Astronomie
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung

Interstellare Raumfahrt unmöglich?

143 Beiträge, Schlüsselwörter: Interstellare Raumfahrt

Interstellare Raumfahrt unmöglich?

06.02.2017 um 07:05
@Telomeraser
Ja, das sehe ich auch so, dass Habitate eher im inneren Sonnensystem zum Einsatz kommen werden. Nur wird es dort bei einem entsprechend langfristigen demografischen und wirtschaftlichen Wachstum eben auch eng werden. Ohne weitere Expansion tun sich irgendwann wieder Grenzen des Wachstums auf.

Ist erst einmal erneut eine Verknappung von Ressourcen und Lebensraum eingetreten wird sich auch der Rückgriff auf kompliziertere Technologien lohnen.
Ein Problem dabei ist, das ein Habitat in den Außenbereichen des Sonnensystems mehr Ressourcen verbraucht, als ein gewöhnliches Habitat in der Nähe der Sonne. Eine autonome Energieversorgung muß beständig gewartet werden und sie benötigt einen Brennstoff, der mit Transportern zugeführt werden muß, während die Sonne im inneren Sonnensystem die Energie über die Strahlung "frei Haus" liefert. Jeder Brennstoff ist zudem selbst eine begrenzte Ressource, die im Vergleich zum ungeheuren Energiepotential der Sonne nur einen kleinen Bruchteil aller Habitate langfristig mit Energie versorgen kann. Man könnte leicht auf den Gedanken kommen, diese Ressorcen auch anders einzusetzen; für jedes äußere Habitat ließen sich vielleicht drei oder vier innere Habitate bauen und das ohne das der Lebensraum knapp wird...


Das Sonnensystem besteht zum größten Teil aus leeren Raum, den die Planeten, Monde, Asteroiden und Kometen nicht annährend ausfüllen können. Selbst wenn man alle verfügbaren Rohstoffe in Habitate umwandeln könnte, wäre immer noch genug leerer Raum übrig, um die Habitate in der Nähe der Sonne anzusiedeln. Es könnte allenfalls logistische Probleme geben, wenn jedes Habitat seine eigene sichere Bahn um die Sonne ziehen muß, ohne dabei anderen Habitaten in die Quere zu kommen. Verbessert man hier aber die Effektivität der Solarzellen, kann man relativ leicht den Lebensraum der Habitate vergrößern...

Das löst natürlich nicht alle unsere Probleme, aber ein oder zwei aufwendige Habitate, die sich zu den Sternen aufmachen tun das auch nicht, da der weitaus größte Teil der Menschheit immer noch im Sonnensystem zurückbleibt. Langfristig gesehen macht es aber schon einen Sinn, das äußere Sonnensystem zu erschließen und seine Ressourcen zu nutzen. Einige Habitate könnten demnach Arbeitskräfte liefern und neue Technolgien erforschen, die uns eines Tages vielleicht zu den Sternen tragen und der Menschheit eine zweite Chance in einem neuen Sonnensystem ermöglichen...

Wenn man Habitate im äußeren Sonnensystem ansiedeln möchte, dann benötigt man eine effektive Technologie, ergiebige Brennstoffquellen und kurze Transportwege, um das Licht der Sonne langfristig zu ersetzen. Hier bieten sich Fusionsreaktoren an, die schwere Wasserstoffisotope als Brennstoff nutzen, die sich aus der Atmosphäre von Riesenplaneten gewinnen lassen. Die ersten autonomen Habitate fänden sich demnach in der Umgebung von Jupiter und Saturn. Aus diesen Habitaten könnte man allmählich die Sorte von Habitat entwickeln, die sich einst zu den Sternen aufmachen wird; so könnten sich Habitate in Zukunft immer mehr von den Planeten entfernen und eine zeit lang eigenständige Bahnen um die Sonne ziehen, um sich dann wieder anzunähern, um zu "tanken". Nach und nach werden diese Zeiträume mit Hilfe von erweiterten Treibstofftanks dann immer ein wenig größer und die Strecken allmählich länger...


Der Aufwand wäre erheblich, aber es wäre möglich...



melden

Interstellare Raumfahrt unmöglich?

09.09.2020 um 00:16
Jetzt grabe ich den Thread aus, da in WIRED ein hochinteressanter Artikel über Jim Woodward veröffentlicht wurde, einem emeritierten Physikprofessor der California State University, Fullerton. Er ist überzeugt davon, den Antrieb gefunden zu haben, der es ermöglicht, Menschen innerhalb ihrer Lebensspanne zu anderen Sternen zu fliegen. Basis: Elektrizität und Kristalle.

Das Online-Portal Perlentaucher fasst den Artikel folgendermaßen zusammen:
Jim Woodward zum Beispiel, den Daniel Oberhaus porträtiert, hat es sich nach etwas, das er für eine UFO-Sichtung hält, in den Kopf gesetzt, einen Weg zu finden, wie sich andere Sonnensysteme erreichen lassen könnten, ohne dass für den Reiseweg alleine schon zum nächsten Nachbarn ein paar tausend Jahre veranschlagt und erhebliche Mengen an Treibstoff durch den Kosmos transportiert werden müssen: den MEGA-Antrieb. Wie soll das gehen? Sein Modell basiert nicht "auf Treibstoff, sondern auch Elektrizität, die im All von Solarflächen oder einem Atomreaktor kommen könnte. Seine Einsicht beruht auf einem Stapel piezoelektrischer Kristalle und einigen kontroversen - seiner Ansicht nach aber plausiblen - physikalischen Annahmen, um Schub zu generieren. Der Stapel Kristalle, die kleinste Mengen Energie speichern, vibriert zehntausende Male pro Sekunde, wenn sie mit elektronischer Stromstärke aufgeladen werden. Einige der Schwingungsfrequenzen harmonisieren sich, wenn sie durch das Gefährt gehen. Und wenn die Oszillationen sich genau richtig synchronisieren, bewegt sich das kleine Gefährt vorwärts. Das klingt jetzt nicht gerade nach dem Schlüssel, der das Geheimnis interstellarer Reisen öffnet, aber wenn der kleine Ruck verstetigt werden kann, könnte ein Raumschiff theoretisch solange Schub produzieren, wie es elektrischen Strom hat. Es würde nicht schnell beschleunigen, aber kontinuierlich für eine sehr lange Zeit bis es schließlich eine Geschwindigkeit erreicht, die es quer durch die Galaxie sausen lässt. Ein Atomreaktor an Bord könnte das Gefährt für Jahrzehnte mit Energie versorgen. Sollte Woodwards Gerät funktionieren, wäre es das erste Antriebssystem, das es denkbar erscheinen lässt, ein anderes Sonnensystem in der Lebenszeit eines Astronauten zu erreichen."
Quelle: https://www.perlentaucher.de/magazinrundschau/2020-09-08.html

Der Artikel auf WIRED ist hier nachzulesen:
https://www.wired.com/story/mach-effect-thrusters-interstellar-travel/

Bereits 1997 hat Woodward über die Nutzung von Wurmlöchern für die Raumfahrt spekuliert:
https://physics.fullerton.edu/~jimw/twistsoffate.pdf

Aber nicht auf Basis von Fantastereien, sondern mittels physikalischen Formeln extrapoliert.

Sehr schräger "alter, weißer Mann".



melden

Interstellare Raumfahrt unmöglich?

09.09.2020 um 15:50
Zitat von Narrenschiffer
Narrenschiffer
schrieb:
Und wenn die Oszillationen sich genau richtig synchronisieren, bewegt sich das kleine Gefährt vorwärts.
Jepp, das ist auch das Problem beim Perpetuum Mobile.
Abgesehen davon könnte man das jetzt sofort das beweisen....
Zitat von Narrenschiffer
Narrenschiffer
schrieb:
Es würde nicht schnell beschleunigen, aber kontinuierlich für eine sehr lange Zeit bis es schließlich eine Geschwindigkeit erreicht, die es quer durch die Galaxie sausen lässt.
Man sollte bedenken dass man die Hälfte der Strecke beschleunigt und auf der andere Hälfte man umdreht und bremst (hoffentlich).



melden

Ähnliche Diskussionen
Diskussionen
Beiträge
Letzte Antwort