wirklich und wahrnehmbar, erschließbar oder erkennbar werden, ergibt sich über das wahrnehmende, erschließende und erkennende Subjekt, indem es eben das wahrnimmt, was es wahrnimmt, was wirklich wird, ergibt sich aus dem Faktum der Wirklichkeit selbst, in die das wahrnehmende Subjekt eingebettet ist.
Ich glaube das Problem ist unsere Sprache und was wir gelernt haben, so sehe ich es auch bei den Physikern. Ich hadere noch ein wenig an der Formulierung, das was wirklich wird.


Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Mein Problem hierbei ist nun, woher der auslesende Decoder stammt bzw. woraus er hervorgeht. Im Falle der Geometrie muss definiert werden, um aus einem Punkte-Kontinuum Figuren erscheinen zu lassen. Das Problem ist analog, woher kommt der Definierer, der die inhärent vorhandenen Strukturen des Punkte-Kontinuums zur Erscheinung bringt?
Woher kommt der Strukturierer, der den Grand Canyon aber auch jedes Hirn hervorbringt? Eine Zelle?

So unterschiedlich ist es gar nicht, schau, Du bist Teil der Welt, und hinterfragst die Welt und erfährst die Welt und das Universum. Der Decoder ist ein IA, ein Attraktor und ist wie alles im OPP gegeben. Attraktoren treten alleine schon in Relation, interferieren, resonieren. Und so finden sie zusammen und bilden komplexere Attraktoren, das Problem ist die Zeit, die wir in unseren Vorstellungen einfach wo brauchen, wir sagen, es bewegt sich, entwickelt sich, und dann wieder, ja aber ist doch alles statisch. Ja, das Problem ist beim Blockuniversum aber kein Stück nicht anders, nur wird da Raumzeit als fundamental vorgeben.

Aber schaue er in die Stringtheorie, immer vorsichtig, da ist Raumzeit nicht mehr so fundamental.

Und nur selten springt ein Physiker nun aus dem Fenster, das wird so "hingenommen" oder verstanden. Ich arbeite ja auch noch daran, eventuell helfen Simulationen etwas, ich werde dazu was einstellen.


Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Beim PPP als Menge aller möglichen Ereignisse ebenso, woraus resultiert das wahrnehmende Subjekt, welches Ereignisse durch Wahrnehmung in die Wirklichkeit bringt?
Die Vorstellung von Wirklichkeit wirst Du wohl etwas modifizieren müssen, Du kennst das mit dem Kleid, blau/schwarz oder weiß/gold?

the dress

Bildquelle: https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/erklaerung-fuer-unterschiedliche-farben-auf-kleid-a-1020891.html

Hier klicken
the dress 02

Bildquelle: https://click-or-die.ru/2024/05/dizajner-4-goda-iskal-sekret-belo-zolotogo-platya-on-obyasnil-pochemu-mozg-vidit-ego-cherno-sinim/

Bei dem Kleid ist es wo am Ende klar, es ist schwarz-blau (hab ich auch so zuerst immer gesehen), doch aufgrund der Aufnahmebedingungen wurde es von vielen als weiß-gold wahrgenommen.


Also, auch der IA ist im OPP nur resoniert er auch noch mit sich selbst. Er ist schon ein besonderer Attraktor.


Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Noch ein Bild, es gibt eine Menge aller möglichen Aussagen. Welche Aussagen dann konkret getätigt werden, ist abhängig von der Fähigkeit Desjenigen, der in der Lage ist, Aussagen zu tätigen - auch hier also wieder die Notwendigkeit einer Instanz oder Entität, die eine Selektion vornimmt, um ein Potenzial zur Verwirklichung zu bringen.

Ich stecke also momentan fest in einer Art intrinsischem Dualismus, der notwendig ist, um einem statischen Potenzial (so verstehe ich Dein PPP) die Dynamik zu verleihen, damit daraus etwas hervorgeht, was man dann als Wirklichkeit erfassen und beschreiben kann.

Verstehst Du, was ich damit meine? Wie kann man dieses Dilemma auflösen? Oder bildlich ausgedrückt, wo ist der Zopf, an dem sich Münchhausen aus dem Sumpf ziehen kann?
Ja, ich kann Dich da wo schon etwas verstehen. Wie gesagt, das was Du als "Wirklichkeit" Dir vorstellst, ist eben auch nur eine Vorstellung. Du nimmst auch nur einen ganz kleinen Teil aller Frequenzen wahr, ein winzigen Ausschnitt, in Raum und Zeit, der dann auch vom Hirn noch interpretiert wird. Du siehst einen Film, einen Flug über eine Schlucht, Du erkennt normal sofort die Struktur als dreidimensional, was Du auf dem Bildschirm siehst, ist nur zweidimensional. Was ist hier die Wirklichkeit? Du kennst den Baum im Wald der fällt?

Ich denke es eben so, wir bekommen eine Relation und die ist dann eben ein Phänomen und eventuell hier und da auch eine Quale (Singular Qualia). Man wird an einem Punkt nur schwer weiterkommen, Denkstrukturen müssen aufgebrochen werden, wir werden immer Fragen finden, die ein Problem sind, aus was bestehen Quarks? Aus was Energie?



Machen wir trotzdem weiter, der OP versucht genau diesen Dualismus aufzulösen, nutzen wir mal Deine Analogie, um den Zopf zu finden:

  1. Die Korrektur der Geometrie-Analogie
    Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Bei einer Kugel muss man zuerst... festlegen.
    Hier schleicht sich der Dualismus ein, Du nimmst an, es bräuchte einen Geometer (einen Mathematiker), der das Blatt Papier von außen betrachtet und den Zirkel ansetzt. Im OP gibt es aber kein "Außen". Stell Dir vor, der Raum (die Menge aller Punkte) wäre nicht passiv, sondern selbst-interagierend. (Ja, ist nicht einfache eben so "vorgestellt", ich weiß das wirklich)

    Die "Kugel" existiert im mathematischen Raum auch ohne, dass sie jemand zeichnet – rein als abstrakte Wahrheit. Aber wo kommt der "Beobachter" her?



  2. Der Decoder ist selbst nur ein Attraktor

    Der "Auslesende" (der Decoder / das Subjekt) ist keine externe Instanz, die auf die PPP schaut. Der Decoder ist selbst ein hochkomplexes Muster (ein Attraktor, \color{#f0e0d0}\Psi_{\text{IA}}) innerhalb der PPP.

    Stell Dir das Ozean-Bild vor:

    • PPP: Der gesamte Ozean (Wasser)
    • Objekt: Ein Strudel (Attraktor)
    • Subjekt (Decoder): Ein anderer, sehr komplexer Strudel, der so strukturiert ist, dass er Druckwellen von anderen Strudeln registrieren kann.

    Das "Subjekt" besteht aus demselben Stoff (Bewusstsein/Potenzialität) wie das "Objekt". Es gibt keinen Geist, der in die Materie kommt. Es gibt nur das "Feld" (Phasenraum), das sich an manchen Stellen so komplex faltet, dass eine Perspektive (ein "Innen") entsteht.



  3. Die Auflösung des Münchhausen-Dilemmas
    Zitat von NeustarterNeustarter schrieb:Woher kommt der Definierer?"
    Im OP lautet die Antwort, der Definierer ist Teil der Definition. Das klingt abstrakt, ist aber in der Komplexitätstheorie bekannt als Selbstreferenz (Strange Loop).
    Selbstbezügliche Systeme stabilisieren sich auf sich selbst und schließen sich darin von ihrer Umwelt ab. Dadurch gewinnen sie Beständigkeit und ermöglichen Systembildung und manchmal objektivistische Identität. Selbstreferenzielle Systeme sind „operational geschlossen“.
    Quelle: Wikipedia: Selbstreferenzialität#Systemtheorie

    Das Feld (\color{#f0e0d0}\Omega) enthält das Potenzial für alles. Also enthält es auch das Potenzial für Strukturen, die Informationen verarbeiten können (Gehirne/Bewusstseins-Attraktoren). Sobald diese Struktur (\color{#f0e0d0}\Psi_{\text{IA}}) im Feld existiert (als stabile Lösung), "sieht" sie den Rest des Feldes.

    Bildlich gesprochen, der Münchhausen zieht sich nicht selbst am Zopf aus dem Sumpf. Sondern, der Sumpf (das Feld) formt sich an einer Stelle so um, dass eine Struktur entsteht, die sich selbst als "Münchhausen" erlebt und den Rest als "Sumpf".

    Es ist ein Hologramm, das sich selbst betrachtet.



Zusammenfassung:

Wir stecken nicht in einem Dualismus, weil Selektor und Selektiertes aus derselben ontologischen Substanz sind. Die "Auswahl" der Realität passiert nicht durch einen externen Willen, sondern durch Resonanz. Der Ich-Attraktor kann nur das wahrnehmen (selektieren), was mit seiner eigenen Struktur kompatibel ist (Kopplung). Der Decoder ist also nicht der Schöpfer der Realität, sondern der Filter, der im Feld entstanden ist.

Versuchen wir mal diese Selbstreferenz zu verdeutlichen, das Problem ist linear (A erschafft B), der OP ist zirkulär/systemisch.


Es gibt in der Mathematik und Kunst Konzepte, die genau das zeigen etwas, das sich selbst hervorbringt oder zeichnet:

zeichnende Hnde - EscherOriginal anzeigen (0,6 MB)

Genau wie bei Eschers "Zeichnenden Händen", die rechte Hand zeichnet die linke, die die rechte zeichnet. Beide sind Teil eines Bildes (des PPP). Es gibt keinen externen Künstler, der die Hände führt. Sie "emergieren" aus dem Blatt Papier (dem Feld) durch ihre gegenseitige Beziehung. Das ist der "Zopf", die Relation ist geschlossen. Das Subjekt ist ein Attraktor, der durch Relationen zu anderen Attraktoren definiert ist.


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