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Ist Krieg mittlerweile Normalität?

Scox
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Ist Krieg mittlerweile Normalität?

05.06.2014 um 02:54
@Interalia
Interalia schrieb:Andererseits: Klar, es gibt Bedrohung, einen Feind.
Wer ist denn dieser Feind? Wird der Feind nicht erst zu diesem gemacht, damit man einen Grund zum Angriff hat? Für eigene Interessen?
Interalia schrieb:Ist der Grund das wert?
Diese Frage stellt sich nicht. Es wird einfach getan.
Brainwash? In dem Sinne, dass sie annehmen, es muss und nicht ohne geht.
Man kann jeden brainwashen, @Interalia
Jeden.
Interalia schrieb:Schau' mir die Videos später an.
Sollten dich zum Nachdenken bringen. Gute Nacht. ;)


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matraze106
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Ist Krieg mittlerweile Normalität?

05.06.2014 um 03:03
Zwei Wörter: New World Order :D


Paar Stellen aus Orwell's 1984 dazu:
... Daraus folgt, daß die drei Superstaaten nicht nur einander nicht überwinden können, sondern auch keinen Vorteil davon hätten. Im Gegenteil, solange sie in gespanntem Verhältnis zueinander stehen, stützen sie sich gegenseitig wie drei anein andergelehnte Getreidegarben... Ihr Leben ist der Welteroberung gewidmet, sie wissen aber auch, daß es notwendig ist, daß der Krieg ewig und ohne Endsieg fortdauert. ...
Seit dem Ende des Steinzeitalters gab es auf der Welt drei Menschengattungen: die Ober-, die Mittel- und die Unterschicht.... Das Ziel der Oberen ist, sich da zu behaupten, wo sie sind. Das der Mittelklasse, mit den Oberen den Platz zu tauschen. Das der Unteren... besteht darin, alle Unterschiede abzuschaffen und eine Gesellschaft ins Leben zu rufen, in der alle Menschen gleich sind..
Denn sobald alle gleichermaßen Muße und Sicherheit genössen, würde die große Masse der Menschen, die normalerweise durch Armut abgestumpft war, sich herausbilden und selbständig denken lernen. Und war es erst einmal so weit, so würden sie früher oder später dahinterkommen, daß die privilegierte Minderheit keine Funktion hatte, und würden sie beseitigen.
und genau deswegen muss Krieg immer ein Dauerzustand bleiben. Wir führen Kriege zwischen den Völkern, Kriege auf den Bildschirmen, Kriege gegen unseren Körper. Die Menschheit zuckt in einem kollektiven Krampf, denn sie ist sich bis ins Mark uneins, ob sie fortbestehn will oder in eitlem Größenwahn ersticken.
Der große Knall wartet stets hinter dem Horizont also spute Dich, wenn Du noch was vom Rest des Lebens abhaben willst. Der Ausverkauf der Welt dauert an und wenn Du Pech hast, kommste halt nicht mit auf die Arche. Der Weltkrieg gegen die Welt ansich, den Planeten, die Natur und das Leben hat nie geendet. Sein Beginn war der Anfang vom Ende. Und das Gerangel geht glaube ich grad erst richtig los wie beim Endspurt. Oder wird mir diese Ansicht vielleicht grade nur von der Politbühne nahegelegt? So perfide und umgekehrt psychologisch kann kein Mensch mehr denken, wie schnell uns die Fließbänder da mit uns durchgehen.

Zum Weiterlesen wg. 1984 und den psychologischen Wirkungen eines Dauerkriegszustands:
http://www.gegenstandpunkt.com/msz/html/84/84_2/orwell2.htm


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Ist Krieg mittlerweile Normalität?

05.06.2014 um 05:57
Interalia schrieb:Die größeren Konflikte drehen sich allerdings nicht zwangsläufig darum, im Detail. Geht ja um Macht und Geld, zur Zeit. Macht & Geld sind aber doch ziemlich unwichtig, so an sich.
Macht ist unwichtig? Warum beantwortest du dann Frage 1 und 2 mit "Nein"?
Da geht es doch auch darum Macht über etwas auszuüben, nämlich über deine Wohnung / Haus bzw. dein Eigentum.

@Scox hat es ganz schön auf den Punkt gebracht möchte ich meinen.
Scox schrieb:Doch, in bestimmten Situationen ist jeder Mensch so. Jetzt, wo es dir gut geht und du relativ frei bist, magst du das anders sehen. In Extremsituationen würdest du dich zu deinem eigenen Vorteil verhalten. Ist auch nicht schlimm, sondern ganz normal.
Ich möchte hier noch ergänzen, das man sich sowieso ständig, mehr oder weniger bewusst, zu seinem Vorteil verhält.


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Ist Krieg mittlerweile Normalität?

05.06.2014 um 09:00
Wer ist denn dieser Feind? Wird der Feind nicht erst zu diesem gemacht, damit man einen Grund zum Angriff hat? Für eigene Interessen?
t
Nicht unbedingt. Heute gibt es einen Enemy by Nature natürlich nicht mehr so. Aber es gab durchaus Gesellschaften die sich von Anfang an unvereinbar gegenüberstanden. (Wobei sowas immer relativ ist)
Der große Knall wartet stets hinter dem Horizont also spute Dich, wenn Du noch was vom Rest des Lebens abhaben willst. Der Ausverkauf der Welt dauert an und wenn Du Pech hast, kommste halt nicht mit auf die Arche. Der Weltkrieg gegen die Welt ansich, den Planeten, die Natur und das Leben hat nie geendet. Sein Beginn war der Anfang vom Ende. Und das Gerangel geht glaube ich grad erst richtig los wie beim Endspurt. Oder wird mir diese Ansicht vielleicht grade nur von der Politbühne nahegelegt? So perfide und umgekehrt psychologisch kann kein Mensch mehr denken, wie schnell uns die Fließbänder da mit uns durchgehen.
t
manche sind auch immer noch in 1984 hängengeblieben.

Der Süße Duft der ständigen Apocalypse ist verflogen. Man muss sich also doch den Problemem widmen. Im Überigen ging es Orwell um die Ideologie der Kommunisten die die Revolution und sämtliche Aspekte als Teil des Krieges gegen den Imperialismus bezeichneten. Aber gut über das Stück kann man viel Interpretieren.


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05.06.2014 um 09:05
Interalia schrieb:Tiere haben allerdings evtl. aufgrund ihrer Triebe keinen Verstand und das Wissen über Recht und Unrecht, sowie sowas wie ein gesellschaftliches System mit Rechten.
Deswegen ist Krieg ja auch etwas was Verstand braucht, also ein Kollektives Gemeinschaftliches Projekt und kein individueller Kampf. Krieg ist die Kultrelle Ausprägung des Revierkampfes gewesen.

Krieg mit Gewalt ist nur eine Form des Konfliktes, natürlich gibt es verschiedene Konfliktlösungen

Beim Rest sieht du die Sache etwas zu schön. Recht Unrecht, das sind subjektive Begriffe, die von Person zu Person aweichen können. Es gibt vielleicht nur ein paar Dinge die wirklich alle Menschen als Recht und Unrecht ansehen würden. Recht einer Gesellschaft an sich sind Luxusgut, darauf kannst du dich nur Berufen solange irgendwer dieser Rechte auch durchsetzen kann


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def
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Ist Krieg mittlerweile Normalität?

05.06.2014 um 09:14
Fedaykin schrieb:Deswegen ist Krieg ja auch etwas was Verstand braucht, also ein Kollektives Gemeinschaftliches Projekt und kein individueller Kampf.
Krieg ist kein kollektives Projekt. Es ist der Kampf einzelner Eliten, die sich aber schon seit Jahrhunderten nichtmehr selbst die Finger schmutzig machen sondern den Plebs dafür verwenden.

Krieg ist das Ende des Verstandes, da man nichtmehr weiterweiß. Politisch und verhandlungstechnisch ist man am Ende der Fahnenstange und da bleibt nurnoch der Konflikt.

Für manche Kleingeister ist dies aber scheinbar der Stein der Weisen...


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Ist Krieg mittlerweile Normalität?

05.06.2014 um 09:18
def schrieb:Krieg ist kein kollektives Projekt. Es ist der Kampf einzelner Eliten, die sich aber schon seit Jahrhunderten nichtmehr selbst die Finger schmutzig machen sondern den Plebs dafür verwenden.
Klar ist Krieg ein Kollektives Projekt, wer auch immer die Legislative im Kollektiv führt.
def schrieb:Krieg ist das Ende des Verstandes, da man nichtmehr weiterweiß. Politisch und verhandlungstechnisch ist man am Ende der Fahnenstange und da bleibt nurnoch der Konflikt.
Nein der Konflikt existiert schon voher. Krieg ist nur ein weiteres Politisches Mittel. Zielsetzung eines Krieges liegt für gewöhnlich in einem Besseren Frieden und wenn nur für die eigene Gesellschaft.


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def
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05.06.2014 um 09:24
@Fedaykin

Whatever. Du hast Recht und ich meine Ruhe.


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rockandroll
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05.06.2014 um 09:25
Fedaykin schrieb:Nein der Konflikt existiert schon voher.
und kultivierte Menschen lösen den fürgewöhnlich gewaltfrei. Wenn man allerdings nicht kompromisfähig ist, gibt es diese Gewalt
Fedaykin schrieb: Krieg ist nur ein weiteres Politisches Mittel. Zielsetzung eines Krieges liegt für gewöhnlich in einem Besseren Frieden und wenn nur für die eigene Gesellschaft.
es gibt keinen besseren Frieden, als den bestehenden


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05.06.2014 um 09:27
Könnte man langsam annehmen. Wenn man sich richtig informiert kämpfen ja immer irgendwo irgendwelche Soldaten für einen Frieden der nur in den Köpfen der Bauern existiert. Gott sei dank sehen wir den Krieg nicht sondern bekommen ihn nur über (die richtigen) Medien mit auch wenn es das Spielmittel der Politiker in keinster weise relativiert.
Interalia schrieb:Was treibt die Menschen an, andere anzuspornen, sich gegenseitig niederzumetzeln?
Ich glaube kaum dass die einzelnen Soldaten sich wegen sowas melden. Sie erledigen nur ihre Befehle. Wenn du fragst, warum die großen Tiere im Hintergrund nur Krieg wollen dann doch wohl um ihre Macht zu erweitern. Die Zeiten, wie damals einfach in ein schwaches Land einzuwandern und die eigene Fahne in den Boden rammen ist schon lange vorbei. Heute muss man behaupten das Land wäre in Gefahr oder gar vor einer Existenzlosigkeit. Dann marschieren die Truppen los um ein bisschen Demokratie und Frieden einzubringen und da haben sie ihr neuen gewinnbringendes Land.
Interalia schrieb:Ist es wirklich der Kampf um Rohstoffe, obwohl wir eigentlich genügend auf der Welt zu bieten hätten?
Ja, kann ich mir vorstellen. Lieber holen sie aus den dritten Welt Ländern das Öl und warten bis es andersweitig nicht möglich und kommen erst dann zu den zivilisierten Ortschaften weil wir ja kurz vor Ressourcenentstand stehen. Wer von uns aus den guten Seiten der Erde bekommt den wirklich mit was für Schlammschlachten dort abgehen? Richtig, eine handvoll. Deswegen kann man der dummen Gesellschaft einreden dass wir keine Ressourcen mehr haben und deswegen auf diese Radikalen gehen müssen!
Interalia schrieb:Wieso tragen diese Kriege eigentlich nicht die Initiatoren untereinander aus, wie echte Männer? Wieso schicken sie Millionen von unschuldigen, gedopten & gebrainwashten Bürgern vor?
Weil der König nur die Bauern kämpfen lässt. Ist doch ein geschickter Schachzug von ihnen? Sie machen sich ihre Hände nicht schmutzig und opfern nur mittelklassiges Personal das jeden Tag mehr als genug geboren wird. :shot:
Interalia schrieb:Und immer härtere Geschosse und so unglaublich viel Geld...
Nicht einmal vorhandenes Geld...
Mittel zum Zweck. Land erobern und das Profit kommt schon noch.


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05.06.2014 um 09:37
rockandroll schrieb:und kultivierte Menschen lösen den fürgewöhnlich gewaltfrei. Wenn man allerdings nicht kompromisfähig ist, gibt es diese Gewalt
Ob der Gewaltfrei gelöst wird ist ja abhängig von der Kulturellen Ausrichtung und der Werte. Nicht alle Kulturen sehen Gewaltlosigkeit als beste Konfliktlösung an.

Und Kompromissfähigkeit ist so eine Sache. Das ganze obliegt eben der Spieltheorie.

Die Römer wussten schon willst du den Frieden musst du für den Krieg gerüstet sein. Die Gefahr das ein Krieg eben mehr Nachteile gegenüber den Gewinn oder eines Kompromisses bringt, begünstigt diese Lösungsansätze.
rockandroll schrieb:es gibt keinen besseren Frieden, als den bestehenden
Den Gibt es für fast alle Nationen immer. Frieden bedeutet ja mehr als nur die Abwesenheit von Krieg.


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Banana_Joe
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Ist Krieg mittlerweile Normalität?

05.06.2014 um 10:04
Es ist wohl eher so das wir mittlerweile in wesentlich friedlicheren Zeiten leben. Europa hat seit ca. 70 Jahren keinen "großen" Krieg mehr gesehen. Eine so lange Friedensperiode gab es noch nie und es schreit auch keiner mehr "Hurra, Hurra, Hurra", wenn die Bundeswehr in einen Einsatz geschickt wird.
Interalia schrieb:Wieso tragen diese Kriege eigentlich nicht die Initiatoren untereinander aus, wie echte Männer?
Kaiser Maximillian I. forderte mal den französischen König zum Duell, um die Erbstreitigkeiten beizulegen und ohne dafür seine Landsknechte bluten zu lassen. Der König von Frankreich lehnte ab und es kam zum Krieg.
Und warum werden seit Jahrhunderten permanent irgendwelche Kriege angezettelt, wenn der Mensch doch schon längst weit aus schlauer sein könnte?
Mmm
Kc schrieb:Gab es überhaupt schon einmal eine Epoche, wo nirgendwo auf der Welt Krieg herrschte?

Ich glaub nicht.

Insofern ist Krieg tatsächlich ein Stück weit Normalität.
Genau, aber es wird in der Öffentlichkeit immer kritischer hinterfragt. Man weiß heutzutage einfach wohin industrielles Schlachten, wie im 1. & 2. Weltkrieg geschehen, führen kann.

Vor 100 Jahren, als der 1. Weltkrieg ausbrach, jubelten die Menschen auf den Straßen und jeder war stolz darauf, dabei sein zu dürfen, man hatte sogar Angst zu spät zu kommen und so seine Minute Ruhm zu verpassen.

Das ist heute anders. Krieg ist also mittlerweile weniger Normalität denn je...

Die nukleare Abschreckung dürfte auch einen nicht unerheblichen Teil dazu beigetragen haben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der kalte Krieg ansonsten irgendwann plötzlich sehr heiß geworden wäre. Ein Treppenwitz der Geschichte.


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Ist Krieg mittlerweile Normalität?

05.06.2014 um 10:15
@Banana_Joe
@Interalia

Naja es geht doch bei Kriegen nicht immer nur um Ami vs. Russe ;)

Dass die sich kaum noch richtig bekämpfen, ist aufgrund der Atomwaffen naheliegend, ebenso bei anderen Atommächten.

Aber das interessiert doch in lokalen, kriegerischen Auseinandersetzungen niemanden. Nicht jeder Krieg ist ein Weltkrieg.
Ihr vergesst Bürgerkriege, Raubzüge in fruheren und heutigen Zeiten, Kriege zur Ausdehnung der Landesgrenzen oder auch nur Kriege zwischen zwei Stämmen/Fürstentümern, die herausfinden wollen, wer der Boss ist.

Von daher würde ich mal behaupten: Krieg war spätestens ab dem Zeitpunkt Normalität, als es genügend Menschen gab, um ihn zu führen.

,, Mittlerweile" ist eigentlich fehl am Platze.

Würde sogar umgekehrt sagen, dass HEUTE Krieg in geringerem Ausmaß stattfindet.


Einfach nur sagen:,,Krieg ist doch doof und unkultiviert", ist irgendwo sinnlos.

Mit Intelligenz und Kultur hat das nichts zu tun, eher mit Emotionen, Glauben, niederen Instinkten, Überlebenskampf - je nach Ort und Beteiligten.

Wenn ich mir zum Beispiel überlegen muss: MEIN Volk verhungert im nächsten Winter, wenn wir uns nicht den Besitz des Nachbarstammes aneignen, dann interessiert es schwerlich, dass Krieg eigentlich blöd und falsch ist.
Dann interessiert es, ob MEIN Volk lebt.


Wir sollten im gut versorgten, modernen Westen vorsichtig sein mit dem Philosohieren über Richtigkeit und Falschheit von Krieg und Gründen dazu.


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Ist Krieg mittlerweile Normalität?

05.06.2014 um 10:19
Im Grunde kann man jeden Konflikt dieser Welt auf einen Grund zurückführen ... Ungleichheit!

Wäre jeder Ort auf dieser Welt absolut identsich zu jedem Anderen, dann würde es wohl tatsächlich funktionieren. Ist aber nicht so und somit dreht sich das Leben stets darum wie man an den besseren Ort kommt. Die, die schon da sind, tun alles dafür, dass sie da auch bleiben können. Am Ende gewinnt der Stärkere.
Wie sollte man dieses Problem denn bitte lösen ? Man kann nicht die gesamte Bevölkerung an den wenigen begünstigten Orten dieser Welt versammeln, das geht einfach nicht.


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rockandroll
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Ist Krieg mittlerweile Normalität?

05.06.2014 um 10:22
@Fedaykin
Kultur bedeutet im weiter gefassten Sinne "alles, was Menschen miteinander auskommen läßt" und Gewalt passt da nun mal nicht rein, weil es gerade das Gegenteil davon ist. Gewalt und Krieg sind also eine Unkultur (auch wenn man gerne möchegern heroisch was anderes behauptet, und es von spätpubertären Buben oft genug gelaubt wird ;) ), und bis auf den mehr oder minder seltenen Umstand der Selbstverteidigung, ist sie -so man den Frieden auf dauer sichern will- abzulehnen. Ansonsten riskiert man unnötig Gegengewalt, und das mündet nicht selten in einer "endlosen" Gewaltspirale, die schon oft genug im absoluten Kollaps der Gesellschaften müdete.

..kein wirklich erstrebenswertes Ziel, meiner Meinung nach


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Banana_Joe
ehemaliges Mitglied

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Ist Krieg mittlerweile Normalität?

05.06.2014 um 10:27
@Kc
Kc schrieb:Wir sollten im gut versorgten, modernen Westen vorsichtig sein mit dem Philosohieren über Richtigkeit und Falschheit von Krieg und Gründen dazu.
Ich will nichts anderes behauptet haben. Vor allem in Afrika lässt sich das gut erkennen. Es braucht z.B. keine weltweite Verschwörung oder eine Waffenlobby, um dort einen an Brutalität kaum noch zu überbietenden Krieg oder Bürgerkrieg aufflammen zu lassen. Eben deswegen:
Kc schrieb:Mit Intelligenz und Kultur hat das nichts zu tun, eher mit Emotionen, Glauben, niederen Instinkten, Überlebenskampf - je nach Ort und Beteiligten.
Natürlich spielen auch die von den Kolonialmächten auf dem Reißbrett willkürlich gezogenen, dabei die verschiedenen Ethnien oder den jeweiligen Glauben völlig ignorierenden, oft kerzengerade durch den Kontinent verlaufenden Landesgrenzen eine Rolle. Aber das ist eben beileibe nicht der einzige Grund.


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05.06.2014 um 10:59
rockandroll schrieb:Kultur bedeutet im weiter gefassten Sinne "alles, was Menschen miteinander auskommen läßt" und Gewalt passt da nun mal nicht rein, weil es gerade das Gegenteil davon ist.
Klar, sonst gäbe es ja keine Kultur, weil Gewalt in jeder Kultur mehr oder weniger Vorkommt

Kultur (zu lateinisch cultura „Bearbeitung, Pflege, Ackerbau“, von colere „pflegen, verehren, den Acker bestellen“) ist im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur. Kulturleistungen sind alle formenden Umgestaltungen eines gegebenen Materials, wie in der Technik oder der bildenden Kunst, aber auch geistige Gebilde wie etwa Recht, Moral, Religion, Wirtschaft und Wissenschaft.

Der Kulturbegriff ist im Laufe der Geschichte immer wieder von unterschiedlichen Seiten einer Bestimmung unterzogen worden.[1] Je nachdem drücken sich in ihm das jeweils lebendige Selbstverständnis und der Zeitgeist einer Epoche aus, der Herrschaftsstatus oder -anspruch bestimmter Klassen oder auch wissenschaftliche und philosophisch-anthropologische Anschauungen. Die Bandbreite seiner Bedeutung ist dementsprechend groß: Sie reicht von einer rein beschreibenden (deskriptiven) Verwendung („Die Kultur jener Zeit.“) hin zu vorschreibenden (normativen), wenn bei letzterem mit dem Begriff der Kultur zu erfüllende Ansprüche verbunden werden


Prinzipiell ist die Gegenüberstellung von Natur und Kultur ein typisch europäisches Ordnungsmuster. Die Ethnologie hat gezeigt, dass es keine Weltauffassung gibt, die von allen Menschen gleichsam verstanden wird. Die in der „modernen Welt" als selbstverständlich betrachtete Dichotomie Natur ↔ Kultur ist nicht bei allen Völkern gegeben. So betrachten beispielsweise die Amazonasindianer auch Tiere, Pflanzen, Naturerscheinungen und Naturgeister als Menschen. Sie existieren nach ihrer Vorstellung zeitweilig in einer anderen Form, sind jedoch ebenfalls vollwertige „Kulturwesen

„Die Übertragung von Informationen von einer Generation zur nächsten auf nichtgenetischem Wege wird im Allgemeinen als kulturelle Tradition bezeichnet.“[26] In der Biologie werden solche kulturellen Traditionen allerdings häufig verkürzt als Kultur bezeichnet


Deine Definition das Kultur das Friedliche Auskommen mit allen Menschen bedeutet scheint keinen allgemeinen Konsenz zu finden.
Gewalt und Krieg sind also eine Unkultur (auch wenn man gerne möchegern heroisch was anderes behauptet, und es von spätpubertären Buben oft genug gelaubt wird ;) ), und bis auf den mehr oder minder seltenen Umstand der Selbstverteidigung, ist sie -so man den Frieden auf dauer sichern will- abzulehnent
Nein, Gewalt und Krieg werden je nach Kultur unterschiedliche bewertet, eben vom Ethischen Konsens abhängig. Für unst ist zb das Steinigen einer Ehebrecherin rechtbruch, menschenverachtent, in manchen Kulturen legitime Strafe und Konsens.



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05.06.2014 um 11:01
Banana_Joe schrieb:Natürlich spielen auch die von den Kolonialmächten auf dem Reißbrett willkürlich gezogenen, dabei die verschiedenen Ethnien oder den jeweiligen Glauben völlig ignorierenden, oft kerzengerade durch den Kontinent verlaufenden Landesgrenzen eine Rolle. Aber das ist eben beileibe nicht der einzige Grund.
Das ist eine Ursache für aktuelle Konflikte, nicht für Konflikte in Afrika ansich. Das würde ja unterstellen das es voher keine Kriege gab. Wobei uns Zulu und andere ja das Gegenteil gezeigt haben.


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05.06.2014 um 11:06
@Banana_Joe
Banana_Joe schrieb:Natürlich spielen auch die von den Kolonialmächten auf dem Reißbrett willkürlich gezogenen, dabei die verschiedenen Ethnien oder den jeweiligen Glauben völlig ignorierenden, oft kerzengerade durch den Kontinent verlaufenden Landesgrenzen eine Rolle. Aber das ist eben beileibe nicht der einzige Grund.
Das stimmt. Die Konflikte auch innerhalb Afrikas haben viele Gründe, verschieden je nach Ort.

Zum Teil sind es religiöse Auseinandersetzungen zwischen muslimischen und christlichen Extremisten.

Zum Teil sind es (alte) ethnische Auseinandersetzungen, bei denen der einzige Grund für Hass die Zugehörigkeit zu einem anderen Volk ist.

Oder auch reine Überlebensfragen, nach dem Motto:,,Der härteste Typ/die härteste Gruppe gewinnt!¨


Für mich besitzt der afrikanische Kontinent in mancher Hinsicht einen Zustand, wie ich ihn mir im Europa vergangener Jahrhunderte vorstellte.


Die Fehler der nordwestlichen Welt liegen nicht nur in der Kolonialzeit, sie waren auch später - und sind es noch - vielfältig.

Etwa durch die selektive Unterstützung von genehmen Diktatoren, die dafür sorgten, dass Rohstoffe und Bodenschätze billig abgebaut werden konnten, die bevormundende ,,Liebe¨ für ,,Naturschutz mit der Brechstange¨, die Förderung negativer, schwieriger Zustände, um Steuern oder Vorgaben zum Umweltschutz zu entgehen, billige Arbeitskräfte zur Verfügung zu haben, abhängige Käufer zu haben, da früher im Land produzierte Dinge nun von außen importiert und gekauft werden müssen...


Die nordwestliche Wirtschaft versucht, mit Unterstützung der Politik, Afrika klein zu halten und hat deshalb auch relativ wenig Probleme mit den kriegerischen Auseinandersetzungen, welche die Folge sind.

Außer natürlich dann, wenn die Flüchtlinge versuchen, hierher zu kommen ;)


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rockandroll
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05.06.2014 um 11:09
Fedaykin schrieb:Klar, sonst gäbe es ja keine Kultur, weil Gewalt in jeder Kultur mehr oder weniger Vorkommt
nur ist Gewalt das, was die kulturellen Errungenschaften zersetzt, und nicht das "zwischenmenschliche Auskommen" pflegt, oder gar fördert
Fedaykin schrieb:Nein, Gewalt und Krieg werden je nach Kultur unterschiedliche bewertet, eben vom Ethischen Konsens abhängig. Für unst ist zb das Steinigen einer Ehebrecherin rechtbruch, menschenverachtent, in manchen Kulturen legitime Strafe und Konsens.
wenn Gewalt innerhalb einer primitiven Kultur legitim ist, wird sie sich von innen heraus selbst zersetzen, das lehrt uns die Erfahrung, sprich die Geschichte. Hab ich dir auch schon erklärt

außer bei Selbstverteidigung, aber die muß dann auch verhältnissmäßig sein, sonst wird sie als Willkür empfunden, und entsprechend als Angriff verstanden


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