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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

56 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Glaube, Bibel, Spiritualität ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

02.03.2017 um 09:40
@Stadttaube
Nein mache ich nicht, es mag Situationen geben in denen man im Zuge von Nothilfe auch mit Gewalt eingreifen muss. An sich ist aber Deeskalation immer die bessere Alternative. Vorallem wenn man meint man müsse die "Ehre" jemandem anderes Mit Körperlicher Gewalt retten.


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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

02.03.2017 um 09:42
@Balthasar70
Du hast gerade einen Angriff eines Fremden zu Unrecht auf einen Menschen den du liebst mit einem Polizisten verglichen, der den Menschen der dir wichtig ist festnimmt, weil er etwas Verbotenes getan hat. Natürlich sind das Äpfel und Birnen. Und es ging nur nicht um körperliche Gewalt, sondern auch um Worte. 


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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

02.03.2017 um 10:15
@Stadttaube
Ich will dir keine Schwäche unterstellen, ich halte es grundsätzlich für eine innere Schwäche.
Zitat von StadttaubeStadttaube schrieb:Wenn jemand meinen Freund umhaut, dann fälle ich diese Person nicht nur wie einen Baum, ich würde sie niedermähen. Und es ist mir ehrlich gesagt schnuppe, ob du denkst das sei ein Zeichen von Schwäche. Niemand packt die Menschen an, dir ich liebe. Auch nicht mit Worten. Ich finde es feige, nur daneben zu stehen und nichts zu tun.
Da hast du recht, es wäre feige. Man muss ja nicht nur daneben stehen und nicht tun.
Du verhinderst es natürlich.
Ich habe früher einmal Leute ins Koma befördert, nicht nur aus der Defensive heraus auch als Aggressor. Ich kenne heute beide Seiten.
Zitat von StadttaubeStadttaube schrieb:aber da donnert man nen paar Sprüche zurück und tudelt nicht auf der Buddha-Flöte rum, in der Hoffnung kein schlechtes Karma anzusammeln.
:) Klasse.

Ich habe aus zig Erfahrungen und Konflikten gelernt, das ich es alleine bin, der die Wut bei einer bösen Beleidigung hervorruft. Dein gegenüber schickt dir keine Wut, du erzeugst sie selbst. Das ist jetzt meine Art mit diesen Dingen umzugehen, ich behaupte aber nicht immer das richtige zu tun.


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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

02.03.2017 um 11:32
Zitat von savaborosavaboro schrieb:Ich habe aus zig Erfahrungen und Konflikten gelernt, das ich es alleine bin, der die Wut bei einer bösen Beleidigung hervorruft. Dein gegenüber schickt dir keine Wut, du erzeugst sie selbst.
Gilt das nur für Worte oder auch, wenn man körperlich angegriffen wird und dadurch Angst oder Schmerzen erleidet? Ist es also nur das Problem des Opfers, wenn es unter einem (von mir aus nur verbalen) Angriff leidet?
Dass so etwas in der Tat nur ein Problem für das Opfer ist, weil der andere es ja freiwillig tut und die Zuschauer das Ganze als Bagatelle abtun (und meistens der Ansicht sind, ihnen könnte so etwas nie passieren, weil sie ja nicht so gestrickt sind wie das Opfer), ist dem Opfer auch ohne hin klar. 

Deine Idee ist nicht neu, und klingt für viele Menschen überzeugend und "wahr". Nach meinen Erfahrunge vor allem für die, die niemals Opfer der Bösartigkeit anderer werden mussten, also überhaupt keine Ahnung haben, wie es ist, von anderen beleidigt, beschimpft oder gar geschlagen oder angespuckt zu werden. Vor allem, wenn das nicht nur einmal passiert, sondern ständig, zum Beispiel, weil man den Täter regelmäßig in der Nachbarschaft, der Schule oder auf der Arbeit trifft und ihm nicht ausweichen kann. 

Meiner Meinung nach trifft dieses "Keine richtige Ahnung haben" vor seiner Gefangennahme auch auf Jesus zu. Solche Nicht-Betroffenen, die den Opfern einreden wollen, es läge allein an ihnen, wenn sie sich getroffen fühlen, wissen eben nicht, dass die Tatsache, von einer anderen Person gedemütigt zu werden, nicht nur Rachegefühle, sondern vor allem Angst auslöst. Angst vor Wiederholungen in dem Bewusstsein, dass von keiner Seite Hilfe zu erwarten ist, weil die nicht-betroffene Umwelt die Sache nicht ernst nimmt, sondern bagatellisiert.


Das klingt alles wunderschön - so, als ob wir eine heile Welt haben könnten, wenn sich die Opfer von Gewalttaten nur endlich dazu durchringen wollten, den Tätern zu vergeben. Und dazu werden sie in den "friedlichen" Religionen gedrängt, als ob es an ihnen läge, dass die Welt (noch) nicht heil ist. Während man im Buddhismus wenigstens nur negatives Karma ansammelt, wenn man nicht vergeben kann, muss man im Christentum zusätzlich zum irdischen Schaden auch noch mit Verdammung rechnen, wenn man Groll gegen den Täter hegt. Dieser braucht dagegen nur ein bisschen Reue zu heucheln und ist sofort erlöst. Wenn man dem Täter so viel Selbsterniedrigung überhaupt zumuten möchte.


Opfer brauchen keine Ratschläge, die ihnen einreden wollen, dass sie selbst schuld sind, wenn sie aufgrund von Mobbing und ähnlichem keine gute Laune haben. Sie wissen aus leidvoller Erfahrung, dass ihre Rechte sowieso niemanden interessieren, solange sie nicht in der Lage sind, sie selbst zu verteidigen.



Und nun zum anderen Punkt in meinem vorherigen Post: Warum predigt Jesus (gilt natürlich auch für seine Kollegen aus anderen Religionen) nicht, dass man auf Gewalt überhaupt verzichten sollte?


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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

02.03.2017 um 12:32
Zitat von AlteTanteAlteTante schrieb:Gilt das nur für Worte oder auch, wenn man körperlich angegriffen wird und dadurch Angst oder Schmerzen erleidet? Ist es also nur das Problem des Opfers, wenn es unter einem (von mir aus nur verbalen) Angriff leidet?
@AlteTante
Ich habe es zu Stadttaube geschrieben, da es in seinem Bsp um Beleidigung ging und wie ich die Dinge sehe. Das es kein Leid gibt habe ich nicht bestritten.
Früher war ich auch Opfer und aus dieser Haltung heraus, wurde ich, als ich groß genug war auch zum Täter. Was sich damit änderte, war das ich damit eine Welle der Gewalt losgetreten habe. Der gedemütigte Aggressor holte Verstärkung usw.

Was ich damit sagen will, aus der Opferrolle heraus in die Täterrolle ist keine Lösung. Und das es heutzutage an Zivilcourage mangelt ist sehr schade.
Zitat von AlteTanteAlteTante schrieb:niemals Opfer der Bösartigkeit anderer werden mussten, also überhaupt keine Ahnung haben, wie es ist, von anderen beleidigt, beschimpft oder gar geschlagen oder angespuckt zu werden.
Ochh..ich glaube schon das Jesus das widerfahren ist. Er hatte sich ja lt Bibel den Pöbelrotten entzogen, dabei wurde er bestimmt auch wüst beschimpft und bespuckt.
Zitat von AlteTanteAlteTante schrieb:dass die Tatsache, von einer anderen Person gedemütigt zu werden, nicht nur Rachegefühle, sondern vor allem Angst auslöst.
Genau. Und diese Angst kann dann Rachegefühle auslösen.
Zitat von AlteTanteAlteTante schrieb:Opfer brauchen keine Ratschläge, die ihnen einreden wollen, dass sie selbst schuld sind, wenn sie aufgrund von Mobbing und ähnlichem keine gute Laune haben.
Das ist richtig. Mobbing ist etwas gemeines und man ist nicht selbst schuld daran.


Zu den üblen Worten.
Du identifizierst dich mit dem was dein Gegenüber behauptet oder eben nicht. Wenn du dich nicht damit identifizierst, weißt du wer du bisst. Die Worte verletzen Dich nicht mehr, im Gegenteil, du amüsierst dich innerlich wegen der Kreativität die dein Gegenüber an den Tag legt. Du gehst nicht immer sofort in Verteidigungsmodus, da dein STOLZ nicht gekränkt wurde. Du handelst nicht mehr emotional im Affekt.

Das hilft alles einem Opfer herzlich wenig, aber man kann es erlernen.


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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

02.03.2017 um 14:32
Hallo:-)

Mir hat dieser Vers bzw. die Ideologie, die dahinter steckt möglicherweise das Leben gerettet. Mein Papa hat diesen Vers immer zitiert, obwohl er überhaupt nicht christlich lebte. Also er glaubte schon an Gott, betrat aber nie eine Kirche oder lebte seinen Glauben nach außen hin :-) Aber dieses Zitat rutschte ihm immer wieder raus, wenn es Konflikte gab oder ich sauer wurde.

Bei einer schweren Straftat gegen mich selbst, blieb ich (natürlich auch begünstigt durch einen Schock) "freundlich" und deeskalierend. Ich stellte Fragen, heuchelte Mitleid, folgte. Ich überlebte - er ließ mich gehen. 
Ein Mädchen vor mir (weswegen er inhaftiert war) wurde von ihm erdrossselt, weil sie ihn nach der Tat beschimpfte. Das alles erfuhr ich natürlich erst viel später.

Ich weiß nicht, wie nützlich diese Taktik in anderem Zusammenhang ist, aber Täter wollen meist etwas erreichen: Leid verursachen, Menschen erniedrigen,  sich selbst dabei erhöhen, Macht ausüben. Wer nun ein Opfer vor sich hat, dass den Gegenpart dazu nicht erfüllt, wird uninteressant. 

Bezüglich Mobbing kann ich das ebenfalls aus eigener Erfahrung sagen ;-) Wichtig ist wirklich die absolute Neutralität. Davon spricht Jesus nicht, aber er lebte es in vielen beschriebenen Begegnungen vor. Wenn man die Neutralität wirklich fühlt (keine Trauer, keine Wut, kein Sarkasmus, keine Aggression), ist man als Opfer (in den meisten Fällen) uninteressant.

Wer sich selbst erhöht (nicht die andere Wange hinhalten, sondern überlegen vor dem Täter stehen) gibt dem Täter möglicherweise einen Grund zur Eskalation und nach seinem Empfinden wird damit jede Tat gerechtfertigt. "Er hat mich bloßgestellt"

Schwieriges Thema, aber spannend <3


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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

02.03.2017 um 17:57
@Jepama
Danke dir für die Worte aus der Praxis :)


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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

02.03.2017 um 19:36
Zitat von savaborosavaboro schrieb:Früher war ich auch Opfer und aus dieser Haltung heraus, wurde ich, als ich groß genug war auch zum Täter.
Kann ich nicht richtig nachvollziehen. Aber das mag daran liegen, dass ich gar nicht die Möglichkeit hatte, jemals wirklich Gegenwehr zu leisten.
Zitat von savaborosavaboro schrieb:Was ich damit sagen will, aus der Opferrolle heraus in die Täterrolle ist keine Lösung
Davon war, zumindest bei mir, auch keine Rede. Ich meinte nur, dass das Recht auf Notwehr erlaubt werden sollte. Das ist es bei diesem Zitat Jesu eben nicht. Im Gegenteil: Wer sich wehrt, ist demnach (für Gott) sogar der Böse.
Zitat von savaborosavaboro schrieb:Ochh..ich glaube schon das Jesus das widerfahren ist. Er hatte sich ja lt Bibel den Pöbelrotten entzogen,
Wer sich den Tätern entzogen hat, der konnte sich ihnen entziehen, ihnen also ausweichen, und braucht (zumindest in Jesu Fall) nicht befürchten, ihnen weiterhin im täglichen Leben begegnen zu müssen und ihnen dann im schlimmsten Fall als Unterhaltungsobjekt zu dienen.
Ich bleibe darum dabei, dass Jesus, als Wanderprediger und vor Einführung der Schulpflicht, sich vermutlich nicht vorstellen konnte, was es heißt, heute genau zu wissen, dass man morgen oder spätestens in einer Woche wieder derjenige sein wird, der von anderen gedemütigt und/oder misshandelt wird.

Dass es hilfreich sein kann, wenn man Beleidigungen und Beschimpfungen (also verbale Angriffe) von einer neutraleren Warte aus betrachtet und zum Beispiel über ihren Einfallsreichtum staunt, da stimme ich dir zu. Davon war aber in dieser Bibelstelle keine Rede. 


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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

02.03.2017 um 19:37
Keiner eine Antwort auf meine Frage, warum im Christentum (auch bei Jesus) zwar die Gegenwehr verboten ist, Gewalt in anderer Hinsicht, zum Beispiel (wie bei der "Tempelreinigung") aufgrund religiöser Entrüstung, erlaubt scheint?


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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

03.03.2017 um 09:47
@AlteTante


Man bedenke erst mal, dass im Judentum damals ein Backenstreich/Watsche (auf die Wange schlagen).... eher weniger etwas mit körperlichen Schmerz oder i-einer Züchtigung zu tun hatte, sondern wurde als sehr große Beleidigung wahr genommen/aufgefasst. Ich denke, hier geht es viel mehr um den verletzten Stolz oder der Angriff auf die persönliche Ehre, die der andere mit >>> einen Backenstreich  - stark angreift und damit herabwürdigen will.

Ich würde die Worte also in die Richtung deuten: "Lässt euch nicht, wenn wer eueren Stolz oder eure Ehre verletzten will zu i-was hinreißen". Denn in dem Moment, wo man etwa die andere Wange hin hält, zeigt man den Angreifer deutlich auf, dass mich sein Wangenschlag und seine versuchte Herabwürdigung in meinem Stolz oder meiner Ehre gar nicht verletzt, meine Ehre im Grunde mit seiner Handlung nicht angegriffen oder gar berührt wurde oder einen selbst kränken könnte. Es ist  also (Beispiel) keinerlei Zeichen das andere Wange hinhalten dafür, dass man etwa zum Masochismus neigen muss/soll oder gar körperliche Schmerzen suchen sollte.

Gutes Vergleichs-Beispiel dafür ist etwa der Schuhwurf bei den Moslems. Auch hier geht es keineswegs darum, dass man durch den Schuhwurf etwa schmerzhafte körperliche Empfindungen dem anderen zufügen will, sondern dieser Schuhwurf soll ein Zeichen der großen Verachtung gegenüber der Person aufzeigen, auf dem der Schuh geworfen wird. Nicht mal ob der Schuh die Person genau trifft oder nicht, ist da von Bedeutung, sondern der Wurf des Schuhes auf eine Person, ist das Zeichen der Erniedrigung.

Genau in diese Richtung sollte man auch den Backenstreich sehen/einordnen. Eine Handlung die im Grunde nicht darauf abzielt, jemanden etwa körperliche Schmerzen zuzufügen, sondern eben nur diese Verachtung damit auszudrücken, diese totale Geringschätzung des Gegenübers auszudrücken. Ein Zeichen um aufzuzeigen, dass dieser Mensch angeblich ehr.- und völlig würdelos wäre/ist. Aus dieser Perspektive heraus hat also der Backenstreich mit einer körperlichen Züchtigung wenig bis gar nix zu tun, wobei bei der Tempelreinigung, wenn sich wer eine Peitsche aus Stricken dreht um damit auf Menschen einzuschlagen, diese (Zufügung von körperlichen Schmerzen) Absicht dagegen schon viel eher im Vordergrund steht/stand.

Beste Grüsse,
Doverex


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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

03.03.2017 um 11:30
@Doverex

Ist ein Angriff auf die Ehre nicht gleichzeitig auch eine Herabwürdigung?

Mir ist bekannt, dass viele Menschen glauben oder zumindest glauben wollen, Beleidigungen und körperliche Angriffe wären zwei verschiedene Dinge, oder gar (wird ja gern behauptet): eine verbale Beleidigung wäre viel schlimmer als zum Beispiel ein Schlag. Das sind vor allem Leute, die höchstens verbale Beleidigungen kennen.

In Wirklichkeit ist es aber so, dass physische Attacken oft mit Beschimpfung verbunden sind. Und auch wenn nicht, sollen sie das Opfer genauso herabwürdigen wie eine Beleidigung. Das gilt ganz besonders, wenn die Attacke nicht aus einer Wut heraus (zum Beispiel als Reaktion auf eine Beleidigung durch das Gegenüber), sondern aus dem Wunsch heraus erfolgt, das Gegenüber zu demütigen. Zum Beispiel, weil der Aggressor Langeweile hat und das Opfer als eine Art Fußball ansieht, mit dem man sich die Zeit vertreiben und vor gleich gestrickten Kumpeln glänzen kann.

Deinen Vergleich mit der Tempelreinigung verstehe ich darum nicht ganz. In beiden Fällen (dieser "Tempelreinigung" und auch in Jesu fiktivem Beispiel von der Ohrfeige) übt jemand Gewalt gegen einen anderen aus. Ob er diesem anderen "nur" Schmerzen zufügen oder "nur" psychisch herabwürdigen will, spielt doch gar keine Rolle.

Übrigens hatte Jesus, der ja ohne Sünde gewesen soll, kein Problem, seine religiösen Gegner übelst zu beschimpfen und mit göttlichen Strafen zu drohen, obwohl er andererseits verbale Ausfälle zur Sünde erklärte.

Entscheidend ist hier das Motiv (das allerdings im fiktiven Beispiel im Dunkeln bleibt). Das Motiv bei der "Tempelreinigung" war der Ausdruck von Empörung über das blasphemische Verhalten. Und da diese Geschichte (ob wahr oder nicht) nicht in einer Lokalzeitung unter "Kuriositäten", sondern in einem religiösen Buch steht, das einem großen Teil der Menschheit seit Jahrhunderten als Verhaltenskodex dient, ist sie wichtig. Gerade, weil der Agierende nicht irgendwer, sondern eben Jesus ist. 

Von seinem Kollegen Buddha kenne ich eine derartige Geschichte nicht. Das mag daran liegen, dass ich mich nicht so gut mit dem Buddhismus auskenne. Aber Wutausbrüche des religiösen Vorbilds würden wohl auch nicht zu Buddhas Lehre passen, in der man ja lernen soll, seine Gefühle zu regulieren.

Die Botschaft der "Tempelreinigung" lautet nicht nur, sich mehr Gedanken darüber zu machen, was Gott zum eigenen Verhalten sagen würde. Sondern vor allem: Im Namen Gottes ist Gewalt erlaubt. Oder wenigstens: Wird jemand gewalttätig, weil er seine moralische Grenze überschritten wird, so ist das kein Unrecht, sondern erlaubt.
Die christliche Religion ist eben nicht wirklich eine gewaltlose Religion, auch wenn das gerne behauptet wird. Die Gewaltlosigkeit beschränkt sich auf die Gegenwehr.


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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

03.03.2017 um 12:12
@MissMuffin
Ich glaub, Jesus haben ähnliche Überlegungen zu dem Bonmot gewogen, wie Sakrates, den Schirlingsbecher zu trinken:
"Es ist besser, Unrecht zu erleiden, als Unrecht zu tun."


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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

03.03.2017 um 12:57
Zitat von AlteTanteAlteTante schrieb:Ist ein Angriff auf die Ehre nicht gleichzeitig auch eine Herabwürdigung?
Genau dies suchte ich ja zu erläutern ;)
Respektlosigkeit, Erniedrigung, Herabwürdigung....
es ist ein Angriff auf die Ehre & Stolz.

Es ging mir erstmals darum, diesen Blickwinkel bei: "Wenn dir jemand auf die Wange schlägt..." hervorzustreichen, dass es hier sicherlich nicht darum geht, wenn wer darauf die andere Wange hinhält, i-welche masochistischen Züge deshalb in sich tragen würde.

Wie der Schuhwurf noch heute bei den Moslems, war damals bei den Juden ein Backenstreich in der Öffentlichkeit eine totale Demütigung, um den anderen Mitmenschen zu zeigen, dass dieser Mensch dem man einen Backenstreich gibt, eine ehr.- und würdelose Person ist. Es ist also auch ein Zeichen den anderen zu zeigen (nicht nur dem "Abgewatschten"), schaut her, was ich von dem halte....!

Hier ist ein großer Unterschied, ob jemand eine Ohrfeige etwa aus einen Zorn heraus bekommt oder gar als Strafe. Die Strafe liegt darin, dass ich dem anderen körperliche Schmerzen zufügen will, dass er Schmerz empfindet und daraus was - vielleicht - lernt (wie früher die Erziehungsmethoden oft war bei Kindern)?
Diese 2 Ausgangsbasen sollte man unbediengt auseinander halten können, hier bei Jesus ging es um die Ehre/Stolz, bei Erziehungsmethoden um absichtlich zugefügte körperliche Schmerzen.

Beste Grüsse,
Doverex


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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

04.03.2017 um 13:58
@MissMuffin

 Hallo, ich schreibe dir mal, wie ich es sehe, ohne jetzt alles gelesen zu haben.                                    Zu 1.) : es bedeutet eine demutsvolle Haltung. Etwas hinzunehmen, ohne sich zu wehren oder vor allem ohne dem anderen das gleiche anzutun. Also das Gegenteil von Rache. Dadurch, dass man sich ausliefert (die 2.Wange hinhalten) gibt man dem aggressiven Gegenüber keinen Nährboden ; dadurch, dass man sich nicht wehrt, verstrickt man sich selbst nicht in den (auch emotionalen) Kampf und vergeudet so erstmals keine Energie und verstaerkt den Konflikt auch nicht. Dadurch bleibt man rein und das Gegenueber verliert sein Aggressionsziel und wird auf sich selbst zurückgeworfen. Bestenfalls schämt es sich und lässt sowas in Zukunft.                                             Zu 2.):Dadurch, dass man nicht gegenreagiert, löst man kein neues karma aus oder beendet bisheriges karma, weswegen einem sowas ueberhaupt passiert ist. 




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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

04.03.2017 um 14:11
@AlteTante
An den Tempel musste ich auch denken. Meine Überlegung hierzu ist, dass er selbst nicht persönlich angegriffen worden ist, es deshalb auch keinen Bezug zu dem Wangensatz hat.  In dem Moment, wo es um Gerechtigkeit bzw. Ungerechtigkeit (in dem Fall gesellschaftlich) geht, ist es durchaus richtig, die Wahrheit zu sagen oder auch einzugreifen.


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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

04.03.2017 um 14:15
@Balthasar70
Der Gott dieser Welt ist nicht Jesus Papa. Dazu lies am besten mal das Judas-evangelium. Lg :)


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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

04.03.2017 um 14:16
Haut mir die Backpfeifen hin, meine Wangen sind bereit ;) :D ( und nein, ich bin nicht Jesus ;) )


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04.03.2017 um 14:16
@Nilya
...wenn ich jede Christenvariante lesen wollte, müsste ich tatsächlich unsterblich sein....


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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

04.03.2017 um 14:19
@Balthasar70
Ich meinte das nur, weil das meiner Aussage zugrunde liegt, falls du wissen willst, wieso ich das behaupte. Kein Ding, du kannst sowiso tun und lassen, was du magst. :)


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Wenn dir jemand auf die Wange schlägt... Jesu Worte

04.03.2017 um 14:20
Vlt. bist du ja unsterblich und weist es nur (noch) nicht..   @Balthasar70


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