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GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

328 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Global Justice Report, Milliardäre besteuern, Thomas Piketty ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

um 12:50
Mythen-Check: Macht der Kapitalismus am Ende alle reicher?


Die finnische Zeitschrift Maailman Kuvalehti berichtet über eine neue Studie (April 2026), die eine weit verbreitete Annahme infrage stellt, nämlich die, dass arme Länder durch freie Märkte und Wachstum irgendwann zu den reichen aufschließen.

Der Anthropologe Jason Hickel und der Forscher Dylan Sullivan haben dafür die Einkommen in 173 Ländern von 1960 bis 2023 verglichen.

Ihre wichtigsten Ergebnisse: der Abstand zwischen reichen und armen Ländern ist in dieser Zeit nicht geschrumpft, sondern um 170 bis 270% gewachsen.
Dass oft angenommen wird, dass die weltweite Ungleichheit sinkt, liegt fast nur am Aufstieg Chinas und teilweise Indiens. Viele kleinere arme Länder sind weiter zurückgefallen.
Länder wie Südkorea und Taiwan, die es geschafft haben, durften mit staatlicher Industriepolitik, Subventionen und Schutzzöllen arbeiten, also genau mit dem, was vielen anderen Ländern durch Auflagen von IWF und Weltbank verwehrt wurde.

Die Autoren ziehen daraus einen harten Schluss: unter den heutigen Bedingungen bleibt die große Mehrheit der Menschheit dauerhaft arm, weil der Reichtum des Nordens auch auf billiger Arbeit und Rohstoffen aus dem Süden beruht.

Die Daten stammen aus der World Inequality Database, die T. Piketty und sein Team aufgebaut haben. Gleiche Zahlen, aber eine deutlich härtere Schlussfolgerung als im Global Justice Report.

Denn der Global Justice Report sieht es etwas optimistischer. Angleichung sei möglich, aber nur mit tiefen Reformen, etwa dem Weltfonds, einem gerechteren Währungssystem und mehr Mitspracherecht für den Süden. Einig ist man sich aber darin, dass es von alleine nicht passiert.

Kritiker verweisen gern darauf, dass in Asien Millionen Menschen der Armut entkommen sind. Aber wie bereits gesagt, liegt das vor allem an China, und selbst China erreicht erst 22 bis 38 % der Einkommen der reichen Länder. Der Rest der ärmeren Länder holt nicht auf, und das sind keine Einzelfälle. Zu den ärmeren Ländern gehören laut Studie 86 % der Menschheit.

Maailman Kuvalehti (finnisch): https://maailmankuvalehti.fi/2026/vain-verkossa/yhteiskunta-ja-talous/tutkimus-uskomus-jonka-mukaan-kapitalismi-kuroo-globaalit-tuloerot-umpeen-ei-pida-paikkansa/
Die Studie (englisch, frei zugänglich): https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/13563467.2026.2659076


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GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

um 14:00
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Aha, dieses Mal also das selbsternannte Gute. Hinter dem Report stehen rund 45 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom World Inequality Lab, darunter Thomas Piketty, Lucas Chancel, Gabriel Zucman und Emmanuel Saez. Die haben über Jahre Daten aus der ganzen Welt gesammelt, mit mehr als 200 Forschenden zusammengearbeitet und alles offen durchgerechnet.
Mag sein, Mist bleibt aber Mist, egal wie lange gesammelt, egal wieviele einem Irrtum unterliegen.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Piketty hat den Report bereits bei den Vereinten Nationen vorgestellt.
Und das ist so viel wert wie eine Rede von Baerbock...aber hat vor der UN gesprochen...nein, hat er nicht er hat einen Webinar gehalten...1260 Aufrufe wovon Du mich abziehen muss:
https://social.desa.un.org/issues/world-social-report/events/un-desa-disd-webinar-with-thomas-piketty-on-the-global-justice
Youtube: UN DESA DISD Webinar with Thomas Piketty on The Global Justice Report
UN DESA DISD Webinar with Thomas Piketty on The Global Justice Report
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Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Aber wer jahrelange Forschung mit einem Etikett wie "selbsternannte Gute" abtut, statt sich wirklich mit den Inhalten auseinanderzusetzen, zeigt vor allem eins: dass ihm die Argumente ausgehen,
Ich habe mich nicht damit auseinander gesetzt? Dann ist es ja cool, meine Einwände kommen freestyle - da siehst Du mal was ich für ein Wissen habe.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Zeig' halt selbst mal Wege auf, wie man Themen (soziale Ungleichheit, Erderwärmung und Wirtschaftlichkeit) nach vorne bringen kann, mr. NoOne.
Aus meiner rein persönlicher Sicht sehe ich keinen Bedarf, deswegen entwickle ich keine Lösungen....speziell in Deutschland wo Du mit auf der Couch sitzen sehr nah am Mindestlohn bist.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Wolltest du im Vorbeigehen auch noch Care-Arbeit dissen, oder wo drückts schon wieder 🤨
Spoiler

Haupt Farbicon Weibsvolk 600x6002x

https://clothinx.de/clothinx/themenwelten/filmtv/15191/brian-kann-es-sein-dass-weibsvolk-anwesend-ist-herren-t-shirt



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GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

um 14:04
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Wolltest du im Vorbeigehen auch noch Care-Arbeit dissen, oder wo drückts schon wieder
Naja, gibt halt keine Rechtsausleger, die nicht auch sexistisch sind...


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um 14:42
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Mythen-Check: Macht der Kapitalismus am Ende alle reicher?
Die Frage ist ulkig, hätte ich auch so beantworten können: ich sage, ja, es macht alle reicher. Kommt auf die Betrachtung an:
- sehr viel mehr Leute haben was zum essen, bessere Versorgung, bessere Unterkunft (absolute Betrachtung)
- es haben nicht alle einen Porsche (relative Betrachtung)
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Der Anthropologe Jason Hickel
Der Degrowth Spezi der will dass Industrieländer schrumpfen.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Forscher Dylan Sullivan
Der sucht nach "radikalen" Methoden dass allen gleich gut geht.
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Ihre wichtigsten Ergebnisse: der Abstand zwischen reichen und armen Ländern ist in dieser Zeit nicht geschrumpft, sondern um 170 bis 270% gewachsen.
Dass oft angenommen wird, dass die weltweite Ungleichheit sinkt, liegt fast nur am Aufstieg Chinas und teilweise Indiens. Viele kleinere arme Länder sind weiter zurückgefallen.
Hier liegt ein Irrtum vor - es ist nicht das Ziel vom Kapitalismus dass gleich reich sind, das ist das Ziel des Kommunismus.
Es macht auch keinen Sinn, an dem Tag an dem ein Chirurg soviel verdient wie ein Kassierer, operiert man sich selbst - keiner wird doch so blöde sein 10-12 Jahre zu studieren, wenn er in einem Tag die Kasse gelernt hat.
Ich habe es oft angesprochen: wenn das sooo gute Wissenschaftler sind, warum beschäftigen sie sich nicht mit Motivation bzw. Belohnungssysteme wenn sie alle finanziell gleich stellen wollen.


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GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

um 14:46
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Es macht auch keinen Sinn, an dem Tag an dem ein Chirurg soviel verdient wie ein Kassierer, operiert man sich selbst - keiner wird doch so blöde sein 10-12 Jahre zu studieren, wenn er in einem Tag die Kasse gelernt hat.
Traust du deinen Argumenten so wenig, dass du ständig so einen Käse erzählen musst?
Es ist wirklich extrem armselig, der Gegenseite ständig Dinge zu unterstellen, die so nie gesagt oder behauptet wurden.


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GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

um 14:53
@Groucho
Na ja, das hier anzustrebende Gini Koeffizient (ideale Gleichverteilung) beim Einkommen und Vermögen bedeutet genau das: alle haben das gleiche Einkommen und das gleiche Vermögen.
Nur dann! gibt es keine Ungleichheit mehr.


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GLOBAL JUSTICE REPORT 2026 (T. Piketty et al.)

um 16:52
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Mist bleibt aber Mist
Dann sag doch, was genau Mist ist. Eine Zahl, eine Annahme, ein Rechenschritt? "Mist" ist kein Argument.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:er nicht er hat einen Webinar gehalten...1260 Aufrufe
Ja, es war ein Online-Webinar, live auf YouTube. Eingeladen hat aber UN DESA, die Abteilung des UN-Sekretariats, die den Mitgliedstaaten mit Analysen und Berichten wie dem World Social Report zuarbeitet. Und Piketty war dort einziger Redner. Fachvorträge misst man nicht an YouTube-Klicks.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:meine Einwände kommen freestyle
Merkt man.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Aus meiner rein persönlicher Sicht sehe ich keinen Bedarf, deswegen entwickle ich keine Lösungen
Wer keinen Bedarf sieht, sieht eben auch die 3,8 Milliarden Menschen nicht, die zusammen weniger besitzen als ein einziger Elon Musk.


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um 17:01
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:- sehr viel mehr Leute haben was zum essen, bessere Versorgung, bessere Unterkunft (absolute Betrachtung)
- es haben nicht alle einen Porsche (relative Betrachtung)
Ja, heute haben viel mehr Menschen genug zu essen als 1960, das bestreitet die Studie nicht. Sie misst den Abstand. Und der heißt nicht "kein Porsche", sondern z.B. 113 € Gesundheitsausgaben pro Kopf in Afrika südlich der Sahara gegen über 8.000 € in Nordamerika.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:es ist nicht das Ziel vom Kapitalismus dass gleich reich

Eben. Die Studie prüft ja gerade die Behauptung der Kapitalismus-Verteidiger, dass arme Länder durch freie Märkte aufholen. Wenn das gar nicht das Ziel ist, gibst du der Studie recht. Und Ungleichheit komplett aufzuheben ist auch nicht Ziel, gem. des Reports.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:Es macht auch keinen Sinn, an dem Tag an dem ein Chirurg soviel verdient wie ein Kassierer, operiert man sich selbst
Wie @Groucho schon sagt ...gleichen Lohn für alle will niemand, auch der Report nicht. Er peilt eine Spanne von bis zu 1 zu 5 an, da verdient der Chirurg weiterhin deutlich mehr.
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:warum beschäftigen sie sich nicht mit Motivation bzw. Belohnungssysteme wenn sie alle finanziell gleich stellen wollen.
Zur Motivation steht was im Report (hatten wir gerade gestern das Thema). Die USA hatten 1930 bis 1980 im Schnitt 81% Spitzensteuersatz, und die Produktivität hat darunter nicht gelitten. In Skandinavien sind die Unterschiede am kleinsten, die Produktivität gehört trotzdem zur Weltspitze. Und Ärzte gibt’s dort auch.


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