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Vermögensteuer - eure Meinung

69 Beiträge, Schlüsselwörter: SPD, Steuer, Steuerpolitik, Vermögensteuer

Vermögensteuer - eure Meinung

21.04.2012 um 15:29
Ashert001 schrieb:Die Vermögenssteuer auch die kleinste, hätte den positiven Effekt, Kapitaleinkommen auf viele zu verteilen!
Das ist ja schon der Fall - Kapitalertragsteuer genannt. Oder anders ausgedrückt: Einkünfte aus Kapitalerträgen.
Ashert001 schrieb:.......Auf die Weise wären wir alle Milliardäre los ........
sogar mit absoluter Sicherheit !

der, von Dir sogenannte, Mittelstand wäre davon am stärksten betroffen - zumindest im unternehmerischen Sinn.

Lass mich das Pferd mal anders aufzäumen. Vermögenssteuer JA - aber auf alle Vermögen, ausnahmslos. Man kann ja dann über verschiedene Neidhöhen ( Steuersätze ) diskutieren :-)


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21.04.2012 um 15:46
@Ashert001
Mittelstand != Mittelschicht
Unter "Mittelständler" assoziiere ich einen Kleinunternehmer, der durch eine zu hohe Vermögensteuer eventuell zu stark gemolken würde, sodass sein Unternehmen in Schwierigkeiten käme und letztendlich eventuell dichtmachen müsste. Daher sollten entsprechende Freibeträge gelten, eben um die von vielen Kleinunternehmern getragenen Arbeitsplätze nicht zu vernichten.

Ansonsten allerdings eine interessante Argumentation, die auf den ersten Blick plausibel klingt, auch wenn ich die Schlussforderung nicht unterschreiben würde.
Gibt's da eventuell volkswirtschaftliche Studien zu?
vorübergehend schrieb:Lass mich das Pferd mal anders aufzäumen. Vermögenssteuer JA - aber auf alle Vermögen, ausnahmslos. Man kann ja dann über verschiedene Neidhöhen ( Steuersätze ) diskutieren :-)
Auch ein interessanter Ansatz, mit dem ich mich allerdings nicht anfreunden könnte. Auch bei der Einkommensteuer haben wir Freibeträge. Warum? Weil ein Minimum an Geld, das das Überleben sichern soll, eingenommen werden muss.
Meiner Meinung nach ist ein Freibetrag bei einer eventuellen Vermögensteuer auch daher notwendig, da er eben die Mittelschicht stärken würde. Ohne Freibetrag würde es wesentlich unlukrativer, auch mit einem geringen Einkommen, den Bau eines Eigenheims zur Absicherung zu forcieren, was die Gesellschaft letztendlich auch wieder in Arm und Reich spalten könnte.


Eine Stärkung der Mittelschicht könnte erfolgen, wenn eine ausreichend hohe Vermögensteuer bestünde und man im Gegenzug Einkommensteuern absenkte. Das förderte dann auch die Binnennachfrage und würde auch die Wirtschaft stärken. Denn ein großes, gehortetes Vermögen entzieht sich teilweise der Wirtschaft.
Dann könnte allerdings auch eine Kapitalflucht eintreten, bei der viele große Vermögen, die oftmals (wie Ashert erwähnte) nicht durch Leistung sondern durch Erbschaft erlangt wurden, sich dem Fiskus entzögen.


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Vermögensteuer - eure Meinung

21.04.2012 um 16:07
@ Ilian

Danke für Deinen sachlichen Beitrag.

Vermögensteuern haben den Grundfehler, daß sie einen Bestand "verzehren". Diese wurde aus gutem Grunde abgeschafft.

Beispiel: Jemand hat nach Abzug der Erbschaftssteuer ein Vermögen von, sagen wir einfach mal, 5 Mio. Euro - egal in welcher Form geerbt.

Dieses Vermögen fasst der Eigentümer nicht an ( aus welchen Gründen auch immer ). Somit würde dieses bereits in der Vergangenheit versteuerte ( Einkommen-, Erbschafts-, Schenkungs- wieauchimmersteuer ) Vermögen nochmals versteuert und neben der Inflationsrate ( Wert ) auch noch um diese Steuer ( nominal ) reduziert.

Die Steuerpflicht ist wichtig und gut - jedoch sind Doppelbesteuerungen generell abzulehnen.

Wenn das Vermögen Gewinne erbringt ( Zinsen, Mieteeinnahmen, Unternehmensgewinn ) dann werden diese Zuwächse automatisch über die Einkommensteuer erfasst. Wenn man das berücksichtigt, dann ist die Vermögensteuer schlicht kontraproduktiv da ich dann das Vermögen sofort ins Ausland transferiere und der hiesigen Volkswirtschaft gänzlich entziehe.

Ich würde andere Wege begrüßen um inländische Nachfrage zu erzeugen - Die Subventionen radikal streichen und die dadurch freiwerdenden Mittel in nachhaltige Dinge stecken wie z.B. Bildung, Infrastruktur, Forschung etc. - das klingt zwar nicht so sexy wie "Reiche packen" aber es hätte einen dauerhaften Effekt.


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21.04.2012 um 16:36
@vorübergehend
Ich kann Deine Argumentation nachvollziehen und erkenne die Motive, die gegen eine Vermögensteuer sprechen, auch an.
Allerdings könnte die Politik konstruktiv an die Sache rangehen und einen gesunden Mittelweg finden. Ich glaube kaum, dass irgendjemand Vermögensteuern in zweistelligen Prozentbereichen fordern würde.

Aber um auf Deine Ausführungen einzugehen:
vorübergehend schrieb:Vermögensteuern haben den Grundfehler, daß sie einen Bestand "verzehren". Diese wurde aus gutem Grunde abgeschafft.
Wir haben in Deutschland (und auch in anderen Ländern) eine bestehende, bestandsverzehrende Abgabe, die Grundsteuer. Auf die Idee, diese abzuschaffen, ist auch noch niemand gekommen. Eventuell könnte man sie im Zuge einer Vermögensteuereinführung aber "integrieren" und so nur noch eine Bestandabgabe aufrecht erhalten.
Wenn ich das Recht im Sinn habe, wurde die Vermögensteuer damals wegen eines Verfassungsurteils abgeschafft, da man sie nicht ändern wollte. In anderen Ländern besteht (laut Wiki) noch heute eine reine Vermögensteuer (auch in der Schweiz oder Luxemburg).

Das Beispiel mit der Erbschaft ist eine anschauliche Sache, allerdings spricht eine bereits erfolgte Besteuerung nicht unbedingt gegen eine erneute Besteuerung. Wenn man davon ausgeht, dass die größten Vermögen sowieso in Immobilien und Aktien investiert sind, ist die Inflation nicht unbedingt ein vermögenmindernder Faktor.
Ich verstehe, wenn man eine Doppelbesteuerung ideologisch ablehnt. Hier muss eben abgewogen werden, welche Vorteile man sich erhofft. Den Sprit besteuert man ja auch doppelt, indem die Umsatz- auch auf die Mineralölsteuer aufgeschlagen wird... Das begründet man wohl mit höheren Einnahmen, eine Doppelbesteuerung durch die Vermögensteuer könnte man ebenso begründen.
vorübergehend schrieb:Wenn das Vermögen Gewinne erbringt ( Zinsen, Mieteeinnahmen, Unternehmensgewinn ) dann werden diese Zuwächse automatisch über die Einkommensteuer erfasst. Wenn man das berücksichtigt, dann ist die Vermögensteuer schlicht kontraproduktiv da ich dann das Vermögen sofort ins Ausland transferiere und der hiesigen Volkswirtschaft gänzlich entziehe.
Hier müsste man gesetzlich gegensteuern und regeln, dass wer deutscher Staatsbürger ist und hier wohnt, auch sein Vermögen, egal wo er es sitzen hat, hierzulande versteuern muss. Zudem lassen sich nicht alle Vermögen schnell in's Ausland verlagern -> Immobilien.
Zudem muss dringend, wie ich im Thread auch schon erwähnte, eine Besteuerung der Erträge aus Vermögen als Einkommen und nicht "nur" als Kapitalertrag versteuert werden.
Eventuell könnte man sich durch diese Reform auch eine Vermögensteuer sparen, wer weiß.
vorübergehend schrieb:Ich würde andere Wege begrüßen um inländische Nachfrage zu erzeugen - Die Subventionen radikal streichen und die dadurch freiwerdenden Mittel in nachhaltige Dinge stecken wie z.B. Bildung, Infrastruktur, Forschung etc. - das klingt zwar nicht so sexy wie "Reiche packen" aber es hätte einen dauerhaften Effekt.
Ja, das klingt immer gut. Aber die einzige Partei, von der man sich das bis neulich noch hatte erhoffen können, die FDP, ist da auch eingeknickt. Zuerst posaunt man groß vom Sparen, will Posten und auch Schulden abbauen. Und dann, dann besetzt man das im Wahlkampf noch überflüssige Entwicklungshilfeministerium mit einem eigenen Parteisoldaten und macht weiterhin fröhlich Schulden... Sparen können Politiker wahrlich nicht, gerade dann nicht, wenn es auf eine Wahl (und dank den 16 Ländern wird ja oft genug gewählt) zugeht.


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21.04.2012 um 17:15
Ilian schrieb:Wir haben in Deutschland (und auch in anderen Ländern) eine bestehende, bestandsverzehrende Abgabe, die Grundsteuer.
Das ist sowohl richtig, als auch etwas themenverfehlt - die Grundsteuer hat einen direkt sachlichen Bezug auf die Aufwendung die der Gemeinschaft durch Grundbesitz auferlegt werden - sei es Infrastruktur, Sicherheit usw. Somit kann man das eher als Kostenbeteiligung mit konkretem Verursacherbezug sehen.

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Ilian schrieb:Wenn ich das Recht im Sinn habe, wurde die Vermögensteuer damals wegen eines Verfassungsurteils abgeschafft, da man sie nicht ändern wollte.
Da gab es eine Diskrepanz in der Bewertung von Sach- und Kapitalvermögen - in diesem Zuge wurde die Vermögenssteuer abgeschafft.

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Ilian schrieb:In anderen Ländern besteht (laut Wiki) noch heute eine reine Vermögensteuer (auch in der Schweiz oder Luxemburg).
Das ist richtig - jedoch muss man die Gesamtbetrachtung heranziehen - die Einkommensteuer ist dort völlig anders strukturiert.
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Ilian schrieb:Wenn man davon ausgeht, dass die größten Vermögen sowieso in Immobilien und Aktien investiert sind, ist die Inflation nicht unbedingt ein vermögenmindernder Faktor.
Das ist nicht richtig - jeder Wert wird in Geld umgelegt, Geld ist generell inflations- / deflationsbehaftet. Man muss ja einen Wert bilden den man besteuert und das ist nun einmal der Geldwert. Zuwächse oder Minderungen könnten sonst nicht gewichtet werden.

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Ilian schrieb:Ich verstehe, wenn man eine Doppelbesteuerung ideologisch ablehnt. Hier muss eben abgewogen werden, welche Vorteile man sich erhofft. Den Sprit besteuert man ja auch doppelt, indem die Umsatz- auch auf die Mineralölsteuer aufgeschlagen wird... Das begründet man wohl mit höheren Einnahmen, eine Doppelbesteuerung durch die Vermögensteuer könnte man ebenso begründen.
Wenn etwas falsch ist, wird es nicht dadurch richtig, daß man einen anderen falschen Tatbestand als Rechtfertigung nimmt :-) Außerdem ist hier nicht die Tatsache des "Werteverzehres" berücksichtigt - Der Treibstoff ist eine verbrauchsabhängige Steuer, die Vermögenssteuer bestandsabhängig.
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Ilian schrieb:.... regeln, dass wer deutscher Staatsbürger ist und hier wohnt, auch sein Vermögen, egal wo er es sitzen hat, hierzulande versteuern muss......
Das ist schon immer per Gesetz so definiert - alles andere ist klassische Steuerhinterziehung, wenn auch der Nachweis zugegeben schwierig ist.
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Ilian schrieb: Zudem lassen sich nicht alle Vermögen schnell in's Ausland verlagern -> Immobilien.
Auch das geht rasend schnell - sei es durch Verkauf oder Bewirtschaftung durch eine ausländische Gesellschaft ( Grauzone ).
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Ilian schrieb:Eventuell könnte man sich durch diese Reform auch eine Vermögensteuer sparen, wer weiß.
Ich kann keine Reformen erkennen - eigentlich waren die Punkte bereits geltendes Recht.
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Die "Sau" Vermögensteuer wird immer wieder gerne durchs Dorf getrieben - das ist in erster Linie ein populistisches Scheingefecht da es immer auf eine Form der Neiddebatte rausläuft. Das Verfassungsgericht ist da keineswegs zu unterschätzen.

In nächster Zukunft kommen noch mehr so sexy Themenfelder auf - Reichensteuer, Luxussteuer, Fernreisesteuer usw. usw. usw.

Dort wo es sinnvoll wäre den Ausnahmedschungel zu lichten trauen sich die zu wählenden nicht ran. Stichwort reduzierte Steuersätze für Lebensmittel, Druckerzeugnisse usw. - alles was nicht direkt per Stoffwechsel durch einen menschlichen Hintern wieder das Licht der Welt erblickt darf nicht reduziert sein. Vom Katzenfutter über Bücher bis hin zur Übernachtung.

Ich habe die Zitat gekürzt um die Übersichtlichkeit zu wahren - der Sinn wurde hoffentlich nicht entstellt.


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Ashert001
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21.04.2012 um 20:32
vorübergehend schrieb:Das ist ja schon der Fall - Kapitalertragsteuer genannt. Oder anders ausgedrückt: Einkünfte aus Kapitalerträgen.
Die wird heutzutage mit der Abgeltungssteuer von 25% abgegolten, darüber kann jeder Multimillionär nur lachen.

Beispiel: Jemand hat 10 Millionen in Aktien, die bringen ihm jährlich dann eine Dividende von ca. 2-3% ein, also 200.000 bis 300.000 Euro - 25% macht dann = 150.000 bis 225000 Euro netto nach Steuern.

Würde man nach einem Freibetrag von 5 Millionen (man will ja niemanden ausplündern bzw. als Neider dastehen...) für die nächsten 5 Millionen hingegen nur 5% Vermögenssteuer kassieren, würden bereits 250.000 Euro Steuern anfallen.

Tatsächlich gibt es in Deutschland aber ein paar tausend Menschen mit mehr als 10 Millionen Vermögen und ca. noch 100 Milliardäre und Multimilliardäre!

Die würde man demnach alle aus dem Land treiben, das wäre tatsächlich aber nur ein einmaliger Verlust, denn alle Vermögenswerte die danach der neue Mittelstand in Deutschland aufbaut, würde sich automatisch unter der Vermögenssteuergrenze halten, in Form höherer Einkommen und Wertezuwächse bei allen Bürgern!

Deswegen ist eine Vermögenssteuer jeder Form von Einkommensteuer eigentlich auch vorzuziehen, denn die Vermögenssteuer sorgt vollkommen konjunkturabhängig, für einen höheren Geldumlauf in der Wirtschaft.

Während eine Einkommensteuer ja in dem Maße sinkt, wie sich auch die Konjunktur abschwächt! Die Firmen machen ja schließlich nicht Gewinn mit ihren Aktionären, sondern nur mit der Masse ihrer Kunden, die statt Aktien eben nur die Waren kaufen! Dafür muss man auch nur eins tun, die Aktien die in Zukunft herauskommen, neu verteilen durch die Vermögenssteuer!


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21.04.2012 um 20:39
Ashert001 schrieb:Die würde man demnach alle aus dem Land treiben, das wäre tatsächlich aber nur ein einmaliger Verlust, denn alle Vermögenswerte die danach der neue Mittelstand in Deutschland aufbaut, würde sich automatisch unter der Vermögenssteuergrenze halten, in Form höherer Einkommen und Wertezuwächse bei allen Bürgern!
Könntest Du das bitte näher erläutern - mir scheint diese These etwas *gewagt*
Ashert001 schrieb:Deswegen ist eine Vermögenssteuer jeder Form von Einkommensteuer eigentlich auch vorzuziehen, denn die Vermögenssteuer sorgt vollkommen konjunkturabhängig, für einen höheren Geldumlauf in der Wirtschaft.
das erscheint mir aber schlicht unlogisch - auch Vermögen ist von Konjunktur beeinflusst; speziell wenn dieses in Aktien oder Betriebswerten liegt.
Ashert001 schrieb:Während eine Einkommensteuer ja in dem Maße sinkt, wie sich auch die Konjunktur abschwächt! Die Firmen machen ja schließlich nicht Gewinn mit ihren Aktionären, sondern nur mit der Masse ihrer Kunden, die statt Aktien eben nur die Waren kaufen! Dafür muss man auch nur eins tun, die Aktien die in Zukunft herauskommen, neu verteilen durch die Vermögenssteuer!
?!


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Ashert001
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21.04.2012 um 20:59
Ilian schrieb:Unter "Mittelständler" assoziiere ich einen Kleinunternehmer, der durch eine zu hohe Vermögensteuer eventuell zu stark gemolken würde, sodass sein Unternehmen in Schwierigkeiten käme und letztendlich eventuell dichtmachen müsste.
Im Kapitalismus ist doch jeder Unternehmer und jeder Arbeiter durch die Konkurrenz beliebig ersetzbar! Das hat keine Bedeutung wenn ein Unternehmen mal pleite geht, entscheidend für die ganze Branche ist immer der gesamte Geldumlauf bzw. die Massennachfrage, die aber natürlich nur entstehen kann, mit dem Geld was andere nicht haben!

Die Vermögenssteuer sollte am besten jedem einen Freibetrag von einigen Millionen ermöglichen, damit auch niemand sagen kann, Leistung lohnt sich nicht mehr.

Zweistellige Millionensummen-Vermögen für Einzelne machen aber überhaupt keinen Sinn mehr, so ein großes Unternehmen kann auch problemlos in einer anderen Form betrieben werden, in der es mehrere Eigner und Teilhaber hat!
vorübergehend schrieb:das erscheint mir aber schlicht unlogisch - auch Vermögen ist von Konjunktur beeinflusst; speziell wenn dieses in Aktien oder Betriebswerten liegt.
Das spielt für die Konjunktur selber aber keine Rolle, die Konjunktur lebt ja nur von dem Geld das noch kein Vermögen ist, das die Firmen aber haben wollen, wofür sie demnach auch produzieren.

Der Aktionär der nachher genau dieses Geld dann als als Dividende erhält für sein größeres Vermögen, nützt erst mal niemanden was. Das muss er erst wieder ausgeben und auch nicht nur für andere Aktien und Anlagen, sondern für den Konsum!

Nur für die höhere Nachfrage finden ja auch Realinvestitionen statt. Die Reichen und ihre Vermögen selber nützen da leider erst mal niemanden was, deswegen sollte man diese Honigameisen auch immer auf ein gesundes volkswirtschaftliches Maß reduzieren!


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Ur-Uhr
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21.04.2012 um 21:05
Gutverdienende Personen müssen bereits fast die Hälfte ihres
Geldes versteuern.
Eine höhere Versteuerung würde nur dafür sorgen, dass diese Leute,
Deutschland den Rücken kehren und der Staat letztendlich noch
weniger einnimmt.


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Ashert001
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21.04.2012 um 21:08
Ilian schrieb:Ansonsten allerdings eine interessante Argumentation, die auf den ersten Blick plausibel klingt, auch wenn ich die Schlussforderung nicht unterschreiben würde.
Gibt's da eventuell volkswirtschaftliche Studien zu?
Heir was intressantes zum Thema:
http://www.meudalismus.dr-wo.de/

und natürlich alles zum Thema Freiwirtschaft würde ich sagen, die hat ja nur einen anderen Lösungsansatz, aber das Prinzip, man muss nur etwas mehr umverteilen für eine höhere Wirtschaftsleistung, ist ja immer das selbe.


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Ashert001
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21.04.2012 um 21:26
Ur-Uhr schrieb:Gutverdienende Personen müssen bereits fast die Hälfte ihres
Geldes versteuern.
Eine höhere Versteuerung würde nur dafür sorgen, dass diese Leute,
Deutschland den Rücken kehren und der Staat letztendlich noch
weniger einnimmt.
Nein 25% über die Abgeltungssteuer, diesen Unsinn hat ja noch die FDP verbrochen. Außerdem auch nur vom Einkommen, von ihrem Vermögen keinen Cent.

Unsere Wirtschaftskraft basiert nicht auf den Reichen, die basiert auf dem Geld das genau diese noch niemals hatten, weil es eben permanent im Umlauf war!

Das Geld mit dem die Reichen fliehen kann ja nur Geld sein, das schon vorher nie besteuert wurde!

Alle Reichtümer basieren auf Kapitaleinkommen, das sind systemimmanente Funktionen von Zins und Zinseszins auf die Menschen überhaupt keinen Einfluss haben.
Selbst wer seinen Laden anzündet, würde nur dem Konkurrenten die Aufträge zuspielen.
Reichtum sucht sich immer seinen Weg, irgendwohin wo der Geldumlauf am niedrigsten bzw. die Sparquote am höchsten ist.
Das ist überhaupt nichts, was es zu schonen gilt oder einem Land wirklich weglaufen kann!


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21.04.2012 um 21:37
vorübergehend schrieb:Das ist nicht richtig - jeder Wert wird in Geld umgelegt, Geld ist generell inflations- / deflationsbehaftet. Man muss ja einen Wert bilden den man besteuert und das ist nun einmal der Geldwert. Zuwächse oder Minderungen könnten sonst nicht gewichtet werden.
Ich habe Immobilien als "wertstabile Sachwerte" in Erinnerung, die von einer starken Inflation weniger betroffen sind als das Geld selbst. Ähnliches soll für Aktien gelten, wenn ich im Wirtschaftsunterricht damals nicht nur geschlafen habe.. ;)
Ein fest angelegter Geldbetrag wirft einen festen Zinsbetrag ab, eine wertstabile Immobilie eine variable Miete, die man einer Teuerung anpassen kann.
vorübergehend schrieb:Außerdem ist hier nicht die Tatsache des "Werteverzehres" berücksichtigt - Der Treibstoff ist eine verbrauchsabhängige Steuer, die Vermögenssteuer bestandsabhängig.
Ok, das war ein schlechter Vergleich.
vorübergehend schrieb:Das ist schon immer per Gesetz so definiert - alles andere ist klassische Steuerhinterziehung, wenn auch der Nachweis zugegeben schwierig ist.
Ich weiß nicht, ob das juristisch möglich wäre, allerdings könnte man deutsche Staatsbürger, die im Ausland wohnen, auch hier steuerpflichtig machen. Ein gutes Beispiel: Schumacher. In der Schweiz zahlt er geringe Steuern, bei einem F1-Sieg wird aber trotzdem die deutsche Hymne gespielt...
vorübergehend schrieb:Ich kann keine Reformen erkennen - eigentlich waren die Punkte bereits geltendes Recht.
Klar, ich wollte damit nur ausdrücken, dass man die 8-10 Milliarden Euro, die sich die SPD aus der Vermögensteuer erhofft, ja auch aus der Wiedereinführung der früheren Versteuerung der Kapitalerträge gewinnen könnte (ohne jetzt die Zahlen zu kennen).
vorübergehend schrieb:Die "Sau" Vermögensteuer wird immer wieder gerne durchs Dorf getrieben - das ist in erster Linie ein populistisches Scheingefecht da es immer auf eine Form der Neiddebatte rausläuft. Das Verfassungsgericht ist da keineswegs zu unterschätzen.
Ich sehe das nun nicht als Neiddebatte, ich würde sogar sagen, dass man hier auf's Grundgesetz verweisen könnte -> Eigentum verpflichtet. Ob Karlsruhe eine Vermögensteuer zuließe kann ich als jursitischer Laie nicht sagen, sie wurde allerdings nicht gekippt, weil sie per sé verfassungswidrig war sondern deshalb, weil mit zweierlei Maß gemessen wurde.
vorübergehend schrieb:Dort wo es sinnvoll wäre den Ausnahmedschungel zu lichten trauen sich die zu wählenden nicht ran. Stichwort reduzierte Steuersätze für Lebensmittel, Druckerzeugnisse usw. - alles was nicht direkt per Stoffwechsel durch einen menschlichen Hintern wieder das Licht der Welt erblickt darf nicht reduziert sein. Vom Katzenfutter über Bücher bis hin zur Übernachtung.
Teilweise Zustimmung. Populistisch gesagt: Lebesmittel 5%, Bildungsgüter 10%, Standardgüter 20%, Luxusgüter (Alkohol, Tabak,...) 25%, wo dann ein Teil an die Krankenkassen fließt...
Ashert001 schrieb:Zweistellige Millionensummen-Vermögen für Einzelne machen aber überhaupt keinen Sinn mehr, so ein großes Unternehmen kann auch problemlos in einer anderen Form betrieben werden, in der es mehrere Eigner und Teilhaber hat!
Man sollte Unternehmen allerdings nicht zwingen. In einer globalisierten Welt sind die schneller weg, als man schauen kann.
Allerdings sind Modelle, wie sie Augstein (FDP Mitglied ;)) beim SPIEGEL etablierte, sehr begrüßenswert!
Ur-Uhr schrieb:Gutverdienende Personen müssen bereits fast die Hälfte ihres
Geldes versteuern.
Eine höhere Versteuerung würde nur dafür sorgen, dass diese Leute,
Deutschland den Rücken kehren und der Staat letztendlich noch
weniger einnimmt.
Die SPD plant zwar auch, den Spitzensteuersatz etwas zu erhöhen, ihn allerdings auch erst ab 100.000 Euro Einkommen greifen zu lassen, was auch sinnvoll ist. So kann man junge Akademiker eher im Land halten.
Die Vermögensteuer für Vermögen über 2 Millionen Euro würde allerdings viele Menschen (auch Ingenieure, Juristen, Ärzte, Geschäftsführer) nicht betreffen. Ich sehe hier also nicht die Gefahr der "Flucht der Leistungsträger".
Ashert001 schrieb:Nein 25% über die Abgeltungssteuer, diesen Unsinn hat ja noch die FDP verbrochen. Außerdem auch nur vom Einkommen, von ihrem Vermögen keinen Cent.
Die 25% Abgeltungssteuer hat die große Koalition 2009 in dieser Art eingeführt, da war die FDP nicht direkt beteiligt.


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empanadas
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21.04.2012 um 21:39
die reichen können ruhig was abgeben, man schuftet sich ohne hin schon halb tod für denne.


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Ashert001
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21.04.2012 um 21:50
Ilian schrieb:Man sollte Unternehmen allerdings nicht zwingen. In einer globalisierten Welt sind die schneller weg, als man schauen kann.
In einer globalisierten Welt, kommt irgendwann sowieso alles aus den Sklavenfabriken in China und den Minen von Afrika.

Der gesamte Dienstleistungssektor und Einzelhandel kann aber nicht aus Deutschland fliehen, auch nicht die Stromkonzerne und Verkehrssysteme, Baufirmen usw. usf.

Da wo der Reichtum wirklich entsteht auf der Basis der Massennachfrage aus dem Binnenmarkt, da ist im Grunde auch jeder ersetzbar!

Das ist doch schon immer die Lüge der Konzerne und Reichen gewesen, Deutschland könnte irgendwie vor sich selber fliehen, wenn die Steuern hier zu hoch sind!
Das die Steuern auch augenblicklich wieder in neue Nachfrage umgesetzt werden, für diejenigen die noch da sind, wurde hingegen nie erwähnt. Einfach das der Umsatz die wichtigste Kennzahl für Unternehmen und nicht etwa nur der Gewinn für die, denen sie gehören, gar nicht leidet unter den Steuern!


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21.04.2012 um 22:04
@Ashert001
Wenn Du mein Zitat vollständig gelesen hättest, hättest Du auch die nachfolgende Passage gesehen:
Ilian schrieb:Allerdings sind Modelle, wie sie Augstein (FDP Mitglied ;) ) beim SPIEGEL etablierte, sehr begrüßenswert!
Also es gibt durchaus Modelle der Beteiligung, wie man die Masse am Vermögen eines Unternehmens teilhaben lassen könnte.

Man kann das aber nicht von jetzt auf sofort von oben herab befehlen, da sonst, wie schon geschrieben, eine Flucht stattfände.
Auf Dauer und mit einem neuen System wäre das eventuell verkraftbar, so wie es jetzt aber momentan läuft, wäre eine Massenflucht der Unternehmen eine Katastrophe, da danach eine Massenarbeitslosigkeit einträte.

Wenn man allerdings Anreize für Modelle wie das Augsteins schaffen würde, könnte das langfristig auch einen guten Effekt auf die Binnennachfrage haben, da Aktienerträge an die Angestellten und nicht nur an (ausländische) vermögende Investoren flössen.

Aber wir sind Offtopic. ;)


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22.04.2012 um 02:33
Wie kommt ihr eigentlich darauf, dass es bei Wiedereinführung der Vermögenssteuer, zu Doppelbesteuerung kommen würde?
Einkommenssteuern und die Vermögenssteuer sind doch nicht gleichartig. Oo

Ob ein Betrag jetzt ein Mal mit 10% oder zwei Mal mit 5% besteuert wird(und die beiden Steuern nicht gleichartig sind), ist doch vollkommen unerheblich. Oder wo seht ihr da das Problem?
Die Einkommenssteuern beziehen sich auch auf die Einkünfte und die Vermögenssteuer würde sich auf das gesamte Vermögen beziehen. Das dafür zu kritisieren, dass der selbe Betrag mehrfach besteuert wird ist doch lächerlich. Dann müsste man sämtliche vermögensbezogene Steuern kritisieren, da das besteuerte Vermögen ja bereits irgentwann Mal als Einkommen besteuert wurde.

Außerdem sind die vermögensbezogenen Steuern, in Deutschland, sowieso viel zu niedrig. Vergleicht das mal mit den anderen Industrienationen.


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Ashert001
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Vermögensteuer - eure Meinung

22.04.2012 um 08:51
Im Grunde werden wir alle doppelt besteuert, Mehrwert, Strom, Öl und Lohnsteuer etc. das sind doch alles Steuern die am Einkommen zehren.

Am besten wäre man würde mit der Vermögenssteuer gleich alle anderen Steuern ersetzen, denn das was nicht versteuert wird, bildet ja nun mal Vermögen!


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Ashert001
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Vermögensteuer - eure Meinung

22.04.2012 um 10:01
Ilian schrieb:Also es gibt durchaus Modelle der Beteiligung, wie man die Masse am Vermögen eines Unternehmens teilhaben lassen könnte.
Meinte ich ja oben, der Anreiz dafür ist aber eben auch eine höhere Vermögenssteuer. Wenn sich die Millionenvermögen nämlich nicht mehr lohnen, verkauft man sie also vor allem seine Anteile an den Firmen und flieht dann mit dem Geld, allerdings nur einmal also völlig belanglos für die Volkswirtschaft.

Die abgeschaffte Vermögenssteuer ist bereits ein großes Handicap, für die Neubildung von Mitarbeiterbeiteilungen oder Genossenschaften!

Mit der 25%-Abgeltungssteuer sind wir doch ein echtes Steuerparadies und es macht für die Reichen aktuell überhaupt keinen Sinn, hier auch die Basiswerte abzutreten!


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Pantao
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Vermögensteuer - eure Meinung

22.04.2012 um 10:04
Noch mal der Hinweis, die ganze Diskussion um eine Vermögenssteuer mag zwar dem "kleinen Mann" einen Sinn im Leben geben, ist aber vollkommen überflüssig. Sie löst keines der bestehenden Probleme.

Der Euro wird über kurz oder lang zerbrechen, und wenn es ganz heftig wird zerbricht die Euro Zone daran. Dann gibt es ganz andere Probleme als eine Vermögenssteuer. Es gibt Experten, die seit vielen Jahren davor gewarnt haben, leider hat niemand auf diese gehört.

Spanien, Italien und Portugal sind faktisch pleite, und auch hinter Frankreich stehen riesige Fragezeichen, selbst die CDS im Bezug auf deutsche Anleihen sind in der letzten Woche um 40% gestiegen. Dass der "Rettungsschirm" zur "Rettung" (Verlängerung der "Austerity Measures") dieser drei (vielleicht sogar 4 inkl. Frankreich) Staaten nicht ausreicht, dürfte wohl jedem klar sein, und zu was weiteres Gelddrucken führt ebenfalls.

Die Weltwirtschaft steht aufgrund der katastrophalen Gelddruckpolitik der westlichen Zentralbanken vor einer Katastrophe, deren Ausmaß wohl immer noch die Wenigsten sich wirklich vorstellen können. Nicht umsonst haben die BRICS Staaten damit begonnen einen eigenen "IMF" aufzubauen und sich vom Dollar und Euro zu lösen. Nicht umsonst kaufen die Staaten der sogenannten zweiten und dritten Welt seit zwei Jahren verstärkt physisches Gold, nicht umsonst hat auch Hugo Chavez das Gold Venezuelas nach Hause zurück geholt.

Die bis zum heutigen Tage entstandenen Schulden können NICHT mehr zurückgezahlt werden. Das ist einfach eine Utopie. Insofern bringt auch eine weitere Vermögenssteuer nichts!

Es gibt nur eine Möglichkeit und das ist die radikale Streichung aller Schulden weltweit für Privatpersonen, Unternehmen und Staaten. In Island wurde dies in den letzten Wochen, von der Öffentlichkeit fast unbemerkt, im Immobilienbereich teilweise bereits durchgeführt. Island kann durchaus Modell für den Rest der Welt werden, das erfordert aber den Einsatz auch der Bevölkerung!

Haben sich die Leute, die diese Steuer befürworten, eigentlich mal gefragt, ob sie den Leuten, die die Steuer "einkassieren" überhaupt vertrauen?

Wer sagt, dass dieses Geld bei den "kleinen Leuten" ankommt. Vertrauen kann man der Politik in der Hinsicht leider überhaupt nicht mehr, ganz gleich ob Rot-Grün oder Schwarz-Gelb?


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Vermögensteuer - eure Meinung

22.04.2012 um 11:52
Vielleicht sollte man es mal weniger mit dem Ansatz ,,Gesetze, Gesetze, Steuern, Steuern, es müssen mehr Gesetze und Steuern her" versuchen, wie immer wieder vielfach gefordert.

Meiner persönlichen Ansicht nach erstickt in Deutschland die Gesellschaft geradezu vor Gesetzen und Regelungen sowie Steuern und Abgaben.
Wenn man sich das mal anguckt: Es gibt nahezu für jeglichen Bereich des gesellschaftlichen, privaten und wirtschaftlichen Lebens ein Gesetz.

Das führt in meinen Augen zu immer mehr und mehr Unpersönlichkeit. Angelegenheiten, die man früher vielleicht einfach durch ein kurzes Gespräch geregelt hätte (,,hey, kannst du mir einen Gefallen tun und beim Essen nicht rauchen?"/,,hallo Herr Nachbar, sehen Sie mal ihr Baum da hängt sehr weit in meinen Garten, ich will nicht, dass ein Ast abbricht - können wir den vielleicht mal stutzen?") können heute schnellstens zu Fällen werden, wo Polizei, Anzeigen und gerichtliche Auseinandersetzungen ins Spiel kommen.

Denn ,,man hat ja schließlich sein gesetzliches Recht", auf dem man besteht. Schließlich ,,gibt es Gesetze!"


Ebenso ist es mit den Steuern: Man muss in unserer Gesellschaft für alles mögliche bezahlen. Mehrwertsteuer, Ökosteuer, Branntweinsteuer, Kfz-Steuer, ermäßigte Mehrwertsteuer, Erbschaftssteuer - und was weiss ich noch alles für Steuern und Abgaben.

Dies fördert in meinen Augen nicht unbedingt gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Sondern vielmehr Fixierung auf Geld und Profit. Denn man hat bei diesen ganzen Steuern und Abgaben (die gesetzlich festgelegt sind), immer den Eindruck, dass einem etwas weggenommen wird.
Folglich will man woanders dieses ,,weggenommene Geld" wiederhaben und fokussiert sich immer stärker darauf, selbst mehr Profit zu machen. Oder sein erlangtes Geld zu erhalten.


Ich denke, dieser allgemeine, immer stärkere Zwang schadet dem gesellschaftlichen Zusammenhalt eher.


Angenommen ich hab ein Unternehmen gegründet, wirklich hart gearbeitet und meine Leute gut behandelt und bin mittlerweile Multimillionär.
Dann bin ich durchaus bereit, auch etwas für die Gemeinschaft zu tun, zum Beispiel in meiner Stadt.
Und nun kommen aber lauter Schlaumeier und meinen anklagend:,,Du bist reich, das ist unrecht! Du MUSST jetzt ganz viel von deinem Vermögen abgeben!"

Das hat auf mich eine Wirkung, dass ich mich ziemlich angegriffen fühle. Mein Unternehmen hat die ganze Zeit korrekt Steuern gezahlt, ich selbst hab für mein Geld korrekt gearbeitet - und völlig Fremde bauen sich vor mir auf und sagen mir auf unfreundliche und überhebliche Weise, ich solle nun gefälligst abgeben.

Naja das stärkt ehrlich gesagt meine Bereitschaft nicht, dies auch zu tun. Denn dann fühle ich mich dazu gezwungen und es drängt sich mir der Eindruck auf, ich müsste mich schuldig fühlen, ich hätte gar nichts achtbares erreicht und getan.
Und ich werde für meinen materiellen Reichtum eher verachtet und beneidet, als dass man ihn anerkennt und sich darüber freut, wenn ich der Gemeinschaft damit helfe.

Dann sage ich mir doch: Ich hab hart dafür gearbeitet, was ich besitze. Und nun will man mich ZWINGEN, ohne jede Anerkennung, das einfach wieder abzugeben?
Nein, das lass ich nicht mit mir machen. Dann such ich mir lieber ein anderes Land.


Ich denke mal, man sollte sich finanziell reiche Menschen nicht immer als gierige, selbstgerechte Typen vorstellen, die nur horten und für sich selbst ausgeben wollen.
Das sind auch Menschen. Menschen, die ebenfalls Anerkennung haben wollen für ihre Leistung - und sicherlich auch bereit sind, der Gemeinschaft was zurück zu geben, wenn sie den Eindruck haben, dass dies geachtet wird.



Meine persönliche Meinung ist, dass wir nicht immer noch ein Gesetz und noch eine Steuer/Abgabe auflegen sollten.
Sondern vielmehr WENIGER Zwang, WENIGER Professionalität und Fixierung auf Gewinn und MEHR gesellschaftlichen Zusammenhalt, MEHR gegenseitigen Respekt an den Tag legen sollten.
Ich denke, wir haben in Deutschland eher ein kulturelles und weniger ein finanzielles Problem:
Wir haben hier eine Kultur der Professionalität und des Profits und der Unpersönlichkeit entwickelt.
Vom Obdachlosen, dem es nur um Geld geht (damit er sich was zu essen kaufen kann) über den Verdiener mit mittlerem Einkommen, dem es nur um Geld geht, damit er sein Haus zahlen oder mal in Urlaub fliegen kann bis hin zum Multimilliardär, dem es nur um Geld geht, weil er seinen Besitz zusammen halten oder für sich selbst ausgeben will.

Diese Fixierung auf Geld und Profit in unserer Gesellschaft sollte gestoppt werden und es sollte wieder ein stärkerer Fokus auf gegenseitigen Respekt, gegenseitige Unterstützung gelegt werden.


Weniger Gesetze und Regelungen, weniger Steuern und Abgaben, dafür aber sinnvolle Gesetze/Regelungen und sinnvolle Steuern/Abgaben, sowie MEHR Kultur, mehr gegenseitiger Respekt!


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