Was ist Gerechtigkeit?
Wie der Report "Gerechtigkeit" verstehtEine gerechte Gesellschaft gibt allen Menschen Zugang zu grundlegenden Gütern: Bildung, Gesundheit, Wohnen, Ernährung, Kultur, eine intakte Umwelt und echte Mitsprache in Politik und Wirtschaft. Entscheidend ist, wie es den Schwächsten geht. Sie sollen möglichst gute Lebensbedingungen haben.
Und wichtig: der Report verlangt
keine absolute Gleichheit! Ungleichheit kann gerecht sein, wenn sie aus unterschiedlichen Lebensentscheidungen entsteht oder auch den Benachteiligten nützt. Aber das muss bewiesen werden, nicht einfach behauptet. Und es rechtfertigt nicht jedes beliebige Ausmaß an Ungleichheit. Beim Zugang zu Grundgütern soll es dagegen absolute Gleichheit geben. Niemand darf einer Gruppe Wahlrecht, Schule oder Gesundheitsversorgung verweigern, während andere mehr bekommen.
Die zwei großen ZieleSoziale und wirtschaftliche Gleichheit: gleiches Durchschnittseinkommen pro Kopf in allen Ländern, volle Gleichstellung von Frauen und Männern, deutlich kleinere Abstände zwischen Arm und Reich innerhalb der Länder
Eine bewohnbare Erde: Ressourcenverbrauch innerhalb der ökologischen Grenzen, Erwärmung unter 2 °C
Die Lehre aus der GeschichteIm 20. Jahrhundert haben vor allem West- und Nordeuropa gezeigt, dass man Ungleichheit stark verringern und gleichzeitig sehr wohlhabend werden kann, durch Sozialstaat, öffentliche Bildung und Gesundheit, progressive Steuern und Arbeitsrechte.
Seit den 1980er/90er Jahren ist dieser Trend aber ins Stocken geraten und teilweise umgekehrt.
Außerdem blieb der Fortschritt auf reiche Länder beschränkt, und deren Reichtum beruhte auch auf der Ausbeutung von Menschen und Natur weltweit.
Fortschritt kam oft durch soziale Kämpfe, manchmal auch durch Krisen und Kriege. Der Report sagt: Auf Katastrophen zu warten reicht nicht. Man braucht klare Ideen und Pläne, damit Veränderung in eine gute Richtung geht.
Was ist neu an diesem Report? Er stellt Ungleichheit und Suffizienz ins Zentrum der Klimafrage. In den bisherigen Klimaszenarien spielen sie kaum eine Rolle.
Selbst das optimistischste Szenario des Weltklimarats geht davon aus, dass Afrika südlich der Sahara im Jahr 2100 nur ein Drittel des Einkommens der reichsten Länder erreicht. Der Report rechnet dagegen als einer der ersten eine vollständige Angleichung durch.
Alle Annahmen werden mit historischen Daten verglichen, um zu zeigen, was ehrgeizig, aber schon einmal dagewesen ist.
Quelle:
https://globaljusticeproject.wid.world/insight/summary/ Frage, die sich daraus ergibt: ab wann ist Ungleichheit ungerecht?