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Populismus im Schulalltag

17 Beiträge, Schlüsselwörter: Schule, Trump, AFD, Populismus, Politische Bildung
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Populismus im Schulalltag

15.11.2018 um 11:55
Im Moment beschäftige ich mich relativ viel mit dem Thema Populismus, da ja mit Trump, der AfD, der Fünf-Sterne Partei usw. immer mehr Populisten das Weltgeschehen und die Politik bestimmen.

Eine Frage, die sich mir gestellt hat, wäre, ob man im normalen Schulunterricht, in dem das Thema quasi keine Aufmerksamkeit findet, mehr über das Agieren der Populisten informieren und lehren sollte.
Vielleicht mit dem Ansatz, Schülerinnen und Schüler von Anfang an für dieses Thema zu sensibilisieren und eine Radikalisierung der Gesellschaft zu verhindern.

Was meint ihr dazu?


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Populismus im Schulalltag

15.11.2018 um 12:02
@allmyst21
Ab wann ist man denn in deinen Augen ein Populist? In der konservativen Ecke wirst du auch viele Leute finden für die die Linke eine populistische Partei ist. Letzten Endes ist das beste Mittel gegen Populismus die Fähigkeit Dinge kritisch hinterfragen zu können. Wenn man den Schülern diese Fähigkeit mit auf den Weg gibt dann ist schon mal eine Menge geschafft. Der Rest tut sich dann, gepaart mit etwas Bildung, schon halbwegs von alleine.
Populistische Ansichten als Populismus per se zu brandmarken ist nicht zielführend und bietet sich für den Missbrauch geradezu an.


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Populismus im Schulalltag

15.11.2018 um 12:05
bettman schrieb:Ab wann ist man denn in deinen Augen ein Populist? In der konservativen Ecke wirst du auch viele Leute finden für die die Linke eine populistische Partei ist.
Nun, um meine Frage vielleicht zu konkretisieren. Sicher sollte man auch über Linkspopulismus lehren, aber ich beziehe mich vor allem auf die Rechte Seite.


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Populismus im Schulalltag

15.11.2018 um 12:10
allmyst21 schrieb:Nun, um meine Frage vielleicht zu konkretisieren. Sicher sollte man auch über Linkspopulismus lehren, aber ich beziehe mich vor allem auf die Rechte Seite.
Halte ich fuer extrem schwierig bis nicht durchfuehrbar, denn auch Lehrer haben politische Gesinnungen - die duerfen sie aber in der Schule nicht vertreten! Um ueber Populismus zu lehren, muesste man dann aber sehr wohl eine bestimmte politische Richtung ansprechen. Was machst Du, wenn der Lehrer, der dieses Thema besprechen soll, AfD waehlt? Ist m.E. fast unmoeglich, da neutral zu bleiben, wie es sein muesste.


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Populismus im Schulalltag

15.11.2018 um 18:48
[X] Pro Populismus. Es ist nicht immer alles so kompliziert, wie es Experten weismachen wollen.


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Populismus im Schulalltag

15.11.2018 um 19:04
Destructivus schrieb:Es ist nicht immer alles so kompliziert, wie es Experten weismachen wollen.
Ist das so? Welche populistischen Erzählungen sind denn besser oder zumidnest gleich gut wie "Expertenanalysen"?


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Populismus im Schulalltag

15.11.2018 um 19:14
@wuec
In Österreich war die Volsabsrimmung über die Atomkraft vor 40 Jahren ein sehr gutes Beispiel, wo die Populisten recht behielten.


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Populismus im Schulalltag

15.11.2018 um 19:19
Hmm, ich bin kein Südalpianer und vor 40J rannte ich noch mit der Blechtrommel um den Weihnachtsbaum.
Kurz gesagt: die Antwort hilft mir nicht wirklich.

Gibt es denn kein aktuelleres Beispiel? (ansonsten könnte man das ja boshafterweise mit dem Verweis auf blinde Hühner und Korn abtun)


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Populismus im Schulalltag

16.11.2018 um 09:43
wuec schrieb:Gibt es denn kein aktuelleres Beispiel? (ansonsten könnte man das ja boshafterweise mit dem Verweis auf blinde Hühner und Korn abtun)
Gegenbeispiele gibt es jedenfalls genug. Das aktuellste wäre wohl der Brexit. Populismus ist eben keine Pöbelschläue, sondern ein taktisches Verhältnis zur Wahrheit, die aber eben genau das suggerieren soll.


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Populismus im Schulalltag

16.11.2018 um 11:28
@paranomal
Gerade der Brexit ist definitiv (noch) kein Gegensbeispiel. Das wissen wir frühestens in 10 Jahren. Ganz genrell kann man politische Prognosen und Standpunkte erst erheblich später ver/falsifizieren und sogar wenn die Fakten am Tisch liegen ist die Beurteilung immer noch strittig, wie mein Beispiel der Kernkraft zeigt. Die heutige Diskussionen rund um den Klimawandel iniitierten vor vielen Jahren linkspopulistische Gruppen, migrationsbedingte Probleme (ja und ich weiß es gibt hier Leute die sehen nach wie vor keine Probleme) initiierten rechtspopulistische Vertreter.

Ich rede nicht dem Populismus als Allheilmittel oder geeigneten Führungsstil das Wort. Er leuchtet aber dort hin, wo das die Regierenden nicht tun (außer die Populisten sitzen selbst in der Regierung). Deshalb möchte ich die nicht missen, wird ansonsten ziemlich expertenlastig die Politik. Experten wiederum handeln mit dem Wissen ihrer Zeit und betreiben genauso Standesvertretung.


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Populismus im Schulalltag

16.11.2018 um 11:30
Alari schrieb:Halte ich fuer extrem schwierig bis nicht durchfuehrbar, denn auch Lehrer haben politische Gesinnungen - die duerfen sie aber in der Schule nicht vertreten! Um ueber Populismus zu lehren, muesste man dann aber sehr wohl eine bestimmte politische Richtung ansprechen. Was machst Du, wenn der Lehrer, der dieses Thema besprechen soll, AfD waehlt? Ist m.E. fast unmoeglich, da neutral zu bleiben, wie es sein muesste.
Ach, dann muss man wohl auch die NS-Geschichte aus dem Unterricht streiten, weil man sich gegen Rechtsextremismus positionieren würde?!
Das ist doch Unsinn.

Woher kommt das überhaupt, der Irrglaube, Lehrer dürften keine eigene Meinung vertreten? Selbstverständlich dürfen sie das, auch wenn es Grenzen gibt..:
Wikipedia: Mäßigungsgebot


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Populismus im Schulalltag

16.11.2018 um 12:05
@vincent
In letzter Konsequenz ist Geschichts- & Politikunterricht immer wertend und niemals völlig neutral.


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Populismus im Schulalltag

16.11.2018 um 12:08
Also im Politikunterricht meiner Freundin steht Populismus (Links- wie Rechts- sowie generelle Methodik) bereits auf dem Lehrplan - genau wie bei den Kollegen.

Lehrer sind auch nicht ganz doof ;)


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Populismus im Schulalltag

16.11.2018 um 13:16
Destructivus schrieb:In letzter Konsequenz ist Geschichts- & Politikunterricht immer wertend und niemals völlig neutral.
Warum? Das kommt auf die Lehrer an. Leider werden Fachleute immer rarer, ich erlebe gerade, daß die Kinder einer Bekannten in Geschichte von Sozialpädagogen unterrichtet werden. Da kann man sich nur an den Kopf fassen, was dabei am Ende heraus kommt, ist doch von vornherein klar. Kinder oder Schüler im Allgemeinen sollten in solchen Fächern nicht indoktrinert werden, sondern der Unterricht sollte zu einer eigenständigen Bewertung geschichtlicher Ereignisse führen. Egal ob es sich dabei im Cäsar in Gallien , die Geschichte der Hanse oder die Durchhalteparolen von Goebbels handelt.


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Populismus im Schulalltag

16.11.2018 um 13:26
JamieStarr schrieb:Warum?
Weil es
1. Einen Lehrplan gibt. Dieser Lehrplan ist das Ergebnis des derzeit herrschenden makropolitischen Diskurses. Also in unserem Fall Demokratie, Marktwirtschaft (und das ist super hehe), Liberalismus im weiteren Sinne. Man kann ja Politik & Geschichte auch aus einem sozialistischen, faschistischen oder old-school-liberalen Blickwinkel betrachten. Das ergibt einen anderen Lehrplan.

2. Der Kontext des Lehrers. Der Lehrplan lässt schon einen gewissen Spielraum über, da kommen dann die Filter des Lehrers hinzu. Die Farbe seiner Wolle fließt in den Unterricht ein, sogar wenn er sich um Neutralität bemüht, das ist durchaus menschlich.

3. Weil es da die schüler auch noch gibt. Die bekommen ihr Geschichtsbild nicht nur in der Schule vermittelt, sondern auch zuhause, von Freunden und anderen Bezugspersonen. In der Disziplin werden sich immer auch Schüler einbringen, was wiederum den Unterricht verändert.


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Populismus im Schulalltag

16.11.2018 um 19:56
Destructivus schrieb:Gerade der Brexit ist definitiv (noch) kein Gegensbeispiel.
Offensichtlich doch, da viele Leute, da wo sie nun mit Fakten anstatt mit Parolen konfrontiert wurden, ihre Meinung geändert haben. Populismus ist rhetorisch immer auf Verkürzung angewiesen und diese verunmöglichen jede Analyse.


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Populismus im Schulalltag

16.11.2018 um 20:27
paranomal schrieb:Offensichtlich doch
Kann ich nicht gelten lassen. erstens einmal ist der Brexit noch nicht einmal vollzogen und zweitens basieren vieler dieser Fakten auf langfristige Annahmen, die nicht eintreffen müssen. Ich glaube tendenziell auch nicht unbedingt dass England wieder splendid dastehen wird. Aber so genau weiß das niemand, auch du nicht.


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