blueavian schrieb:Diese Boykotts von Leuten haben oft einen Doppelstandard. Man boykottiert nur das, was man sowieso nicht will, aber was einen nicht angenehm ist oder einem etwas abverlangen würde, boykottiert man nicht.
Mag teils so sein. Vieles das boykottiert wird (z.B. Amazon, Nestlé) hätte aber durchaus so viele Produkte im Angebot, dass grundsätzlich für jeden etwas dabei sein dürfte das man der Sache nach nutzen würde. Z.B.: Nestlé hat auch Mineralwasser, das man, selbst wenn man sowieso nur Leitungswasser trinkt, in einem Restaurant bekäme; bei Amazon kann man so gut wie alles bestellen.
Ebenso dürften viele Streamingdienste, wenn jemand solche boykottiert, durchaus Filme habe die jemand interessant finden könnte.
Zähle somit nur zum Boykottieren:
Könnte mir das Produkt leisten, hätte dafür einen Verwendungszweck.
Das ist bei mir z.B.: Nestlé, Amazon (zählt aktuell evl. nicht da hier kaum verfügbar; boykottierte ich aber auch in D und USA), temu und alibaba (würden hierher versenden und manches wäre evl. brauchbar), Facebook (z.B. Kauf über Facebook Marketplace fiele generell in mein Verhalten, gebraucht zu kaufen), Instagram (auch wenn mich der Hauptzweck nicht interessiert, könnte man da z.B. eine Veranstaltung ankündigen, mache ich anderweitig), tierische Produkte (auch wenn ich zwar kein Fan von Steak und Wurst bin: Tierisches steckt in so vielem, auch Produkten die ich ihrer Art nach nutze, Speisen die ich ihrer Art nach esse), die Firma mit dem Apfel-Logo (da ich Handy und Computer nutze wre ich ein potenzieller Kunde).
Zirkus mit Tieren boykottiere ich, spielt aber aktuell keine Rolle mehr da Zirkus hier mittlerweile immer ohne Tiere ist. (Angeboten wird Zirkus mit Tieren aber durchaus noch in Ländern die ich besuche.)
Elektronik aus China boykottieren geht realistischerweise nicht, da ich diese (ein elektronisches Gerät, welches realistischerweise nicht komplett im eigenen Land handgefertigt angeboten wird) z.B. selbst für meinen Beruf benötige, wie auch zur Benutzung eines Bankkontos, zum Vereinbaren von Arzt- und Behördenterminen. Nur zum Vermeiden dieser freiwillig unversorgt auf der Straße zu leben fände ich schon mehr als nur "unbequem". Die Option, diese Geräte z.B. eher länger zu nutzen, sie aufzurüsten statt sie wegzuwerfen, gibt es ja durchaus und von der mache ich Gebrauch.
(Daneben gibt es auch Produkte, die ich nicht nutze weil ich sie nicht brauche und auch keine Freude daran empfinden würde sie als nicht notwendiges Extra zu haben und zu nutzen, zähle das aber nicht als boykottieren. U.a.: ein Auto,ein Motorrad fahren. Das empfände ich erst ab einem deutlichen Mehraufwand für "kein Auto" als boykottieren.
Zu boykottieren zähle ich auch nicht das Nichtdurchführen von z.B. Freizeiveranstaltungen die mich schon ihrer Art nach nicht ansprechen, z.B. Kreuzfahrten.
Auch nicht als boykottieren zähle ich, was deutlich über meinen finanziellen Verhältnissen wäre, z.B. eine Villa, ein Sportwagen.)