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Neopaganismus im Aufschwung

65 Beiträge, Schlüsselwörter: Magie, Hexen, Indianer, Germanen, Kelten, Wicca, Schamane, Pagan, Neopaganismus

Neopaganismus im Aufschwung

19.10.2019 um 16:53
Noch ein Zitat aus derselben Quelle (https://www.evangelisch.de/inhalte/144093/30-05-2017/luther-von-der-freiheit-eines-christenmenschen):

"Zur christlichen Freiheit gehört entscheidend, dass der Christenmensch sich nicht mehr an moralischen Leistungskatalogen zu orientieren hat, sondern dass das in einer gegebenen Situation Richtige (das Liebevolle) stets in sein eigenes Urteil gestellt ist. Die christliche Freiheit ist darum auf Selbstständigkeit gerichtet: Sie manifestiert sich als Gewissensfreiheit. Das heißt, dass in ein und derselben Situation zwei Christenmenschen unterschiedlich handeln können, ohne dass einem von beiden (oder beiden) das Selbstverständnis des Christseins abgesprochen werden darf, solange nicht ein Verstoß gegen das Liebesgebot vorliegt. Ob wiederum ein Verstoß gegen das Liebesgebot vorliegt oder nicht, lässt sich außer in eklatanten Fällen nur vom Handelnden selbst beurteilen, weil, wie Luther sagt, niemand dem anderen ins Herz sehen kann."

Das ist so ziemlich das Gegenteil von allem, was du dem Christentum unterstellst.


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19.10.2019 um 18:00
superhonk schrieb:Das ist so ziemlich das Gegenteil von allem, was du dem Christentum unterstellst.
Wobei ich bei Luthers Aussagen schon etwas skeptisch bin. Wenn es wahr ist was der Typ alles in seinem Leben angestellt hat. Klar trotzdem können seine Worte etwas gehaltvolles haben. Aber es wäre ähnlich wenn Hitler etwas über die Freiheit aller Menschen gesagt hätte. Genauso kommts bei Luther rüber, wenn er etwas über die Liebe oder den Christen sagt... ^^


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19.10.2019 um 19:41
@Flitzschnitzel
Ich verstehe absolut, was du meinst. Luther hat natürlich (vor allem später in seinem Leben) einige fürchterliche Dinge geschrieben (besonders was seinen Antisemitismus betrifft). Deshalb wird er als Person heute auch von niemandem mit Verstand mehr "auf einen Sockel gehoben".
Aber bei Luther findest man diese evangelische Lehre nun einmal zum ersten Mal so explizit ausformuliert. Auch wenn wir glauben, dass es im Grunde auch schon in der Bibel (v. a. Römerbrief) so steht.


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20.10.2019 um 10:28
superhonk schrieb:Ich persönlich bin froh, in einer Gesellschaft zu leben, wo jede*r glauben darf, was er oder sie will.
Darüber bin ich auch froh, obwohl Neopaganisten es dennoch fast nur heimlich tun. Sie verbergen ihren Glauben im Alltag (siehe den von mir verlinkten Bericht), weil dieser immer wieder mit Nazis und Neo - Nazis in Verbindung gebracht wird. Zumindest die Asatru haben mit derartigen Anfeindungen und Anschuldigungen zu kämpfen, dabei kennen Nazis nicht mal den Unterschied zwischen Frigg und Freya.
(Frija haben wir zum Beispiel den Wochennamen Freitag zu verdanken, was auch kaum jemand weiß.)


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20.10.2019 um 12:07
SawCleaver schrieb:Sie verbergen ihren Glauben im Alltag (siehe den von mir verlinkten Bericht), weil dieser immer wieder mit Nazis und Neo - Nazis in Verbindung gebracht wird.
Das liegt wahrscheinlich daran, dass auch Nazis Symbole, die mit dem Neopaganismus in Verbindung stehen, oft benutzen (Thorshammer an einer Kette um den Hals, Naziklamotten mit Runen etc.). Ich nehme an, dass diese Leute zumeist nicht wirklich dem Neopaganismus anhängen, sondern auch ein erheblicher Teil antichristliche Provokation dahintersteht (weil Nazis das Christentum mit "linksgrünversifft" assoziieren oder daran glauben, dass es "artfremde" und "artgemäße" Religionen gäbe).

Das heißt natürlich nicht, dass alle, die solche Symbole nutzen, deswegen Nazis sind.
SawCleaver schrieb:(Frija haben wir zum Beispiel den Wochennamen Freitag zu verdanken, was auch kaum jemand weiß.)
Wer weiß das nicht? Das ist in allen germanischen Sprachen so und ich würde sagen, dass es Allgemeinwissen ist.


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Neopaganismus im Aufschwung

20.10.2019 um 13:54
@SawCleaver
Um zum Thema Neopaganismus zurückzukommen: Wie ist es denn bei dir?

Du sagst, du fühlst dich dem verbunden. Inwieweit glaubst du denn z.B. an die damit in Verbindung stehenden Mythen?

Existieren diese Gottheiten für dich wirklich? Kannst du zu ihnen beten? Spürst du ihre Anwesenheit?

Welchen ethischen Gehalt hat diese Glaubensrichtung? Welche Grundregeln? Ist es so ähnlich wie bei anderen polytheistischen Religionen, dass eine Art "Karma" angenommen wird, dem alle Wesen unterworfen sind?

Könnte sich diesem Glauben prinzipiell jede*r anschließen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe etc.? Oder ist er gewissermaßen "an den Boden"/die Abstammung gebunden"?


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20.10.2019 um 15:35
superhonk schrieb:Um zum Thema Neopaganismus zurückzukommen: Wie ist es denn bei dir?
Ich habe mich schon als kleines Mädchen für die alten Götter interessiert. Für Odin, Zeus, die indianischen Mythen und auch Ägyptische Götter wie Osiris oder der unsagbar spannende Thot. Später kamen dann auch die Hinduistischen Götter hinzu, und der Mahabharata fesselt mich bis heute.

Wichtig ist mir noch die Verbundenheit zur Natur, ergo dass sich der Mensch selbige nicht Untertan macht, sondern mit ihr koexistiert.
superhonk schrieb:Du sagst, du fühlst dich dem verbunden. Inwieweit glaubst du denn z.B. an die damit in Verbindung stehenden Mythen?
Ich erforsche sie, und finde sie unsagbar spannend. Mythen waren aber schon immer meine Leidenschaft, und diese fließen auch oft (wenn auch meist fiktiver Natur) in meine Geschichten und Kurzgeschichten mit ein.
superhonk schrieb:Existieren diese Gottheiten für dich wirklich?
Hm... im Kern führen alle Gottheiten auf etwas zurück. Wenn ich jetzt z.B. den keltischen Cernunnos nehme, so komme ich unweigerlich zu Pan, Satyr, Faun, Anubis (Osiris), Lahmu, Shiva usw. Lahmu ist mitunter der Älteste, aber die sumerische Hochkultur existierte in etwa zu Zeiten der Kelten. Viele Gottheiten flossen in andere Länder und Kulturen mit ein, wurden umbenannt oder anders gedeutet. Im Kern waren sie jedoch stets gleich.

Ein Beispiel ist auch noch die Symbolik des Pentagramms. Durchtrennt man einen Apfel, so bildet der Kern das Pentagrammzeichen. Die Sumerer verehrten beide, und auch heute noch hat sowohl der Apfel, als auch das Pentagramm seine Bedeutung nicht verloren, und dass obwohl selbige auch von Religionen wie das Christentum verehrt oder verwendet werden. Es könnte auch damit zusammen hängen, dass die Venus (der Morgenstern) in ihrer Umlaufbahn alle 8 Jahre ein Pentagramm um die Erde macht, und 2020 hat sie es wieder vollendet. So könnten die alten Astronomen dies als zusätzliches Zeichen, neben dem Apfel (welcher zur verbotenen Frucht der Erkenntnis gemacht wurde - obwohl man sich bezüglich der Fruchtart noch uneinig ist) gesehen haben.

Um darauf also genau zu antworten, müsste ich die "Originalgötter" kennen, und nicht nur deren Tausende von Namen und Bedeutungen über die Jahrhunderte hinweg. Allein Marduk hatte schon 50 Namen, und damit steht er nicht allein. So könnte auch möglicherweise Cernunna Lahamu sein, aber dazu müsste ich auch mal Originalquellen erforschen und die Sprachen verstehen können. Hätte ich die Möglichkeit den Ursprung ungefiltert zu erforschen, wüsste ich was real war, nur Fiktion oder ob alles überhaupt eine Bedeutung hat.
superhonk schrieb:Kannst du zu ihnen beten?
Sicher, und das kann jeder. Man kann theoretisch zu alles beten, und es hat einen positiven psychologischen Effekt. ;)
superhonk schrieb:Spürst du ihre Anwesenheit?
Ich spüre "die Magie" vor meinen Altären. Es ist die meditative Ruhe, und das in sich gekehrt sein. Ich fühle dabei sozusagen meine innere Mitte.
superhonk schrieb:Welchen ethischen Gehalt hat diese Glaubensrichtung? Welche Grundregeln? Ist es so ähnlich wie bei anderen polytheistischen Religionen, dass eine Art "Karma" angenommen wird, dem alle Wesen unterworfen sind?
An Karma glaube ich persönlich sehr, und erhoffe mir davon Gerechtigkeit. Auch über den Tod hinaus. Grundregeln gibt es nur bei den Wiccanern, denn diese befinden sich tatsächlich in einer Religion mit Dogmen. Alle anderen neopaganistischen Richtungen und Glaubensvorstellungen hingegen sind frei, offen und tolerant gegenüber Andersgläubige.
superhonk schrieb:Könnte sich diesem Glauben prinzipiell jede*r anschließen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe etc.? Oder ist er gewissermaßen "an den Boden"/die Abstammung gebunden"?
Es gibt keine Grenzen oder gar Ausgrenzungen. Du kannst zum Beispiel nach Abydos in Ägypten reisen, um die Magie des alten Ägyptens zu spüren (oder die bekanntesten Hieroglyphen der Welt dort zu bewundern ;) ) oder die Pyramiden zu bestaunen. Dann könntest du zu Re beten oder seine Tochter Bastet ehren, indem du Katzen gut behandelst und hoffst das die Göttin der Fruchtbarkeit alle Schwangeren beschützt. Der Neopaganismus ist mannigfaltig, und so lange wie niemand zu Schaden kommt, ist alles erlaubt. Wichtig ist in meinen Augen nur der Respekt gegenüber Tieren, der Natur und seinen Mitmenschen.


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20.10.2019 um 15:58
@SawCleaver
Danke, ich finde das durchaus interessant.

Ich hatte da bisher sicherlich auch meine Vorurteile, besonders weil es Leute gibt, die dieses "Pagane" nur zur Provokation/um andere zu schockieren und zu verletzen einsetzen (z. B. Kleidungsstücke oder Autoaufkleber mit gegen Christentum oder Islam gerichteten Parolen "Odin statt Jesus" oder "Odin statt Allah"). Bei denen dient das wahrscheinlich eher zur Herabsetzung und versuchten Einschüchterung der "Gegner" bzw. einfach nur zum Ausdruck der Islamfeindlichkeit oder generell Religionsfeindlichkeit, ohne dass da wirklich eine so differenzierte Weltanschauung wie bei dir dahintersteht.

Rainer Winkler (der "Drachenlord") trägt ja auch gern sein Sweatshirt mit der Aufschrift "Lieber mit Odin in Walhalla saufen als mit Jesus im Himmel weinen".


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20.10.2019 um 16:06
superhonk schrieb:Parolen "Odin statt Jesus"
das gibt es aber auch umgekehrt. ZB auf t-shirts.


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20.10.2019 um 16:09
Kybela schrieb:das gibt es aber auch umgekehrt. ZB auf t-shirts.
Ok, das wusste ich nicht. Habe ich noch nicht gesehen. Finde ich genauso unnötig und unangemessen, aber meinetwegen sollen die Leute anziehen, was sie wollen, auch wenn es sie unsympathisch macht.


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20.10.2019 um 16:21
superhonk schrieb:Ich hatte da bisher sicherlich auch meine Vorurteile, besonders weil es Leute gibt, die dieses "Pagane" nur zur Provokation/um andere zu schockieren und zu verletzen einsetzen (z. B. Kleidungsstücke oder Autoaufkleber mit gegen Christentum oder Islam gerichteten Parolen "Odin statt Jesus" oder "Odin statt Allah"). Bei denen dient das wahrscheinlich eher zur Herabsetzung und versuchten Einschüchterung der "Gegner" bzw. einfach nur zum Ausdruck der Islamfeindlichkeit oder generell Religionsfeindlichkeit, ohne dass da wirklich eine so differenzierte Weltanschauung wie bei dir dahintersteht.
Provokation und Extreme sind immer falsch. Die Harmonie ist wichtig. Das Gleichgewicht zwischen den Glaubensvorstellungen, zwischen Mann und Frau (mit beidseitigem Respekt voreinander), zwischen Mensch und Natur (mit Respekt vor den Tieren) usw. Es ist das Yin und Yang - Prinzip, welches durch Extreme zerstört wird. Alles was man zu kritisieren oder gar zu verteufeln gedenkt, trägt man auch ein stückweit in sich selbst - und genau das symbolisiert auch dieses Zeichen:


yin-yang-great-ultimate-chinese-medicine

Aber ebenso auch das Pentagramm, welchen mit zwei Zacken nach oben das Männlich, und einem Zacken oben das Weibliche darstellt (beides zusammen ist eine Einheit) oder auch die Triquetra. Es gibt viele Symbole der Harmonie und Gleichheit, aber die Menschen neigen leider gerne dazu sich zu bekriegen oder andere Meinungen und Vorstellungen nicht akzeptieren zu wollen, gerade weil sie nur eine einzige Sichtweise erkennen und sehen möchten. All das zerstört die Ordnung und gerade Naturreligionen streben oft nach selbiger.
superhonk schrieb:Rainer Winkler (der "Drachenlord") trägt ja auch gern sein Sweatshirt mit der Aufschrift "Lieber mit Odin in Walhalla saufen als mit Jesus im Himmel weinen".
Über "Drachenlord" hört und liest man ohnehin nur Schlimmes. Ich will da gar nicht erst genau nachgoogeln oder gar forschen. :troll:


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24.10.2019 um 17:14
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Mal etwas Interessantes in Sachen Sternbilder:
Pan war ein grobschlächtiger Typ: massiger Körper, behaartes Gesicht, zwei kleine Hörner auf dem Kopf. Der griechische Hirtengott lebte in der freien Natur und stieg am liebsten Frauen nach. Außerdem sprach er kräftig dem Alkohol zu, wobei er fürchterlich laut schreien und dabei sprichwörtlich "Panik" verbreiten konnte. Beim Kampf um den Olymp spielte Pan eine wichtige Rolle.

Denn er riet den Göttern, auf der Flucht vor Giganten und Titanen die Gestalt von Tieren anzunehmen. So etwa wurde Apollo zum Raben, Zeus zum Hammel. Pan sprang ins Meer, weil er sich in einen Fisch verwandeln wollte - was ihm nicht ganz gelang. So blieb der Hirtengott ein amphibisches Mischwesen. Als Zeus in einem epischen Götterkampf schwere Verletzungen davontrug, wurde er von Pan und seinem Kollegen Hermes wieder zusammengeflickt. Der Obergott zog erneut in den Kampf und gewann.

Zum Dank versetzte er Pan als Steinbock ans Firmament. Dort können wir ihn im Herbst über dem Südhorizont bewundern. Das Sternbild gehört zu den ältesten überhaupt, schon vor 4800 Jahren beschrieben es die Sumerer. Die Babylonier sahen in ihm einen "Ziegenfisch". Der griechische Astronom Ptolemäus nahm es im zweiten Jahrhundert als eine von 48 Konstellationen in seinen Katalog auf.

Sterne und Sternbilder: Der Steinbock gehört ebenso zu den Tierkreisbildern wie Widder, Fische, Wassermann und Schütze, die wir jetzt im Süden finden. Hoch am Himmel schimmert das Pegasus-Viereck, während die Spitzen des Sommerdreiecks mit den Sternen Atair im Adler, Deneb im Schwan und Wega in der Leier im Südwesten leuchten. Nicht sehr hoch im Norden steht der Große Wagen, östlich von ihm blinkt Kapella im Fuhrmann. Darüber prangt die Kassiopeia, östlich von ihr funkelt die Sternenkette der Andromeda mit der schwach glimmenden Galaxie. Der Kleine Wagen mit dem Polarstern an der Deichselspitze steht kopfüber im Norden.

Quelle
steinbock


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24.10.2019 um 17:21
superhonk schrieb am 19.10.2019:Das ist so ziemlich das Gegenteil von allem, was du dem Christentum unterstellst.
Ja und Nein, es ist durchaus richtig was du schreibst, trifft aber grösstenteils auf das Protestantische Christentum zu, aber das katholische und orthodoxe Christentum hat da glaube eine andere Sicht. Das ist eine Frage weswegen es zum Schisma der Protestanten der Katholischen Kirche gekommen ist.


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Neopaganismus im Aufschwung

24.10.2019 um 17:30
Hayura schrieb:Ja und Nein, es ist durchaus richtig was du schreibst, trifft aber grösstenteils auf das Protestantische Christentum zu, aber das katholische und orthodoxe Christentum hat da glaube eine andere Sicht.
Das stimmt vollkommen. Ich meinte damit nur meine Auffassung aus protestantischer Sicht, die jedenfalls nicht zu dem passte, was hier vorher verallgemeinernd über das Christentum geschrieben wurde, wobei dieses als eine Art Gesetzesreligion dargestellt wurde.


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25.10.2019 um 01:08
SawCleaver schrieb am 16.10.2019:Das ist die beste Analogie, die ich in diesem Zusammenhang jemals gelesen habe. Chapeau!
Tjo, was soll man sagen:
"Hoch lebe das Marmeladenbrot!" (oder ist das dann auch nen heidnischer Kult? :))
withe schrieb am 16.10.2019:"dass alle Nazis sind" habe ich genau nicht gesagt und auch den Hinweis auf diese ausdrücklich nur angedeutet.
Erfahrungsgemäß finden sich solche "Andeutungen" ganz gerne, wenn der Urheber eigentlich selbst weiß, dass es dieses "Argument" eine Nullnummer ist, aber wenn die echten Argumente knapp sind, dann müssen eben manchmal auch solche "Andeutungen" herhalten, in der Hoffnung, dass das nicht auffällt.
(Keine Unterstellung, lediglich ein persönlicher Erfahrungswert).
withe schrieb am 16.10.2019:Trotzdem führte ich eine Gemeinsamkeit mit dem Glauben der Nazis zur Abschreckung an:
Bekanntlich griffen die Nationalsozialisten in ihrer Ideologie auch auf die alten germanischen Götter zurück,
Genauso gut hättest du aber auch vorm Studium der Landwirtschaft warnen können, immerhin haben die Nazis die Bauern ganz hoch geschätzt.
Außerdem haben fast alle Nazis Vollkornbrot gegessen und mutmaßlich auch Unterhosen getragen.

Warum wird das nicht in die Abschreckungsabsichten eingebunden?
withe schrieb am 16.10.2019:zumal sie das Christentum ablehnten und bekämpften.
Wie @SawCleaver bereits ausgeführt hat ist das so einfach mal nicht wahr.
Es gab zwar Reibungen zwischen Kirchen und NS-Regime, die hatten aber ganz erheblich damit zu tun, dass vor allem die katholischen Machtstrukturen mit den Gleichschaltungsmaßnahmen, die für Machtsicherung der Nazis sehr bedeutsam war nicht gut in Einklang zu bringen waren.

Trotzdem kann man keineswegs von einer Bekämpfung des Christentums sprechen, immerhin wurde den christlichen Kirchen sehr früh ihr weiterer Bestand zugesichert und dieser "Pakt" wurde auch eingehalten.
Du kannst nicht einerseits ein paar Überschneidungen mit "heidnischen Ritualen" auf alte Religionen als Gesamtheit projektieren so als "Abschreckung" und dann aber komplett verschweigen, dass die meisten Deutschen den christlichen Kirchen angehört haben und den christlichen Kirchen von den Nazis so einiges an Freiheiten zugesichert wurden, während der germanische Götterglaube als "Bürgerreligion" keine nennenswerte Rolle gespielt hat.

Da stellt sich mir durchaus die Frage, warum die Tatsache, dass ein erheblicher Anteil derer, die da Juden deportiert, Dienst in KZs getan haben und an anderen Dingen beteiligt waren Christen waren von Dir nicht als "abschreckendes Beispiel" genannt hat.

Wie erzählte mal eine Nachbarin so schön:
Als ihre Mutter erfahren hat, dass der angebliche "Neffe" der Nachbarn ein Jude war, den sie versteckt hielten meinte sie zu ihrem Mann, ob sie das nicht melden sollten und hielt die ziemlich entrüstete Antwort:
"Klar, schicken wir den Mann in den Tod. Ich soll dann am Sonntag aber trotzdem noch mit Dir in die Kirche gehen?"
Der Neffe wurde nicht gemeldet.
Aber es saßen jeden Sonntag massenweise Leute in der Kirche, die ganz dringend ihre Fußmatte bügeln oder dem Kaktus nen Pullover stricken mussten und deswegen bedauerlicher Weise nichts tun konnten, wenn jüdische Nachbarn auf Nimmerwiedersehen abgeholt wurden.

Trotzdem fällt es mir nicht schwer einfach mal pauschal anzunehmen, dass "heutige Christen" damit nichts zu tun hatten.
withe schrieb am 16.10.2019:Meine Warnung, dass Paganismus gefährlich sei, geht vielmehr darauf hin: ... Zunächst ist Ahnenverehrung
Ich weiß jetzt nicht genau, was Du mit "Ahnenverehrung" meinst, aber die Beschwörung von Urgroßmutters Geist um doch noch an das Apfelkuchenrezept zu kommen spielt zumindest in der altnordischen Götterlehre (mit der kenne ich mich besser aus als mit anderen) eher keine Rolle.
withe schrieb am 16.10.2019:Zum Christentum: Du benutzt merklich Klischees, bist auch ein wenig abgeneigt. Also wirst du kaum Lust haben, die Bibel und Gegenargumente zu studieren.
Wenn Du möchtest, dass ich nochmal auf Deine Beiträge eingehe, dann nimm von diesem anmaßendem:
"Wenn Du meine Meinung nicht teilst, dann kann das nur heißen, dass Du keine Ahnung hast-Getue" bitte Abstand und respektiere, dass Du mich nicht kennst.

Deine Ansicht, dass ein Bibelstudium zwangsläufig zu einer positiven Einstellung führen muss ist so einfach nicht korrekt.
Es ist nicht die fehlende Kenntnis der Inhalte der Bibel, die mich dazu bewegt den christlichen Glauben für mich persönlich abzulehnen.
Das exakte Gegenteil ist der Fall.
Ich wuchs in einer christlichen Gemeinde auf.
Mit Bibelkreis, Sonntagsschule, Gemeindedienst, christlichem Kindergarten und was sonst noch so dazu gehört.
Obgleich es sich zum Glück nicht um eine fanatische Gemeinde gehandelt hat wurden mir die Bibelinhalte so eingetrichtert, dass ich viele Jahre lang überhaupt nicht wusste, dass es sich um eine Religion handelt an die man glauben kann und keineswegs um eine gesicherte Tatsache.
Die Frage ob es diesen Gott überhaupt gibt und die Bibel mehr ist als einfach nur eine historisch interessante Sammlung von Schriften, die uns viel darüber beibringen kann, wie die Menschen vor uns sich die Welt erklärt haben war einfach kein Thema.
"Das ist so." und damit war kein Platz für eventuelle "Glaubensfragen.

Und im Grunde war es grade der Inhalt der Bibel, der dazu beitrug, dass ich mich irgendwann von dem Glauben losgesagt habe.
Allerdings nur von dem Glauben, der Gemeinde blieb ich dennoch zugehörig.
withe schrieb am 16.10.2019:Jesu Symbol, das Hängen am Kreuz, ist wohl die unübertreffliche Widerlegung der Aggresivität des Christentums.
Das kann man halt eben auch anders sehen.

"Ach liebe Menschlein, wisst ihr was? Das mit dem freien Willen nutzt ihr irgendwie anders als ich es gut finde, aber nochmal Flut und so ist mir zu doof, deswegen mache ich Euch jetzt mal ein Friedensangebot:
Ich schicke Euch meinen Sohn, bringe damit die "auserwählte Jungfrau" in allerhöchste Lebensgefahr.
Den (und ein paar seiner Anhänger) bindet bzw nagelt ihr dann ans Kreuz, lässt die dort elendig verrecken und danach sind wir alle wieder Freunde."

Gott hätte sich da ggf mal nen Berater nehmen sollen, denn was daran nun "Friede und Barmherzigkeit" symbolisieren soll ist mir komplett unverständlich.
withe schrieb am 16.10.2019:Mal ne Frage: Du würdest ggf. deine Kinder von jeder Berührung mit deiner praktizierten Religion sorgfältig fernhalten, bis sie selbst urteilsfähig sind?
Exakt.
Meiner Ansicht nach ist Religion nichts was in das Leben eines kleinen Kindes gehört.
Da ich ein großer Freund der Religionsfreiheit bin und fest davon überzeugt, dass man nur mit dem gut zusammenleben kann was man auch versteht fände ich einen "Gesamtreligionsunterricht" in dem Kindern die Möglichkeit gegeben wird zu verstehen, dass es "Die einzig wahre Religion" nicht gibt und man dem jüdischen, muslimischen und "heidnischen" Nachbarn genau wie jedem anderen zugestehen muss, dass dort dieser Glaube nun einmal viel bedeutet und dies nicht als Angriff auf die in der eigenen Familie praktizierte Religion ansehen darf sehr gut.

Aber das da irgendein Lehrer meinem Kind eintrichtert, dass ein die Existenz irgendeines Gottes eine Tatsache ist, ein "liebender Gott" halt manchmal einfach Städte vernichten oder Erstgeborene abschlachten muss und das Gebote wie "Du sollst keine anderen Götter neben mir haben" wichtiger sind als "Du sollst Dein Bonbonpapier in den Mülleimer und nicht auf die Wiese schmeißen." würde ich mir ausdrücklich verbitten.
withe schrieb am 16.10.2019:Deine Vorfahren wiederzutreffen oder glauben zu dürfen, dass sie noch existieren, fändest du gut. Ich weiß es als Christ.
Du glaubst daran, ebenso wie andere Religionen unter anderem auch heidnische Religionen es auch tun.
Das ist eben nicht das Gleiche wie etwas zu "wissen".

Aber wie fast Alles hat ja auch dieses "Nichtwissen" seine Vorteile.
Ich kenne durchaus gläubige Menschen, die sich auf gewissen Aspekten ihres Glaubens ausruhen.

Ich hingegen weiß nicht ob Menschen und Tiere, die ich geliebt habe und die bereits verstorben sind noch in irgendeiner Form weiterexistieren.

Das ist einer der Gründe, warum ich es nicht zulassen werde, dass diese Weggefährten "wirklich tot sind".
Meine Ziehmutter war einer der großartigsten Menschen, die je auf dieser Erde gewandelt sind und solange ich jeden einzelnen Tag mal bewusst und mal unbewusst etwas tue, dass sie mich gelehrt hat und damit meine Umwelt zum Besseren wandle ist sie nicht weg.

Mein erster Hund hat mir u.A. beigebracht, mehr Selbstvertrauen zu entwickeln und solange ich daran festhalte kann ich ihn gar nicht verlieren.

Das hilft mir ja sogar mich auf das Jetzt und Hier zu konzentrieren, denn nur das ist wirklich sicher und so gehe ich sicher keine Zeit damit zu verplempern darüber nachzudenken ob und wie es nach meinem letztem Atemzug weitergeht (als bis darauf, dass ich sichergestellt hab, dass noch nutzbare Organe bitte auch benutzt werden und der Rest verbrannt wird und die Asche meinem Kirschbaum zu Gute kommt).
withe schrieb am 16.10.2019:Ich wünsche dir die Hilfe des wahren Gottes bei der objektiven Suche!
Ich bin zu der Ansicht gekommen, dass sich das ausschließt. Ich habe einen sehr großen Teil meines Lebens damit zugebracht mich religiös zu orientieren und gebracht hat es mir nichts.

Wirklich im Leben voran komme ich erst, seit ich meinen Frieden damit geschlossen habe, dass ich auf die Frage ob es Götter gibt und was sie von uns wollen keine Antwort finden werde und mein Leben also lieber dem Hier und Jetzt widme und dafür Sorge, dass ich in der Zeit die ich lebe mehr Gutes vollbringe als negative Auswirkungen auf irgendwas zu haben.
Das befreit mich davon mein Leben auf der "Suche" nach irgendwas zu verbringen und macht einen zufriedenen Menschen aus mir, der mit gradem Rücken durchs Leben gehen und seine Ziele verfolgen kann.
Das ist etwas was ich jedem wünsche aber ich habe eben bereits verstehen dürfen, dass ein "erfülltes Leben" für jeden anders aussieht und jeder seinen ganz eigenen Weg finden muss.

Wenn Dein Glaube Dir auf Deinem Weg hilft, dann ist das eine großartige Sache, aber es sollte Dich eben nicht vergessen lassen, dass andere Menschen anderen Wegen folgen und es nicht Dir zufällt darüber zu urteilen welche davon "richtig" sind und welche nicht.
withe schrieb am 16.10.2019:Der richtige Gebrauch der Geschlechtlichkeit liegt doch schon im Naturgesetz offen, und nur auf diesem bauen die religiösen Gebote auf. Mann und Frau haben ja die zur Kinderzeugung passenden Geschlechtsorgane.
Das ist eben Teil des Problems.
Viele dieser Gebote entstanden zu Zeiten zu denen viele Naturgesetze noch gar nicht oder nur zum Teil bekannt waren.
Deswegen ist es eben auch keine große Überraschung, dass viele Gebote nicht so weit denken, wie die Natur es tut.
Bei jeder sozialen Spezies, die in einem Verband zusammenlebt gelingt der Erhalt der Spezies keineswegs nur weil es eben Nachwuchs gibt, wenn Männchen und Weibchen sich paaren.
Bei zahlreichen Spezies sind Individuen die keine eigenen Nachkommen hervorbringen ganz erheblich daran beteiligt das Überleben der vorhandenen Jungtiere zu sichern.
Bei meiner Facharbeit beobachtete ich das Brutverhalten von Tauben und zwischen zahlreichen "normalen Paaren" war z.B. auch ein homosexuelles Paar, dass die Eier die ein "normales Paar" zurück ließ um an anderer Stelle ein neues Nest zu bauen, nicht nur ausbrütete, sondern die geschlüpften Jungtiere auch gemeinsam aufzogen.
Gibt es in einer Gruppe ein Missverhältnis von männlichen und weiblichen Tieren, dann sind die Spannungen bei Populationen in denen sich dann gleichgeschlechtliche Paare bilden sehr viel geringer als bei Tierarten bei denen dies selten oder nicht der Fall ist.

Bei Menschen kommt ein zusätzlicher Faktor dazu:
Wir mögen zwar biologisch betrachtet dem Tierreich angehören aber unser Sozialleben ist um ein Vielfaches komplexer.
Je moderner unsere Welt wird, je mehr Faktoren in unserem Leben eine Rolle spielen, desto größer ist die Herausforderung einen Partner zu finden mit dem wir gemeinsam durchs Leben gehen können.
Es mag auch bei unserer Spezies Individuen geben, die auch ohne Lebenspartner glücklich sind oder die ihr Glück in alternativen Konstellationen finden.
Aber bei dem Großteil der Menschen (zumindest unseres Kulturkreises) gehört es durchaus zum Lebensentwurf irgendwann diesem einen Menschen zu finden mit dem man Hand in Hand durchs Leben gehen und gemeinsam alt werden kann.
Bei der Fülle an moralischen Vorstellungen, politischen Ansichten, ethischen Grundsätzen, religiösen Vorstellungen usw sucht man doch immer weniger nach der Nadel im Heuhaufen, sondern kann zunehmend froh sein, wenn man überhaupt erstmal den Heuhaufen findet.

Selbst wenn es so etwas wie sexuelle Orientierungen nicht gäbe, wäre es doch ziemlich schräg DIESEM einen Menschen zu begegnen und ihn dann zu "verpassen", weil er das "falsche Geschlecht" hat.
Ich wünsche es jedem Menschen glücklich zu sein und meiner Erfahrung nach gehört es zu den größten Glücksmomente, die ein Mensch erleben kann festzustellen, dass die Hand die man hält auch bei heftigstem Sturm nicht verschwinden wird.
Grade bei etwas so intensivem wie "Liebe" ist nichts fataler als mit der Reue zu leben nicht für das eingestanden zu haben was einen selbst und den Partner glücklich gemacht hätte.

In meinem Freundeskreis leben viele in gleichgeschlechtlichen Beziehungen und da wir gewissermaßen eine "Übergangsgeneration" sind, es also eigentlich besser wissen sollten als zu "kneifen" sind einige dabei, die sich viel zu lange selbst dieses Glück verwehrt haben.

Letztes Jahr hat eine alte Schulfreundin von mir geheiratet. Wir sind in der gleichen Kirchengemeinde aufgewachsen, alles also ziemlich eng und vertraut auch mit Jahren dazwischen und auch der Pastor der sich noch an unsere Konfirmation erinnerte kam nicht drum herum anzumerken, dass die Tatsache, dass er sie nie so hat strahlen sehen, wie an der Hand ihrer Frau für ihn "Zeichen genug" ist, dass es an dieser Liebe nichts falsches geben kann.

Währen wir in einer weniger menschlichen Religionsgemeinschaft aufgezogen wurden, dann hätte sie vielleicht ihr komplettes Leben verbracht ohne ein einziges Mal so zu strahlen.
Die Vorstellung ist einfach nur traurig.
So wars irgendwie ein schönes "Heimkommen", trennen uns doch mittlerweile viele Jahre und km.
Die beiden haben aus Überzeugung kirchlich geheiratet.
Ihre Kinder wollen sie aber auch nicht als Säuglinge taufen lassen, sondern ihnen diese Wahl offen lassen.
withe schrieb am 16.10.2019:Wenn mehrere Religionen sich widersprechen in ihren Lehren, kann nur eine Seite recht haben.
Nicht wirklich, es können auch allesamt voll daneben liegen und niemand wäre in der Lage objektiv zu belegen ob überhaupt jemand "Recht hat" und wenn ja wer.

Jeder dem es gelingt sich das klar zu machen sollte eigentlich keine Probleme mehr damit haben andere Religionen zu respektieren.
withe schrieb am 16.10.2019:Warum dürft ihr von den Bäumen des Paradiesgartens nicht essen?
Mir stellt sich von je her viel eher die Frage:
Warum stellt Gott überhaupt einen Baum mit verbotenen Früchten in sein Paradies und das auch noch obwohl er vorher "freien Willen" verteilt hat?

Heut zu Tage würde man sowas ganz klar als "trollen" bezeichnen.
withe schrieb am 16.10.2019:Die Christenverfolgung der NS ist doch unstrittig.
Ahja.
Deswegen wurden auch die Kinder in den Lebensbornheimen christlich getauft, zum Teil mit hochrangigen Nazis als Taufpaten.

"Verfolgt" wurden Kirchenmitglieder, die sich regimefeindlich geäußert haben, aber das ging Wäschereibesitzern, Köchen, Gärtnern und such Dir was aus nicht anders.

Weder das NS-Regime noch die Obrigkeit der Kirchen wollten ihren Machtanspruch zurückstellen und das gab dann natürlich knatsch.
Aber weder von einer Christenverfolgung noch dem Versuch irgendein Heidentum als "Staatsreligion" zu etablieren kann die Rede sein.

Den Kirchen wurden Rechte zugesichert, Lebensbornkinder getauft, in Lazaretten, Gefängnissen und Co standen Geistliche zur Verfügung.
Da nun von einer "Verfolgung" zu sprechen ist vor dem Hintergrund dessen was die Bevölkerungsgruppen die wirklich verfolgt wurden zu durchleiden hatten schon echt grenzwertig.
SawCleaver schrieb am 20.10.2019:Ich habe mich schon als kleines Mädchen für die alten Götter interessiert.
Ging mir auch so, allerdings bin ich irgendwie bei der Edda steckengeblieben.
Griechische Götter und so haben mich zwar interessiert, aber ich glaube das altnordische hat mich deswegen irgendwie stärker interessiert, weil mein Vater seine Naturverbundenheit mit mir geteilt hat und man da einfach sehr klar merkt dass und wie das hier alles irgendwie verwurzelt ist.
Ich hatte mir zur Konfirmation auch eine bestimmte Ausgabe der Edda gewünscht, schön klein im "Taschenformat" mit Ledereinband und Goldschnitt und hab die von meinem Vater auch geschenkt bekommen.
Ich hab auch Bücher, die auch andere Mythologien behandeln und fand das auch durchaus interessant, aber warum es diese eine war die mich einfach mehr und auch auf einer ganz anderen Basis "gefesselt" hat, das kann ich bis heute nicht wirklich in Worte fassen.
Ich bin ja nicht mal ansatzweise abgergläubisch.
Die Schutzrune, die mir mein Vater mal geschenkt hat als ich im Krankenhaus lag ist mir wohl primär so wichtig, weil sie eben von ihm ist.
Und dass ich bei größeren Touren immer einen Thors Hammer als "Glücksbringer" dabei hatte könnte auch darauf hinweisen, dass ich irgendwie schon wusste wie bescheuert es ist sich 4 Hunde vor nen Rollstuhl zu spannen und keinen Helm aufzusetzen, obwohl Munin wirklich der beste und verlässlichste Lead-dog war den ich mir nur wünschen konnte.


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Neopaganismus im Aufschwung

25.10.2019 um 09:35
Fraukie schrieb:Ging mir auch so, allerdings bin ich irgendwie bei der Edda steckengeblieben.
Griechische Götter und so haben mich zwar interessiert, aber ich glaube das altnordische hat mich deswegen irgendwie stärker interessiert, weil mein Vater seine Naturverbundenheit mit mir geteilt hat und man da einfach sehr klar merkt dass und wie das hier alles irgendwie verwurzelt ist.
Ich hatte mir zur Konfirmation auch eine bestimmte Ausgabe der Edda gewünscht, schön klein im "Taschenformat" mit Ledereinband und Goldschnitt und hab die von meinem Vater auch geschenkt bekommen.
Ich hab auch Bücher, die auch andere Mythologien behandeln und fand das auch durchaus interessant, aber warum es diese eine war die mich einfach mehr und auch auf einer ganz anderen Basis "gefesselt" hat, das kann ich bis heute nicht wirklich in Worte fassen.
Ich bin ja nicht mal ansatzweise abgergläubisch.
Die Schutzrune, die mir mein Vater mal geschenkt hat als ich im Krankenhaus lag ist mir wohl primär so wichtig, weil sie eben von ihm ist.
Und dass ich bei größeren Touren immer einen Thors Hammer als "Glücksbringer" dabei hatte könnte auch darauf hinweisen, dass ich irgendwie schon wusste wie bescheuert es ist sich 4 Hunde vor nen Rollstuhl zu spannen und keinen Helm aufzusetzen, obwohl Munin wirklich der beste und verlässlichste Lead-dog war den ich mir nur wünschen konnte.
Ich hoffe Hugin war darauf nicht eifersüchtig. ;)

Dein Leben klingt sehr spannend, und ich kann deine Faszination für die Edda mehr als nachvollziehen. Meine ist mir fast heilig, und ich trauere, wie gesagt, meiner verloren gegangenen Runenkette nach, die ich immer als Mädchen trug. Heute schlägt mein Herz auch für das Keltische und Sumerische, aber meine Verbundenheit zu Odin und vor allem auch zu Heimdall (wohl wegen seinem Endzeithorn, oder den Kampf gegen Fenrir, welcher ihm die Hand kostet) wird ewig bestehen.
Fraukie schrieb:Tjo, was soll man sagen:
"Hoch lebe das Marmeladenbrot!" (oder ist das dann auch nen heidnischer Kult? :))
Was nicht ist kann noch werden. Das Fliegende Spaghetti - Monster braucht noch Konkurrenz. ;)


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25.10.2019 um 11:07
SawCleaver schrieb:Ich hoffe Hugin war darauf nicht eifersüchtig. ;)
Nein, mein Hugin war, wie sag ich das nett....

Nicht das hellste Licht am Baum. :)
Munin war unglaublich klug aber auch extrem selbständig, die Bindung zu ihm musste ich mir wirklich verdienen.
Hugin war einfach nen "happy drunk" und zwar immer, nur leider hat er manchmal regelrecht vergessen wo er wohnt :)
Während Munin einfach seinen eigenen Entdeckergeist hatte.

Aber wie sprach Odin noch gleich:

"Ich fürchte für Hugin er kehre nicht heim, doch sog' ich mich mehr noch um Munin."
Das traf den Nagel schon gut auf den Kopf.

Magni wär nie abgehauen, der olle Babywolf war viel zu sehr darauf bedacht am Ende jeden Tages zwischen uns ins Bett zu kriechen und lauter zu schnarchen als mein Mann und ich zusammen :)

Ich hatte mal nen tauben Dalmi-Welpen n Pflege den ich Heimdall getauft hatte.
SawCleaver schrieb:Fraukie schrieb:
Tjo, was soll man sagen:
"Hoch lebe das Marmeladenbrot!" (oder ist das dann auch nen heidnischer Kult? :))

Was nicht ist kann noch werden. Das Fliegende Spaghetti - Monster braucht noch Konkurrenz. ;)
Spaghetti in allen Ehren, aber wenn es herzhaft sein soll bleib ich i der "Church of Bratkartoffeln".
SawCleaver schrieb:und ich kann deine Faszination für die Edda mehr als nachvollziehen.
Ich glaub das hatte bei mir u.A. auch ganz viel damit zu tun, dass ich ja schon als recht kleines Kind u.A. mit dem christlichen Glaubensbekenntnis und den 10 Geboten aufgewachsen bin und es mich seit ich recht klein war gewurmt hat, dass von 10 Geboten eine Menge darauf verschwendet wird Gottes Ego zu füttern:
Also keine Götter neben dem Obermacker, seinen Namen nicht "unnütz" aussprechen, den von ihm ausgesuchten Feiertag "heiligen".
Dann kommt noch, dass man mal einfach so pauschal Vater und Mutter ehren soll, aber nichts davon, dass die sich das erstmal verdienen sollten, ich kenne durchaus Eltern die ihren Kindern so gar keinen Grund geben sie zu "ehren".

War mir irgendwie zu viel "Schrei nach Demut", während ne klare Anweisung Natur und Mitgeschöpfe zu ehren, zu beschützen und zu erhalten (wenn der Mensch sich schon über alles erheben soll) doch mal wirklich wichtiger gewesen wäre...
Und wen juckt es ob ich denke "Ui, so einen schönen Birnbaum, wie den meines Nachbarn hätte ich auch gern." solange ich ihm seinen nicht aktiv misgönne?

Die Edda ist da in den "Verhaltensregeln" die sie empfiehlt irgendwie "bodenständiger.
Halt regelmäßigen und engen Kontakt zu Deinen Freunden, denn eine Freundschaft die man nicht pflegt geht eben zwangsläufig vor die Hunde.
Wenn Dir jemand einen Schinken zu essen gibt, dann revanchiere Dich mit Zweien..

Sowas erscheint mir wichtiger und auch einfach mal vertrauenserweckender als ein Gott der nicht drüber stehen kann, wenn er nicht der Einzige ist und ich seinen Namen mal "unnütz" verwende.

Außerdem warten in der Bibel ständig irgendwelche Kranken und Behinderten auf ein Wunder Gottes.

Der Blinde will Augenlicht, der gelähmte möchte das Jesus ihm gescheite Beine mitbringt.

Die Edda hingegen lehrt uns, dass man als Krüppel nicht weniger wert ist und sich lieber zu helfen wissen sollte, als darüber zu flennen was man nicht hat, auch das gefiel mir immer:

"Der Hinkende reite, ein Handloser hüte, auch ein Tauber taugt noch zum Kampf, blindsein ist besser als verbrannt werden, nur der Tote nützt zu nichts."


Da ich wusste, dass Jesus nicht aufkreuzen wird um meine Beine zu reparieren hat mich diese Form des Pragmatismus in meiner Jugend durchaus erheblich aufgebaut.
Ja, ich kann nicht richtig laufen, na und?
Ich sitze durchaus recht sicher im Sattel und mit meinen Jungs vorm Rollstuhl konnte nen Jogger ja gern mal versuchen mich einzuholen, da hatten schon Radfahrer es nicht immer einfach ;)

UND was die Germanen ja noch nicht wissen konnten:
Im Zeitalter wo z.B. Organspende möglich ist, hab ich sogar tot noch eine gewisse Chance drauf nützlich zu sein, mitunter sogar so nützlich gleich mehrere Leben retten zu können.


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26.10.2019 um 10:33
Fraukie schrieb:Nein, mein Hugin war, wie sag ich das nett....

Nicht das hellste Licht am Baum. :)
Das klingt so bemitleidenswert süß. :D <3
Fraukie schrieb:Munin war unglaublich klug aber auch extrem selbständig, die Bindung zu ihm musste ich mir wirklich verdienen.
Hugin war einfach nen "happy drunk" und zwar immer, nur leider hat er manchmal regelrecht vergessen wo er wohnt :)
Während Munin einfach seinen eigenen Entdeckergeist hatte.

Aber wie sprach Odin noch gleich:

"Ich fürchte für Hugin er kehre nicht heim, doch sog' ich mich mehr noch um Munin."
Das traf den Nagel schon gut auf den Kopf.
Interessant das dies auch zutrifft. Namen haben wahrlich eine große Bedeutung, und sie formen den Charakter.
Fraukie schrieb:Magni wär nie abgehauen, der olle Babywolf war viel zu sehr darauf bedacht am Ende jeden Tages zwischen uns ins Bett zu kriechen und lauter zu schnarchen als mein Mann und ich zusammen :)
Das klingt alles so süß und knuffig. :D
Fraukie schrieb:Ich hatte mal nen tauben Dalmi-Welpen n Pflege den ich Heimdall getauft hatte.
Das passt auch irgendwie wieder, finde ich. Zumal Dalmatiner unsagbar schöne Hunde sind.
Fraukie schrieb:Spaghetti in allen Ehren, aber wenn es herzhaft sein soll bleib ich i der "Church of Bratkartoffeln".
Bin dabei. ;) (Jetzt bekomme ich dezent Hunger)
Fraukie schrieb:Ich glaub das hatte bei mir u.A. auch ganz viel damit zu tun, dass ich ja schon als recht kleines Kind u.A. mit dem christlichen Glaubensbekenntnis und den 10 Geboten aufgewachsen bin und es mich seit ich recht klein war gewurmt hat, dass von 10 Geboten eine Menge darauf verschwendet wird Gottes Ego zu füttern:
Also keine Götter neben dem Obermacker, seinen Namen nicht "unnütz" aussprechen, den von ihm ausgesuchten Feiertag "heiligen".
Dann kommt noch, dass man mal einfach so pauschal Vater und Mutter ehren soll, aber nichts davon, dass die sich das erstmal verdienen sollten, ich kenne durchaus Eltern die ihren Kindern so gar keinen Grund geben sie zu "ehren".
Das hat mich auch immer gestört, zumal meine Eltern seit jeher ein Alkoholproblem hatten und ich erst jetzt so richtig mit ihnen klar komme. Die Mutter meiner besseren Hälfte dachte nur an sich und war ein von Grund auf ein schlechter Mensch. Wie sagte meine Mutter manchmal?

Du sollst deine Eltern ehren,
wenn sie dich schlagen,
sollst du dich wehren.


;) Der Spruch "Du sollst nichte Ehe brechen, bevor der Eimer da ist" war aber auch Klasse. Ja, die 10 Gebote. Jeder kennt sie, kaum einer hält sich daran und hilfreich sind sie auch nicht wirklich.
Fraukie schrieb:Die Edda ist da in den "Verhaltensregeln" die sie empfiehlt irgendwie "bodenständiger.
Halt regelmäßigen und engen Kontakt zu Deinen Freunden, denn eine Freundschaft die man nicht pflegt geht eben zwangsläufig vor die Hunde.
Wenn Dir jemand einen Schinken zu essen gibt, dann revanchiere Dich mit Zweien..

Sowas erscheint mir wichtiger und auch einfach mal vertrauenserweckender als ein Gott der nicht drüber stehen kann, wenn er nicht der Einzige ist und ich seinen Namen mal "unnütz" verwende.
Die Asen waren oder sind auch vor allem eines: menschlich.
Der christliche Gott hat noch zu viel vom Babylonischen Marduk, und schon dieser ließ sich gerne feiern und anbeten, obwohl er seither unrechtmäßig auf dem Gottesthron sitzt.
Fraukie schrieb:Außerdem warten in der Bibel ständig irgendwelche Kranken und Behinderten auf ein Wunder Gottes.

Der Blinde will Augenlicht, der gelähmte möchte das Jesus ihm gescheite Beine mitbringt.

Die Edda hingegen lehrt uns, dass man als Krüppel nicht weniger wert ist und sich lieber zu helfen wissen sollte, als darüber zu flennen was man nicht hat, auch das gefiel mir immer:

"Der Hinkende reite, ein Handloser hüte, auch ein Tauber taugt noch zum Kampf, blindsein ist besser als verbrannt werden, nur der Tote nützt zu nichts."
So sieht es aus, denn hat man nicht alles zur Verfügung, liegen einzig die Stärken woanders. Blinde hören und fühlen unsagbar gut, und dagegen sind wir Sehenden nahezu blind. Die Gaben verteilen sich nur, und hat man dies akzeptiert und erkannt, so muss man niemanden um Heilung anflehen. Menschen denen "irgend etwas fehlt" (Gehen, Sehen, Hören etc.) sind unsagbar empathisch und offenherzig. Das sind viele Menschen die scheinbar alles haben nicht. Ganz im Gegenteil, fehlen ihnen doch oftmals weitaus wichtigere Dinge wie Liebe, Mitgefühl und Herz.
Fraukie schrieb:Da ich wusste, dass Jesus nicht aufkreuzen wird um meine Beine zu reparieren hat mich diese Form des Pragmatismus in meiner Jugend durchaus erheblich aufgebaut.
Ja, ich kann nicht richtig laufen, na und?
Ich sitze durchaus recht sicher im Sattel und mit meinen Jungs vorm Rollstuhl konnte nen Jogger ja gern mal versuchen mich einzuholen, da hatten schon Radfahrer es nicht immer einfach ;)
Das was ich herauslese, ist, dass du ein großartiger Mensch (eine kostbare Seltenheit heutzutage) bist und ich mag es mit dir zu texten. :D
Fraukie schrieb:UND was die Germanen ja noch nicht wissen konnten:
Im Zeitalter wo z.B. Organspende möglich ist, hab ich sogar tot noch eine gewisse Chance drauf nützlich zu sein, mitunter sogar so nützlich gleich mehrere Leben retten zu können.
Hm... in puncto Organspende bin ich skeptisch. Ich möchte selbst keine haben, und akzeptiere mein Schicksal, sollte es soweit kommen. Ich möchte, wenn ich sterbe, aber auch wirklich tot sein. Bei der Organspende kommt es oft vor das Empfänger die Angewohnheiten und Eigenschaften der Spender mit übernehmen. Das wussten schon die alten Germanen als sie das Blut ihrer Opfer tranken, um deren Kraft zu absorbieren.
Man weiß nicht viel über das Zellgedächtnis, aber ich glaube den Geschichten:
Aber nicht nur Hobbys sollen sich verändert haben. Es gibt auch Patienten, die nach der Transplantation merkwürdige Sinnesempfindungen erlebten. So erzählte ein Mann von grellen Lichtblitzen, die er vor seinen Augen sah. Der Polizist, dessen Herz er erhalten hatte, war nach einem Schuss ins Gesicht gestorben.

Ein Neunjähriger ging vor seiner Operation gerne schwimmen. Aber nach der Herztransplantation fürchtete er sich plötzlich vor Wasser. Der Dreijährige, dessen Herz er erhalten hatte, war ertrunken.

Keiner der Patienten wusste etwas über die Hobbys, die Todesart oder den Charakter des jeweiligen Organspenders.

Quelle
Ist ein wenig OT, aber so lange wie ich in dem Punkt noch unsicher bin, würde ich niemals Organe spenden (oder empfangen) wollen. Ich akzeptiere und bewundere aber Menschen, die das können und wollen.


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Neopaganismus im Aufschwung

26.10.2019 um 10:51
Das Problem ist das der Begriff Heidentum bzw. Neuheidentum sehr schwammig ist und eigentlich kein Eigenbegriff sondern ein Fremdbegriff ist ist. Wer Heide war, war Zeritabhängig zur Zeit der Kreuzzüge galten in den augen der Christen auch die Muslime als Heiden. Heute verwendet man den Begriff grösstenteils für Diverse Naturreligionen und teilweise auch Polytheistische Religionen. Und somit ist der Begriff Heidentum oder paganismus auch sehr schwammig und kann nur ein oberbegriff sein. Ich habe mich schon etwas mit dem Thema Paganismus befasst, insgesamt kann man drei grobe Gruppen.
Die erste Gruppe sind die Überreste des Altheidentum die vor allem bei Indiogenen Stämme im Amazonas, Sibirischen Völker, in Teilen Afrikas(Botswana ist der einzigste Staat der welt wo das Heidentum noch die Bevölkerungsmehrheit hat, in Form der Traditionellen afrikanischen Religionen), In Südostasien, Im orient die Jesiden, in Japan ist es noch mit dem Shinto noch weit verbreitet in Europa spielt diese Form des Heidentum höchstens noch bei den Samen im Norden Norwegens und Schweden vielleicht noch eine gewisse Rolle. Allerdings ist der Begriff Neopaganismus fehl am Platz.
Die zweite Gruppe zähle ich die Leute versuchen lange ausgestorben Religion wiederbeleben will. Wie etwa das germanische, keltische, Druidische etc. Neuheidentum. was aber meiner Meinung nur mässig gelingt, zum einen weil gerade im Bezug Nord, Mittel und Ostdeuropa heute man nicht mehr genau weiss wie die religiösdität der menschen vor dem Christentum als ganzes war. Sicherlich ist vieles bekannt aber bei weitem nicht alles. die meist ziemlich grossen Lücken bei keltischen, germanischen oder slawischen Neuheidentum werden meist dann mit romantisierten Vorstellungen gefüllt wird und teilweise auf Unwissenheit beruht(muss man leider so sagen, das beste beipiel ist der Mjölnir, den man in asatru immer mit Thor oder Donar in Verbindung gebracht, das dies tatsäcjhlich so war ist nicht bewiesen, man geht sogar davon das dies historisch nicht der Fall war, da der Mjölnir eigentlich nur in Frauengräbern gefunden wurde, selbst der Name ist eher eine spätere Erfindung).
Die dritte Gruppe Neureligiöser Neopaganismus, Also gruppen die zwar auf heidnischen Überlieferung oder/und Naturreligiösen Prinzipien beruhen, aber durchaus als sich etwas neues sehen, wo es halt nicht darum früheres wieder zu beleben wie etwa Vodoo, Yoruba und hier in Europa vor allem Wicca.

Neopaganismus, insbesondere Wicca ist in den letzten jahrzehnten sicherlich stark gewachsen, es ist aber immer noch eine Nischendings, intressant ist es für viele deswegen weil das Göttliche nicht so unpersönlich und von der welt weit entrückt wie es eben bei den meisten Hochreligionen der Fall ist. dazu kommt noch der Dogmatismus und Klerikalismus, der im Neopaganismus nicht so stark ist. Bei Wicca kommt noch hinzu das die Individuelle Religiösität angeht sehr betont wird und auch das die Religion sehr weiblich geprägt ist und teilweise sogar Matriarchalisch ist. was sie recht einzigartigist.


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Neopaganismus im Aufschwung

26.10.2019 um 13:07
withe schrieb am 16.10.2019:In den Kirchen standen hinten die Spitzel, die horchten, ob in der Predigt eine Kritik am "Führer" vorkam.
Der damalige Pastor der evangelischen Kirchengemeinde, der ich heute angehöre, wurde von den Nationalsozialisten wegen kritischer Äußerungen zum Tode verurteilt und hat den Krieg in der Haft glücklicherweise doch noch überlebt. Andererseits erkennt man daran natürlich auch, dass er diese Äußerungen in ihrer Deutlichkeit erst spät im Kriegsverlauf gemacht hat.


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