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Die 10 Gebote vs. Humanismus

49 Beiträge, Schlüsselwörter: Bibel, 10 Gebote

Die 10 Gebote vs. Humanismus

25.09.2010 um 18:16
In vielen Diskussionen - auch hier im Forum - mit Christen, wird einem häufig entgegengehalten, das die 10 Gebote eh bereits den wichtigsten Kern enthielten, ja, das es ohne die 10 Gebote den Humanismus vermutlich gar nicht geben würde. Es wird immer und immer wieder wiederholt, wie wichtig die 10 Gebote doch seien. Doch sind sie das wirklich?

Ich halte die 10 Gebote nicht nur für unnütz, sondern sogar für gefährlich. Für mich sind die 10 Gebote keine Form des aufgeklärten Humanismus, sie stehen ihm sogar diametral gegenüber. Warum das meiner Meinung nach so ist, möchte ich in diesem Thread beleuchten und diskutieren.

Es gib Abweichungen in der Übersetzung der 10. Gebote, ich gebe daher die Quelle an, sollte jemand über die Abweichung diskutieren wollen, damit es überhaupt eine Grundlage gibt. Meine hier zitierten Gebote stammen von

Wikipedia: 10_Gebote#Einteilung_und_Z.C3.A4hlung

Hier also erstmal die 10 Gebote:

1. Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine fremden Götter neben mir haben. Du sollst dir kein Bildnis machen.
2. Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen.
3. Gedenke, dass du den Sabbat heiligst.
4. Du sollst Vater und Mutter ehren.
5. Du sollst nicht morden.
6. Du sollst nicht ehebrechen.
7. Du sollst nicht stehlen.
8. Du sollst kein falsches Zeugnis geben.
9. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau.
10. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Beginnen wir also mit dem ersten Gebot:

Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst keine fremden Götter neben mir haben. Du sollst dir kein Bildnis machen.

Dieses Gebot ist völlig irrelevant. Aus humanistischer Sicht ist es irrelevant, ob man einen, keinen oder einem dutzend Götter folgt. Dieses Gebot hat humanistisch gesehen keinen Wert. Zudem erklärt es die abwertige Haltung, die christliche Nationen in früheren Jahrhunderten insbesondere Polytheistischen Nationen gegenüber einnahmen. Während man sich bei Juden und Moslems noch sagen konnte, das diese scheinbar den richtigen Gott in der falschen Art und Weise anbeteten, ist dies bei bspw. einem Hindu nur noch schwer möglich. Damit ist das Gebot nicht nur, wie eingangs erwähnt, völlig irrelevant, sondern sogar schädlich für den Zusammenhalt in späteren Zeitaltern. Tatsächlich fanden schon in den jungen Jahren des Christentums erbitterte Hatzjagden auf Anhänger anderer Religionen statt. Die Geschichten über die Christen, die an Löwen verfüttert wurden, sind weitestgehend Märchen, wie man durch jüngere wissenschaftliche Erkenntnisse weiß. Das man sich kein Bildnis machen soll, hat übrigens auch in der christlichen Geschichte zur Verbrennung unschätzbar wertvoller Kunstschätze geführt.


Das zweite Gebot:

Du sollst den Namen Gottes nicht missbrauchen.

Hierfür gilt das selbe wie für das erste. Hier treffen die selben Vorwürfe wie im ersten Punkt zu. Ganz offensichtlich dient dieses wie das vorherige Gebot nur dazu, den Allmachtsanspruch zu wahren. Es hetzt die Leute auf. Der humanistische Wert dieses Gebots liegt nicht nur bei Null, er liegt im negativen Bereich.


Das dritte Gebot:

Gedenke, dass du den Sabbat heiligst.

Auch hier lässt sich das selbe sagen wie bei den ersten beiden Geboten. Es dient der Abgrenzung zu Gläubigen anderer Religionen. Hier lassen sich wohl kaum irgendwelche für den aufgeklärten Humanismus wichtigen Eigenschaften erkennen.


Das vierte Gebot:

Du sollst Vater und Mutter ehren.

Klingt doch erst einmal gut, oder? Der Haken liegt nur in der Frage, ob es hier wirklich ein eigenes Gebot benötigt. Das man sich mit seinen Eltern gut stellt, dürfte im eigenen Interesse sein - und es lässt sich schon im Tierreich feststellen. Dieses Gebot geht aber in keiner Weise auf wichtige Punkte ein. Muss ich meinen Vater ehren, wenn er meine Schwester vergewaltigt? Laut diesem Gebot, einer der Grundlagen des christlichen Glaubens ist die Antwort: Ja, ich muss. Ich denke doch, das der Humanismus hier wesentlich weiter geht.


Das fünfte Gebot:

Du sollst nicht morden.

Auch dieses Gebot klingt auf den ersten Blick gut. Als eine Errungenschaft würde ich es aber nicht gerade bezeichnen. Warum? Auch höhere Tiere wissen, das es nicht besonders klug ist, die Artgenossen umzubringen. Da liegt die Schlussfolgerung nahe, das dies auch dem Menschen bewusst war, und zwar lange, bevor irgend jemand diese Forderung in ein Buch geschrieben hat. Zudem ist dieses Gesetz nicht unbedingt humanistisch, wenigstens nicht menschenfreundlich. Denn es heisst nicht morden. Ein menschenfreundliches Gebot hätte gelautet nicht töten. Der Unterschied liegt im Detail. Ein Mord ist es, wenn ich auf der Straße jemanden erschieße und ihm dann sein Geld abnehme. Bin ich jedoch ein Henker, und schlage jemanden mit einem Beil den Kopf ab, oder ein Soldat, der jemanden das Leben nimmt, so handelt es sich nicht um einen Mord. Es handelt sich dann um eine Tötung. Und tatsächlich findet sich dieser Wortlaut auch im uralten Originaltext wieder. Es wird dort sehr wohl unterschieden zwischen einer staatlich sanktionierten Tötung und einem privaten Mord. Ersteres ist erlaubt, letzteres nicht. Als Humanistisch kann ich das nicht zählen.


Das sechste Gebot:

Du sollst nicht ehebrechen.

Es gibt auch Tiere, die lebenslang eine Partnerbeziehung eingehen. Und auch dort kommt es zu "Ehebruch". Nun ratet mal, wie die Tiere reagieren: Genau - so wie ein Mensch, nämlich nicht besonders glücklich. Man kann also auch hier beobachten, das ein Verhalten vorgeschrieben wird, das eigentlich zu den Urinstinkten des Menschen gehört. Ich denke, der Humanismus geht da etwas weiter.


Das siebte Gebot:

Du sollst nicht stehlen.

Natürlich nicht. Dieses Gebot soll den Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft stärken. Damit ist es natürlich nicht grundsätzlich schlecht, lässt sich aber ebenfalls unter Primaten finden. Werft dem Affen im Zoo mal eine Banane zu, die ihr vorher an eine Schnur gebunden habt. Dann zieht die Banane in der letzten Sekunde weg, bevor er sie hat. Alternativ klaut ihm sein Lieblingsspielzeug. Affen wissen das sie das nicht tun sollten. Menschen wissen das grundsätzlich auch, sofern sie nicht von Kindheitsbeinen an entsprechend verbogen werden. Zudem kann dieses Gebot auch negative Folgen haben - man soll wohl eher verhungern, bevor man Lebensmittel stiehlt. Zumindest würde ich es so interpretieren. Humanistisch?


Das achte Gebot:

Du sollst kein falsches Zeugnis geben.

Grundsätzlich keine schlechte Idee, da dem Menschen das Lügen im Blut liegt. Aber ziemlich unspezifisch oder totalitär. Ich darf also nicht mal lügen, um mein Leben zu retten? Ich darf nicht lügen, um das Leben anderer zu retten? Ich denke, dieses Gebot hätte weiterer Erläuterungen bedurft.


Das neunte Gebot:

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau

Das ist lustigerweise eine Art umgedrehter Sexismus. Umgedreht im Sinne von, anders herum, als man ihn normalerweise versteht. Ich darf also nicht über die Frau meines Nachbarn nachdenken - aber sie darf über mich nachdenken? Ernsthaft, hierin spiegelt sich der latente Sexismus der Bibel wieder. Inwiefern ein Denkverbot nun relevant ist für den Humanismus? Eben - gar nicht. Es klingt schwer nach Psychohygiene. Inwiefern so etwas durchsetzbar ist, sei mal dahingestellt


Das zehnte Gebot:

Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus.

Wird häufiger auch mal mit "Du sollst nicht begehren Deines nächsten Hab und Gut" übersetzt. Das ich nicht hingehen darf und meinen Nachbarn erschlagen, um ihm alles zu rauben, sollte eigentlich schon durch das Gebot Nummer fünf und sieben abgedeckt sein. Aber offensichtlich darf ich mich nicht mal darüber ärgern, das er was schöneres besitzt als ich. Warum eigentlich nicht? Für viele Leute ist dies der Antrieb zu einer noch höheren Leistung. Mir erscheint dieses Denkverbot doch irgendwie merkwürdig. Der humanistische Nutzen liegt irgendwo bei Null.


In Diskussion mit Christen, die diese Gebote verteidigen, hört man häufig, das es sich eben um Gebote aus einer Zeit handelt, in der noch Mord- und Totschlag an der Tagesordnung waren und das sie eben sehr gut in diese Zeit gepasst haben. Mag ja sein... aber sollte ein allmächtiger Gott nicht imstande sein, Gebote zu schaffen, die wirklich zeitlos sind, aber auch etwas detaillierter? Für mich ist gerade diese Vereinfachung ein Fingerzeig darauf, das es sich bei diesen Geboten um reines Menschenwerk handelt. Möglicherweise zu seiner Zeit beachtlich, aber auch dort schon teilweise hochproblematisch. Man kann nur ein Fazit ziehen: Diese Gebote gehören in eine andere Zeit. Sie waren von rückständigen Menschen für rückständige Menschen. Heutzutage haben wir besseres, und sollten darum unseren Blick nach vorne wenden - und nicht mehr nach hinten.

Denn wir wissen es besser.


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Die 10 Gebote vs. Humanismus

25.09.2010 um 18:33
Viel zu lesen ;)

Würde sich Deiner Meinung nach etwas ändern, wenn in der Bibel die 5 humanistischen Grundüberzeugungen statt den 10 Geboten stehen würden?


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Fabiano
ehemaliges Mitglied

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Die 10 Gebote vs. Humanismus

25.09.2010 um 19:01
Also die erste zwei Gebote beziehen sich alleine auf Gott. Damit kann ein Humanist natürlich nichts anfangen. Alle anderen Gebote hingegen beziehen sich auf den Menschen und das menschliche Leben untereinander, auch wenn das zunächst nicht ganz so ersichtlich ist.

Also das halten des Sabbats geht zwar aus der Schöpfungsgeschichte hervor, da der siebente Tag ja bekanntlich jener ist, an dem Gott ruhte, wobei man das nicht wörtlich verstehen muss. So ist ein bestimmter Tag zumindest zu einem Ruhetag geworden. Und das ist auch gut so. Denn so heißt es auch, ist der Mensch nicht für den Sabbat da, sondern der Sabbat für den Menschen. Heißt: Gönn dir, wie Gott, nach einer Schaffensphase auch mal eine Pause. Und dagegen dürfte ein Humanist auch nichts einzuwenden haben. Im weiteren wird ein Zeitverlauf gegliedert in eine Woche. Ich glaube ein gewisser Napoleon hatte diese Zeitspanne von sieben Tagen mal kurz auf 10 Tage abgeändert, mit dem Erfolg, dass die Ochsen, die das Feld bestellten dann schlapp machten. Insofern ist an der Ordnung mit den sieben Tagen, wovon der siebente dann ein Ruhetag im Sinne von "Pause einlegen" sein soll ja nichts auszusetzen. Ansonsten schlage ich vor, sollten alle Humanisten denn eben bis zum letzten Atemzug durcharbeiten, keine Feiertage mehr :D

Vater und Mutter zu ehren ist wohl auch nicht falsch im Sinne des Humanismus. Und es steht nirgend geschrieben, dass ein Kind, welches vom Vater vergewaltigt wird, dieses gut heißen muss und seinen Vater trotzdem ehren muss. Da ließ bitte mal weiter bei Moses in der Bibel, da wird nämlich auch auf so etwas Stellung bezogen und scharf verurteilt. Also bitte nicht immer alles nur rein wortwörtlich nehmen und aus dem Kontext ziehen und dann noch seinen eigenen Senf dazu geben mit: Da steht ja man muss. Also ohne wenn und Aber. So geht das aus dem gesamten Textzusammenhang nicht hervor !

Was es daran auszusetzen gibt, wenn für ein geordnetes soziales Leben das Morden, das Stehlen und das Lügen nicht erlaubt ist, möchte ich mal gerne wissen. Und auch wie eine Welt wohl aussehen würde, für einen Humanisten, wenn alles das erlaubt wäre...

Zu behaupten, das wisse der Mensch doch ohnehin alles von Natur aus und es sei doch selbstverständlich, ist kein Argument. Im Grunde ist überhaupt nichts von vorne herein selbstverständlich.

Das Ehebrechen ist ein Sonderthema. Es dient zum Schutz der Ehe selbst. Nicht für den in der Ehe befindlichen in erster Linie, dass er nicht fremd geht - Das zwar auch, aber in erster Linie für den, welcher eine bereits in der Ehe befindliche Person begehrt. Denn Menschen sind schließlich kein Freiwild für das Begehren eines jeden und es ist dann nunmal der Verheiratete nicht mehr zu haben für jemand anderen. Ohne dieses Gebot wäre es ja ohne weiteres erlaubt, so nebenbei mit der Frau des Nachbarn was zu haben und die Frau dürfte nichts dagegen haben, weil - Ist ja erlaubt, sich zu nehmen wonach einem gerade ist. - Und damit eben genau das nicht passiert, steht die Ehe unter einem besonderen Schutz. Es ist natürlich richtig, dass das Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau sehr daran anlehnt und im Grunde das gleiche besagt.

Das letzte Gebot: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Hab und Gut ist nun auf materiellen Besitztum gerichtet. Und mal ehrlich: Ist es gut, wenn man immer nach dem, was der andere hat, schielt? Muss man das dann auch haben? Ich meine, ob religiös oder nicht - Eine besonders vorteilhafte Eigenschaft ist das Neiden sicher nicht. Warum sollte ein Humanist etwas dagegen einzuwenden haben?

Grundsätzlich möchte ich mal folgendes dazu sagen: In wie weit der Mensch so wie er nunmal ist, überhaupt (mehr oder weniger) dazu in der Lage ist, die Gebote auch alle strickt einzuhalten, das ist eine völlig andere Frage. Nur weil der Mensch von Natur aus so veranlagt ist, dass es ihm eigentlich völlig gegen den Strich geht, sich in dieses Regelwerk einzuordnen und sich lieber hier und da anders verhalten würde, ist deswegen dann das Regelwerk falsch? Ich denke nicht. Ich meine, es hat schon seinen Sinn, dass diese Gebote dem Moses damals so geoffenbart worden sind.

Wo kämen wir hin, wenn der Mensch nach seinen Lüsten und Launen sein eigenes Regelwerk nach Belieben erstellen würde? Gäbe das Sinn? Wäre das wirklich besser?

Wie würden denn die 10 Erlaubnisse des Menschen aussehen, wenn er tun und lassen könnte und dürfte ganz wie er wollte? Ich achte nichts und niemand und nehme mir alles was ich will. Ich bin mir selbst mein eigener Herr und Gott und alles andere ist mir stets zu diensten?

Was aus so einer Haltung erwächst, muss man nicht näher ausführen. Das Ego, welches nach seinem eigenen Gusto tun und lassen möchte wie es will, kann doch kein Maßstab für ein geordnetes Gesellschaftssystem darstellen.


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Die 10 Gebote vs. Humanismus

25.09.2010 um 19:02
Die wären auf jeden Fall begrüßenswert gewesen. Natürlich bleibt die Frage offen, ob diese Überzeugungen damals auch so ein Gassenfeger gewesen wären. Aber grundsätzlich... ja. Man stelle sich vor, diese Grundüberzeugungen wären in der Bibel und im Koran als grundlegende Gebote genannt. Uns wären wohl Jahrhunderte der Kriege erspart geblieben. Naja, vermutlich.


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Fabiano
ehemaliges Mitglied

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Die 10 Gebote vs. Humanismus

25.09.2010 um 19:15
Ach ja und was die zwei ersten Gebote angeht: Das wichtigste daran ist: Es gibt noch etwas höheres zu achten, als sich selbst. Oder besser gesagt: Mensch, mach dich nicht selbst zu einem Gott ! - Darum geht es meiner Ansicht nach in erster Linie. Und das missbrauchen des Namens Gottes geht in die gleiche Richtung. Nenne dich nicht selbst Gott, denn du bist nur ein Mensch.

Im Sinne des Humanismus würde das besagen: Achte das Leben, missbrauche es nicht. Und alle Menschen haben gleiche Rechte, keiner soll sich verhalten als sei er über andere gesetzt wie ein Gott. Was gibt es daran auszusetzen? Oder wäre es gut zu heißen, wenn ein Mensch sich aus welchen Gründen auch immer, über andere erhebt und sich selbst zu einem Gott macht?


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Die 10 Gebote vs. Humanismus

25.09.2010 um 19:35
Wenn man den paragraphen 1 der STVO auf sein Leben anwenden und beziehen würde, und dies jeder tun würde, bräuchte man keine 10 Gebote, und es wären alle anderen Gesetze überflüssig

"(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.
(2) Jeder Verkehrsteilnehmer hat sich so zu verhalten, daß kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr, als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird."


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Die 10 Gebote vs. Humanismus

25.09.2010 um 19:47
Zum 1. Gebot:

Ob Religion oder weltliche Ideologie - die Anhänger so gut wie aller Einstellungen haben schon schwerste Verbrechen begangen, es gibt nur äußerst wenige ,,saubere" Religionen und Ideologien.
Inklusive Vorstellungen, die ihre Ansichten des richtigen, menschlichen Verhaltens über alles stellen.

Zum 2. Gebot:

Unsinn, das hat nicht im Geringsten etwas mit Hetze zu tun. Seit alters her ist es ein viel genutzter Spruch:,,Ich schwöre bei Gott...". Man ruft also den Namen eines in der Geisteswelt der Menschen höchsten Wesens überhaupt an, um seine Aussage zu unterstreichen. Man suggeriert damit dem Gegenüber, dass es AUF JEDEN FALL richtig ist, was man aussagte, man zwingt ihn quasi, einem zu glauben. Selbst wenn man glatt und dreist lügt und dadurch großen Schaden anrichten kann.

Dieser Missbrauch soll mit jenem Gebot abgestellt werden.

3. Gebot:
moredread schrieb:Auch hier lässt sich das selbe sagen wie bei den ersten beiden Geboten. Es dient der Abgrenzung zu Gläubigen anderer Religionen. Hier lassen sich wohl kaum irgendwelche für den aufgeklärten Humanismus wichtigen Eigenschaften erkennen.
Ja, na und? Bin ich etwa eine 1:1-Kopie meiner Mitmenschen? Muss ich eine solche Kopie sein?
Ob ich mich nun abgrenze, indem ich eine andere Religion habe, eine andere Ideologie oder einen anderen Fußballverein, ist gleichgültig, Abgrenzung gibt es immer.

Was hinter diesem Gebot steckt, ist vielmehr Ruhe und Besinnung darüber, was man in der Vergangenheit geleistet hat, man soll über seine Taten nachdenken, man so die Möglichkeit haben, sich in Ruhe mit der Religion und Gott aus einander zu setzen.

4.Gebot:

Nein, es heißt nicht, dass man um jeden Preis den Vater und die Mutter ehren muss. Wenn sie große, schwere und ehrlose Verbrechen begehen, die krass gegen die Grundsätze des Christentums verstoßen, ist man keineswegs gezwungen, sie weiter hochzujubeln.

Es heißt Gebot, nicht Gesetz.

5. Gebot:

Unter gewissen Umständen ist es unausweichlich, andere Menschen zu töten. Das war schon der Fall, seit man überhaupt von ,,Menschen" sprechen kann und das wussten schon die Menschen lange vor dem Gründer des Christentums, Jesus, aus deren Zeit die 10 Gebote stammen. Ein komplettes Tötungsverbot ist somit real kaum machbar.

Man SOLL soweit wie möglich VERMEIDEN, Menschen zu töten, das ist der Punkt.

6. Gebot:

Ehebruch ist eine Sache, die vor allem in früheren, kleineren, von einander abhängigeren Gemeinschaften sehr problematisch war. Denn sie konnte dazu führen, dass ein angefressener Ehepartner den Fremdgeher oder dessen Seitensprung angriff, gar tötete.
Daraus wiederum konnte Unfrieden in der gesamten Gemeinschaft erwachsen, es konnte zu Auseinandersetzungen mit Verletzten und Toten kommen.

Daher dieses Gebot.

7. Gebot:

Du sollst nicht stehlen, im Gegensatz zu ,,du darfst nicht stehlen.
Es geht nicht darum, jemandem, der kurz vor dem Verhungern ist, lebenswichtigen Essensdiebstahl zu versagen.

Es geht darum, die Leistungen anderer Menschen Wert zu schätzen, anstatt sie ihnen einfach zu klauen und sie damit ihrerseits in Schwierigkeiten zu bringen und wiederum unter Umständen schweren Schaden zu verursachen.

Die Zusammenhänge machen den Unterschied, echtes Christentum ist in meinen Augen keine starre, streng dogmatische Regelansammlung, sondern ein lebendiger Glaube.

8. Gebot:

Sei schlauer und intelligenter als diejenigen, die dich zum Lügen zwingen. Gerate nach Möglichkeit gar nicht erst in die Situation, lügen zu müssen und versuche, so zu reden, dass du dich nicht in einem Geflecht aus Lügen verfängst.

9. Gebot:
moredread schrieb:Das ist lustigerweise eine Art umgedrehter Sexismus. Umgedreht im Sinne von, anders herum, als man ihn normalerweise versteht. Ich darf also nicht über die Frau meines Nachbarn nachdenken - aber sie darf über mich nachdenken? Ernsthaft, hierin spiegelt sich der latente Sexismus der Bibel wieder. Inwiefern ein Denkverbot nun relevant ist für den Humanismus? Eben - gar nicht. Es klingt schwer nach Psychohygiene. Inwiefern so etwas durchsetzbar ist, sei mal dahingestellt
Zum Lachen :D

Wenn es in der Reisebroschüre heißt:,,Gehen Sie als Tourist nicht bei roter Ampel über die Straße", heißt das dann etwa, Frauen dürfen es, weil nicht explizit ,,Tourist oder Touristin" geschrieben wurde?
:D

10. Gebot:

Neid, Hass, Missgunst - aus all diesen Gründen wurde schon getötet. Es gibt Gegenden auf der Welt, da reicht es schon, wenn man eine Kamera hat, um umgebracht zu werden. Einfach, weil man eine Kamera besitzt und der andere nicht.
Morde und Straftaten aus solch niederen Motiven sollten nicht geduldet werden.

Nur, weil jemand anders eine Villa hat und ich nur eine kleine 1-Zimmer-Wohnung, bin ich noch lange nicht berechtigt, ihn dafür zu hassen und fertig zu machen.

Neid und Missgunst sind negative Eigenschaften und haben schon sehr viel Schaden angerichtet.


Und zu letzt:

Es handelt sich hier um Gebote, um Anleitungen, wie man sich nach Möglichkeit verhalten sollte. Es handelt sich nicht um ,,eherne Gesetze", die unter allen Umständen hundertprozentig umgesetzt werden müssen.

Wahres Christentum ist nach meinem Verständnis kein starres, dogmatisches Runterrattern und Nachahmen von Gesetzen, sondern ein lebendiger Glaube.


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matraze106
ehemaliges Mitglied

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Die 10 Gebote vs. Humanismus

25.09.2010 um 19:50
Das sind die Worte, die der HERR redete zu eurer ganzen Gemeinde auf dem Berge, aus dem Feuer und der Wolke und dem Dunkel, mit großer Stimme, und tat nichts dazu und schrieb sie auf zwei steinerne Tafeln und gab sie mir.
Moses
Also, wenn ich das richtig kapiere, sind damit genaugenommen sowieso nur die damalig anwesenden samt ihrer nachfahren gemeint.

also wenn ihr mich fragt: die geschichte der bibel ist eine geschichte voller missverständnisse.



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Die 10 Gebote vs. Humanismus

25.09.2010 um 20:33
Kc schrieb:Unsinn, das hat nicht im Geringsten etwas mit Hetze zu tun. Seit alters her ist es ein viel genutzter Spruch:,,Ich schwöre bei Gott...". Man ruft also den Namen eines in der Geisteswelt der Menschen höchsten Wesens überhaupt an, um seine Aussage zu unterstreichen. Man suggeriert damit dem Gegenüber, dass es AUF JEDEN FALL richtig ist, was man aussagte, man zwingt ihn quasi, einem zu glauben. Selbst wenn man glatt und dreist lügt und dadurch großen Schaden anrichten kann.



Dieser Missbrauch soll mit jenem Gebot abgestellt werden.
Mag sein, das der Missbrauch des Namens abgestellt wurde, aber es wurde auch viel Schindluder damit getrieben, eben, weil es natürlich ganz viele Möglichkeiten gibt, den Namen Gottes zu missbrauchen - insbesondere, wenn man kein Christ ist und nicht einmal weiß, das eine bestimmte Handlung den Namen Gottes missbrauchen kann. Klar dient es der Abgrenzung. Ich halte es für ein klar erkennbares Ziel dieses Gebots. Mag ja sein, das Du es nicht so interpretierst. Die Geschichte lehrt uns aber etwas anderes, wenn man es auf alles bezieht.
Kc schrieb:Ja, na und? Bin ich etwa eine 1:1-Kopie meiner Mitmenschen? Muss ich eine solche Kopie sein?
Ob ich mich nun abgrenze, indem ich eine andere Religion habe, eine andere Ideologie oder einen anderen Fußballverein, ist gleichgültig, Abgrenzung gibt es immer.

Was hinter diesem Gebot steckt, ist vielmehr Ruhe und Besinnung darüber, was man in der Vergangenheit geleistet hat, man soll über seine Taten nachdenken, man so die Möglichkeit haben, sich in Ruhe mit der Religion und Gott aus einander zu setzen.
Und welche für einen aufgeklärten Humanismus wichtige Eigenschaft lässt sich in diesem Gebot finden? Es ist irrelevant. Es mag für eine Gläubigen wichtig sein, es hat aber für das miteinander der Menschen überhaupt keine Bedeutung. Bedenke: Es heisst 10 Gebote vs. Humanismus
Nein, es heißt nicht, dass man um jeden Preis den Vater und die Mutter ehren muss. Wenn sie große, schwere und ehrlose Verbrechen begehen, die krass gegen die Grundsätze des Christentums verstoßen, ist man keineswegs gezwungen, sie weiter hochzujubeln.

Es heißt Gebot, nicht Gesetz.
Die zehn Gebote sind die absoluten Grundlagen des Christentums. Und doch, es sind Gesetze. Eine Abschwächung im Sinne von "...außer sie verstoßen gegen die anderen neun Gebote", bspw., kann ich hier nicht sehen.
Kc schrieb:Unter gewissen Umständen ist es unausweichlich, andere Menschen zu töten. Das war schon der Fall, seit man überhaupt von ,,Menschen" sprechen kann und das wussten schon die Menschen lange vor dem Gründer des Christentums, Jesus, aus deren Zeit die 10 Gebote stammen. Ein komplettes Tötungsverbot ist somit real kaum machbar.

Man SOLL soweit wie möglich VERMEIDEN, Menschen zu töten, das ist der Punkt.
Es verbietet auch nicht, Leute im Krieg zu töten. Es geht beileibe nicht nur um Selbstverteidigung im Notfall. Abgesehen davon, das es für dieses Gesetz, wie gesagt, nun wirklich kein Gebot brauchen sollte. Ich halte es für unpräzise und überflüssig in der dargebotenen Form.
Kc schrieb:Ehebruch ist eine Sache, die vor allem in früheren, kleineren, von einander abhängigeren Gemeinschaften sehr problematisch war. Denn sie konnte dazu führen, dass ein angefressener Ehepartner den Fremdgeher oder dessen Seitensprung angriff, gar tötete.
Daraus wiederum konnte Unfrieden in der gesamten Gemeinschaft erwachsen, es konnte zu Auseinandersetzungen mit Verletzten und Toten kommen.

Daher dieses Gebot.
Da ich es mir erlaube, die göttliche Urheberschaft in Frage zu stellen, bestätigst Du damit ja nur meine Worte. Und, wie erläutert, finden viele Menschen seit langer, langer Zeit so etwas durchaus als selbstverständlich. Das Gebot ist also, wie gesagt in der dort aufgeführten Version überflüssig - und ist mit aufgeklärtem Humanismus unserer Zeit kaum vereinbar.
Du sollst nicht stehlen, im Gegensatz zu ,,du darfst nicht stehlen.
Es geht nicht darum, jemandem, der kurz vor dem Verhungern ist, lebenswichtigen Essensdiebstahl zu versagen.

Es geht darum, die Leistungen anderer Menschen Wert zu schätzen, anstatt sie ihnen einfach zu klauen und sie damit ihrerseits in Schwierigkeiten zu bringen und wiederum unter Umständen schweren Schaden zu verursachen.

Die Zusammenhänge machen den Unterschied, echtes Christentum ist in meinen Augen keine starre, streng dogmatische Regelansammlung, sondern ein lebendiger Glaube.
Ja, ich weiß, es gibt verschiedene Interpretationen der christlichen Religion. Viele berufen sich auf Jesus als Erneuerer, und der sprach bekanntlich in Gleichnissen. Ein wirkliches Gleichnis lässt sich hier aber nicht finden. Zudem wird "sollst" ja ziemlich häufig verwendet. Zum Beispiel "Du sollst nicht morden" - nach der Interpretation der Worte dürfte ich ja dann wenigstens morden, wenn ich ansonsten verhungere. Tut mir leid, aber genau da liegen ja meine Vorwürfe: Ich halte diese Gebote für nicht Zeitgemäß, und genau das bestätigt sich da für mich.
Kc schrieb:Sei schlauer und intelligenter als diejenigen, die dich zum Lügen zwingen. Gerate nach Möglichkeit gar nicht erst in die Situation, lügen zu müssen und versuche, so zu reden, dass du dich nicht in einem Geflecht aus Lügen verfängst.
Das klingt toll. Wenn wir mal annehmen, das ich an Deinen Worten in Gebotsform nichts auszusetzen hätte, so stellt sich doch die Frage, warum das Gebot dann nicht so lautet, wie Du es niedergeschrieben hast. Die Gebote des Humanismus sind da doch wesentlich einleuchtender. Möglicherweise ein nettes Gebot für diese Tage - wenn man davon ausgeht, das ein Mensch sie geschrieben hat. Geht man davon aus, erkennt man aber, wie unwichtig es heutzutage ist.
Zum Lachen

Wenn es in der Reisebroschüre heißt:,,Gehen Sie als Tourist nicht bei roter Ampel über die Straße", heißt das dann etwa, Frauen dürfen es, weil nicht explizit ,,Tourist oder Touristin" geschrieben wurde?
Jetzt vergleichst Du Äpfel mit Birnen. Um Dein Beispiel mit "Tourist" aufzugreifen: Im Plural ist der Tourist scheinbar auch männlich (Touristen, nicht Touristinnen), und wenn das Geschlecht nicht bekannt ist, ebenfalls. Hier aber wird ganz explizit von "der Frau" gesprochen. Der Mann wird nicht erwähnt. Das die Bibel als Werk sexistisch ist, sollte eigentlich recht klar sein.
Kc schrieb:Neid, Hass, Missgunst - aus all diesen Gründen wurde schon getötet. Es gibt Gegenden auf der Welt, da reicht es schon, wenn man eine Kamera hat, um umgebracht zu werden. Einfach, weil man eine Kamera besitzt und der andere nicht.
Morde und Straftaten aus solch niederen Motiven sollten nicht geduldet werden.

Nur, weil jemand anders eine Villa hat und ich nur eine kleine 1-Zimmer-Wohnung, bin ich noch lange nicht berechtigt, ihn dafür zu hassen und fertig zu machen.

Neid und Missgunst sind negative Eigenschaften und haben schon sehr viel Schaden angerichtet.
Du gehst leider nicht wirklich auf das ein, was ich geschrieben habe. Ich sagte doch schon, das Diebstahl und Mord sowieso verboten sind, insofern ist das Begehren - ein reines Gedankendelikt - dann doch ein bisschen viel. Hättest Du es mit den damaligen Verhältnissen begründet wäre das eine Sache (die halt wieder beweist, wie veraltet diese Gebote sind), aber es so zu erklären, das die anderen Gebote ausgeblendet werden, ist verwirrend. Erkläre das Gebot doch mal, ohne etwas als Beispiel heranzuziehen, das sowieso mit den anderen Geboten abgedeckt wird.
Es handelt sich hier um Gebote, um Anleitungen, wie man sich nach Möglichkeit verhalten sollte. Es handelt sich nicht um ,,eherne Gesetze", die unter allen Umständen hundertprozentig umgesetzt werden müssen.
Tut mir leid, aber da liegst Du falsch. Es sind die direkten Worte Gottes, so wichtig, das er sie direkt an die Menschen übergab. Man kann bei allen Wörtern der Bibel die direkte Urheberschaft ausschließen - sie werden nirgends in der Bibel wirklich als solche kenntlich gemacht, oder wenn es Gottes Worte sind, richten sie sich auf einen konkreten Fall und erheben damit keine Anspruch auf allgemeine Gültigkeit. Bei den 10 Geboten aber liegt der Fall anders.
Kc schrieb:Wahres Christentum ist nach meinem Verständnis kein starres, dogmatisches Runterrattern und Nachahmen von Gesetzen, sondern ein lebendiger Glaube.
Zweifelsfrei wird der Christentum lebendig gelebt. Mit allen Vorteilen (dem aufgeklärten Christentum der Neuzeit) und allen Nachteilen (bspw. dem Verhindern von Stammzellenforschung oder den Bombenattentaten auf Abtreibungskliniken - jedesmal wird sich auf die Bibel bezogen, einem Werk, das heute keinen Wert mehr haben sollte, weil wir einfach weiter sind). Ich spreche Dir ja nicht Deine Wertigkeit ab, wenn es Deine Religion ist. Aber ich halte diese Religion wie auch alle anderen für Brandgefährlich, da sie für sich beanspruchen, Gottes Wort zu beinhalten. Es wird immer irgendwo irgendjemanden geben, der bereit ist, dafür zu sterben. Das hat sich bis jetzt bei allen Weltreligionen bewahrheitet.

Insgesamt bist Du aber gar nicht auf meinen Thread eingegangen, KC. Wo siehst Du denn den Vorteil der christlichen Gebote gegenüber dem Humanismus? Vielleicht siehst Du ja gar keine, dann gibt es eigentlich auch nichts zu diskutieren - das war ja der Aufhänger der ganzen Sache. Ansonsten - nur zu.


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Die 10 Gebote vs. Humanismus

25.09.2010 um 21:17
moredread schrieb: Man kann nur ein Fazit ziehen: Diese Gebote gehören in eine andere Zeit. Sie waren von rückständigen Menschen für rückständige Menschen. Heutzutage haben wir besseres, und sollten darum unseren Blick nach vorne wenden - und nicht mehr nach hinten.

Denn wir wissen es besser.
Ach soo, ja^^ @moredread
Deinen Aussagen nach verhältst Du dich nicht nach den 10 Geboten?


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Fabiano
ehemaliges Mitglied

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Die 10 Gebote vs. Humanismus

25.09.2010 um 22:34
Und was bitteschön ist im Vergleich zu den 10 Geboten heute wirklich besser???

Ich meine, so kurz und knapp auf das Wesentliche beschränkt ein Regelwerk zu definieren, welches ein gutes soziales Miteinander ermöglicht, das zeige mir bitte mal.

@moredread


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Die 10 Gebote vs. Humanismus

25.09.2010 um 22:51
@Niselprim
@Fabiano

Erstens hält sich eh' niemand an die 10 Gebote. Wäre es anders, wozu bräuchte es denn dann eine Beichte? Erzählt mit bitte nicht, ihr hättet bspw. noch nie gelogen. Das wäre scheinheilig.

Zweitens habe ich schon sehr detailliert aufgeführt, warum ich die 10 Gebote für schlecht, ja, sogar für schädlich halte. Ihr könnte ja gerne auf die Details eingehen.

Und drittens - die Alternative? Ich halte bspw. Gesetze für besser. Ihr wisst schon, der Kram, der in Büchern steht und Gerichte beschäftigt. Ich erinnere mich an Zeiten, zu denen es den Menschen wesentlich schlechter ging. Eine mangelhafte Gesetzgebung trug dazu maßgeblich bei.

Und viertens - eine Alternative in Kurzform, die die 10 Gebote locker schlägt, ist das hier:

1. Das Glück und Wohlergehen des einzelnen Menschen und der Gesellschaft bilden den höchsten Wert, an dem sich jedes Handeln orientieren soll.
2. Die Würde des Menschen, seine Persönlichkeit und sein Leben müssen respektiert werden.
3. Der Mensch hat die Fähigkeit, sich zu bilden und weiterzuentwickeln.
4. Die schöpferischen Kräfte des Menschen sollen sich entfalten können.
5. Die menschliche Gesellschaft soll in einer fortschreitenden Höherentwicklung die Würde und Freiheit des einzelnen Menschen gewährleisten.


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Fabiano
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Die 10 Gebote vs. Humanismus

25.09.2010 um 23:23
@moredread

Ob sich jemand dran hält oder nicht, ist nicht die Frage. Das steht auf einem anderen Blatt. Wenn jemand sagt: Achte im Straßenverkehr auch auf die anderen Verkehrsteilnehmer, dann ist dies dennoch gut und richtig, selbst wenn sich nieman daran hält.

Die Beichte ist hier auch nicht das Thema und wozu man sie braucht oder nicht braucht.

Sicherlich habe ich schon unzählige Male in meinem Leben gelogen, bewusst und unbewusst, aber auch das hat mit deinem Thema nichts zutun. Wenn es ein Gesetz gäbe: Jeder soll immer die Wahrheit sagen - Wäre das Gesetz falsch, nur weil es keiner einhalten kann?

Ich bin auf alle deine Ausführungen bzw. alle zehn Gebote eingegangen.

Du hälst unsere dicken Gesetzesbücher mit hunderten von Paragraphen für besser? Mal im ernst, kennst du überhaupt alle auswendig? Etwas, was so kurz, knapp und prägnant die wesentlichen Punkte für ein gedeihliches Zusammenleben zusammenfassen kann wie die 10 Gebote, kenne ich nicht. Und etliche Schinken von Gesetzesbüchern mit hunderten von Paragraphen die sich ohenhin niemand alle in allen Einzelheiten merken kann, soll besser sein?

Deine Alternative in allen Ehren. Aber:
Das Glück und Wohlergehen muss erst einmal geschaffen werden, ehe man sich daran orientieren kann und als Wert schätzen lernt. Ansonsten ist so ein Gesetz ohne Grundlage.

Die Würde des Menschen ist aus dem Grundgesetz geklaut. Aber mal ehrlich: Was ist das überhaupt, die Würde? Ist der Mensch selbst nicht wertvoller als seine Würde? - Ich will dir mal sagen, was damit ursprünglich gemeint war: Die Menschenwürde - Damit ist der Mensch und sein Leben an sich gemeint ! Und wie achtet man dies? Indem man sich daran orientiert, was dem anderen gehört, ihm auch zu belassen und sich nicht durch Diebstahl anzueignen, indem man sein Leben achtet und nicht tötet usw... Und da wären wir wieder bei den 10 Geboten.

Siehst du, dass die Sache mit der Menschenwürde auf die 10 Gebote zurückgreifen muss, um sie zu erklären und zu definieren?

Was der Mensch für Fähigkeiten hat, bitte, das muss man nicht in Gesetze packen. Das weiß jeder selbst am besten. So etwas ist wirklich überflüssig.

Was sich überdies alles entfalten können soll, muss man auch nicht explizit erwähnen. Mit anderen Worten könnte man auch sagen: Was nicht verboten ist, ist erlaubt. Und also ist die schöpferische Entfaltung immer erlaubt, soweit sie eben nicht verboten ist.

Die Würde bitteschön, hatten wir ja schon. Und was die Höherentwicklung angeht... Naja ist das so wichtig für ein gedeihliches Miteinander? Muss man so etwas fordern? Und woran will man das messen? Und was will man machen, wenn sich ein Mensch partout gar nicht höher entwickeln will? Ist das schlimm? Muss man das dann bestrafen?

Also ob deine Ausführungen mit den Mosaischen Geboten mithalten können und eine echte Alternative darstellen, das wage ich doch mal zu bezweifeln.

Und was das Stehlen, Morden, Lügen, Ehebrechen angeht, naja das ist gar nicht erwähnt, also erlaubt? - Ob so eine Welt dann eine bessere wäre...???

Und einen Ruhetag gibts auch nicht. Also durcharbeiten Tagein Tagaus...:D


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Die 10 Gebote vs. Humanismus

25.09.2010 um 23:33
Ich bin der Herr dein Gott du sollst keine Götter neben mir haben,
ich denke es gibt nur einen Gott wieso sagt Gott ich soll keine Götter
neben ihm haben wenn es doch nur ihn als Gott gibt,dann hat er ja niemanden zu
fürchten, den ich sonst noch als Gott verehren könnte,es sei den es gibt seinesgleichen
die er fürchten muss,dann ist er aber nur einer unter vielen "Göttern" oder mächtigen
kräften die wir anbeten sollen und die 10 gebote sind unmenschlich da sie kaum
ein mensch einhalten kann ohne irgendwann mal im leben gegen sie zu verstossen,
als leitfaden im leben kann man sie akzeptieren aber nicht mehr.


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Fabiano
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Die 10 Gebote vs. Humanismus

25.09.2010 um 23:56
@ilya

Ich denke mir das so: Du sollst keine anderen Götter neben mir haben - Ich bin der Herr dein Gott, bedeutet soviel wie: Mach dir nicht noch neben dem einen, einzigen und wahren Gott irgendwelche anderen Götter, etwa wie die Sonne, den Mond, einen Wettergott, einen Fruchtbarkeitsgott, diesen und jenen und so weiter... Denn es gibt nur einen und das bin Ich.

Dass sie im Grunde unerfüllbar sind, steht auf einem anderen Blatt. Bis zu einem gewissen Grade sind sie durchaus erfüllbar, bei den letzen beiden wo es um das reine Begehren geht, wird wohl jeder passen. Vielleicht bekommt man es vom ersten und zweiten Gebot bis hin, was den Ruhetag angeht, die Eltern ehren, nicht Stehlen, Morden und Ehebrechen noch hin, beim Lügen hat sich wohl jeder schonmal ertappt. Und wenn da nicht, aber beim Begehren von eines anderen Frau oder Hab und Gut, da wirds dann für ein ganzes Leben schon eng.

Wir wissen ja nicht, wie Gott das am Ende tatsächlich beurteilt. Vielleicht wird das Unmögliche verlangt, damit am Ende wenigstens das einigermaßen Mögliche noch angestrebt wird... :D

Vielleicht ist die Messlatte bewusst etwas höher angesetzt als nach dem Maßstab, nachdem am Ende tatsächlich bemessen wird. Wissen wir das?


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Die 10 Gebote vs. Humanismus

26.09.2010 um 08:54
aufgeklärter Humanismus...

wenn ich das schon höre...wir leben heute in einer Welt in der es fast nur noch eine
Randbemerkung ist wenn Kinder vergewaltigt werden.
Mann benutzt dazu mittlerweile das Wort "missbraucht" damit es nicht so hart klingt.

Die Verbrechens- und Gewaltrate ist auf einem Niveau, die sich jedes Jahr selbst topt!
Kriege etc. muss ich wohl kaum erwähnen, geschweige denn das Sytemin dem
wir leben in dem Menschen immer weniger wert sind und nur noch als
potenzielle "Arbeitskraft" verrechnet werden.

Aber es stimmt... der AUFGEKLÄRTE HUMANISMUS hat uns WEIT gebracht

nehmen wir mal 2 Punkte heraus:
Das Glück und Wohlergehen des einzelnen Menschen und der Gesellschaft bilden den höchsten Wert, an dem sich jedes Handeln orientieren soll

-------> versagt


Die menschliche Gesellschaft soll in einer fortschreitenden Höherentwicklung die Würde und Freiheit des einzelnen Menschen gewährleisten.

--------> versagt


Ist der Humanismus deshalb schlecht oder gar unnötig??


Nein, genau so wenig wie die 10 Gebote...
Diese sind für Ihre Zeit der aufgeklärte Humanismus gewesen und nur weil du
@moredread meinst eine Tastatur zu bedienen macht es diese wirklich alten,
und für Ihre Zeit um Jahrtausende im voraus, niedergeschriebenen Gesetzte
nicht weniger Wert als DEIN AUFGEKLÄRTER Humanismus denn wenn ich mir
die Nachrichten der letzten Tage so ansehe, brauchen wir diesen
fein und überheblich formulierten Käse nicht, eher wäre es NOTWENDIG
wenn Jemand den Leuten direkt ins Gesicht sagen würde: DU SOLLST NICHT TÖTEN!


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ramisha
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Die 10 Gebote vs. Humanismus

26.09.2010 um 09:47
Wenn man nach den Geboten 4 bis 10 lebt, reicht es vollkommen aus
und man lebt "gottgefällig", so es denn einen gibt. Man lebt dann so,
dass auch mein Mitmensch - und das halte ich für ganz wichtig - gut
mit mir auskommen kann. Und selbst Gott wird anerkennen, dass ich
versucht habe, alles gut zu machen, auch wenn ich nicht ständig vor
ihm auf den Knien rumrutsche.

Ich glaube, Gott ist ein human lebender, seinen Mitmenschen wohltuener
Atheist lieber, als ein hinterhältiger, mißgünstiger, falscher Kirchengänger.


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Die 10 Gebote vs. Humanismus

26.09.2010 um 10:54
ramisha schrieb:Ich glaube, Gott ist ein human lebender, seinen Mitmenschen wohltuener
Atheist lieber, als ein hinterhältiger, mißgünstiger, falscher Kirchengänger.
wohl wahr!!!


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Die 10 Gebote vs. Humanismus

26.09.2010 um 11:51
@StillHere
StillHere schrieb:Aber es stimmt... der AUFGEKLÄRTE HUMANISMUS hat uns WEIT gebracht
So so, das alles geschah also aufgrund des aufgeklärten Humanismus? Da bitte ich dann mal um einen Nachweis. Religionen haben Millionen Menschen den Tot gebracht, und das liegt daran, das sie Menschen das Denken verbietet und göttliche Gesetze vorschreibt, die fehlerhafter nicht sein können. Und ja, das gilt auch für das Christentum, und auch in unserer Zeit. Dafür müssen wir nur in die "richtigen" Regionen dieser Erde gehen, schon stellen wir fest, das es auch im Namen des christlichen Gottes Steinigungen gibt, so, wie sie im alten Testament befohlen werden.

Wechseln wir in die Industrieländer reicht ein Blick in die USA, um zu sehen, das Leute vor Abtreibungskliniken erschossen werden. Oder wie sieht es mit der Stammzellenforschung aus - diese Forschung ist extrem sinnvoll, wird aber dadurch verhindert, das christliche Extremisten sie blockieren. Genau das hat nicht im entferntesten mit Aufklärung zu tun, und mit Humanismus schon mal gar nichts.

Oder wie wäre es mit dem Kondomverbot des Papst? Laut ihm darf nicht mal ein verheiratetes Ehepaar Kondome nutzen, wenn einer der Partner AIDS hat. Darüber mag man in den Industrienationen lächeln, in Afrika verfängt es. Dort erzählen die christlichen Prediger den Menschen, das Kondome sowieso nicht vor AIDS schützen würden.
StillHere schrieb:-------> versagt
Nur, weil Du "versagt" darunter geschrieben hast? Mir entgeht irgendwie der Teil, in dem Du erklärst, warum genau diese Regel versagt. Wer lebt denn nach ihr und begeht irgendwelche Gräueltaten? Wie lässt sich diese Regel missverstehen? Genau darum ging es mir in diesem Thread. Die christlichen Gebote sind veraltet und Lückenhaft. Es sind nicht trotz, sondern explizit wegen dieser Gebote fürchterliche Gräueltaten verübt worden. Sie entheben den Menschen einer eigenen Moral. Nicht um des Nächsten willen verhält man sich in einer bestimmten Art und Weise, nein, es geht lediglich darum, nach dem Tot in ein Reich des Himmels aufgenommen zu werden. Die Gebote verkommen so zu einem Gebot des Eigennutz.
StillHere schrieb:wenn ich mir
die Nachrichten der letzten Tage so ansehe, brauchen wir diesen
fein und überheblich formulierten Käse nicht
Wenn ich mir die Nachrichten der letzten Tage ansehe, brauchen wir vor allem all die alten Religionen nicht mehr, die Krieg, Chaos und Zerstörung aus uralter Zeit bis hin in unsere Tage "gerettet" haben. Es gibt keine friedliche Weltreligion. Im Namen jeder Religion wurden schon die ungeheuerlichsten Gräuel verübt. Die Menschen sollten besser anerkennen, das sie selbst für alles, was auf der Welt geschieht, verantwortlich sind und nicht bequemerweise alles auf einen Gott schieben, dessen Worte sie in irgendwelchen hohlen, Bedeutungslosen Texten zu finden glauben.
StillHere schrieb:macht es diese wirklich alten,
und für Ihre Zeit um Jahrtausende im voraus, niedergeschriebenen Gesetzte
Du solltest meine Texte nicht nur lesen, sondern auch verstehen. Dann lehnst Du Dich am besten zurück, wartest 10 Minuten, bis Dein durch nichts provozierter Zorn verraucht ist und versuchst, dann zu antworten. Hättest Du meinen Text gelesen, wäre Dir aufgefallen, das ich gesagt habe, das diese Texte möglicherweise für ihre Zeit ganz gut waren. Ändert aber nichts daran, das sie heute nicht mehr zeitgemäß sind. Es gibt wesentlich bessere Regeln. Und das deutete nun mal darauf hin, das es keine göttlichen Gebote sind, sondern menschliche. Das relativiert ihren Wert. Wer sich auf die Göttlichkeit dieser Gebote beruft, wird auch auf ihre Unveränderlichkeit hinweisen.

Ah, und zuletzt:
StillHere schrieb:wir leben heute in einer Welt in der es fast nur noch eine
Randbemerkung ist wenn Kinder vergewaltigt werden.
Dazu nur zwei Fragen:

Welches der 10 Gebote verbietet die Vergewaltigung von Kindern oder Frauen überhaupt?

Wo in der Bibel wird die Vergewaltigung von Kindern/Frauen verboten? Wie exakt lauten die Texte?

Solltest Du sie nicht finden, werde ich sie hier gerne rezitieren.


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Die 10 Gebote vs. Humanismus

26.09.2010 um 12:37
Du hast meine Frage nicht beantwortet @moredread
Niselprim schrieb:Deinen Aussagen nach verhältst Du dich nicht nach den 10 Geboten?


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