Gestern am Freitag und nicht nur übrigens war der 105. Jahrestag des "Wunders an der Weichsel", von 1920.
Polen stoppte Lenins kommunistische Weltrevolution.
Wikipedia: Schlacht bei Warschau (1920)Hätte die Sowjetunion damals gewonnen, wären womöglich sowohl Polen als auch Europa heute politisch und kulturell nicht mehr wiederzuerkennen. So jedenfalls sehen die Polen das.
Wenn es so etwas gibt wie westliche Arroganz, dann ist sie im Umgang mit Ostmitteleuropa zu greifen.
Weder die Aufnahme Polens in die EU noch die Unterstützung der Ukraine gegen Russland haben dieser Arroganz, dem Desinteresse und deutscher Unkenntnis abgeholfen. In einer Rezension zum Buch von Stephan Lehnstaedt (Der vergessene Sieg) hat Jens Jessen dazu Nötiges gesagt.
Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.09.2019
In einer knappen Besprechung würdigt Jens Jessen das Buch des Berliner Historikers und Professors für Holocaust-Studien Stephan Lehnstaedt. Mit der ihm typischen großen Geste verweist Jessen darauf, wie wenig Wissen und Neugier über die Geschichte Mitteleuropas hierzulande herrsche, insbesondere über die moderne Geschichte Polens und der Ukraine. Er betont, wie nötig historische Kenntnisse wären, um auch die aktuelle Situation zu verstehen. Die Komplexität polnisch-ukrainischer Beziehungen hat sich, so lernen wir, zu einem großen Teil in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg geformt, in ebenjenen Jahren also, die der Titel bereits angibt. Und es stimmt natürlich, dass von dem wechselweise von der Roten Armee, von Weißgardisten, polnischen und ukrainischen Truppen besetzten Kiew, den im Hintergrund wirksamen Nationalismen und der deutschen Nachhilfe darin kaum einer etwas weiß. Mit diesem Buch, so Jessen, ist dem gründlich abzuhelfen.
Quelle:
https://www.perlentaucher.de/buch/stephan-lehnstaedt/der-vergessene-sieg.html