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Interessierst Du dich für Polen?

131 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Polen, Interesse, Polnische Geschichte ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Interessierst Du dich für Polen?

01.02.2026 um 17:26
Zitat von parabolparabol schrieb:und viele polnische Buchstaben sind für Deutsche kaum auszusprechen
ah!

mittlerweise ist in umfragen so viel los, dass ich mich für jeden beitrag persönlich bedanken will :-)


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Interessierst Du dich für Polen?

03.02.2026 um 06:50
Das ist wirklich beeindruckend, was da in Polen über die Jahre sich entwickelt hat.


Polen GDP entw beindr unglaubl - Copy


Wobei "beeindruckend" da noch untertrieben ist.

Ich glaube, mit "die DDR, das war nicht der echte Sozialismus"-Heidi könnten sie nicht wirklich was anfangen.


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18.04.2026 um 20:52
Das ist mal ein guter Artikel über das Verhältnis von Polen und Deutschen, aus der f.a.z., etwas länger.
Polen und Deutsche: „Deutschland ist nicht mehr das Vorbild für uns“
Artikel von Stefan Locke, Warschau
• 1Tage
Quelle: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/polen-und-deutsche-deutschland-ist-nicht-mehr-das-vorbild-f%C3%BCr-uns/ar-AA218gbp

Man kann die Polen verstehen. Die Hauptgründe? Deutsche Arroganz (Paternalismus) und Deutsche Irrtümer (Russland Politik).

Aber da ist noch mehr.
„Deutschland war in den Augen der meisten Polen einfach das Land, an dem man sich orientierte.“ Starke Wirtschaft, Demokratie, Sozialstaat und die besten Autos der Welt. Für das Ziel, in NATO und EU anzukommen, habe Polen vieles mit der Faust in der Tasche akzeptiert, sagt Abraham.

Diese Zeit ist vorbei. Nach einer entbehrungsreichen Aufbauphase zeigt sich Polen längst als selbstbewusster Bündnispartner. Seit 1999 Mitglied der NATO und seit 2004 der EU, ist Warschau ein beispielloser Aufstieg gelungen. Heute zählt das Land zu den 20 größten Industrienationen der Welt, was auch zu einem veränderten Rollenverständnis führt.

„Deutschland ist nicht mehr das Vorbild für uns“, sagt die Politikwissenschaftlerin Anna Kwiatkowska. Die Deutschlandkennerin arbeitet am Warschauer Zentrum für Oststudien und betreibt seit einiger Zeit einen Podcast mit dem Titel „Niemcy w ruinie?“ („Deutschland in Trümmern?“), wo sie gemeinsam mit dem Philosophen Marek Cichocki Woche für Woche einen realistischen, bisweilen auch ironischen Blick auf Deutschland wirft. Dass Deutschland in Problemen steckt, ist vielen Polen bekannt, und sie wollen wissen, warum, denn das Nachbarland ist für viele nach wie vor ein Bezugspunkt.
Fehlende Wahrnehmung?
Zwar konstatiert auch sie die „sehr wichtige Rolle Deutschlands“ beim Weg Polens in NATO und EU. Doch sei es Berlin und Westeuropa lange nicht gelungen, das „Lehrer-Schüler-Verhältnis“ hinter sich zu lassen und Polen als gleichberechtigten Partner wahrzunehmen.

Als Polen 2003 den USA in den Irakkrieg folgte, um das Bündnis mit Amerika zu festigen, hagelte es aus Deutschland und Frankreich unflätige Kritik. Frankreichs Präsident Jacques Chirac, der wie Bundeskanzler Gerhard Schröder den Krieg ablehnte, tadelte Polen und andere osteuropäische Staaten als „kindlich“ und „schlecht erzogen“ und erklärte, dass diese „eine gute Gelegenheit zu schweigen“ verpasst hätten. Vielen Polen, auch jenen, die den Irakkrieg ablehnten, ist das bis heute in schlechter Erinnerung.

„Damals kippte die Stimmung“, erinnert sich Janusz Reiter. Nur, dass es in Deutschland kaum jemand wahrgenommen habe. Der nächste Schlag folgte nach der EU-Osterweiterung, als Deutschland sieben Jahre lang keine Arbeitnehmerfreizügigkeit gewährte. Viele Polen gingen damals in andere Länder, vor allem nach Großbritannien. Es folgte Streit, etwa um das Stimmgewicht im Europäischen Rat, bei dem sich Polen nicht durchsetzen konnte.
Quelle: ebenda

Und ja, die Russland Politik.
Ein weiterer Konfliktpunkt war das Verhältnis zu Moskau. Bis heute verstehen viele Polen nicht, warum Deutschland die Warnungen aus Osteuropa vor einem aggressiven Russland in den Wind schlug. Anna Kwiatkowska erklärt die Gefühlslage vieler Polen: „Wir, die Neuen, noch dazu aus dem Osten, durften einfach nicht recht haben.“

Das Schlimmste in dieser Hinsicht sei der Bau der Ostseepipeline Nord Stream gewesen, „vor allem der zweite Strang noch nach der Krim-Besetzung“, sagt Kwiatkowska. Deutschland habe sich über alle Warnungen hinweggesetzt. „Wir wurden als russophob dargestellt, und es hieß, dass wir nur das eigene Transitgeld (über bestehende Leitungen durch Polen) im Sinn hätten.“ Dabei habe sich Deutschland „letztlich zutiefst gefährlich und illoyal gegenüber der gesamten EU“ verhalten. Sein eigenes Handeln aber habe Berlin stets für pragmatisch erklärt.

Kritik aus Osteuropa dagegen wurde als emotional und innenpolitisch motiviert kritisiert. Als Polen 2011 mit dem Bau eines Flüssiggas-Terminals in Swinemünde (Świnoujście) begann, um seine Abhängigkeit von Russland zu verringern, hätten manche in Deutschland das als „Geldverschwendung“ kritisiert. Und als Polen 2015 vor den Folgen der Aufnahme zu vieler Flüchtlinge auf einmal warnte, sei man von deutschen Politikern und Medien als rassistisch gebrandmarkt worden.
Quelle: ebenda

Nicht nur auf das Präsidentenlager schauen.
Dagegen führten simple, aber in der Öffentlichkeit sehr sichtbare extreme Meinungen dazu, die Zahl der Deutschland-Gegner zu überschätzen. Die polnische Gesellschaft sei größtenteils weder stark polarisiert noch eindeutig in ihrer Sicht auf Deutschland geprägt. Vielmehr dominiere ein pragmatischer Ansatz, demzufolge Polen und Deutsche gemeinsame Interessen haben und die Zusammenarbeit beider Länder gut für ein stabiles Europa ist.
Quelle: ebenda

Und gutes Schlusswort.
Und umgekehrt solle Deutschland Polen als Partner auf Augenhöhe behandeln.

„Die Zukunft der polnisch-deutschen Beziehungen wird weitgehend nicht von sozialen Emotionen abhängen“, konstatieren auch Formuszewicz und Cichocki. „Sondern von der Fähigkeit der politischen Eliten beider Länder, Vertrauen aufzubauen – vor allem dort, wo es heute am meisten fehlt: im Bereich Sicherheit und Sorge für das Gleichgewicht der Partnerschaft.
Quelle: ebenda

Lesenswert.


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20.04.2026 um 05:33
Vor 83 Jahren

warsch ghetto aufstand 19 apr 43 - Copy
83. Jahrestag des Aufstands im Warschauer Ghetto: Auf den Spuren der Geschichte im Museum POLIN
19.04.2026 10:11

Wir begeben uns auf einen Rundgang durch die Geschichte – von Jahrhunderten jüdischen Lebens in Polen bis zu den Ereignissen des Jahres 1943.
Quelle: https://www.polskieradio.pl/400/7765/Artykul/3675333,83-jahrestag-des-aufstands-im-warschauer-ghetto-auf-den-spuren-der-geschichte-im-polin
Am 19. April jährt sich der Aufstand im Warschauer Ghetto – ein Symbol für Mut und Widerstand unter aussichtslosen Bedingungen.

Wir sind heute in Warschau, im Stadtteil Muranów – an einem Ort, der lange Zeit einfach ein Wohnviertel war und doch eine der größten Tragödien der europäischen Geschichte in sich trägt – als Teil der Geschichte dieser Stadt.

In dieser Sendung gehen wir diesen Spuren nach: Es geht nicht nur um den Aufstand selbst, sondern um das Leben der Jüdinnen und Juden in Polen vor dem Krieg, um den Alltag im Ghetto – und um den Moment, in dem aus Verzweiflung Widerstand wurde.
Quelle: ebenda

Der Geist des jüdischen Widerstands.

Ohne diese Geschichte lässt sich Israel nicht verstehen. Nie wieder.

Das rechtfertigt nicht alles. Aber ohne dieses Verstehen ... versteht man nichts.


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30.04.2026 um 09:02
Im Berliner Pilecki Institut gibt es eine wichtige Ausstellung: über den Neuaufbau des Paris des Ostens 1945-49.

Das Jahr 1949 war ein Einschnitt. Danach stabilsierte sich die kommunistische Herrschaft, mit stalinistischen Methoden.

Allgegenwärtige Zensur und Terror.
Als tiefgreifende humanistische Fotografien erschöpfen sie sich nicht im unmittelbar Sichtbaren. In ihrem Ausdruck der einzigartigen Widerstandskraft und Vitalität des menschlichen Geistes sind sie Warnung vor dem Zerstörungspotenzial totalitärer Regime und zugleich eine Anklage gegen die freie Welt, die solche Verbrechen nicht verhindert hat.

Das von NS-Deutschland zerstörte Warschau weckt Assoziationen zu Aleppo, Khartum und Mariupol und zwingt zur Reflexion: Wie können wir verhindern, dass Kinder jemals wieder barfüßig zwischen den Trümmern zerstörter Städte spielen müssen?
Quelle: https://berlin.instytutpileckiego.pl/de/exhibitions/berlin/warschaus-neuanfang-1945-1949-fotografien-vom-leben-in-den

Die taz fällt zwar immer mehr ab ... aber Uwe Rade bespricht die Austellung, lesenswert hier:
Warschau nach dem KriegNeuanfang in Trümmern

Anders als Paris oder Prag haben die Deutschen Warschau dem Erdboden gleichgemacht. Warum eine Ausstellung über seinen Neuanfang nach Berlin gehört
Quelle: https://taz.de/Warschau-nach-dem-Krieg/!6169845/

Einige Bilder in den Links .., aber besser, wer es nach Berlin schafft ...
Polen sollte als Kulturnation verschwinden

Es ist gut, dass die Ausstellung, die zuerst im Warschauer Haus der Begegnung mit der Geschichte zu sehen war, nach Berlin gekommen ist. Vielleicht muss man Bilder wie diese gesehen haben, um zu verstehen, dass die Verbrechen der deutschen Besatzer in Polen tief im kollektiven Gedächtnis verankert sind.

Prag und Paris haben die Deutschen nicht zerstört, das „Paris des Ostens“ sollte verschwinden. Bei den Bombenangriffen 1939, nach dem Ghettoaufstand 1943, nach dem Warschauer Aufstand 1944, dem mehr als 200.000 Menschen zum Opfer gefallen sind. Heinrich Himmler hatte damals gesagt: „Warschau ist dem Erdboden gleichzumachen, um Europa zu zeigen, was es bedeutet, einen Aufstand gegen die Deutschen zu unternehmen.“

Zdzisław Wdowiński, der Fotograf, der die Frauen bei der Arbeitspause mit den Suppentellern aufgenommen hat, hat selbst am Warschauer Aufstand teilgenommen. Seine Fotografien sind somit auch ein Beispiel dafür, dass es den Deutschen nicht gelungen ist, Polen als Kulturnation auszulöschen.
Quelle: ebenda

Am Pariser Platz, Pilecki Institut.


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22.06.2026 um 19:07
Polen ist erstaunlich, vor 35 Jahren waren sie wo? Es braucht mehr Polen.

Japan Polen Iran - Copy

Auch
Laut der neuesten Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) wird Polen bis 2030 in Bezug auf das BIP pro Kopf (Kaufkraftparität (KKP)): vier entwickelte Länder überholen: Israel, Spanien, Neuseeland und Japan. In den 1990er Jahren gehörte Polen noch zu den ärmsten Ländern Europas. Heute nähert sich das Land dank stabilem Wachstum und konsequenter Modernisierung dem Niveau der westeuropäischen Volkswirtschaften an.
Quelle: https://hlb-poland.global/de/prognose-des-iwf-polen-wird-japan-spanien-und-israel-beim-pro-kopf-bip-bis-2030-ueberholen/


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24.06.2026 um 12:47
Danke FM, aus E3 wird jetzt E5. Zum ersten Mal.
Nun reagiert er auf die Kritik an der sogenannten E3-Runde, die sich erst vor gut zwei Wochen in London mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj getroffen hatte.

An diesem Mittwoch sind neben Macron und Starmer auch die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Polens Regierungschef Donald Tusk zu einem Abendessen im Bundeskanzleramt eingeladen.

Letzterer nannte sein Land kürzlich „ein absolut unverzichtbares Bindeglied, um ernsthaft über die Zukunft der Ukraine und der Region zu sprechen“. Und Tusk berichtete zudem, auch Meloni sei von den E3-Treffen nicht begeistert.
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/politik/macron-meloni-starmer-und-tusk-zu-gast-bei-merz-auf-die-grossen-funf-in-europa-kommt-es-jetzt-an-15748692.html

WP wird das nicht freuen.


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03.07.2026 um 14:07
Lewandowski wechselt zu Chicago Fire.

Lewa Chicago Fire - Copy

Lewa war schon immer ein cleverer Geschäftsmann. Erstens wird der Fußball nach der WM noch populärer.

Und zweitens, wichtiger, die Polonia in Chicago wird sich freuen, sehr.

Mehr zur Geschichte:
Polens Wandel zum Zuwanderungsland

10.11.2023 / 10 Minuten zu lesen

Die polnische Bevölkerung war lange Zeit von Auswanderungen geprägt. Erst seit 2016 sind es mehr Zu- als Abwanderungen. Wie ist es dazu gekommen? Und welche Migrationsbewegungen waren zentral für Polen?
Quelle: https://www.bpb.de/themen/europa/polen/542447/polens-wandel-zum-zuwanderungsland/

Und hier
How Chicago Became a Distinctly Polish American City

Marek Kępa
Reading time: 19 min

With a history of Polish migration dating back to the 1830s – and more than one million people of Polish descent in its metropolitan area today – Chicago is the traditional capital of the Polish diaspora in the United States. Culture.pl takes a look at the long history of the Windy City’s Polish community and the impact Poles have made there.
Quelle: https://culture.pl/en/article/how-chicago-became-a-distinctly-polish-american-city

Und
Chicago’s Polish Triangle
Published August 28, 2015
•3 min read

Next to Warsaw, Chicago has the world’s second largest Polish population.

The Polonia Triangle, center of the city’s original Polish Downtown, is the Illinois city’s oldest, most prominent Polish settlement, full of local Polish shops and restaurants.
Quelle: https://www.nationalgeographic.com/travel/article/chicagos-polish-triangle


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03.07.2026 um 14:23
:note:
Rüstungsdeal zwischen Warschau und den USA
Bis zu 1000 Panzer: Polen stockt auf und produziert selbst

Daniel Georg Kuhn
Donnerstag, 02.07.2026
Quelle: https://www.focus.de/politik/ausland/die-supermacht-lockt-polen-bis-zu-1000-neue-panzer-sind-im-spiel_88a0e892-9af2-44c5-a8db-fed77c8959fd.html

Polen nimmt die Ostflanke ernst.

:note:
Polen nimmt die eigene Aufrüstung weiterhin sehr ernst und wird sich künftig stärker an der Produktion von Abrams-Panzern beteiligen. 2025 gab das Land 4,48 % seines BIPs für Verteidigung aus – deutlich über dem vereinbarten Nato-Ziel und sogar noch vor den USA.
Quelle: ebd.

:note: In Europa einzigartig.
Schon jetzt beteiligen die USA Polen an einem großen Teil der Abrams-Produktionskette. Laut „WNP“ produzieren aktuell acht polnische Unternehmen insgesamt 52 Komponenten der Fahrzeuge. In Zukunft sollen in Polen nun auch Bestandteile Motors hergestellt werden. Das wäre in Europa einzigartig.

Am 18. Mai unterzeichneten USA und Polen dafür ein Kooperationsabkommen. In Dęblin in Ostpolen soll ein Service-Zentrum entstehen. Dazu kommt ein 20-Quadratkilometer großes Industriegelände in Poznań für die Panzerproduktion.
Quelle: ebd.


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03.07.2026 um 17:17
Weil ich hier

Beitrag von Fellatix (Seite 6)

an ihn erinnerte hatte, den leider viel zu früh verstorbenen Richard Herzinger, tue ich das auch mal hierhin.

Anlässlich der Neuerscheinung:

Richard Herzinger: Letztes Wort Freiheit. Essays
Hg. von Thierry Chervel. Hentrich & hentrich, 358 Seiten, Klappenbroschur, Leipzig 2026, 27 Euro
02.07.2026. Im Oktober letzten Jahres ist der Autor und Perlentaucher-Kolumnist Richard Herzinger im Alter von 69 Jahren gestorben. Heute erscheint der Band "Letztes Wort Freiheit" mit Essays Herzingers seit 1992. Es geht um Heiner Müller, deutsche Intellektuelle nach Srebrenica, den 11. September, Botho Strauß, die 68er, die RAF, die Gefahr des Rechtsextremismus, die Ukraine, - und viele andere Themen. Herzinger war mehr als ein Leitartikelschreiber - seine Essays gehören in die große Tradition antitotalitären Denkens. Aus den Essays bringen wir aus Anlass des Erscheinens einige Gedankensplitter, die zeigen, wie früh Herzinger jene Tendenzen benannte, denen die Demokratien heute zu erliegen drohen.
Quelle: https://perlentaucher.de/intervention/gedankensplitter-aus-richard-herzingers-essays-seit-1992.html

Vor Putin warnte er zum ersten Mal 2000. Jeffrey Herf schrieb das Vorwort.

Aus der Vorbemerkung von Thierry Chervel
Vorbemerkung:

Richard Herzingers Tod war überraschend. Keine lange Krankheit bereitete ihn und seine Umgebung auf sein Verschwinden aus der Öffentlichkeit vor. Seitdem fehlt seine Stimme ...

Den Band zu machen, die alten Texte neu oder wieder zu lesen, war für mich ein zwiespältiges Vergnügen. Immer wieder legte ich kleine, beiläufig formulierte Gedankensplitter Richards beiseite, die noch die Gegenwart schlaglichartig beleuchten: Die noch heute von Steinmeier und co. verfochtene Idee des "Wandels durch Annährung" etwa hatte er schon 1996 in einem Zeit-Essay erledigt. Einige dieser Gedankensplitter habe ich hier, als Anregung den Band zu lesen, gesammelt. Klarheit, Schärfe, Humanität bestimmen sein Schreiben. Die Arbeit bescherte mir zugleich zugleich Freude über diese Geistesblitze und Trauer über das verschwendete, viel zu früh gekappte Potenzial.

Thierry Chervel

Herzingers Kassandrarufe - Zitate aus dem Essayband "Letztes Wort Freiheit", nach Jahren geordnet.
Quelle: ebd.


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