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Welcher buddhistischen Schule würdet ihr euch anschließen?

36 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Religion, Glaube, Religionen ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Welcher buddhistischen Schule würdet ihr euch anschließen?

06.02.2017 um 19:42
Hallo,

grob kann man den Buddhismus in drei große Schulen einteilen: Theravada (= "Schule der Ältesten"; abwertend auch Hinayana - "kleiner Weg" oder "kleines Fahrzeug" - genannt); Mahayana (= "großer Weg" oder "großes Fahrzeug") und Vajrayana (= "Diamantweg" oder "Diamantfahrzeug"). Zen wird von manchen als vierte Schule angesehen, während es für andere zum Mahayana gehört.

Die älteste noch erhaltene Schule ist Theravada. Im Theravada-Buddhismus wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass die ursprüngliche Lehre Buddhas erhalten bleibt und nicht verändert wird. Als Grundlage gilt der Pali-Kanon (auch Tipitaka oder auf Deutsch Dreikorb). Das ist die älteste bekannte Sammlung der Lehrreden Buddhas. Manche glauben, dass sie an einigen Stellen verändert wurde, aber vor allem im Theravada wird es als authentisch angesehen. Das Idealbild ist hier das eines Buddha: Ein Lebewesen, das vollständig erwacht ist und aus dem angenommenen Kreislauf der Wiedergeburten austritt.

Aus dem Theravada entstand die Schule des Mahayana. Dort ist die wichtigste Übung das Streben nach dem, was allgemein als Erwachen, Erleuchtung oder vollkommene Erkenntnis gesehen wird. Im Gegensatz zum Theravada spielt hier der Bodhisattva - das ist ein Wesen, das die vollständige Erleuchtung und damit den Austritt aus dem Kreislauf der Wiedergeburten so lange aufschiebt, bis das Leid aller Wesen beendet wurde - als Idealbild eine große Rolle. Manchmal wird das Idealbild des Bodhisattva sogar über das eines Buddha gestellt.

Die dritte große Schule ist das Vajrayana. Von ihren Anhängern wird sie als schnellster Weg zum Erwachen betrachtet, gilt aber gleichzeitig auch als sehr schwierig: Sie erfordert zum Beispiel Selbstlosigkeit, das Streben nach Erleuchtung und vollständigen Verzicht.

Zen wird von manchen als vierte Schule gesehen, während andere es zum Mahayana zählen. Das Zen ist dadurch geprägt, dass viel Wert auf Sitzmeditation (Zazen) gelegt wird. Im Gegensatz zu anderen Schulen, die viele übernatürliche Elemente (z. B. wortwörtliche Wiedergeburt) enthalten, ist das Zen häufig eher weltlich geprägt: Das Karma sind dann zum Beispiel unbewusste Denk- und Verhaltensmuster, die unseren Alltag beeinflussen, und Wiedergeburt ist, wenn Du Deine Charaktereigenschaften an jemand anders (z. B. Dein Kind) weitergibst.

An einen Gott als allmächtiges, ewig bestehendes Wesen - wie zum Beispiel in den abrahamischen Religionen - glauben Buddhisten generell nicht. Wenn sie überhaupt an Götter glauben, dann sind das sterbliche Wesen, die wenig bis gar keinen Einfluss auf das Geschehen in der Menschenwelt haben. Ähnliches gilt auch für Höllenwesen.

(Quelle: https://www.netzwolf.info/fushiki/antworten/meng/richtungen (Archiv-Version vom 02.04.2016) , Stand 06.02.2017, 19:40 Uhr MEZ)

Wenn ihr euch eine Schule aussuchen müsstet - welche würdet ihr euch dann anschließen und warum?


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Welcher buddhistischen Schule würdet ihr euch anschließen?

06.02.2017 um 19:51
@CountDracula
Zitat von CountDraculaCountDracula schrieb:Wenn ihr euch eine Schule aussuchen müsstet - welche würdet ihr euch dann anschließen und warum?
Also ich würde mich keiner Schule anschließen und "nur" Buddha folgen...


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Welcher buddhistischen Schule würdet ihr euch anschließen?

06.02.2017 um 19:53
@Koman
Als "einsamer Wolf" sozusagen?

Die Schulen sind im Buddhismus auch weniger autoritär organisierte Vereine wie die Kirche als viel mehr unterschiedliche Auslegungen der Lehren. Das ist noch am ehesten vergleichbar mit Katholizismus, Protestantismus, orthodoxem Christentum und ihren vielen Unterkategorien.


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Welcher buddhistischen Schule würdet ihr euch anschließen?

06.02.2017 um 20:04
@CountDracula
Zitat von CountDraculaCountDracula schrieb:Als "einsamer Wolf" sozusagen?
Ja, die eigene Erfahrung ist mit keiner anderen zu ersetzen.


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Welcher buddhistischen Schule würdet ihr euch anschließen?

06.02.2017 um 20:07
@Koman
Oh ja, da stimme ich Dir in dem Fall zu.

So gehen auch die meisten Buddhisten, die den Buddhismus selbst ausgewählt haben und nicht zum Beispiel so erzogen wurden, vor: Sie suchen sich nicht sofort eine Schule aus, sondern beschäftigen sich erst einmal mit den grundlegenden Lehren Buddhas - die sind in allen Schulen gleich -, den verschiedenen Schulen und ihren Gemeinsamkeiten und Unterschieden und merken dann irgendwann vielleicht, dass eine bestimmte Schule besonders gut zu ihnen passt.

Bei mir ist diese Schule Soto-Zen: Das ist noch eine "Unterkategorie" von Zen. Soto-Zen und Rinzai-Zen sind die beiden größten Unterkategorien.


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06.02.2017 um 20:08
Auch wenn ich mich als eisernen Atheisten bezeichnen würde, so habe ich ich doch mal eine
Zeit lang mit dem Zen-Buddhismus befasst und ich dabei sehr wohl etwas gelernt habe.
Ich empfinde es aber mehr als eine Art vernünftige Lebensphilosophie, denn als eine Art
Religion.

Zen spricht glaube ich auch viele Atheisten irgendwo an, gerade weil es dort sehr viel um
die eigene Entwicklung geht und eigentlich weniger um irgendwelches metaphysisches Zeug.
Ok es wird oft gesagt dass der Dualismus falsch ist, aber ehrlich gesagt kann ich mit dieser
Aussage leben. Allein das Licht irgendwie Teilchen und Welle ist zeigt doch, dass vielleicht
wirklich nicht alles in dieser Realität rein dualistisch betrachtet werden kann.

Ehrlich gesagt haben genau solche Gedankengänge auch mein Interesse am Zen-Buddhismus
geweckt und ich finde sie bis heute interessant.


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Welcher buddhistischen Schule würdet ihr euch anschließen?

06.02.2017 um 20:11
Wenig autoritär ist mir da noch nicht aufgefallen. Da wird viel kritisiert und gegrollt und wer ein Weilchen dabei ist versucht den Neuen laut zu erzählen wie etwas aufzufassen sei. 


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06.02.2017 um 20:11
@ArnoNyhm
So ähnlich ging es mir da auch.

Den ersten Kontakt mit dem Buddhismus hatte ich durch ein Referat, das ein paar von meinen Kurskameraden im Ethikunterricht gehalten haben. Ich saß daneben, hörte zu und merkte irgendwann: "Scheiße, ich bin Buddhist!" :D Das war damals wirklich so ein Scheiße-Gedanke, weil ich mit Religionen eigentlich abgeschlossen hatte, dachte ich.

Dann habe ich mich mit den Schulen befasst und gemerkt, dass Soto-Zen am besten passt.


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Welcher buddhistischen Schule würdet ihr euch anschließen?

06.02.2017 um 20:14
@Bonbon101
Das fällt für mich nicht unter "autoritär", da niemand dazu gezwungen wird, solche Auffassungen zu teilen... es wird jedenfalls mal niemand verbrannt oder gesteinigt, weil er kein Buddhist ist; zumindest habe ich von solchen Fällen noch nicht gehört.

Die einzige halbwegs autoritäre Struktur, die ich kenne, sind Lehrer-Schüler-Beziehungen, wie sie in Klöstern, aber auch außerhalb zu finden sind.

Da gibt es ein: "Solange Du mein Haus betrittst und bei mir lernen möchtest, folgst Du meinen Regeln. Dir steht es aber jederzeit frei, zu gehen." So, wie man es manchmal auch bei Kampfkünsten sieht.


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Welcher buddhistischen Schule würdet ihr euch anschließen?

06.02.2017 um 20:18
@CountDracula
Ich habe mir auch mal einige Zen Dojo´s hier in der Gegend angesehen,
aber die haben mich dann gleich wieder abgeschreckt. Dort haben irgednwie
alle während dem Zazen japanische Kleidung getragen und die Zen-Meister
hatten auch ihren westlichen Namen gegen irgendwas japanisches getauscht.

Dadurch kam mir das Ganze dann hauptsächlich ziemlich lächerlich vor ...
Vorallem scheint mir das auch irgendwie der eigentlichen Lehre des Zen
(oder zumindest meinem Verständnis davon) zu wiedersprechen ...


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Welcher buddhistischen Schule würdet ihr euch anschließen?

06.02.2017 um 20:21
@ArnoNyhm
Das mit dem Namen gehört für Ordinierte dazu. :) Sie bekommen alle einen Ordensnamen. Viele leben dann auch unter diesem Namen (z. B. Thich Nhat Hanh oder Muho Nölke, der Abt von Antai-ji). Andere nutzen ihn als Zusatz zum Geburtsnamen (gelesen z. B. bei Dagmar Doko Waskönig) oder gar nicht (z. B. Brad Warner).


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Welcher buddhistischen Schule würdet ihr euch anschließen?

06.02.2017 um 20:21
@CountDracula
Da kommt mein Standardzitat für solche Fragen von Jiddu Krishnamurti:
Wer das versteht, der versteht.
In seiner Erklärung von 1929 fasste Krishnamurti den Kern seiner Lehre in den Satz: „Die Wahrheit ist ein pfadloses Land.“ Der Mensch kann weder durch irgendeine Organisation noch durch irgendeinen Glauben, irgendein Dogma, weder durch Priester oder Rituale noch durch philosophisches Wissen oder eine psychologische Methode zur Wahrheit gelangen. Er muss sie durch den Spiegel seiner Beziehungen entdecken, durch das Verstehen der Inhalte seines eigenen Geistes, durch Beobachtung und nicht durch intellektuelle Analyse oder ein Zergliedern seines Innenlebens. Der Mensch hat sich zu seiner Sicherheit einen Schutzwall aus religiösen, politischen und persönlichen Bildern errichtet. Diese manifestieren sich als Symbole, Ideen und Glaubensinhalte. Die Last dieser Bilder beherrscht das Denken, die Beziehungen und das tägliche Leben des Menschen. Sie sind die Ursachen unserer Probleme, denn sie trennen den Menschen vom Menschen. Seine Wahrnehmung des Lebens wird von den Vorstellungen geformt, die sich bereits in seinem Geist festgesetzt haben. Der Inhalt seines Bewusstseins ist sein ganzes Dasein. Dieser Inhalt ist der ganzen Menschheit gemeinsam. Die Individualität ist der Name, die Form und die oberflächliche Kultur, die ihm aus seiner Tradition und Umwelt vermittelt wurde. Die Einzigartigkeit des Menschen besteht jedoch nicht in Äußerlichkeiten, sondern in der vollkommenen Freiheit vom Inhalt jenes Bewusstseins, das allen Menschen gemeinsam ist. Somit ist er kein Individuum.
Freiheit ist keine Reaktion; Freiheit ist nicht Wahl. Der Mensch bildet sich ein, frei zu sein, weil er eine Wahl hat. Freiheit ist reine Beobachtung ohne Richtung, ohne Angst vor Strafe oder Belohnung. Freiheit ist ohne Motiv. Freiheit steht nicht am Ende der Evolution des Menschen, sie liegt vielmehr im ersten Schritt seines Daseins. In der Beobachtung beginnt man das Fehlen der Freiheit zu entdecken. Freiheit finden wir im unvoreingenommenen Gewahrsein unseres täglichen Lebens und Handelns.
Denken ist Zeit. Denken wird aus Erfahrung und Wissen geboren, die untrennbar von der Zeit und der Vergangenheit sind. Die Zeit ist der Feind der menschlichen Psyche. Unser Handeln gründet sich auf Wissen und somit auf Zeit, und so ist der Mensch immer ein Sklave der Vergangenheit. Das Denken ist immer begrenzt, daher leben wir in ständigem Konflikt und Kampf. In der Psyche gibt es keine Evolution.
Wenn der Mensch sich seiner eigenen gedanklichen Vorgänge bewusst wird, dann wird er die Trennung zwischen dem Denker und dem Gedanken, dem Beobachter und dem Beobachteten, dem Erfahrenden und der Erfahrung erkennen. Er wird entdecken, dass diese Trennung eine Illusion ist. Erst dann kommt es zu der reinen Beobachtung, die Einsicht ist, ohne einen Schatten der Vergangenheit oder der Zeit. Diese zeitlose Einsicht bewirkt eine tiefe, radikale Transformation des Geistes.
Totale Negation ist die Essenz des Positiven. Nur aus der Verneinung all der Dinge, die das Denken in der Psyche erzeugt hat, geht die Liebe hervor, die Mitgefühl und Intelligenz ist.
Auszug aus „Vollkommene Freiheit – Das große Krishnamurti Buch“ erschienen im Fischer Taschenbuch Verlag



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Welcher buddhistischen Schule würdet ihr euch anschließen?

06.02.2017 um 20:27
@dedux
Das Witzige daran ist: Das ist so ziemlich das, was ich von einigen Zennis und auch von Buddhisten anderer Schulen zu hören bekomme. :)


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Welcher buddhistischen Schule würdet ihr euch anschließen?

06.02.2017 um 20:29
@CountDracula
Das glaube ich wohl, denn die Wahrheit will gefunden werden. WENN man sich unbedingt einer Schulung unterziehen möchte, sollte man beizeiten lernen, mit dem Paradoxon zu leben, dass die Schulung selbst nicht die Erleuchtung bringen wird, sondern der Geist, der sich an ihr reibt.


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Welcher buddhistischen Schule würdet ihr euch anschließen?

06.02.2017 um 20:30
@dedux
Im Zen wird ein Lehrer eher als eine Art Wegweiser gesehen: Er ist den Weg schon gegangen und kann seinem Schüler deswegen helfen, diesen zu finden. :)


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Welcher buddhistischen Schule würdet ihr euch anschließen?

06.02.2017 um 20:35
@CountDracula
Wenn es ein guter Lehrer ist, wird er den Schüler sicherlich voran bringen. Der Schüler muss selbst erkennen, ob es ein guter Lehrer ist. Der Lehrer ist ein Spiegel. Die Wahrheit ist ein PFADLOSES Land. Zwingt der Lehrer den Schüler auf seinen Weg, ist es ein schlechter Lehrer, denn er verhilft nicht zur Freiheit sondern besiegelt die Knechtschaft.


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Welcher buddhistischen Schule würdet ihr euch anschließen?

06.02.2017 um 20:37
@dedux
Da stimme ich voll und ganz zu. "Glaube nichts, das Du selbst nicht für wahr befunden hast," sagte selbst der Buddha Shakyamuni zusammengefasst. Nicht einmal der wohl bekannteste Lehrer hat Menschen dazu gezwungen, ihm zu folgen.


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06.02.2017 um 20:49
@dedux
Zitat von deduxdedux schrieb:
Da kommt mein Standardzitat für solche Fragen von Jiddu Krishnamurti:
Wer das versteht, der versteht.
Krisnamurti gehörte lange Zeit der Theosophischen Gesellschaft an, war selbst Philosoph und kein Buddhist. Das nur, weil es hier um Buddhismus geht und nicht um Blavatski oder den  Order of the Star in the East. Freiheit bedeutet im Buddhismus, gleich welcher Richtung, Dingen oder Überzeugungen nicht anzuhaften, wenn sie nicht aus eigener Erfahrung  von Bedeutung sind, aber auch dann muss man sie freigeben, um sie zu erkennen. Totale Negation, wäre demnach keine Erfahrung oder Erkenntnis und deshalb auch keine Essenz von Irgendwas.:)


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06.02.2017 um 20:57
@KL21
Mit der Negation meint er vermutlich die freie Sicht auf den Urgrund oder auch das Gewahrsein auf neudeutsch. Im Großen und Ganzen ist das Zitat ja verständlich. Ich mache mir da nicht die Mühe, etwas herauszulösen, was nicht eindeutig ist.


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Welcher buddhistischen Schule würdet ihr euch anschließen?

06.02.2017 um 21:01
Zitat von deduxdedux schrieb:Im Großen und Ganzen ist das Zitat ja verständlich. Ich mache mir da nicht die Mühe, etwas herauszulösen, was nicht eindeutig ist.
@dedux

Wenn etwas nicht eindeutig ist, dann ist es auch nicht verständlich. Zitate zu verwenden, nur weil ein bedeutendet Name dahinter steht, entspringt demselben und nicht der eigenen Wahrnehmung und weist auf Gefolgschaft hin und die ist gerade eben nicht Freiheit.


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