Autofreies Wochenende.
28.02.2007 um 20:25
an was man doch alles denken soll ... ;)
Klimafreundlich wohnen: Heizenverbraucht am meisten
Wer seinen Beitrag zum Schutz des Klimasleisten will, muss Energie in jeder Form sparen. Zum Beispiel Strom. Denn der wird inKraftwerken erzeugt, von denen vor allem die Kohlekraftwerke große Mengen CO2produzieren. Auch beim Luft- und Autoverkehr kann man Energie sparen und damit seineCO2-Bilanz senken. Denn die Verbrennung von Treibstoff verursacht jede MengeKohlendioxid. Und schon beim Wohnen kann man jede Menge Energie und damit CO2 einsparen:Heizung und Warmwasser machen in deutschen Haushalten 70 Prozent des Energieverbrauchsaus. Ein eher verschwenderischer Haushalt verursacht im Jahr mehr als drei TonnenKohlendioxid – ein sparsamer Haushalt dagegen weniger als ein Fünftel davon. DieVerschwender heizen dabei oft nicht nur ihre Wohnung, sondern unwissentlich auch dieStraße mit - indem sie die Fenster bei voll aufgedrehter Heizung stundenlangkippen.
Ein Grad macht viel aus
Klimafreundlicher geht es so: Fünf Minuten stoßlüften und dabei die Heizung aufnull stellen. Es lohnt sich auch, zu prüfen, ob die Fenster dicht abschließen: Ein BlattPapier in den Kipp-Spalt stecken und das Fenster schließen. Wer jetzt das Papier nochdurchziehen kann, hat ein undichtes Fenster und verbraucht auch dadurch unnötig vielHeizenergie. Auch die Zimmertemperatur beeinflusst die CO2-Bilanz: ein Grad wenigerRaumtemperatur spart sechs Prozent Heizenergie.
Stromfresser stecken überall
Aber nicht nur die Heizung, auchelektrische Geräte sorgen in deutschen Haushalten dafür, dass unnötig Energieverschwendet wird. Insgesamt machten die Elektrogeräte einen Anteil von 22 Prozent desStromverbrauchs aus. Wer diesen Anteil senken möchte, sollte seinen Kühlschrank nichtneben Herd oder Heizung stellen und ein neueres, sparsames Modell mit einer gutenEffizienzklasse benutzen. Die Effizienzklassen besagen, wie energiesparend das Gerätarbeitet. Im Handel unterscheidet man die Klassen A++, A+, A, B, C bis G. Dabei ist A++die Variante, mit der man am meisten Energie spart.
Weitere Stromfresser sindHalogenfluter, Tiefkühltruhen und Wäschetrockner.
Tückisch:Stromverbrauch bei abgeschaltetem Gerät
Und einige Geräte ziehenauch dann weiter Strom, wenn sie eigentlich ausgeschaltet sind. Stand-by-Funktionen anComputer, Stereo-Anlagen und Fernsehern sind solche Beispiele. Aber auch Ladegeräte vonHandys oder Netzteile von Lampen ziehen oft unbemerkt Strom. Bei sogenanntenTrafo-Netzteilen kann man den fließenden Strom sogar fühlen: Sie sind auch dann warm,wenn das eigentliche Gerät gar nicht eingeschaltet ist. Weitere Informationen zu diesenheimlichen Stromfressern finden Sie in unserer Link-Sammlung. Leider hat man als Mieternicht sehr viele Möglichkeiten, die Wohnung klimafreundlich auszurüsten. Eigentümerkönnen dagegen sehr viel tun - Näheres dazu in den Lesetipps zur Sendung.
Am besten ohne Auto ;)
Fliegen ist objektivbetrachtet die größte Klimasünde. Ein Hin- und Rückflug Frankfurt - New York verursachtetwa zwei Tonnen CO2 – das entspricht dem Jahresverbrauch eines klimafreundlich lebendenMenschen! Aber auch Autos sind CO2-Schleudern. Pro Kopf und Jahr gerechnet, überholen siedas Flugzeug in der Bilanz sogar: 84 Prozent des CO2-Ausstoßes im Verkehr werden inDeutschland auf der Straße verursacht – gegenüber 12 Prozent in der Luft und nur 4Prozent auf der Schiene. Wer klimafreundlich leben will, sollte also eine Jahreskarte fürBus und Bahn kaufen und das Auto öfter stehen lassen. Am besten kommen die weg, die ihrAuto ganz abschaffen und nur bei echtem Bedarf einen Wagen mieten. SolcheCar-Sharing-Angebote gibt es mittlerweile in jeder größeren deutschenStadt.
Natürlich ist die CO2-Bilanz eines Autos abhängig davon, wie oft es benutztwird, wieviel Benzin es verbraucht und ob es einen Katalysator hat oder nicht. Wer etwamit einem Kleinwagen und einem Verbrauch von sieben Litern im Jahr 12000 Kilometer fährt,kommt alleine durch die Fahrerei auf einen CO2-Ausstoß von 2 Tonnen. Wer nicht ganz aufdas Auto verzichten will, sollte zumindest beim Brötchenholen aufs Fahrrad umsteigen undauf Bagatell-Fahrten verzichten. Denn ein kalter Motor verbraucht besonders viel Benzinund erhöht damit die CO2-Bilanz. Und da der kalte Katalysator noch nicht arbeitet,gelangen die Abgase ungefiltert in die Luft. Auch ein zu niedriger Reifendruck verursachtmehr CO2, ebenso ein ständig vollgepackter Kofferraum.
Klimafreundlich einkaufen: bevorzugt heimische Ware
Werbesonders viel Fleisch, Milchprodukte, Tiefkühlkost und eingeflogenes Gemüse oder Obstkauft, sorgt allein durch seinen Lebensmittelverbrauch dafür, dass im Jahr rund dreiTonnen verschiedener Treibhausgase das Klima weiter erwärmen. Wer dagegen vor allemLebensmittel kauft, die der Jahreszeit entsprechen und aus der Region stammen, schont dasKlima. Also verzichten Sie auf chilenische Erdbeeren im Dezember oder auf Spargel imHerbst. Bei einigen Artikeln, wie zum Beispiel Ananas, lohnt es sich, beim Händlernachzufragen, ob sie mit dem Schiff oder mit dem Flugzeug gekommen sind. Das Schiff istdabei die klimafreundlichere Variante. Es verbraucht zwar auch Kraftstoff und verursachtdamit Treibhausgase, aber wesentlich weniger als das Flugzeug. Oft werden gerade die perFlugzeug transportierten Früchte vom Händler als qualitativ besonders wertvollangepriesen. Dem Klima tut er damit keinen Gefallen.
Vegetarier machen Punkte ^^
Und wer gar Vegetarier oder Veganer ist,könnte - zumindest, was den Klimaschutz angeht - zum Vorbild werden: Solche Menschenkönnen beim Einkauf unter einer Tonne Treibhausgasen im Jahr bleiben. Denn einer derGründe, warum Fleisch- und Milchprodukte in der CO2-Statistik besonders schlechtabschneiden, ist das Treibhausgas Methan. Dieses Gas entsteht bei der Haltung vonMilchvieh, aber auch in Mastbetrieben: durch die Verdauungsgase der Tiere und beim Anbauihrer Futtermittel.
Exotische Genüsse: nur auf Kosten desKlimas
Weitere Gründe für die Klimabelastung durch Lebensmittelsind die Verarbeitung und der Transport. Ein durchschnittlicher Erdbeerjoghurt zumBeispiel hat 4500 Kilometer quer durch Deutschland hinter sich, bevor er im Kühlregal desSupermarktes landet. Und eingeflogene Importware aus Übersee verursacht viel CO2, weildie Flugzeuge mit ihrem Kerosin-Verbrauch besonders starke Treibhausgas-Produzenten sind.Anders ist das übrigens beim Wein – er kommt in den meisten Fällen per Schiff.
Ablasshandel mit dem Klima
Viele umweltbewussteMenschen haben aufgrund ihrer CO2-Emissionen mittlerweile ein schlechtes Gewissen.Clevere Unternehmer machen sich das zunutze und wollen gleichzeitig der aufgeheiztenAtmosphäre zu Hilfe kommen: Es gibt Firmen, die einen regelrechten "Ablasshandel" mit derKlimabelastung betreiben - sie bieten Betrieben oder Einzelpersonen freiwilligeKohlendioxid-Ausgleichsmaßnahmen an. Für ein Jahr Autofahren, was einem CO2-Ausstoß vonetwa zwei Tonnen entspricht, bezahlt der reuige Umweltsünder bei der Carbon NeutralCompany zum Beispiel rund 20 Euro. Das Geld kommt einem Klimaschutzprojektzugute.
[b]Lieber energiesparend leben
Eineziemlich originelle Idee, um Geld für den Umweltschutz einzutreiben, allerdings sindnicht alle Angebote gleich effektiv. So haben einige der Klima-Agenturen auch dieAufforstung von Wäldern im Angebot. Bäume wandeln über den Stoffwechsel ihrer BlätterKohlendioxid in Sauerstoff um. Die Bäume, die der Geldgeber finanziert, sollen genau dieMenge an Kohlendioxid einlagern, die er persönlich oder mit seinem Unternehmenproduziert. Ob das Pflanzen von Bäumen aber tatsächlich effektiv dem Klima hilft, istfraglich. Ein Baum nimmt zwar über seine Blätter CO2 auf, doch bis er der Atmosphärenetto Kohlendioxid entzieht, müsste er mindestens 60 Jahre stehen. Und wer kann das schongarantieren. Organisationen wie Atmosfair bieten solche Aufforstungen deshalb erst garnicht als CO2-Kompensation an. Und statt Ausgleich ist Energie sparen natürlich immernoch die beste Lösung.
quelle: http://www.quarks.de/dyn/33043.phtml[/b]