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Post wieder verstaatlichen?

53 Beiträge, Schlüsselwörter: Wirtschaft, Staat, Post, Dienstleistungen

Post wieder verstaatlichen?

23.01.2018 um 14:31
Jeder kennt es:
Die Post kommt entweder erst am Nachmittag oder gar nicht. Pakete werden bei wildfremden Nachbarn ohne Erlaubnis abgegeben oder gehen grundlos zurück an den Absender. Der Postbote ist undfreundlich und gehetzt.

Die Telekom kümmert sich kaum um ihre Kunden und verbockt den Glasfaserausbau.

Wie ist eure Meinung dazu? Meint ihr wenn das alles zurück zum Staat geht bessern sich die Dinge?

Anscheinend gibt es bereits Bewegungen die zurück zur Bundespost wollen:

#postreformiv

https://secure.avaaz.org/de/petition/Bundeskanzlerin_Angela_Merkel_der_Deutsche_Bundestag_Verstaatlichung_der_Energie_Wasserwirtschaft_Bahn_OePNV_Gesundheit/

Und viele mehr...

Das Monopol der Bundespost in den 90ern aufzulösen war vielleicht noch verständlich jedoch die Aufspaltung in Postdienst, Telekom und Postbank und die umwandlung von Staats- und Volkseigentum in Aktiengesellschaften finde ich mehr als fragwürdig...

Wie sind eure Erfahrungen und Eindrücke zur Privatisierung von Post und co.?

Wer ist für die staatliche Bundespost und wer dagegen?


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Post wieder verstaatlichen?

23.01.2018 um 14:33
Alles verstaalichen - den Staatsdienst auch...da läuft es bestimmt besser.


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Post wieder verstaatlichen?

23.01.2018 um 14:55
Der Staat, der es (zum Glück) nicht einmal hinbekommt, Twitter zu kontrollieren, soll meine Post kontrollieren? Pfffff.. :D


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Post wieder verstaatlichen?

23.01.2018 um 14:58
Ich kenne noch diese Dienste, als sie Monopolisten waren ... das war keinen Deut besser ...
Nur konnte man keinen anderen beauftragen ...


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Post wieder verstaatlichen?

23.01.2018 um 14:58
@Nandanael
Wozu ist der BND da? ;)


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Post wieder verstaatlichen?

23.01.2018 um 15:00
Gröllheimer schrieb:Wozu ist der BND da? ;)
Sollte Wichtigeres zu tun haben, als Siff-Twitter aufzuräumen. ^^


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Post wieder verstaatlichen?

23.01.2018 um 16:10
Ich hab keine ahnung warum, aber ich habe weder mit der telekom noch mit der post wirklich probleme. Pakete kommen an (und wenns beim nachbarn ist) und der schleppknecht ist auch noch nett und gut gelaunt, telekomtechniker kommen zum vereinbarten zeitpunkt und helfen mir sogar noch, wenn sie können. Keine probleme nichteinmal mit dem als unterirdisch geltenden service meines anbieters 1&1 Oo... dafür nervt mich gerade meine hausverwaltung, die kein neues kabel vom hausanschluss in meine wohnung verlegen mag. Verstaatlicht die doch mal ^^


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Realo
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Post wieder verstaatlichen?

23.01.2018 um 18:45
Gröllheimer schrieb:Das Monopol der Bundespost in den 90ern aufzulösen war vielleicht noch verständlich jedoch die Aufspaltung in Postdienst, Telekom und Postbank und die umwandlung von Staats- und Volkseigentum in Aktiengesellschaften finde ich mehr als fragwürdig...
Nicht unbedingt, nur wenn man es unterm Aspekt des Shareholder Values betrachtet.

Das Problem von DHL, Telecom, DB usw. ist nicht in erster Linie die Privatisierung, sondern die Monopolstellung gegenüber der jeweiligen Konkurrenz. Im Fall der DB z.B., dass die Gleise und Trassen in Bundesbesitz bleiben und die DB gegenüber der Konkurrenz Vorrechte hat, die von der Konkurrenz nicht aufholbar sind, weshalb die Konkurrenz sich auf den Fernbusverkehr verlegt hat und über den Preis versucht wettbewerbsfähig zu werden, aber es wird wohl so enden wie bei der Lufthansa, dass die "Konkurrenz", wenn ihr Netzwerk komplett ist, von der DB übernommen wird, so wie auch die Billigflieger von der Lusthansa übernommen wurden. Bei der Telecom ist der uneinholbare Vorteil dass sie Eigentümer der Leitungen sind und daher auch bei der Konkurrenz über die Leitungen permanent mit absahnen. Wo aber keine echte Konkurrenz ist, das gilt für jeden Monopolisten, da wird das Preis-Leistungsverhältnis für den Kunden zunehmend unzumutbar.

Also entweder - schlechtere Lösung - wieder verstaatlichen oder - bessere Lösung - den Monopolisten ihre Vorteile nehmen.

Anders sieht es aus bei vitalen Leistungen wie Wohnungsbau und Energieanbieter. Die sollten beide neu verstaatlicht werden. Man muss da ja schon fast von einem Stromkartell sprechen; die Preise sind einfach nicht mehr hinnehmbar. Und was den Wohnungsbau anbelangt: Der Mietmarkt besonders in den Ballungszentren ist für einen Normalsterblichen nicht mehr tragbar bzw. finanzierbar. Das kann sich nur über eine staatliche Regelung entspannen.

Aber dann schreien die Neoliberalen hier ja wieder Kommunismus und ersticken damit jede Debatte und sogar jedes tiefe und konzentrierte Nachdenken über grundlegende Verbesserungen in diesen beiden Sektoren, die ich für viel wichtiger halte als Post, Telefondienste und Zugverkehr.


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Post wieder verstaatlichen?

23.01.2018 um 19:22
@Gröllheimer
Das ist eine interessante Frage.
Ich bin schon seit längerem bei vielen Bereichen noch unentschieden, ob ich grundsätzlich für Privatisierung oder Verstaatlichung wäre.

Also z.B. bei der Post, der Bahn, dem Straßen- und Schienenbau, den Krankenhäusern, der Trinkwasserversorgung, dem Telefon - Internetanbieter, Stromanbieter und generell Energieversorger bis hin zu Banken sogar.
Da gibt es sicher noch mehr Bereiche, die für alle Menschen gleichermaßen von Belang sind.

In meinem idealen Staat würde das alles staatlich geregelt und somit standardisiert ablaufen, also quasi wie in einem Aufbaustrategiespiel, wo eine kluge Hand über fast alles entscheidet.
In der Realität hat man ja leider gesehen, dass das nicht so reibungslos verläuft wie in meinem idealen Beispiel.

Wenn man es richtig anstellen würde als Regierung, könnte eine Wiederverstaatlichung schon Vorteile bringen, auch für den Verbraucher am Ende, aber das wird wohl eine Utopie bleiben.
In vielen Bereichen sind die Mechanismen des freien Marktes halt anscheinend doch den Politikern überlegen, auch wenn vieles nicht ideal abläuft.

Es gibt ja öfter Dokus im Fernsehen, auch aus dem Ausland, die zeigen, dass Privatisierung in manchen Bereichen alles nur noch teurer und unzuverlässiger macht, weil die jeweiligen Führungsetagen in den Privatunternehmen nur das nötigste erledigen und ausgeben und bei Investitionen nicht immer das Allgemeinwohl im Blick haben, sondern schnelle Profite.

Eine vernünftige Regierung würde das Geld da sicher nachhaltiger und zielgerichteter ausgeben, da der Blick auf dem langfristigen Wohlergehen des Staats liegt.

@Realo
Ich stimme dir da weitgehend zu.


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Warhead
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23.01.2018 um 19:39
Issomad schrieb:Ich kenne noch diese Dienste, als sie Monopolisten waren ... das war keinen Deut besser ...
Nur konnte man keinen anderen beauftragen ...
Die Post kam an,nicht irgendwann und von irgendwem,wenn überhaupt.
Und Post vom Nachbarn fand ich da auch nicht regelmässig in meinem Briefkasten,ich meine nicht die Nachbarn im Haus,ich meine die Nachbarn zehn Häuser weiter,oder zwei Strassen
Das Problem der Privatisierung besteht darin das ab nun nur noch Monopolstellung und Maximalprofit zählen,mit dem bekannten Folgen.
Die Bundesdruckerei wurde verkauft als gesundes Unternehmen,sie wurde zurückgekauft als personell unterbesetzte Investmentruine mit zerschliessenem Maschinenpark und einem Haufen Schulden.
Dazu kommt das Unternehmen wie Post,Telekom,Bahn usw auch jede Menge Grundbesitz unter ihrer Fuchtel haben,Grundbesitz mit dem dem einmal privatisiert eine Menge Schindluder getrieben wird.
Gerade in grossen Städten bilden die Flächen ehemaliger Güterbahnhöfe Potenzial für grossangelegte Gentrifizierungen,den Städten und Gemeinden wird so jede Möglichkeit genommen noch selbstständig städteplanerisch aktiv zu sein...Ein Beispiel dafür ist die Vivico

Wikipedia: CA_Immo_Deutschland


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Post wieder verstaatlichen?

23.01.2018 um 19:57
gastric schrieb:dafür nervt mich gerade meine hausverwaltung, die kein neues kabel vom hausanschluss in meine wohnung verlegen mag. Verstaatlicht die doch mal ^^
gibt es, ein Beispiel hier ist eine Gesellschaft in dessen Vorstand auch Generationen von ex Bürgermeistern sind, regelmäßig gibts dort Korruptionsermittlungen und Urteile.
Diese Gesellschaft hat stets glückliche Händchen mit Bauanträgen, ausnahmegenehmigungen, Förderprogrammen und allgemein.

Btw. entscheiden das die Eigentümer in Mehrheit oder einstimmig je nach Eingriff, nicht die Verwalter.
Hausverwalter arbeiten nahezu wie seinerzeit Ämter, führen den Willen der Mehrheit aus nach den geltenden Verträgen und gesetzen.
Also miete dort wo es nur einen Eigentümer gibt, Problem gelöst... aber nur wenn der Eigentümer Deiner Meinung ist und sich nicht scheut zu uuuuuhhh bööööse: gentrifizieren....

Gemietet hast Du ja offensichtlich mit Kupferkabel, miete dort wo das Objekt die Deiner Meinung nach wichtigen Eigenschaften hat.

@Realo
Betrachtet man hier die Situation so hat man die Telekom die mit Vectoring versucht nochmal paar Jahre die Bücher zu pushen.
Andererseits die privaten die Verträge mitimmensen Förderungen abschließen aber bei weitem nicht fristgerecht liefern, wenn überhaupt und dann utopische Preise abrufen. Somit hat man dann an einer Stelle Vectoring und Glasfaser, paar hundert Meter weiter nix oder DSL<2000.
Zu post zeiten wäre es wohl eine Kombination aus beidem geworden mit dem Unterschied daß niemand sonst Fasern legen hätte dürfen.
Pest/cholera.


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23.01.2018 um 22:54
Schön dass alle ihre Gedanken hier so tatkräftig einbringen!
Moses77 schrieb:In meinem idealen Staat würde das alles staatlich geregelt und somit standardisiert ablaufen, also quasi wie in einem Aufbaustrategiespiel, wo eine kluge Hand über fast alles entscheidet.
In der Realität hat man ja leider gesehen, dass das nicht so reibungslos verläuft wie in meinem idealen Beispiel
Da stimme ich dir zu. Bei manchen Dingen muss es einfach von oben herab organisiert ablaufen. So hart es auch klingt. :D

@d.fense

War es nicht damals tatsächlich so dass jeder Haushalt einen gesetzlichen Anspruch auf eine Telefonische Grundversorgung hatte? Da damals ja jeder noch so abgelegene Bauernhof einen eigenen Anschluss hatte. Mit den heutigen Erstversorgungs-zuständen ist das dann wohl kaum zu vergleichen. Da wird bei der Telekom schon ein einfacher Telefonanschluss zur kaum zu bewältigenden Aufgabe... Ich spreche da aus eigener Erfahrung...


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23.01.2018 um 23:10
@Gröllheimer
Da stimme ich dir zu. Bei manchen Dingen muss es einfach von oben herab organisiert ablaufen. So hart es auch klingt.
Das klingt dann immer gleich nach Diktatur und Planwirtschaft.


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23.01.2018 um 23:12
Warhead schrieb:Die Post kam an,nicht irgendwann und von irgendwem,wenn überhaupt.
Ähm, die Post kam meistens an, aber nicht am nächsten Tag wie es heutzutage versprochen wird ...
Es war nicht besser ...


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Warhead
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23.01.2018 um 23:25
@Issomad
Es war besser...vielleicht nicht in deiner seltsamen Welt


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TunFaire
ehemaliges Mitglied

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Post wieder verstaatlichen?

24.01.2018 um 19:39
Bloß nicht staatlich. Ich kenne die Post und Telefon noch aus der Zeit.

Heute ist zwar auch nicht alles perfekt, ich habe die Chance zu wechseln und zu vergleichen.


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Post wieder verstaatlichen?

24.01.2018 um 21:33
Ich finde es bemerkenswert, das alle über die Postler herfallen, ungeachtet dessen das die Neueinstellungen prekären Verträgen unterworfen sind. Zeigt mir, das die Linken doch nicht den (a)sozialen Aspekt betrachten, den die SPD mit Wolfgang Clement ausgebaut hatte.


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Post wieder verstaatlichen?

24.01.2018 um 22:09
@Bauli

Selbstverständlich sind die neuen Arbeitsverträge ein Witz.
Die Postboten haben meist ein so hohes Arbeitspensum das sie kaum ohne Überstunden bewältigen können. Der Lohn dafür ist unverschämt.
Diejenigen die noch einen Beamtenvertrag haben können sich glücklich schätzen.
Damals hatten sie zwar eine 6 Tage Woche dafür aber einen 4 bis 5 Stunden Tag.
Ich fühle wirklich mit den Postlern... hoffentlich bessern sich die Zustände bald fürs Personal.


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25.01.2018 um 00:13
Ich bin dafür das man die komplette Grundversorgung der Geselschaft verstaatlicht.


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meganet
ehemaliges Mitglied

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25.01.2018 um 00:36
Da gibt es wohl kein Weg zurück.
Man sollte analog zum Mindestlohn Mindestpreise für Päckchen ausloben und von jedem ausgelieferten Päckchen müsste direkt ein Anteil von zwei oder mehr Euro an den Paketboten/Fahrer gehen. Das können wir uns ohne Wohlstandsverlust leisten analog dem Mindestlohn.
Die derzeitigen Preise sind Dumpingpreise, die auf dem Rücken der Beschäftigten realisiert werden.
Andere Bereiche mit prekären Lohnbedingungen müssten anders geregelt werden, aber ebenso!!


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