Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung

Osho

448 Beiträge, Schlüsselwörter: Lehre, Osho, Bhagwan, Sanyassins

Osho

21.01.2014 um 16:18
Hier eine Zugabe weils einfach grad gut passt ^^

Frage:
Was ist der Unterschied zwischen Passivsein und Mitfließen im Fluß?
OSHO:
Ein sehr großer Unterschied.
Nicht nur der Quantität, vielmehr der Qualität, der Richtung, der Ebene, der Ausmaße.
Es will sehr genau verstanden sein,
denn der Unterschied ist fein.
Die passive Einstellung kann so scheinen, als ob sie mit dem Fluß fließe.
Aber die passive Einstellung
fließt nicht mit dem Fluß,
schon allein, weil sie sich diese passive Haltung zulegen muß.
Die passive Einstellung ist auch eine Einstellung.
Um mit dem Fluß mitzufließen braucht es eine Nicht-Einstellung. Aber weil es so gleich aussieht,
wurden viele jahrhundertelang getäuscht.
Und Passivität zu kultivieren,
ist leichter als mit dem Fluß zu fließen.
Deinen Verstand auf Passivität zu trimmen, ist sehr leicht. Darum gab's in der Vergangenheit, und selbst heute,
Klöster, Mönche, sannyasins,
Menschen, die der Welt entsagten.
Und was versuchten sie wirklich zu tun?
Sie versuchten, ganz passiv zu werden.
Aber ihre Passivität ist Negativität.
Sie haben bereits eine Haltung gewählt.
Erstens — diese Leute waren zu aktiv in der Welt: jagend, wünschend, ehrgeizig.
Der Verstand war aktiv — ganz erfüllt von Wünschen, Hoffen, Zukunft. Dann wurden sie enttäuscht,
denn was immer du hoffst,
wird nicht erfüllt werden.
Alles Hoffen ist hoffnungslos,
alles Wünschen wird zur Enttäuschung.
Alle Erwartung trägt als Same Enttäuschung in sich.
Und so kommt früher oder später
jeder zu einem Punkt im Leben,
wo der aktive Verstand zur Hölle wird:
zuviel Aktivität, und keine Ergebnisse.
Rennen und rennen, um niemals anzukommen. Wenn du intelligent bist, ereignet sich das bald. Wenn du dumm bist, dauert es etwas länger, aber es kommt trotzdem so.
Wenn du sehr intelligent bist,
wirst du es schon jung begreifen.
Wenn du nicht so intelligent bist — dann im Alter. Aber früher oder später merkt es jeder,
daß ein Leben mit aktivem Verstand enttäuschend ist. Es führt nirgendwohin.
Es verspricht viel, aber es erfüllt niemals etwas.
Es hinterläßt einen üblen Geschmack im Mund,
ein Unerfülltsein im Wesen.
Man fühlt sich einfach müd und geschlagen.
Man fühlt, daß alles vergeblich war.
Und sobald der Verstand das fühlt,
flüstert er ein: Versuch das Gegenteil.
Denn der Verstand lebt in Polarität, in Gegensätzen. Er sagt: Du hast es mit Aktivität versucht.
Nun versuch es mit Passivität.
Du hast in der Welt so viel begehrt. Nun entsage. Du hingst am Geld. Entsage dem Geld.
Du hingst zu sehr am Haus.
Entsage dem Haus.
Du warst zu sehr verstrickt mit einer Frau, mit Kindern. Kehr ihnen den Rücken und flieh all dies.
Der Verstand empfiehlt, das Gegenteil zu versuchen. Und das scheint natürlich und logisch.
Du hast das eine versucht, es ging nicht,
nun mach das Gegenteil.
Vielleicht geht's mit dem Gegenteil.
Dies ist das Muster
des alten Typus Mönch, sannyasin:
das Kloster, der Himalaja.
Sie sind gelangweilt, also laufen sie vor dem tätigen Leben davon. Sie versuchen einfach das Gegenteil.
Dann versuchen sie, wunschlos zu sein,
aber der Versuch nicht zu wünschen, ist schon wieder ein Wunsch. Dann versuchen sie, die Welt zu verlassen.
Aber die bloße Anstrengung, die Welt zu verlassen, zeigt
ihre Bindung an sie.
Wenn du wirklich ungebunden wirst, warum überhaupt entsagen?
Du kannst etwas Bestimmtem nur entsagen, weil du zu verstrickt darin bist.
Dann fliehst du vor einer Frau -
aber das zeigt nur, daß dein Verstand immer noch von Frauen fantasiert.
Wohin du auch gehst,
du magst ins Gegenteil gehen,
du wirst aber trotzdem der gleiche bleiben.
Dies will verstanden sein:
Durch das Gegenteil wirst du nie etwas ändern.
Du scheinst dich verändert zu haben. Du bleibst der gleiche.
Und dies ist eines der wichtigsten Dinge,
die es zu verstehen gilt,
ansonsten bist du schon wieder in der Falle.
Nun besteht die Falle aus Passivität, aus Nichtwünschen, Entsagung, Ungebundensein, Gewaltlosigkeit.
Zuerst war die Welt deine Aktivität.
Nun ist die Welt für dich etwas Passives geworden. Aber du bist derselbe.
Nun wird Gott zu deiner Aktivität,
eine weitabgelegene Welt irgendwo in den Sternen, wo alles wunderschön ist.
Diese Welt ist häßlich -
nun wird die Schönheit hinaufgeträumt
in die andre Welt.
Das Objekt deiner Wünsche ändert sich, aber du änderst dich nicht. Erst warst du hinter Geld her,
nun bist du hinter Meditation her —
aber deine Gier ist dieselbe.
Erst warst du hinter den Dingen der Welt her, nun jagst du den Dingen der andern Welt nach. Aber das Nachjagen ist hartnäckig das gleiche.
Leute, die dich von außen anschauen, mögen sich täuschen lassen,
denn du schaust ganz verändert aus: du faßt kein Geld an,
du besitzt nicht mehr viel,
du lebst in einer Hütte oder unter einem Baum.
Du bist wie ein nackter Fakir.
Leute, die in der Welt sind, sie werden dich verehren, weil sie jetzt denken,
du hättest dein Wesen verändert —
derweil sie immer noch weltlich sind.
Wenn sie zu dir kommen, vergleichen sie sich mit dir. Und sie bilden sich ein, du müßtest voller Friede sein, denn du schaust so passiv aus.
Passivität kann sich den Anschein von Frieden geben.
Sie ist kein Frieden. Sie ist nur Passivität, etwas Abgestorbenes. Friede ist lebendig. Passivität ist tot.

Hier ein Beispiel:
Denk dich schwimmend in einem Fluß.
Du versuchst, gegen die Strömung zu schwimmen, kämpfst, du bist aktiv.
Dann treibt ein toter Körper den Fluß hinunter:
er kämpft kein bißchen, fließt nur flußabwärts.
Aber tot, ein lebloser Körper.
Leben kämpft, Tod ist passiv.
Und der Mensch, von dem ich sage, daß er wirklich mit dem Fluß fließt,
ist weder lebendig im Sinne von Kämpfen,
noch ist er tot wie ein Leichnam.
Er treibt mit dem Fluß, aber er treibt bewußt.
Er treibt nicht mit dem Fluß, weil er tot ist,
sondern weil er mitwirkt.
Er treibt mit dem Fluß, nicht weil er nicht kämpfen kann, sondern weil er zu der Erkenntnis kam,
daß Kampf unnütz ist —
und doch nicht ins Gegenteil verfallt.
Er treibt.
Er kommuniziert mit dem Fluß,
er ist eins geworden mit dem Fluß.
Manchmal wirst du ihn aktiv erleben,
und manchmal passiv.
Passivität und Aktivität
sind nicht zwei Pole zwischen denen er wählt — er hat beide akzeptiert.
Das meine ich, wenn ich sage:
treibend mit dem Fluß.
Manchmal wirst du ihn auf dem Markt finden, sehr tätig.
Manchmal wirst du ihn im Tempel finden, sehr untätig.
Aber nun hat er keine feste Form für sein Dasein. Er kann sich von Untätigkeit zur Tätigkeit,
von der Tätigkeit zur Untätigkeit bewegen.
Es gibt kein Hindernis,
er hat keinen Zaun um sich errichtet.
Er ist beweglich, fließend.
Sonst kann selbst Untätigkeit wieder ein Gefängnis werden.
Ich habe von einer chassidischen Geschichte gehört. Ein Mann wollte seinen Freund besuchen gehen. Der Freund war ein Bauer
in einem zwischen Hügeln sehr versteckten Tal.
Als der Mann sich dem Haus seines Freunds näherte, sah er etwas, das ihn sehr verwunderte.

Er sah eine kleine Wiese, nicht länger als eine Meile. Aber etwas Bestimmtes brachte ihn durcheinander. Auf dieser Wiese
wohnten tausend Vögel und Tiere zusammen. Tausende. Es war schwierig, sie zu zählen.
Es gab kein leeres Plätzchen, alles war voll besetzt.
Und der schöne Wald rund um die Wiese
war leer von Vögeln und Tieren.
Er konnte es nicht verstehn. Warum drängten sie sich so zusammen? Warum bewegten sie sich nicht im Himmel und unter den Bäumen? Der ganze weite Raum ist verfügbar.
Sie schauten sehr aufgeregt, angestrengt und verängstigt aus, kein bißchen gelassen.
Selbstverständlich braucht jeder seinen Raum, jeder braucht einen bestimmten Lebensraum. So wie jemand diesen Raum beeinträchtigt, kommt Gereiztheit auf.
Aber niemand hielt die Tiere und Vögel zurück, es gab nicht einmal einen Zaun.
Als er das Haus seines Freunds besuchte,
war die erste Frage, die er stellte, nach diesen Vögeln: Welches Mißgeschick hat sie befallen?
Der Freund sagte: Ich weiß es nicht genau,
ich war nämlich nicht dabei, aber ich hab davon gehört. Vor vielen, vielen Jahren
gab es einen Grundbesitzer,
einen sehr gewalttätigen und bösartigen Mann.
Er erfreute sich an folgendem Experiment:
Er errichtete einen hohen Zaun um die Wiese.
Er stellte Wächter rund um den Ort,
und er befahl den Wächtern:
Falls irgendein Vogel oder Tier zu fliehen versucht, tötet es sofort.
Er zwang Tausende von Tieren in dieser
Wiese zu bleiben, in diesem Gefängnis.
Und jahrelang hielt er es so.
So wie ein Tier zu fliehen versuchte,
wurde es getötet.
Nach und nach schickten sich die Tiere darein, sie gewöhnten sich an ihr Gefängnis.
Sie vergaßen ihre Freiheit,
denn Freiheit wurde mit Angst und Tod gleichgesetzt.
Dann starb der Besitzer.
Die Wächter verschwanden, der Zaun zerfiel. Nun gibt es niemanden, der sie zurückhält.

Weder die Wächter noch der Zaun sind da. Aber Vögel und Tiere
haben eine Zaunmentalität entwickelt.
Sie glauben, daß der Zaun da ist.
Sie sehen diesen Zaun sogar.
Er ist ihnen tief eingeimpft.
Er ist zur Konditionierung geworden.
Der Mann sagte:
Warum versucht niemand, sie zur Einsicht zu bringen?
Der Freund sagte: Viele Gutwillige haben es versucht, aber die Vögel wollen nicht hören.
Es steckt nicht nur in ihnen drin,
schon ihre Jungen kommen mit dieser Idee zur Welt. Es ist ihnen in Fleisch und Blut übergegangen,
es ist Teil ihres Bauplans geworden.
Die Jungen werden mit der Idee des Zauns geboren. Gutwillige haben es versucht, sie versuchen es noch. Und es wird dich überraschen:
die Vögel waren sehr bös,
und die Tiere haben die Gutwilligen angegriffen. Sie möchten nicht gestört sein.
Ja, sie haben eine Philosophie kreiert,
sie seien in Freiheit,
und die Welt draußen sei das Gefängnis.
Und doch versuchen es noch einige Gutwillige,
aber es scheint so aussichtslos,
sie davon zu überzeugen, daß sie frei sind,
und daß es keinen Zaun gibt,
und daß sie in den freien Himmel hinausschwärmen können.
Ich mochte diese Geschichte.
Das ist es, was Jesus, Baalschem, Moses, Mahavir, Buddha mit euch — den Vögeln und Tieren — gemacht haben. Aber ihr habt eine Zaunmentalität entwickelt.
Ihr glaubt ihnen nicht.
Entweder kämpft ihr oder werdet gleichgültig.
Aber beides gehört zum gleichen Zaun, zum Verstand.
Stell dir einen Holzzaun vor.
Eine Latte ist weiß und eine schwarz.
Und wieder eine weiß und eine schwarz.
Ein aus Brettern gemachter Zaun, angemalt in zwei Farben. Ein Brett weiß, eins schwarz: das ist der Verstand.
Eine Vorstellung passiv, eine aktiv;
yin,yang; richtig, falsch; gut, schlecht;
Die Welt, das nirvana —
alle gehören zum gleichen Zaun.

Und du wählst und wählst.
Manchmal wählst du Weiß,
dann wirst du das Weiß leid.
Dann bevorzugst und verehrst du Schwarz, aber das Schwarz ist genauso ein Teil deines Gefängnisses wie das Weiß.
Der Verstand ist aktiv, der Verstand ist passiv.
Beides sind Teile des Verstands.
Und was ich meine, wenn ich sage »Fließend mit dem Fluß« ist, über Passivität und Aktivität hinauszugehen,
über Weiß und Schwarz, Tag und Nacht, Liebe und Haß, Welt und Gott. Geh darüber hinaus.
Sieh den springenden Punkt.
Das Aktive wird zum Passiven,
und dann wird dies Passive wieder zum Aktiven.
So seh ich's:
Leute, die in der Welt sind, sind sehr aktiv. Tiefinnen denken sie stets daran,
sich von diesem Unsinn loszumachen.
Und ich kenne Mönche,
die ihr ganzes Leben im Kloster waren,
und wann immer sie sich zu mir bekannten, sagten sie, sie hätten das Gefühl,
ihr ganzes Leben verpaßt zu haben.
Sie träumen davon, in die Welt zurückzukehren.
Das Aktive möchte das Passive werden, das Passive möchte das Aktive werden. Wahl gehört zum Verstand.
Nicht zu wählen, ist mit dem Fluß zu fließen. Darum bestehen Chassidismus und ich darauf, die Welt nicht zu verlassen.
Laß ab von ihr und sei in ihr.
Das scheint schwierig,
nahezu unmöglich begreifbar für den Verstand.
Der Verstand begreift die Welt, die Abkehr -
weil beides zum gleichen Muster gehört.
Wenn ich sage: Sei in der Welt und nicht von der Welt, wird es dem Verstand ungemütlich.
Er kann es nicht verstehen. Was sagst du da?
Leute kommen zu mir,
und sie sagen, sie möchten gern sannyasins werden,
aber sie stehen in der Welt:
Und wie ist es möglich, ein sannyasin in der Welt zu sein? Vor allem in Indien scheint es völlig absurd.

Sannyasin ist jemand, der die Welt flieht.
Aber ich sage dir, sannyasin ist jemand,
der in der Welt lebt und doch nicht von der Welt ist.
Wenn ich den Leuten diese Dinge sage, schauen sie verwirrt drein. Sie sagen: Entweder dies oder das.
Ich sage: Beides zugleich.
Wenn du beides nimmst, Negatives und Positives zusammen, heben sie sich gegenseitig auf; du wirst neutral.
Dann bist du weder Mann noch Frau,
weder yin noch yang, weder Körper noch Seele.
Du hast die Dualität überstiegen,
du bist transzendental geworden.
Dies Transzendieren ist das Fließen mit dem Fluß.
Mit dem Fluß zu fließen ist die größte Kunst. Das ist aktiv und passiv sein, beides,
in tiefem Einklang mit der Schöpfung. Gewisse Dinge mußt du tun.
Schließlich mußt du leben, schließlich mußt du verdienen, zumindest mußt du atmen,
zumindest mußt du dich bewegen.
Man kommt nicht ohne Aktivität aus. Und du mußt dich auch entspannen. Sonst wird Aktivität unmöglich.
Sei also manchmal aktiv, manchmal passiv. Aber identifizier dich mit keinem von beiden. Bleib für dich.
Benütz Aktivität, benütz Passivität — und bleibe das Dritte.
Wie wenn du Kleider anziehst.
Manchmal helle, manchmal dunkle.
Wie du tagsüber arbeitest und nachts ausruhst.
Genau so. Benütz beide Dualitäten.
Sie sind Hilfsmittel. Aber identifizier dich nicht damit. Dann wirst du mit dem Fluß fließen.
Und dies ist die Botschaft des Chassidismus.
Chassidim sind die größten Menschen, die in der Welt gelebt haben,
ohne sich von ihr verderben zu lassen.
Es ist sehr leicht in den Himalaja zu gehn und unbestechlich zu werden.
Sehr leicht.
Denn es gibt keinen, dich zu bestechen. Mit den Bergen zu leben,
wird dich unschuldig werden lassen.

Aber diese Unschuld mag nur etwas Äußerliches sein.
Komm zurück in die Welt.
Die Prüfung findet auf dem Marktplatz statt. Dort wirst du erfahren,
ob du wirklich unschuldig wurdest,
denn wenn die Möglichkeit auftaucht, bestechlich zu werden,
nur dann allein wirst du fähig sein zu wissen, ob du immer noch bestechlich bist oder nicht. Die Stille des Himalaja kann dich täuschen. Sie hat tausende Menschen getäuscht.
Chassidim sagen: Leb auf dem Marktplatz. Beweg dich unter Menschen,
denn Menschen sind deine Umgebung.
Jemand fragte Sokrates:
Warum studierst du nicht in den Bergen,
zwischen Bächen, Bäumen, Vögeln, Tieren?
Der Mann sagte: Wir haben gehört von alten Weisen,
die sich in die Berge versteckten,
um dort zu leben und die Natur zu studieren.
Sokrates sagte: Meine Natur sind die Menschen.
Was können mich Bäume lehren?
Sie sind schön anzuschauen, aber was können sie mich lehren? Was können Berge mich lehren? Schön zum Ausruhn.
Was können Bäche mich lehren?
Meine Bäche, meine Berge, meine Bäume sind Menschen. Menschen sind mein Umfeld.
Er lebte sein ganzes Leben in Athen —
lebte und starb dort, unter Leuten.
Und er hat recht.
Der rechte Weise wird kein Weltflüchtiger sein. Er wird unter Leuten leben
und lernen, unbestechlich zu bleiben, wo alles darauf aus ist, ihn zu bestechen. Dann gelangst du zum höchsten Gipfel.
Und dieser höchste Gipfel benützt beide Dualitäten des Lebens. Und dieser höchste Gipfel bereichert dich sehr.
Ich bin einigen Menschen begegnet,
die ihr ganzes Leben im Wald verbrachten.
Sie sind sehr heilig, aber auch ein bißchen dümmlich, denn unter Bäumen mußt du einfältig werden,
das ist natürlich.
Du kannst nicht diese Intelligenz
eines Sokrates haben.

Du wirst zum Baum werden. Du wirst vegetativ.
Du wirst sehr rein ausschauen.
Aber diese Reinheit ist keine höhere Offenbarung. Diese Reinheit ist eher ein Rückschritt. Du fällst zurück. Ihr seid in eueren vergangenen Leben Bäume gewesen. Das habt ihr hinter euch gebracht.
Jetzt fallt ihr zurück.
Denk,
du wärest dreißig, fünfunddreißig Jahre alt —
du kannst zur Unschuld auf zweierlei Wegen kommen. Einer ist, irgendwie wieder zum Kind zu werden.
Aber dann wirst du auch töricht sein.
Unschuldig wirst du sein, aber auch töricht.
Dann gibt es noch eine andre Möglichkeit.
Durch Erfahrung zu wachsen und weise zu werden. Du reifst, du lernst.
Und zum guten Ende,
wenn du sehr alt geworden bist,
gelangst du zu deiner Kindheit.
Aber du gelangst nicht durch Rückschritt dahin.
Geh vorwärts. Laß den Kreis sich schließen.
Fall nicht zurück. Geh weiter und weiter.
Und eines Tags wirst du sehn: der Kreis ist geschlossen. Du bist alt und doch ein Kind.
Dann bist du nicht töricht.
Ein Weiser ist wie ein Kind,
und doch nicht wie ein Kind.
Ein Weiser ist beides.
Er ist ein Erwachsener,
wirklich Gewachsener, gereift.
Hat das Leben gelebt, hat es erfahren, ist reich geworden dadurch, und doch zu dem Verständnis gekommen,
daß Unschuld der einzige Weg ist zu sein,
der einzige Weg ist, göttlich zu sein.
Ein alter Mensch ist wieder in einer zweiten Kindheit. Er ist wiedergeboren.
Wenn ich sage, mit dem Fluß zu fließen, meine ich nicht, ein Treibholz zu werden. Ich meine nicht, eine Leiche
zu werden und mit dem Fluß zu treiben. Alle Leichen treiben mit,
darüber brauchen wir kein Wort verlieren. Wenn du tot bist, wirst du mit dem Fluß treiben, weil du dich nicht wehren kannst.
Erst warst du eingesperrt in Aktivität.
Nun bist du eingesperrt in Passivität.

Geh nie ins Gegenteil.
Bleib immer in beiden und dennoch jenseits. Beherzige stets, nie in die Extreme zu gehn, denn der Weg ist in der Mitte.
Buddha nannte seinen Weg den Mittleren Pfad. Und er hat recht.
Eines Nachmittags geschah dies.
Ein Papagei, ein wunderschöner Papagei, durfte alle Tage einmal frei herumfliegen.
Es war heiß, und das ganze Haus schlief fest. Der Diener kam und erlaubte dem Papagei, sich frei im Zimmer zu bewegen.
Der Hund des Hauses schlief gleichfalls fest. Der Papagei ging nah an den Hund,
an sein Ohr, und sagte: Rex!
Selbstverständlich kam Bewegung in den Hund - Rex! Er lief herum, schaute in alle Ecken.
Da er nichts fand, legte er sich wieder hin.
Der Papagei wartete.
Der Trick war erfolgreich. Er hatte den Hund genarrt. Also kam er wieder heran und sagte: Rex!
Wieder öffnete der Hund seine Augen,
schaute sich um, lief um das Haus
und war sehr enttäuscht.
Dann kam er hinter den Trick. Es gab niemanden dort,
alles schlief fest,
keine Ratte, nichts —
außer diesem Papagei. Vielleicht war der es.
So stellte er sich schlafend, mit einem blinzelnden Auge.
Wieder kam der Papagei.
Er versuchte seinen Trick ein drittesmal. Der Hund sprang ihn an.
Später konnte man den Papagei sagen hören: Das Dumme an mir ist,
daß ich nicht weiß, wann ich aufhören muß.
Und das ist die Schwierigkeit mit dir, mit allen Papageien. Wo aufhören?
Vom Aktiven gehst du zum Passiven.
Vom Passiven gehst du zum Aktiven.
Und du weißt nicht, wo aufhören.

Wenn du nur wüßtest aufzuhören, wenn du die Mitte wüßtest. Denn die Mitte transzendiert beides.
Es gibt einen Punkt, den du jeden Tag kreuzt,
wieder und wieder —
aber du weißt nicht, wo aufhören.
Es gibt einen Punkt, wo du von der Liebe zum Haß wechselst.
Du mußt den Punkt verpassen,
worin ein Buddha verweilt.
Gerade in der Mitte —
wo Liebe nicht mehr und Haß noch nicht ist —
wenn du vom Mitfühlen zum Ärger wechselst —
gerade dann berührst du den Punkt, worin ein Buddha verweilt.
Wenn du vierundzwanzig Stunden beobachtest, mußt du diesen Punkt wenigstens vierundzwanzigtausendmal berühren,
worin ein Buddha ist, wo Buddhaschaft ist.
Du gehst so schnell, du schwingst so schnell —
von einem Extrem ins andre gehst du.
Und du merkst nicht einmal,
wenn du den Punkt der Buddhaschaft berührst:
den Mittleren Weg, den Mittleren Pfad, die absolute Mitte.
Dort bist du plötzlich weder Mann noch Frau, weder lebend noch tot,
weder aktiv noch passiv.
Und diesen Punkt zu kennen, heißt alles kennen. Diesen Punkt zu kennen,
heißt alles kennen, was dir Religion geben kann. Es steht nicht in den Schriften.
Du kommst jeden Tag durch.
Du kommst an diese Kreuzung jeden Augenblick. So wie du von einer Polarität zur andern wechselst, mußt du da durchkommen.
Es gibt keinen andern Weg zum anderen Pol.
Aber du bewegst dich so schnell,
daß du nicht wachsam bist, wenn du diesen Punkt kreuzt.
Wenn ich sage: Fließend mit dem Fluß, meine ich: steig aus den Polaritäten aus,
und wähle den Fluß dazwischen. Kooperiere mit ihm, kommuniziere mit ihm. Sei der Fluß.
Das ist das ganze sannyas, wenigstens mein sannyas.


melden
Anzeige
Bublik79
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Osho

21.01.2014 um 17:02
@LoveSexDrugs
schau mal hier, ich erkenne es wieder was Osho da sagt :)
Diskussion: Ich bin Alles = Alles ist Ich! Meine Erfahrung und Vision!


melden

Osho

01.02.2014 um 17:56
Wiedermal wirklich wahre Worte von OSHO zum Zustand der Menschen und der heutigen Gesellschaft...

Sexenergie ist Lebensenergie; sie ist unkontrollierbar. Und der Politiker und der Priester sind nicht an dir interessiert, sie sind daran interessiert, deine Energie in bestimmte andere Richtungen zu lenken. Also verbirgt sich ein Mechanismus dahinter - er muß verstanden werden.
Sexuelle Unterdrückung, die Tabuisierung des Sex, sind die eigentliche Grundlage menschlicher Sklaverei. Und der Mensch kann nicht frei sein, wenn der Sex nicht frei ist. Der Mensch kann nicht wirklich frei sein, wenn er seine sexuelle Energie nicht frei entwickeln darf. Und die fünf Tricks, durch die man den Menschen zum Sklaven, zu einer armseligen Kreatur, zum Krüppel gemacht hat, sind wie folgt...

Der erste Trick: Mache den Menschen so schwach wie möglich, wenn du ihn beherrschen willst. Wenn der Priester dich beherrschen will oder wenn der Politiker dich beherr- schen will, mußt du so schwach wie nur irgend möglich sein. In gewissen Fällen sind Ausnahmen erlaubt... z.B. wenn deine Dienste im Kampf gegen den Feind gebraucht werden, nur dann - sonst aber nicht. In der Armee wird vie- les erlaubt, was man den Menschen sonst nicht erlaubt. Die Armee steht im Dienste des Todes; ihr wird erlaubt, stark zu sein. Sie darf so stark sein wie sie nur kann: man braucht sie, um den Feind zu töten.
Die anderen werden vernichtet. Man schwächt sie in jeder Hinsicht. Und um sie zu schwächen, braucht man ihnen nur die totale Freiheit in der Liebe zu verweigern. Liebe ist Nah- rung. Die Psychologen haben das heute ebenfalls entdeckt: wenn man einem Kind Liebe verweigert, zieht es sich in sich selbst zurück und wird schwach. Ihr könnt ihm Milch geben, ihr könnt ihm Medizin geben, ihr könnt ihm alles geben - nur gebt ihm keine Liebe, knuddelt es nicht, küßt es nicht, laßt es nicht an die Wärme eures Körpers heran: und das Kind wird allmählich immer schwächer und schwächer und schwächer werden. Und wahrscheinlich wird es eher sterben als überleben. Was passiert? Warum? Wenn das Kind um- armt und geküßt wird, wenn es Wärme empfängt, fühlt es sich gestärkt, angenommen, geliebt, geschätzt. Das Kind ent- wickelt ein Selbstwertgefühl; das Kind fühlt, daß sein Leben Bedeutung hat.
Wir aber hungern heute die Kinder schon in der frühen Kindheit aus; wir geben ihnen nicht genug Liebe. Dann zwingen wir junge Männer und junge Frauen, sich nicht zu verlieben, bevor sie heiraten. Mit vierzehn erreichen sie ihre sexuelle Reife. Aber die Ausbildung dauert länger, zehn Jahre mehr - mit vierundzwanzig, fünfundzwanzig erhalten sie dann ihre akademischen Titel, werden Magister und Doktoren; also müssen wir sie zwingen, sich nicht zu verlieben. Die sexuelle Energie erreicht ihren Höhepunkt im Alter von un- gefähr achtzehn. Nie wieder wird der Mann so potent sein und nie wieder wird die Frau einen größeren Orgasmus ha- ben, als im Alter von ungefähr achtzehn. Aber wir hindern sie daran, Liebe zu machen. Wir bestehen darauf, daß die Jungs in dem einen Schlafsaal schlafen und die Mädchen im anderen. Jungs und Mädchen kommen nicht zusammen - und zwischen ihnen steht der ganze Apparat von Polizei, Magistrat, Universitätspräsidenten und Schuldirektoren. Sie stellen sich alle dazwischen und halten die Jungs von den Mädchen fern, und die Mädchen von den Jungs. Warum?
Wozu der ganze Aufwand? Man will den Bullen töten und den Ochsen erzeugen.
Im Alter von achtzehn stehst du auf der Höhe deiner sexu- ellen Kraft, deiner Liebeskraft. Bis du verheiratet bist - mit fünfundzwanzig, sechsundzwanzig, siebenundzwanzig... und das Alter nimmt immer mehr zu. Je zivilisierter ein Land, desto länger mußt du warten, denn es gibt mehr zu ler- nen, du mußt einen Job finden - dies und das. Bis du endlich heiratest, gehen deine Kräfte schon beinahe wieder zurück. Dann liebst du, aber deine Liebe wird nie richtig heiß sein, sie erreicht nie den Punkt, wo sich der Mensch auflöst; sie bleibt lauwarm. Und wenn es dir nicht vergönnt war, total zu lieben, dann kannst du auch deine Kinder nicht lieben, denn du weißt gar nicht, wie.
Wenn du die Höhepunkte nie erfahren hast, wie kannst du sie dann den Rindern vermitteln? Wie kannst du den Kindern helfen, die Höhepunkte zu erreichen? Seit Menschengedenken hat man also dem Menschen Liebe vorenthalten, damit er schwach bleibe.
Zweitens: Man sorge dafür, daß der Mensch so unwissend und so verwirrt bleibt wie möglich, damit er sich leichter täuschen läßt. Und wenn man eine allgemeine Verblödung an- strebt - absolut unentbehrlich für die Verschwörung der Priester und Politiker -, dann erreicht man das am besten da- durch, daß man dem Menschen nicht erlaubt, sich in der Lie- be frei zu entfalten. Ohne Liebe schrumpft die Intelligenz des Menschen.
Habt ihr das noch nicht beobachtet? Wenn du dich verliebst, steigern sich alle deine Fähigkeiten zum Höhepunkt. Gerade eben noch hast du ganz stumpf ausgesehen, und dann hast du deine Frau getroffen... und plötzlich ergreift dich eine große Freude; du bist entflammt.
Wenn die Leute verliebt sind, leisten sie Höchstes. Wenn die Liebe verschwindet oder wenn keine Liebe da ist, leisten sie fast nichts.
Die größten, die intelligentesten Menschen sind auch die sexuellsten Menschen. Das muß man verstehen, denn Liebesenergie ist im Grunde Intelligenz. Wenn du nicht lieben kannst, bist du irgendwie verschlossen, kalt; du kannst nicht fließen. In der Liebe fließt man. In der Liebe ist man so zuver- sichtlich, daß man die Sterne vom Himmel holen kann. Des- halb wird eine Frau zu einer so großen Inspiration, wird ein Mann zu einer so großen Inspiration. Wenn eine Frau geliebt wird, wird sie sofort schöner, augenblicklich! Gerade eben war sie noch eine ganz gewöhnliche Frau, dann wurde sie mit Liebe überschüttet - jetzt badet sie in einer vollkommen neuen Energie, sie gewinnt eine neue Aura. Sie läuft anmutiger - sie bewegt sich wie im Tanz. Ihre Augen sind jetzt ungeheuer schön, ihr Gesicht leuchtet: sie strahlt. Und genauso ist es mit dem Mann. Wenn die Menschen verliebt sind, sind sie auf der maximalen Höhe ihrer Energie. Nimm ihnen die Liebe, und sie sind auf der Minimalebene. Wenn sie beim Minimum bleiben, sind sie dumm, sind sie unwissend, interessiert sie nichts. Und wenn die Leute unwissend und dumm und verwirrt sind, kann man ihnen leicht etwas vormachen.
Wenn die Leute sexuell unterdrückt sind, unterdrückt hin- sichtlich Liebe, dann sehnen sie sich nach dem Jenseits. Sie machen sich Gedanken über den Himmel, das Paradies - aber sie machen sich keine Gedanken darüber, das Paradies liier auf Erden zu schaffen. Bist du dagegen verliebt, dann ist das Para- dies hier und jetzt. Dann machst du dir keine Gedanken - wer geht dann schon zum Priester? Wen kümmert es schon, ob es ein Paradies gibt oder nicht? Du bist ja schon im Para- dies! Du brauchst dir keine Gedanken darüber zu machen. Aber wenn deine Liebesenergie unterdrückt ist, denkst du: „Das Hier ist nichts, das Jetzt ist leer. Also muß es irgendwo irgendein Ziel geben..." Du gehst zum Priester und erkun- digst dich nach dem Himmel, und er malt den Himmel in den schönsten Farben aus.
Sex wurde unterdrückt, damit ihr euch für das andere Leben interessieren könnt. Und wenn die Leute sich für ein Leben im Jenseits interessieren, können sich sich natürlich nicht für das Leben im Diesseits interessieren.
Tantra sagt: dieses Leben ist das einzige Leben. Das jenseitige Leben ist im diesseitigen Leben verborgen. Es ist nicht dem diesseitigen Leben entgegengesetzt, es ist nicht weit von ihm entfernt, es ist in ihm. Gehe in es hinein! Dieses ist es! Geh hinein, und du wirst auch jenes finden. Gott ist in der Welt verborgen - das ist die Botschaft des Tantra. Eine großartige Botschaft, prächtig, unvergleichlich: Gott ist in der Welt verborgen, Gott ist im Hier und Jetzt verborgen. Wenn du liebst, wirst du es fühlen können.
Das dritte Geheimnis: Man mache die Menschen so ängstlich wie möglich. Und der sichere Weg ist der, ihm die Liebe zu verbieten, denn Liebe zerstört Angst... Liebe treibt die Angst hinaus.
Wenn du liebst, hast du keine Angst. Wenn du liebst, kannst du gegen die ganze Welt antreten. Wenn du liebst, hast du grenzenloses Vertrauen in deine eigenen Fähigkeiten. Aber wenn du nicht liebst, macht dir schon eine Kleinigkeit Angst. Wenn du nicht liebst, möchtest du dich absichern und schützen. Wenn du liebst, suchst du das Abenteuer und bist auf Entdeckungen aus. Man hat den Menschen nicht erlaubt zu heben, weil man sie nur so ängstlich machen kann. Und wenn sie vor Angst zittern, liegen sie ständig auf den Knien und kriechen vor dem Priester und kriechen vor dem Poli- tiker. Das ist eine große Verschwörung gegen die Mensch- heit. Es ist eine große Verschwörung gegen dich! Deine Poli- tiker und deine Priester sind deine Feinde, aber sie geben vor, öffentliche Diener zu sein. Sie sagen: „Wir sind dazu da, euch zu dienen und zu einem besseren Leben zu verhelfen. Wir sind dazu da, dieses bessere Leben für euch zu schaffen." Aber in Wirklichkeit zerstören sie das Leben.
Viertens: Man halte die Menschen so unglücklich wie möglich - denn ein unglücklicher Mensch ist verwirrt, ein unglücklicher Mensch hat kein Selbstwertgefühl, ein unglückli- cher Mensch klagt sich selbst an, ein unglücklicher Mensch denkt ständig, daß er etwas falsch gemacht hat. Ein unglückli- cher Mensch steht nicht fest auf dem Boden; man kann ihn von hier nach da schubsen; man kann ganz leicht ein Stück Treibholz aus ihm machen. Und ein unglücklicher Mensch läßt sich gern herumkommandieren, läßt sich gern zurechtweisen, denn er weiß: „Allein bin ich einfach unglücklich. Vielleicht kann ein anderer mein Leben in die Hand neh- men?" Er ist ein bereitwilliges Opfer.
Und fünftens: Man entfremde die Menschen voneinander, so weit wie möglich, damit sie sich nicht für irgendeine Sache solidarisieren können, die dem Priester und dem Politiker mißfallen könnte. Man sorge dafür, daß die Menschen sich nicht zu nahe kommen. Man gestatte ihnen nicht zuviel Inti- mität. Wenn die Leute isoliert sind, einsam, voneinander ent- fremdet, können sie sich nicht zusammentun. Und es gibt tausend Tricks, sie daran zu hindern. Zum Beispiel: Du bist ein Mann und nimmst einen anderen Mann bei der Hand, und du läufst die Straße hinunter und singst - und was pas- siert? Du hast ein schlechtes Gewissen, denn die Leute schau- en sich nach dir um: „Ist der schwul - homosexuell oder so?" Man erlaubt zwei Männern nicht, miteinander glücklich zu sein. Man erlaubt ihnen nicht, sich an der Hand zu halten, man erlaubt ihnen nicht, sich zu umarmen. Sie werden als Homosexuelle abgestempelt. Angst kommt auf.
Wenn dein Freund kommt und deine Hand in seine Hand nimmt, schaust du dich um: „Sieht das einer, oder nicht?" Und eilig läßt du die Hand deines Freundes los. Ihr seid so in Eile, wenn ihr euch die Hand schüttelt! Ist euch das schon mal aufgefallen? Ihr berührt euch an den Händen und schüt- telt und fertig. Ihr haltet euch nicht an den Händen, ihr umarmt euch nicht. Ihr habt Angst.
Kannst du dich erinnern, daß dich dein Vater jemals umarmt hat? Kannst du dich daran erinnern, daß deine Mutter dich jemals umarmt hat, nachdem du sexuell ent- wickelt warst? Warum nicht?

Anerzogene Angst: ein junger Mann und seine Mutter, die sich umarmen? Vielleicht kommt da Sex ins Spiel, irgendeine Vorstellung, eine Phanta- sie. Anerzogene Angst: der Vater und der Sohn, der Vater und die Tochter - nein; der Bruder und die Schwester - nein; der Bruder und der Bruder - nein!
Man sperrt die Menschen in getrennte Boxen mit hohen Mauern drumherum. Jeder in seine Kategorie, und es gibt tausendundeine Sperre. Ja, nachdem man dich fünfundzwanzig Jahre lang auf die Art trainiert hat, darfst du endlich Liebe machen mit deiner Ehefrau! Aber jetzt steckt dir dein Trai- ning zu tief in den Knochen, und plötzlich weißt du gar nicht, was du tun sollst. Wie liebt man? Du hast diese Spra- che nicht gelernt. Es ist, als hätte man jemandem fünfund- zwanzig Jahre lang verboten zu sprechen. Hört nur: Fünfundzwanzig Jahre lang durfte er den Mund nicht aufmachen! Und nun stellt man ihn auf die Bühne und sagt: „Halte uns einen großartigen Vortrag." Was wird passieren? Er wird umfallen, auf der Stelle. Vielleicht fällt er in Ohnmacht, vielleicht stirbt er... fünfundzwanzig Jahre Schweigen, und jetzt verlangt man plötzlich, daß er eine große Rede hält. Das ist nicht möglich.
Genau das geschieht: fünfundzwanzig Jahre Anti-Liebe, Angst, und dann plötzlich wird es dir legal gestattet; eine Lizenz wird ausgestellt, und... jetzt kannst du diese Frau lie- ben. Das hier ist deine Frau. Du bist ihr Ehemann, und es ist dir gestattet zu lieben. Aber was machst du mit den fünfund- zwanzig Jahren falscher Erziehung? Sie sind nicht ver- schwunden. Ja, du wirst „lieben"... du machst eine Geste. Explosiv wird sie nicht sein, orgasmisch wird sie nicht sein; sie wird sehr mickrig sein. Kein Wunder, daß du frustriert bist, nachdem du eine Frau geliebt hast. Neunundneunzig Prozent aller Menschen sind frustriert nach dem Liebesakt, frustrierter als sie es je zuvor waren. Und sie denken: „Was? Das soll alles sein? Das kann doch nicht wahr sein!"
Zuerst haben es der Politiker und der Prieste so hingedreht, daß du nicht lieben kannst, und dann gehen sie her und predigen, daß an der Liebe gar nichts dran ist. Und offenbar haben sie recht, denn was sie sagen, stimmt genau mit deiner Erfahrung überein! Erst brocken sie dir diese Erfahrung von Frust und Vergeblichkeit ein, und dann... dann kommen sie dir mit ihren Lehren. Und beides paßt völlig logisch zusam- men - aus einem Guß. Das ist ein großer Streich, der größte, der dem Menschen je mitgespielt wurde. All diese fünf Tricks haben einen gemeinsamen Nenner, und das ist das Liebes-Tabu. Alle diese Absichten lassen sich dadurch errei- chen, daß man die Menschen irgendwie daran hindert, einander zu lieben. Und das Tabu ist in einer geradezu wissen- schaftlichen Weise bewerkstelligt worden. Dieses Tabu ist ein großes „Kunstwerk" - es ist viel List und Tücke hinein-
gesteckt worden. Es ist wirklich ein „Meisterstück."
Dieses Tabu gilt es zu verstehen.
Erstens: es ist indirekt, es ist versteckt. Es tritt nicht in
Erscheinung, denn wenn ein Tabu in Erscheinung tritt, kann es nicht funktionieren. Das Tabu muß gut versteckt sein, damit du es nicht entdeckst. Es muß so gut versteckt sein, daß du nicht mal auf den Gedanken kommst, daß überhaupt etwas dagegen getan werden kann. Das Tabu muß ins Unter- bewußte eindringen, darf nicht bewußt werden. Es muß sehr subtil und indirekt sein - wie wird das gemacht? Hier ist der Trick: Zuerst predigst du, daß Liebe großartig ist, damit die Leute gar nicht auf die Idee kommen, daß die Priester und die Politiker gegen die Liebe sind. Du predigst ständig, daß Liebe großartig ist, daß Liebe das einzig Wahre ist, und dann schaffst du ein Umfeld, in dem sich Liebe nicht ereignen kann. Verhindere die Gelegenheiten. Sorge dafür, daß nichts auf den Tisch kommt und predige, wie wunderbar das Essen ist und was für ein Vergnügen es ist, zu essen. „Eßt nur, so viel ihr mögt" - aber dann stellst du nichts auf den Tisch. Lass die Leute immerzu hungrig ausgehen und rede immerzu von der Liebe. Und so reden die Priester ständig von Liebe. Die Liebe wird als das Höchste gepriesen - kommt gleich nach Gott, und jede Gelegenheit, bei der sie sich ereignen könnte, wird verhindert. Direkt wird sie ermutigt, indirekt werden ihr die Wurzeln abgeschnitten. Darin besteht das Meisterstück.
Kein Priester wird darüber sprechen, wie sie den Schaden angerichtet haben. Es ist so, als ob du zu einem Baum sagst: „Sei grün, blühe, treue dich", und gleichzeitig schneidest du dem Baum die Wurzeln ab, damit er nicht grünen kann. Und wenn der Baum nicht grünt, kannst du auf ihn drauf springen und sagen: „Hör mal! Du hörst nicht, was wir dir sagen. Du gehorchst uns nicht. Wir befehlen dir ständig: „Sei grün, blühe, tanze..." und inzwischen haust du dem Baum ständig die Wurzeln ab.
Liebe wird immer nur versagt. Und nichts auf der Welt kommt seltener vor als Liebe - sie darf nicht versagt werden. Wenn ein Mensch fünf Personen lieben kann, dann soll er fünf Personen lieben. Wenn ein Mensch fünfzig lieben kann, dann soll er fünfzig lieben. Wenn ein Mensch fünfhundert lieben kann, dann soll er fünfhundert lieben. Liebe kommt so selten vor - je mehr du sie verbreiten kannst, desto besser.
Aber da gibt es diese großartigen Tricks. Man drängt dich in eine enge, sehr enge Ecke: du darfst nur deine Frau lieben, du darfst nur deinen Mann Heben, du darfst nur dies und nur das lieben - es gibt zu viele Vorschriften. Es ist so, als gäbe es ein Gesetz, wonach du nur atmen darfst, wenn du mit deiner Frau zusammen bist, oder nur atmen darfst, wenn du mit deinem Mann zusammen bist. Aber dann wird Atmen unmöglich. Dann stirbst du. Dann wirst du nicht mal atmen können, wenn du mit deiner Frau oder wenn du mit deinem Mann zusammen bist. Du mußt vierundzwanzig Stunden am Tag at- men. Je mehr du atmest... „Liebe nur, wenn du mit deinem Ehepartner zusammen bist!"
Dann gibt es da noch so einen Trick. Sie reden von „höherer Liebe", und sie zerstören die niedere. Und sie sagen, daß die niedere Liebe abgelehnt werden muß; körperliche Liebe ist schlecht, spirituelle Liebe ist gut. Hast du je einen Geist ohne Körper gesehen? Hast du je ein Haus ohne Fundament gesehen?
Das Niedere ist das Fundament des Höheren. Der Körper ist dem Haus, der Geist lebt im Körper, mit dem Körper. Du bist ein verkörperter Geist and ein beseelter Körper. Du bist beides zusammen. Das Höhere und das Niedere sind nicht voneinan- der getrennt, sie sind eins - Sprossen derselben Leiter.
Das ist es, was Tantra klar machen will: daß das Niedere nicht verdrängt werden darf, daß das Niedere ins Höhere transformiert werden muß. Das Niedere ist gut. Wenn du am Niederen hängenbleibst, dann liegt es an dir, nicht am Niederen. An der untersten Sprosse einer Leiter ist nichts Schlechtes. Wenn du auf ihr stehen bleibst, dann liegt es an dir. Es hat etwas mit dir zu tun.
Geh weiter! Sex ist nicht schlecht. Es ist dein Fehler, wenn du beim Sex stehenbleibst. Gehe weiter nach oben.
Das Höhere ist nicht gegen das Niedere; das Niedere er- möglicht es dem Höheren, überhaupt zu existieren.
Und diese Tricks haben viele andere Probleme geschaffen. Jedesmal, wenn du liebst, fühlst du dich irgendwie schuldig; ein Schuldgefühl kommt auf. Und wenn du dich schuldig fühlst, dann kannst du nicht total in der Liebe aufgehen - die Schuldgefühle hindern dich daran, sie halten dich zurück. Selbst wenn du dich mit deiner Ehefrau oder deinem Ehe- mann liebst, kommt Schuld auf: du weißt, daß es Sünde ist, du weißt, daß du da etwas Schlimmes tust. „Heilige tun sowas nicht!" Du bist ein Sünder. Also kannst du dich nicht total einlassen, selbst wenn es dir gestattet ist - oberfläch- lich - deine Frau zu lieben. Der Priester ist hinter dir ver- steckt - in deinem Schuldgefühl. Von dort aus zieht er dich jetzt, zieht an deinen Fäden.
Wenn Schuld aufkommt, fühlst du, daß mit dir etwas nicht stimmt; du verlierst dein Selbstwertgefühl, du verlierst deine Selbstachtung. Und noch ein Problem entsteht: wenn Schuld aufkommt, fängst du an zu heucheln.
Väter und Mütter wollen nicht, daß ihre Kinder wissen, daß sie Liebe machen, also heucheln sie. Sie heucheln vor, daß keine Liebe stattfindet. Ihre Heuchelei wird früher oder später von den Kindern durchschaut. Und wenn die Kinder dahinterkommen, verlieren sie jedes Vertrauen. Sie fühlen sich verraten, sie fühlen sich betrogen. Und dann sagen die Väter und die Mütter, daß ihre Kinder sie nicht achten. Ihr selbst seid die Ursache, wie könnten sie euch achten? Ihr habt sie in jeder Beziehung getäuscht, ihr seid unehrlich gewesen, ihr wart gemein. Ihr habt ihnen gepredigt, sich nicht zu ver- lieben: „Paßt ja auf!" - aber selber habt ihr ständig Liebe gemacht. Und früher oder später kommt dann der Tag, an dem sie erkennen, daß nicht einmal ihr Vater, nicht einmal ihre Mutter ehrlich mit ihnen waren - wie sollten sie euch also achten können? Erst also führen Schuldgefühle zu Heu- chelei, dann führt Heuchelei zur Entfremdung zwischen den Menschen. Nichtmal das Kind, dein eigenes Kind, fühlt sich im Einklang mit dir. Eine Barriere ist da - deine Heuchelei. Und wenn du erfährst, daß jeder heuchelt...
Eines Tages wirst du erkennen, daß du nur heuchelst, ge- nau wie die anderen auch. Wenn alle nur heucheln, wie kannst du dann eine Beziehung eingehen? Wenn alle verlo- gen sind, wie kannst du dann Beziehungen haben? Wie kannst du freundlich sein, wenn überall nur Lug und Trug ist? Du wirst sehr, sehr böse sein auf die Wirklichkeit, du wirst sehr bitter sein: du siehst in ihr überall nur den Teufel am Werke.
Und jeder hat ein falsches Gesicht, keiner ist authentisch. Jeder trägt eine Maske, keiner zeigt sein wahres Gesicht.
Du hast ein schlechtes Gewissen, du weißt, daß du nur heu- chelst, und du weißt, daß alle heucheln; jeder hat ein schlech- tes Gewissen und jeder ist wie eine häßliche Wunde.

Jetzt ist es ganz einfach, aus diesen Leuten Sklaven zu machen - Büromenschen aus ihnen zu machen, Angestellte, Schuldirektoren, Finanzbeamte, Minister, Regierungsdirek- toren, Präsidenten. Jetzt lassen sich diese Leute ganz leicht ablenken: ihr habt sie von ihren Wurzeln abgelenkt. Sex ist die Wurzel, deshalb der Name muladhar. Muladhar heißt: die Wurzel-Energie.
Ich habe gehört...
Es ist ihre Hochzeitsnacht, und die hochmütige Lady Jane unterzieht sich ihren ehelichen Pflichten zum ersten Mal. „Mylord", fragt sie den Bräutigam, „ist es das, was das gemei- ne Volk ,Liebe machen' nennt?" „So ist es, Mylady", antwor- tet Lord Reginald und fährt fort. Nach einer Weile ruft Lady Jane indigniert: „Das ist ja viel zu gut für's gemeine Volk!"
Dem gemeinen Volk hat man das Liebemachen nicht wirk- lich erlaubt: es ist viel zu gut für sie...
Aber das Problem ist: wenn ihr die ganze Welt der ge- meinen Leute vergiftet, dann vergiftet ihr euch am Ende sel- ber. Wenn ihr die Luft vergiftet, die die einfachen Leute atmen, dann vergiftet ihr auch die Luft, die der König atmet; nichts läßt sich ausgrenzen - alles ist eins. Wenn der Priester die einfachen Leute vergiftet, wird er schließlich selber vergif- tet. Wenn der Politiker die Luft der einfachen Leute vergif- tet. .. schließlich atmet er dieselbe Luft, es gibt keine andere.
Ein Kaplan und ein Bischof sitzen sich auf einer langen Bahn- reise im selben Abteil schräg gegenüber. Als der Bischof das Abteil betrat, hatte der Kaplan eilig sein Playboy-Magazin weggesteckt und die Kirchenzeitung vorgeholt. Der Bischof ignoriert ihn und bastelt am Kreuzworträtsel der Times. Es herrscht Stille.
Nach einer Weile versucht der Kaplan, eine Unterhaltung zu beginnen. In dem Augenblick als sich der Bischof ratlos am Kopf kratzt - offenbar hat er mit seinem Rätsel Probleme - fragt ihn der Kaplan: „Kann ich Ihnen helfen, Sir?" „Vielleicht. Da ist noch ein letztes Wort, das ich nicht lösen kann. Was für ein Wort mag das sein - mit vier Buchstaben, die letzten drei sind ö-s-e, und es heißt hier: Inbegriff des weiblichen Geschlechts?"
„Ahh", sagt der Kaplan nach langer Pause. „Das ist gewiß das Böse."
„Aber natürlich, natürlich!", sagt der Bischof und fügt hinzu: „Sagen Sie, junger Mann, Sie haben nicht vielleicht ein Radiergummi dabei?"
Wenn ihr etwas an der Oberfläche unterdrückt, dann geht es tief ins Unbewußte. Und dort bleibt es. Man hat den Sex nicht zerstört - glücklicherweise. Er wurde nicht zerstört, er wurde nur vergiftet. Er kann nicht zerstört werden; er ist Lebensenergie. Der Sex wurde verschmutzt, aber er kann gereinigt werden! Genau das ist der tantrische Prozeß: ein wunderbarer Reinigungsprozeß.


melden

Osho

01.02.2014 um 18:30
Wenn ihr etwas an der Oberfläche unterdrückt, dann geht es tief ins Unbewußte. Und dort bleibt es. Man hat den Sex nicht zerstört - glücklicherweise. Er wurde nicht zerstört, er wurde nur vergiftet. Er kann nicht zerstört werden; er ist Lebensenergie. Der Sex wurde verschmutzt, aber er kann gereinigt werden! Genau das ist der tantrische Prozeß: ein wunderbarer Reinigungsprozeß.
Eure Lebensprobleme lassen sich im wesentlichen auf euer Sex-Problem zurückführen. Ihr mögt unermüdlich versu- chen, eure anderen Probleme zu lösen, aber ihr werdet sie nicht lösen können, denn sie sind keine echten Probleme. Aber wenn ihr euer Sex-Problem löst, werden alle anderen Probleme verschwinden, denn ihr habt das Grundproblem gelöst. Aber ihr habt eine solche Angst, es euch auch nur genauer anzuschauen! Es ist einfach. Wenn ihr eure Erziehung einfach beiseite schieben könnt, ist es sehr einfach. Es ist so einfach wie diese Geschichte:
Eine frustrierte alte Jungfer ist der Schrecken der Polizei; sie ruft ständig an und behauptet, ein fremder Mann läge unter ihrem Bett. Schließlich steckt man sie in ein Irrenhaus, aber auch dort erzählt sie den Ärzten, daß ein fremder Mann unter ihrem Bett läge. Sie geben ihr die modernsten Medikamente, und plötzlich erklärt sie, daß sie geheilt sei.
„Sehen sie jetzt keinen fremden Mann mehr unter ihrem
Bett, Fräulein Fromm?"
„Nein. Jetzt sind es zwei."
Ein Arzt diagnostiziert die Krankheit der alten Jungfer als „bösartige Virginität" und ist der Meinung, nur eine einzige Art von Injektion könne der alten Jungfer helfen. „Warum schicken wir ihr nicht den Starken Otto, den Krankenhaus-Tischler, aufs Zimmer?", lautet sein Vorschlag an die Kollegen.
Der Starke Otto wird geholt. Man erzählt ihm, worum es geht, und daß man ihn mit der alten Jungfer für eine Stunde ins Zimmer einschließen wolle. Er sagt, eine Stunde brauche er dafür gar nicht und geht hinein. Eine neugierige Schar von Ärzten und Schwestern versammelt sich auf dem Flur.. Nach kurzer Zeit hören sie: „Nein! Hör auf, Otto! Mutter würde mir das niemals verzeihen!"
„Hör auf zu schreien, irgendwann muß es mal sein. Es hätte schon Vorjahren passieren sollen!"
„Dann eben mit Gewalt, du Wüstling!"
„Ich mache nur, was dein Mann gemacht hätte, wenn du
einen gehabt hättest."
Die Neugierigen auf dem Flur können es nicht länger aushalten, sie stürzen ins Zimmer.
„Ich hab sie geheilt", sagt der Tischler.
„Er hat mich geheilt!", bestätigt Fräulein Fromm.
Er hatte die Füße vom Bett abgesägt.

Manchmal ist die Heilung ganz einfach. Und ihr schlagt euch mit tausend Sachen rum... Und der Tischler hat es richtig gemacht... er hat einfach die Bettfüße abgesägt und der Fall war erledigt. Wo sollte sich der Mann jetzt verstecken?
Sex ist die Wurzel fast all eurer Probleme. Es kann gar nicht anders sein - nach jahrtausendelanger V ergiftung. Eine gründliche Reinigung tut not.

Tantra kann eure Sexenergie reinigen. Hört auf die Botschaft des Tantra. Versucht, sie zu verstehen. Sie ist eine großartige revolutionäre Botschaft. Sie ist gegen alle Priester und Politiker. Sie ist gegen all jene Giftmischer, die jegliche Freude auf Erden abgetötet haben, um den Menschen zum Sklaven zu machen, zum Sklaven erniedrigen zu können.
Holt euch eure Freiheit zurück. Holt euch eure Freiheit zu lieben zurück. Holt euch die Freiheit zurück, so zu sein wie ihr seid.
Und dann ist das Leben nicht länger ein Problem.
Es ist ein Mysterium. Es ist eine Ekstase. Es ist ein Segen.


melden
Simowitsch
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Osho

02.02.2014 um 16:32
Osho war bestimmt schon auf dem richtigen Weg, erlag aber letztlich, wie eben alle bedeutenden Gurus, den Verführungen der "Schlange", die ihr Angebot "ihr werdet sein wie Gott" an alle an Erkenntnis interessierten Menschen richtet.
So war er auch fasziniert von der Idee, zum Schöpfer einer eigenen Welt zu werden, und steckte seine ganze Energie da rein. Buddha war noch einfacher und hätte sich nie für so etwas hergegeben, hat er doch erkannt dass die Welt Maya (Illusion) ist. Jesus konnte auch niemand in Versuchung führen, denn zwar wurde er von einem Schöpfergott erschaffen, ist aber unbestechlich.


melden

Osho

02.02.2014 um 16:45
@Simowitsch
Von was redest du genau?
Was für eine Schlange? =)


melden
Helenus
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Osho

02.02.2014 um 17:10
@LoveSexDrugs
Er spricht vom christlichen Sündenfall. Die Schlange ist Satan, der zu den ersten Menschen spricht: 'eritis sicut Deus, scientes bonum et malum'.


melden

Osho

04.02.2014 um 01:32
OSHO:
Meditation ist einfach nur der Mut, still und allein zu sein. Langsam und allmählich beginnst du dann eine
neue Qualität in dir zu verspüren, eine neue Lebendigkeit, eine neue Schönheit, eine neue Intelligenz, die nicht von anderen geborgt ist, die in dir selber wächst. Sie wurzelt in deiner Existenz. Und wenn du kein Feigling bist, wird sie zur Blüte kommen und Früchte tragen.


Niemand ist so, wie er von der Existenz vorgesehen war. Die Gesellschaft, die Kultur, die Religion, die Erziehung haben sich alle gegen die Unschuld der Kinder verschworen. Sie sind übermächtig. Das Kind ist hilflos und abhängig, daher können sie alles aus ihm machen, was sie wollen. Sie erlauben dem Kind nicht, seiner natürlichen Bestimmung entgegenzuwachsen. Sie zielen einzig und allein da- rauf ab, menschliche Wesen in nützliche Roboter umzuformen. Wer weiß schon, ob ein Kind sich für die Interessen der Herrschenden nützlich erweisen wird, wenn man es in Ruhe aufwachsen lässt? Die Gesellschaft ist nicht bereit, dieses Risiko einzugehen. Sie packt das Kind und beginnt es so zu formen, dass es für die Gesellschaft nützlich ist.
In einem gewissen Sinn tötet sie die Seele des Kindes ab und gibt ihm eine falsche Identität, damit es seine Seele, sein wahres Wesen nie vermisst. Diese falsche Identität ist ein Ersatz. Doch dieser Ersatz ist nur dort nützlich, wo er geformt worden ist — unter anderen Leuten. Sobald du allein bist, fängt das Falsche an zu zerbröckeln und das un- terdrückte Wahre beginnt sich wieder zu melden. Daher die Angst vor der Einsamkeit.
Keiner will einsam sein. Jeder will zu einem Kollektiv gehören — und nicht nur zu einem, sondern zu möglichst vielen. Zu einer religiösen Gemeinschaft, zu einer politischen Partei, zu einem Rotary Club und zu vielen weiteren kleinen Gruppierungen, denen man sich anschließen kann. Man möchte sich vierundzwanzig Stunden am Tag unterstützt fühlen, denn das Falsche kann ohne diese Unterstützung nicht bestehen. Sobald du allein bist, kommst du auf die verrücktesten Gedanken. So viele Jahre hast du dir ein bestimmtes Bild von dir gemacht, und auf einmal beginnst du in einem Moment der Einsamkeit zu spüren, dass du das gar nicht bist. Das macht Angst — wer bist du denn dann?
Und das jahrelang unterdrückte Echte braucht etwas Zeit, um sich zu manifestieren. Diese Lücke zwischen den beiden Zuständen wird von den Mystikern als >die dunkle Nacht der Seele< bezeichnet - ein sehr treffender Ausdruck. Du bist nicht mehr das Falsche und noch nicht das Wirkliche. Du stehst dazwischen und du weißt nicht, wer du bist. Vor allem im Westen ist das ein recht schwieriges Problem, denn hier wurde keine Methodik entwickelt, um das Echte so schnell wie möglich ans Licht zu bringen und so die dunkle Nacht der Seele abzukürzen. Von Meditation hat der Westen keine Ahnung. Und Meditation ist nur ein Name dafür, allein zu sein und still zu warten, bis sich das Wirkliche durchsetzt. Du tust eigentlich nichts, du entspannst dich nur ganz still, denn alles, was du tust, entspringt deiner falschen Persönlichkeit. Dein ganzes Tun ist seit so vielen fahren daraus entsprungen. Es ist eine sehr, sehr alte Gewohnheit.
Gewohnheiten sterben schwer. So viele Jahre hast du mit einer falschen Persönlichkeit gelebt, die dir von Menschen verpasst wurde, die du geliebt und geachtet hast ... Nicht dass sie dir absichtlich etwas Böses zufügen wollten. Sie meinten es wirklich nur gut mit dir, aber leider hatten sie nicht einen Funken Bewusstheit. Deine Eltern, deine Leh- rer, die Priester und die Politiker waren keine bewussten Menschen. Sie handelten unbewusst. Und in den Händen eines unbewussten Menschen verkehrt sich selbst eine gute Absicht in Gift.
Immer wenn du also allein bist, kommt eine tiefe Angst hoch, denn plötzlich beginnt das Falsche zu verschwinden. Und das Echte braucht ein bisschen Zeit. Du hast es vor so vielen Jahren verloren. Du musst bedenken, dass da eine Kluft von vielen Jahren überbrückt werden muss.
In dieser Angst befürchtest du deinen Verstand, deine geistige Gesundheit, deinen Kopf, deine Persönlichkeit zu verlieren, denn aus all dem besteht dein falsches Selbst, das die anderen dir gegeben haben. Alles scheint sich aufzulösen. Du glaubst verrückt zu werden. Also fängst du sogleich an, irgendetwas zu tun, nur um dich beschäftigt zu halten. Wenn schon keine anderen Leute da sind, dann tust du wenigstens etwas, damit das Falsche beschäftigt bleibt und nicht zu verschwinden beginnt.
Aus diesem Grund tun sich die Leute so schwer mit ihrer freien Zeit. Fünf Tage arbeiten sie und hoffen, dass sie sich am Wochenende erholen können, doch genau dann ist es am Allerschlimmsten. An Wochenenden passieren mehr Einfälle, verüben mehr Menschen Selbstmord, wird mehr getötet, mehr gestohlen und mehr vergewaltigt. Merkwürdig! Fünf Tage sind die Leute beschäftigt, ohne dass es große Probleme gibt. Doch am Wochenende haben sie die Wahl, sich entweder mit etwas zu beschäftigen oder sich zu entspannen. Aber Entspannung macht Angst, weil dann die falsche Persönlichkeit verschwindet. Halte dich also mit irgendetwas beschäftigt — Hauptsache, du machst etwas. Die Leute strömen zu den Badestränden — Stoßstange an Stoßstange, ein kilometerlanges Verkehrschaos. Und wenn du sie fragst, wohin sie gehen, so wollen sie endlich der Masse entfliehen<, und zwar alle auf einmal. Alle sind auf dem Weg zu einem einsamen, ruhigen Plätzchen.
Eigentlich wäre es zu Hause viel einsamer und ruhiger gewesen, weil sich dummerweise alle miteinander auf die Suche nach einem einsamen Plätzchen gemacht haben. Und alle beeilen sich wie wahnsinnig, denn zwei Tage sind bald vorbei. Sie müssen irgendwohin — frag mich nicht wohin.
Die Strände sind überfüllt. Nicht einmal in der Stadt herrscht ein solches Gewimmel. Und seltsamerweise fühlen sich die Leute pudelwohl bei ihrem Sonnenbad. Zehntausend Leute nehmen an einem schmalen Stück Strand ein Sonnenbad und entspannen sich. Wäre einer von ihnen allein dort, könnte er sich nicht entspannen. Doch er weiß, dass sich rundherum tausend andere Leute entspannen — dieselben Leute wie im Büro, dieselben Leute wie auf der Straße oder in der Stadt.
Die Menge ist absolut essenziell, damit das falsche Selbst existieren kann. Sobald es sich einsam fühlt, beginnst du auszurasten. Genau dann wäre es gut, wenn du etwas von Meditation verstehst.
Und mach dir keine Sorgen, denn das, was verschwinden kann, hat sowieso keinen Wert. Es ist sinnlos, daran festzuhalten. Es gehört dir nicht. Das bist nicht du. Wenn das Falsche verschwunden ist und das frische, unschuldige, unverdorbene Wesen seinen Platz einnimmt - das bist wirklich du. Die Frage, wer du wirklich bist, kann dir niemand anderes beantworten. Doch dann wirst du es wissen. Alle Meditationstechniken sind eine Hilfe, um das Falsche zu zerstören. Sie geben dir nicht das Echte. Das Echte kann einem niemand geben. Was dir gegeben werden kann, kann nicht echt sein. Du hast das Echte schon. Du brauchst nur noch das Falsche wegzunehmen. Man kann es auch so ausdrücken: Ein Meister nimmt dir all das weg, was du nicht wirklich hast, und gibt dir das zurück, was du wirklich hast.
Meditation ist einfach nur der Mut, still und allein zu sein. Langsam und allmählich beginnst du dann eine neue Qualität in dir zu verspüren, eine neue Lebendigkeit, eine neue Schönheit, eine neue Intelligenz, die nicht von ande- ren geborgt ist, die in dir selber wächst. Sie wurzelt in deiner Existenz. Und wenn du kein Feigling bist, wird sie zur Blüte kommen und Früchte tragen.
Nur mutige Menschen, nur Menschen mit Mumm können religiös sein. Nicht die Kirchgänger — das sind Feiglinge! Nicht die Hindus, nicht die Mohammedaner, nicht die Christen — sie verschließen sich der Suche. Sie bleiben bei ihresgleichen, sie versuchen ihre falsche Identität nur noch mehr zu festigen.
Du bist voller Leben, voller Bewusstsein, voll von einer unbeschreiblichen Sensibilität zur Welt gekommen. Schau dir nur mal ein kleines Kind an! Schaue ihm in die Augen, nimm diese Frische wahr. All das wird von einer falschen Persönlichkeit zugeschüttet.
Habe keine Angst. Du kannst nur das verlieren, was sowieso verloren gehen muss — und je früher, desto besser! Denn je länger das Falsche bleibt, desto stärker wird es. Und niemand weiß, was morgen sein wird.
Stirb nicht, bevor du dem authentisches Wesen verwirklicht hast.
Nur die wenigen Menschen, die ihr Leben authentisch gelebt haben und die authentisch gestorben sind, sind wirklich gesegnet, denn sie wissen, dass das Leben ewig währt und der Tod eine Fiktion ist.


melden
a-n-n-a
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Osho

06.02.2014 um 03:18
ich liebe osho :-) danke für die texte @LoveSexDrugs :-)


melden

Osho

13.02.2014 um 13:45
Für Tantra ist der Mensch selber die Krankheit. Nicht nur, daß euer Verstand gestört wäre – vielmehr ist euer Verstand selber die Störung. Nicht nur, daß ihr innerlich verspannt wäret, sondern ihr seid vielmehr selbst die Verspannung. Macht euch den Unterschied ganz klar. Wenn der Verstand krank ist, dann kann die Krankheit behandelt werden; aber wenn der Verstand selbst die Krankheit ist, dann kann diese Krankheit nicht behandelt wer- den. Er kann transzendiert werden, aber er kann nicht behandelt werden. Das ist der grundlegende Unterschied zwischen der Psychologie des Westens und der östlichen, der tantrischen und yogischen Psychologie. Da liegt der Unterschied zwischen dem östlichen Tantra und Yoga und der westlichen Psychologie.
Die westliche Psychologie glaubt, daß der Verstand gesund sein könne, daß man ihn so, wie er ist, behandeln und ihm helfen könne. Denn für das westliche Denken gibt es keine Trans- zendenz, wie es denn jenseits des Verstand überhaupt nichts gibt. Transzendenz ist nur möglich, wenn es jenseits davon etwas gibt, so daß man in seinem gegenwärtigen Zustand leben und dann weitergehen kann. Aber wenn es kein Jenseits gibt und der Verstand die Endstation ist, dann ist jegliches Transzendieren unmöglich.
Wenn du dich nur für einen Körper hältst, dann kannst du dei- nen Körper nicht transzendieren – denn wer soll transzendieren, und wohin soll man transzendieren? Wenn du einfach nur der Körper bist, dann kannst du nicht über den Körper hinausgehen. Wenn du über den Körper hinausgehen kannst, heißt das, daß du nicht einfach nur der Körper bist, sondern noch etwas darüber hinaus. Dieses ‚Darüber hinaus' wird zu der Dimension, in die es fortzuschreiten gilt.
Im gleichen Sinne ist keine Transzendenz möglich, wenn du nur der Verstand bist und sonst nichts. Dann mögen wir indivi- duelle Krankheiten behandeln: Jemand ist z.B. geisteskrank – wir können die Krankheit behandeln. Wir werden den Geist nicht antasten, aber wir werden die Krankheit behandeln und den Verstand normalisieren. Und kein Mensch macht sich noch Gedanken darüber, ob der normale Verstand an sich gesund ist oder nicht.
Der normale Verstand ist nur ein skeptischer Verstand. Freud sagt, daß wir so, wie wir heute alle beschaffen sind, nur einen erkrankten Geist wieder zur Normalität führen können. Aber ob alle gesund sind oder nicht – diese Frage darf nicht gestellt wer- den. Wir nehmen es als gegeben hin, daß der kollektive Geist, der Durchschnittsgeist, in Ordnung ist. Jedesmal also, wenn jemand über diesen Durchschnittsgeist hinausgeht, woanders hingeht, muß er zurückgeholt und wieder angepaßt werden. Insofern war die gesamte westliche Psychologie nur eine Anstrengung in Richtung Wiederanpassung – Anpassung an den gewöhnlichen Geist, den Durchschnittsverstand.
In diesem Sinne gibt es Denker – hier ist vor allem ein sehr intelligenter zu nennen, nämlich Geoffrey – die sagen, Genie sei Krankheit, weil Genie abnormal sei. Wenn Normalität Gesundheit sei, dann sei Genie Krankheit. Ein Genie sei nicht normal, sei in gewissem Sinne wahnsinnig. Sein Wahnsinn möge nützlich sein, also ließen wir es leben.
Ein Einstein oder ein van Gogh oder ein Ezra Pound – Dichter, Maler, Wissenschaftler, Mystiker – das seien Verrückte, aber ihre Verrücktheiten würden geduldet, aus zwei Gründen: Entweder sei ihr Wahnsinn harmlos, oder ihr Wahnsinn sei zweckdienlich. Durch ihren Wahnsinn trügen sie etwas bei, was Normale nicht beitragen könnten. Weil sie wahnsinnig seien, seien sie bis ins eine Extrem gegangen, von wo aus sie bestimmte Dinge sehen könn- ten, die der Normalgeist nicht sehen könne. Also könnten wir diese Wahnsinnigen dulden, ja sie sogar zu Nobelpreisträgern machen. Aber ‚krank' seien sie dennoch.
Wenn Normalität das Kriterium und das Maß für Gesundheit ist, dann ist jeder, der nicht normal ist, krank. Geoffrey behauptet, es werde der Tag kommen, da würden wir Wissenschaftler und Dichter genauso behandeln, wie wir Wahnsinnige behandeln: Wir würden sie dazu bringen, sich wieder dem Durchschnitt anzupassen.
Diese Haltung beruht auf einer spezifischen Hypothese, derzufolge der Verstand das Letztendliche ist, und es jenseits davon nichts gibt. Genau das Gegenteil dieser Einstellung macht den östlichen Ansatz aus. Hier sagen wir, daß der Verstand selbst die Krankheit ist. Ob also normal oder abnormal, für uns gilt nur der Unterschied zwischen ‚normal krank' und ,abnormal krank'. Ein normaler Mensch ist normal krank. Er ist nicht so krank, daß man es merken könnte. Er ist nur Durchschnitt. Weil alle anderen auch so sind wie er, fällt er nicht auf. Auch die Person, die ihn behandelt, der Psychoanalytiker, ist selber eine ,normal kranke' Person. Geist als solcher ist für uns also die Krankheit.
Warum? Warum den Geist die Krankheit nennen? Wir werden die Sache von einer anderen Dimension her angehen müssen, dann wird es leicht sein. Für uns ist Körper gleich Tod. Für die Augen des Ostens ist der Körper der Tod. Man kann also kei- nen vollkommen gesunden Körper herstellen, sonst würde er nicht sterben. Man kann ein gewisses Gleichgewicht herstellen, aber der Körper als solcher neigt, weil er sterben wird, dazu, krank zu sein. Gesundheit kann also nur etwas Relatives sein. Der Körper kann nicht vollkommen gesund sein, das geht nicht.
Daran liegt es, daß die medizinische Wissenschaft keinen Standard und keine Definition dafür hat, was Gesundheit sei. Sie kann Krankheiten definieren, sie kann eine spezifische Krankheit definieren. Aber sie kann nicht definieren, was Gesundheit ist – oder sie kann allenfalls negativ definieren, daß ein Mensch dann gesund ist, wenn er nicht krank, nicht sonderlich krank ist.
Aber Gesundheit negativ zu definieren, klingt absurd, denn damit wird Krankheit zum Ausschlaggebenden, wodurch Ge- sundheit definiert wird. Doch Gesundheit läßt sich nicht definie- ren, denn tatsächlich kann der Körper niemals wirklich gesund sein. In jedem Augenblick ist der Körper nur in einem relativen Gleichgewicht, denn mit zunehmendem Leben schreitet der Tod fort, stirbst du auch. Du bist nicht nur lebendig. Gleichzeitig stirbst du.
Leben und Tod sind nicht zwei weit auseinanderliegende Enden. Sie sind wie zwei Beine, die gleichzeitig laufen – und alle beide gehören zu dir. In diesem Moment bist du lebendig und stirbst du – gleichzeitig. Etwas stirbt in dir mit jedem Augenblick. Binnen einer Spanne von siebzig Jahren wird der Tod das Ziel erreichen. Jeden Augenblick wirst du etwas weiter sterben und sterben und sterben, und dann wirst du sterben.
Am Tag deiner Geburt hast du begonnen zu sterben. Der Geburtstag ist auch der Todestag. Wenn du unentwegt stirbst – und der Tod ist nicht etwas, das von außen kommen wird, sondern etwas, das von innen heranwächst –, dann kann der Körper nie ganz gesund sein. Wie sollte er? Wenn er mit jedem Moment stirbt, wie kann er da wirklich gesund sein? Er kann nur relativ gesund sein. Wenn du also normal gesund bist, ist das genug.
Genauso ist es mit dem Geist. Der Geist kann nicht wirklich gesund und heil sein, weil die bloße Existenz des Geistes so beschaffen ist, daß er zwangsläufig krankhaft, unwohl, verspannt, ängstlich, in Furcht bleibt. Der Geist ist von seinem ganzen Wesen her so. Also werden wir verstehen müssen, was dieses Wesen ist.
Drei Dinge: Erstens ist der Verstand ein Bindeglied zwischen dem Körper (,body) und dem Niemand (,no-body`) in dir. Er ist ein Bindeglied zwischen dem Materiellen und dem Nichtmateriellen in dir. Er ist eine der geheimnisvollsten Brücken über- haupt. Er überbrückt zwei völlig gegensätzliche Dinge – Materie und Geist.
Stellt euch, wenn ihr könnt, dieses Paradox einmal vor: Normalerweise bauen wir eine Brücke über einen Fluß, dessen beide Ufer materiell sind. In diesem Fall aber ist der Verstand die Brücke zwischen einer Uferseite, die materiell ist, und einer Uferseite, die nicht-materiell ist, zwischen dem Sichtbaren und dem Unsichtbaren, zwischen dem Sterblichen und dem Nicht- sterblichen, zwischen Leben und Tod, zwischen Körper und Geist – oder wie auch immer ihr diese Ufer benennen wollt. Weil der Verstand dermaßen große Gegensätze überbrückt, muß er zwangsläufig überspannt bleiben. Er kann nicht entspannt sein.
Immer ist er unterwegs vom Sichtbaren zum Unsichtbaren, vom Unsichtbaren zum Sichtbaren. Jeden Moment befindet sich der Verstand in tiefer Anspannung. Er muß zwei Dinge verbin- den, die nicht verbindbar sind. Daher die Anspannung, daher die Angst. Jeden Moment seid ihr in Sorge.
Ich rede hier nicht von eurer finanziellen Sorge oder ähnlichen Sorgen. Das sind Grenzsorgen, Rahmensorgen. Die wahre Sorge ist das nicht: Die wahre Sorge ist die des Buddhas. In der steckt auch ihr, aber ihr seid so von euren alltäglichen Sorgen überfrachtet, dass ihr nicht eure Grundsorge ausmachen könnt. Sobald ihr einmal eure Grundsorge findet, werdet ihr religiös werden. Religion ist Betroffenheit durch die Grundsorge. Buddha war auf eine andere Art und Weise besorgt. Er machte sich keine Sorgen um Finanzen, er machte sich keine Sorgen um eine schöne Gattin, er machte sich um gar nichts Sorgen. Es gab keine
Sorge; gewöhnliche Sorgen waren einfach nicht da. Er lebte sicher, behütet, als Sohn eines großen Königs und Gatte einer sehr schö-
nen Frau, und alles stand ihm zur Verfügung. Er brauchte nur etwas zu wünschen, und schon bekam er es. Alles, was möglich
war, war ihm möglich. Aber plötzlich packte ihn die Angst – und diese Angst war eine Grundangst, eine primäre Angst. Er sah, wie ein Toter davonge-
tragen wurde, und er fragte den Fahrer seines Wagens, was diesem Mann widerfahren sei. Der Fahrer sagte: „Dieser Mann ist jetzt tot. Er ist gestorben." Dies war Buddhas erste Begegnung mit dem Tod, also fragte er sofort: „Ist jeder anfällig für den Tod?
Werde ich ebenfalls sterben?" Seht euch die Frage an. Ihr mögt sie nie gestellt haben. Ihr hättet vielleicht gefragt, wer gestorben sei, warum er gestorben sei,
oder ihr hättet vielleicht gesagt, daß er zu jung sei zum Sterben und daß das kein Alter fürs Sterben sei. Solche Ängste sind nicht grundsätzlich, sie haben nichts mit euch zu tun. Ihr mögt Mitleid empfunden haben, ihr mögt traurig geworden sein, aber selbst das ist nur an der Außenseite – und nach ein paar Momenten habt ihr's vergessen. Buddha kehrte die ganze Frage gegen sich selbst und fragte: sterben?" Der Wagenlenker sagte: „Ich kann dich nicht belügen. Jeder ist anfällig für den Tod, jeder muß sterben." Buddha sagte: „Dann dreh um. Wenn ich sterben werde, was für einen Sinn hat das Leben dann? Du hast eine tiefe Besorgnis in
mich gepflanzt, und solange diese Besorgnis nicht aufgelöst wird, kann ich mich nicht entspannen."
Was ist diese Besorgnis? Es ist eine grundlegende Sorge. Sie bewirkt, daß sich eine subtile Besorgnis deiner bemächtigen wird,
wenn du dir grundsätzlich der Situation des Lebens als solchem des Körpers, des Geistes – bewußt wirst. Und dann wird diese
‚Werde auch ich Besorgnis fortwährend in dir zittern. Egwalas du tust oder nicht tust, diese Besorgnis wird da sein – eine tiefe Angst. Der Verstand überbrückt einen Abgrund – einen paradoxen Abgrund. Der Körper ist zum Sterben bestimmt, und doch ist da etwas in dir– nennen wir es „X" – in deinem Inneren, das todlos ist.
Diese beiden Dinge widersprechen sich. Es ist, als würdest du in zwei Booten stehen, die in zwei entgegengesetzte Richtungen fahren. Dann wirst du in einem tiefen Konflikt sein. Genau das ist der Konflikt des Verstandes. Der Verstand steckt zwischen zwei Gegensätzen fest – das ist das eine.
Zweitens ist der Verstand ein Prozeß, nicht ein Ding. Der Verstand ist kein Ding – er ist ein Vorgang. Das Wort „Verstand" erweckt eine falsche Vorstellung. Wenn wir „Verstand" sagen, scheint es so, als wäre da so etwas wie ein Verstand in euch. Da ist nichts! Der Verstand ist kein Ding; der Verstand ist ein Prozeß. Es wäre also besser, man würde ihn „Verstehen" statt V erstand" nennen. Wir haben im Sanskrit ein Wort dafür: chitta, Verstehen. Nicht Verstand, sondern Verstehen – ein Vorgang.
Ein Vorgang kann niemals ruhen. Ein Vorgang wird immer in Spannung sein; ein Vorgang bedeutet Aufgerührtheit. Ein Verstand bewegt sich fortwährend weiter – aus der Vergangenheit in die Zukunft. Die Vergangenheit wird ihm fortwährend zur Last, also muß er weiter in die Zukunft. Diese ständige Bewegung erzeugt eine weitere Spannung in eurem Inneren. Wenn sie euch allzu bewußt wird, könnt ihr verrückt werden.
Das ist also der Grund, warum wir immerzu mit diesem oder jenem beschäftigt sind, warum wir nicht unbeschäftigt sein wollen. Wenn du unbeschäftigt bist, dann wird dir der innere Prozeß, das Verstehen bewußt, und das wird dir sehr seltsame und wunderliche Spannungen bescheren. Jeder möchte also auf die eine
oder andere Art abgelenkt werden. Wenn nun nichts anderes zu tun hat, dann liest man halt immer wieder dieselbe Zeitung. Warum? Könnt ihr nicht stillsitzen? Das ist schwierig, denn wenn ihr still dasitzt, wird euch der total verspannte Prozeß in euch bewußt.
Jeder ist also auf der Suche nach Ausflüchten. Alkohol kann das leisten: ihr werdet unbewußt. Sex kann das leisten: einen
Augenblick lang vergeßt ihr euch völlig. Das Fernsehen auch, Musik auch – kurz alles, wo man sich vergessen kann und so beschäftigt ist, daß man einen Moment lang so ist, als wäre man nicht. Dieses konstante Vor-sich-selbst-Davonlaufen geht in Wirklichkeit auf diesen Vorgang des „Verstehens" zurück. Wenn du unbeschäftigt bist – und Unbeschäftigtheit heißt Meditation –, wenn du total unbeschäftigt bist, wirst du dir deiner inneren Prozesse bewußt. Und der Verstand ist der grundlegende Prozeß im Inneren.
Genau deswegen kommen so viele Menschen zu mir und sagen, sie wären gekommen, um zu meditieren, aber wenn sie dann anfingen zu meditieren, würden sie nur noch verspannter. Sie sagen: ,Vorher waren wir nicht so verspannt und vorher hatten wir nicht solche Ängste. Aber wenn wir uns still hinsetzen und anfangen zu meditieren, überrennen uns die Gedanken; sie bedrängen uns. Das ist etwas Neues." Also glauben sie, es läge am Meditieren, daß die Gedanken sie überfluten.
Es liegt nicht am Meditieren. Gedanken überfluten euch in jedem Augenblick eurer Existenz, aber ihr seid äußerlich so beschäftigt, daß ihr euch dessen nicht bewußt sein könnt. Wann immer ihr euch setzt, wird es euch bewußt – ihr werdet euch
einer Sache bewußt, vor der ihr ständig davongelaufen seid. Der Verstand, „das Verstehen", ist ein Prozeß, und ein Prozeß strengt an. Energie wird dabei verschwendet, verpulvert. Er ist notwendig – notwendig zum Leben, weil er zum Kampf ums Überleben gehört. Er ist eine Waffe – und noch dazu eine der gewaltsamsten Waffen.
Allein aus diesem Grund konnte der Mensch andere Tiere überleben. Die Tiere sind physisch stärker, aber ihnen fehlt eine unsichtbare Waffe – „das Verstehen". Sie haben gefährliche Zähne, gefährliche Krallen; sie sind mächtiger als der Mensch. Sie können einen Menschen auf der Stelle restlos töten. Aber eine Waffe fehlt ihnen – „das Verstehen". Mit Hilfe dieser Waffe konnte der Mensch töten, überleben.
Der Verstand ist also eine Überlebenstaktik. Er wird gebraucht. Er ist notwendig, und er ist gewalttätig. Der Verstand ist gewalt- tätig. Er gehört in die lange Kette der Gewalt, die der Mensch durchlaufen mußte. Er wurde gebaut aus Gewalt. Wann immer du dich also hinsetzt, wirst du die innere Gewalt spüren – Gedanken, die sich überstürzen, gewaltsame Gedanken, ein Durcheinander, als wärst du kurz davor zu explodieren. Aus die- sem Grund möchte niemand stillsitzen.
Jeder kommt und sagt: „Gib mir irgendeine Stütze, irgendeine innere Stütze. Ich kann nicht einfach still dasitzen. Gib mir einen Namen, den ich hersagen kann, wie etwa ,Rama-Rama-Rama`. Gib mir einen Namen, den ich wiederholen kann; dann kann ich auch still werden." Was tust du da in Wirklichkeit? Du sorgst für eine Beschäftigung. So kannst du stillhalten, weil der Verstand immer noch beschäftigt ist. Jetzt bist du auf ,Rama-Rama-Rama` konzentriert, auf deine Litanei. Dein Verstand ist noch nicht unbe- schäftigt. Dem Verstand als Prozeß ist notgedrungen immerzu unwohl. Er kann nicht so im Gleichgewicht sein, wie es die Stille erfordert.
Drittens wird der Verstand von außen erzeugt. Wenn du geboren wirst, hast du erst nur die Anlage zum Verstand, aber noch keinen Verstand – nur eine Möglichkeit, ein Potential. Wenn also ein Kind ohne Gesellschaft aufwächst, wird das Kind auch ohne Verstand heranwachsen. Es wird einen Körper haben, aber keinen Verstand. Es wird keine Sprache sprechen können, es wird nicht in Begriffen denken können, es wird sein wie jedes beliebige Tier.
Die Gesellschaft bildet deine Anlage zu etwas Konkretem aus – sie gibt dir einen Verstand. Darum hat ein Hindu einen eigenen Verstand, hat der Mohammedaner einen eigenen Verstand. Beide sind Menschen, aber ihr Verstand unterscheidet sich. Ein Christ hat wieder einen anderen Verstand. Diese Unterschiede existie- ren, weil verschiedene Gesellschaften sie mit verschiedenen Absichten, verschiedenen Zielen kultiviert haben.
Ein Kind wird geboren. Ob Junge oder Mädchen, beide haben noch keinen Verstand. Sie haben nur die Möglichkeit, daß der Verstand sprießen kann. Er kann da sein, ist aber nicht da. Er ist nur ein Samen. Dann bildet ihr sie aus. Dann wird ein Junge ein eigener Verstand, wird ein Mädchen ein eigener Verstand für sich. Dann ist ein Theist so, und ein Atheist so. Diese Arten von Verstand werden in euch großgezogen. Sie sind konditioniert, euch aufgezwungen worden. Aus diesem Grund ist der Verstand als solcher immer alt und orthodox. Es kann keinen progressiven Verstand geben. Diese Feststellung mag merkwürdig klingen: „Es kann kein progressives Denken geben." Das Denken ist orthodox, weil es eine Konditionierung ist. Somit sind die sogenannten Progressiven genauso orthodox mit ihrer Progressivität wie jeder andere Orthodoxe. Seht euch einen Kommunisten an. Er hält sich für ausgesprochen progressiv, aber „Das Kapital" von Marx geht so autoritär mit ihm um, wie nur irgendein Koran mit einem Mohammedaner oder irgendeine Gita mit einem Hindu umgeht. Und wenn man Marx kritisiert, verletzt ihn das ebenso, wie sich jeder Jain verletzt fühlen würde, wenn man Mahavir kritisierte. Das Denken ist orthodox, weil es von der Vergangenheit, von der Gesellschaft, von anderen konditioniert worden ist, mit ganz bestimmten Absichten.
Warum führe ich euch diese Tatsache vor Augen? Weil sich das Leben mit jedem Augenblick ändert, und weil alles Denken der Vergangenheit angehört. Das Denken ist immer alt, und das Leben ist immer neu. Da können Spannungen und Konflikte nicht ausbleiben. Eine neue Situation taucht auf. Du verliebst dich in eine Frau, und dein Denken ist hinduistisch, die Frau dagegen Mohammedanerin. Jetzt kommt es zum Konflikt. Jetzt wird es viel Qual geben – unnötigerweise. Die Frau ist Mohammedanerin, und das Leben hat dir eine Situation beschert, in der du dich in sie verliebt hast. Jetzt gibt dir das Leben ein unbekanntes Phänomen, und der Kopf weiß nicht, wie er damit umgehen soll. Da gibt es kein know-how, also kommt es zum Konflikt.
Das ist der Grund, warum in einer sehr schnellebigen Zeit mehr und mehr Menschen entwurzelt werden. Ihr Leben wird angsterfüllt. Das war in vergangenen Zeitaltern nicht so. Der Mensch war stiller – nicht in Wirklichkeit, aber er wirkte stiller, weil die Umstände um ihn her so statisch waren, und er geistig nicht so hin- und hergerissen wurde. Heute verändert sich alles so schnell, daß der Geist gar nicht mehr mitkommen kann. Er klammert sich ans Vergangene, und alles verändert sich zusehends. Aus diesem Grund gibt es im Westen so viel Verängstigung. Der Osten ist weit weniger verängstigt. Das ist seltsam, weil der Osten sich grundsätzlicheren Problemen gegenübersieht. Es gibt keine Nahrung, es gibt keine Kleidung, es gibt keine Häuser. Alle sind einfach ausgehungert.
Aber sie leben weniger in Angst, während der Westen mehr in Angst lebt. Der Westen ist wohlhabend, wissenschaftlich ent- wickelt, technologisch auf einem höheren Lebensstandard, woher also die viele Angst? Weil Technologie dem Leben eine so rasante Veränderung verleiht, daß der Verstand nicht mitkommt. Ehe man sich an etwas Neues gewöhnt hat, ist das Neue veraltet und hat sich verändert.
Wieder die Lücke! Das Leben zwingt neue Situationen auf, und der Kopf versucht ständig, mit der alten Konditionierung darauf zu antworten. Dieser Abstand wird immer größer. Je mehr Abstand da sein wird, desto größer wird die Besorgnis sein. Das Denken ist orthodox, und das Leben ist nicht orthodox.
Das sind die drei Gründe, warum der Kopf selber die Krankheit ist. Was also tun? Wenn ihr den Kopf behandeln wollt, gibt es einfache Methoden. Psychoanalyse ist einfach. Sie mag lange dauern, vielleicht schlägt sie fehl, aber schwer ist sie trotzdem nicht. Dieses Transzendieren des Denkens ist hingegen schwer, entbehrungsreich, denn da mußt du das Denken völlig lassen. Du mußt dich aufschwingen und über es hinausgehen und das Denken so lassen, wie es isr, rühre es nicht an.
Zum Beispiel: Ich bin hier, und das Zimmer ist heiß. Ich kann zwei Dinge tun. Ich kann das Zimmer klimatisieren; aber ich wohne in dem Zimmer. Ich kann es ständig so arrangieren, daß das Zimmer nicht heiß ist, aber jedes Arrangement muß versorgt werden, und so erzeugt jedes Arrangement seine eigenen Besorg- nisse und Probleme. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit: Ich kann das Zimmer verlassen und hinausgehen.
Dies ist der Unterschied. Der Westen wohnt immerzu im gleichen Zimmer des Denkens, versucht sich anzupassen, sich entsprechend einzurichten, so daß das Wohnen im Denken zumindest normal wird. Es mag nicht sehr beseligend sein, aber es wird immer weniger unglücklich. Es mag nicht zu einer Spitze, einer Spitze des Glücks kommen, aber man erspart sich viel Leid: Das Leiden wird immer weniger.
Freud hat gesagt, daß es dem Menschen nicht möglich sei, glücklich zu sein, daß man allenfalls – wenn man sein Denken so einrichtet, dass man normal ist – weniger unglücklich sein wird als andere, mehr aber nicht. Das ist sehr hoffnungslos. Aber Freud ist ein sehr echter, authentischer Denker, und seine Einsicht stimmt in gewisser Weise, weil er nicht über den Verstand hinaus sehen kann.
Das ist der Grund, warum der Osten nicht wirklich eine Psychologie entwickelt hat, die sich mit Freud, Jung oder Adler vergleichen ließe. Und das ist seltsam, denn der Osten spricht seit mindestens fünftausend Jahren vom Denken.
Warum hat der Osten – trotz seines fünftausendjährigen Redens über Denken, Meditieren, Transzendieren – nicht die Psychologie entwickeln können? Buddha war hier, der über die tiefsten Schichten des Geistes gesprochen hat. Er sprach vom Bewußten, er sprach vom Unterbewußten, er sprach vom Unbewußten. Er hat es wissen müssen. Aber warum konnte er keine Psychologien des Bewußten, Unterbewußten und Unbewussten entwickeln?
Der Grund ist dieser: Der Osten hat sich nicht für das Zimmer interessiert. Er redet ein bißchen über das Zimmer, um es hinter sich zu lassen, um hinauszugehen. Wir interessierten uns nur deshalb für das Zimmer, um die Tür zu finden, mehr nicht. Wir sind nicht an den Details des Zimmers interessiert, wir haben nicht vor, in ihm zu wohnen. Das einzige Interesse war seit jeher, zu wissen, wo die Tür ist, und wie man hinausgelangt. Wir haben nur deshalb über das Zimmer gesprochen, damit die Tür geortet werden könne – um zu erfahren, wie wir sie öffnen und hinausgehen können.
Das war immer unser ganzes Interesse. Darum konnte die Psychologie nicht in Indien entwickelt werden. Wenn du an diesem Zimmer gar nicht interessiert bist, wirst du das Zimmer nicht kartographieren, wirst du nicht jede Wand und jeden Kubikzentimeter Raum vermessen. Solche Dinge kümmern dich nicht. Du willst nur wissen, wo die Tür ist, wo das Fenster ist, sodaß du hinausspringen kannst. Und kaum bist du draußen, vergißt du das Zimmer völlig. Denn dann bist du unter dem gewaltigen, unendlichen Himmel. Du wirst dich nicht einmal mehr erinnern, daß es da ein Zimmer gab und du in einer Höhle lebtest – wo doch jenseits davon all die Zeit über der Himmel da war, und du jederzeit hättest weitergehen können! Du wirst das Zimmer völlig vergessen. Wenn du den Verstand hinter dir lassen kannst, was geschieht dann? Der Verstand bleibt gleich. Du änderst nichts am
Verstand, sondern gehst über ihn hinaus – und alles ändert sich. Dann kannst du zurück ins Zimmer kommen, wenn du es brauchst, aber du wirst ein anderer Mensch sein. Dieses Ein- und Ausgehen wird dich qualitativ verändert haben. Ein Mensch, der
in einem Zimmer gewohnt hat und nie wußte, wie es draußen aussieht, ist ein anderer Mensch. Er ist nicht wirklich ein Mensch: Er lebt wie ein Käfer, er lebt wie ein Insekt. Wenn er hinausgeht unter den Himmel – den offenen Himmel –, und sich somit der Sonne und den Wolken und der unendlichen Ausdehnung aussetzt, wird er augenblicklich anders. Diese Gewalt des Unendlichen macht zum ersten Mal einen Menschen, ein Bewußtsein aus ihm.
Jetzt kann er wieder ins Zimmer hineingehen, aber er wird ein anderer Mensch sein. Dieses Hinausgehen und Hereinkommen wird ihn qualitativ anders gemacht haben. Jetzt kann das Zimmer nur noch Gebrauchsgegenstand sein. Es ist jetzt kein Gefängnis mehr: Er kann jederzeit hinausgehen. Dann wird das Zimmer zu etwas, das nur benutzt wird – zu etwas Zweckdienlichem. Zuvor war er darin eingesperrt, jetzt ist er nicht mehr eingesperrt. Jetzt ist er Herr der Situation, und er kennt den Himmel da draußen, und das Unendliche, das ihn erwartet.
Und selbst dieses Zimmer ist jetzt Teil jenes Unendlichen, und selbst dieser kleine begrenzte Himmel und Raum innerhalb des Zimmers ist Raum – der gleiche Raum, der da draußen ist. Der Mann kommt wieder herein und wohnt in dem Zimmer, benutzt das Zimmer, aber jetzt ist er nicht darin eingesperrt. Dies ist ein qualitativer Unterschied.
Dem Osten geht es darum, wie man über den Verstand hinausgehen und ihn dann benutzen kann. „Sei nicht mit dem Verstand identifiziert" – das ist die Botschaft. Und all die Meditationstechniken drehen sich allein darum, wie man die Tür findet, wie man den Schlüssel benutzt, wie man aufschließt und hinausgeht.


melden

Osho

13.02.2014 um 14:52
@a-n-n-a

Kein Liebender hat bis jetzt beweisen können, warum er in seiner Liebe glücklich ist. Warum? Denn Liebe birgt viel Leiden. Trotzdem sind Liebende glücklich. Die Liebe war ein tiefes Leid, denn wenn du eins wirst mit jemandem, ist das immer schwierig. Zwei Geister werden eins – es sind ja nicht nur zwei Körper, die eins werden. Das ist der Unterschied zwischen Sex und Liebe. Wenn nur zwei Körper eins werden, ist das nicht sehr schwierig, und es gibt auch kein Leiden. Es gibt kaum Einfacheres. Jedes Tier kann es. Es ist leicht.
Aber wenn zwei Leute sich lieben, ist das sehr schwierig, weil zwei Geister sich auflösen müssen. Zwei Köpfe müssen abwesend sein. Nur so wird Raum dafür geschaffen, kann die Liebe aufblühen. Niemand argumentiert über Liebe; niemand kann beweisen, daß Liebe Glück bringt. Niemand kann auch nur beweisen, daß Liebe existiert. Und es gibt Wissenschaftler, Behavioristen, Anhänger von Watson und Skinner, die sagen, Liebe sei nur Illusion, es gebe keine Liebe, ihr würdet da nur auf eine Illusion hereinfallen: Ihr habt das Gefühl, verliebt zu sein, aber da ist keine Liebe; ihr träumt nur.
Und niemand kann beweisen, daß sie sich irren. Sie sagen, daß Liebe nur eine Halluzination sei, eine psychedelische Erfahrung – nichts Wirkliches, nichts weiter als der Einfluß von Körperchemie, nur Körperhormone, Chemikalien, die euer Verhalten beeinflussen und euch ein Wohlgefühl vortäuschen. Niemand kann ihnen das Gegenteil beweisen.
Aber das Wunder ist, daß selbst ein Watson sich verlieben wird. Sogar ein Watson wird sich verlieben, wohlwissend, daß es sich nur um eine chemische Angelegenheit handelt. Und selbst ein Watson wird glücklich sein. Aber Liebe ist nicht zu beweisen. Sie ist zu innerlich und subjektiv.
Was passiert bei der Liebe? Der andere wird wichtig – wichtiger als du. Du wirst zur Randerscheinung, und er wird zum Mittelpunkt.
Logik bleibt immer selbst-zentriert; der Verstand bleibt immer ego-zentriert. „Ich" bin das Zentrum, und alles kreist nur um „mich", „meinetwegen", aber „ich" bin der Mittelpunkt. So arbeitet der Verstand. Wenn du dem Verstand zu sehr folgst, wirst du zu demselben Schluß kommen wie Berkeley, der gesagt hat: „Nur ich existiere, und alles andere ist nur eine Idee im Kopf. Wie kann ich beweisen, daß es dich gibt, der du direkt vor mir sitzt? Wie kann ich rational, vernunftgemäß beweisen, daß es dich wirklich gibt? Ich kann dich natürlich berühren, aber das kann ich auch im Traume. Und selbst im Traum fühle ich es, wenn ich jemanden berühre. Ich kann dich schlagen, und du wirst aufschreien, aber selbst wenn ich im Traum jemanden schlage, schreit die Traumgestalt auf. Wie also kann ich sicherstellen, daß meine Zuhörerschaft jetzt hier vor mir kein Traum, sondern eine Wirklichkeit ist? Es mag bloß Einbildung sein."
Geht in ein Irrenhaus, und ihr werdet Menschen sehen, die allein dasitzen und reden. Mit wem reden sie? Vielleicht rede ich ja zu niemandem. Wie kann ich rational beweisen, daß ihr wirklich da seid? Wenn der Verstand also ins Extrem geht, bis ans äußerste Ende der Logik, dann bleibe nur ich, und alles wird zum Traum. So arbeitet nun mal der Verstand.
Genau entgegengesetzt ist der Weg des Herzens. Ich werde zu einem Mysterium, und du – das Du, der Andere, die Geliebte – , wird das Reale. Wenn du bis zum Äußersten gehst, dann tritt Hingabe ein. Wenn deine Liebe einen dermaßen äußersten Punkt erreicht, daß du völlig vergißt, daß es dich gibt, daß du keinen Begriff mehr von dir hast, und nur noch der andere bleibt, dann ist das Hingabe.
Liebe kann zu Hingabe werden. Liebe ist der erste Schritt. Nur dann kann Hingabe aufblühen. Aber für uns ist selbst Liebe eine weit entfernte Wirklichkeit. Nur Sex ist das Wirkliche. Liebe hat zwei Möglichkeiten: Entweder sie fällt in den Sex und wird zu etwas Körperlichem, oder sie steigt zu Hingabe auf und wird zu etwas Geistigem. Liebe ist genau dazwischen. Direkt unter ihr ist der Abgrund des Sex, und jenseits von ihr ist der offene Himmel – der unendliche Himmel der Hingabe. Je tiefer deine Liebe wächst, desto wichtiger wird der andere – so wichtig, daß du beginnst, den anderen deinen Gott zu nennen. Darum nennt Meera ihren Krishna immerzu „Gott". Niemand kann Krishna sehen, und Meera kann nicht beweisen, daß Krishna da ist, Aber sie hat nicht das geringste Interesse daran, es zu beweisen. Sie hat diesen Punkt, diesen Krishna, zu ihrem Liebesobjekt auserkoren. Und vergeßt nicht: Ob man nun eine wirkliche Person zum Liebesobjekt macht, oder ob es nur Einbildung ist, macht keinen Unterschied. Denn alle Transformation kommt durch Hingabe, nicht durch den geliebten Menschen – merkt euch das. Krishna mag überhaupt nicht existieren, das ist irrelevant. Für den Liebenden ist es irrelevant.
Für Radha war Krishna wirklich da. Für Meera war Krishna nicht wirklich da – aus diesem Grund ist Meera eine größere Liebende als Radha. Und selbst Radha würde eifersüchtig auf Meera werden, weil für Radha der wirkliche Mensch vorhanden war. Es ist nicht so schwer, Krishnas Wirklichkeit zu fühlen, wenn er anwesend ist. Aber wenn Krishna nicht mehr da ist, lebt Meera allein in einem Zimmer und redet zu Krishna und lebt für ihn – der nirgendwo ist. Für sie ist er ihr Ein und Alles. Sie kann es nicht beweisen – es ist irrational. Aber sie wagte einen Sprung und wurde transformiert. Hingabe hatte sie befreit.
Ich möchte die Tatsache betonen, daß es nicht darum geht, ob Krishna da ist oder nicht. Damm geht es nicht. Dieses Gefühl, daß Krishna da ist, dieses totale Gefühl der Liebe, diese totale Hingabe, dieses Sich-verlieren in einen, der vielleicht da ist, vielleicht aber auch nicht, dieses Verlieren an sich ist die Transformation. Plötzlich ist man geläutert, restlos geläutert. Denn wenn das Ego nicht mehr da ist, kann man nicht unlauter sein, in keiner Weise – weil das Ego der Same aller Unlauterkeit ist.
Das Gefühl, ein Ego zu haben, ist die Wurzel allen Wahnsinns. Für die fühlende Welt, für die Welt der Hingabe, ist das Ego die Krankheit. Das Ego löst sich auf, und es löst sich nur auf eine Weise auf, und eine andere Weise gibt es nicht. Es gibt nur einen Weg: Der andere wird so wichtig, so bedeutsam, daß du nach und nach verblaßt und verschwindest. Eines Tages bist du nicht mehr. Nur ein Bewußtsein vom anderen bleibt.
Und wenn du nicht mehr bist, ist der andere auch nicht mehr der andere, denn er ist nur solange der andere, wie du da bist. Wenn das ‚Ich' verschwindet, verschwindet auch das ,Du`. In der Liebe tut man den ersten Schritt dahin: Der andere wird wichtig. Du bleibst da, aber in gewissen Momenten mag es zum Gipfel kommen, wo du nicht mehr da bist. Das sind seltene Gipfel der Liebe, aber für gewöhnlich bleibst du da, und bleibt der oder die Geliebte da. Wenn der geliebte Mensch wichtiger wird als du, kannst du für ihn oder sie sterben. Wenn du für jemanden sterben kannst, ist Liebe da: Der andere ist zum Sinn deines Lebens geworden.
Und nur wenn du für jemanden sterben kannst, kannst du für jemanden leben. Wenn du für jemanden nicht sterben kannst,
kannst du nicht für ihn leben. Das Leben erwirbt einen Sinn nur durch den Tod. In der Liebe ist der andere wichtig geworden, aber du bist noch da. Auf gewissen höheren Gipfeln der Kommunikation magst du verschwinden, aber du wirst wiederkehren. Dies wird jedoch nur Momente lang währen. Liebende haben also hie und da einen Schimmer von Hingabe. Aus diesem Grunde hat in Indien die Geliebte ihren Geliebten gern ihren ‚Gott' genannt. Nur auf Gipfeln wird der andere göttlich; und der andere wird nur dann göttlich, wenn du nicht bist. Dies kann wachsen. Und wenn du daraus eine spirituelle Praxis machst – ein sadhana wenn du eine innere Suche daraus machst, wenn du nicht nur die Liebe genießt, sondern dich durch Liebe transformierst, dann wird daraus Hingabe.
In der Hingabe gibst du dich völlig auf, und dieses Sich- Hingeben mag einem Gott gelten, der vielleicht oder vielleicht auch nicht im Himmel ist, oder einem Lehrer, der vielleicht oder vielleicht auch nicht erleuchtet ist, oder einem oder einer Geliebten, die es wert sein mag oder vielleicht auch nicht – aber darauf kommt es nicht an. Wenn du dir gestatten kannst, dich für den anderen aufzulösen, wirst du transformiert werden.
„Hingabe befreit" – das ist es, warum nur die Liebe uns einen Schimmer von Freiheit beschert. Wenn du verliebt bist, hast du eine subtile Freiheit. Das ist paradox, denn jeder andere wird sehen, daß du zum Sklaven geworden bist. Wenn du in jemanden verliebt bist, werden alle um dich herum denken, daß ihr alle beide Sklaven voneinander geworden seid. Ihr aber werdet Lichtblicke von Freiheit bekommen. Liebe ist Freiheit.
Warum? Weil Ego die Fessel ist – es gibt keine andere Fessel. Du magst im Gefängnis sein und nicht entrinnen können. Wenn deine Geliebte, dein Geliebter zu dir ins Gefängnis kommt, verschwindet noch im selben Moment das Gefängnis. Die Wände sind immer noch da, aber sie halten dich nicht gefangen. Jetzt kannst du sie völlig vergessen. Ihr könnt euch ineinander auflösen, und ihr könnt für einander zu einem Himmel werden, in den ihr auffliegen könnt. Das Gefängnis ist verschwunden, es ist nicht mehr da. Und du magst unter freiem Himmel sein, total frei, ungebunden, ohne Liebe, aber du bist im Gefängnis, weil du nirgendwo hinfliegen kannst. Dieser Himmel wird nicht genügen.
Vögel fliegen in diesem Himmel, aber du kannst es nicht. Du brauchst einen anderen Himmel – den Himmel der Bewußtheit. Nur der andere kann dir diesen Himmel geben – den ersten Geschmack davon. Wenn der andere sich dir öffnet und du in den anderen hineingehst, kannst du fliegen.
Liebe ist Freiheit, aber nicht die totale. Erst wenn aus Liebe Hingabe wird, wird sie zu totaler Freiheit. Sie bedeutet, dich selber restlos auszuliefern. Für alle also, die zum fühlenden Typ gehören, ist dieses Sutra gedacht: „Hingabe befreit."


melden

Osho

13.02.2014 um 16:31
Wenn jemand sagt: „Ich bin Zeuge geworden von meinem Zeugen", ist das absurd. Warum ist es absurd? Weil dann, wenn du Zeuge des Zeugen geworden bist, der Zeuge kein wirklicher Zeuge sein kann. Derjenige, der Zeuge davon wurde, ist der Zeuge. Das, was du sehen kannst, bist du nichr, das, was du beobachten kannst, bist du nicht das, was dir bewußt werden kann, bist du nicht.
Aber es kommt ein Punkt jenseits des Geistes, wo du einfach nur bist. Jetzt kannst du deine einzelne Existenz nicht mehr in zwei teilen, in Objekt und Subjekt. Einfache Subjektivität ist da, einfaches Zeugesein. Dies ist sehr, sehr schwer vom Intellekt her zu begreifen, weil alle Kategorien des Intellekts dort zu Bruch gehen.
Aufgrund dieser logischen Schwierigkeit sagt Charvak – der Begründer eines der logischsten philosophischen Systeme –, daß sich das Selbst nicht erkennen läßt: Es gibt keine Selbsterkenntnis. Und wie könnt ihr, wenn es keine Selbsterkenntnis geben kann, die Existenz eines Selbst behaupten? Alles, was ihr erkennt, ist nicht das Selbst. Der Erkennende ist das Selbst, nicht das Erkannte, also könnt ihr logischerweise nicht sagen: „Ich habe mein Selbst erkannt." Das wäre absurd, unlogisch. Wie kann man sein Selbst erkennen? Wer soll dann der Erkennende und wer das Erkannte sein? Erkenntnis bedeutet eine Dichotomie, eine Trennung zwischen Objekt und Subjekt, zwischen Wissendem und Gewußtem. Also sagt Charvak, daß alle, die sagen, das Selbst erkannt zu haben, Unsinn reden, daß Selbsterkenntnis unmöglich ist, weil das Selbst letztendlich der Erkennende ist und nicht zum Erkannten hingedreht werden kann.
Dann fragt Charvak: Wenn man aber das Selbst nicht erkennen kann, wie kann man dann sagen, daß es ein Selbst gibt? Leute wie Charvak, die nicht an die Präsenz eines Selbst glauben, werden anatmavadin genannt: ,Sie sagen, kein Selbst existiert, sie sagen, es gibt kein Selbst'. Das, was nicht erkannt werden kann, existiert nicht. Und logisch gesehen haben sie recht. Wenn Logik alles wäre, hätten sie recht.
Aber dies ist das Mysterium des Lebens, daß Logik nur der Anfang ist, nicht das Ende. Es kommt ein Moment, wo zwar die Logik endet, aber nicht du. Es kommt ein Moment, wo die Logik erledigt ist, aber du noch da bist. Das Leben ist unlogisch. Darum ist es so schwierig zu verstehen, sich vorzustellen, was gemeint ist, wenn es heißt, daß nur noch der Zeuge bleibt. Zum Beispiel: Wenn sich in diesem Zimmer eine Lampe befindet, seht ihr viele Gegenstände um euch herum. Wenn die Lampe ausgeschaltet wird, herrscht Dunkelheit, und nichts kann gesehen werden. Wenn die Lampe angeschaltet wird, ist Licht da, und ihr könnt alles im Zimmer sehen.
Aber habt ihr je darauf geachtet, was da passiert? Wenn keine Gegenstände da sind, werdet ihr dann die Lampe und ihr Licht sehen können? Ihr werdet ihr Licht nicht sehen können, denn um gesehen werden zu können, muß das Licht etwas spiegeln, muß es auf einen Gegenstand fallen. Die Strahlen müssen zu einem Gegenstand hingehen und dann zurückgeworfen werden. Dann werden sie eure Augen erreichen. Zuerst also seht ihr Gegenstände, dann folgert ihr, daß Licht da ist. Wenn ihr eine Lampe oder eine Kerze anzündet, seht ihr nie zuerst das Licht. Erst seht ihr die Gegenstände, und aufgrund der Gegenstände erfahrt ihr vom Licht.
Die Wissenschaftler sagen, daß Licht, wenn es keine Gegenstände gäbe, nicht wahrnehmbar wäre. Schaut in den Himmel: Er sieht blau aus, ist aber nicht blau. Er ist voll von kosmischen Strahlen. Er wirkt blau, weil keine Gegenstände da sind. Diese Strahlen können das Licht nicht zurückwerfen und so eure Augen erreichen. Wenn ihr ins All geht, und es sind keine Gegenstände da, dann wird Dunkel herrschen. Natürlich werden Strahlen direkt neben euch vorbeigehen, aber es wird Dunkelheit herrschen. Um das Licht zu erkennen, müssen ein paar Gegenstände da sein. Charvak sagt: Wenn ihr in euer Inneres geht und an den Punkt kommt, wo nur noch der Zeuge da ist, aber nichts, wovon er Zeugnis geben könnte – wie könnt ihr das erkennen? Irgendein Objekt muß da sein, um Zeugnis zu geben – nur so könnt ihr das Zeugesein wahrnehmen. Logisch, wissenschaftlich gesehen stimmt das. Aber existentiell gesehen stimmt es nicht.
Die, die wirklich nach innen gehen, kommen an einen Punkt, wo es kein Objekt mehr gibt, sondern nur noch das Bewußtsein, zu sein. Du bist, aber es gibt nichts zu sehen – nur den Sehenden. N u r den Sehenden! Schiere Subjektivität ist da, ohne ein Objekt weit und breit. Im Moment, da du diesen Punkt erreichst, hast du dein letztendliches Daseinsziel betreten. Man mag es das Alpha – den Anfang – nennen, oder man mag es das Omega nennen – das Ende. Es ist beides, Alpha und Omega. Das ist es, was man Selbsterkenntnis nennt.
Linguistisch gesehen stimmt das Wort nicht, weil linguistisch nichts darüber gesagt werden kann. Sprache wird bedeutungslos, wenn man die Welt des Einen, des Nicht-Entzweiten betritt. Das ist der Grund, warum sich alle, die wissen, ausgeschwiegen haben oder, selbst wenn sie etwas sagen, eilig hinzufügen, daß alles, was sie da sagen, rein symbolisch sei, und alles, was sie da sagen, genau genommen nicht wahr sei, sondern verkehrt.
Laotse hat gesagt: Was gesagt werden kann, kann nicht wahr sein; und was wahr ist, kann nicht gesagt werden. Er schwieg. Die meiste Zeit seines Lebens schrieb er gar nichts. Er sagte: ‚Wenn ich etwas sage, wird es unwahr sein, weil nichts gesagt werden kann über das Reich, wo nur das Eine bleibt."
„Schau dir bei geschlossenen Augen dein inneres Wesen bis ins einzelne an" – sowohl den Körper wie den Geist. „Erblicke so dein wahres Wesen." Sieh deinen Körper und Geist, deine Struktur. Und denke daran: Körper und Geist sind nicht zweierlei. Vielmehr seid ihr beides – Körper-Geist, psychosomatisch. Der Geist ist die feinere Seite des Körpers, und der Körper ist die gröbere Seite des Geistes.
Wenn ihr euch also der Struktur des Körper-Geistes bewußt werden könnt, werdet ihr von der Struktur befreit, von dem Vehikel befreit, seid ihr anders geworden. Und dieses Wissen, daß ihr etwas anderes seid als die Struktur, ist euer wahres Wesen. Das ist es, was ihr wirklich seid. Dieser Körper wird sterben, aber dieses wahre Wesen wird nie sterben. Dieser Geist wird sterben und sich verändern und wieder und wieder sterben, aber jenes wahre Wesen stirbt niemals. Jenes wahre Wesen ist ewig. Das ist der Grund, warum jenes wahre Wesen weder euer Name noch eure Form ist. Es ist jenseits von beidem.


melden

Osho

19.02.2014 um 17:04
LEBEN
Leben ist ein Ding der Unmöglichkeit.
Es dürfte eigentlich nicht da sein,
aber es ist da.
Es ist ein Wunder, daß wir da sind,
daß die Bäume da sind,
daß die Vögel da sind.
Es ist wirklich ein Wunder:
wo doch das ganze Universum tot ist! Abermillionen von Sternen und Abermillionen von Sonnensystemen sind tot.
Nur auf diesem kleinen Planeten Erde, diesem Nichts
— im Verhältnis gesehen,
ist sie gerade ein Staubkörnchen —
hat sich Leben ereignet.
Dies ist der begnadetste Ort in der ganzen Existenz. Vögel singen, Bäume wachsen und blühen, Menschen sind da und lieben und singen und tanzen. Etwas schier Unglaubliches hat sich ereignet.




LIEBEN
„Ich nenne den einen Materialisten,
der die Kunst der Liebe nicht kennt. Ich nenne nicht den einen Materialisten, der nicht an Gott glaubt —
und ich nenne nicht den religiös, der an Gott glaubt.
Ich nenne den religiös,
der in seiner Liebe, seinem Vertrauen immerzu weiterwächst...
und dessen Ekstase
sich immer weiter ausbreitet,
über die ganze Schöpfung hin."



Lachen
,Für mich ist Humor der Grundstein der zukünftigen Religiosität
des Menschen."


Ein smartes New Yorker Karriere-Girl heiratete Stefano, einen gutaussehenden italienischen Bauernsohn. Sie war nur nicht mit seinen Manieren zufrieden und hatte ständig etwas an ihm auszusetzen.
Während des Hochzeitsmahles mäkelte sie an ihm herum, erinnerte ihn, was er zu sagen hatte, welches Messer zu welchem Gang benutzt werden sollte, wie man die Butter reichte. Schließlich waren die Gäste fort, und sie gingen ins Bett.
Stefano wälzte sich unruhig hin und her, völlig verunsichert. Endlich drehte er sich seiner frischvermählten Braut zu und stotterte: „Kannst du mir bitte die Muschi reichen?"


melden
interrobang
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Osho

19.02.2014 um 18:59
@LoveSexDrugs
Das beste dieses Psychopathen lässt du weg...
Wikipedia: Osho#Kritik
In autobiographischen Berichten von Autoren, die ihre Kindheit im Umfeld der Osho-Bewegung verbrachten, werden verschiedene Vorwürfe erhoben. So würden Psychopharmaka dem Essen beigemischt[106], Kinder von Eltern getrennt[106][107] jeder müsse ein Bild Oshos tragen[106][107], in Psycho-Seminaren hätten sich Teilnehmer gegenseitig verprügelt und schwer verletzt[107] und 13-jährige Mädchen würden von erwachsenen Männern missbraucht.[106][107] Die Mitglieder, darunter auch Kinder, hätten ohne angemessene Bezahlung bis zum Umfallen arbeiten müssen.[106][107]


melden

Osho

19.02.2014 um 19:21
tjo wie viele Leute dort waren, daran denkst DU nicht?
Meinst du OSHO macht da ALLES auch alles organisatorische wie Essen kochen und so?
Das war sogesehen ein offener Verein viele kamen und gingen und manche haben auch scheisse gebaut wie essen vergiften und so das war diese sheela.

Dann, Kinder von Eltern getrennt.... Nach Kritik suchen ist easy, sich aber wirklich damit ausseinandersetzen macht kaum jemand. Osho hat einfach die kleinen Familien zu einer großen gemacht, das hat viele Gründe.... letzten endes sind die meisten Eltern selbst auch belastet und diese belastung geben sie an die Kinder weiter, oder meinst du jeder der Kinder zeugen kann kann auch Erziehen?

Jeder müsse ein Bild OSHOs tragen, nun wenn ich zu OSHO gehe gibt es auch Spielregeln.
Du weist schon das das eine spirituelle Kommune war? Das heisst die glauben da auch an Energieübertragungen usw... die Malas also Halsketten mit dem Bild von OSHO sind nicht bedeutungslos gewesen.

Dann in Seminaren haben sich teilnehmer verprügelt... okay schließt ALLE Kampfsport vereine aber sofort! Sowas darf doch nicht sein, wie können Menschen nur kampfsport treiben????
-.- lächerlich das ist eine echt billige Kritik.

Und die letzten 2 sind teilweise verdreht und gelogen... mit Kindesmissbrauch zB. Hat OSHO sie missbraucht??? Falls sowas vorgekommen sein sollte! Ich glaubs nichtmal wirklich... dann ist sowas auch nichts neues passiert ständig auf der Welt und der Ashram in Oregon war schon ne Welt für sich vom Ausmaß her.
Und das mit Arbeiten und bezahlung... *facepalm* bitte erkundigen was die da machen....
Die gehen da nicht hin als Gastarbeiter um sich Karriere und ein neues Leben aufzubauen sondern um sich spirituell weiterzuentwickeln.
Und sieh doch was da aufgebaut wurde binnen kurzer Zeit... so viele Bücher wurden DANK der Leute die gearbeitet haben veröffenticht sie haben getippt, übersetzt und gedruckt!
Übrigens das nur weil andere Verlage seine Bücher nichtmehr veröffentlichen wollten durch politischen Druck... die Politiker hatten es mit der Angst zu tun, denn dieser Mann namens OSHO wurde zu gefährlich.. er durfte in mehr als 20 Länder nicht einreisen... warum? War er sooo schlimm? Nein er sagte nur die Wahrheit.



Naja ich weis ja nicht aber ich kenne die geläufige Kritik an OSHO und die sind wirklich billig die Vorwürfe.


melden

Osho

19.02.2014 um 20:01
Übrigens viele sehen OSHO als eine Persönlichkeit... dem ist aber nicht so.
Da ist niemand in dem Körper. =) klingt verrückt ist es auch!
Aber da ist wirklich niemand! Das ist auch nicht so gesagt als Spruch oder so...
Es ist als würde das NICHTS reden durch ihn, als würde aus einem schwarzen Loch all das kommen was aus ihm kam. folglich hat OSHO nie etwas gesagt oder getan.. wer soll es getan haben?
Da gibt es niemanden nur ein tun.. so sagte Buddha es meistens zu seinen Schülern.
Wenn ihr einem Mann gehen seht dann seht ihr einen Mann der geht aber in wahrheit ist da nur ein "gehen". Ein geschehen aber niemanden der handelt.

da gab es keinen Osho der spricht nur ein spechen gab es.
Sehr mysteriös nicht wahr? =)
Dies ist auch DEINE Wahrheit, aber du bist dir dessen nur nicht bewusst.
Wer ist es denn der durch dich ein Leben lebt? Prüfe das genau!


melden
Simowitsch
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Osho

19.02.2014 um 20:24
@LoveSexDrugs
Osho hatte zwar sehr viele richtige Einsichten, kann aber geistig auch nicht völlig gesund gewesen sein, weil er dann nämlich keine Sekte gegründet hätte. Wenn wir über Osho sprechen, dann müssen wir auch über Baghwan sprechen, der einen Sektenstaat mit teilweise totalitären Strukturen mitten in der amerikanischen Wüste sowie 99 Rolls Royce unterhielt. Das ist nämlich der gleiche.
Und dann wäre da noch sein erbärmlicher Tod...wenn er schon als Gott lebte kann man überhaupt nicht sagen dass er auch als Gott starb. Darauf wollte ich nur mal hinweisen und der Osho Mythos, nachdem es dieser Mann allen zeigte und sie alle ihn fürchten mussten, bekommt Risse.


melden

Osho

19.02.2014 um 20:34
@Simowitsch
Was meinst du mit
>>Und dann wäre da noch sein erbärmlicher Tod...wenn er schon als Gott lebte kann man überhaupt nicht sagen dass er auch als Gott starb.<<
erbärmlich gestorben ist auch Jesus....

Wenn es keine 99 RollsRoys gegeben hätte wäre er auch nicht OSHO gewesen :D
Scheiss doch auf die 99 RollsRoys, sie sind nix wert gewesen in Wahrheit.


melden
Simowitsch
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Osho

19.02.2014 um 20:44
LoveSexDrugs schrieb:erbärmlich gestorben ist auch Jesus....
Das wird doch aber von Osho und seinen Anhängern geleugnet.


melden
Anzeige

Osho

19.02.2014 um 20:47
Mag sein, aber wenn ich wie du denke müsste ich auch sehen das Jesus ebenso erbärmlich gestorben ist.

Wenn ich wie OSHO denke sehe ich das es etwas sehr großes war sich aufs sterben einzulassen denn nur die Liebe lässt sich besiegen.

Hm =) das sind unwesentliche Dinge über die man eben aus verschiedenen perspektiven Diskutieren kann.
Wesentlich ist WER DU JETZT BIST.
Ist OSHO Hilfreich dein Sein strahlen zu lassen gut, wenn nicht geh weiter und halte dich nicht an unwesentlichen Dingen auf.


melden
159 Mitglieder anwesend
Konto erstellen
Allmystery empfiehlt
Brave
Browser
Ein neuer Browser, der deine Privatsphäre schützt und standardmäßig Werbeanzeigen blockiert.
ausprobieren
Allmystery Newsletter
Alle zwei Wochen
die beliebtesten
Diskussionen per E-Mail.

Themenverwandt