
Hamburg (dpa/lno) - Am Samstag wollen auch in Hamburg Jugendliche für bessere Bildung und gegen eine Wehrpflicht auf die Straße gehen. Nach den Protesten in Frankreich, Italien und Belgien hat die Protestbewegung „Gen Z regelt“ zu bundesweiten Aktionen aufgerufen. Eine in Hamburg bisher lediglich unter dem Motto „Gegen Wehrpflicht“ angemeldete Demo wurde laut Polizei um den Zusatz „Gen Z regelt!“ ergänzt.
https://www.sueddeutsche.de/politik/gen-z-demo-so-steht-es-um-die-gen-z-proteste-in-hamburg-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-261029-930-914320Viele junge Leutz haben das Gefühl, dass ihnen die Zukunft schon weggenommen wurde. Klimakrise, Mieten, Kriege, Rechtspopulismus ... und die Älteren labern nur herum. Wenn Gen Z heute wieder auf die Straße geht, kann ich ihre Wut schon nachvollziehen.
Deshalb finde ich es auch so wichtig, die hoffnungsvolle Seite des Global Justice Reports zu betonen. Thomas Piketty und 45 Forschende haben ausgerechnet, ob eine gerechte und klimafreundliche Welt überhaupt möglich ist. Ihre Antwort: ja, sie ist machbar!
Klima: mit dem Plan läge die Erderwärmung bis 2100 bei 1,8 °C. Machen wir weiter wie bisher, wären es über 4 °C. Das Rennen ist also nicht gelaufen, wir können noch sehr viel entscheiden und bewirken!
Weniger arbeiten: die Arbeitszeit soll sich bis 2100 ungefähr halbieren. Mehr Zeit für Familie, Freunde, für das eigene Leben.
Bildung und Gesundheit für alle: heute werden für ein Kind in Afrika rund 210 € im Jahr für Bildung ausgegeben, in Nordamerika fast 20-mal so viel. Der Plan will das angleichen, damit Talent zählt und nicht der Geburtsort.
Mehr Geld für fast alle: rund 89 % der Menschen weltweit würden ihr Einkommen bis 2100 verdoppeln, auch die Mehrheit bei uns.
Der Report setzt auf "Suffizienz", also "genug statt immer mehr". Ein Beispiel ist die Ernährung. Ein Kilo Rindfleisch verursacht über 13 Kilo CO2, ein Kilo Gemüse nur etwa 150 Gramm. Weniger rotes Fleisch heißt weniger Rinderhaltung, weniger abgeholzter Regenwald und mehr Platz für neue Wälder.
Wegwerfgesellschaft: ein Drittel aller Lebensmittel weltweit landet im Müll, obwohl genug für rund 12 Milliarden Menschen produziert wird. Hunger ist also kein Mangel, sondern ein Verteilungsproblem.
Umdenken bringt mehr als Verzicht. Wohlstand für alle plus klügerer Konsum schützt das Klima sogar besser, als wenn alle einfach ärmer würden. Es geht nicht um weniger Wohlstand, sondern um bessere Entscheidungen
:) Und jede und jeder kann mit einfachen Mitteln anfangen: etwas weniger Fleisch konsumieren, weniger wegwerfen. Aber das allein reicht natürlich nicht. Es braucht auch wirksame Veränderungen in Landwirtschaft, Energie und Handel. Es gehört halt alles zusammen.
Und wer zahlt? Das reichste 1% der Welt. Das ist nicht asozial sondern fair. Die ÜBER-reichen haben in den letzten Jahrzehnten am meisten vom Wachstum profitiert und tragen auch am allermeisten Verantwortung für die CO2-Emissionen. Die Hälfte der Menschheit besitzt heute gerade mal 2% des Vermögens. Der Plan will das auf 30% bringen.
Technisch ist das alles möglich. Ob es dann auch so kommt, ist eine politische Entscheidung, also eine Frage, für die man sich einsetzen kann. Leicht wird es nicht, das sagen die Autoren selbst. Aber unmöglich ist es eben auch nicht. Deshalb go for it! Und
TAX THE RICH 💰