Politik
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

145 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Global Justice Report, Milliardäre besteuern, Thomas Piketty ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

19.10.2026 um 18:19
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Du verwechselst nur leider immer noch den deutschen Mittelstand mit der globalen Oligarchie. Im Report geht es um die reichsten 0,1 % weltweit, also um Milliardenerben und Megakonzerne, die ihr Vermögen durch Nichtstun als Kapitalrenditen vermehren.
Zu den reichsten 0,1% weltweit gehört man mit ca. 50 Mio. € Vermögen, in Deutschland reichen "bescheidene" ca. 7 Mio. € individuelles Vermögen für den "Eintritt in den Club". Das ist dann tatsächlich deutlich näher am Mittelstand als an den Multimilliardären. Und tatsächlich auch in dem Bereich, den man selbst in einem Leben erarbeiten kann.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Der Wohlstandsgewinn im Jahr 2100 fließt in kostenlose Bildung und Medizin
Selbstverständlich tut er das...

Bildung und Medizin sind enorme Geldsenken - Selbstverständlich macht es Sinn, ein gewisses Grundniveau zur Verfügung zu stellen, aber es gibt tatsächlich recht schnell ein Level von "genug Bildung" und "genug Medizin", ab dem weitere Investitionen sehr schnell an Nutzen verlieren. Selbst Grundfertigkeiten wie Alphabetisierung, Grundrechenarten usw. kommen schon bei einem nennenswerten Teil der Bevölkerung nicht an weil es dafür einfach nicht reicht, in der Medizin hat man am extremen Ende die extrem teure Intensivmedizin am Ende der natürlichen Lebensspanne, die nur noch sehr geringen Zuwachs an Lebensqualität bietet, aber dafür innerhalb weniger Monate so viele Kosten verursacht wie das gesamte vorherige Leben der Betroffenen. Endlos Geld da reinzustecken ist insgesamt schädlich.


1x zitiertmelden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

19.10.2026 um 18:24
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Es wird also nicht nur das bestuert, was neu dazu kommt, sondern die bestehende Substanz wird auch mit zugrunde gelegt. Wenn man bei den weltweit rund 3.400 Milliardären jedes Jahr bis zu 20 % des Gesamtvermögens einzieht, reden wir von gigantischen Summen, die den Global Justice Fund füllen würden.
Wie willst du das denn machen?

Wenn einer 1 Firma besitzt im Wert von 10 Millionen muss der dann 20% Anteile an der Firma verkaufen oder wie, also eine Art Enteignung zugunsten der Vermögenssteuer jedes Jahr?

also das halte ich sorry wenn ich das so sage für Blödsinn. das meiste Geld/Vermögen was die Milliardäre haben steckt irgendwo drin die haben das nicht auf einem Konto liegen welches man mal auf so eine Art sozusagen pfänden könnte denke ich..


2x zitiertmelden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

19.10.2026 um 18:30
oder wenn Immobilien enteignet werden aufgrund einer Vermögenssteuer, glaubst du der Staat kann sich dann gut um diese kümmern über die Jahrzehnte?

das ist nicht die Aufgabe des Staates finde ich relativ normale Immobilien zu verwalten, mal abgesehen von Sozialwohnungen.


melden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

19.10.2026 um 18:58
Zitat von RayWondersRayWonders schrieb:Wenn einer 1 Firma besitzt im Wert von 10 Millionen muss der dann 20% Anteile an der Firma verkaufen oder wie, also eine Art Enteignung zugunsten der Vermögenssteuer jedes Jahr?
Nimm doch den Besten, Elon Musk hat cash um die 800Mio (da mache ich eine Milliarde draus) und seine aktuelle Bewertung ist bei 908 Mrd.
Steuer wäre 181 Mrd.

So, angeblich sind 42% des Vermögens SpaceX...verkauft er es auf dem freien Markt sinkt der Preis..er müsste also deutlich mehr als 181 Mrd Wert verkaufen.
Wäre ich China, würde ich es abkaufen...und nächstes Jahr wieder...billiger komme ich an SpaceX Technologie nicht ran.

Alleine an diesem Beispiel sieht man dass es keine gute Idee ist.


melden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

19.10.2026 um 23:57
In den Anfangsjahren der Plattform übernimmt die globale Vermögenssteuer den Großteil der Arbeit, indem sie erhebliche Zahlungen von Milliardären, Centimillionären und Dekamillionären der Welt einfließt und in den World Sovereign Fund umleitet. Der Fonds akkumuliert Vermögenswerte, die etwa 60 % des weltweiten BIP oder etwa 10 % des weltweiten Kapitalbestands entsprechen und stabilisiert sich um dieses Niveau (Abbildung 9). Sobald sie aufgebaut ist, ersetzen die Einnahmen aus diesen Vermögenswerten allmählich die Steuereinnahmen als Hauptfinanzierungsquelle der Plattform: Bis 2050 machen die Investitionseinnahmen bereits drei Viertel der GJF-Ressourcen aus; bis 2100 repräsentiert es alle.
Quelle: https://globaljusticeproject.wid.world/insight/summary/

Das ist der größte Unsinn, den ich je gelesen habe. Das ist schlimmer als Realsozialismus. Einen Riesen Haufen Geld zusammenklauen und dann eine selbst finanzierende Geldquelle erschaffen.

Das kommt dabei raus, wenn Ahnungslose sich etwas ausdenken um Kapitalismus mit den eigenen Kopfvorstellungen von einem gerecht scheinenden Kapitalismus "verbessern" zu wollen.

Sich selbst zu Trilliardären machen um dann "gerecht" zu verteilen und zu "wirtschaften". Respekt, soviel Mafiösen Schneid muss man erst mal aufbringen!


1x zitiertmelden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

20.10.2026 um 06:36
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Vermutlich ist diese konkrete Geldmenge gar nicht vorhanden auf dem gesamten Planeten nicht @mitH2CO3 Also redet man eh nur von Zahlen, die irgendwie etwas wert sein sollen. Aber findest du das mit dem durchschnittlichen Einkommen von 5.000 Euro nicht ein bisschen überspitzt?
Das meiste Geld auf der Welt existiert doch heute schon nur als digitales Geld, und nicht als gedrucktes Bargeld. Dem Report geht es bei den 5.000 Euro nicht um gedruckte Geldscheine, sondern um Kaufkraft. Wenn wir im Jahr 2100 durch KI und Roboter eine automatisierte Produktivität haben. Die Frage ist doch dann: werden die Einnahmen dieser KI- und Robotearbeit an alle verteilt, oder gehören sie am End nur ein paar wenigen Tech-Giganten im Silicon Valley?
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Also hat man dann Wohlstand, aber auch keinen, sondern nur Lebensqualität, was als Lebensqualität verkauft wird.
Für uns im Jahr 2026 mag es vllt. erst mal nach Verzicht klingen, wenn man nicht mehr für nix (29 Euro 🙄) nach Malle fliegen kann.
Aber man sollte sich doch auch mal fragen, ob unser aktueller Stand auch der gewollte Wohlstand ist? Menschen arbeiten sich im Hamsterrad einen ab, die psychischen Erkrankungen/Burnouts gehen durch die Decke, das Gesundheitssystem ist kurz vorm zusammenbrechen, und gute Pflege oder Bildung werden unbezahlbar. Im Jahr 2100 arbeitest Du nur noch die Hälfte der Zeit (halbtags), bei vollem Lohnausgleich. Musst Dir keine Sorgen um Deine Rente, Deine Gesundheit oder die Ausbildung Deiner Kinder machen, weil das alles auf hohem Niveau vom System getragen wird. Ist das dann weniger Wohlstand? Piketty sieht es so: Zeit, Gesundheit und soziale Sicherheit sind der wahre Wohlstand der Zukunft, wenn unser Planet den materiellen Überfluss längst mehr hergibt.


3x zitiertmelden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

20.10.2026 um 06:56
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Zu den reichsten 0,1% weltweit gehört man mit ca. 50 Mio. € Vermögen, in Deutschland reichen "bescheidene" ca. 7 Mio. € individuelles Vermögen für den "Eintritt in den Club". Das ist dann tatsächlich deutlich näher am Mittelstand als an den Multimilliardären. Und tatsächlich auch in dem Bereich, den man selbst in einem Leben erarbeiten kann.
Bei den Höchstsätzen von bis zu 20 % Vermögensteuer und 90 % Einkommensteuer sind nach Piketty explizit Multimilliardäre und die globale Tech-Oligarchie an der absoluten Weltspitze gemeint, nicht die erfolgreichen deutschen Mittelständler mit 7 Millionen Euro. Wer 7 Millionen Euro besitzt, fällt überhaupt nicht unter diese Spitzen-Sätze. Wenn Du hier die globale Elite, die bspw. ganze Medienimperien kauft, mit gut situierten deutschen Unternehmern in einen Topf wirfst, stimmt das absolut nicht mit dem Report überein.
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Selbst Grundfertigkeiten wie Alphabetisierung, Grundrechenarten usw. kommen schon bei einem nennenswerten Teil der Bevölkerung nicht an weil es dafür einfach nicht reicht
Diese Deine "Ansicht" teile ich schon mal gar nicht. Weiß gerade nicht wirklich, wie ich beschreiben könnte, wie ich das empfinde. Vermutlich trifft es "überheblich" am besten. Mit entsprechender Förderung können sich fast alle Kinder diese Grundfertigkeiten aneignen (es sei denn sie sind iwie gehandicapt).
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:in der Medizin hat man am extremen Ende die extrem teure Intensivmedizin am Ende der natürlichen Lebensspanne, die nur noch sehr geringen Zuwachs an Lebensqualität bietet, aber dafür innerhalb weniger Monate so viele Kosten verursacht wie das gesamte vorherige Leben der Betroffenen. Endlos Geld da reinzustecken ist insgesamt schädlich.
Wenn Piketty von Investitionen in den immateriellen Sektor spricht, geht es doch nicht um die Finanzierung von Luxus-Medizin oder das fünfte Diplom für Akademiker. Es geht um kleinere Klassen, bessere Ausstattung an Schulen, faire Löhne für Pflegekräfte und Lehrer sowie flächendeckende Vorsorgemedizin.


melden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

20.10.2026 um 06:56
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Die Frage ist doch dann: werden die Einnahmen dieser KI- und Robotearbeit an alle verteilt, oder gehören sie am End nur ein paar wenigen Tech-Giganten im Silicon Valley?
Was dabei immer gerne vergessen wird. Wer kauft denn all die Produkte die automatisiert hergestellt werden wenn keiner mehr Geld verdient?

Schau in die Historie. Ein paar nicht allzu viele Jahrhunderte zurück waren 90% der Menschen in der Landwirtschaft beschäftigt.
Nachdem die ihre erste „Automatisierung“ (Pflug, später Wendepflug, Kummet etc) implementiert war, kam eine Spezialisierung. Handwerker. Machen wir es kurz. Danach die Industrialisierung. Und heute? Wir sind schon längst dabei uns wieder zu verändern. Wir wandeln uns aktuell zu einer Dienstleistungsgesellschaft. Und ist dann Schluss? Sicher nicht. Aber was dann kommt kann ich nicht sagen.


1x zitiertmelden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

20.10.2026 um 07:02
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Was dabei immer gerne vergessen wird. Wer kauft denn all die Produkte die automatisiert hergestellt werden wenn keiner mehr Geld verdient?
Wieso verdient denn keiner mehr Geld? Es geht doch um ein Durchschnittseinkommen i.H.v. 5.000 Euro. Mehr darf doch auch verdient werden. Es wird nur in anderen Bereichen Geld verdient. Halt nicht mehr im produzierenden Sektor.


1x zitiertmelden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

20.10.2026 um 07:15
Zitat von RayWondersRayWonders schrieb:Wenn einer 1 Firma besitzt im Wert von 10 Millionen muss der dann 20% Anteile an der Firma verkaufen oder wie, also eine Art Enteignung zugunsten der Vermögenssteuer jedes Jahr?
Nochmal: wir reden von MILLIARDÄREN. Nicht von der 10-Millionen-Firma (die zahlen NICHT den Höchstsatz! Für kleinere und mittlere Vermögen ist die Steuer sehr niedrig (z.B. unter 1%). Und wenn ein Milliardär die Steuer nicht flüssig hat, zahlt er die 20% halt in Form von Firmenanteilen oder Aktien an den Global Justice Fund. Sein Unternehmen läuft doch normal weiter, kein Arbeitsplatz geht verloren. Nur gehören dem weltweiten Fonds dann eben 20% der Aktien. Die Gewinne dieser Aktien fließen ab dem Moment der Allgemeinheit zu, statt auf das Konto des Milliardärs. Also so verstehe ich das. Bin aber auch nicht die Frau Piketty, die den Report geschrieben und bis in die letzte Tiefe verstanden hat. Es haben 46 Wirtshaftswissenschaftler an dem Report gearbeitet. Ich lerne bei jedem weiteren Lesen die angedachten Vision etwas mehr zu verstehen.

Am Ende führt die Besteuerung auf jeden Fall zum beabsichtigten Effekt: die Superreichen werden gezwungen, die absolute Alleinherrschaft über die Riesenkonzerne schrittweise abzugeben. Es findet eine demokratische Streuung des Eigentums statt, ohne dass die Wirtschaft kollabiert.


melden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

20.10.2026 um 07:22
Zitat von fritzchen037fritzchen037 schrieb:Das ist der größte Unsinn, den ich je gelesen habe. Das ist schlimmer als Realsozialismus.
😂 wuhuu ... es gibt sie scheints doch: eine Überschneidung zwischen einem libertären Ultrakapitalisten und kommunistischer Träumerei.
Zitat von fritzchen037fritzchen037 schrieb:Einen Riesen Haufen Geld zusammenklauen und dann eine selbst finanzierende Geldquelle erschaffen.
Keine Ahnung, wie man Dir helfen könnte. Schau Dir halt einfach mal diesen Beitrag konzentriert an. Dann könntest Du realisieren, wer die Welt schon seit geraumer Zeit bestiehlt. Mit den angedachten Steuern holt man sich nur zurück, was vorher "gestohlen" wurde.

Lern halt mal dazu."Tax wars"

https://www.arte.tv/de/videos/106711-000-A/tax-wars-krieg-der-steuern/


1x zitiertmelden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

20.10.2026 um 07:31
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Nehmen wir an die Diskussion nimmt fahrt auf und es gibt Signale aus paar Ländern dies einführen zu wollen.
Es wird ziemlich schnell drei Lager geben:
- Ja Länder
- Nein Länder
- Weiss nicht Länder, diese nennt man für gewöhnlich "Beobachter Länder"

Ja Länder hätten auch zwei Unterkategorien:
- überzeugte Geberländer
- überzeugte Empfängerländer

Nein Länder
- überzeugt Nichtgeberländer obwohl sie es könnten
- Länder die weder Geber noch Empfänger werden wollen

Beobachter Länder
- Länder die aus oben genannten Gründen abwarten

Motivationsproblem:
- wie kann man mehr potentielle Geberländer motivieren beizutreten ? Was passiert in diesen Ländern wenn nur deswegen rechtsextrem gewählt wird?
- wie kann man Länder motivieren keine Steueroasen zu werden, es gibt bestimmt Konstellationen wo die Milliardäre dort weniger bezahlen und das Land trotzdem mehr hat als aus dem Weltfonds...das kann so richtig problematisch werden.
- was macht man mit Ländern die erklärte Gegner des System sind oder beitreten um es ausnutzen?

Bis so was nicht geklärt ist, braucht man nicht anfangen. (Und Repressalien gegen diese Länder fände ich kontroproduktiv)
Thomas Piketty argumentiert, dass kein Land im 21. Jahrhundert mehr eine absolute Supermacht sein wird, weder die USA noch China. Sobald sich eine ausreichend große Koalition von Ländern (bspw. eine reformierte G20 oder eine Allianz aus Europa und großen Schwellenländern) zusammenschließt, koppeln sie ihren Handels- und Finanzverkehr strikt an diese Klimaziele und Steuern. Wer dann als "Nein-Land" oder Steueroase agiert, verliert den zollfreien Zugang zu den größten Märkten der Welt. Der wirtschaftliche Schaden, isoliert zu sein, ist für diese Länder am Ende um ein Vielfaches höher, als Milliardäre (und vereinzelte, namentlich nicht zu benennende, Herrschaften 🤨 ) steuerfrei bei sich parken zu lassen.

Zu deiner Sorge wegen rechtsextremer Wahlerfolge: auch hierzu gibt es im Report (und der modernen Ungleichheitsforschung, z. B. von Isabella Weber) klare Daten. Menschen wählen meistens nicht aus Liebe zu Milliardären rechts, sondern aus Existenzangst, Zukunftsangst und Unzufriedenheit über steigende Lebenshaltungskosten. Indem das System den Mittelstand und die arbeitende Mitte massiv steuerlich entlastet und in Bildung und Gesundheit investiert, entzieht es den Rechtspopulisten den eigentlichen Nährboden.


2x zitiertmelden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

20.10.2026 um 08:17
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Sobald sich eine ausreichend große Koalition von Ländern (bspw. eine reformierte G20 oder eine Allianz aus Europa und großen Schwellenländern) zusammenschließt, koppeln sie ihren Handels- und Finanzverkehr strikt an diese Klimaziele und Steuern. Wer dann als "Nein-Land" oder Steueroase agiert, verliert den zollfreien Zugang zu den größten Märkten der Welt.
Ach so, wer nicht mitmacht, wird bestraft - i love communism! Diese Gleichmacherei ist also freiwillig, nur wer nicht gleich sein will, wird gleich gemacht.
Trotzdem Frage dazu: und wenn Nein Länder in der Summe wirtschaflich größer sind, dann bleiben die Ja Länder unter sich? Ok!
Die sollten nur so fair sein ihre Bürger an der Ausreise zu hindern.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Indem das System den Mittelstand und die arbeitende Mitte massiv steuerlich entlastet und in Bildung und Gesundheit investiert, entzieht es den Rechtspopulisten den eigentlichen Nährboden.
Wenn Cuckland da mit machen sollte, sind normale Mittelständler sehr reich im Vergleich zu Bürgern aus freiwillig, begeisterten Mitmach Länder die nur kassieren werden...daher gehe ich davon aus dass schon normale vermögende Menschen in DE ausgenommen werden.
Da will ich zB die Münchner sehen wie sie ihre Vermögensabgabe auf ihr 1 Mio Häuschen abgeben während ihr Einkommen auf 60.000 normiert wird.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Thomas Piketty argumentiert
Übrigens, ich auch.


1x zitiertmelden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

20.10.2026 um 13:54
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Wieso verdient denn keiner mehr Geld? Es geht doch um ein Durchschnittseinkommen i.H.v. 5.000 Euro. Mehr darf doch auch verdient werden. Es wird nur in anderen Bereichen Geld verdient. Halt nicht mehr im produzierenden Sektor.
Ich bezog mich mit meinem Kommentar auf
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:werden die Einnahmen dieser KI- und Robotearbeit an alle verteilt, oder gehören sie am End nur ein paar wenigen Tech-Giganten im Silicon Valley?
Wenn nur noch wenige das ganze Geld haben, das ist der Teil nach dem „oder“, kaufen nur noch wenige. Und das System kollabiert.


1x zitiertmelden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

20.10.2026 um 16:23
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Ach so, wer nicht mitmacht, wird bestraft - i love communism! Diese Gleichmacherei ist also freiwillig, nur wer nicht gleich sein will, wird gleich gemacht.
Was Herr Apex, WAS bitte hat es mit Kommunismus zu tun, wenn man den Zugang zu den weltweit größten Konsummärkten an Bedingungen wie Klimaschutz knüpft?
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Trotzdem Frage dazu: und wenn Nein Länder in der Summe wirtschaflich größer sind, dann bleiben die Ja Länder unter sich? Ok!
Zu glauben, ein Bündnis aus Europa und großen Schwellenländern wäre wirtschaftlich kleiner als ein paar verbleibende Steueroasen, ist doch nicht in der Realität. Und mit China wirst ja jetzt hoffentlich nicht wirklich kommen.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Da will ich zB die Münchner sehen wie sie ihre Vermögensabgabe auf ihr 1 Mio Häuschen abgeben während ihr Einkommen auf 60.000 normiert wird.
Niemand wird auf 60.000 Euro normiert. Das wurde hier doch schon mehrfach gesagt. Ein Durchschnitt ist KEINE Obergrenze! Pikettys Konzept arbeitet zudem mit hohen Freibeträgen, um das selbstgenutzte Münchner Häuschen des Mittelstands zu schützen.

Die progressive Steuer trifft nach wie vor Multimillionen-Erben und Tech-Monopole, während die arbeitende Mitte bei der Einkommenssteuer massiv entlastet wird. Verstehe es: es geht darum, die Marktwirtschaft vor der totalen Monopolbildung weniger Giganten zu retten.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Thomas Piketty argumentiert
Humor hast Du ja, Herr Oberchuk, Dich mit Piketty auf eine Stufe zu stellen 🫠


melden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

20.10.2026 um 16:48
Zitat von CachalotCachalot schrieb:Wenn nur noch wenige das ganze Geld haben, das ist der Teil nach dem „oder“, kaufen nur noch wenige. Und das System kollabiert.
Ich stimme Dir zu. Wenn die Tech-Giganten das Geld behalten, kollabiert das System mangels Käufern. Genau das ist die Dystopie, die es zu verhindern gilt. Mit dem Durchschnittseinkommen bezog ich mich auf Pikettys Lösung für dieses Dilemma: es geht bei ihm nicht darum, den Kapitalismus abzuschaffen, sondern ihn durch eine Mischvariante (private Unternehmen, Staat und die neuen zzgl. Steuern) sozial und demokratisch zu steuern. Wobei nach meinem Verständnis der Focus zunächst beim globalen Süden liegen soll. Aktuell klafft eine gigantische Kaufkraft-Lücke: im globalen Norden liegt das durchschnittliche Monatseinkommen bei rund 4.590 Euro, während es in Regionen in Afrika bei gerade einmal 290 Euro liegt. Ein Verhältnis von 16:1.

Wenn man die massiven Gewinne der Multikonzerne besteuert, fließen diese Gelder in den staatlichen Topf. Daraus wird die Kaufkraft aller Menschen gesichert, und z.B. eine angemessene Bezahlung im Care- und Bildungsbereich. Lehrer, Erzieherinnen und Pflegekräfte werden weiterhin vom Staat oder von Kliniken bezahlt, aber halt deutlich besser (soll aber auch für andere Bereiche gelten). Wir könnten uns derart weiterentwickeln zu einer gerechteren Informations-, Dienstleistungs-, Pflege- und Kreativgesellschaft.

(Btw. hier noch ein informativer Artikel zum Report https://klimareporter.de/finanzen-wirtschaft/gerechtigkeit-als-klimaplan)


melden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

20.10.2026 um 18:03
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Das meiste Geld auf der Welt existiert doch heute schon nur als digitales Geld, und nicht als gedrucktes Bargeld. Dem Report geht es bei den 5.000 Euro nicht um gedruckte Geldscheine, sondern um Kaufkraft. Wenn wir im Jahr 2100 durch KI und Roboter eine automatisierte Produktivität haben. Die Frage ist doch dann: werden die Einnahmen dieser KI- und Robotearbeit an alle verteilt, oder gehören sie am End nur ein paar wenigen Tech-Giganten im Silicon Valley?
Ja klar doch - das hatte ich ja schon erwähnt, dass des nur Zahlen sind. Und das, was du bzw. dieser Report mit Kaufkraft meinen, wäre dann wohl eher das Abbezahlen der Schulden in Form von "Credits" (also geliehene Zahlen, weil ja das Geld nicht wirklich vorhanden ist). Gehören tut das alles natürlich den Banken und deren Bosse, würde ich meinen.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Für uns im Jahr 2026 mag es vllt. erst mal nach Verzicht klingen, wenn man nicht mehr für nix (29 Euro 🙄) nach Malle fliegen kann.
Aber man sollte sich doch auch mal fragen, ob unser aktueller Stand auch der gewollte Wohlstand ist? Menschen arbeiten sich im Hamsterrad einen ab, die psychischen Erkrankungen/Burnouts gehen durch die Decke, das Gesundheitssystem ist kurz vorm zusammenbrechen, und gute Pflege oder Bildung werden unbezahlbar. Im Jahr 2100 arbeitest Du nur noch die Hälfte der Zeit (halbtags), bei vollem Lohnausgleich. Musst Dir keine Sorgen um Deine Rente, Deine Gesundheit oder die Ausbildung Deiner Kinder machen, weil das alles auf hohem Niveau vom System getragen wird. Ist das dann weniger Wohlstand?
Dafür, denke ich, müsste das System erstmal das Rechnen, Umbuchen und Beträge hin- und herschieben aufhören. Das würde aber bedeuten, dass etwa Geld oder eine Währung innerhalb des Systems nicht mehr vorhanden ist. Erst dann kann man vom Wohlstand für jeden Menschen reden, weil es sich jeder Mensch leisten kann, da kein Mensch etwas dafür bezahlen müsste. Alle anderen Ideen von "Bezahlung" für Leistungen ruft immer die Besseren und leider auch die Schlechteren hervor - und somit auch den Unterschied zwischen Arm und Reich.


1x zitiertmelden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

20.10.2026 um 18:54
Nur um das mal deutlich zu machen, sollte die Inflation bei 2% liegen und es keinerlei Reallohnzuwächse geben, wäre der Durchschnittslohn in Deutschland 2100 bei ungefähr 24.000€ pro Monat. Da finde ich ein Durchschnittslohn von 5000€ alles andere als utopisch.


melden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

21.10.2026 um 09:03
@Niselprim
Zitat von NiselprimNiselprim schrieb:Dafür, denke ich, müsste das System erstmal das Rechnen, Umbuchen und Beträge hin- und herschieben aufhören. Das würde aber bedeuten, dass etwa Geld oder eine Währung innerhalb des Systems nicht mehr vorhanden ist. Erst dann kann man vom Wohlstand für jeden Menschen reden, weil es sich jeder Mensch leisten kann, da kein Mensch etwas dafür bezahlen müsste. Alle anderen Ideen von "Bezahlung" für Leistungen ruft immer die Besseren und leider auch die Schlechteren hervor - und somit auch den Unterschied zwischen Arm und Reich.
Solange Geld als Schuld- und Spekulationsinstrument von Großbanken kontrolliert wird, erzeugt es schon Ungleichheit. Da bin ich bei Dir. Geld entsteht ja auch dadurch, dass Banken Kredite (Schulden) vergeben. Wer arm ist, zahlt Zinsen und wird ärmer. Wer reich ist, kassiert Zinsen und wird reicher. Das System erzeugt quasi automatisch Ungleichheit :(

Piketty sieht mMn. einen pragmatischeren Weg als die komplette Abschaffung von Geld. Geld an sich ist ja erst mal nur ein "Organisationswerkzeug", um Güter und Dienstleistungen zu tauschen. Wenn man die Finanzmärkten und Banken aber die Macht entzieht, indem globale Vermögen und die Gewinne von KI-Giganten demokratisch besteuert werden, wird Geld von einem Machtinstrument der Wenigen zu einem Gestaltungsmittel für alle.
Piketty will das System so umbauen, dass die existenziellen Dinge des Lebens (Gesundheit, Bildung, Pflege und die Rente) aus dem Markt genommen werden. Dafür muss kein Mensch mehr individuell bezahlen, weil es solidarisch getragen wird. Die 5.000 Euro Kaufkraft sind dann für Wohnen, Vermögensaufbau (z.B. Eigentumswohnung) und Konsum da, so verstehe ich es zumindest.

Was mir an diesem Report jedoch am allerallermeisten :) gefällt, ist der globale und grüne Blickwinkel. Piketty verbindet die soziale Frage direkt mit dem Klimaschutz. Die Steuern von den weltweit agierenden Multikonzernen fließen nämlich in einen globalen Fonds, der vor allem dem globalen Süden hilft.
Dort wird das Geld genutzt, um die extreme Armut zu beenden und gleichzeitig den klimagerechten Umbau der Wirtschaft zu finanzieren. Für mich ist das ein logischer Weg. Wir können das Klima wohl nur retten, wenn wir die weltweite Ungerechtigkeit/Ungleichheit an der Wurzel packen. Das ist kein Verzicht, sondern ein Gewinn an Lebensqualität für alle :Y:


2x zitiertmelden

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

21.10.2026 um 11:11
Warum wachsen soziale Spannungen und warum haben wir Angst vor echten Lösungen?

Überall auf der Welt scheint Unzufriedenheit bis tiefe Unzufriedenheit zu herrschen. Die gesellschaftlichen Spannungen nehmen spürbar zu, und der Frust entlädt sich immer häufiger in heftigen Konflikten, wie man den Nachrichten auch entnehmen kann. Sehr viele schütteln darüber nur den Kopf oder schimpfen über die Wut der Menschen, verurteilen sie. Nur ... tiefe Enttäuschung und Verbitterung entstehen nicht aus Nichts. Sie sind unübersehbare Symptome einer Krankheit: der extremen Ungleichheit.

Wenn Menschen das Gefühl verlieren, dass sich ehrliche Arbeit überhaupt noch lohnt, während die Vermögen an der Spitze leistungslos explodieren, bricht der soziale Vertrag. Wenn Staaten angeblich kein Geld mehr für funktionierende Krankenhäuser, Schulen, bezahlbaren Wohnraum oder sichere Renten haben, weil sie die Steuern für Konzerne und Superreiche Jahrzehntelang gesenkt haben, erzeugt das puren, existentiellen Frust. Das ist der eigentliche Nährboden für die allgemeine Verbitterung und leider auch für den Rechtspopulismus.

Dennoch haben viele Menschen eine seltsame Hemmung, das Problem an der Ursache anzugehen, und Multikonzerne und Milliardäre fair zu besteuern. Warum blockieren wir uns selbst?

1. Das "Stockholm-Syndrom". Uns wurde eingetrichtert: "Geht es den Konzernen gut, geht es uns allen gut." Aus Angst vor "Abwanderung" verteidigen normale Arbeiter, Angestellte, klein- und mittelständische Unternehmer die Privilegien von Milliardären, obwohl die Forschung längst zeigt, dass international koordinierte Mindeststeuern diese Fluchtwege effektiv abschneiden (in D z.B. die Wegzugsteuer).
2. Die Illusion des "temporär verarmten Millionärs". Der Autor John Steinbeck hat mal sinngemäß gesagt, dass sich viele Menschen nicht als Arbeiter sehen, sondern als Millionäre, die nur gerade eine finanzielle Durststrecke durchmachen :) Wir bekämpfen Steuern für Superreiche, weil wir insgeheim hoffen, irgendwann selbst mal dazuzugehören. Ein psychologischer Trick des Systems ;)
3. Die organisierte Ohnmacht. Man hat propagiert, gegen Tech-Giganten wie Amazon oder Google könne man ohnehin nichts tun. So verharrt man in Passivität, anstatt politische Veränderungen einzufordern.

Dabei zeigt die Realität, dass es geht! Die ARTE-Doku "Tax Wars" belegt echt eindrucksvoll, wie die jahrelange Arbeit von Ökonomen dazu geführt hat, dass sich 140 Staaten auf eine globale Mindeststeuer geeinigt haben. Zwar nur auf 15% aber immerhin. Das ist machbare Politik!
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:https://www.arte.tv/de/videos/106711-000-A/tax-wars-krieg-der-steuern/
Und hier setzt der Global Justice Report an. Er liefert die soziale Deeskalations-Strategie, die wir dringend brauchen. Piketty will den Kapitalismus nicht abschaffen, sondern die leistungslosen Supergewinne ganz oben an der Spitze durch eine progressive Vermögens- und Einkommenssteuer fair umverteilen. Dieses Geld fließt direkt zurück in die Gesellschaft. Es sorgt dafür, dass die Steuern auf ehrliche Arbeit für 90% der Menschen massiv sinken und die existenziellen Dinge des Lebens (Bildung, Gesundheit, Pflege und bezahlbares Wohnen) solidarisch getragen werden und für jeden zugänglich sind.

Wenn man den Menschen die existentielle Angst nimmt, entzieht man der Spaltung und der Frustration den Nährboden. Das ist keine Utopie! Es ist eine Frage des politischen Willens.


1x zitiertmelden