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LGBTIQ-Politik weltweit

311 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Weltweit, Queer, LGBTIQ ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

LGBTIQ-Politik weltweit

13.07.2026 um 08:58
Zitat von martenotmartenot schrieb:Die Frage ist halt vielleicht schon, ab wann es als "Protestieren" ausgelegt wird. Soweit ich mitbekommen habe, gilt es in Russland schon als "Propaganda", wenn man in irgendeiner Weise eine gleichgeschlechtliche Lebensweise als positiv darstellt. Das scheint bisweilen sehr weitläufig ausgelegt zu werden. Ich denke, in Ländern wie Russland oder der Türkei akzeptiert man LGBTs höchstens, wenn sie stumm und unauffällig möglichst so tun, als ob sie hetero wären (den eigenen Partner gibt man am besten als Kumpel, Bruder oder Cousin aus).
Gut, da bräuchte es konkrete Erfahrungsberichte oder Urteile um hier eine konkrete Aussage treffen zu können.

Die Türkei ist keineswegs LGBTQ freundlich. Wo ich missverstanden wurde ist lediglich, dass es zwischen LGBTQ-Freund und Gefahr für LGBTQ Menschen noch eine riesen Lücke gibt.

Die Türkei ist unter Erdogan nach Rechts und auch ins konservative gerutscht. Abgesehen von seiner eigenen Überzeugung, die sicher nicht LGBTQ freundlich ist, besteht auch seine Wählerschaft, bzw. die der AKP aus sehr konservativen Menschen. Da darf man also keine LGBTQ-Freundliche Politik erwarten.

Bezogen auf Proteste und auch Propaganda ist die Türkei sehr restriktiv, nicht nur auf LGBTQ bezogen. Als Linke ist man schnell ein Terrorist - Demos sind generell sehr ungern gesehen - das soll die LGBTQ thematik nicht runterspielen, ist aber sicher nochmal ein Multiplikator.


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LGBTIQ-Politik weltweit

13.07.2026 um 09:08
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:Also halten wir fest, dass es nicht bedeutet dass es für LGBTQ Menschen gefährlich ist nur weil man ein als offensichtlich LGBTQ Schiff gekennzeichnetes Schiff in einem streng muslimischen Land nicht anlegen lässt.
"Wir" halten da gar nichts fest und es wird auch nicht wahrer, wenn Du es wiederholst. Das mit dem Schiff ist nur eines der Symptome der Entwicklung unter Erdogan:

https://www.bpb.de/themen/europa/tuerkei/541824/die-lage-der-lgbt-community-in-der-tuerkei/


Zu Deinen Großstadterfahrungen:
Eine LGBTT-Community findet sich vorrangig in Istanbul sowie in geringerem Umfang in Ankara, Antalya und Izmir. Insbesondere in ländlichen Regionen in der Türkei gilt Homosexualität als Tabuthema.
Wikipedia: Homosexualität in der Türkei


Ägypten lässt sie übrigens auch nicht anlegen. Auch ein "konservatives" Land:
Wikipedia: Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt in Ägypten


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13.07.2026 um 11:15
Zitat von soomasooma schrieb:"Wir" halten da gar nichts fest und es wird auch nicht wahrer, wenn Du es wiederholst. Das mit dem Schiff ist nur eines der Symptome der Entwicklung unter Erdogan:
Komplett gelesen und vieles gelesen dass mich in meiner Auffassung bestätigt. Das Thema ist politisiert und ja, die Türkei ist nicht fortschrittlich aber eine Gefahr kann ich auch konkret aus dem Artikel nicht rauslesen.


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13.07.2026 um 11:52
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:aber eine Gefahr kann ich auch konkret aus dem Artikel nicht rauslesen.
Kommt drauf an, wie man "Gefahr" definiert. Ab wann ist der Besuch eines Landes eine Gefahr für einen Besucher? Erst wenn er um sein Leben fürchten muss, oder schon, wenn das Risiko einer Verhaftung und/oder Haftstrafe besteht?


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13.07.2026 um 11:57
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:Das Thema ist politisiert und ja, die Türkei ist nicht fortschrittlich aber eine Gefahr kann ich auch konkret aus dem Artikel nicht rauslesen.
Das sieht das Auswärtige Amt anscheinend anders.
Homosexuelle Handlungen sind in der Türkei nicht strafbar. Die „Pride Parade“ wird von den türkischen Behörden jedoch regelmäßig untersagt; Teilnehmenden droht strafrechtliche Verfolgung. Auch 2025 kam es am Rande nicht genehmigter Pride-Veranstaltungen in der Türkei zu zahlreichen Festnahmen, auch ausländische Staatsangehörige waren betroffen. Nicht-genehmigte Demonstrationen/Versammlungen werden von den türkischen Behörden ggf. unter Einsatz von Wasserwerfern, Gummigeschossen oder Tränengas aufgelöst. Zudem sind gewalttätige Übergriffe auf LGBTIQ-Personen von nicht-staatlicher Seite bekannt. Es sollte mit z.T. starken Vorurteilen gegenüber LGBTIQ in der türkischen Gesellschaft gerechnet werden.
https://www.auswaertiges-amt.de/de/reiseundsicherheit/tuerkeisicherheit-201962


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13.07.2026 um 12:21
Zitat von martenotmartenot schrieb:Kommt drauf an, wie man "Gefahr" definiert. Ab wann ist der Besuch eines Landes eine Gefahr für einen Besucher? Erst wenn er um sein Leben fürchten muss, oder schon, wenn das Risiko einer Verhaftung und/oder Haftstrafe besteht?
Valider Punkt. Für mich besteht Gefahr dann, wenn ich bei Einreise mit Verhaftung, körperlicher Gewalt oder juristischen Problemen rechnen muss. Ganz offensichtlich besteht dieses Risiko nicht, zumindest dann nicht, wenn ich nicht öffentlich für Rechte von LGBTQ oder ähnlichem Protestiere.

Ich mein, mal ehrlich. Wenn ich in ein streng muslimisches Land reise und dann das Verlangen habe das auch mit Regenbogenfarben oder anderen Symbolen nach Außen zu tragen dann muss ich in Ländern wie der Türkei oder auch anderen Ländern die konservativ gestimmt sind, mit entsprechender Reaktion rechnen.

Ich bin zum Beispiel Atheist, auch mich würde man wohlmöglich anfeinden wenn ich in Anatolien mit einem Anarchistenzeichen vor einer Moschee hausiere.

Wenn ich wert darauf lege, oder auch öffentlich meine Sexualität ausleben möchte, dann ist die Türkei und auch Ägypten oder andere arabische Länder tatsächlich das falsche Ziel. So wie für mich als Ahteist, wohlmöglich der Vatikan das falsche Ziel ist - zumindest wenn ich mit Atheistensympbolen oder einem auftatoowiertem, Kreuz welches verbrannt oder durchgebrochen wird in den Vatikan einreise.


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13.07.2026 um 12:25
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:Ich mein, mal ehrlich. Wenn ich in ein streng muslimisches Land reise und dann das Verlangen habe das auch mit Regenbogenfarben oder anderen Symbolen nach Außen zu tragen dann muss ich in Ländern wie der Türkei oder auch anderen Ländern die konservativ gestimmt sind, mit entsprechender Reaktion rechnen.
Ist für mich aber dann eben kein Reiseland. Ich hätte keine Lust, jederzeit akribisch darauf achten zu müssen, dass man mir nicht irgendwie dann doch unterstellt, ich hätte da irgendwas "nach außen" getragen. Ich reise eben nur in Länder, in denen es genügend Rechtssicherheit gibt, dass mir daraus kein Strick gedreht werden kann.

Und auf mich wirkt es jedenfalls so, dass man bei Fragen nach dem Familienstand oder Partnerschaft am besten in beredtes Schweigen ausbricht, schnell das Thema wechselt, oder eine vorbereitete Lügengeschichte präsentiert (liebevolle Ehefrau muss zuhause auf die Kinder aufpassen, etc.). Vielleicht sollte man generell die Story von einer fleißigen Ehefrau vorbereitet haben, die eben nicht mit auf Reisen kommen kann, weil sie daheim die Wäsche waschen und die Kinder hüten muss.


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13.07.2026 um 12:30
Zitat von martenotmartenot schrieb:Ist für mich aber dann eben kein Reiseland. Ich hätte keine Lust, jederzeit akribisch darauf achten zu müssen, dass man mir nicht irgendwie dann doch unterstellt, ich hätte da irgendwas "nach außen" getragen. Ich reise eben nur in Länder, in denen es genügend Rechtssicherheit gibt, dass mir daraus kein Strick gedreht werden kann.
Was ja dein gutes Recht ist. Ist sehr schade, da die Türkei ein kulturell sehr wertvolles Land ist - aber leider ist dem so. Gerade unter Erdogan hat die Türkei gerade in diesen Bereichen ordentliche Schritte zurück gemacht.


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13.07.2026 um 12:31
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:Ist sehr schade, da die Türkei ein kulturell sehr wertvolles Land ist - aber leider ist dem so.
Das trifft leider auch auf etliche andere sehr interessante Länder zu, die ich unter anderem Umständen gern mal bereisen würde.


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LGBTIQ-Politik weltweit

13.07.2026 um 12:47
Zitat von martenotmartenot schrieb:Das trifft leider auch auf etliche andere sehr interessante Länder zu, die ich unter anderem Umständen gern mal bereisen würde.
Ja, das ist halt echt schade, dass es Länder gibt die hier noch sehr restriktiv sind.
Zitat von martenotmartenot schrieb:Und auf mich wirkt es jedenfalls so, dass man bei Fragen nach dem Familienstand oder Partnerschaft am besten in beredtes Schweigen ausbricht, schnell das Thema wechselt, oder eine vorbereitete Lügengeschichte präsentiert (liebevolle Ehefrau muss zuhause auf die Kinder aufpassen, etc.). Vielleicht sollte man generell die Story von einer fleißigen Ehefrau vorbereitet haben, die eben nicht mit auf Reisen kommen kann, weil sie daheim die Wäsche waschen und die Kinder hüten muss.
Ich kann halt nur aus meiner sehr subjektiven Sicht sprechen, dass ich in Antalya z.B. bei meinem letzten Besuch einen homosexuellen Animateur kennengelernt habe, der ganz offen darüber gesprochen hat, dass er eben homosexuell ist. Das auch lauthals in öffentlichen Verkehrsmitteln und auch optisch, konnte man das sehen da auch seine Kleidung verraten hat - will da jetzt nicht zu sehr pauschalisieren aber er hat z.B sichtbar einen String getragen, der auch oben aus der Hose rausguckte.

Mit Ihm gemeinsam sind wir auch außerhalb seiner Arbeitszeit durch die Stadt geschlendert, haben Clubs besucht und selbst bei den Türstehern scheinte es so, als ob er einen ganz guten Ruf genießt (wir haben durch ihn immer gute Tische bekommen, hatten teils freien Eintritt ohne zu warten etc).

Er war also gut vernetzt und auch anerkannt.

Aber das ist halt sehr subjektiv und in den Ferienorten wohlmöglich anders, als jetzt in Anatolien oder in den wirklichen konservativen Gegenden wie Adana, Diyarbakir und co.


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13.07.2026 um 12:56
Zitat von Ataraxie89Ataraxie89 schrieb:Aber das ist halt sehr subjektiv und in den Ferienorten wohlmöglich anders, als jetzt in Anatolien oder in den wirklichen konservativen Gegenden wie Adana, Diyarbakir und co.
Ich vermute, dass es in den Ferienorten ggf. eher geduldet und hingenommen wird, solange es dazu beiträgt, zahlungskräftige Gäste ins Land zu bringen. Aber alles in allem würde ich trotzdem sagen, dass man sich auf dünnem Eis bewegt, das jederzeit "einbrechen" kann, wenn es keine Rechtssicherheit gibt. Ansonsten ist man halt auf den guten Willen derjenigen Menschen angewiesen, mit denen man zu tun hat. Und wenn man mal bei jemandem in Ungnade gefallen ist, kann das Thema wahrscheinlich schnell zum Druckmittel werden (da die Rechtsprechung es einem dann leicht macht, so jemanden "auszuliefern").


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