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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

44 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Leben, Angst, Emotionen ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Gefühle, Angst, das Leben und Leid

27.02.2015 um 05:30
Hallo AllMystery,

ich schreibe diese Zeilen in der Hoffnung dem einen oder anderen Suchenden ein weiteres Puzzle Stück, in der endlosen Suche nach den Antworten des Lebens, geben zu können.

Zuvor möchte ich erwähnen, das ich bei meinen Aussagen das Verständnis vorraussetze, das jeder einzelne von uns seine eigene persönliche Realität bzw. Leben hat.
Das heisst, es gibt nicht DIE Realität, die für uns alle gilt. Sondern es gibt nur unsere eigene subjektive Wahrnehmung auf diese Realtät.
Wenn wir nun noch vorraussetzen, das wir alle freie Wesen sind und jeder von uns sich zu jedem Sachverhalt eine eigene Meinung bilden darf(!), dann bedeutet es das jeder von selbst verantwortlich dafür ist was er in seiner Realität als Wahrheit beurteilt.

Grundsätzlich heisst das nun für meinen Text, und das gilt allgemein auch für jeden Text den ihr lest, das ich keinen Anspruch auf die Wahrheit erhebe, sondern der Leser allein für die Interpretation verantwortlich ist. Wenn ich also behaupte das etwas bestimmtes 'so und so' IST, dann stellt dies lediglich MEINE persönliche Meinung oder Glauben dar.

Jetzt aber zum Leben ;-)
Unser Leben hat für uns mit der Geburt begonnen. Als Baby besitzen wir noch nicht unser Ich-Bewusstsein, also unser Ego. Wenn wir etwas mit unseren Sinnen wahrnehmen, wir z.b. die Sonne sehen, Regentropfen auf unserer Haut spüren oder den Zug vorbeirauschen hören, dann nehmen wir diese Dinge Wahr, ohne das wir etwas darüber wissen. Weder den Namen, noch den Zweck oder sonst eine Beschreibung davon. Wir haben anfangs auch noch gar kein Wertesystem, um die Eindrücke einzuordnen. Wenn der vorbeirauschende Zug uns als Baby, vielleicht wegen seiner Lautstärke, also verängstigt dann fangen wir z. B. einfach an zu weinen. Wenn sich das warme streicheln der Sonnenstrahlen auf unserer Haut wohlig angenehm anfühlen dann lachen wir wohlmöglich. Das heisst unsere Empfindungen (Emotionen) steuern unser Verhalten in Reaktion auf die Aussenwelt. Wir unterdrücken unsere Emotionen nicht. Im Gegenteil, wir lassen unseren Emotionen freien Lauf.

Schauen wir uns mal unsere Emotionen an stellen wir fest, das die von ihnen ausgehenden Energien uns zu jeglichen Handlungen leiten, das wir tun.
Anders gesagt: Alles was wir tun, können wir auf Emotionen zurück führen.
Emotionen sind also unsere treibende Lebensenergie.
Egal ob wir uns am Kopf kratzen, weil es uns dort juckt, ob wir in den Blumenladen gehen um jemandem eine Freude zu machen oder ob wir zur Arbeit gehen weil wir unserer Existenz fürchten. Alles Handeln lässt sich entweder auf die Liebe oder aber auf die Angst (Hass als Gegenpol) zurück führen.

Aber wie hilft uns das nun in unserem Leben?
Betrachten wir uns dazu mal unser Leben, wie wir aufwachsen und wie sich unsere Wahrnehmung verändert.
Nach unserer Baby-Schonzeit erfahren wir irgendwann user Ich und wir erhalten unser Bewusstsein. Plötzlich ist man jemand! Ein Patrick, eine Sarah oder welchen Namen wir auch von unseren Eltern erhalten. Wir fangen an uns mit unserem Namen zu identifizieren und erfahren das wir eine individuelle Person sind. So oder so ähnlich. Jedenfalls fängt es irgendwann an, das wir sowas wie eine Erziehung erfahren und. Zunächst von Eltern und Familie, dann Lehrer in Schulen oder Trainer in Vereinen. Dinge bekommen Namen, Beschreibungen, eine Zweck, etc. "Das kleine Körnchen auf der Hand wächst in der Erde zu einem Baum und trägt dann Früchte, die wieder das Körnchen enthalten. Den Samen". Wir erlernen die Sprache. Wir erlernen, wie alles 'scheinbar' IST. Aber wir lernen nicht wie es auch tatsächlich ist, sondern so wie unsere Eltern, Lehrer, etc. die Welt sehen. Wir können ohne hin nicht verifizieren, ob die Antworten, zu all unserer tausenden Kinderfragen von unseren 'Lehrern' , auch qualitatitiv richtig sind. Wir akzeptieren und glauben dann alles was uns beigebracht wird.

Als Kinder sind wir voll von Liebe und wollen, das es allen Menschen die uns was bedeuten gut geht. Wir sind ehrlich und denken nicht darüber nach, ob eine Antwort konsequenzen mit sich bringt. Nun geschieht es zwangsläufig irgendwann das dieses Band der endlosen Liebe, mit dem wir jetzt als Kind verbunden sind unterbrochen wird.
Dies geschieht auf vielfältigerweise. Nehmen wir z. B. ein Kind das nicht aufhört zu quasseln. Das kennen wir doch alle. Es erfreut sich an allem und will diese Freude auch allen mitteilen. Nehmen wir dazu z. B. eine Mutter die mit ihrem eigenen Leben, aus irgendwelchen Gründen, nicht zurecht kommt. Sie selbst steckt dann möglicherweise in ihrer Gedankenwelt fest und empfindet das ständige gebrabbel von Ihrem Kind nervend, weil Sie keine Ruhe bekommt. Was passiert? Sie schreit das Kind an, das es doch endlich ruhig sein soll. Wendet möglicherweise sogar Gewalt an und bestraft es, indem sie das Kind aufs Zimmer schickt. Das Kind kann das Verhalten seiner Mutter aber nicht verstehen. Es erfährt entwas das sich nicht gut anfühlt. Es fühlt sich Schlecht und das durch die Person das es am meisten liebt! Geschieht dies öffters, wenn das Kind brabbelt und dafür bestraft wird, dann erkennt er in seinem Verhalten etwas schlechtes. Es denkt sein brabbeln macht seine Mutter unglücklich und er lernt das er ein Verhalte in sich hat, was schlecht ist. Brabbeln ist schlecht und macht meine geliebten Menschen um mich herum wütend! Irgendwann fängt es dann möglicherweise an, in Gegenwart seiner Mutter nicht mehr zu reden.

Das Beispiel ist überspitzt, aber es geht darum diesen Prozess zu verstehen, denn sowas ist der Auslöser dafür das wir lernen unsere Gefühle zu unterdrücken. Das Kind fühlt sich danach zu rede, doch es kann nicht, weil es Angst hat vor den Konsequenzen. Von der geliebten Mutter nicht geliebt zu werden.

Anderes Beispiel: Drei Kinder spielen. Das eine Kind das noch an den Weihnachtsmann glaubt, schwärmt in der Adventszeit vom Zauber Weihnachtszeit und wird daraufhin von den bereits aufgeklärten Kindern ausgelacht und ausgegrenzt. Auch dieses Kind fühlt sich verstoßen und getrennt von der Liebe.

Wir erfahren also im laufe unseres Lebens viele solcher Ereignisse. Wenn wir erwachsen sind, sind wir gehemmt und unterdrücken unsere Gefühle aus diersen Gründen, aus Angst nicht geliebt zu werden, nicht akzeptiert zu werden, etc.
Das heisst, wir halten uns absichtlich zurück in unserem Verhalten im Leben, nur aus Angst, die lediglich in unserem Kopf existiert.

Die Frage die wir uns nun stellen sollten wäre also: Brauchen wir denn überhaupt Angst haben? Die Antwort lautet 'Ja' UND 'Nein' bzw. es ist deine Entscheidung :-)
Bisher war es recht psychologisch, doch diese Rubrik heisst ja 'Spiritualität', also kommen wir zu Gott.
Oder wie Gott auch Allah genannt wird, Jah oder Liebe. Das Universum. Das 'Alles', oder jeder Begriff den ihr möchtet. Denn es ist nur ein Begriff, nichts weiter bzw. diverse Beschreibungen für ein und das selbe.
Wenn die Angst dann das Leben beeinträchtigt, einen die Selbstzweifel plagen oder Man(n) das süße Mädchen nicht ansprechen kann ;-) dann frage ich euch:
Glaubt ihr selbst von euch das ihr schlecht seid? Wenn ja wieso? Wer bestimmt denn was gut und schlecht ist, wenn es nichts als die subjektive Wahrnehmung bzw. Realität eines jeden einzelnen gibt. DU allein entscheidest für dich, was gut und was schlecht ist. Es gibt keinen Grund sich für irgend etwas was man aus reinem Herzen, aus der Liebe heraus, tut schlecht zu fühlen. Du darfst entscheiden über alles was du bist. Niemand muss sich schlecht fühlen, für was seine Leidenschaft brennt.
Wer bestimmt also deinen Wert? Du? Oder andere? Wenn dir dein Chef sagt, das du ein Lappen bist, fühlst du dich dann schlecht? Bestimmt, aber fühlst du dich dadurch weniger Wert? Ja? Warum? Das ist seine Meinung, so wie ihr eure habft. Aber eure Meinung zu euch selbst ist die aller wichtigste und meine Meinungen von Aussen (Andere Menschen) sind schlichtweg unwichtig. Was weiss der andere schon über dich und dein Leben.
Wenn du also nach deinen Gefühlen handelst, dein bestes gibst, ein reines Gewissen und Herz hast, erfüllst du alles was dich mit der Liebe (Gott) verbindet und dann wirst du keine Angst mehr haben müssen (außer du entscheidest dich dazu ;-))
Denn für dich selbst, gibt es nur deine eigene Welt (Wahrnehmung, Realität, Traum), sei dir dessen Bewusst, wenn dir jemand wieder sagen will: 'was du bist'.
Also leb deinen eigenen Traum und bald wird es der Himmel auf Erden werden :-)

Das letze Thema, das ich noch kurz ansprechen will ist 'Leid'.
Warum erleben wir Leid? Wir dürfen uns doch frei entscheiden, was wir erleben?
Absolut richtig, du entscheidest was du erlebst! Die Frage ist, wenn du kein Leid erleben willst ... was willst du sonst erleben? Was anderes? Okay aber woher weisst du denn, bei welchen Augenblicken du kein Leid empfindest?
Genau! Das weisst du immer erst, nachdem es schon geschehen ist. Wenn du z.B. geschlagen wirst, dann sehnst du dich nach körperlicher unversehenheit. Jetzt, wo du geschlagen wurdest, weisst du wie gut es sich anfühlt nicht geschlagen zu werden.
Bei dem Leid handelt es sich um einen Lebensprozess des erkennens. Durch jedes Leid das du erfährst kennst du einen weiteren Punkt der dein Leben schöner macht: Sein Gegenteil. Was dich also nicht tötet, macht dich härter ;-) Ab jetzt kannst du dich mit deinen Gedanken und deiner inneren Wahrheit entscheiden, ob du dieses oder jenes Leid erleiden willst.
Bzw. anzuerkennen was du gutes verdienst z. B. das die Menschen dir im Alltag wohlgesonnen entgegnen.

Das ist jetzt natürlich eine Glaubensfrage. Woher will ich das wissen? Alles nur Wunschdenken!
Okay ihr müsst gar nichts glauben was ihr nicht wollt :-) Mir ist das völlig gleich.
Ich habe auch erst geglaubt, nachdem ich es erfahren habt.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Morgen und hoffe ihr konntet was mitnehmen.
Wenn ich etwas präziser erläutern soll, könnt ihr gerne fragen.

Gruß,
Sup


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

27.02.2015 um 12:18
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:du entscheidest was du erlebst!
ohne jetzt trollen zu wollen, aber sag das nicht uns, sag das den dritte Welt Menschen ;)
dann geht es ihnen endlich besser, is ja alles so leicht, sie brauchen sich ja blos für nen schönes Leben entscheiden ;)


habs jetz nur überflogen und es ist quasi blos ne Zusammenfassung was eh jeder weiß/wissen müsste.


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

27.02.2015 um 12:37
@SupThree
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Schauen wir uns mal unsere Emotionen an stellen wir fest, das die von ihnen ausgehenden Energien uns zu jeglichen Handlungen leiten, das wir tun.
Anders gesagt: Alles was wir tun, können wir auf Emotionen zurück führen.
Emotionen sind also unsere treibende Lebensenergie.
Egal ob wir uns am Kopf kratzen, weil es uns dort juckt, ob wir in den Blumenladen gehen um jemandem eine Freude zu machen oder ob wir zur Arbeit gehen weil wir unserer Existenz fürchten. Alles Handeln lässt sich entweder auf die Liebe oder aber auf die Angst (Hass als Gegenpol) zurück führen.
Ich glaube, Emotionen sind eine Triebfeder. Hinzu kommt: Denken und Intuition. Lies mal ein wenig da rum:
Folgen die Gefühle dem Denken oder umgekehrt?
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Wer bestimmt also deinen Wert? Du? Oder andere?
Was Du bei dem Rest des Textes m. E. ausklammerst ist, dass wir soziale Wesen sind, und unseren "Wert" eben notwendigerweise auch in der Beziehung zu anderen erkennen.
Bsp: Wenn alle denken, ich bin ein unglaublich schlechter Sänger, nur ich halte mich für genial, dann komme ich eben nicht in die O2-Arena, sondern ende als Lachnummer bei DSDS. Es macht schon Sinn, sich das anzunehmen, was die anderen über einen denken.


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

27.02.2015 um 14:34
@SupThree
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Zuvor möchte ich erwähnen, das ich bei meinen Aussagen das Verständnis vorraussetze, das jeder einzelne von uns seine eigene persönliche Realität bzw. Leben hat.
Das heisst, es gibt nicht DIE Realität, die für uns alle gilt. Sondern es gibt nur unsere eigene subjektive Wahrnehmung auf diese Realtät.
Jein! Es gibt schon eine Realität, denn sonst würden wir gar nichts subjektiv wahrnehmen können! Denn auch wenn sich unsere subjetiv wahrgenommene Welt in unserem Bewusstsein befindet und wir keine andere kennen, so muss es dennoch eine Welt da draussen ausserhab unserer Wahrnehmung geben, da unsere Wahrnehmung aus dieser resultiert! Es kann aber sein, dass es eine ganz andere Welt ist, als die, die wir glauben, zu erleben.
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Wenn wir nun noch vorraussetzen, das wir alle freie Wesen sind und jeder von uns sich zu jedem Sachverhalt eine eigene Meinung bilden darf(!), dann bedeutet es das jeder von selbst verantwortlich dafür ist was er in seiner Realität als Wahrheit beurteilt.
Damit bastelst du dir aber auch nur wieder deine eigene Welt, indem du gewisse Voraussetzungen erdenkst, unter denen sie dann entsprechend funktioniert :)
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Grundsätzlich heisst das nun für meinen Text, und das gilt allgemein auch für jeden Text den ihr lest, das ich keinen Anspruch auf die Wahrheit erhebe, sondern der Leser allein für die Interpretation verantwortlich ist.
Das sind wieder so schöne juristische Ausschlussklauseln, mit denen man sich zwar selbst das Recht heraus nehmen will, etwas zu sagen, aber dann keine weitere Verantwortung mehr für das in die Welt gesetzte Wort übernehmen will! Damit bin ich nicht einverstanden!

Auch wenn es letztlich immer die Eigeninterpretation des Wortes ist, was man liest oder hört, so entbindet einem das nicht vor der Verantwortung, wenn man Worte in die Welt setzt! Wenn jemand sagt: Hiermit erkläre ich einem Land den Krieg, dann ist das schon starker Tobak und nicht der, welcher darin die Kriegserklärung interpretiert hat, ist dann für den Krieg verantwortlich, sondern der, welcher ihn mit seinen Worten erklärt hat!

Unterschätze also nicht die Macht der Worte!
Der, welcher Worte in die Welt setzt, ist auch dafür verantwortlich, nicht nur der Leser oder Hörer, der sie vernimmt und in irgend einer Weise für sich interpretiert!

Wenn du jemandem sagst: Morgen stirbst du! Und dieser jemand ist daraufhin so verängstigt und verunsichert, dass er genau deswegen dann stirbt, weil er völlig nervös und unruhig über DEINE Wort geworden ist, dass ihm ein Missgeschick nach dem anderen widerfährt und er so schließlich ungewollt umkommt, dann bist DU mitverantwortlich, weil DU ihn innerlich so zugerichtet hast durch deine Worte! Dann zu sagen: Hättest mir ja nicht glauben brauchen, hab ich dir doch gesagt, finde ich verantwortungslos!

Du willst dir hier alle Freiheit der Welt heraus nehmen und schreiben was du willst, aber was deine Worte für eine mögliche Wirkung bei einem anderen hervorruft, davon willst du dich dann aus der Verantwortung stehlen! Ich finde das ist sehr sehr unfair!
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Unser Leben hat für uns mit der Geburt begonnen. Als Baby besitzen wir noch nicht unser Ich-Bewusstsein, also unser Ego. Wenn wir etwas mit unseren Sinnen wahrnehmen, wir z.b. die Sonne sehen, Regentropfen auf unserer Haut spüren oder den Zug vorbeirauschen hören, dann nehmen wir diese Dinge Wahr, ohne das wir etwas darüber wissen. Weder den Namen, noch den Zweck oder sonst eine Beschreibung davon. Wir haben anfangs auch noch gar kein Wertesystem, um die Eindrücke einzuordnen. Wenn der vorbeirauschende Zug uns als Baby, vielleicht wegen seiner Lautstärke, also verängstigt dann fangen wir z. B. einfach an zu weinen. Wenn sich das warme streicheln der Sonnenstrahlen auf unserer Haut wohlig angenehm anfühlen dann lachen wir wohlmöglich. Das heisst unsere Empfindungen (Emotionen) steuern unser Verhalten in Reaktion auf die Aussenwelt.
Das sehe ich auch so.
Das hast du sehr schön beschrieben!

Da bin ich im übrigen ganz deiner Ansicht und das gilt nicht nur für unsere Babyzeit, sondern für unser gesamtes Leben: Unsere Emotionen steuern unser Verhalten! Zwar nicht nur und ausschließlich, aber in sehr großem Maße!

Ich kann von meinem Verstande und meiner Vernunft her eine bestimmte Handlung als Problemlos betrachten und als völlig Harmlos, etwa am hellichten Tage mal eine bestimmte Person in einer bestimmten Umgebung zu besuchen. Wenn ich aber dann tatsächlich an Ort und Stelle bin und ein mich ganz beklemmendes Gefühl überkommt und ich mich aus mir unerklärlichen Gründen dort plötzlich ganz unwohl fühle kann ich mein Vorhaben sehr schnell abbrechen und besuche diese Person dann eben doch nicht. Und damit haben meine Emotionen letztlich auch mein Handeln bestimmt.

Und solche Besipiele gibt es viele. Sei es, dass ich eine Arbeitsstelle ursprünglich ohne Bedenken anzunehmen bereit war, weil theoretisch alles passte und dann stelle ich plötzlich fest: Hier an eben diesem Platze fühle ich mich nicht wohl, hier kann ich nicht arbeiten, wird mein Gefühl wahrscheinlich ausschlaggebend dafür sein, den Arbeitsplatz nicht anzunehmen. Sei es, dass ich mir eine Wohnung ansehe und sie mir rein von der Raumaufteilung, der Lage, des Mietpreises sogar zusagt. Aber wenn ich bei der Besichtigung dann ein ungutes Gefühl bekomme oder mir der Vermieter irgendwie nicht zusagt, werde ich die Wohnung wahrscheinlich nicht nehmen! Wenn ich mir eine Reise vorgenommen habe, ein Zugticket schon gekauft und dann am Bahnhof ein ganz bekommenes Gefüh bekomme, weil ich plötzlich einen schwarzen Zug dort zufällig vorbei rauschen sehe und ich in der Nacht vorher von einem schwarzen Zug geträumt habe, der dann verunglückte, werde ich wahrscheinlich die Reise an diesem Tage wohl eher nicht antreten.

Insofern ja, da stimme ich dir zu, in der Regel wird unser Handeln durch unsere Gefühle und Emotionen in erheblicher Weise mitbestimmt. Nicht ganz, nicht ausschließlich, aber mit Sicherheit mehr als durch unsere Ratio!
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Schauen wir uns mal unsere Emotionen an stellen wir fest, das die von ihnen ausgehenden Energien uns zu jeglichen Handlungen leiten, das wir tun.
Anders gesagt: Alles was wir tun, können wir auf Emotionen zurück führen.
Emotionen sind also unsere treibende Lebensenergie.

Zu diesem Schluss bin ich auch gekommen :)
Zitat von SupThreeSupThree schrieb: Alles Handeln lässt sich entweder auf die Liebe oder aber auf die Angst (Hass als Gegenpol) zurück führen.

Also zwischen Angst und Hass sehe ich aber schon noch einen Unterschied. Hass ist der Gegenpol zur Liebe. Aber Angst ist etwas anderes. Angst ist lediglich eine Blockade, oder eine besondere Form von Abneigung. Vielleicht kann man es so ausdrücken: Alles Handeln lässt sich auf Zuneigung oder Abneigung zurück führen.

Entweder haben wir ein positives Gefühl bei einer Sache, dann treibt uns das zum Handeln an. Oder wir haben ein negatives Gefühl bei einer Sache, dann stößt uns das ab, blockiert uns oder hält uns sogar gänzlich davon ab, etwas zu tun.
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Nach unserer Baby-Schonzeit erfahren wir irgendwann user Ich und wir erhalten unser Bewusstsein. Plötzlich ist man jemand! Ein Patrick, eine Sarah oder welchen Namen wir auch von unseren Eltern erhalten. Wir fangen an uns mit unserem Namen zu identifizieren und erfahren das wir eine individuelle Person sind. So oder so ähnlich.
Naja, wir erhalten nicht einfach unser Bewusstsein, wir bilden es selbst und irgendwann ist es dann da.
Zitat von SupThreeSupThree schrieb: Jedenfalls fängt es irgendwann an, das wir sowas wie eine Erziehung erfahren und. Zunächst von Eltern und Familie, dann Lehrer in Schulen oder Trainer in Vereinen. Dinge bekommen Namen, Beschreibungen, eine Zweck, etc.
Ja, man kann auch sagen, eine Prägung erhalten. Die will ich allerdings gar nicht mal negativ sehen, sie dient uns dazu, uns in der Welt, in die wir hinein geboren worden sind, zu orientieren.
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Wir erlernen, wie alles 'scheinbar' IST. Aber wir lernen nicht wie es auch tatsächlich ist, sondern so wie unsere Eltern, Lehrer, etc. die Welt sehen. Wir können ohne hin nicht verifizieren, ob die Antworten, zu all unserer tausenden Kinderfragen von unseren 'Lehrern' , auch qualitatitiv richtig sind. Wir akzeptieren und glauben dann alles was uns beigebracht wird.

Natürlich erlernen wir alles nur so wie es scheinbar ist, so wie es die anderen wahr nehmen und ebenso erlernt und erfahren haben. Niemand weiß, wie die Welt wirklich ist! Woher will man das auch wissen? Man kann nur wahrnehmen und seine Rückschlüsse daraus bilden, sprich interpretieren. Ob das alles wahr und richtig ist, weiß niemand! Deswegen heißt das aber nicht, dass wir alles akzeptieren und alles glauben, was uns beigebracht wird. Ja zunächst einmal ist das so, aber im Laufe der Jahre bleibt das natürlich nicht so. Dann beginnen wir auch zu hinterfragen, werden kritischer und fangen schließlich an uns unsere eigene Meinung zu "bilden".
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Als Kinder sind wir voll von Liebe und wollen, das es allen Menschen die uns was bedeuten gut geht.
Nicht unbedingt. Kinder können auch ganz schön bockig und wütend sein. Die sind nicht nur voll von Liebe und wollen, dass es allen Menschen gut geht. Das ist mir ein wenig zu sehr idealisiert.
Zitat von SupThreeSupThree schrieb: Wir sind ehrlich und denken nicht darüber nach, ob eine Antwort konsequenzen mit sich bringt.
Das ist auch nur ein vorübergehender Zustand. Irgendwann sind wir nicht mehr so ehrlich und irgendwann denken wir auch darüber nach, dass und auf welche Weise unser Handeln Konsequenzen mit sich bringt.
Zitat von SupThreeSupThree schrieb: Nun geschieht es zwangsläufig irgendwann das dieses Band der endlosen Liebe, mit dem wir jetzt als Kind verbunden sind unterbrochen wird.
Ich weiß nicht, ob es dieses Band der endlosen Liebe wirklich jemals gab, ausser in deiner Phantasie :)

Es ist aber einfach so, dass es niemals ein Leben lang nur Friede, Freude, Eierkuchen geben kann! Das bringt das Leben eben so mit sich. Das hat aber gar nichts mit einem Band einer endlosen Liebe zutun oder einer Unterbrechung dessen.
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Nehmen wir z. B. ein Kind das nicht aufhört zu quasseln. Das kennen wir doch alle. Es erfreut sich an allem und will diese Freude auch allen mitteilen. Nehmen wir dazu z. B. eine Mutter die mit ihrem eigenen Leben, aus irgendwelchen Gründen, nicht zurecht kommt. Sie selbst steckt dann möglicherweise in ihrer Gedankenwelt fest und empfindet das ständige gebrabbel von Ihrem Kind nervend, weil Sie keine Ruhe bekommt. Was passiert? Sie schreit das Kind an, das es doch endlich ruhig sein soll. Wendet möglicherweise sogar Gewalt an und bestraft es, indem sie das Kind aufs Zimmer schickt. Das Kind kann das Verhalten seiner Mutter aber nicht verstehen. Es erfährt entwas das sich nicht gut anfühlt. Es fühlt sich Schlecht und das durch die Person das es am meisten liebt! Geschieht dies öffters, wenn das Kind brabbelt und dafür bestraft wird, dann erkennt er in seinem Verhalten etwas schlechtes. Es denkt sein brabbeln macht seine Mutter unglücklich und er lernt das er ein Verhalte in sich hat, was schlecht ist. Brabbeln ist schlecht und macht meine geliebten Menschen um mich herum wütend! Irgendwann fängt es dann möglicherweise an, in Gegenwart seiner Mutter nicht mehr zu reden.
Das Beispiel gefällt mir! Ich denke, das kann auch jeder nachvollziehen. Weil jeder so etwas oder ähnliches selbst schon erlebt hat. Aber auch das ist ein Lernprozess, weil wir eben nicht alleine auf der Welt leben! Wir lernen, dass es auch noch andere Menschen gibt und dass diese eben auch nicht alle genauso empfinden wie wir selbst! Dass sie andere Bedürfnisse haben. Das Kind möchte brabbeln. Die Mutter ihre Ruhe haben. Irgendwie muss das eben in Einklang gebracht werden. Weil beides nebeneinander funktioniert eben nicht. So lernt man eben auch aufeinander Rücksicht zu nehmen. Das ist in der Tat manchmal auch mit schlechten Gefühlen verbunden. Wenn die Mutter oder der Vater schimpfen, fühlt man sich als Kind ja nie gut dabei! Es ist also eigentlich egal, aus welchem Grunde man das schlechte Gefühl erfährt. Man wird es noch oft, sehr oft in seinem Leben erfahren! Die Frage für mich ist: Wie gehe ich damit um?

Eine Konsequenz ist, nicht mehr zu brabbeln. Also den Eltern gegenüber nachgeben, um ihre Liebe nicht entzogen zu bekommen. Eine Konsequenz ist, sich schuldig zu fühlen, weil man etwas gemacht hat, was bei den Eltern missfallen ausgelöst hat. Es gibt aber auch Kinder, die brabbeln und brüllen dann erst Recht! Entweder aufgrund es erfahrenen Schmerzes der Ablehnung oder aus Lust daran!

Natürlich werden wir im Laufe der Zeit in unserem Verhalten konditioniert. Wir passen uns unserer wahrgenommenen Welt an, wir sind eben nicht alleine hier. Da gibt es auch noch andere und die haben genauso Wünsche und Bedürfnisse wie wir, nur vielleicht andere. Und dann müssen wir eben schauen, wie wir damit zurecht kommen im Umgang miteinander.
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Das Beispiel ist überspitzt, aber es geht darum diesen Prozess zu verstehen, denn sowas ist der Auslöser dafür das wir lernen unsere Gefühle zu unterdrücken. Das Kind fühlt sich danach zu rede, doch es kann nicht, weil es Angst hat vor den Konsequenzen. Von der geliebten Mutter nicht geliebt zu werden.
Nein, unsere Gefühle unterdrücken wir ja nicht! Wir unterdrücken damit nur ein bestimmtes unerwünschtes Verhalten!
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Wir erfahren also im laufe unseres Lebens viele solcher Ereignisse. Wenn wir erwachsen sind, sind wir gehemmt und unterdrücken unsere Gefühle aus diersen Gründen, aus Angst nicht geliebt zu werden, nicht akzeptiert zu werden, etc.
Das heisst, wir halten uns absichtlich zurück in unserem Verhalten im Leben, nur aus Angst, die lediglich in unserem Kopf existiert.
Ja ich gebe dir recht, wir als Erwachsene sind viel zu gehemmt im Hinblick auf das was wir so tun, wir sind viel zu angepasst an den gesellschaftlichen Konsens, aber ich weiß nicht ob das mit Angst zutun hat? Und du hast in deinem letzten Satz selber geschrieben, wir halten uns absichtlich zurück in unserem Verhalten! Also es bezieht sich nicht, wie du ursprünglich geschrieben hast auf unsere Gefühle, sondern auf unser Verhalten!

Natürlich unterdrücken wir leider auch allzuoft unsere Gefühle. Wir fangen nicht urplötzlich irgendwo an zu weinen, nur weil uns danach ist, sondern wir versuchen dann lieber unsere Fassung zu wahren, wenn wir denken es ist unpassend. Wir fangen auch nicht einfach an, irgendwo zu lachen, nur weil uns danach ist, obwohl wir dies lieber tun als zu weinen, weil Lachen gesellschaftlich positiver gewertet wird als Weinen. Wer mal lacht, fällt eher positiv auf als etwa eine Heulsuse :)
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Die Frage die wir uns nun stellen sollten wäre also: Brauchen wir denn überhaupt Angst haben? Die Antwort lautet 'Ja' UND 'Nein' bzw. es ist deine Entscheidung :-)
Ich würde grundsätzlich die Angst selbst gar nicht als etwas Negatives betrachten. Angst kann uns zwar auch hemmen und blockieren, aber Angst hat auch ihre Berechtigung. Sie dient uns als Schutzfunktion! Wenn wir vor nichts und niemand je Angst hätten, wären wir völlig Lebensmüde, Übermütig, Überschwenglich Leichtsinnig und würden uns sehr oft aus Leichtsinn in Gefahr bringen - Denn was würde uns zB. daran hindern von einem hohen Turm herunter zu springen, wenn wir davor keine Angst hätten?

Natürlich ist es deine Entscheidung. Aber die triffst du nicht bewusst! Wenn du Angst vor Spinnen hast oder vor der Enge in einem Fahrstuhl, dann hast du sie, ob du willst oder nicht! Das hat, wie alles seine Gründe und die sind auch berechtigt. Aber willentlich entscheidest du dich nicht für oder gegen deine Angst! Entweder hast du sie, oder du hast sie nicht. Was nicht heißt, dass das immer so bleiben muss. Man kann seine Ängste auch trainieren. Heißt, man kann sie schüren oder auch abbauen. Aber grundsätzlich hat man das erst mal nicht willentlich unter Kontrolle!
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Wenn die Angst dann das Leben beeinträchtigt, einen die Selbstzweifel plagen oder Man(n) das süße Mädchen nicht ansprechen kann ;-) dann frage ich euch:
Glaubt ihr selbst von euch das ihr schlecht seid?
Wie gesagt, ich halte die Angst erst einmal für eine wichtige Schutzfunktion! Aber wenn sie einen im Leben natürlich zu stark beeinträchtigt, wird es Zeit dagegen etwas zu tun. Da gibt es heute ne Menge Strategien, übermäßige Ängste erfolgreich abzubauen. Das hat aber nichts, absolut gar nicht damit zutun, dass man sich schlecht fühlt oder gar schlecht sei!

Alleine die Frage nach dem sich schlecht fühlen oder durch andere schlecht beurteilt zu werden, hat mit der Angst, so meine ich jedenfalls nichts direkt zutun! Das sind für mich zwei paar Schuhe!

Ich war in meiner Jugend auch eher schüchtern und zurückhaltend. Ich hatte immer gerade bei den Mädchen Schwierigkeiten, sie einfach anzusprechen und ihnen zu sagen, dass ich sie mag, die ich eben gerade besonders nett, hübsch oder attraktiv fand! Das hatte sicher etwas mit Ängsten vor Zurückweisung zutun, oder überhaupt der Angst, einem total hübschen Mädel ins Gesicht zu sagen: Ich hab mich in dich verschossen. Aber schlecht fühlte ich mich dadurch nicht. Schlecht fühlte ich mich eher dann, wenn ich meine Ängste überwunden habe und dann nen Korb bekommen habe! Sich schlecht zu fühlen oder schlecht zu sein sind im übrigen wieder zwei paar Schuhe! Du vermischst mir hier zu viel miteinander!

Ich muss nicht schlecht sein, muss nichtmal glauben, dass ich schlecht bin, nur weil ich mich schlecht fühle! Nichtmal dann, wenn ich schlecht von anderen beurteilt werde. Das man sich dabei nicht gut fühlt, ist klar. Aber dass man gleich dieses Werturteil auf sich selber anwendet, stimmt so nicht! Das kann so sein, muss es aber nicht unbedingt!
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Wer bestimmt denn was gut und schlecht ist, wenn es nichts als die subjektive Wahrnehmung bzw. Realität eines jeden einzelnen gibt. DU allein entscheidest für dich, was gut und was schlecht ist.
Ja, eben. Wenn es nichts als die subjektive Wahrnehmung gibt! Aber die gibt es eben auch nur deswegen, weil es überhaupt etwas dahinterliegendes auch geben muss, denn sonst könnten wir überhaupt nichts wahr nehmen! Wo es kein Licht gibt, können wir auch keines wahr nehmen! Also muss da etwas sein, sonst hätten wir auch keine Wahrnehmung darüber. Auch wenn das Licht in der Realität vielleicht nichts weiter als elektromagnetische Wellen sind. Und unser Gehirnkasten diese schließlich als Licht und Farben interpretiert. Und natürlich entscheidet jeder für sich selbst, was für ihn gut oder schlecht ist! Ich bin es, der sagt: Lila ist eine schöne Farbe und Schwarz mag ich nicht. Bei einem anderen kann das völlig anders sein.
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Es gibt keinen Grund sich für irgend etwas was man aus reinem Herzen, aus der Liebe heraus, tut schlecht zu fühlen. Du darfst entscheiden über alles was du bist. Niemand muss sich schlecht fühlen, für was seine Leidenschaft brennt.
Muss man auch nicht. Aber wir leben eben nicht alleine auf dieser Welt. Wenn meine Liebe zu schnellen Autos entbrennt, muss ich mich auch nicht schlecht fühlen, wenn ich einen Rennwagen klaue, weil meine Leidenschaft für diesen plötzlich entbrannte. Nur: Da ich nicht alleine auf der Welt lebe, muss ich dann eben mit den Konsequenzen leben, dass ich wegen Diebstahl bestraft werde. Klar kann ich mein Handeln jetzt aus Angst vor Strafe unterbinden und sagen: Nö, dann lass ich den Rennwagen lieber stehen. Und ich würde sogar sagen, in Abwägung zwischen meiner entbrannten Leidenschaft und meiner Vernunft ist das sogar besser. Deswegen muss ich mich nicht schlecht fühlen. Aber ich kann natürlich auch ganz nach Lust und Laune meinen Leidenschaften nachgehen und den Rennwagen klauen und damit ne Weile herum fahren. Und ich muss mich deswegen auch nicht schlecht deswegen fühlen. Nur hat das eben in einer Welt, in der ich nicht alleine lebe, dann auch seine Konsequenzen!
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Wer bestimmt also deinen Wert? Du? Oder andere?
Was bitte ist das überhaupt für eine Frage? Du fragst allen Ernstes nach dem Wert eines Menschen? Den kann man überhaupt nicht bemessen!

Aber leider wird der Mensch bewertet, bemessen. Und das wird er nunmal durch andere. Was nicht heißt, dass ich das Werturteil der anderen auch annehmen muss. Wenn also eine Frau zu mir sagt: In meinen Augen bist du mir nichts wert, dann heißt das nicht für mich, dass ich grundsätzlich nichts wert bin! Nur in den Augen eben dieser einen Frau, habe ich für Sie keinen Wert!
Zitat von SupThreeSupThree schrieb: Wenn dir dein Chef sagt, das du ein Lappen bist, fühlst du dich dann schlecht? Bestimmt, aber fühlst du dich dadurch weniger Wert? Ja? Warum? Das ist seine Meinung, so wie ihr eure habft. Aber eure Meinung zu euch selbst ist die aller wichtigste und meine Meinungen von Aussen (Andere Menschen) sind schlichtweg unwichtig. Was weiss der andere schon über dich und dein Leben.
Wie gesagt, zu glauben man sei schlecht, oder sich lediglich schlecht zu fühlen sind zwei paar Schuhe! Wenn mir jemand ein negatives Werturteil gibt, fühle ich mich schlecht. Aber vielleicht hat mein Chef ja sogar recht und ich bin für diese Tätigkeit tatsächlich ein Lappen, also nicht geeignet? Oder mein Chef mag mich persönlich nicht und ich bin für Ihn dann ein Lappen. Über mich selbst sagt das natürlich erst einmal gar nichts aus!

Wenn ich mich schlecht fühle muss ich mich aber nicht unbedingt weniger Wert fühlen! Die Meinung von einem selbst ist zwar die maßgebendere, aber die ist genauso subjektiver Natur wie die Meinung der anderen! Ich kann mich für den Weltbesten Karlsson halten und trotzdem muss das nicht wahr sein :)
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Wenn du also nach deinen Gefühlen handelst, dein bestes gibst, ein reines Gewissen und Herz hast, erfüllst du alles was dich mit der Liebe (Gott) verbindet und dann wirst du keine Angst mehr haben müssen (außer du entscheidest dich dazu ;-))

Das ist zwar ein schöner Satz, aber die gedanklichen Verknüpfungen die du hier herstellst kann ich nicht nachvollziehen! Was hat ein reines Gewissen und reines Herz damit zutun, wenn ich nach meinen Gefühlen handele? Und was hat das nun wieder damit tutun, was mich mit der Liebe zu Gott verbindet? Und was hat das damit zutun, dass ich keine Angst mehr haben müsse? Und was hat meine Angst wiederum damit zutun, ob ich mich dazu entscheide?

Wenn es rein nach meinen Gefühlen ging, könnte ich fast jede einigermaßen hübsche Frau anspringen. Ich glaube aber nicht, dass ich mich dann wirklich gut fühlen würde. Und mit einem reinen Herzen und reinem Gewissen wäre es dann auch schon aus. Gut, mein Herz würde vielleicht sagen: Ich bin halt so, ich empfinde wirklich so. Es wäre also ehrlich. Aber mein Gewissen würde mir dann schon ein paar Missemfindungen bereiten. Wobei das Gewissen ja auch konditioniert wird und erst mal gebildet werden muss und auch durch gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Werte entspprechend geprägt wird!

Und dann hätte ich doch wieder Angst, wie Gott mich denn wohl beurteilen würde, ob der das gut fände, als richtig erachtet, so wie ich mich dann verhalten würde, wenn es rein nach meinen Gefühlen ginge? :)

Klar, wir müssen keine Angst haben, aber wir haben trotzdem welche! Ein guter Zahnarzt kann mir vielleicht sagen: Du musst keine Angst vor mir haben. Aber ich hätte sie trotzdem! Aber nicht weil ich das so will, sondern weil ich vielleicht schon viele sehr schlechte und schmerzhafte Erfahrungen bei Zahnärzten gemacht habe. Die Erinnerung an die ausgestandenen Schmerzen und unangenehmen Behandlungen machen mir dann vielleicht beim nächsten Zahnarztbesuch trotzdem wieder Angst. Wie schon gesagt, das haben wir nicht wirklich unter Kontrolle, das können wir nicht willkürlich beeinflussen. Und ausserdem sagte ich ja bereits, haben Ängste auch ihren Sinn und Zweck, nämlich eine Schutzfunktion!
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Denn für dich selbst, gibt es nur deine eigene Welt (Wahrnehmung, Realität, Traum), sei dir dessen Bewusst, wenn dir jemand wieder sagen will: 'was du bist'.
Also leb deinen eigenen Traum und bald wird es der Himmel auf Erden werden :-)
Dem ersten Teil stimme ich zu, jeder lebt in seiner eigenen Welt. Nur wir leben darin eben nicht alleine! Es kann nicht jeder seine Träume leben! Und ich glaube auch nicht, dass das gut wäre. Für so manch anderen wäre der Traum des einen der reinste Albtraum. Auch hat nicht jeder die Möglichkeit seine Träume zu leben. Und vielleicht ist das auch ganz gut so. Der Himmel auf Erden ist was anderes, als seine Träume zu leben!
Denn das wäre auch nur ein Scheinhimmel, der auf Dauer so keinen Bestand hätte!

Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Das letze Thema, das ich noch kurz ansprechen will ist 'Leid'.
Warum erleben wir Leid? Wir dürfen uns doch frei entscheiden, was wir erleben?
Absolut richtig, du entscheidest was du erlebst!

Nein, wir dürfen das nicht frei entscheiden, was wir erleben! Das ist absolut falsch! Ich entscheide nicht, was ich erlebe! Ich werde in eine Welt hinein geboren, die dann so ist wie sie eben ist. Das kann ich nicht selbst entscheiden! Weder den Ort, noch die jeweiligen Zustände, auch nicht meine Eltern, Geschwister, mein Umfeld, alles das was mich später prägen wird, ist bereits vorhanden, festgelegt und ich hatte keinerlei Möglichkeiten das selbst zu entscheiden!

Es ist daher im höchsten Grade Menschenverachtend in meinen Augen, zu behaupten, der Mensch entscheide selbst, was er erlebt und damit auch erleidet! Das ist ein Fußtritt ins Gesicht, für jedes Opfer von Leid! Du kannst doch nicht einfach behaupten, wer in der dritten Welt als Hungerleider geboren wird, hat das selber so entschieden? Oder wer Opfer von Gewalt geworden ist, habe das selber so entschieden? Wie begründest du so eine Behauptung eigentlich?
Zitat von SupThreeSupThree schrieb: Die Frage ist, wenn du kein Leid erleben willst ... was willst du sonst erleben? Was anderes? Okay aber woher weisst du denn, bei welchen Augenblicken du kein Leid empfindest?
Genau! Das weisst du immer erst, nachdem es schon geschehen ist. Wenn du z.B. geschlagen wirst, dann sehnst du dich nach körperlicher unversehenheit. Jetzt, wo du geschlagen wurdest, weisst du wie gut es sich anfühlt nicht geschlagen zu werden.
Bei dem Leid handelt es sich um einen Lebensprozess des erkennens. Durch jedes Leid das du erfährst kennst du einen weiteren Punkt der dein Leben schöner macht: Sein Gegenteil.
Das wiederum sehen ich ähnlich wie Du. Wenn man niemals je Leid erfahren hätte, wüsste man auch nicht, was das ist. Und hat man Leid erfahren, sehnt man sich verständlicherweise nach dem Gegenteil davon. Ich würde daher sagen, das Leid gehört wohl zum Leben dazu, ob man das will oder nicht. Jeder wird es auf die eine oder andere Weise wohl oder übel erfahren. Das bringt das Leben halt so mit sich. Und es gehört zum Lebensprozess des Erkennens wohl irgendwie dazu. Aber das entscheidet mehr oder weniger das Leben, die Lebensumstände, aber das kann man großenteils nicht selbst entscheiden!
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Ab jetzt kannst du dich mit deinen Gedanken und deiner inneren Wahrheit entscheiden, ob du dieses oder jenes Leid erleiden willst.
Nein, kann man nicht! Du kannst das nicht für dich im Voraus entscheiden: Ich will nie wieder Zahnschmerzen haben! Klar, den Wunsch kannst du haben. Du kannst dir auch vornehmen die Zähne immer gründlich zu putzen und keine Süßigkeiten mehr zu essen. Aber trotzdem kann es sein, dass du irgendwann doch mal Zahnschmerzen bekommst. Und sei es aus einem ganz anderen Grunde, weil dir jemand in die Schnauze haut und dir ein Zahn dabei abbricht. Auch das hast du ja nicht selber so entschieden! Es ist dir passiert. Und jetzt erzähl mir nicht, man wollte das ja so!
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Das ist jetzt natürlich eine Glaubensfrage. Woher will ich das wissen? Alles nur Wunschdenken!
Das frag ich mich allerdings auch. Woher willst du das wissen?
Und ja ich komme zu dem Schluss: Alles nur Wunschdenken :)
Obwohl du ein paar durchaus Diskussionswürdige Aspekte in deinem Eingangstext hast!


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

27.02.2015 um 19:07
@Nicolaus
Selten einen so differenzierten und umfassenden post gelesen, der einen etwas überschwenglichen EP derart gründlich und substantiiert auseinandernimmt.
Kompliment. :)


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

27.02.2015 um 22:08
@fraterport

Och naja, jetzt übertreib mal nicht :)
Aber Dankeschön!

Ich finde, dass der Eingangspost des Threaderstellers noch ne Menge Inhalt in sich birgt, worüber es sich durchaus lohnt, weiter zu diskutieren. Das auf jeden Fall. Auch wenn ich nicht mit allem was er so schreibt, konform gehe.


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

01.03.2015 um 01:20
@fraterport (OT)
Zitat von fraterportfraterport schrieb:Selten einen so differenzierten und umfassenden post gelesen, der einen etwas überschwenglichen EP derart gründlich und substantiiert auseinandernimmt.
Kompliment. :)
Hätte ich gewusst das es hier darum geht, leute auseinander zu nehmen, hätte ich gar keine Diskussion gestartet sondern direkt mit deinen Posts ein Battle gestartet ... fraterport :D :D
Denn dein Kompliment an Nicolaus spiegelt nur deine frustrierte Sehnsucht, auch endlich etwas spirituelles zu erleben um in diesem Forum deinen Platz zu finden und mitzureden :P (kleiner Spass, nicht ernst nehmen :D)

@tic
Zitat von tictic schrieb:ohne jetzt trollen zu wollen, aber sag das nicht uns, sag das den dritte Welt Menschen ;)
dann geht es ihnen endlich besser, is ja alles so leicht, sie brauchen sich ja blos für nen schönes Leben entscheiden ;)
Missionieren ist nicht meine Berufung :D Probier du es doch, wenn es dir so wichtig ist.
Erklär mir doch wenigstens, aus welchen Gründen du meinen Text ins lächerliche ziehen willst, denn...

...du sagst "is ja alles so leicht" und das zeigt mir, das dein Leben leicht ist? Deine Innere Einstellung ist also "Das Leben ist hart"? Das würde mir einiges erklären ;) ;)

@all
Aber zurück zum Thema.
Danke Nicolaus für deinen Beitrag, Einwände, Kritik, Lob und das in einem einzigen Post ;)
Fangen wir an:
SupThree schrieb:
Zuvor möchte ich erwähnen, das ich bei meinen Aussagen das Verständnis vorraussetze, das jeder einzelne von uns seine eigene persönliche Realität bzw. Leben hat.
Das heisst, es gibt nicht DIE Realität, die für uns alle gilt. Sondern es gibt nur unsere eigene subjektive Wahrnehmung auf diese Realtät.
Jein! Es gibt schon eine Realität, denn sonst würden wir gar nichts subjektiv wahrnehmen können! Denn auch wenn sich unsere subjetiv wahrgenommene Welt in unserem Bewusstsein befindet und wir keine andere kennen, so muss es dennoch eine Welt da draussen ausserhab unserer Wahrnehmung geben, da unsere Wahrnehmung aus dieser resultiert! Es kann aber sein, dass es eine ganz andere Welt ist, als die, die wir glauben, zu erleben.
Vielleicht ungünstig formuliert, ja. Bezogen war meine Aussage darauf, das es nicht "eine Wahre Realität" gibt, an der sich alle unsere Geistigen-Gedanken-Konstrukte messen. Alles was für UNS selbst plausibel klingt, IST auch Wahr. Denn niemand kann einen Anspruch auf die alleinige Wahrheit geltend machen. Alles sind nur (Hilfs-)Modelle. Hoffe es ist nun klarer, wie ich es gemeint habe.
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Damit bastelst du dir aber auch nur wieder deine eigene Welt, indem du gewisse Voraussetzungen erdenkst, unter denen sie dann entsprechend funktioniert :)
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Das sind wieder so schöne juristische Ausschlussklauseln, mit denen man sich zwar selbst das Recht heraus nehmen will, etwas zu sagen, aber dann keine weitere Verantwortung mehr für das in die Welt gesetzte Wort übernehmen will!
Ja ganz genau :D Doch was ist daran Schlimm? Es geht doch in meinem Post unter anderem genau darum zu erkennen, das man sich die Realität und sein Leben genau so auslegen darf, wie man will :D
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Auch wenn es letztlich immer die Eigeninterpretation des Wortes ist, was man liest oder hört, so entbindet einem das nicht vor der Verantwortung, wenn man Worte in die Welt setzt!
Da gebe ich dir Recht. Jeder trägt selbst die Verantwortung für seine Worte und Taten.
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Du willst dir hier alle Freiheit der Welt heraus nehmen und schreiben was du willst, aber was deine Worte für eine mögliche Wirkung bei einem anderen hervorruft, davon willst du dich dann aus der Verantwortung stehlen! Ich finde das ist sehr sehr unfair!
Ja nehme ich mir :) Und ja ich schreibe was ich will.
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Wenn du jemandem sagst: Morgen stirbst du! Und dieser jemand ist daraufhin so verängstigt und verunsichert, dass er genau deswegen dann stirbt, weil er völlig nervös und unruhig über DEINE Wort geworden ist, dass ihm ein Missgeschick nach dem anderen widerfährt und er so schließlich ungewollt umkommt, dann bist DU mitverantwortlich, weil DU ihn innerlich so zugerichtet hast durch deine Worte! Dann zu sagen: Hättest mir ja nicht glauben brauchen, hab ich dir doch gesagt, finde ich verantwortungslos!
Fatal waren in deinem Beispiel nicht meine Worte, sondern das Versäumnis der Gesellschaft, dem armen Toten zu erklären, über was für Dinge er sich lieber hätte bewusst werden sollen. Du verstehst?

Aber vielmehr ist dein Beispiel eine Frage der Moral. Und es würde gegen mein Gewissen verstoßen, jemandem Todesangst zu machen. Ich bin mir über die Macht von Wort und Tat bewusst, aber ich trage nur die Verantwortung für mein Leben. Für kein anderes.
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Also zwischen Angst und Hass sehe ich aber schon noch einen Unterschied. Hass ist der Gegenpol zur Liebe. Aber Angst ist etwas anderes. Angst ist lediglich eine Blockade, oder eine besondere Form von Abneigung. Vielleicht kann man es so ausdrücken: Alles Handeln lässt sich auf Zuneigung oder Abneigung zurück führen.
Angst ist nicht nur lediglich eine Blockade. Angst ist DAS mittel zum Zweck der Macht überhaupt. Angst ist das, was es zu überwinden gilt, um seiner Seelenerfüllung/Selbstbewusstsein näher zu kommen. In meinen Augen degradierst du die Angst zu etwas nebensächlichem. Und das ist es nicht.
Denn überleg mal allein wie die Gesellschaft in der wir Leben aufgebaut ist? Wie wird die Macht ausgeübt? Auf Basis der (nächsten) Liebe? Solidarität? .... Oder ist es etwa was anderes? ;)
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Entweder haben wir ein positives Gefühl bei einer Sache, dann treibt uns das zum Handeln an. Oder wir haben ein negatives Gefühl bei einer Sache, dann stößt uns das ab, blockiert uns oder hält uns sogar gänzlich davon ab, etwas zu tun.
In diesem Punkt gebe ich dir kein Recht. Wenn wir uns im Zuge eines schlechten Gefühls eines handeln verweigern. Dann ist dieses verweigern, ebenfalls eine Handlung zur selben Ausgangssituation.
Aber das klingt mir wie "Definitionssache" und ist nicht wesentlich.
Viel wichtiger ist zu verstehen, ob das schlechte Gefühl das wir bei einer Situation (besseres Wort: Augenblick) erhalten durch unser Ego erzeugt wurde oder aus einer anderen Quelle (Gott, Universum, Energie, Leben) stammt.
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Natürlich erlernen wir alles nur so wie es scheinbar ist, so wie es die anderen wahr nehmen und ebenso erlernt und erfahren haben. Niemand weiß, wie die Welt wirklich ist! Woher will man das auch wissen? Man kann nur wahrnehmen und seine Rückschlüsse daraus bilden, sprich interpretieren. Ob das alles wahr und richtig ist, weiß niemand! Deswegen heißt das aber nicht, dass wir alles akzeptieren und alles glauben, was uns beigebracht wird. Ja zunächst einmal ist das so, aber im Laufe der Jahre bleibt das natürlich nicht so. Dann beginnen wir auch zu hinterfragen, werden kritischer und fangen schließlich an uns unsere eigene Meinung zu "bilden".
Klar, richtig.
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Nicht unbedingt. Kinder können auch ganz schön bockig und wütend sein. Die sind nicht nur voll von Liebe und wollen, dass es allen Menschen gut geht. Das ist mir ein wenig zu sehr idealisiert.
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Das ist auch nur ein vorübergehender Zustand. Irgendwann sind wir nicht mehr so ehrlich und irgendwann denken wir auch darüber nach, dass und auf welche Weise unser Handeln Konsequenzen mit sich bringt.
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Es gibt aber auch Kinder, die brabbeln und brüllen dann erst Recht! Entweder aufgrund es erfahrenen Schmerzes der Ablehnung oder aus Lust daran!
Das ist klar, aber es ging ja darum mein beispiel zu verdeutlichen. Um die Absicht meines Textes zu verdeutlichen. Da können nicht alle Möglichkeiten berücksichtigt werden ;)
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Ja ich gebe dir recht, wir als Erwachsene sind viel zu gehemmt im Hinblick auf das was wir so tun, wir sind viel zu angepasst an den gesellschaftlichen Konsens, aber ich weiß nicht ob das mit Angst zutun hat? Und du hast in deinem letzten Satz selber geschrieben, wir halten uns absichtlich zurück in unserem Verhalten! Also es bezieht sich nicht, wie du ursprünglich geschrieben hast auf unsere Gefühle, sondern auf unser Verhalten!
Na klar hat es was mit Angst zu tun. Nenn mir ein Beispiel, das sich nicht auf Angst im Ursprung zurück verfolgen lässt.
Und Doch es bezieht sich auf die Gefühle, weil sie der Auslöser für unser Verhalten sind bzw. wären. Unser Verstand sorgt dafür das wir uns absichtlich zurück halten. Doch gäbe es ein Gefühl nicht, das uns zu einem bestimmten Verhalten anleiten würde, könnte unser Verstand uns doch gar nicht erst zurück halten.

Hierachie: Gefühle->Interpretation->(Verstand)->Handeln
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Was bitte ist das überhaupt für eine Frage? Du fragst allen Ernstes nach dem Wert eines Menschen? Den kann man überhaupt nicht bemessen!
Stilmittel um einen bestimmten Menschenkreis anzusprechen ;) Ist doch logisch -.-
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Aber leider wird der Mensch bewertet, bemessen. Und das wird er nunmal durch andere. Was nicht heißt, dass ich das Werturteil der anderen auch annehmen muss. Wenn also eine Frau zu mir sagt: In meinen Augen bist du mir nichts wert, dann heißt das nicht für mich, dass ich grundsätzlich nichts wert bin! Nur in den Augen eben dieser einen Frau, habe ich für Sie keinen Wert!
Aber es gibt Menschen die so denken und die sich (hoffentlich) dann dessen bewusst werden, wenn sie das Lesen, das sie ihren Wert selbst bestimmen dürfen.
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Natürlich unterdrücken wir leider auch allzuoft unsere Gefühle. Wir fangen nicht urplötzlich irgendwo an zu weinen, nur weil uns danach ist, sondern wir versuchen dann lieber unsere Fassung zu wahren, wenn wir denken es ist unpassend
So und ich behaupte es wäre das SINNVOLLSTE (für den Seelenfrieden und der Erfüllung seines Lebens) in genau dieser Situation anzufangen zu weinen, weil uns danach ist. Du versuchst nur die Fassung zu wahren, weil du Angst hast dein 'Gesicht' zu verlieren. Du hälst dich zurück weil die Gesellschaft diktiert, (als Mann) zu weinen hat man im stillen. Oder welcher Grund auch immer. Doch finden kannst du den Grund immer basierend auf deinem Ego. Du willst nicht das Menschen schlecht von dir denken. Dich für schwach halten. Oder sonst eine 'falsche' Meinung zu erhalten.
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Wenn es rein nach meinen Gefühlen ging, könnte ich fast jede einigermaßen hübsche Frau anspringen. Ich glaube aber nicht, dass ich mich dann wirklich gut fühlen würde. Und mit einem reinen Herzen und reinem Gewissen wäre es dann auch schon aus. Gut, mein Herz würde vielleicht sagen: Ich bin halt so, ich empfinde wirklich so. Es wäre also ehrlich. Aber mein Gewissen würde mir dann schon ein paar Missemfindungen bereiten. Wobei das Gewissen ja auch konditioniert wird und erst mal gebildet werden muss und auch durch gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Werte entspprechend geprägt wird!
Ja und wo ist nun das Problem? ^^
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Und dann hätte ich doch wieder Angst, wie Gott mich denn wohl beurteilen würde, ob der das gut fände, als richtig erachtet, so wie ich mich dann verhalten würde, wenn es rein nach meinen Gefühlen ginge? :)
<Kommentar mit nachfolgendem Zitat verknüpft>
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Das ist zwar ein schöner Satz, aber die gedanklichen Verknüpfungen die du hier herstellst kann ich nicht nachvollziehen! Was hat ein reines Gewissen und reines Herz damit zutun, wenn ich nach meinen Gefühlen handele? Und was hat das nun wieder damit tutun, was mich mit der Liebe zu Gott verbindet? Und was hat das damit zutun, dass ich keine Angst mehr haben müsse? Und was hat meine Angst wiederum damit zutun, ob ich mich dazu entscheide?
Okay sorry, wenn die Verknüpfungen fehlten bzw. nicht ersichtlich waren :)
Ich erkläre dir meine Welt. Denn wie du gut erkannt hast, leg ich sie mir zurecht, wie es mir gefällt.
Da meine Erklärung ein eigenen Thread Wert ist, kannst du sie hier nachlesen:
(M)Ein Weg zu einem schöneren Leben

Aber Antworten und Kommentare bitte in den jeweiligen Threads lassen bitte

Gruß,
Sup


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

01.03.2015 um 01:25
wollt dein Text nicht ins lächerliche ziehen @SupThree hab nur meine Meinung dazu geschrieben ohne dich angreifen zu wollen..

hat auch nen bisschen was von "jeder hat sein Leben selbst in der Hand" und da bin ich teilweise völlig anderer Meinung, deshalb der Spruch mit Dritte Welt Menschen..


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

01.03.2015 um 01:29
@tic
Alles gut. War doch auch gar nicht böse aufgefasst :D
Welche Meinung hast du denn im Bezug auf "Jeder hat sein Leben selbst in der Hand"?


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

01.03.2015 um 01:30
@SupThree

Danke für dein Feedback zu meinem Post. Ich werde dir Morgen antworten, wenns Recht ist, weil es wieder sehr umfangreich ist und es ist schon spät.

Nur eines: Ich wollte nicht Dich auseinandernehmen, sondern nur deinen Text. Ich denke, du kennst den Unterschied :)

Und es ist nicht einmal böse gemeint gewesen von mir, es ist halt meine Art, Dinge und Sachverhalte auseinander zu nehmen, aber keine Menschen!


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

01.03.2015 um 01:33
@Nicolaus
Ja klar, ich freu mich schon drauf. Hab auch vier Stunden an meine beiden Texte gesessen :P Kenne das
Und wie bereits zu tic gesagt: Das war auch eher mit einem Augenzwinkern zu sehen :D


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

01.03.2015 um 07:18
@SupThree
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Hätte ich gewusst das es hier darum geht, leute auseinander zu nehmen, hätte ich gar keine Diskussion gestartet sondern direkt mit deinen Posts ein Battle gestartet ... fraterport :D :D
Denn dein Kompliment an Nicolaus spiegelt nur deine frustrierte Sehnsucht, auch endlich etwas spirituelles zu erleben um in diesem Forum deinen Platz zu finden und mitzureden :P (kleiner Spass, nicht ernst nehmen :D)
Wie @Nicolaus schon richtig erkannt hat, ich sprach davon, einen Text auseinanderzunehmen, einen EP=Eingangspost. Und ich habe das im Gegensatz zu Dir freundlich formuliert. Denn ich bin mir der Macht meiner Worte bewusst und übernehme auch Verantwortung dafür. Damals habe ich noch "etwas überschwenglich" geschrieben. Mittlerweile scheint mir "von superbia triefend" angebrachter.


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

01.03.2015 um 13:10
@SupThree

Es gibt schon eine Realität, denn sonst würden wir gar nichts subjektiv wahrnehmen können!...
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Vielleicht ungünstig formuliert, ja.
Ja, etwas ungünstig formuliert.
Zitat von SupThreeSupThree schrieb: Bezogen war meine Aussage darauf, das es nicht "eine Wahre Realität" gibt, an der sich alle unsere Geistigen-Gedanken-Konstrukte messen. Alles was für UNS selbst plausibel klingt, IST auch Wahr. Denn niemand kann einen Anspruch auf die alleinige Wahrheit geltend machen. Alles sind nur (Hilfs-)Modelle. Hoffe es ist nun klarer, wie ich es gemeint habe.
Und da möchte ich dir widersprechen: Doch, es muss eine wahre Realität geben, aus der wir dann unsere subjektive eigene Realität in unserem Bewusstsein erst bilden!

Nur niemand kennt diese eine wahre Realität. Wir kennen alle nur unsere eigene, subjektive Realität die wir durch unser Bewusstsein gebildet haben.

Alles was wir wahr nehmen, ist daher für uns auch wahr. Das gilt aber nur für den jeweils Wahrnehmenden. Wie es wirklich ist, wissen wir nicht!
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Grundsätzlich heisst das nun für meinen Text, und das gilt allgemein auch für jeden Text den ihr lest, das ich keinen Anspruch auf die Wahrheit erhebe, sondern der Leser allein für die Interpretation verantwortlich ist.
Das sind wieder so schöne juristische Ausschlussklauseln, mit denen man sich zwar selbst das Recht heraus nehmen will, etwas zu sagen, aber dann keine weitere Verantwortung mehr für das in die Welt gesetzte Wort übernehmen will!
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Ja ganz genau :D Doch was ist daran Schlimm?
Das habe ich dir in einem etwas überspitzen Beispiel oben in meinem ersten Beitrag an Dich gezeigt.

Du willst dir hier alle Freiheit der Welt heraus nehmen und schreiben was du willst, aber was deine Worte für eine mögliche Wirkung bei einem anderen hervorruft, davon willst du dich dann aus der Verantwortung stehlen! Ich finde das ist sehr sehr unfair!
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Ja nehme ich mir :) Und ja ich schreibe was ich will.
Das kannst du ja auch ruhig. Ich wäre der letzte, der dir etwa vorschreiben wollte, was du zu schreiben hast und was nicht. Aber man muss dann auch die Verantwortung für das was man geschrieben hat, übernehmen. Und das heißt auch, sich darüber im Klaren sein, was dein oder auch mein Geschreibsel für Wirkungen bei anderen hervorrufen kann. Darum ging es mir.

Daher habe ich dir folgendes, etwas überspitztes Beispiel gegeben:

Wenn du jemandem sagst: Morgen stirbst du! Und dieser jemand ist daraufhin so verängstigt und verunsichert, dass er genau deswegen dann stirbt, weil er völlig nervös und unruhig über DEINE Wort geworden ist, dass ihm ein Missgeschick nach dem anderen widerfährt und er so schließlich ungewollt umkommt, dann bist DU mitverantwortlich, weil DU ihn innerlich so zugerichtet hast durch deine Worte! Dann zu sagen: Hättest mir ja nicht glauben brauchen, hab ich dir doch gesagt, finde ich verantwortungslos!
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Fatal waren in deinem Beispiel nicht meine Worte, sondern das Versäumnis der Gesellschaft, dem armen Toten zu erklären, über was für Dinge er sich lieber hätte bewusst werden sollen. Du verstehst?
Doch, deine Worte wären in diesem Beispiel fatal! Die Gesellschaft und ihre Versäumnisse spielen hierbei keine Rolle. Es geht in erster Linie nur um den Schreiber solcher Worte und dem Leser dieser Worte. Es geht um den Sender und den Empfänger und die Botschaft, nicht um die Gesellschaft und deren Verantwortung oder deren Versäumnisse!
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Aber vielmehr ist dein Beispiel eine Frage der Moral. Und es würde gegen mein Gewissen verstoßen, jemandem Todesangst zu machen. Ich bin mir über die Macht von Wort und Tat bewusst, aber ich trage nur die Verantwortung für mein Leben. Für kein anderes.

Nein, es ist eine Frage nach der Verantwortung. Und so wie im übrigen auch immer der Verursacher die Verantwortung trägt in allen anderen Dingen, so trägt auch der Verursacher von Worten zumindest eine Mitveranwortung. Keine alleinige, da auch der Leser eine Eigenverantwortung trägt, wie er mit dem Gelesenen umgeht.

Aber es ist schon in Ordnung, wenn du gar nicht die Absicht hast, mit deinen Worten jemanden in Todesangst zu versetzen und so etwas gegen dein Gewissen verstößt. Nur mit dem letzten Satz bin ich nicht ganz einverstanden. Du trägst in erster Linie natürlich Verantwortung für dein Leben. Aber da wir nun einmal nicht alleine auf der Welt sind, tragen wir in zweiter Linie auch eine Mitverantwortung für andere.

Ich muss mich zwar nicht selber in Lebensgefahr begeben, wenn ein anderer in Lebensgefahr ist, um diesem zu helfen. Aber ich kann ihn auch nicht einfach liegen lassen! Und wenn ich selber nicht in der Lage bin, ihm zu helfen oder dadurch mein eigenes Leben gefährde, bin ich gesetzlich verpflichtet, Hilfe zu holen. Anderenfalls kann mir das als unterlassene Hilfeleistung strafrechtlich angelastet werden. Und ich meine, wir haben auch eine rein moralische Verpflichtung anderen gegenüber, nicht nur uns selbst gegenüber. Das allerdings hängt auch wieder von der jeweiligen Persönlichkeit des einzelnen ab. Nicht jeder ist in jedem Falle dazu in der Lage.



Also zwischen Angst und Hass sehe ich aber schon noch einen Unterschied. Hass ist der Gegenpol zur Liebe. Aber Angst ist etwas anderes. Angst ist lediglich eine Blockade, oder eine besondere Form von Abneigung. Vielleicht kann man es so ausdrücken: Alles Handeln lässt sich auf Zuneigung oder Abneigung zurück führen.
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Angst ist nicht nur lediglich eine Blockade. Angst ist DAS mittel zum Zweck der Macht überhaupt. Angst ist das, was es zu überwinden gilt, um seiner Seelenerfüllung/Selbstbewusstsein näher zu kommen. In meinen Augen degradierst du die Angst zu etwas nebensächlichem. Und das ist es nicht.
Denn überleg mal allein wie die Gesellschaft in der wir Leben aufgebaut ist? Wie wird die Macht ausgeübt? Auf Basis der (nächsten) Liebe? Solidarität? .... Oder ist es etwa was anderes? ;)
Da gebe ich dir recht!
Aber wir sprechen hier, glaube ich von zweierlei Aspekten der Angst. Einmal über die eigene Angst, also die persönliche, negative Empfindung. Und einmal über diejenigen, die sich diese Ängste als Machtinstrumente für ihre eigenen Zwecke zu nutze machen.


Entweder haben wir ein positives Gefühl bei einer Sache, dann treibt uns das zum Handeln an. Oder wir haben ein negatives Gefühl bei einer Sache, dann stößt uns das ab, blockiert uns oder hält uns sogar gänzlich davon ab, etwas zu tun.
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:In diesem Punkt gebe ich dir kein Recht. Wenn wir uns im Zuge eines schlechten Gefühls eines handeln verweigern. Dann ist dieses verweigern, ebenfalls eine Handlung zur selben Ausgangssituation.
Das ist Definitionssache. Wenn du eine verweigerte Handlung ebenso als Handlung bezeichnest, nur mit negativem Vorzeichen, hast du Recht. Wenn man von Aktiv und Passiv spricht, in Bezug auf eine Handlung, dann ist eine passive Handlung durch Unterlassung aber eben keine Handlung und dann hätte ich wieder recht. Nun, mir geht es gar nicht ums Recht. Mir geht es nur um das Prinzip als solches. Also worauf wollen wir uns einigen? Ich denke wir können aber sagen: Ob negative oder positive Gefühle, es sind immer unsere Gefühle, die uns entweder zu einer Handlung annimieren oder eben davon abhalten. - Wenn, ja wenn die Ratio oder die Vernunft uns nicht dazwischen funkt. Denn diese wird uns so manchesmal auch entgegen unseren Gefühlen, wie immer diese auch sind, zu einer Entscheidung verleiten, etwas trotz Angst zu tun, oder trotz einer gewissen Euphorie etwas nicht zutun. Weil unsere Vernunft sagt: Trotzdem :)
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Viel wichtiger ist zu verstehen, ob das schlechte Gefühl das wir bei einer Situation (besseres Wort: Augenblick) erhalten durch unser Ego erzeugt wurde oder aus einer anderen Quelle (Gott, Universum, Energie, Leben) stammt.
Ich denke, unsere Gefühle werden von und durch uns selbst erzeugt. Seien es angenehme Gefühle oder auch unangenehme. Niemand anderer kann das, ausser wir selbst!

Aber: Den Anlass zur Bildung eines Gefühles in uns kann ein äusserer sein und ist es in der Regel sogar!

Beispiel Spinnenphobie: Wenn plötzlich eine dicke Spinne vor einem herkrabbelt, dann ist es ja nicht die Spinne, die einem Angst einjagt, sondern man selbst erzeugt in dem Moment die Angst vor der Spinne. Die Spinne weiß davon überhaupt nichts und hatte auch keine übernatürlichen Fähigkeiten, jemandem Angst zu machen. Das machen ist Sache dessen, der dann im Anschluss auch noch durch seine selbst erzeugte Angst darunter leidet. Damit hat die Spinne aber gar nichts zutun! Sie war lediglich der Auslöser der Angst!


Ja ich gebe dir recht, wir als Erwachsene sind viel zu gehemmt im Hinblick auf das was wir so tun, wir sind viel zu angepasst an den gesellschaftlichen Konsens, aber ich weiß nicht ob das mit Angst zutun hat? Und du hast in deinem letzten Satz selber geschrieben, wir halten uns absichtlich zurück in unserem Verhalten! Also es bezieht sich nicht, wie du ursprünglich geschrieben hast auf unsere Gefühle, sondern auf unser Verhalten!
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Na klar hat es was mit Angst zu tun. Nenn mir ein Beispiel, das sich nicht auf Angst im Ursprung zurück verfolgen lässt. Und Doch es bezieht sich auf die Gefühle, weil sie der Auslöser für unser Verhalten sind bzw. wären. Unser Verstand sorgt dafür das wir uns absichtlich zurück halten. Doch gäbe es ein Gefühl nicht, das uns zu einem bestimmten Verhalten anleiten würde, könnte unser Verstand uns doch gar nicht erst zurück halten.

Hierachie: Gefühle->Interpretation->(Verstand)->Handeln
Ja da hast du im Grunde doch wohl Recht. Nur lässt sich immer auch ein Beispiel finden, wo nicht die Angst als negatives Gefühl, sondern durchaus auch ein positives Gefühl ebenso als Ursprung für eine Handlung zurück verfolgen lässt. Es muss daher nicht immer die Angst sein!

Beispiel: Es läuft einem ein wunderhünsches Mädel über den Weg und man ist hin und weg. Dann überkommt einem ein euphorisches, positives Gefühl und dieses kann genauso der Ursprung für ein daraus resultierendes Handeln sein, indem derjenige dann sagt: Die will ich um jeden Preis kennen lernen, also spreche ich sie mal an.

Es kann natürlich sein, dass wir das wunderhübsche Mädchen nicht ansprechen. Wenn unser Verstand sagt: Ich trau mich nicht, vielleicht bekomme ich einen Korb? Dann wäre wieder die Angst im Spiel. Aber das muss ja nicht zwangsläufig immer der Fall sein.

Ich denke, es spielen immer die Gefühle eine Rolle dabei, seien sie positiver oder negativer Natur und genauso spielt der Verstand eine Rolle dabei, wie man sich letztlich entscheidet, etwas zu tun oder zu lassen, als abwägende Instanz. Was ist mir wichtiger? Das Mädchen kennen zu lernen, oder die Angst, einen Korb zu bekommen? Und diese abwägende Instanz gibt dann letztendlich den Ausschlag, wie wir handeln.


Aber leider wird der Mensch bewertet, bemessen. Und das wird er nunmal durch andere. Was nicht heißt, dass ich das Werturteil der anderen auch annehmen muss. Wenn also eine Frau zu mir sagt: In meinen Augen bist du mir nichts wert, dann heißt das nicht für mich, dass ich grundsätzlich nichts wert bin! Nur in den Augen eben dieser einen Frau, habe ich für Sie keinen Wert!
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Aber es gibt Menschen die so denken und die sich (hoffentlich) dann dessen bewusst werden, wenn sie das Lesen, das sie ihren Wert selbst bestimmen dürfen.
Ok, das ist ein Argument!
Wobei mir dazu eingefallen ist: Nach welchen Kriterien fällt eigentlich das eigene Werturteil aus? Warum finde ich mich zB. gut oder schlecht? Ziehe ich für mein eigenes Werturteil nicht auch oftmals Vergleiche mit anderen hinzu? Also sobald ich mich mit jemand anderem vergleiche, bewerte ich mich selbst und damit wiederum ist sogar mein eigenes Werurteil abhängig von den anderen. Nicht, indem was sie über mich sagen, sondern indem ich mich mit ihnen vergleiche. Wie will man auch sonst ein eigenes Werturteil über sich fällen können, ohne einen Vergleich zu haben? Vor allem bei differenzierteren Betrachtungen. Ich kann mich gut finden oder schlecht. Das sagt aber an sich nichts aus. Ich kann im Vergleich zu meinem Nachbarn mit Blumen besser umgehen oder mein Nachbar kann das besser, ist schon differenzierter. Aber dazu brauche ich den anderen, sonst kann ich meine Fähigkeiten doch gar nicht einschätzen.


Natürlich unterdrücken wir leider auch allzuoft unsere Gefühle. Wir fangen nicht urplötzlich irgendwo an zu weinen, nur weil uns danach ist, sondern wir versuchen dann lieber unsere Fassung zu wahren, wenn wir denken es ist unpassend
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:So und ich behaupte es wäre das SINNVOLLSTE (für den Seelenfrieden und der Erfüllung seines Lebens) in genau dieser Situation anzufangen zu weinen, weil uns danach ist. Du versuchst nur die Fassung zu wahren, weil du Angst hast dein 'Gesicht' zu verlieren. Du hälst dich zurück weil die Gesellschaft diktiert, (als Mann) zu weinen hat man im stillen. Oder welcher Grund auch immer. Doch finden kannst du den Grund immer basierend auf deinem Ego. Du willst nicht das Menschen schlecht von dir denken. Dich für schwach halten. Oder sonst eine 'falsche' Meinung zu erhalten.
Auch da gebe ich dir wieder Recht. Im Grunde genommen wäre es für einen selbst das beste, seinen Gefühlen freien Lauf zu geben. Das können wir uns aber nicht immer leisten. Bzw. dann wägen wir wieder mittels unseres Verstandes ab: Wie sieht das jetzt aus, wenn ich anfange zu weinen? Was sollen die anderen dann von mir denken?

Anderes Beispiel: Jemand ist stinkwütend und würde am liebsten aus innerer, sehr zorniger Erregung alles um sich herum kurz und klein schlagen oder einen anderen verprügeln, weil ihm jetzt danach ist, weil der andere ihn übelst beleidigt hat. Es wäre zwar tatsächlich für diesen selbst besser, er würde seiner Wut freien Lauf lassen. Aber wir leben eben nunmal nicht alleine auf der Welt. Für den anderen wäre das fatal! Denn der andere würde dann u.U. zu Tode geprügelt werden, wenn man einfach so seinen Gefühlen freien Lauf liesse! Und das ist dann wieder gar nicht so gut! Weder für den anderen, noch für einen selbst, denn anschließend wird man mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen.

Und in diesem Zusammenhang möchte ich nochmal auf unsere Mitverantwortung auch den anderen gegenüber erinnern! Wir leben eben nicht alleine auf der Welt, nicht nur für uns selbst! Wir können nicht einfach immer unseren Gefühlen freien Lauf lassen. Es wäre nicht gut! Weder für uns selbst, noch für andere!

Wenn es rein nach meinen Gefühlen ging, könnte ich fast jede einigermaßen hübsche Frau anspringen.
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Ja und wo ist nun das Problem? ^^
Dass das nicht jede Frau gut fände! Einige würden sich dann sicherlich von mir belästigt fühlen. Wie schon gesagt, wir leben eben nicht alleine auf der Welt. Also muss man auch abwägen. Schließlich haben wir unseren Verstand ja nicht umsonst, sondern um ihn auch sinnvoll zu benutzen! Ich sehe diesen meinen Verstand gar nicht mal so als Hindernis, sondern als Helfer. Denn was würde mich, wenn ich nur nach meinen Gefühlen leben würde, von einem Tier, das auch nur nach seinem Trieb leben kann, unterscheiden? Tiere können nicht anders. Menschen schon.
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Ich erkläre dir meine Welt. Denn wie du gut erkannt hast, leg ich sie mir zurecht, wie es mir gefällt.
Das ist das Pippi Langstrumpf-Motto :)
Solange du damit glücklich bist und deine Welt, die Welt der anderen nicht schädigt, ist daran auch nichts auszusetzen.
Da meine Erklärung ein eigenen Thread Wert ist, kannst du sie hier nachlesen:
Diskussion: (M)Ein Weg zu einem schöneren Leben
Ja, nur ist dieser Thread leider inzwischen geschlossen worden. Was ich im übrigen sehr bedauerlich finde.


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

01.03.2015 um 16:15
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Welche Meinung hast du denn im Bezug auf "Jeder hat sein Leben selbst in der Hand"?
es gibt immer Einflüsse die man nicht steuern kann, der eine bekommt mehr davon ab, der andere weniger, man kann zwar versuchen immer das beste draus zu machen aber aus einer Situation wirklich ausbrechen und weiter kommen schaffen/machen die wenigsten, und da find ich spielen bei manchen Menschen die Äußeren, nicht steuerbaren Einflüsse ne Rolle, bei manchen so ne große das sie es nicht wirklich in der Hand haben..


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

01.03.2015 um 17:28
@tic
Ja klar das sehe ich auch so wie du, es gibt Faktoren, die in der Gleichung zum steuern seines Lebens unbekannt sind.

@Nicolaus
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Beispiel Spinnenphobie: Wenn plötzlich eine dicke Spinne vor einem herkrabbelt, dann ist es ja nicht die Spinne, die einem Angst einjagt, sondern man selbst erzeugt in dem Moment die Angst vor der Spinne. Die Spinne weiß davon überhaupt nichts und hatte auch keine übernatürlichen Fähigkeiten, jemandem Angst zu machen. Das machen ist Sache dessen, der dann im Anschluss auch noch durch seine selbst erzeugte Angst darunter leidet. Damit hat die Spinne aber gar nichts zutun! Sie war lediglich der Auslöser der Angst!
Und mittlerweile gehe ich genau davon aus :D Gib diesem Ansatz wenigstens eine Chance ;)
Denn vielleicht ist es auch so herum:

Ein Tier, in diesem Fall die Spinne, hockt in einer Ecke und geht ihrer Natur nach, webt fleißig Fliegen in ihr Netz und verspeist sie dann genüsslich :). Dann entdecke ich die Spinne und erzeuge damit ein Art 'Raum' in dem die Spinne meinen Fokus/Energie zu spüren bekommt. Das Emotions-Radar der Spinne erzeugt das Gefühl in der Spinne 'Endeckt worden zu sein'. Wie ein Radar-Warn-System. Jetzt bekommt die Spinne (Todes-)Angst und ich spüre diese Angst, doch weil wir Menschen nicht sensibel auf Emotionen geschult werden, dieser 'Skill' also nicht in unserem Repertoire haben, ich mir also nicht Bewusst darüber bin, das es gar nicht meine Angst ist, die ich spüre, sondern die der Spinne, halte ich sie für meine Angst und renne panisch schreiend aus dieser Situation.
Zitat von NicolausNicolaus schrieb:Dass das nicht jede Frau gut fände! Einige würden sich dann sicherlich von mir belästigt fühlen.
Du sollst ja nicht jede Frau vergewaltigen, die du scharf findest :D Aber ich bezweifele das sie sich belästigt von dir fühlen würden, wenn du sie ansprichst, flirtest oder offen und ehrlich deine Absichten kund tust. Wenn du merkst, das sie aus irgendeinem (für dich aber irrelevanten) Grund nicht selbiges für dich empfindet, dann wird es doch erst zur Belästigung, wenn du ihre ablehnenden-Zeichen bewusst ignorierst und weiter machst.

(Auch wenn ich zu deinen anderen Einwänden/Kommentaren jetzt nichts geschrieben habe, gelesen habe ich sie trotzdem)


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

01.03.2015 um 19:57
@SupThree
Gib diesem Ansatz wenigstens eine Chance ;)
Denn vielleicht ist es auch so herum:

Ein Tier, in diesem Fall die Spinne, hockt in einer Ecke und geht ihrer Natur nach ...
Dann entdecke ich die Spinne und erzeuge damit ein Art 'Raum' in dem die Spinne meinen Fokus/Energie zu spüren bekommt ... Jetzt bekommt die Spinne (Todes-)Angst und ich spüre diese Angst ... das es gar nicht meine Angst ist, die ich spüre, sondern die der Spinne, halte ich sie für meine Angst
Bei der Spinne oder bei Ängsten gegenüber anderen Tieren oder auch gegenüber Menschen könnte ich das ja noch nachvollziehen. Aber warum haben dann nicht alle Menschen diese Angst vor der Spinne, wenn es doch nur die Angst der Spinne ist, die wir da spüren? Und was ist mit der Angst in einem Fahrstuhl, oder bei Höhenangst auf einem Turm? Hat dann der Fahrstuhl Angst vor mir? Oder der Turm?

Also: Leider keine Chance für diese Erklärung :)
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Du sollst ja nicht jede Frau vergewaltigen, die du scharf findest :D Aber ich bezweifele das sie sich belästigt von dir fühlen würden, wenn du sie ansprichst, flirtest oder offen und ehrlich deine Absichten kund tust. Wenn du merkst, das sie aus irgendeinem (für dich aber irrelevanten) Grund nicht selbiges für dich empfindet, dann wird es doch erst zur Belästigung, wenn du ihre ablehnenden-Zeichen bewusst ignorierst und weiter machst.
Das tue ich ja auch nicht :)
Und ja, ich flirte sehr gerne, bin auch sehr offen und ehrlich, dazu noch humorvoll und das mögen viele Frauen sogar. Aber eben nicht alle. Es gibt auch welche, die das nervig finden oder gar nicht ab können. Und dann muss ich das eben auch akzeptieren. Ich sagte ja auch: Wir leben schließlich nicht alleine auf der Welt :)

Wir können nicht immer einfach nur nach unserem Lust und Launeprinzip leben! Du selbst hattest das Beispiel mit dem brabbelnden Kleinkind und der nervigen Mutter die lieber ihre Ruhe haben will gebracht. Und ja, da stehen sich dann eben zwei unterschiedliche Interessen entgegen. Das kleine Kind will am liebsten Brabbeln und die Mutter will lieber ihre Ruhe haben. Da muss man dann eben sehen, wie sich das arrangieren lässt, das beide zu ihrem Recht kommen. Dafür gibts ja auch die sogenannten Kompromisse.


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

01.03.2015 um 20:39
Zitat von SupThreeSupThree schrieb:Dann entdecke ich die Spinne und erzeuge damit ein Art 'Raum' in dem die Spinne meinen Fokus/Energie zu spüren bekommt. Das Emotions-Radar der Spinne erzeugt das Gefühl in der Spinne 'Endeckt worden zu sein'. Wie ein Radar-Warn-System. Jetzt bekommt die Spinne (Todes-)Angst und ich spüre diese Angst, doch weil wir Menschen nicht sensibel auf Emotionen geschult werden, dieser 'Skill' also nicht in unserem Repertoire haben, ich mir also nicht Bewusst darüber bin, das es gar nicht meine Angst ist, die ich spüre, sondern die der Spinne, halte ich sie für meine Angst und renne panisch schreiend aus dieser Situation.
Und wie erklärst Du Dir die anderen Phobien?
Wikipedia: Liste von Phobien


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

01.03.2015 um 21:02
Ich weiss es nicht :D

Doch ich gehe jede Wette ein, das man es könnte, wenn man nur lang genug sucht.
Energie flows, where attention goes ^.^


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

01.03.2015 um 21:14
da scheint sich jemand mit jiddu krishnamurti auseinandergesetzt zu haben!? ;)


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Gefühle, Angst, das Leben und Leid

01.03.2015 um 21:16
Hey der Name sagt mir was :D Hab mir glaube ich mal ne Doku auf YouTube von/über(?) ihm angesehen.
Was vertritt er denn? - Zur auffrischung?


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