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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

84 Beiträge, Schlüsselwörter: Menschen, Leben, Psyche, Krankheit

Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 14:07
Lass uns mal gar nicht so weit zurückgehen @Rao hierfür gibt es sogar noch lebende Zeitzeugen.

Bis in die 60er war Samstag noch Schule. Die Volksschule endete nach der achten Klasse und so konnte es passieren (Einschulung jahrgangsweise), dass bereits 13-Jährige in die Lehre kamen, dafür aber mit 16 ihren Gesellbrief in der Tasche hatten.

Die Wochenarbeitszeit lag Anfang der 60er Jahre noch bei ca. 48 Stunden, somit war der Samstag auch kein freier Tag so wie heute, einzig der Sonntag blieb der Erholung.


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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 14:11
Sag ich doch. Die Verhältnisse, was Freizeit, Wohnfläche, Gesundheitsvorsorge und viele andere Dinge angeht, sind heute besser als je zuvor, und was passiert, die Leute scheinen kränker als je zuvor zu sein. Real - oder Einbildung?


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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 14:53
Zentralheizung, Kühlschrank, Waschmachine, heute Mindestanforderungen für Jeden, in den 60ern noch den Wohlhabenden vorbehalten.
Noch nie hatten die Menschen in Deutschland einen derartig hohen Lebensstandard.

Es mag daran liegen, dass es nach dem Krieg stetig bergauf ging. In allen Bereichen ging es den Menschen immer besser. Zwar gab es die Bedrohung durch den kalten Krieg, aber das tangierte die Menschen nicht direkt.

Kann es daran liegen, dass der Mensch nicht glücklich ist, wenn er vor nichts Angst haben muss? Stehen deshalb immer neue Panikmacher auf, die sich über Zulauf nicht beschweren können?


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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 15:02
Angst zu haben, jedenfalls hin und wieder, ist ein Grundbedürfnis des Menschen, weil Angst die Wachsamkeit fördert. Ohne die Fähigkeit Angst zu empfinden, hätten wir nicht überleben können, denn es gab und gibt genug Dinge, die schlicht gefährlich sind und wo eine gesunde Wachsamkeit am Leben und gesund erhält.

Deshalb baut sich der, der vor keinem realen Grund Angst haben muß, gern Schwarze Männer als Ersatz.

Entweder bewußt - schon kleine Kinder lieben Gruselgeschichten über Monster und Schwarze Männer, auch wenn sie danach im Bett prompt Angst kriegen vor den angeblichen Monstern unterm Bett -
oder unbewußt, bei vielen Erwachsenen, die sich dieses psychischen Mechanismus einfach nicht bewußt sind.

Wer sein Angstbedürfnis regelmäßig bei "Aktenzeichen XY ungelöst" und Horrorstreifen im Kino abreagiert, ist vielleicht psychisch gesünder als jemand, der sich von allem, was Angst machen könnte, egal ob Grusel im Fernsehen oder die fette Spinne im Badezimmer, systematisch fernhält. Denn bei dem wächst die "nötige" Angst dann auf einer unbewußten Schiene, Angststörungen, Angst vor Krebs oder "Strahlungen", oder er läuft irgendwelchen "Warnern" vor "kriminellen Ausländern" hinterher ...


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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 15:41
Rao schrieb:Sag ich doch. Die Verhältnisse, was Freizeit, Wohnfläche, Gesundheitsvorsorge und viele andere Dinge angeht, sind heute besser als je zuvor, und was passiert, die Leute scheinen kränker als je zuvor zu sein. Real - oder Einbildung?
Bei wem ist denn die Freizeit mehr geworden? Bei wem wurde sie weniger? Welcher Prozentsatz der Menschen ist größer und wächst auch weiter?
Würde mich nicht wundern wenn die Zahl derer, die mehrere Jobs brauchen um über die Runden zu kommen, stetig größer geworden ist.


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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 15:49
Früher haben viele Menschen trotz 16-Stunden-Tag in einem einzigen Job so wenig verdient, daß sie kaum über die Runden kamen. Siehe Landwirtschaft vor 200 Jahren. Die Menge an Freizeit insgesamt ist für die meisten stark angestiegen, denn auch Leute mit mehreren Jobs haben zumindest hin und wieder Urlaub oder freie Sonn- und Feiertage. Das war früher nicht selbstverständlich!


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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 16:01
Rao schrieb:Früher haben viele Menschen trotz 16-Stunden-Tag in einem einzigen Job so wenig verdient, daß sie kaum über die Runden kamen. Siehe Landwirtschaft vor 200 Jahren.
Würde ich anfechten. Mag sein dass es in manchen Bereichen so ist, aber überwiegend glaub ich da nicht dran. Regelungen für Urlaub usw schön und gut, aber wenn dann mehrere Jobs da sein müssen bringt diese Regelung wenig. Zeitarbeit, Mindeslohnsektoren usw. immer noch hart am aufblühen...
Schau dir doch die traditionelle (mögliche) Rollenverteilung von früher an.
In welchem Job kann heute ein Mann für seine Familie sorgen während die Frau bei den Kindern ist? Klar die gibt es unstreitbar. Aber Heute reicht da eine Stelle als Zeitarbeiter absolut nicht. Selbst mit einem gelernten Handwerksberuf wirds ohne zutun der Frau, bestimmt ganz schön eng wenn nicht sogar in manchem handwerks Sparten unmöglich.


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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 17:19
Flitzschnitzel schrieb:In welchem Job kann heute ein Mann für seine Familie sorgen während die Frau bei den Kindern ist?
Der Bezug passt nicht so recht, weil heute keiner mehr in den Wohnverhältnissen von früher leben möchte.

Vielleicht mag auch die nachfolgende Statistik die Sicht auf die Verarmung ein wenig relativieren.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/198031/umfrage/stunden-die-ein-deutscher-fuer-bestimmte-lebensmittel-arbe...


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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 17:37
Beitrag von emz, Seite 4

Mit der Samstags"arbeit" brauchen wir noch weniger weit zurückgehen. Ich bin 1986 in die Schule gekommen (DDR) und ich weiß nicht mehr genau wie lange, aber mindestens für die erste Klasse hatten wir samstags noch von 8 bis 12 Schule.

Das könnte jetzt ein längerer Text werden, ich bitte um Entschuldigung.
Aus meiner Sicht spielen hier ganz viele Dinge mit rein. Ich denke alle Zeiten haben Gutes und Schlechtes an sich gehabt, ich möchte weder vor 50.000 noch vor 500 noch vor 70 Jahren gelebt haben. Früher wurde sicher mehr gearbeitet wenn es hell war (Tag / hellere Jahreszeiten), heute haben wir viel Technik die uns die Arbeit erleichtern kann.
Obwohl es uns vom Wohlstand her (Kombination aus Menschlichkeit und Konsum) zwischen den 60ern und 2010 am besten gegangen sein dürfte, geht es uns auch heute im Vergleich zu vielen Ländern nicht schlecht. Dennoch sind die psychischen Erkrankungen (z.B. auch bei vorzeitigen Berentungen) weiter am Ansteigen.
Es gibt viele Ideen dazu, sind wir inzwischen zu "verweichlicht" (was würde passieren wenn in den nächsten 5 Tagen komplett in Deutschland der Strom ausfallen würde, geschweige denn ein Krieg käme, wären wir noch überlebensfähig?), ist der heutige dauerhafte psychische Stress schlimmer als früherer körperlicher Stress, werden wir zu sehr unter Druck gesetzt?

Ich kann mir vorstellen, dass es von allem ein wenig ist. Wir konsumieren heutzutage sehr viel, glücklich scheint es uns nicht zu machen. Die meisten Menschen wirken gestresst, wollen ihre Ruhe, die Hecken und Zäune werden immer höher. Viele erscheinen unzufrieden, fast egal um was es geht.

Ich hab das Empfinden, dass uns Zusammenhalt und vielleicht auch Glaube fehlen (wobei ich atheistisch aufgewachsen bzw. erzogen worden bin). Wir brauchen "Menschlichkeit", wie auch immer wir es definieren.

Es ist eine komische Zeit, auf der einen Seite haben wir mehr Zeit als früher (aber auch für Fernseher, Smartphones *sich selbst an die Nase langt*), auf der anderen Seite sind wir gestresst, gestresst, gestresst. Es ist wie eine komische Mischung aus gleichzeitig irgendwie Monotonie / Langeweile und ständiger Überlastung / Reizüberflutung.

Just my 2 cents :)


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09.08.2019 um 17:49
@emz
emz schrieb:aber das tangierte die Menschen nicht direkt.
Seh ich anders. Habe die Stimmung ja miterlebt. Viele meiner Bekannten wollten zB gerade deswegen keine eigenen Kinder.


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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 18:52
emz schrieb:Der Bezug passt nicht so recht, weil heute keiner mehr in den Wohnverhältnissen von früher leben möchte.
Welche Wohnverhältnisse meinst du?
emz schrieb:Vielleicht mag auch die nachfolgende Statistik die Sicht auf die Verarmung ein wenig relativieren.
"Arbeitszeit für den Erwerb ausgewählter Lebensmittel in Deutschland in den Jahren 1970 und 2017 (in Minuten)"
Seltsame Statistik zum Thema. Btw kann man sie auch nur sehen wenn man 50 Okken im Monat für die Seite blecht. Aber da gibs doch bestimmt irgendwo im Netz was besseres.

Aber ich glaub da läuft die Diskussion sowieso zu weit weg vom Kern Problem. Denn psychischen Leiden sind kein Grundmerkmal von einem Gehalt. Auch wenn es bei manchen mit einspielen kann und auch tut.
Wenn man sich die Einflussfaktoren über Resilienz anschaut wird klar, dass Zusammenhalt, Gemeinschaft, soziales Umfeld usw. für eine widerstandsfähige Psyche sprechen. Jetzt kommt es eben drauf an was man von der Gesellschaft hält. Driftet die Gesellschaft immer mehr zusammen oder eher auseinander? Wenn die Leute immer mehr auseinander gleiten, es immer weniger Zusammenhalt gibt, dann aus welchem Grund?


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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 19:11
man kann ja mal die psychisch kranken fragen ,was sie meinen ,woran es liegt das sie krank sind ?
was sind störfaktoren im leben ,oder situationen die ihnen zu schaffen machen ?

wo ist die lage unzufrieden ,wo liegen die ängste ?


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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 20:48
GleichMut24 schrieb:Dennoch sind die psychischen Erkrankungen (z.B. auch bei vorzeitigen Berentungen) weiter am Ansteigen.
Wenn es nicht mit finanziellen Problemen einhergehst, dann kenne ich viele, die eigentlich froh sind, vorzeitig in Rente gehen zu können.
Flitzschnitzel schrieb:Welche Wohnverhältnisse meinst du?
Beitrag von emz, Seite 4
Flitzschnitzel schrieb:Seltsame Statistik zum Thema. Btw kann man sie auch nur sehen wenn man 50 Okken im Monat für die Seite blecht. Aber da gibs doch bestimmt irgendwo im Netz was besseres.
Es war als kurze Info zu verstehen. Nein, ich suche im Netz jetzt nichts Besseres raus.
Flitzschnitzel schrieb:Wenn man sich die Einflussfaktoren über Resilienz anschaut wird klar, dass Zusammenhalt, Gemeinschaft, soziales Umfeld usw. für eine widerstandsfähige Psyche sprechen. Jetzt kommt es eben drauf an was man von der Gesellschaft hält. Driftet die Gesellschaft immer mehr zusammen oder eher auseinander? Wenn die Leute immer mehr auseinander gleiten, es immer weniger Zusammenhalt gibt, dann aus welchem Grund?
Ist es so, dass sie weiter auseinandergleiten?
zweiter schrieb:man kann ja mal die psychisch kranken fragen ,was sie meinen ,woran es liegt das sie krank sind ?
Vor allem sollte man auch darüber sprechen, von welchen psychischen Krankheiten wir überhaupt reden.


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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 22:09
emz schrieb:Es war als kurze Info zu verstehen. Nein, ich suche im Netz jetzt nichts Besseres raus.
Sollte nur verdeutlichen dass solche Links fürn After sind.
emz schrieb:Ist es so, dass sie weiter auseinandergleiten?
Was würdest du sagen?
Das ist eben die Frage welche im Raum steht. Sicher gibt es Argumente für beide Seiten. Wobei ich eher zu einem Ja tendiere. Grade in Großstädten scheint es der Fall zu sein, dass viele Menschen trotz großer Menschenmassen vereinsamen.
Oder Länder in denen ein großer Leistungsdruck/Ellbogengesellschaft herrscht, ist sich scheinbar jeder selbst der nächste egal wie hoch der Lebensstandart ist. Das ist dann in einem Land wie zb. Südkorea, in dem ein hoher Lebensstandart herrscht genauso fatal, wie in Mosambik wo Armut herrscht. Beide unter den top 10 der Selbstmordraten.

Dazu kommt die Technik, welche uns durch die Informationsgeschwindigkeit auf mancher Ebene zwar zusammenrücken lässt, aber andererseits auch weiter voneinander trennt. Nicht wenige sprechen und drücken mittlerweile mehr Worte durch kaltes Metall, als unmittelbar mit Augenkontakt.

Andererseits steckt die Psychologie im Verhältnis zu anderen Sparten noch in den Kinderschuhen. Klar dass hier immerwieder "neue" Krankheiten entdeckt werden, und samt Aufklärungsarbeit, für ein vermehrtes Wahrnehmen beitragen.


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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 22:29
Flitzschnitzel schrieb:Sollte nur verdeutlichen dass solche Links fürn After sind.
So wie dein Kommentar ;)
Flitzschnitzel schrieb:Andererseits steckt die Psychologie im Verhältnis zu anderen Sparten noch in den Kinderschuhen.
Dachte, wir wären bei Krankheiten, also im Bereich der Psychiatrie.


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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 22:33
emz schrieb:Dachte, wir wären bei Krankheiten, also im Bereich der Psychiatrie.
Wir können uns auch gerne über jeden Begriff einzeln zerfleischen. Bringt aber wenig.
emz schrieb:So wie dein Kommentar
Wenn du meinst...

Kommt da noch was, oder willst du weiter Einzeiler spammen...?


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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 22:45
Flitzschnitzel schrieb:Wir können uns auch gerne über jeden Begriff einzeln zerfleischen. Bringt aber wenig.
Wenn du möchtest, können wir das gerne :D
Du darfst dich aber gerne auch selbst schlau machen, wo der Unterschied liegt.
Wenn's um Krankheiten geht, wäre man halt bei einem Arzt besser aufgehoben.


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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 22:47
@emz
Beide Sparten gehn da Hand in Hand. Aber ich denke du kannst den Satz auch so verstehen was dieser aussagen sollte. Oder irre ich mich da und habe dir zuviel zugetraut? Wozu also diese Nebelkerze?


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09.08.2019 um 22:55
Flitzschnitzel schrieb:Oder irre ich mich da und habe dir zuviel zugetraut?
Wenn du meinst, ich gehe da weiter drauf ein, dann irrst du dich tatsächlich.
Ob du mir zuviel zugetraut hast, dein Einschätzung interessiert mich nicht sonderlich.


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Warum sind so viele Menschen psychisch krank?

09.08.2019 um 23:22
@Rao
Rao schrieb:die Leute scheinen kränker als je zuvor zu sein.
Das sie kränker würden, ist nur eine mögliche Erklärung. Es gibt auch andere:
- Veränderte, gesellschaftliche Einstellungen. Weniger Stigamatisierung und schon trauen sich auch mehr Leute, ihrer psychischen Probleme wegen zum Artz zu gehen, bzw
- trauen sich auch, offen über ihre Probleme zu reden.
- Übernahme der Kosten für Behandlung durch Kassen. Somit gehen nicht nur mehr die reichen zur Therapie.
- Was den Erkrankungen auch ihren Ruf als Modekrakheit für gelangweilte reiche Damen nimmt.
- Vermehrte öffentliche Diskussion schärft den Blick.
- Bessere Diagnostik ermöglicht frühere Erkennung und genauere Differenzierung.
- Mediale Ausbreitung der Thematik, somit nimmt man sie einfach vermehr und bewusster wahr.


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