Funzl schrieb:Platz haben die Wenigsten für Sachen aus einem Nachlass. Es sei den es sind Sachen die auch finanziell einen hohen Wert darstellen - das Zeugs wollen komischerweise alle haben - wenn auch nur zum Weiterverkauf. ^^
Das ist so. Aber eben nicht immer zwangsläufig ein Zeichen von Desinteresse oder mangelnder Liebe/Zuneigung/Gefühlen, wenn nichts weggeschleppt wird.
Wenn sich alle drauf stürzen und noch verbal oder juristisch drum kloppen, weil wertvoll, am besten noch gegen den Willen der oder des Verstorbenen,
finde ich das deutlich armseliger.
Da brauchste nicht mehr fragen, warum.
Funzl schrieb:Es ist aber sehr schwer, z.B. solch eine Wetterhäußchen-Sammlung am Stück abzugeben - dieses "Glück" hatte ich vor 11 Jahren, als es um die 64 Stück aus dem Besitz meines Vaters ging. Die Exemplare einzeln zu verkaufen ist definitiv zu zeitaufwändig.
Klar. Aber ich glaube halt, wenn es wirklich eine Seele gibt und die existiert nach unserem Tod in irgendeiner Form weiter (ich bin mir da nicht sicher, was ich glaube oder mir vorstellen kann, eigentlich bin ich eine ziemlich überzeugte Atheistin, die zumindest eine übergeordnete Gottheit oder Entität sehr überzeugt für Unsinn hält), dann wird es den Menschen/seine Seele freuen zu sehen/spüren/was immer: es wird weitergeführt, es freut Menschen. Oder wenigstens: sie haben versucht, es in gute Hände zu geben.
Kann natürlich komplett Bullshit sein, was ich da denke oder mir vorstellen kann, kein Thema. Vielleicht würde es einfach nur mir ein besseres Gefühl geben.
Funzl schrieb:dankbar......wenn dabei ei paar Tränen fließen, ist das auch okay.
Bin ich absolut bei dir. Es kann schöne, sehr schöne Erinnerungen geben. Und dabei ein bisschen und auch ein bisschen viel Augenpipi fließen.
Man vermisst diese Menschen ja. So können auch sehr schöne Erinnerungen traurig-schön sein. Weil diese Menschen eben nicht mehr bei und sind.
Funzl schrieb:Das hat mir den Ruf eingebracht ein "egoistisches A.....h" zu sein...damit kann ich aber gut leben - die Wenigsten begreifen warum ich so bin -
Wir sind hier nur in einem anonymen Forum und meine Menschenkenntnis ist selbst im RL nicht die beste. Aber ein egoistisches Arschloch bist du ganz bestimmt nicht.
Du lässt vielleicht manches nicht nach außen an dich ran, damit Fremde sich dran aufgeilen können, das dürfte es dann aber auch gewesen sein.
Funzl schrieb:Der Knackpunkt ist der - die Grenze zwischen emotionaler Selbstzerstörung ( Schubladen vollstopfen ) und Selbstschutz klar zu ziehen, und einzuhalten. Egal, ob es einem selbst oder jemand anderen weh tut
Damit "kämpfe" ich, seit mir das Thema mehr oder weniger bewusst ist. So richtig die ganz geniale Lösung für mich habe ich auch mit über einem halben Jahrhundert noch nicht gefunden. Aber ich kriege es inzwischen für mich so hin, dass es für mich so halbwegs passt mit Selbstanspruch "funktionieren" und Schubladen in ruhigen Zeiten auch mal ausräumen. Auch wenn es manchmal weh tut, so ne Schublade selber wieder zu öffnen nach einer Zeit. Ist sie doch erfolgreich geschlossen worden. Schwer zu erklären in für jeden verständlichen Worten für mich gerade.
Aber so gut wie ich das gerne können würde - keine Ahnung, ob ich das nun im zweiten halben Jahrhundert meines Lebens mal hinkriegen werde.
Funzl schrieb:Es ist ein hoch komplexes Thema,für das es kein "Allroundrezept" gibt
Ja. Absolut.